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Zum Umgang mit Forschungsmethoden

15m 59s

Zum Umgang mit Forschungsmethoden

In dieser Podcast-Episode betont Christina Sichtmann, dass die Forschungsfrage der Ausgangspunkt für die Methodenwahl in einer Abschlussarbeit sein muss und nicht umgekehrt. Studierende neigen oft dazu, von einer bekannten Methode auszugehen, was jedoch zu einer schlechten Passung führen kann. Anhand des Beispiels der Wirkung von Newslettern wird gezeigt, wie unterschiedliche Forschungsfragen (z.B. zur Wahrnehmung, zu Meinungen oder zu kausalen Effekten) verschiedene Methoden wie Tiefeninterviews, Fokusgruppen oder experimentelle Designs erfordern. Ein weiteres zentrales Argument ist, dass man keine perfekte Methodenkenntnis vorab benötigt, sondern sich diese während der Arbeit aneignen kann. Die Angst vor bestimmten Methoden, wie etwa Statistik, sollte überwunden werden, da sie sonst die Themenwahl unnötig einschränkt und Wachstumsmöglichkeiten verbaut. Stattdessen wird empfohlen, sich zunächst einen Überblick über das Methodenspektrum zu verschaffen, um die geeignetste Methode für die eigene Frage auszuwählen.

