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Witwe mit 26 – wie ich wieder lieben lernte

46m 20s

Witwe mit 26 – wie ich wieder lieben lernte

Yasmin beschreibt Markus als einen stets gut gelaunten und offenen Menschen, den alle mochten. Die beiden lernten sich bei einem Fußballturnier kennen, wo Markus spontan als ihr Freund auftrat. Nach einer schnellen Beziehung, die sogar Yasmins geplantes Australien-Jahr unterbrach, folgten Heirat und die Geburt ihrer Tochter. Das Paar zog in ein eigenes Haus und genoss eine intensive, glückliche Zeit. Wenige Tage nach dem ersten Geburtstag ihrer Tochter verunglückte Markus jedoch tödlich, als er auf dem Weg zur Arbeit zu schnell fuhr, weil er verschlafen hatte. Yasmin hörte die Feuerwehr, fuhr der Einsatzstelle hinterher und erfuhr im Krankenhaus die schreckliche Nachricht. Sie durfte nicht sofort zu ihm, was sie quälte. Als sie ihn sah, war er durch schwere Kopfverletzungen entstellt, und sie legte sich noch einmal an seine Brust, um Abschied zu nehmen. Der Unfall hinterließ eine tiefe Lücke in ihrem Leben, und sie ist nun alleinerziehend mit ihrer Tochter.

