In dieser Folge des Podcasts „Psychologie-to-go“ diskutieren Christian Weiß und Franka Giruti kritisch das Konzept des Selbstwertgefühls, das in sozialen Medien oft vereinfacht dargestellt wird. Sie unterscheiden zunächst zwischen verschiedenen Begriffen: Selbstwert ist ein grundlegendes Urteil über den eigenen Wert, Selbstvertrauen bezieht sich auf spezifische Fähigkeiten, Selbstakzeptanz bedeutet, sich ohne Urteil anzunehmen, und Selbstachtung ist ein respektvoller Umgang mit sich selbst. Selbstmitgefühl ist eine freundliche Haltung gerade in schwierigen Zeiten. Die Experten betonen, dass Selbstwert kein statischer Zustand, sondern ein dynamisches Messinstrument ist, das durch soziale Interaktionen und Gruppenzugehörigkeit beeinflusst wird. Ein schwankender Selbstwert ist normal und kann sogar ein Motivator sein. Affirmationen wie „Ich bin wertvoll“ wirken nicht, da sie die Diskrepanz zwischen Wunsch und Realität verstärken können. Die Ursachen für ein niedriges Selbstwertgefühl sind vielfältig: Neben Erziehung (bedingte Zuwendung für Leistung) spielen genetische Faktoren, Mobbing und gesellschaftliche Erwartungen eine Rolle. Entscheidend ist, woran man den eigenen Selbstwert koppelt. Hängt er stark an der Anerkennung anderer oder an Wettbewerbsrankings, ist man verletzlich. Die Folge endet mit dem Hinweis, dass Selbstwert veränderbar ist, und lädt dazu ein, die eigenen „Messpunkte“ zu hinterfragen.
Das ist Psychologie-Togo. Herzlich willkommen. Hallo und herzlich willkommen. Mein Name ist Christian Weiß. Ich bin Fachratsfübsicherterie und Psychotherapie. Mein Name ist Franka Giruti. Ich bin Psychotherapäuten. Franka, ich habe ja erzählt, dass in der letzten Zeiten hier immer wieder über Social Media Sachen, irgendwelche Reels und Videos eingespielt worden sind, dass Menschen sagen und behaupten, man müsse eine Starten selbstwert haben, man müsse sich vor den Spiegel stellen und sagen, dass man selber viel wert ist und das wird erhelfen erfolgreich und glücklich zu werden. Und ich denke, wir sollten darüber unbedingt noch mal sprechen. Gerne, also dass selbstwertgefühl die Selbstsicherheit, die jemand, aus sich selbst herausempfindet, die Selbstachtung, die jemand sich selbst entgegenbringt, das sind Themen, die eigentlich so in jeder Lebensgeschichte eine große Rolle spielen und wo viele Menschen auch spüren, dass sie da verletzlich sind, dass sie gerne ein bisschen selbstbewusster und selbstsicherer wären und dass sie ein besseres Selbstwertgefühl gerne hätten. Und gemeinerweise ist es sogar manchmal so, dass Menschen das so schildern, als wäre das etwas, was sie ganz dringend brauchen, also das Gefühl für den eigenen Wert, aber als hätte den. Den faden jemand anders in der Hand. Also es hätte man da manchmal so wenig Einfluss selbst drauf, sondern es steht und fällt mit der Anerkennung, mit den Zuspruch, mit Lob, mit Feedback und viele Menschen haben das Gefühl, sie müssten unglaublich viel dafür tun. Und an aber gleichzeitig, naja, vielleicht ist das nicht die günstigste Art von Selbstwert, wenn sie so stark von anderen Menschen abhängig ist. Wenn es um das Thema geht, dann gibt es ja eine Reihebegriffe, die da eine Rolle spielen und die gehen, meinem Empfinden nach immer so ein bisschen durcheinander. Das ist uns ein bisschen aufdröseln, weil hinter verschiedenen Begriffen auch verschiedene Dinge stehen, die verschiedene Bedeutung haben und anders beeinflusst werden können. Selbstwert an sich, mein Selbstwert, ist so ein bisschen wie die Schulnotedicht mitgebe. Also die Frage, bin ich in Ordnung so, was bin ich wert? Und das ist auf der einen Seite etwas veränderlich und auf der anderen Seite durchaus ein Gefühl, was wir als Person schon so ständig mit uns rum tragen. Mhm. Wenn wir von Selbstvertrauen sprechen, dann ist das schon wieder ein bisschen was anderes. Selbstvertrauen bezeichnet ja eher das Bewusstsein darüber, ob ich es schaffe, Situation durchzustehen, zumeistern zu lösen, auszuhalten von mir aus. Also kann ich eine spezifische Sache. Das ist aber auch eng verwandt mit dem Konzept der Selbstwirksamkeit. Also hat das, was ich tu, überhaupt Effekte, bin ich wirksam, kann ich Einfluss entfalten. Also diese Konzepte hängen zusammen. Und die beeinflussen sich auch, aber sie haben, wenn man so will, kein Linear anzusammenhang. Das heißt, wenn du jetzt besonders gut segeln kannst oder besonders gut kochen kannst, heißt das nicht automatisch, dass du einen hohen Selbstwert hast, ein hohes Selbstwert gefühlt. Und bestimmt dann vertraue ich in bestimmte Fähigkeiten und fühle mich da auch Selbstwirksam, aber das strahlt nicht automatisch auf alles ab. Ja, genau das meine ich. Dann gibt es noch was, das nennt man, oder ich würde es auch nenn, Selbstakzeptanz. Und das ist die Frage, wie fein bist du mit dir? Mhm. Du musst nicht gut kochen und nicht gut segeln können. Und du brauchst auch kein überschießenden Selbstwert. Wenn du sagst, es ist in Ordnung so, wie ich bin, ich kann damit gut leben, das ist okay. Mhm. Dann hat auch das natürlich ein Einfluss auf die Annalaspekte, ist aber eine wichtige Instanz selber für sich selbst ständig. Das geht für mich so ein bisschen hand-inhand, vielleicht auch mit Selbstachtung. Also bin ich zumindest grundsätzlich in der Lage, Respekt für meine Person erstens selber aufzubringen, aber zweitens vielleicht auch von anderen einzufordern. Also diese Würdedimension kann ich dafür sorgen, dass gut mit mir umgegangen wird und gehe ich selber auch gut mit mir um. Ja, die Frage, was lasst ich mir gefallen? Ja, genau. Aber schon auch, wie gehe ich selber mit mir um, weil manche Leute sind schon auch explizit, muss man sagen, eher selbst verächtlich. Oder sogar manchmal in Phasen von selbst hast geleitet. Selbst Akzeptanz wäre in dem Fall schon eine schöne Ausgangsposition, dass man mit sich selber akzeptierend umgeht. Und da kommen wir schon langsam zum Thema selbst mitgefühl. Und auch das ist unfassbar wichtig und eine ganz eigene Instanz noch mal mit, dass darf ich vielleicht schon mal sagen, auch messbar, starken, psychologischen Effekten. Aber das ist so ein großes Thema, das müssen wir vielleicht in der anderen Folge noch mal einzeln behandeln. Können wir gerne, aber was wir ja festhalten können, ist, dass wir manchmal ein bisschen verschiedene Sachen meinen, wenn wir über selbstwertgefühl sprechen. Ganz allgemein kann man vielleicht sagen, wer von selbst wert spricht, der fällt in der Regel ein Urteil, du hast das als Benotung bezeichnet. Wer von selbst Akzeptanz spricht, der verzichtet auf diese Benotung und dieses Urteil, sondern der steht sich unabhängig von irgendwelchen vergleichen oder Leistungen oder messbaren Erfolgen erst mal akzeptieren gegenüber. Oder man könnte vielleicht sagen, umso höher die Selbstakzeptanz und