Transcription

1911 Words, 12657 Characters

German
Du schaffst das. Erfolgreich deine Abschlussarbeit schreiben. Mein Name ist Christina Sichtmann. Ich bin Professoren, Autoren, Lehrende und Coach für akademisches Schreiben. Und mit diesem Podcast gebe ich dir Insider-Tips für deine Bachelor-Master- oder Doktorarbeit. Jagd-Lasche hast du das ganz ohne Stress- und Schreib-Logaden und dafür mit jeder Menge Spaß anschreiben. Vertraue deinen Fähigkeiten. Stellen sich dir die Haare auf, wenn du anders word, Forschungsmethoden denkst. Um dir Mut zu machen, dich nicht von Methoden abschrecken zu lassen, erfährst du in dieser Podcast-Ephisode, warum du für deine Forschungsfrage die passende Untersuchungs-Metode wählen solltest und nicht umgekehrt. Du lernst, dass es nicht wichtig ist, bereits Experte in einer Methode zu sein, um sie anwenden zu können. Und das ist ein erster Linie darum geht, dass du einen guten Meton überblick hast. Wenn du mehr Tipps von mehr erhalten möchtest, dann geh doch auf meine Webseite. Ich bitte übrigens auch coaching an, zum Beispiel um deine Forschungsmetode zu spätifizieren oder dir bei deinem Untersuchungstessern zu helfen. Denn Link zu mehr Infos findest du in den Schronen uns. Also schön, dass du heute am Start bist und los geht's. Viel Spaß mit dieser Episode. Letzte Woche hatte ich ein Gespräch mit einem Studierenden über das Thema seiner Bachelorarbeit. Ich fragte ihn über was für ein Thema willst du denn schreiben? Und die Antwort war, ich will Experteninterviews führen. Ja, aber das ist doch kein Thema, sondern eine Methode erwiderte ich. Du solltest vom Thema herkommen und dir dann überlegen, welche Methode dir richtige ist, um deine Forschungsfrage zu beantworten und nicht umgekehrt. Was anderes kann ich aber nicht, bitte los nichts mit Zahlen, keine Statistik, das kann ich nicht und will ich nicht. Und dieses Gespräch ist kein Einzelfall, so oder ähnlicher Gespräche führe ich sehr häufig. Studierende kommen von der Methode her und nicht von der Forschungsfrage. Und hier stoßen wir auf ein Grundpräzib wissenschaftlichen Arbeiten. Die Auswahl der Untersuchungs-Metode folgt der Forschungsfrage und nicht umgekehrt. Mit Hilfe der Methode beantwortest du deine Forschungsfrage. Du stellst dir also erst einmal die Frage, was will ich untersuchen, bevor du dich fragst, wie will ich das untersuchen. Die Methode muss geeignet sein, deine Forschungsfrage bestmöglich zu beantworten. Nehmen wir ein Beispiel. Du willst die Wirkung von Musslattern auf die Buchung eines Dienstleistungunternehmens untersuchen. Je nachdem, welchen Fokus du in deine Arbeit legst, ist eine Methode besser oder schlechter geeignet. Wenn es dir darum geht, zu überprüfen, wie ein Mussletter von Rezeptienten wahrgenommen wird, welche Informationen aus dem Mussletter er oder sie behalten hat und welche Informationen besonders wichtig sind, damit eine Buchung durchgeführt wird, dann eignen sich Tiefeninterviews. Denn bei Tiefeninterviews kannst du Nachfragen in die Tiefe gehen und auch Fragen welche oder wie diese oder jene Informationen im Mussletter wahrgenommen wird. Wenn es allgemein darum geht, herauszufinden, kontroversen Meinungen zu Relevanz von Musslater herauszufinden, dann ist möglicherweise eine Fokusgruppen-Diskussion die richtige Wahl, denn die Teilnehmerinnen inspirieren sich gegenseitig und diskutieren. Schließlich ist da es der besondere Vorteil der Gruppen-Diskussionen. Wenn es dir eher darum geht, eine repräsentative Aussage darüber zu machen, ob die Ausendung eines Musslaters zu mehr Buchungen führt, dann kannst du beispielsweise an realen Zahlen zeigen, dass es so ist. Die Untersuchungseinheit bildet etwa ein ausgesendeter Mussletter. Du kannst dir dann anschauen, wie viele Personen über den Link im Mussletter die Dienstleistungen Buch haben. Das wäre jetzt lediglich eine Beschreibung, das heißt, wie viel Prozent Buchungen pro Mussletter-Aussendung folgen. Das kann man beispielsweise auch mit Daten über den Mussletter verknüpfen, wie er zwar ein besonderes Angebot im Mussletter, wie lange war der Mussletter, zu welchem Uhrzeit wurde der Mussletter verschickt und so weiter. So kannst du beispielsweise untersuchen, ob die Uhrzeit der Ausendung einen Einfluss auf die Buchungsquote hat. Du kannst aber auch generell experimentell untersuchen, ob es Unterschiede im Buchungsverhalten gibt, zwischen Personen, die eine Mussletter erhalten haben oder nicht. Dann hast du zwei Untersuchungsgruppen eine Mit und eine Ohne Nussletter. Und dann schaust du dir an, ob die die Anne Nussletter erhalten haben, öfter Buchen als die, die keine Nussletter bekommen haben. Auf diese Weise kannst du natürlich auch einzelnen Elemente des Nussletters überprüfen. Du könntest etwa bei einer Gruppe, die eine Nussletter bekommen hat, den Buchungslink grün gestalten und bei einer anderen Gruppe den Buchungslink blau. So kannst du dann herausfinden, ob die Farbe des Buchungslings einen Einfluss auf das Buchungsverhalten hat oder nicht. Das würdest du mit tiefen Interviews nie herausfinden. Denn du würdest nur eine Handvoll Meinungen dazu bekommen, ob die Interviewten eher bei einem Plauen oder einem grünen Buchungslink buchen würden. Und die Buchungswahrscheinlichkeit könntest du nur hypothetisch abfragen. Du könntest also nicht wirklich sagen, ob sich die Probanden auch so verhalten würden. Und das wäre dann sehr ungenau. Du siehst also an diesen Beispielen, wie wichtig es ist, die Methode erst zu überlegen, ob du deine Forschungsfrage bereits spezifiziert hast. Aus der Art seiner Forschungsfrage, also in Abhängigkeit darf und ob sie exploratorisch, diskriptiv, expernatorisch ist, folgt bereits zumindest eine Ahnung, in welche Richtung deine Methode gehen sollte. Um zu wissen, wie sich das genau verhält, lohnt es sich in meine Podcastfolge zu den verschiedenen Arten von Forschungsfragen rein zu hören. Wenn du von der Methode und nicht von der Forschungsfrage her kommst, dann kann es dir also passieren, dass die Methode nicht zur Forschungsfrage passt. Das passiert übrigens nicht selten, was ich beispielsweise sehr häufig sehe ist, dass in qualitativen Untersuchungen etwa auf der Basis von tiefen Interviews Auszählungen gemacht werden. Wie viele probandinnen diesen oder jenen Aspekt genannt haben, das widerspricht allerdings komplett dem Sinn dieser Methode. Bei