Transcription

7409 Words, 42295 Characters

German
[Musik] So im Viertel vor sieben, hörte ich dann die Feuerwehr und konnte sehen, wie sie die Landstraße abgebogen sind und halt in die Richtung gefahren sind, wo Markus auch langfährt. Und da war der Moment, ich habe sofort angefangen zu heulen, weil ich sofort wusste, moment, dass kann kein Zufall sein, das kann nur Markus sein. [Musik] Herzlich willkommen im Podcast des wahre Leben. Alle neuen Folgen immer zuerst in AID-Sounds. Ich bin Michael Steinbröcher und ich spreche heute mit Yasmin. Yasmin und Markus sind ein glückliches Paar. Sie haben jung geheiratet, Haus gekauft und sind Eltern geworden. Wenige Tage nach dem ersten Geburtstag ihrer Tochter verschleft Markus morgens. In Eile verlässt er das Haus. Es ist das letzte Mal, das Yasmin in Leben zieht. Kurze Zeit später ist nichts mehr wie es war. Yasmin bleibt als junge Witwit zurück. Ihre Tochter ist nun halbweise. Aber erst mal herzlich willkommen, Yasmin. Ja, hallo. Hallo Yasmin, danke. Dere, desto hier mitmachst und danke für deinen Vertrauen. Yasmin, wenn du an Markus denkst, wie würdest du ihn beschreiben? Was war für eine Persönlichkeit? Markus war immer gut geläunt. Wie die Partnernte von unserer Tochter immer sagen würde, "Everybody's darling", also er kam in den Raum. Jeder mochte ihn. Er war immer positiv offen. Und hatte eigentlich immer was Nettes zu sagen. Also wirklich ein sehr angenehmer, offener Mensch. Wie habt ihr euch kennengelernt? Wann hast du ihn erst zum ersten Mal reinkommen sehen oder bewusst erlebt? Kennengelernt haben wir uns bei einem Dorf-Tunier. Also unser Dorf spielt Fußball-Listers. Ah. Und das war in seinem Heimatdorf. Ich habe dort mitgespielt. Und ja, da haben wir uns dann so ein bisschen kennengelernt und haben ein bisschen was getrunken bzw. eigentlich gar nicht mit ihm zusammen. Ich habe halt mit ein paar Leuten was getrunken. Und am nächsten Tag bekam ich dann bei Facebook eine Nachricht von ihm. Aber erzähle noch mal so diesen ersten Moment. Du hast zu gesagt, "Tunier und so kennengelernt." Wie war das denn genau? Also, wo habt ihr euch kennengelernt? Rund um das Tunier hat er da auch gespielt oder wie war das? Nee, tatsächlich hat er nicht mitgespielt, sondern er hat abends dort gekälnert. Und ein Mann kam zum Zumier und wollte mit mir tanzen. Und ich weiß auch gar nicht, wie das kam. Ich habe dazu, den man gesagt, "Ne, nee, ich möchte nicht." Das ist mein Freund. Von Tag auf Markus gezeigt. Ah, und das ist. Und Markus hat sofort mitgespielt und sagte, "Ja, ja, ja, genau. Ist meine Freundin und kam zu mir." Und ja, dann haben wir getanzt. Und am nächsten Tag kam dann halt eine Nachricht von Markus über Facebook. Ja, "Hallo, meine Freundin." Und ich dachte, "Hell, wie Freundin?" Ja, und dann kam mir dann halt irgendwie wieder in Erinnerung. Ach ja, stimmt, moment, da war ja was. Und so kam das halt dann. Haben wir halt geschrieben und uns öfter mal getroffen. Ja. Und haben uns halt von Anfang an super verstanden. Ist das dann so nach und nach gekommen? Das verliebt es auch? Ja, genau. Das kam dann nach und nach. Durch die Treffen. Er hat ja auch Fußball gespielt, aktiv. Und dann habe ich ihn dann auch öfter mal zu den Fußballspielen begleitet. Ja, und irgendwie, ich weiß gar nicht mehr, wie das dann kam, aber relativ schnell haben wir gedacht, auch, ja, das passt ganz gut. Und waren dann zusammen. Und ich hatte mit meinen Eltern noch einen Familienurlaub geplant, auch auf Mallorca. Ja. Und ja, da ist er tatsächlich dann spontan auch noch nachgekommen. Wir hatten da eine Finker gemietet. Und da hat er dann ja, oft trägt meine Eltern kennengelernt, obwohl wir gerade mal irgendwie zwei, drei Wochen zusammen waren. Also das ging ruckzuck, aber auch bei meinen Eltern war halt, ja, sofort durch seine offene Art war das halt, ja, wie als wären wir schon länger zusammen? Ja, war er so der Sonn schein und ist gleich auch gut angekommen. Ging das denn in dem Tempo dann auf weiter? Ja, also ich hatte dann aber auch leider, also das war so ein Jahr, wo ich mich selber irgendwie noch mal finden wollte. Und bevor ich Markus kennengelernt habe, hatte ich eine Reise nach Australien geplant. Also auch schon fertig gebucht. Ich wollte dort ein Jahr lang Work and Travel machen. Und bin dann auch im Oktober geflogen, nachdem wir quasi von Mallorca zurück waren. Hatten wir noch irgendwie zwei Wochen, dann bin ich nach Australien geflogen. Und ja, ich war ganze drei und einhalb, vier Wochen in Australien. Und bin dann zurückgekommen, weil der Liebeskummer zu groß war. Und hab tatsächlich alles abgebrochen. Ja, ich hab natürlich auch meine Familie vermisst, aber halt auch weil ich gerade so frisch verliebbar. Und bin dann auch direkt von zu Hause zu ihm gezogen. Ah, und hattest du eigentlich im Kopf vorher Jung zu heiraten? Oder auch Jung mutter zu werden? War das so in deiner Planung vorher im Kopf? Absolut gar nicht. Ich hab immer gesagt, ich will keine Kinder, ich will nicht heiraten. Und ich war so, ja, mein Leben von Tag zu Tag. Und ja, als ich Markus kennengelernt habe, hat sich das irgendwie auch relativ schnell geändert. Weil ich dann das erste Mal so ein Partner hatte, wo ich dachte, okay, wow. Mit ihm könnte ich mir das eventuell doch vorstellen. Und bei ihm war es auch so, weil er hat mir dann, ja, wie lang waren wir zusammen, etwas länger als ein Jahr, hat er mir den Antrag gemacht. Und mit dem Antrag haben wir dann auch wirklich zusammen beschlossen, ja, okay, dann schauen wir mal, vielleicht werden wir auch dann zusammen schwanger. Und auch das ist ja so, wenn man es gut ist. Ja, und schuldig. Also, ich hab schon verstanden. Im besten Fall natürlich nur ich, aber tatsächlich, waren wir zusammen schwankt. Er hat nämlich auch ordentlich zugelegt. Ah, okay. Nee, aber ja, das war halt gar nicht so schnell geplant, wo sich ganz ehrlich sagen. Ich hatte die Anti-Bebi-Pill-Genommen und oft ist es so, man setzt die ab und das dauert alles noch ein bisschen. Ja, bei uns war das aber so abgesetzt, so fort Schwanger. Das heißt, ich hab auch Schwanger schon geheiratet. Und ja, also ein paar Monate nach der Hochzeit, kam dann auch schon unsere Tochter zur Welt. Und wie war das dann? Also auch dadurch verändert sich ja ein Leben natürlich, das erleben ja alle, die Eltern werden. Wie war das für euch, plötzlich dann Eltern zu sein? Ich hab es aber wunderschön. Dazu muss ich sagen, das war eh ein sehr aufregendes Jahr, weil wir im Januar in unser Eigenheim gezogen sind. Wir hatten ja ein Haus zusammengekauft. Auch schon. Auch alles? Ja. Das war so, ja, es hat sich ja auch ergeben mit meinem Heimatdorf quasi. Und ja, da sind wir halt im Januar dann eingezogen. Im Mai haben wir geheiratet. Und im September kam unsere Tochter. Das waren sehr aufregendes Jahr. Ja. Ja und mit der Geburt unserer Tochter war es natürlich noch mal, ja, es musste sich nochmal neu einspielen, aber Markus war halt auch einfach ein super liebe voller Vater. Er hat sich auch sehr eine Tochter gewünscht. Also ich muss ja ehrlich