so weniger Wert legt man auf das Urteil. Genau, und dann gibt es noch Selbstachtung, das ist ein respektvolles, würd'e volles Verhalten sich selbst gegenüber und das auch einfordern zu können, weil man sich selbst achtet. Und dann gibt es eben noch das Selbstmitgefühl, das bezeichnet eine freundliche Haltung sich selbst gegenüber und zwar gerade dann, wenn's nicht gut läuft. Wenn man gerade scheitert, wenn man gerade überhaupt keine Erfolge erzählt und keine tollen Leistungen vorweisen kann, genau dann greift selbst mitgefühl. Und all das sind so ein bisschen verschiedene Dimensionen, nur ums mal genannt zu haben. Und bei sehr, sehr vielen Menschen besteht so das Gefühl, dass das nicht immer ganz leicht ist, sich selbst gut zu finden. Und es ist ja sogar zum Beispiel bei depressiven Störungen explizit einen Bestandteil der gesamten Symptomatik, dass das selbstwertgefühl total sinkt, dass die Leute sich plötzlich werblos fühlen oder schuldig oder kleiden. Also es ist auch ein absolut wichtiger Faktor, den wir uns mal anschauen müssen. So wie du sagst, wenn ich mir dabei nimm man nie ansehe, in der man nie geht das Selbstwertgefühl durch die Decke, ist es überschießend. Und allein das zeigt schon so aus der klinischen Blick heraus, dass es sich beim Selbstwertgefühl um eine ganz eigene Entität handelt. Das Selbstwertgefühl schwankt, hast du eben gesagt. Ich glaube, wenn es schwankt, ist es eigentlich ein ganz gutes Zeichen. Ein dauerhaft reduziertes Selbstwertgefühl tief im Keller. Das ist ein schlechtes Zeichen. Das findet man, wie du sagst, bei der Depression oder eben andersrum. Jemand mit einem extrem hohen oder ich würde sagen, überhöhntem Selbstwertgefühl wird im Leben auch ziemlich anecken. Es gibt so eine Theorie, dass unser Selbstwertgefühl auch eigentlich eher so was ist, wie eine Art Messinstrument. Oder man kann sich das vorstellen, wie eine Tanknadel, die mal nach oben geht und mal nach unten geht und letztlich eigentlich unser Gefühl von unserem Wert gar nicht statisch sein sollte, sondern immer eher eine relativ aktuelle Aussage trifft darüber, wie wir gerade uns in unserem sozialen Gefüge so bewegen. Und die Idee ist halt auch, dass wenn unser Selbstwertgefühl gerade sinkt, dass das eine Information aus unserem inneren sein könnte, jetzt mal so Evolutionspsychologisch gedacht, dass wir jetzt ein bisschen aufpassen müssen, dass wir vielleicht in der Gruppe in der wir uns bewegen, mit der wir zusammenleben, gerade nicht sowohl gelitten sind, was ja so stammesgeschichtlich betrachtet, durchaus bedrohlich war, dass wir jetzt etwas dafür tun müssen, um im weitesten Sinne wieder besser anzukommen. Also insofern wäre ein keringes Selbstwertgefühl eigentlich eine Aufforderung, tun wir mal was dafür. Und das funktioniert ja durchaus auch, dieses schlechte Selbstwertgefühl ist durchaus ein Motivator, etwas zu tun und etwas zu machen, was in irgendeiner Form erfolgt bringt. Und es ist ganz spannend, es gibt ja Menschen, die sagen, mir ist alles egal, mir ist unsere Kritik gewurscht und die sagen, ich bin im Ungegen Zurückweisung. Ich bin super selbstbewusst, ich brauche niemanden so. Ja, das hat man versucht, den Experimenten auszuhebbeln und es klappt gut. Also es sieht so aus, als wäre in Wirklichkeiten niemand im Ungegen Zurückweisung. Und das heißt auch die ganz coolen, die ganz unabhängig erscheinenten Leute sind auch Zurückweisungsempfindlich. Die haben nur ein bestimmtes Image von sich aufgebaut. Und das halten Sie dann, ja? Das heißt, die Fest, aber in Wirklichkeit sind die trotzdem auch messbar, aufgeregt und geknickt und betroffen, wenn sie wirklich in realen Kontakten zur Rückweisung erleben. Und das ist ja auch okay, also unser Selbstwert scheint in gewisser Weise abhängig zu sein, davon, wie wir so miteinander und in der Gruppe interagieren. Und das ist einerseits scheinbar ganz normal, andererseits führt es eben zu dem Gefühl, was ich eingangst schon gesagt habe, es ist deshalb ein bisschen blöd, weil dann andere Leute.
In gewisser Weise auch Macht über Meinen empfinden haben. Wer es nicht, also doch gut, wir würden das zumindest in weiten Teilen auch auf andere Füße stellen, da, wo wir können. Und selbst wird Gefühle vielleicht Chöpfen aus Quellen, die uns nicht ganz so abhängig machen vom Feedback anderer. Und dazu haben wir heute ein paar Ideen. Eine Sache können wir an der Stelle vielleicht jetzt schon klären. Nämlich die Eingangsfrage, ob es was bringt, wenn man sich vor den Spiegel stellt und sich selber sagt, dass man toll ist. Er hört das irgendwie den Selbstwert. Und die Antwort ist ganz klar, das funktioniert so nicht. Wir Menschen merken das, du kannst die Außentemperatur nicht verändern, indem du an deinem Thermometer rubbelst. Okay. Es ist so ein bisschen ja, ich hatte ja gerade gesagt, wenn es so ein Messinstrument ist wie eine Tanknadel, dann kannst du halt die Tanknadel bequatschen. Davon wird der Tanknadel nicht voll. Bei der Tank wird nicht voller. Das ist ein Problem und ich habe mich ja schon mal an anderer Stelle, bisschen kritisch über Affirmation geäußert. Die sind jetzt in den meisten Fällen nicht explizit schädlich, aber es ist auch absolut kein Wundermittel. Das wirkt auf manche Menschen so ein bisschen euphorosierend und die fühlen sich dadurch ganz kurzfristig gestärkt, aber ausgerechnet eher unsichere Menschen, also die, die ohnehin ein Problem mit dem Selbstwertgefühl haben, die profitieren von Affirmationen nicht nur. Nicht, sondern im Gegenteil für die fühlt sich das Teilweise so verlogen und so falsch an, dass die Diskrepanz zwischen dem, wie sie sich jetzt angeblich fühlen sollten und dem, wie sie sich tatsächlich fühlen, so schmerzhaft deutlich wird. Genau durch die Affirmation, dass diese Person sich dadurch sogar eher schlechter fühlen. Also gerne lächelt euch im Spiegel an und sagt euch auf Montagne Worte, wenn ihr das Gefühl habt ihr profitiert davon. Aber erwartet bitte kein Wunder davon, es ist wie gesagt, wir hörst du gerade gesagt wie am Thermometer rübeln und denken davon wird's warm. Das muss man einfach mal so nüchtern konstatieren. Der Selbstwert ist etwas, was gemessen wird und was man jetzt verändern kann ist, wie man misst oder ob man das gemessenet tatsächlich verändert. Wenn dein Selbstwert sich nun mal an Erfolg misst, dann bitte ersteigen, wenn du Erfolg hast. Ja, aber ob das eine gute Idee ist, lass uns gleich noch mal diskutieren. Vielleicht kommen wir zuerst auf die Frage, wie kommt das denn überhaupt, dass wir, ich hätte jetzt was gesagt, wir alle, aber zumindest sehr, sehr viele von uns, doch das deutliche Gefühl haben, ein angeknackstes Selbstwertgefühl zu haben. Dazu muss man vielleicht erst mal sagen, dass unsere Biografie einen sehr hohen Anteil daran hat, wie sich unser Selbstwert im