qualitativen Untersuchungen geht es darum, die Breite an Meinungen aufzuzeigen und nicht zu beschreiben, wie oft etwas genannt wurde. Es gibt übrigens noch einen Grund, weshalb du von der Forschungsfrage und nicht von der Methode kommst, und der ist aus meiner Sicht sogar noch sehr viel wichtiger. Du schränst das Spektrum möglicher Forschungsfragenstag ein und damit riskierst du eine Forschungsfrage auszublenden, die dich wirklich, wirklich interessiert, für die du brennst. Lasst mich hier so eine Geschichte erzählen, die Hoche Bussai in seinem Buch schildert. Sie handelt von einem Zürkoselefanten. Der Hauptdarsteller in der Geschichte ist fasziniert von der Größe des Elefanten, seinem Gewicht und seiner Kraft, die er bei seinem Auftritt zur Schaustellt. Und er wundert sich, warum der Elefant während des Restes der Zeit lediglich in einem kleinen Flog angekettet ist. Es müsste doch ein leichtes für den Elefanten sein zu fliehen, aber warum macht der Elefant das nicht? Die Antwort ist, der Elefant fliebt nicht, weil er glaubt, dass er es nicht kann. Er hat als Baby Elefant gelernt, dass er schon schwach ist, den Flog aus der Erde zu reisen. Deshalb probiert er es gar nicht mehr, hinterfragt es nicht, stellt sich der Herausforderung nicht und gibt sich mit dem zufrieden, was er kann. Er nimmt sich so, die Chance zu entdecken, was außerhalb der Zürkoswelt alles möglich ist. Und so ist es vielleicht auch, wenn du ein Methoden denkst. Vielleicht schließt du manche Methoden von von Herr Rhein-Aus, weil du glaubst, du kannst das nicht. Und so nimmst du dir nicht nur die Chance, ein Thema zu wählen und dich auf eine Forschungsfrage zu konzentrieren, die dich wirklich inhaltlich interessiert, sondern auch an der Methode, die du anwendest zu wachsen und vielleicht festzustellen, dass du das richtig gut kannst und es dir auch noch Spaß macht. Was aber, wenn ich es wirklich nicht kann, wirst du dich jetzt vielleicht fragen. Ich denke, Dabei etwa an all die Studierenden, die mit Statistik und Matte auf Kriegsfuß stehen und im Studium nichts mehr mit Zahlen zu tun haben wollen. Statistik, Matte und empirische Methoden stehen auf dem Anfang des Studiums. Der Sinn und der Inhalt dieser Lehrveranstaltungen ergibt sich aber häufig erst am konkreten Anwendungsfall, das heißt später im Studium. Manchmal liegt es daher an den Inhalten, die vermittelt werden, denn es werden Detailkenntnisse der Methoden vermittelt, die an dieser Stelle noch nicht notwendig sind. Denn erst, wenn man eine Methode anwendet, muss man sich auch wirklich verstehen. Manchmal liegt es natürlich auch an der Lehrveranstaltungsleitung, dass die Inhalte nicht verständlich genug transportiert werden. Die Lehrveranstaltungsleidersinnende Regel begeistert von den Methoden. Sie kennen die Methoden aus dem FF, denken in ganz anderen Zweren und glauben deshalb, dass er ganz einfach und selbstverständlich ist. Ich kenne das übrigens auch von mir selbst und bin dann oft auch ganz überrascht, wenn Fragen kommen zu Aspekten, die mir vollkommen klar sind, weil ich das schon so oft gemacht habe und das dann auch nicht mehr hinterfragen. Wenn das so ist, dann kann ich dennoch empfehlen, gibt allen Methoden erst einmal eine Chance und lasse von deinem Klaubensatz los, dass du das nicht kannst. Du musst eine Methode nicht perfekt beherrschen, damit du sie in deiner Abschlussarbeit anwenden kannst. Mit der Abschlussarbeit entwickeltes du dich zu einem Experten oder eine Expertin in einer Methode. Ich habe beispielsweise mit meiner Doktorarbeit eine komplexe, statistische Methode gelernt. Wenn ich diese Methode von vorne her ein Ausschlossen hätte, war ich sie nicht konnte oder weil sie mir zu kompliziert erschien, dann hätte ich mein Forschungsthema gar nicht bearbeiten können. Viel wichtiger als das Beherrschenein Methode ist es, dass du einen Überblick über verschiedene Methoden in deinem Fachgebiet hast. Es geht darum zu wissen, was das Ziel einer Methode ist, was eine Methode kann und was sie nicht kann, was ihre Vor- und ihre Nachteile sind. Denn mit diesem Wissen kannst du überprüfen, ob sie sich für die Beantwortung deiner Forschungsfrage eignet oder nicht. Lenke deinen Fokus also mehr auf die Frage, welche Methoden gibt es. Verschaffet die erst einmal einen Überblick über das Methodenspektrum. Reflectiere, welche Methoden du im Studium gelernt hast, welcher Leerbücher, die sich mit Methoden beschäftigen und schaut dir an, welche Methoden die Literatur verwendet, die du als relevant für dein Thema definiert hast. Das hilft dir zu überprüfen, welche Methode zur Beantwortung deiner Forschungsfrage am geeignesten erscheint. Also fassen wir meine Kenntengedanken zum Thema Methode noch einmal zusammen. Erst die Forschungsfrage dann die Methode. Überlege dir die Forschungsfrage völlig losgelöst, von dem, was du glaubst, Methode schrealisieren zu können. Lasst los von dem Gedanken, dass etwas nicht geht oder das Du es nicht kannst. Wenn du deine Forschungsfrage spezifiziert hast, dann überlege dir mit welcher Methode du die Frage beantworten möchtest. Dazu ist es wichtig, dass du einen guten Überblick über mögliche Methoden hast. Diesen Überblick bekommst du durch Reflexion deiner Lernunterlagen und lesen von Leerbüchern und Literatur. Du musst die Methode nicht bis ins Detail beherrschen. Du lernst die Methode beim Schreiben deiner Arbeit. Eine neue Methode ist also auch eine Chance, etwas Neues zu lernen und dich zu einer Expertin dieser Methode zu entwickeln. So, jetzt habe ich dir hoffentlich Angst vor dem Thema Methoden etwas genommen und dich inspiriert, dich für das Thema Methoden zu öffnen. Die Qualität, Deine Arbeit hängt nicht nur davon ab, dass du eine gute und klare Forschungsfrage hast, sondern sie auch mit der richtigen Methode beantwortest. Willst du noch mehr Tipps für deine Abschlussarbeit, dann schau doch auf meiner Webseite und auf meiner Facebookseite vorbei. Kennst du übrigens schon mein Online-Kurs mit kreativen Schreibmethoden kompetent zu Abschlussarbeit? Ich zeige dir, wie du besser und schneller schreiben kannst und führe dich durch alle Fasen deine Abschlussarbeit. Die Links dazu findest du in den Schommens. Ich freue mich riesig, dass ich dich bei deine Abschlussarbeit unterstützen darf und jetzt daran schreiben, du schaff das, tschüss, aber und medine. [Musik] [Musik]