sagen, ich hätte eigentlich auch einen jungen, ganz kurke Bunden. Ich hab mir immer so vorgestellt, wie die Zusammenfuss bei spielen und so. Ja. Ja, aber er wollte halt seine Prinzessin, die ja da auch bekommen. Und ja, das war auch wirklich sein ein und alles. Aber auch die Kleine. Also, sie war schon echt ein extremes Papa-Kind. Also da war ganz viel Bewegung in euer Leben. Es ging auch vieles schnell, aber es hört sich an. Alles ist so an den richtigen Platz gefallen. So hört sich das, so klingt das für mich so, wie du das beschreibst. Ja, tatsächlich. Also, ne, jetzt denke ich mir manchmal, gut, dass das alles so gekommen ist. Gut, dass wir diese kurze Zeit, die wir zusammen hatten, so intensiv nutzen konnten. Ja. Also, vielleicht sollte das alles so sein. Wenn du die kurze Zeit ansprichst, es kam dann dieser Tag, kurz nach dem ersten Geburtstag, eurer Tochter. Wie hast du den in Erinnerung? Oh, den habe ich leider sehr, sehr genau in der Rinnerung, weil es fing nämlich so an, dass ich Freitagsabends schon total magenschmerzen hatte. Und er war noch beim Spiel, der HSV hat gegen Großjahrmenschenglappere gespielt, bzw. Großjahrmenschenglappere gegen HSVs waren heimspiel. Und er war noch mit meinem Bruder, mit meinem Vater und ein paar Jungs im Stadion. Und deswegen hat unsere Tochter bei meinen Eltern geschlafen. Weil ich hätte nämlich an dem Samstag morgen auch zur Frühschicht fahren müssen beim Aldi. Also, er hatte Frühschicht in der Schwimmhalle. Und ich hatte Frühschicht beim Aldi. Und die ganze Nacht habe ich mich wirklich von rechts nach links gewählt und habe super schlecht geschlafen, weil ich so magend kremff hatte. So schlimm, dass ich tatsächlich auch morgens dann um 5 Uhr mein Chef kontaktiert habe und gesagt habe, ich kann leider nicht arbeiten. Komm, ich habe wirklich so krass im Magen schmerzen. Und hab aber dann den Fehler gemacht und, oder was heißt, jetzt im Nachhinein denke ich mir hätte ich es besser nicht gemacht, aber ich habe mich halt wieder hingegelegt, weil ich ja super KO war. Ja, ich hab auch normal eigentlich. Ja. Ich hab halt nicht dran gedacht, dass ich vielleicht Markus hätte schon wecken können, weil er ja dann auch kurze Zeit später zur Arbeit fahren musste. Mhm. Ja. Und hatte mich aber dann, nachdem ich angerufen habe, unten auf die Couch gelegt. Ja, und dann um halb sieben, hörte ich dann von oben, Markus rufen, scheiße, scheiße, scheiße, scheiße, ich hab verschlafen. Er kam dann die Treppe runter gerannt. Und dann hab ich auf die Uhr geguckt und hab gesagt, ja, du hast so krass verschlafen, du müsstest jetzt eigentlich auf der Arbeit sein. Und er musste nach Aachen, dass wir ja 35 Minuten Fahrt gewesen. Und hab dann auch zu ihm gesagt, ich rufe auf der Arbeit an. Du hab bis hier eh schon zu spät, du kannst ja gar nicht mehr pünktlich kommen. Nee, nee, ich muss jetzt los, ich muss jetzt los. Ja, und wie das dann so ist, man denkt ja, okay, ne, er hat ja nur verschlafen, alles klar und hab dann auch nichts mehr gesagt, natürlich. Und dann ist er die Tür raus gerannt. Und tatsächlich jetzt im Nachhinein ist mir dann noch mal bewusst geworden. Wie krass das ist, weil sonst haben wir uns halt immer verabschiedet, uns noch mal in Armen genommen. Und dann hab ich auch immer zu ihm gesagt, ne, ver vorsichtig und bis später. Und das war halt an diesem Morgen überhaupt nicht, weil er halt sich ja so beallt hat. Ja, das heißt er ist dann ins Auto gesprungen und ist losgefahren. Und etwa 15 Minuten später, also so im Viertel vor 7, hörte ich dann die Feuerwehr von unserem Dorf. Und hab dann die Rolladen bei uns im Wohnzimmer hochgezogen und hatte dann, wenn ich rausgehuckt hab, ein Blick auf die Landstraße und konnte sehen, wie sie die Landstraße abgebogen sind und halt in die Richtung gefahren sind, wo Markus auch langfährt. Und da war der Moment, ich hab sofort angefangen zu heulen, weil ich mir hat sie Luft weggeschnürt, weil ich sofort wusste, moment, das kann kein Zufall sein, das kann nur Markus sein. An einem Samstagmorgen um die Zeit und das passt da alles. Ja, dann bin ich, ich hatte Schlafsachen an. Dann bin ich in mein Auto gesprungen und bin losgefahren. Und bin hinter der Feuerwehr hergefahren. Also hast du quasi eingeholt noch oder? Ich, genau, also ich, wir kam quasi von unserem Haus über einen Feldweg zur Landstraße oder man musste ausnupfen. Ich bin dann quasi über diesen Feldweg gefahren, dass ich direkt hinter der Feuerwehr war. Und es war schon alles abgesperrt und die haben mich aber mit durchfahren lassen, weil sie wahrscheinlich dachte ich, wer auch von der Feuerwehr war, weil ich den ja quasi hinten drauf klebte. Ich kann es gar nicht mehr beschreiben. Also ja, dann sind sie halt stehen geblieben, ich auch. Und dann werde ich nie vergessen, wie ein, ja, mir bekannte, aus dem Feuerwehrautostieg und zu mir kam und sagte, "Er ist mir was machst du denn hier?" Und ja, ich war total am Heulen, ich war total aufgelöst und hab dann halt gesagt, "Ja, ich glaub, ich glaube, ist das Markus." Ja, und dann kam die Polizei auch direkt zu mir, und dann sollte ich mich ins Polizeiautosetzen. Und dann kam der Patrick, kam zurück, guckte mich an und sagte, "Ja, ja, ist es Markus." Und ja, ich weiß da sich da, ich weiß gar nicht mehr, ich weiß, dass ich nur geschrien hab und gefragt hab, was ist, was ist, und gesagt hab ich möchte zu ihm und das Dorf, und das durfte ich natürlich nicht. Und ja, dann sollte ich mich dann ins Polizeiautosetzen, dann hat die Poliziste mich natürlich einiges gefragt. Ja, wir uns gestritten haben, so was alles, ich sag nein, wir haben uns nicht gestritten, er hatte einfach verschlafen und hat sich halt beieilt. Dementsprechend war halt auch leider klar, das war wahrscheinlich leider ein bisschen zu schnell war. Und das ist nachher ein, etwas, was mich auch verletzt, weil ich mir denke, Markus war nie jemand, der gerast ist. Der war keiner, der an unübersichtlichen Straßen irgendwie total bekloppt überholt hat. Das hat ja alles nie gemacht. Er war einfach in diesem Moment in Eile und hat wahrscheinlich einfach überhaupt nicht drüber nachgedacht. Und hat man sich dann dort von allem ferngehalten, also war irgendjemand dann ständig beide, oder wie ging es dann weiter? Hast du es überhaupt gesehen, die Unfallstelle? Also nur so weit du drüber reden möchtest natürlich, ne? Ja, tatsächlich habe ich in dem Moment die Unfallstelle nicht gesehen, weil vor mir war das Feuerwehrauto und davor war noch Krankenwagen und alles. Und ich hatte dann halt, ich habe ja mit der Poliziste mich dann unterhalten, ich hatte dann auch die Nummer von der Schwimmhalle gegeben, sie hat dann auch dort angerufen und halt gesagt, das er halt nicht kommt, das ein Unfallhut hatte. Und ich durfte ja nicht zu ihm, das war für mich das Schlimmste, dass ich wusste, er liegt jetzt da vorne irgendwie und ich darf aber nicht zu ihm. Und dann sollte ich mich wieder ins Auto setzen, weil die Polizistin sagte, der Hubschrauber landet und für mich war alles klar Hubschrauber, ey, das muss voll positiv sein, weil