erwachsenen da sein Mist. Und wenn wir aufgewachsen sind und das ist nicht ungewöhnlich, eher würde ich sogar sagen, dass normale, wir würden sagen, konnitionalen Bedingungen, das heißt, wenn ich etwas geleistet habe, dann bin ich gelobt worden, dann bin ich geliebt worden, dann bin ich gesehen worden, dann verinnerlicht man das auch. Das heißt, für Leistung oder für Erfolg krieg ich ein Selbstwertgefühl. Und in dem Rahmen ist das durchaus beeinflussbar, das heißt, wenn du sehr viel für deine Anstrengung gelobt worden bist, dann wird das wahrscheinlich einen großen Anteil auf dein Selbstwertgefühl immer wachsen, alter heutzutage haben. Ja, also was du mit Konditionalmines ist ja diese typische "Wenn dann logik", ne? Also klar, wenn Kinder damit groß werden, dass sie dann nähe bekommen, zu Wendung und Wärme, wenn sie sich wie auch immer wohlverhalten, gutverhalten, wenn sie funktionieren und so weiter, dann wird das verinnerlicht. Aber klar, umgekehrt gilt natürlich auch, wenn Kinder andauernt kritisiert werden, wenn sie beschämt werden, wenn sie immer wieder vergleichen ausgesetzt sind, mit Geschwistern oder Nachbarskindern oder auch, wenn sie emotional vernachlässigt werden. Also wenn sie merken, ich zähl überhaupt nicht und meine Bedürfnisse sind ganz egal. Oder auch, wenn Kinder Mobbingerfahrung machen oder Ausgrenzungserfahrung erleben. Also all das ist etwas, was so in der Biografie passieren kann, was dann später im Leben auch unser Selbstwertgefühl weiterhin beeinflusst. Und wenn ich da für dich hier gerne ganz kurze eckige Klammer machen und sagen, bei Mobbingerfahrung das ist sehr häufig. Mobbingerfahrung sind wirklich häufig. Es ist entscheidend, wie darauf reagiert wird, wie die, wir hatten dazu eine Folge, Beisdänder, also die Menschen drumherum darauf reagieren. So was wie Ausgrenzenerfahrung oder, ich sage jetzt mal, kurzzeitig, niedrigende Erfahrung machen viele Menschen und entwickelt kein Problem. Es kommt darauf an, dass alle drumherum nicht nichts tun. Ja, eckige Klammer zu. Ja, genau. Aber das finde ich trotzdem wichtig, dass du es noch mal erwähnst, weil, bevor jetzt hier ein umfassendes Eltern-Besching losgeht, es gibt Zwillingsstudien, wo also Menschen mit sehr gleichen Bedingungen des Auffachsens untersucht wurden, hinsichtlich ihres Selbstwertgefühls und da zeigt sich, dass es auch offensichtlich genetische Faktoren zu geben scheint. Also einfach so was wie ein sensibleres Gemüt, sage ich jetzt mal, was ohnehin vielleicht auch ein bisschen empfindlicher reagiert. Das sorgt auch dafür, also um jetzt mal hier bei deinem Thermometer zu bleiben, ein sehr viel empfindlicheres Thermometer, das auf Temperaturschwankungen sehr krass reagiert oder vielleicht auch eine ganz viel feinere Anzeige hat und dadurch höhere und tieferer Ausschläge anzeigen kann. Und dann entfällt weiterhin noch ein großer Anteil nicht unbedingt auf das Elternhaus, sondern einfach auch auf Freundschaften, die Pee-Gruh, die Gesellschaft in der Mann groß wird. Es hat häufig zu tun auch mit Rollenerwartungen, also es gibt weiterhin auch geschlechtsspezifische Unterschiede zu Ungunsten von Frauen und man muss sagen, es ist einfach eine gemengelage. Also es ist nicht immer alles die Biografie im Sinne von "Mein Elternhaus", sondern es ist so wie immer multifaktoriell. Wir sprechen immer von einer genetischen Veranlagung und dann psychologischen und gesellschaftlichen und sozialen Faktoren, die alle zusammen dazu führen, dass eine Person vor dem Hintergrund ihrer Prädisposition in bestimmter Art und Weise reagiert. Und bevor das Missverstanden wird mit der Kritik der Eltern oder mit im weitesten Sinne Erziehung natürlich dürfen Eltern Kritik üben und sollen loben für gutes gar keine Frage. Es geht nur darum, dass Zuwendung, Zuneigung, man könnte sogar sagen manchmal Grundbedürfnisse verwert werden, wenn nicht genug Leistung gezeigt wird. Das ist das große Problem. Übertrebenes Lob, das weiß man auch, schadet ebenfalls. Wenn man das mit dem Loben total übertreibt, ist es so ähnliche mit den Affirmationen oder mit dem sich selber im Spiegel sagen, wie toll man ist. Das geht nach hinten los. Ja, da haben wir auch schon mal darüber erzählt, wer sich erinnert. Das war der Amsterdamer Forscher namens Brummelmann. Ich finde sein Namen wirklich niedlich. Also wenn Eltern inflationär loben. Und im Grunde für jede kleine Regung vor Begeisterung in die Luft springen und sagen, also das hast du sowas von fantastisch gemacht, wirkt sich das genau bei Kindern mit einem ohnehin niedrigen Selbstwert so aus, dass sie noch unsicherer werden. Wir haben darüber eine extra Folge gemacht, wer sich dafür interessiert, kann die vielleicht nochmal hören, die Folge heißt "Compliment", die Macht von Lob und Anerkennung. Da haben wir das schon mal ganz ausführlich erklärt. So ganz wichtig ist aber vielleicht in diesem Kontext festzuhalten, dass selbstwert, also wie gesagt nichts Statisches ist und dass der auch egal unter welchen Umständen er so geworden ist, wie er jetzt gerade sich anfühlt, dass jetzt auch kein Schicksal ist, sondern das lässt sich verändern. Und wir haben ein paar Gedanken gänge zusammengetragen, wie man das machen kann. Wie kann man anstatt nur am Thermometer zu Robeln wirklich die innere Temperaturen ein bisschen Sonniger gestalten und eine wichtige Frage in diesem Kontext ist, woran hänge ich denn überhaupt mein Selbstwertgefühl? Das wäre die Frage, was wird gemessen und der Messpunkt kann zum Beispiel die Anerkennung anderer sein. Wie wichtig ist mir das also? Wie wichtig ist mir die Anerkennung oder sogar Bewunderung anderer Menschen? Das ist das, wo jetzt klar andere Leute das heft in der Hand haben oder den Faden in Hand haben oder wie man es sagen will, der Richter darüber was andere über dich denken, der sitzt dann nun mal außerhalb. Und wenn du dann irgendwie einen kühlen Blick erntest oder eine hochgezogene Augenbrauer oder jemand irgendwie sich missbildigend äußert, kann das direkt in deinem Inneren tumult auslösen. Also wenn du sehr stark dein Selbstwertgefühl daran hängst, ob und wie sehr andere dich anerkennen, kann das auf jeden Fall riskant sein. Ein anderer Punkt, woran man seine Selbstwertgefühl hängen kann, ist das Ranking. Also wo befinde ich mich im Vergleich mit den anderen? Und wenn ihr jetzt zuhört, dann könnt ihr wahrscheinlich bei jedem Punkt mehr oder weniger ein bisschen zustimmen. Jeder hat etwas davon in ganz unterschiedlichen Ausprägungen. Und an diesem zweiten Punkt kann man sich eben fragen, wie wichtig ist, wo ich in der Wrangliste stehe. Ob das nur beim Sport ist oder in der Schule auf deiner Arbeit. Oder selbst am Stammtisch. Das ist nicht die Frage, sondern es gibt ja so eine innere Einordnung, das passiert mir ja weniger automatisch. Und wie wichtig ist das?