Podcast Summary

Key Points:

  1. Die Forschungsfrage sollte die Wahl der Methode bestimmen, nicht umgekehrt.
  2. Man muss keine Methoden-Expertin sein, um sie anzuwenden; ein guter Überblick reicht aus.
  3. Methoden sollten nicht aus Angst vor Unvermögen ausgeschlossen werden, da sie Lernchancen bieten.

Summary:

In dieser Podcast-Episode betont Christina Sichtmann, dass die Forschungsfrage der Ausgangspunkt für die Methodenwahl in einer Abschlussarbeit sein muss und nicht umgekehrt. Studierende neigen oft dazu, von einer bekannten Methode auszugehen, was jedoch zu einer schlechten Passung führen kann. B.

zur Wahrnehmung, zu Meinungen oder zu kausalen Effekten) verschiedene Methoden wie Tiefeninterviews, Fokusgruppen oder experimentelle Designs erfordern. Ein weiteres zentrales Argument ist, dass man keine perfekte Methodenkenntnis vorab benötigt, sondern sich diese während der Arbeit aneignen kann. Die Angst vor bestimmten Methoden, wie etwa Statistik, sollte überwunden werden, da sie sonst die Themenwahl unnötig einschränkt und Wachstumsmöglichkeiten verbaut.

Stattdessen wird empfohlen, sich zunächst einen Überblick über das Methodenspektrum zu verschaffen, um die geeignetste Methode für die eigene Frage auszuwählen.

FAQs

Du solltest immer zuerst die Forschungsfrage spezifizieren und dann die passende Methode wählen, um sie zu beantworten. Die Methode muss geeignet sein, deine Frage bestmöglich zu untersuchen.

Nein, du musst eine Methode nicht perfekt beherrschen, bevor du sie anwendest. Beim Schreiben der Arbeit entwickelst du dich zum Experten und lernst die Methode praktisch kennen.

Verschaffe dir einen Überblick über Methoden in deinem Fachgebiet, reflektiere deine Lernunterlagen und prüfe, welche Methoden in relevanter Literatur verwendet werden. Wähle die Methode, die am besten zu deiner Frage passt.

Du riskierst, dass die Methode nicht zur Forschungsfrage passt oder dass du interessante Themen ausschließt, nur weil du bestimmte Methoden meidest. Das kann die Qualität deiner Arbeit beeinträchtigen.

Nein, das widerspricht dem Sinn qualitativer Methoden. Bei qualitativen Untersuchungen geht es darum, die Breite der Meinungen aufzuzeigen, nicht darum, wie oft etwas genannt wurde.

Gib allen Methoden eine Chance und löse dich vom Glauben, dass du sie nicht beherrschen kannst. Oft ergibt sich der Sinn einer Methode erst im konkreten Anwendungsfall, und du lernst sie durch die praktische Anwendung.

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