dann lebt da ja noch. Also das war so total, dass ich gesagt habe, okay, alles klar, ja, okay, dann lebt da noch, kann ich den jetzt zu ihm, ne? Und nee, sagte sie, nee, nee, ne, dürfen sie trotzdem nicht. Und ja, dann ist er vorne im Krankenwagen in den Hubschrauber transportiert worden. Tatsächlich habe ich das aber auch nicht gesehen, weil die mich sehr gekonnt abgelenkt hat. Also das hat sie wirklich schon gut gemacht. Also das weiß ich halt jetzt. In dem Moment habe ich natürlich einfach nur, ich war total in den Schock. Ja, und dann habe ich als der Hubschrauber dann weggeflogen, und dann habe ich dann meine Eltern angerufen und darum gebeten, dass sie mich doch bitte abholen, weil ich gesagt habe, ich fühle mich nicht mehr in der Lage, Auto zu fahren. Ja. Und wo ist das, wo Markus dann hinkommt? Also haben die dir gesagt, das und das Krankenhaus oder? Ja, die haben mir gesagt, dass er ins Klinikum nach Aachen geflogen wird. Und dass ich dort am besten dann mal anrufen soll, da werden die mir dann halt weitere Infos geben. Ja, und dann bin ich ja erstmal mit meinem Vater nach Hause gefahren. Ich habe dann dort angerufen, habe halt gesagt, dass ich erst mit Schulz bin und mein Mann Markus Schulz wurde, mit dem Hubschrauber eingeliefert. Ja, dass ich halt wissen möchte, wie es ihm geht oder ob ich vielleicht vorbeikommen kann. Ja, und dann sagte die Frau am Telefon zu mir so, "Ja klar, klar können sie vorbeikommen, komm so ruhig vorbei." Und dann ist jetzt hier und ich dachte so, "Bor krass, voll gut." Hat sich gut dran. Und hab dann zu meiner Mutter gesagt, "Ich sag, soll man nicht sofort fahren." Der ist da eingeliefert, wo und jetzt gesagt, ich kann ruhig vorbei, komm weg, er kein Problem. Ja, und da wäre ja nach Aachen mussten und die Straße halt schon wieder frei war, sind wir dann halt an der Unfallstelle vorbei gefahren. Und das war aber halt noch nicht 100 Prozent abgeschlossen. Da stand halt noch der Wagen vom ADAC und dann war das Auto darauf. Und dann habe ich dieses Auto gesehen. Und hab direkt auch zu meiner Mutter gesagt, "Oh mein Gott, wie sei denn da lebend rausgekommen?" Weil das war wirklich so zerstört vorne das Auto. Ja, aber da ich ja wusste, erst weggeflogen worden, ich kann ruhig vorbei kommen, war ich natürlich erstmal positiv gestimmt. Ja, und dann sind wir im Krankenhaus angekommen und dann wurden wir halt in diesem Intensivbereich geführt und mussten da halt auch noch mal warten in so einem Raum. Und ich weiß, dass dort ein Ständerer mit so Infobuschüren und unter anderem war da eine mit Organ-Spenden. Und das weiß ich auch noch ganz genau, dass ich diese Bruschüre in die Hand genommen habe, meine Mutter angeguckt habe und auch wieder angefangen hab, zu weien gesagt hab, was ist, wenn die mich jetzt fragen, ob er irgendwie organisch spenden kann oder so, wenn er zu schwer verletzt ist. Ich sage, ich kann das nicht. Ich kann das einfach nicht. Ja, und dann kam er aber dann der Arzt schon. Leider auch wahrscheinlich einfach nur professionell, aber halt auf mich wirken sehr kühl, weil er kam auf mich zu und sagte, "So sind sie Frau Schulz und nicht so ja?" Und ja, ihr Mann wurde ja hier eingeliefert und ich so ja genau. Und dann hat er ganz trocken gesagt, "Erz nicht geschafft." Oh. Und dann bin ich zusammengebrochen. Da bin ich auf dem Boden und hab einfach nur noch geschrien. Und ich dachte, das kann ich sagen, das ist gerade ein Traum. Ich möchte jetzt bitte sofort wach werden. Bin aber dann auch so schnell, wie ich in die Knie gegangen bin, auch wieder aufgesprungen hab gesagt, "Ich möchte jetzt sofort zu ihm." Ich möchte jetzt sofort zu ihm, weil ich ja vorher schon nicht zu ihm durfte, dass ich da das Gefühl hatte, so jetzt möchte ich aber bitte einfach mal zum einen Mann, weil ich irgendwie gedacht hab so, "Ne, das glaube ich den jetzt alles nicht." Und dann durfte ich halt zu ihm und hab es dann natürlich dann selber gesehen. Also er hatte ganz, ganz, ganz schwere Kopfverletzung. Er sah einfach nicht mehr so aus wie ich ihn kenne. Er war nicht mehr der "Everybody's Darling", wie meine Bekannte es sagen würde. Er hatte ganz geschwollene blaue Augen. Er hatte blaue Augen, aber die waren halt geschlossen und von außen total angeswornelt und blaue der ganze Kopf war verbunden. Bist du dann noch geblieben? Hast du ihn noch berührt? Hast du Abschied genommen oder war das so schlimm, dass du gleich wieder raus bist? Also im Nachhinein glaube ich habe ich mir viel zu wenig Zeit genommen, aber ja, ich war noch bei ihm. Und ich weiß noch, dass eine total nette Krankenschwester dort war, die ich natürlich auch gar nicht kannte, aber die mit mir zusammen an seinem Bett gesessen hat und mir zusammengeweint hat, weil ihr das so unglaublich leitert. Ja und ich weiß, dass ich mich dann noch mal so auf ihn gelegt habe. Ich habe halt immer, wenn wir auf der Kaut schlagen oder so habe ich mich immer total gerne bei ihm so in den Arm gelegt. Und ja, das weiß ich noch genau, dass ich meinen Ohr auf seinem Bust gelegt habe und halt einfach nichts mehr gehört habe. Also klar, war halt keine Herzschlag mehr und das war schon krass, weil ich da wirklich gedacht habe, das kann ich sein, das kann einfach nicht sein. Also ich habe auch schon Menschen verloren und sich diese Situation vorzustellen, das glaube ich für alle, die das noch nicht erlebt haben, gar nicht möglich so in der Form, wobei ich sagen muss. Ich glaube ich auch nicht. Ja, ich wenn die Menschen ich verloren haben, die waren vorher krank, es kommt dann immer wieder überraschend, aber in deinem Fall ist es ja wirklich so, ihr wart gerade noch da, ihr habt ja alles gerade aufgebaut und dann passiert das. Wie geht so ein Tag denn weiter? Also wie war das dann für dich? Ich meine, das ist ja morgen passiert, das war ja wahrscheinlich erst Mittag oder Nachmittag oder so. Ja, danach ist dann halt auch meine Mutter noch mal rein und dann hieß es halt, dass seine Mutter gekommen ist. Und da ich seine Frau war, durfte ich entscheiden, ob sie zu ihm davon habe. Ich gesagt ist so, ja natürlich klar, aber dass ich halt auch gerne selber noch mal kurz mit ihr sprechen möchte. Und ich weiß auch gar nicht warum, ich das wollte, weil Rückblicken denke ich mir, was habe ich mir da angetan, weil wer möchte, der Mutter überbringen, dein Kind ist gerade gestorben. Ich bin dann halt noch mal zu diesem Warteraum zurück, wo ich halt vorher auch mit meiner Mutter war, wo diese beschüren standen. Und dann kam seine Mutter da an und ja, dann habe ich ihr natürlich auch gesagt, dass er es nicht geschafft hat. Und habe aber dann auch zu meiner Mutter gesagt, ich möchte jetzt bitte nach Hause, weil das für mich einfach, ich weiß gar nicht, ich war so leer. Und ich weiß, dass als ich dann auf dem Weg nach Hause war, meine Mutter ist gefahren. Dass mein Handy nicht mehr stellt stand. Und ich nachrichten, über nachrichten kam. Ja, es tut uns leid, viele hatten halt gehört, es wird Markus und ich weiß auch noch ganz genau, dass eine Bekannte mir geschrieben hat oder die schickte mir im