ist das, wo man steht. Ja und wenn man da aber sehr stark zuneiht zu diesem etwas kompetitiven Wettbewerbsgedanken und sich selber nur dann wertvoll zu empfinden, wenn man in einem wie auch immer gearteten Ranking gut abschneidet, dann ist das auch problematisch, weil das kann unter Umständen bedeuten, dass man sich zum Beispiel mit einer Zwei, einer guten Leistung in einer Klausur, deshalb schlecht fühlt, weil der Sitz nach Bane 1 hat, das heißt man ist auch wieder sehr im Außen. Jetzt stehen wir vor nicht nur dein Einer und sitzt nach Bane 1, sondern der andere auch. Ja, genau. Und je nachdem in welchem Bereich du kompetitiv unterwegs bist und immer besser sein willst als andere, ist natürlich jetzt das aktuelle Spielfeld, mit dem wir es zu tun haben, stichwort Social Media, unendlich groß. Also das ist auch eher gefahrvoll, sagen wir mal, sein Selbstwertgefühl so stark kompetitiv auszurichten und besser sein zu wollen als andere, um sich gut zu fühlen. Und bei diesem Punkt wird sehr deutlich, was es bei anderen auch gibt, nämlich, dass man auf die Idee kommen könnte, sich überhaupt kein Wettbewerb mehr auszusetzen, sondern an der Stelle bleibt, wo man der beste ist, damit das Selbstwertgefühl nicht verliert. Du bleibst also immer dort, wo Nummer 1 oder 2 bist, das bedeutet aber es gibt auch keine Weiterentwicklung. Ja, Menschen die auf diese Art und Weise ihren Selbstwert stabilisieren, setzen sich ungern der Situation aus, irgendwo wieder anfänger zu sein, neu link zu sein und wie du sagst, das kann Entwicklung behindern. Der dritte Haken, an dem das Selbstwertgefühl hängen kann, der braucht weder Publikum noch diesen Konkurrenzgedanken, sondern der misst sich an inneren Standards. Also, wenn man selber verinnerlichte perfectionistische Standards hat, dann kann das zum Beispiel dazu führen, dass du vielleicht sogar der beste warst in irgendwas und andere dir Anerkennung zollen, aber du bist trotzdem unzufrieden, weil zum Beispiel auf Seite 3 in der Präsentation doch noch ein Tippfehler drin war. Oder du eine 2 bekommen hast, damit die beste Note in der Klasse, aber nur eine 2. Genau. Und diese Art von Unerbittlichkeit und Regiden perfektionistischen Ansprüchen ist eben auch häufig mit einer großen Selbstwertproblematik assoziiert und zwar gerade bei Menschen, die von außen und objektivierbar betrachtet, eigentlich großartiges leisten, sehr erfolgreich sind und die haben trotzdem kein gutes Selbstwertgefühl. Und für den nächsten Punkt kann man sehr gut die zwei vorangegangenen Sachen vereinen, was du gesagt hast, nämlich Internet und Social Media und ein gewissen Standard. Ganz prinzipiell kann es auch sein, dass man sein Aussehen, also sein optisches Erscheinungsbild als Messpunkt für den eigenen Selbstwert nimmt. Sehe ich gut aus, werde ich als gut aussehen wahrgenommen. Für gar nicht so wenige ist das ein wichtiger Punkt, als man manchmal vielleicht glaubt. Und an der Stelle wird sogar, na ja, man könnte sagen, fast politisch, weil der Selbstwert, der am Aussehen tatsächlich an der Optik hängt, der kann und wird auch wirtschaftlich ausgenutzt. Gut aussehen ist ein Punkt, den kann man monetarisieren. Seines Klamotten, sei es Makeup, sei es Dietprodukte. Ja, das ist so wie bei allen anderen Punkten auch. Also jeweils das, woran du dein Selbstwert am stärksten aufhängst. Und wir hatten jetzt Anerkennung durch andere, besser sein als andere, Leistungsstandards erfüllen und jetzt halt aussehen. Das, was du als Hauptanker, nenne ich jetzt mal oder Haupthaken hast, woran du dein Selbstwertgefühl hängst, macht dich auch gleichzeitig am verwundbarsten. Das ist sozusagen dein Einfallstor. Und aussehen, wenn das für jemanden so die Hauptsäule für Selbstwertgefühl darstellt, ist natürlich total fragil, weil dann reicht es ja, dass jemandem Foto von dir macht in schlechtem Licht und du bricht innerlich zusammen. Außerdem spielt die Zeit ein bisschen gegen dich. Ja, weil wir alle älter werden, weil wir auch man schlechten Tag haben oder einfach mal doof schlafen. Und deshalb ist das für mich, also in meinen Augen, so eine ganz instabile Nummer, den Körper und das Aussehen zum Hauptanker für Selbstwertgefühl zu machen. Also das macht unglaublich viel Stress. Das ist unglaublich fragil. Es ist unglaublich vergänglich und gerade auch eben in diesen Zeiten von Social Media, in denen wir normal leben, kann das wirklich ein richtiger Stress herd werden. Ja, da können auch gleich noch andere Sachen, die wir eben schon gesprochen haben, zum Beispiel die Bewertung von außen, die über Social Media nun mal in Masse funktioniert und anonym, deswegen teilweise übermäßig hart, kann dann nochmal extra mit rein spielen. Übrigens nur um das kurz zu erwähnen. Also diese Haken und die Überlegungen, woran hängen denn Menschen überhaupt ihren Selbstwert? Das ist nicht von uns, sondern das geht auf eine Forscherin namens Jennifer Crocker zurück. Und sie sagt nämlich, dass die Höhe des Selbstwertes manchmal nicht so wichtig ist, wie das, was ein Mensch glaubt, sein oder tun oder leisten zu müssen, um als Person wert zu haben. Und auf sie geht das eben zurück, was wir bisher genannt haben. Das kann die Anerkennung sein, die wir durch andere haben wollen. Das kann sein, dass wir uns kompetitiv und im Wettbewerb ständig fühlen und überall als Beste oder Beste abschneiden wollen. Es kann sein, dass wir Standards folgen, die wir unbedingt erreichen wollen, um uns gut zu fühlen. Und es kann sein, dass wir denken, wir müssen besonders gut aussehen. Und jetzt kommen wir aber mal zu einer anderen Kategorie, wo auch Selbstwertgefühl laut Jennifer Crocker dranhängen kann. Und das ist die Liebe und die Unterstützung durch die Familie. Und das klingt ja jetzt erst mal gut. Das klingt gut und wenn ich mir eine ganz harmonische und liebevolle Familie vorstelle, dann kann das auch recht harmlos und stabilisieren, sein und ablaufen. So, also nach dem Motto, ja gut, vielleicht findet mich ganz social media kacke. Schön bin ich nicht. In Wettbewerben schließe ich nicht gut ab. Perfektion werde ich nie erreichen, all das, aber Hauptsache, meine Familie liebt mich. Ist ja erst mal schön. Ja, absolut. Aber auch das ist nicht ganz unproblematisch und das sehe ich ehrlich gesagt in der Praxis gar nicht mal so selten, dass auch erwachsene Menschen immer noch um Wertschätzung von Mama-Bulen. Damit haben wir eben doch auch immer noch unser Selbstwertgefühl an Beziehungen ausgelagert. Und wenn jetzt Mama einen schlechten Tag hat oder Papamies drauf ist oder die Familie hat irgendein Streit, dann macht das direkt wieder was mit meinem Selbstwertgefühl. Und nur weil du mit Menschen verwandt bist, heißt es nicht automatisch, dass das in jeder Hinsicht ganz tolle Menschen sind. Die können auch ihre besonderen Schwächen haben, die können auch die gegenüber unleitlich oder ungerecht oder eyeversüchtig sein. Das ist alles möglich. Ja, also nur weil die Selbstwertquelle innerhalb meiner Familie liegt, macht es das nicht automatisch, zu nur guten und auch nicht automatisch, zu einer verlässlichen Quelle. Und kann eben auch, je nachdem wie diese Familie so aufgestellt ist, für ganz viel Stress und Unglück sorgen und das Selbstwertgefühl am Ende auch nicht besonders stabil aufstellen. Also wenn ich denke, ich bin nur was wert, wenn meine Familie auf mich stolz ist oder so. Ja, dann übernimmst du vielleicht auch die Familienkanzlei, obwohl du Jura super langweilig findest oder den Gärtnerei betrieb. Obwohl du keinen Grün daum hast, dann machst du halt alles für die Familie und um dich wertvoll zu fühlen. Aber so am Ende vielleicht nicht das Richtige. Eine Sache, woran viele Menschen auch ihren Selbstwert hängen, ist moralische Integrität, moralisches Gut sein. Und auch das kann, Stilblüten treiben und kann auch schlecht sein. Aber wenn es im Rahmen bleibt, ist das eigentlich eine ganz gute und gesunde Art, woran man seinen Selbstwert knüpft. Es ist recht unabhängig von anderen, nur bis davon nicht unbedingt abhängig. Du hast eine innere Scarler, die sich an universellen werden orientiert, die gesellschaftlich gut verträglich sind und erstrebenswert sind. Und weder dein steigendes Alter, dein Aussehen oder deine Wettbewerbsfähigkeit beeinflussen, was du für ein Gefühl hast, was du wert bist. Also das heißt, wenn du dein Wert tatsächlich an "Werte" hängst. Nämlich an "Werte wie" bin ich ein guter Mensch, habe ich anständig gehandelt, habe ich im Tiger gehandelt, habe ich ethisch gehandelt. Wenn das "Werte" sind und dein Selbstwert gefühlt basiert, darauf, dann ist es nicht so umstößlich durch andere, sondern du bleibst dir selbst treu. Der Kipppunkt passiert, glaube ich, genau da, was du gerade gesagt hast, wenn man dann so zu streng mit sich selbst und in gewisser Weise dann doch wieder Perfektion von sich selbst verlangt. Und die eigenen inneren Werte nicht so als grobe Richtung betrachtet, sondern als Gesetz. Genau. Und wenn du das dann auch noch übertregst und diese, was ist jemand Wert, Skala überträgt auf andere. Und andere, weil sie in deinen Augen nicht so moralisch sind, abwert ist, dann will auch das zum Problem werden. Also, man sieht schon ganz leicht, ist das nicht. Ja, genau. Also da, das ist allerdings eine Übung, die ich jetzt zum Beispiel in der Praxis häufig mache, dass ich Menschen ermontere. Und das kann man vielleicht auch aus dieser Podcastfolge mitnehmen. Das kann ein Weg sein, sich ein bisschen unabhängiger vom Urteil und der Einschätzung anderer Menschen zu machen, wenn man erst mal wirklich darüber nachdenkt, was ist mir persönlich denn wichtig? Was ist das?
meine Werte, was es für mich eine Priorität im Leben, wenn ich mich daran ausrichten und guten Wissens in den Spiegel gucken kann und sagen, ich habe meine Werte gut vertreten. Ist das auf jeden Fall eine stabile Reseule, als wie du schon gesagt hast, das Aussehen der Wettbewerb, die Anerkennung durch andere. Aber es gibt auch ein, zu viel, auch an dieser Stelle. Und der letzte Punkt von Jennifer Crocker, da muss ich echt ein bisschen nachlesen und das muss man vielleicht auch einsortieren. Sie hat, wie so häufig als Studienteilenehmer und Teilnehmerinnen ihre Studierenden befragt. Und das ist in US-Daten jetzt vielleicht ein bisschen eine ungewöhnlich, stark religiös eingefärbte Zielgruppe, die sie da befragt hat. Aber es kam in ihrer Untersuchung auf jeden Fall heraus, dass viele Menschen ihren Selbstwert daran hängen, was sie glauben, wie, na wie soll ich das sagen, Gott gefällig, sie sich ausgerichtet haben. Es hat so im weitesten Sinne mit einer Verbundenheit mit etwas größerem zu tun und dem Glauben daran, dass sie getragen sind, dass sie geliebt sind und zwar unabhängig von Leistung und Aussehen und so weiter. Aber auch nicht so sehr, wie Werte orientiert oder wie gut handle ich, sondern es bezog sich auf den Glauben daran, dass ich als Mensch auf jeden Fall bedingungslos geliebt bin von einer höheren Instanz. Das ist jetzt vielleicht im amerikanischen Sprachraum und an der Universität von Frau Crocker vor 20 Jahren stärker vertreten gewesen, als das jetzt in unserer heutigen Gesellschaft so verankert ist. Aber man kann schon sagen, dass Menschen, die das haben und die ein Wert daraus ziehen können aus einer wie auch immer gearteten Quelle, die sie als bedingungslos erleben und das ist jetzt egal, ob die das jetzt Gott nennen oder ob sie sagen, ich als Wesen der Natur oder ob sie sich als Zurgehörigkeit zur Menschlichkeit an sich eingebettet fühlen. Also wer das in sich finden kann, hat dadurch eine Selbstwertquelle, die natürlich unabhängig ist von anderen Menschen, von Leistung, von Aussehen und von Wettbewerb. Da muss man nichts beweisen, da kann man nichts verlieren, außer vielleicht durch tiefer Sinn Krisen, aber das hat zumindest Jennifer Crocker so als siebte Dimension formuliert. Also von einer starken Außenorientierung, wenn er selbstwert nur an anderen Menschen hängt, bis hin zu dieser letzten Dimension, wenn ich in meinem inneren etwas finde, was mich glauben lässt, ich bin auf jeden Fall wertvoll. Dann reicht sein, Juman Behing anstatt, Juman Dohing. Und das ist erstmal nur beschreibend und nullwertend. Aber es ist ja trotzdem vielleicht interessant, sich diese sieben Dimensionen nochmal anzuhören. Ich wiederhol sie nochmal. Also es geht um Anerkennung durch andere, es geht um besser sein als andere, es geht um Leistung, es geht um Aussehen, es geht um Liebe und Unterstützung in der Familie, es geht um Werte und es geht um Verbundenheit mit etwas größerem und je nachdem, woran man jetzt das eigene Selbstwertgefühl am meisten hängt, an der Stelle ist man auch am Verwundbarsten. Man kann also selber mal die Punkte durchgehen und schauen, wo man sich mit am meisten getroffen fühlt. Selbst wenn man das aber weiß, gibt es ein paar, ich sag mal, ihr Tümer bezüglich des Selbstbewusstseins, den man leicht aufsitzen kann und auch für mich völlig nachvollziehbar. Beispielsweise die Reihenfolge, wie was entsteht. Wer zum Beispiel glaubt, dass man erfolgreich wird, weil man ein hohes Selbstbewusstsein hat, der ert, dazu gibt es auch ganz interessante Untersuchungen. Unter anderem hat man auch wieder bei Studenten übrigens, die man dann über viele Jahre begleitet hat, geschaut, wie Selbstbewusstseins sie denn. Und dann hat man geguckt, wie erfolgreich waren sie und wurden sie im Leben. Und erstaunlich der Zusammenhang besteht nicht einfach kein signifikanter Zusammenhang. Das heißt, letztendlich hat es Menschen mit einem hohen Selbstbewusstsein nicht geholfen erfolgreicher zu werden, aber auch ein geringeres Selbstbewusstsein war kein echter Hinderungsgrund. Beides hat ein bisschen seine Vor- und Nachteile, wie du vorhin gesagt hast, wenn der selbstwert gefühlt niedrig ist, ist es auch ein Signal, etwas zu tun. Ich habe auch noch ein Missverständnis und zwar und es hört man wirklich so erschreckend oft, ich muss mich erst selbst lieben, dann kann ich eine Beziehung führen. Und das stimmt halt auch nicht, sondern manchmal ist das ganz nützlich und ganz hilfreich ein liebevolles Gegenüber zu haben, dass all das, was man in seinem eigenen Schatten vielleicht sogar nicht wahrnehmt oder was man nicht sehen kann oder so, liebevoll an einem bemerkt und benennt. Und wenn wir Verbundenheit erleben mit anderen Menschen, kann das unser Selbstwertgefühl stärken. Also das heißt, wer erst auf einen intakten und fertigen guten Selbstwert hattet, bevor sich überhaupt auf Menschen einlässt, das ist so wie auf der Tankanzeigerumtippen ohne zu tanken. Also man geht nicht Beziehungen erst ein und belohnt sich dadurch dafür, dass man so hart mit sich selber an sich selber rumgewirstelt hat und sich selber irgendwie stabilisiert hat, sondern Beziehungen in sich können einfach sehr heilsam sein und man darf sich auf Beziehungen einlassen, man darf Erfahrungen zulassen, man darf anderen Menschen vertrauen schenken, man darf in Verbindung gehen und daraus auch was für sich ziehen und daraus auch Selbstwertgefühl entwickeln. Man muss nicht allein zu Hause einsam im stillen Kämmerlein selbstwert zusammen bauen. Woher soll der kommen? Das stimmt, der Gedanke kommt vielleicht daher, dass es manchmal einfacher ist für viele Menschen eine Beziehung mit jemandem einzugehen, der auch schon ein gesundes Selbstbewusstsein hat. Ja, aber ich hör es oft so deterministisch, du musst dich erst selbst lieben, sonst kannst du keine Liebe geben und auch nicht empfangen und solltest du auch nicht "Woo, das ist viel zu krass formuliert." Ja, das stimmt so nicht. Nein. Ich habe da übrigens jetzt gerade am Wochenende ein schönes Gespräch zu gehabt und da hat mir eine Teilnehmerin meiner Selbsterfahrung erzählt, dass sie Schmetterlinge so liebt und ich liebe Schmetterlinge auch. Und unter anderem weißt du, was ich an Schmetterlingen bemerkenswert finde, der Schmetterling selbst kann nie seine wunderschönen bunten Flügel sehen. Okay, so. Oh ja, ich verstehe sofort. Und dann reicht es vielleicht schon aus, wenn man den anderen das einfach nur gelaufen kann. Ja, vertrauensvoll auf andere Menschen zugehen, das Feedback annehmen, Verbindung zu lassen und so weiter. Also das stimmt einfach nicht, dass man sich selbst erst ganz, ganz toll finden muss. Etwas, was mir auch immer wieder begegnet, ist die Annahme, dass jemand, der sehr laut ist und sehr ausladend und vielleicht auch theatralisch auftritt, dass so ein jemand nur ein Selbstwert hat. Das widerspricht unsere Erfahrung und es ist auch einfach nicht genau das Gleiche. Man kann sich sich hervorstellen, dass von den vielen, vielen Schauspielern, die es gibt, die selbstbewusst aufträgung müssen und die laut und theatralisch sein müssen, weil sie ihr Beruf ist, nicht jeder ein hohen Selbstwert hat. Die haben genauso zu Strugglen wie alle anderen Menschen auch. Das ist nicht unbedingt der Punkt. Außerdem kann es eine Schutzreaktion sein. Manchmal ist es genau, dass wenn jemand so sehr laut ist, eigentlich eher fragil in seinem wahren Selbstwert. Also Menschen, die so wirklich in sich ruhen, brauchen das ja gar nicht, weil sie eben nicht so sehr von Applaus und Zuwendung und Aufmerksamkeit überhaupt abhängig sind. Ja und weißt du, als Beispiel wie viel einfacher es ist, wenn du nicht sehr gut singen kannst oder zumindest glaubst nicht gut singen zu können, laut zu singen. Es ist viel einfacher laut zu singen. Leise den richtigen Ton zu treffen ist viel schwieriger. Ja manchmal sind es eher die stilleren Vertreter, die aber tatsächlich ein ganz gutes Selbstwertgefühl haben und verlässlichere Indikatoren dafür, dass jemand echt in sich ruht und wirklich auch ein stabiles Selbstwertgefühl hat, sind sowas wie die Fähigkeit Fehler zuzugeben, die Fähigkeit sich entschuldigen zu können, die Fähigkeit sich Kritik in Ruhe anzuhören, die Fähigkeit auch mal so sagen. Weiß ich nicht, davon habe ich auch keine Ahnung, also Leute, die sich in allerseelen Ruhe in solchen Situationen bewegen, das sind die mit dem Enttackten Selbstwertgefühl, nicht unbedingt die Lauten und übrigens schon gar nicht die aggressiven. Ja, das ist ein komplexes Missverständnis auch. Es gibt eine Theorie, die ist eigentlich eher aus der Gruppen-Sozologie oder aus der Sozologie mit übernommen und da hat man untersucht, was für Gruppen denn aggressiv reagieren. Und das hat auch mit Selbstwert zu tun, denn auch eine Gruppe hat eine Art Selbstwertgefühl, die sortiert sich auch irgendwo ein. Wenn diese Gruppe aber ein überhöhetes Selbstgefühl hat und gleichzeitig bedroht erscheint, dann wird diese Gruppe aggressiv.