Bild von dem Artikel. Aus der Zeitung, es war natürlich alles schon online, ein Artikel und schrieb dann 27-Jährige-Mann, Fragezeichen. Schwarzer Golf, Fragezeichen und ich weiß gar nicht mehr noch irgendwie so ein, zwei Sachen, wo ich dann geschrieben habe. Ja, ich sag, ja, es war Markus und da war sie natürlich total geschockt, weil sie wahrscheinlich einfach nur gedacht hat, so sie wollte ausschließen, das ist Markus, aber es war Markus. Und ja, in dem Moment war ich dann irgendwie auch irgendwie im Mittelpunkt, obwohl ich es gar nicht sein wollte. Jeder schrieb mir, im Leute von denen man jahrelang nichts gehört hatte, boten an, wenn eine Hilfe braucht, sagt Bescheid, ist ja auch super nett gemeint, aber in dem Moment war mir halt einfach alles zu viel. Ich meine, so eine Situation entscheidet man ja auch aus dem Moment heraus. Und vielleicht, als du zum Beispiel gesagt hast, ich möchte es seiner Mutter sagen, du hast es ja von einem Art total kühl übermittelt bekommen, vielleicht wolltest du es einfach nicht, dass sie so erfährt. Also, ich glaube, du trifft auch Entscheidungen oder in dem Moment aus der Emotion heraus. Das könnte natürlich sein, tatsächlich, also ich glaube ich habe es nicht so kühl rübergebracht. Ja, wenn danach geht es dann ja auch noch weiter, dann muss man ja plötzlich Dinge entscheiden und dann geht es darum, wie soll die Beerdigung stattfinden? Und man ist ja selbst noch in der Situation, dass man gar nicht weiß, wo links und rechts ist. Also, wie bist du dann an den Tagen damit klargekommen? Hat deine Familie dir dazu Seite gestanden? Ja, also als ich zu Hause, also bei meinen Eltern dann war, hat meine Mutter dann auch direkt gesagt, okay, ich rufe jetzt die Stefanie vorgan, die ist bestatterin und ich dachte so, oh mein Gott, ich bin im falschen Film. Also, dann stand da nachmittags schon eine Bestatterin bei uns und wollte mit mir darüber reden, wie mein Mann beerdigt wird. Und wir hatten da halt nie so intensiv drüber gesprochen. Also, ich war 26 gerade geworden, er war 27. Wir haben gerade einjähriges Kind zu Hause gehabt, wir haben haus gekauft, also wir haben nicht darüber gesprochen, wer jetzt wie und wo begraben werden möchte. Die wenigsten reden darüber, ich meine jetzt tatsächlich, also ich habe einen Kanal auf Instagram, wo ich dann auch wirklich immer sage, Leute, ihr müsst einfach über solche Sachen vorher schon reden und vielleicht auch schon so ein bisschen was organisieren, weil es kann einfach so schnell gehen, das Thema möchte niemand gerne besprechen. Aber ich weiß nicht, ob es im Nachhinein einfacher gewesen wäre, weil letztendlich ist es sowieso immer schmerzhaft. Aber ja, dann alles so spontan, sage ich mal zu entscheiden, das war halt schwer. Wie hast du dich in diesem Haus gefühlt? Wie war das alles für dich? Also tatsächlich ist das Haus mit dem Tod von Markus für mich mitgestorben. Das ist für viele auch nicht nachvollziehbar gewesen, weil gesagt wurde ja, das war ja unser gemeinsames Haus und da sind ja auch so viele Erinnerungen. Aber ich kann es gar nicht mehr richtig beschreiben, aber dieses Haus war für mich gruselig. Ich wollte dann nicht rein, das hat sich einfach falsch angefühlt. Das heißt, dass ich wirklich ab dem Tag, wo Markus vor Unglück war, habe ich bei meinen Eltern gewohnt und bin nur zu Hause rein meistens mit jemandem zusammen, weil ich noch nicht mal mehr alleine da rein wollte. Wenn ich ein paar Sachen von uns geholt habe, also für die Kleine und für mich. Ich habe dann noch einmal versucht mit einer Freundin dort zu schlafen, oder wir haben dann noch eine Nacht zusammen verbracht. Und habe aber dann gesagt, es geht nicht. Es geht einfach nicht. Dieses Haus war für mich mitgestorben. Ich wollte da nicht mehr wohnen. Und ich hätte es mir wahrscheinlich auch oft auch nicht leisten können, muss ich ganz ehrlich sagen, weil gut, Markus war 27 als er gestorben ist. Er hat noch nicht so viele in die Rentenkasse eingezahlt. Jetzt hatte ich Glück, dass ja also Glück im Unglück, dass das quasi einen Weg zur Arbeit unfall war, dass ich halt eine Rente von der Berufsgenossenschaft bekommen habe. Aber trotzdem hätte das Geld wahrscheinlich nicht gereicht, um jetzt für mich und die Kleine alleine das große Haus zu halten. Deswegen habe ich das ziemlich schnell verkauft. Also im September ist das passiert der Unfall. Und am 1. Januar bin ich dann schon in der Meinung, Wohnung gezogen mit der Kleine. Könntest du dich denn auch ablenken, also auch mal auf andere Gedanken kommen, vielleicht auch mit Freundinnen und Freunden? Oder war das jetzt was? Ja. Ja. Doch, also ich habe ja in der Zeit vor allem die erste Zeit, wo ich dann bei meinen Eltern gewohnt habe. Mit der Kleinen war natürlich dann auch vom Vorteil, weil meine Eltern zu Hause waren, dann habe ich die kleine hingelegt und habe in der Zeit wirklich sehr viel mit Freunden gemacht und auch dafür bin ich unglaublich dankbar, weil das war nämlich irgendwie so eine, ja, Biene Therapie für mich. Ja. Ich habe wirklich, ich glaube, zehnmal das gleicher erzählt. Also ich habe Freunde gehabt, wo ich denke, so ein Board, die müssen doch eigentlich, das muss doch schon aus den Ohren ausgefallen sein. Aber die haben mir immer wieder zugehört. Und zu dem Zeitpunkt habe ich ja auch noch Fußball gespielt. Das heißt, ich habe auch versucht dann zum Fußballtraining zu gehen. Und danach haben wir halt oft noch zusammengesessen und super viel gequatscht. Und aber auch da muss ich sagen, als Markus gestorben ist, war ich halt leider sehr viel im Mittelpunkt, obwohl ich es eigentlich nicht wollte. Und es gibt natürlich halt leider auch immer Menschen, die Fehler suchen und gerne verurteilen. Und das musste ich dann leider auch schmerzlich erfahren. Inwiefern? Ja, ich wurde dann ja überredet, mit zu einem Oktoberfest zu kommen. Die Mädels haben halt gesagt, komm, komm mit, kommst raus, kommst noch mehr unter Menschen und das Leben muss ja weitergehen. Und ja, bin ich dann auch mitgefahren und kann aber jetzt sagen, es fühlte sich absolut falsch an. Also ich glaube, ich war letztendlich zwei Stunden dort und habe mich dann abholen lassen, weil ich gesagt habe, nee, irgendwie. Und hatte dann ein paar Tage später einen anonymen Brief in Briefkasten, also in meinem alten Haus, habe ich ja das alte Haus noch. Ja, von wegen, ich wär das letzte, dass ich Feiern gehe als hätte Markus ja nie gelebt und ich hätte ihn ja nie gelebt. Also da war alles drin, was man sich nur vorstellen könnte und das hat mich natürlich auch noch mal zurück, also wirklich zurück geworfen, weil ich gedacht habe so ja, wie mache ich es denn, Leuten jetzt recht, zeige ich den, ich bin traurig, ich bin am Trauer zeige ich den ja, ich versuch positiv zu sein, das Leben muss weiter gehen und ja, fühlte mich irgendwie wie so eine Marionette, die von rechts nach links gezogen wird und habe die ganze Zeit immer nur versucht, so ja, was ist, wenn ich jetzt das mache und weh mache ich es jetzt recht und was könnten jetzt sagen? Ja und ich mein, du hast ja ein paar Monate