Das lässt sich gut auch auf Menschen im einzelnen Übertragen. Das heißt, wenn jemand ein überhötes Selbstbild hat, das er gleichzeitig bedroht fühlt, also im Inneren eigentlich fragil. Dann führt es möglicherweise zu aggressiven Verhalten. Und man braucht, glaube ich, gar nicht so wahnsinnig viel Fantasie, um sich heutzutage ein gutes Beispiel dafür auszudenken. Du meinst einen Beispiel für aggressives Rumschreien, Pöbeln, Einschüchtern, Unterdrücken und bei leises der Kritik an die Decke gehen und Journalisten verbieten und ausweisen wollen. Ja, fällt mir was ein. Das ist nicht selbstsicher, das ist nackstisch. Und auch das ist manchmal ein Ertum. Nazismos bedeutet nicht hoh Selbstbewusstsein. Immer wieder werden diese Begriffen mal so ähnlich benutzt oder. Ja, nahmen wir nicht mal haben Leute sogar die Befürchtung, dass wenn sie an ihrem Selbstwertgefühl arbeiten oder sowas wie zu selbstbewusst werden, dass das dann so was nackstisches werden könnte. Aber da muss man halt klar sagen, das sind ganz verschiedene Dimensionen. Das sind auch verschiedene Konstrukte. Und jemand, der an sich arbeitet, um innerlich in sich zu ruhen, um nicht so irritierbar zu sein, um nicht so schwang und zu sein, sondern stabil im Leben zu stehen, der entwickelt dadurch keine Persönlichkeitsstörung. Nazismos ist eine Persönlichkeitsstörung, die Menschen als Strategie meist unbewusst wählen, um eben ein eigentlicher hinterliegendes, sehr fragiles Selbst aufzumutzen. Das passiert aber nicht, wenn man ganz normal als erwachsener Mensch sagt, so und jetzt möchte ich gerne selbstbewusster werden und mein Selbstwertgefühl ein bisschen stabiler aufstellen. Das hat wirklich nichts miteinander zu tun. Ja, und jemand, der ein gutes Selbstvertrauen hat, also von sich weiß, dass ein Selbstvertreter sehr Probleme wohl bewältigen wird und deswegen entspannt und ruhig wirkt, wenn Probleme auf ihn zukommen, der es auch nicht nassistisch. Was allerdings kein Irrtum ist, ist, dass ein stark verminetes Selbstwertgefühl, ein Prediktor, also ein Risikofaktor, ein Vorläufer anzeichen für Depressionen, beispielsweise ist. Bei so was ist immer ein bisschen die Frage, was es hände, was es ist, aber es gibt einen deutlichen Zusammenhang die zeigen, dass wenn das Selbstwertgefühl über ein gewissen Zeitraum deutlich reduziert ist, die Wahrscheinlichkeit, eine Depression zu entwickeln, erhöht ist. Aber nicht nur deswegen macht es viel Sinn, sich darüber Gedanken zu machen, wie wir unser Selbstwertgefühl stärken können und wie wir ein gesundes Selbstbewusstsein aufbauen. Aber an Selbstwertgefühl ist, also sozusagen Prävention. Es schützt unsere mentale Gesundheit. Und mein erster Gedanke, der sich jetzt daraus so zu sagen, ableiten lässt. Und ich hatte schon gesagt, dass ich das häufig in der Praxis auch mache mit Patienten und Patienten, dass man sein Selbstwert an mehrere Haken hängt und idealerweise wegkommen von Bewertungen hinzuwerten. Wenn man sich über seine eigenen Werte Gedanken macht, dann ist das allen anderen Aufhängern auf jeden Fall überlegen, weil ja gar kein anderes Publikum, keine Menschen von außen ein dann mehr benötet. Sondern wenn ich sage, mein Wert ist Ehrlichkeit oder mein Wert ist Mut. Oder mein Wert ist, dass ich für sorglich bin, dann bin ich die Instanz, die das beurteilen kann, Tag für Tag. Hab ich heute meinem Wert gemäß gelebt. War ich heute mutig, war ich ehrlich, war ich für sorglich. Und dann kann das sogar sein, dass andere das explizit doof finden, weil ich den vielleicht ein bisschen zu ehrlich war. Oder weil sie meinen Mut einschüchtern finden. Aber ich bestätige mich selber. Dafür ist es natürlich nötig, dass man sich mit seinen eigenen Werten auseinander setzt. Da gibt es so Listen, die kann man sich anschauen, im Internet oder auch ganz spielerisch seine eigenen Werte ergründen. Man kann auch einfach drüber nachdenken, was ist mir wichtig? Man kann, wenn man möchte, auch die eigenen Werte in verschiedenen Lebensbereichen mal festtackern, also welche Werte sind mir eine Hinblick auf? Meine private Situation wichtig, welche Werte sind mir am Arbeitsplatz wichtig? Und dann mal so die wichtigsten zwei, drei Hin schreiben. Und wenn man das zum inneren Gerüst macht. Also wegkommen von diesen Wennen, dann Konstruktionen, die sich vielleicht in uns abgelegt haben. Und weg von dem Applaus, den ich von anderen haben will. Und weg von Äußerlichkeiten und weg von Perfektionismus und Leistung. Hin zu meinem inneren Werte gerüst, dann ist das sehr, sehr viel Stabiler und sehr viel nachhaltiger, als wenn ich jeden Tag um die Anerkennung anderer Leute jappe. Darf ich an der Stelle kurz empfehlen? Du hattest mal eine Podcastfolge dazu gemacht, namens, was sind deine Standards? Und da ging es um die ganz alltagspraktische Wertearbeit. Also es empfiehlt sich da noch mal rein zu hören. Und vielleicht darf ich noch einen Satz anschließen, den wir ja häufig auch sagen. Und der lautet "don't be interesting, be interested". Also sei selber nicht interessant, sondern interessiere dich. Und im Rahmen des Selbstwertgefühls ist es eben viel sinnvoller zu fragen, wie kann ich etwas tun, stattzufragen, wie steh ich da? Wie ist mein Image? Wie ist mein Aussehen? Wie werde ich von außen bewertet? Sondern das mal abgezogen, lieber zu fragen, was macht mich zum Beispiel hier nützlich? Das habe ich nämlich viel mehr in der Hand. Ja, wie kann ich Beziehung verbessern? Wie kann ich Verbindung verbessern? Und das geht eben häufig darüber, dass ich Interesse zeige an Menschen, dass ich in den Austausch gehe, durchaus auch, dass ich anderen Menschen gutes Tour. Es ist also weg von dem interessanten Image hin zu dem interessierten, enthegeren, werteorientierten und verbundenen Menschen. Und dann geht es eben auch nicht darum, ob man irgendwelchen Bewertungsmaßstäben gerecht wird im Sinne von "bin ich gut genug", sondern vielleicht für wen mache ich hier ein Unterschied? Für meine Freundin oder für mein Team auf der Arbeit oder hier in der Gartengemeinschaft? Trage ich hier was positives bei und nicht unbedingt bekomme ich Applaus dafür. Aber ich muss zugeben, das kann schon schwierig sein. Ein weiterer Gedanke ist ein möglicherweise übertriebenes Sicherheitsverhalten. Wenn beispielsweise deinen Selbstwert gefühlt sehr daran hängt, dass die Präsentation morgen wirklich wirklich gut wird und du Tage damit verbringst, sie fortzubereiten und übermenschliches Leistest, um auch noch die letzte Information aus der letzten Ecke zu holen. Und dann wird die Präsentation auch gut, dann kann es passieren, dass dein Selbstwert gefühlt nicht an deiner Person hängt und nicht hängt bleibt, "Hey, das habe ich gut gemacht, ich bin das wert", sondern der Grund war die extreme Vorbereitung. Der Grund war, dass ich mir die Nächte um die Orden geschlagen habe, dass ich mir wahnsinnig viel Müge gegeben habe, dass ich mich angestrengt habe bis ins Unmenschlich hinein. Und das hilft dein Selbstwert gefühlt nicht. Und das Gleiche gilt auch fürs Aussehen. Also