nach dem Tod von Markus auch einen Mann kennengelernt, wie wichtig war er in dieser Zeit? Total wichtig, denn er war halt als Freund für mich da und hat mich sehr gestützt und ich wollte die erste Zeit zum Beispiel auch total ungern selber Autofahren, weil ich die ganze Zeit das Gefühl hatte ja vielleicht bin ich auch unaufmerksam und nachher passiert mir was und er hat mich dann total oft dann abgeholt und hat mich überall hingefahren, wo ich hin wollte, damit ich halt nicht selber fahren muss und hat halt auch immer ein offenes Orp für mich und aber auch das wurde natürlich dann direkt breit getreten, ich habe ja schon wieder neu und das war halt schon eine sehr schwere Zeit, ja, das wir dann halt auch wirklich oder dass ich dann irgendwann auch gesagt habe, also es hat sich dann so ein bisschen was entwickelt und ich habe es aber dann letztendlich beendet, weil ich nicht mehr damit leben wollte, dass die Leute darüber reden, dass ich ja jetzt schon neu in habe und Markus vergessen wäre und das war halt überhaupt nicht. Also so massiver Blick von allen anderen auf dich, Erwartungsdruck, wenn man so will auch, dem du in der unterschiedlichen Karte ja auch gar nicht entsprechend konntest. Ja, wenn ich meine, wenn wir jetzt auch nochmal auf die schauen, die dir ja am nächsten Mal waren und dazu gehört ja auch deine Tochter, wie die war ja sehr jung als das passiert ist, hast du irgendwann irgendwann versucht zu erklären, was mit Papa passiert ist? Nein, ich musste nie was erklären, weil sie war wie gesagt ein Jahr alt als es passiert ist und man fangen war ich sehr oft beim Grab und bin halt auch, wir haben ja auch ein Hund, wenn wir immer mit dem Hund Spazierengegang sind zum Grab gegangen und haben Papa besucht und irgendwie ist sie halt damit aufgewachsen. Klar, irgendwann mal hat sie mit ihren Freunigen gespielt und die Freundin haben dann halt Papa gerufen und sie hat auch Papa gerufen, weil sie dachte, das wäre sein Name, weil sie das halt nicht kannte. Papa zu sagen, sie hat ja immer nur Mama, Mama, Oma oder Opa und natürlich habe ich dann natürlich ein bisschen erklären müssen, okay, du hast ja auch ein Papa, aber der Papa ist halt im Himmel und ja, den Besuch, wenn wir halt, wenn wir jetzt zum Grab gehen, aber ansonsten kann ich gar nicht mehr sagen, wie das alles war, aber das ist einfach, sie ist einfach mit groß geworden. Und wenn du noch mal in dich reinschaust, ich meine, du hast diesen Druck beschrieben von außen, dieses in denen anderen Leuten nicht recht machen können, aber dass du immer wieder die Frage gestellt hast, was mache ich, wie mache ich es dann richtig, wie mache ich es dann den anderen recht. Und heute siehst du das ja anders, heute sagst du, Mensch, jeder soll seinen Weg gehen, und wie hast du diesen Weg gefunden mit der Trauer so umzugehen, auch unabhängig von den Erwartungen der anderen, hat das einfach Zeit gebraucht oder gab es da Erlebnisse, die dir gezeigt haben, Mensch, mir ist das jetzt irgendwann auch egal, was die anderen denken? Tatsächlich hat das sehr viel Zeit gebraucht, sehr gute Freunde, die für mich da waren und etwa zwei, einhalb Jahre nach Markus Tod habe ich mit der kleinen, eine Mutter Kindkur gemacht und da gab es natürlich dann auch immer mal so Sitzungen, wo man dann gegenseitig erzählt hat von seinem Leben und so und da habe ich dann tatsächlich auch gemerkt, so Poo, es gibt auch echt krasse andere Schicksalsschläge und Geschichten und das habe ich dann tatsächlich auch sehr positiv für mich mitgenommen und habe dann gedacht, okay, also es gibt so viele Menschen, die so viele Sachen erlebt haben, ich bin nicht die einzige und ich bin auch nicht die einzige, die weitermachen muss und ja irgendwie hat diese Mutter Kindkur mir nochmal richtig geholfen zu sagen, okay, ich nehme mein Leben jetzt wieder in die Hand und es ist nicht alles scheiße, denn meine Tochter und ich, wir sind noch da und wir werden jetzt das besser daraus machen. Auch aus dem Gefühl heraus, ich bin mit dem nicht alleine und andere gehen auch weiter, also kann ich das auch tun. Genau und ich habe auch gesagt oder was ich auch jetzt oft bei Instagram sage, ich bin so viele Wege gegangen und habe dann versucht den Weg zu gehen und den Weg zu gehen und den Weg zu gehen, weil ich immer gedacht habe, ich muss es den Leuten irgendwie recht machen. Als ich aber angefangen habe einfach mal meinen eigenen Weg zu gehen und auch der, wenn der nicht richtig war, einfach umkehren und einfach machen, nochmal den anderen Weg gehen, aber so, dass es sich für mich richtig anfühlt, dass ich mir denke, ich mache das so, wie ich das möchte. Ja. Da fing ich an wirklich zu sagen, okay und dann auf Deutsch gesagt, darauf zu scheißen, was die anderen sagen, weil ich gesagt habe, ja, Schuldigung. Ja, alles gut. Wir sind im Wahnsinnleben. Ja. Ja, weil ich gesagt habe, ich, das ist mein Leben, es geht sich ja um mich und es geht sich nicht darum, was die anderen denken, die anderen werden so oder so eine Meinung haben. Und deswegen habe ich mir gedacht, okay Leute, mir ganz egal was sie sagt, ich mache jetzt mein Ding, ich muss mit der kleinen weiterkommen, unser Leben geht weiter und es heißt ja nicht, dass wir Markus vergessen im Gegenteil, auch jetzt bei Instagram, ich halte Markus ja wirklich am Leben und zeige den Menschen, was er für ein toller Mensch war. Und ja, er ist halt einfach immer noch Teil unseres Lebens, nur dass wir halt ja wirklich weiter leben. Und zu deinem heutigen Leben gehört nicht nur deine Tochter, sondern auch ein Lebensgefährte, wie hast du den kennengelernt? Ja, das ist jetzt wieder ein bisschen schicksal vielleicht, denn Markus war ja Schwimmmeister in einem Schwimmbad. Und mein neuen Partner habe ich im Schwimmbad kennengelernt. Ja, bei uns hier in der Stadt ist ein Schwimmbad mit einem amliegenden Freibad, also man kann raus und rein. Und 2018 hatten wir einen sehr heißen Sommer. Und ich war dann ein weder direkt nach meiner Arbeit beim Aldi mit meiner Tochter im Freibad oder, wenn ich in Freien Tag hatte, war ich direkt von morgens an im Freibad. Und die gleiche Idee hatte mein jetziger Partner mit seinem Sohn auch. Und den Menschenbrechten haben wir uns dort ja immer wieder gesehen und ja, man kommt halt auch mal ein bisschen ins Gespräch, weil die Kinder dann auch schon in einem Alter oder so ungefähr oder? Ja, meine Tochter ist fast auf den Tag genau ein Jahr älter als sein Sohn. Ja. Ja, und die Kinder haben sich halt gut verstanden und ja morgens waren da natürlich auch nicht viel los, weil die meisten Menschen waren arbeiten und ja, dementsprechend haben die Kinder so statt und halt gut verstanden und so kam man ein bisschen ins Gespräch. Und ja, nachdem aber dann die Freibadzeit irgendwie vorbei war, haben wir uns dann auch nicht mehr gesehen. Und dann war es ähnlich wie beim Markus. Da bekam ich einen nachtricht, über Facebook. Ah ja. Also ja, und dann haben wir uns halt noch ein paar mal mit den Kindern im Schwimmbad getroffen und irgendwann sagte er dann, "Hömal hast du nicht Lust, das war uns auch mal alleine treffen, vielleicht können wir was zusammen essen, ein bisschen quatschen." Ja, und so hat sich das dann halt entwickelt. Und hat deine Tochter sich gefreut, dass da man in deinen Leben war? Ja, schon. Also, das muss ich aber auch sagen, das werde ich auch oft gefragt, wie wir das den Kindern so erklärt haben. Aber auch da gab es eigentlich keine Erklärung, weil das war ja auch irgendwie so, ja, das ging so ineinander über. Was ist ergeben, wenn man so viel, genau. Ja, wirklich. Also man hat sich kennengelernt, die Kinder haben sich gut verstanden. Wir haben uns im Schwimmbad gesehen. Ja. Und dann waren die halt auch mal bei uns zu Hause und dann haben wir Ausflüge gemacht und alles klar, wir gehören jetzt zusammen, wir sind jetzt eine Patchwork-Familie. Ja. Wenn du Patchwork ansprichst, hast du denn noch Kontakt zu den Eltern von Markus, also zu den Großeltern, deiner Tochter? Ja, wir haben sogar sehr guten Kontakt. Ja, und tatsächlich, ja, kam das so an meinem 30. Geburtstag. Haben sie auch meinen neuen Partner kennengelernt? Und haben den super, super offen angenommen und verstehen sich auch sehr gut mit ihm. Ich bin ja da nochmal schwanger geworden. Also wir haben wirklich Patchwork, Patchwork, das ist immer so. Er hat einen Sohn. Ich habe einen Tochter und wir haben zusammen einen Sohn. Und auch unser kleiner, der wird von Markus Familie als Enkel angesehen. Tatsächlich. Die kommen auch zu seinem Geburtstag. Und ja, mein Freund. Freund hat mir Anfang des Jahres einen Antrag gemacht. Ah ja, in welcher Beschreibung, in welcher Situation? Oh, total schön. Ja. Ich reite schon immer mein Leben gern und ich habe zwei Fährde und mein Freund hat mit Fährden gar nichts zu tun, überhaupt nichts. Und er hat dann seit letztem Jahr heimlich ein bisschen reitunterricht genommen. Oha, das muss liebe sein. Ja, und dann wurde ich dann Anfang des Jahres von einer Freundin zum Stall zitiert und kam dann da an und dann sagt sie ja, Jesse wird schon fertig gemacht. Also mein Fährte ist Jesse und dann haben wir da gewartet und dann gucke ich und er kam vom Wettim auf meinem Fertangesippen. Okay. Ja, und dann ist er halt abgestiegen und dann hat er halt dann gesagt, warum wir da sind und ist dann auf die Knie gegangen und hat mir einen Antrag gemacht. Oha. Und den habe ich dann angenommen und ja, dementsprechend ist es jetzt mein Verlubter und wir werden dieses Jahr im August auch noch heiraten. Wie schön. Und Markus Familie kommt auch zur Hochzeit. Oh wow. Also das hört sich alles so gut an, also erstmal freut mich das sehr zu hören, dass du. Ja, du warst ja so dabei, diese Familie aufzubauen und jetzt ist sie da anders Patchwork, aber es fühlt sich ja auch da jetzt offenbar alles gut zusammen. Nun war das, was du damals erlebt hast ja ja traumatisierend. Ich glaube, das kann man gar nicht anders ausdrücken. Hast du das Vertrauen ins Leben komplett wieder oder gibt es manchmal noch Situationen, in denen du dir vielleicht mehr Sorgen machst, jetzt dass das Glück nicht wieder weg ist, was weiß ich, wenn dein Partner, dein Verlubter muss ich ja sagen. Und wie mal länger weg ist oder so, also gibt es manchmal noch Situationen wie diese das. Ja, tatsächlich. Doch, auf jeden Fall, also so 100 Prozent abschalten kann ich das leider nicht. Also es gibt immer mal wieder Situationen, ich mein Verlubter, sonst sage ich mal Freund, aber ja, es ist ja ein Verlubter. Er weiß das natürlich und er versucht da auch eigentlich immer dran zu denken, dass wenn er irgendwie länger arbeiten muss, dass er mir dann Bescheid gibt. Aber es gibt halt auch mal Momente, wo er das dann vergisst, weil er halt auch für Arbeit stress hat und ich mache mir halt schon direkt Sorgen. Wenn er jetzt zum Beispiel Verspeitung hat und ich dann eine Feuerwehr dann Krankenwagen höre, dann ist es bei mir vorbei. Also wirklich, das kann ich halt auch leider nicht anabstellen. Also das ist so tief in mir drin, dann kriege ich eine innerer Unruhe, dann merke ich richtig, wie mein Herz gras, ich fang an zu schwitzen, obwohl ich ja in dem Moment noch gar nicht weiß, was jetzt überhaupt los ist. Aber mein Körper ist dann direkt in so einer Schockstache so Moment, es könnte sein, dass jetzt wieder was passiert ist. Und ich glaube, das wird man leider nie so 100% los. Also es ist bei mir jetzt dieses Jahr schon das 11. Jahr und es ist besser, ich bin ruhiger und ich habe wieder mehr Vertrauen ins Leben. Aber ich sage mal, ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ach, das ist für mich komplett gegessen. Und das ist halt leider nicht, das ist schon so tief drin, dass ich das nicht 100% abschalten kann. Und wenn du alles zusammennimmst und auf das Schaust, was du erlebt hast, auf das, was du jetzt auch alles hast gerade, was ist dir heute im Leben wichtig? Tatsächlich bin ich sehr dankbar, dass ich gesund bin, dass ich gesunde Kinder habe, ein gesunden Mann. Dass wir hier sind und leben dürfen. Und tatsächlich war ich früher mit Markus immer so ein extremer Sparfuchs. Ich wollte immer Geld sparen und wenn er dann gesagt hat, komm, wir gehen mal essen, nee, komm, wir sparen lieber, wir sparen lieber und das habe ich tatsächlich abgelegt. Also heute weiß ich einfach, ich kann auch morgen nicht mehr aufwachen, dass man weiß, es halt einfach nie. Und dann möchte ich mir vielleicht doch heute noch was gönnen und vielleicht doch mal essen gehen und mir vielleicht doch mal ein neues paar Schuhe gönnen. Also da bin ich tatsächlich lockerer geworden, da sich sagen, okay, ich weiß einfach, es kann super schnell gehen und deswegen genieße ich jede Sekunde und bin auch jetzt nicht mehr so verbissen mit Sparen, weil ja letztendlich hatte Markus jetzt auch nichts davon. Muss man ja leider sagen. Vielen Dank, Jasmin. Also sehr schön, dass du wieder in so ein ausgefülltes Leben gefunden hast und das so genießen kannst. Schöner Restaurantbesuche inklusive. Und ja, ich wünsche dir weiter einfach eine gute Zeit mit all deinen Lieben um dich rum. Es sind ja viele. Ja, vielen Dank. Ja, genau. Wir sind jetzt eine sehr große Familie. Ja, das war das wahre Leben, ein ARD-Podcast vom SWR und vielen Dank auch an meinen Team, der Fraktion Barbara Christophas, wenn Hauser, Lena Manger, Isabelle Meyer, Produktion, Michael Wagner und Jens Baumgart. Und vielen Dank auch an euch fürs Zuhören und falls ihr gleich weiterhören wollt, dann habe ich noch eine spannende Empfehlung für euch. Der verbotene Vater, Schicksal eines französischen Besatzungskins, ein Podcast über eine ganz persönliche Familiengeschichte, für die sich meine Kollegin Anklein knächt auf Zeitreise begeben, mitten rein in eine folgenreiche Liebesgeschichte zwischen einer Deutschen und einem französischen Soldaten kurz nach Kriegsende am Bodensee. Drei spannende Folgen der verbotene Vater bei alles Geschichte der History Podcast in ARD-Sounds. Und solltet ihr Kritiklob oder selbst eine interessante Geschichte zu erzielen haben, meldet euch wie immer unter das wahre Leben at SWRDE. Ich bin Michael Schreimricher. Wir hören uns. [Musik]