ich kenne nicht wenige Frauen, die zum Beispiel ungeschminkt, noch nicht mal an den Briefkasten gehen würden, weil sie sich so unwohl dann fühlen und so unpräsentabel und regelrecht beschämt, wenn sie mir zu einem nackten Gesicht zu sehen wären. Und jetzt sind sie also in jeder sichtbaren Gelegenheit super schön geschminkt und aufwendig gesteilt und sehen immer toll aus. Wenn jetzt jemand sich ihnen positiv zuwendet oder sie ein Kompliment bekommen, dann ist das das Gleiche, was du gerade gesagt hast, dann ist natürlich ein Anteil in ihn, der denkt, "Ja gut". Die Leute finden mich jetzt schön, weil ich so zu Recht gemacht bin und es zahlt auch nicht aufs Echte Selbstwertkonto ein, sondern nur auf die Strategie, die gewählt wurde, nämlich das besonders gute Aussehen. Dahinter bleibt das echte, authentische, ungeschminkte, ich ungefüttert. Weil die Komplimente ja immer nur die gewählte, anstrengende, fassade erreichen und die Idee ist halt, dagegen mal zu verstoßen. Also im Grunde ruhig mal ein bisschen unvorbereitet in eine Präsentation gehen. Und zu gucken, ob es trotzdem klappt? Ja oder zumindest eben nicht mit diesen übermenschlichen 100%-Gespruch, den du gerade beschrieben hast oder auch häufiger mal wirklich ungeschminkt rausgehen. Ich weiß aber, dass jemand, der sein Selbstwertgefühl genau daran extrem stark aufgehängt hat, natürlich dann auch wahnsinnig verwundet reagiert, weil was ungeschminkte Frauen vor allem den Häufiger mal hören ist, "Halte sie es aber müde aus?" Kann aber auch sein und das ist einer Patientin von mir passiert, die tatsächlich niemals ungesteilt und nichts Recht gemacht, irgendwo hingegangen ist. Und dann hat sie aber mal einmal einer Freundin beim Umzug geholfen. Und da war sie tatsächlich nur so mit Messi, Bann und Jogging anzug unterwegs. Und da hat sie sich dann verliebt. Jemand fand sie toll, genau so. Und da hat sie dann verstanden, der mag wirklich mich. Denk an den Schmetterling, denk an deine eigenen Flügel, die du niemals selber sehen kannst, aber andere schon. Ich finde das wunderschön. Also die Idee ist sozusagen, wenn man merkt, woran man sein Selbstwertgefühl besonders starke knüpft hat, genau da es mal auf ein Experiment ankommt zu lassen, auf korrigierende Erfahrungen ankommt zu lassen. Also schick die E-Mail nach nur einmal lesen ab und nicht zehnmal lesen. Wenn du jemanden Kompliment macht, dann schrädder das nicht sofort, sondern sagt einfach, "Dank, wenn jemand sagt, du trägst schöne Kleidung, dann erkläre nicht lange,
und breit wie billig die war und wie du an den euren Fetzen rangekommen bist, sondern nimmst einfach mal so an. Mach mal was anders und guck, wie es dir damit geht. Frau Kaka, ganz im Ernst du hast mir in den letzten Jahren schon häufiger geholfen mit dem sehr tiefsinnigen Satz. Was soll schon sein? Ja, also ja, im wirklichen Leben, ich bin ja eine mega gute Therapeut. Und was soll schon sein, gehört zu meinem geheimen Schatzkästchen an teraportischen Interventionen? Ja, dann habe ich noch einen Gedanken und da geht es jetzt wirklich so um eine mehr oder weniger gezielte kognitive Umstrukturierung. Du hattest am Anfang schon von diesen "Wenn dann" Konstruktionen gesprochen. Also das viele von uns, so was verinnerlicht haben, viel ist davon auch bisher ganz unbewusst, dass wir denken, ich muss erst so und so sein, dann passiert das und das. Oder dann steht mir das zu. Oder nur wenn ich so und so bin, dann bin ich auch liebenswert. Oder so. Diese "Wenn dann" Konstruktion, die man manchmal sehr tief in seinem inneren erst mal aufspüren muss, die mal hinzuschreiben. Also allein sie hinzuschreiben, kann schon dafür sorgen, dass man sie dadurch ins Bewusstsein hebt und merkt, "Oh, ha, ja." Also das ist vielleicht nicht so günstig, wenn ich daran meinen Verhalten ausrichten und dann kann der nächste Schritt sein, gegen Beweise zu suchen. Vielleicht stimmt das überhaupt nicht. Vielleicht ist sogar das Gegenteil wahr. Oder sogar, wenn ich das und das mache, werde ich trotzdem gut gefunden und trotzdem geliebt. Also damit mal so ein bisschen spielerisch zu agieren und nicht immer nur den alten Glaubensatz zu bedienen und Beweise dafür zu finden, sondern das ein bisschen ausgewogener zu gestalten. Und diese diesbezüglichen Verzerrungen, die da im Werk sind, ganz gezielt und bewusst aufzulösen. Und zum Schluss, das möchte ich auf keinen Fall unerwähnt lassen, haben mir dieser Folge absichtlich, aber ein bisschen vernachlässigt. Und das ist das, wie du mit dir sprichst, das Thema selbst mitgefühl. Ich will das ganz kurz machen, aber es ist hilfreich, wenn du mit dir sprichst, wie du mit einer guten Freundin oder einem guten Freund sprechen würdest. Da hat mir heute noch jemand gesagt, "Oh, ha, wenn ich mit meiner Freundin sprechen würde, wie ich manchmal mit mir selber spreche, dann wäre die nicht mehr meine Freundin." Und das ist überhaupt nicht selten. Also wenn es dir genauso geht, jetzt als Zuhören oder Zuhören, das ist häufig. Aber das heißt nicht, das ist richtig wäre. Mir eben, wir alle oder jedenfalls sehr, sehr viele von uns, wir legen an uns selber Maßstäbe an, die wir beanahnen Leuten unmenschlich finden. Wir erwarten Dinge von uns, die wir von anderen nicht erwarten würden. Wir muten uns Dinge zu, die wir anderen komplett ersparen wollen würden. Und wir reden mit einer Strenge und mit einer Unerbittlichkeit und einer Gemeinheit und Abwertung, manchmal mit uns selbst, was wir uns beanahngangig trauen würden, weil wir wüssten, dann würden die sich ungeliebt von uns fühlen, dann würden die sich zurecht abwenden, war es einfach unfair, hart und gemein wäre, so mit jemanden zu reden. Aber mit uns selbst sprechen wir doch so. Das mache ich ja auch gelegentlich. Und dann finde ich so schön, wenn du mich anmauldst und sagst, so redet niemand mit meinem Mann. Auch nicht mein Mann. Ja, ich sage das auf das. Ich hab das nicht so gern, wenn jemand so mit meinem Mann spricht. Wenn du die selber beschämst, ja. Das ist auch wirklich hilfreich. Da haben wir es wieder ein bisschen Ko-Regulation schadet nichts. Dann frag ich hab, wenn du mir gestattest darf ich das vielleicht noch sagen, dieser liebevolle Blick auf sich selbst oder auch dieses Gefühl in etwas größeres, ganzes eingebunden zu sein. Und auch die eigenen Werte zu erkennen, zu priorisieren und mehr Danach zu leben. Das sind ja Sachen, die du in deinem neuen Buch beschreibst. Das Buch, das ich gerade fertig geschrieben habe, heißt, die innere Oma, gelassenheitlernen von der weißesten Version deiner selbst. Und es ist so ein bisschen eine Ermunterung zu einem anderen Blick auf das eigene Leben. Vor allen Dingen eine Erlaubnis, sehr vieles zu lassen, anders wir uns jetzt gebunden fühlen. Und dieses Buch ist ab sofort vorbestellbar, abseckt Hammerwitz dann in den Läden sein. Und das funktioniert übrigens auch für meinen inneren Opa? Ja. Die Opa sind mitgemeint. Aber kommen wir trotzdem noch mal ganz kurz zu der Selbstfreundlichkeit. Ganz viele Leute haben wirklich und das gehört zu dieser kondizionalen inneren Wendanarchitektur wirklich veränderlicht und glauben das tatsächlich, dass sie mit Herde gegen sich selbst und mit einem inneren Peitscheknallen sich selber motivieren, sich selber zum besseren Menschen machen, sich selber erziehen können und die Forschung zeigt genau das Gegenteil. Freundlich mit sich selber zu sein, weich mit sich zu sein, mitgefühl für sich selber zu haben, führt eben nicht dazu, dass die Menschen verweichlichen oder keine Ziele mehr hätten oder zu allem nur noch sagen, "Ich bin so super, ich muss gar nichts mehr verändern an mir, gar nicht", sondern selbst mit fühlende Menschen zeigen nachweislich mehr Verantwortung, zum Beispiel, wenn sie Fehler gemacht haben. Sie sind bereiter daraus zu lernen, sie krabbeln aus Motivations-Tiefs schneller wieder raus und es hat überhaupt keine negativen Begleiterscheinungen sich selber zu behandeln, wie ein Mensch und den man liebt. Also nochmal zusammengefasst. Unser Selbstwertgefühl ist eine Anzeige, die uns sagt, was wir uns gerade für einen Wert zu schreiben. Und der wird auf verschiedene Arten gemessen. Wir hängen diese Messungen viel ins Außen. Können Sie aber auch mehr ins Innere verlagern? Wir haben verschiedene Aufhänger oder Haken genannt. Die Menschen typischerweise wählen, um sich darüber wertvoll zu fühlen und manche sind ausschließlich an Lobanerkennung, Leistung und Applaus geknüpft und manche speisen sich aus dem Inneren. Unser Selbstwertgefühl wird schon in unsere Kindheit mit montiert, mit gebaut, kann über die Dauer der Zeit aber verändert werden. Wie stark es schwankt und schwankend ist an sich normal, hängt ein bisschen an unseren Genen. Und dann haben wir noch Missverständnisse angesprochen in Hinblick auf das Selbstwertgefühl und eins. Greif ich da jetzt nochmal raus, weil es mir so wichtig ist. Niemand von uns sollte sich als Baustelle begreifen oder als Projekt, dass man erst mal abschließen oder veredeln muss. Bevor das Leben weitergehen darf, bevor wir uns auf Beziehungen einlassen, bevor wir lieben, sondern das Gegenteil kann auch die Wahrheit sein. Beziehungen und Liebe hilft. Eine bitte noch zum Schluss. Wenn du jetzt vielleicht beim Zuhören gemerkt hast, dass deine Selbstabwertung tief sitzt und Dauerhaft ist und nicht mehr nach oben ausscheren kann, wenn das vielleicht mit Hoffnungslosigkeit oder sogar selbst Hass einhergeht, dann ist diese Folge vielleicht ein klitzekleiner Anfang, aber der nächste Schritt wäre vielleicht schon Psychotherapie. In dem Fall raten wir dazu wenigstens mal jemanden mit fachlicher Erfahrung drauf gucken zu lassen. Ein niedriges Selbstwertgefühl ist ein Risikofaktor für die Präsionen, aber auch für Angststörungen, aber auch für Essstörungen. Und wenn du von dir selber eine Ahnung hext, dass das in die Richtung gehen könnte, wenn du vielleicht schon im Kampf bis gegen deinen eigenen Körper irgendetwas in dieser Art und Weise, belast es bitte auf keinen Fall dabei. Diese Podcastfolge zu hören, die diente Information, dem Erkenntnis gewinnen, aber sie ersetzt natürlich in keinerlei Hinsicht eintherapeutisches Gespräch oder eine gute Diagnostik. Wir versuchen, umfassend zu sein, sind aber nie vollständig. Weitere Informationen findest du, wie immer in den Genots. Wir sagen vielen Dank fürs Zuhören und hören uns sehr gerne am nächsten Sonntag wieder. Bis dahin. Tschüss! Für weitere Infos und Ressourcen schau gerne auf unserer Seite, franca-juroty.de
Podcast Summary
Key Points:
Selbstwertgefühl wird oft mit anderen Begriffen wie Selbstvertrauen, Selbstakzeptanz, Selbstachtung und Selbstmitgefühl verwechselt, die unterschiedliche Dimensionen darstellen.
Selbstwert ist kein statisches Urteil, sondern ein dynamisches Messinstrument, das auf soziale Interaktionen und Gruppenzugehörigkeit reagiert.
Affirmationen vor dem Spiegel sind kein wirksames Mittel zur Steigerung des Selbstwerts; sie können bei unsicheren Menschen sogar kontraproduktiv wirken.
Die Entstehung des Selbstwertgefühls ist multifaktoriell
Es ist riskant, den Selbstwert stark an externe Faktoren wie die Anerkennung anderer oder das Abschneiden in Rankings zu koppeln.
Summary:
In dieser Folge des Podcasts „Psychologie-to-go“ diskutieren Christian Weiß und Franka Giruti kritisch das Konzept des Selbstwertgefühls, das in sozialen Medien oft vereinfacht dargestellt wird. Sie unterscheiden zunächst zwischen verschiedenen Begriffen: Selbstwert ist ein grundlegendes Urteil über den eigenen Wert, Selbstvertrauen bezieht sich auf spezifische Fähigkeiten, Selbstakzeptanz bedeutet, sich ohne Urteil anzunehmen, und Selbstachtung ist ein respektvoller Umgang mit sich selbst. Selbstmitgefühl ist eine freundliche Haltung gerade in schwierigen Zeiten.
Die Experten betonen, dass Selbstwert kein statischer Zustand, sondern ein dynamisches Messinstrument ist, das durch soziale Interaktionen und Gruppenzugehörigkeit beeinflusst wird. Ein schwankender Selbstwert ist normal und kann sogar ein Motivator sein. Affirmationen wie „Ich bin wertvoll“ wirken nicht, da sie die Diskrepanz zwischen Wunsch und Realität verstärken können.
Die Ursachen für ein niedriges Selbstwertgefühl sind vielfältig: Neben Erziehung (bedingte Zuwendung für Leistung) spielen genetische Faktoren, Mobbing und gesellschaftliche Erwartungen eine Rolle. Entscheidend ist, woran man den eigenen Selbstwert koppelt. Hängt er stark an der Anerkennung anderer oder an Wettbewerbsrankings, ist man verletzlich.
Die Folge endet mit dem Hinweis, dass Selbstwert veränderbar ist, und lädt dazu ein, die eigenen „Messpunkte“ zu hinterfragen.
FAQs
Selbstwert ist wie eine Note, die bewertet, ob man in Ordnung ist. Selbstvertrauen bezieht sich auf die Fähigkeit, Situationen zu meistern. Selbstakzeptanz bedeutet, mit sich selbst einverstanden zu sein, ohne Urteil. Selbstmitgefühl ist eine freundliche Haltung zu sich selbst, besonders in schwierigen Zeiten.
Nein, das funktioniert nicht. Es ist wie am Thermometer zu rubbeln, um die Temperatur zu ändern. Bei unsicheren Menschen kann es sogar kontraproduktiv wirken und das Gefühl der Diskrepanz verstärken.
Das Selbstwertgefühl wird durch genetische Veranlagung, Erziehung (z.B. konditionale Zuwendung), Mobbing, Ausgrenzung, gesellschaftliche Rollenerwartungen und soziale Interaktionen beeinflusst.
Ja, ein schwankendes Selbstwertgefühl ist normal und kann als Messinstrument oder Tanknadel betrachtet werden, das Informationen über die soziale Einbindung liefert. Ein dauerhaft niedriges oder überhöhtes Selbstwertgefühl ist hingegen problematisch.
Wenn das Selbstwertgefühl an externe Anerkennung gekoppelt ist, haben andere Macht darüber. Kritik oder Ablehnung können dann direkt innere Unruhe auslösen, was zu Abhängigkeit und Verletzlichkeit führt.
Ein stark kompetitiver Vergleich, besonders in sozialen Medien, kann problematisch sein, da man sich nur dann wertvoll fühlt, wenn man in Rankings gut abschneidet. Dies führt zu ständigem Druck und Unzufriedenheit.
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