Podcast Summary

Key Points:

  1. Yasmin und Markus lernten sich bei einem Dorfturnier kennen, kamen schnell zusammen und heirateten kurz nach der Geburt ihrer Tochter.
  2. Nach einem aufregenden Jahr mit Hauskauf, Hochzeit und Geburt verunglückte Markus tödlich auf dem Weg zur Arbeit, nachdem er verschlafen hatte.
  3. Yasmin hörte die Feuerwehr, fuhr zur Unfallstelle und erfuhr später im Krankenhaus, dass Markus seine schweren Kopfverletzungen nicht überlebt hatte.
  4. Der Unfall prägte Yasmin tief; sie betont, dass Markus normalerweise nicht raste, sondern nur in Eile war.

Summary:

Yasmin beschreibt Markus als einen stets gut gelaunten und offenen Menschen, den alle mochten. Die beiden lernten sich bei einem Fußballturnier kennen, wo Markus spontan als ihr Freund auftrat. Nach einer schnellen Beziehung, die sogar Yasmins geplantes Australien-Jahr unterbrach, folgten Heirat und die Geburt ihrer Tochter.

Das Paar zog in ein eigenes Haus und genoss eine intensive, glückliche Zeit. Wenige Tage nach dem ersten Geburtstag ihrer Tochter verunglückte Markus jedoch tödlich, als er auf dem Weg zur Arbeit zu schnell fuhr, weil er verschlafen hatte. Yasmin hörte die Feuerwehr, fuhr der Einsatzstelle hinterher und erfuhr im Krankenhaus die schreckliche Nachricht.

Sie durfte nicht sofort zu ihm, was sie quälte. Als sie ihn sah, war er durch schwere Kopfverletzungen entstellt, und sie legte sich noch einmal an seine Brust, um Abschied zu nehmen. Der Unfall hinterließ eine tiefe Lücke in ihrem Leben, und sie ist nun alleinerziehend mit ihrer Tochter.

FAQs

Sie haben sich bei einem Dorf-Fußballturnier kennengelernt. Markus hat sie vor einem anderen Mann als seine Freundin ausgegeben, und am nächsten Tag schrieb er ihr bei Facebook.

Sie brach die Reise nach etwa drei bis vier Wochen ab, weil der Liebeskummer wegen Markus zu groß war. Sie zog direkt nach der Rückkehr zu ihm.

Sie zogen im Januar in ihr Eigenheim, heirateten im Mai und bekamen im September ihre Tochter.

Markus verschlief und eilte zur Arbeit. Yasmin hörte später die Feuerwehr und sah sie in seine Richtung fahren. Sie folgte dem Fahrzeug und erfuhr, dass Markus verunglückt war.

Im Krankenhaus sagte der Arzt trocken: 'Er hat's nicht geschafft.' Sie brach zusammen, durfte dann aber zu ihm, um Abschied zu nehmen.

Er war immer gut gelaunt, offen und positiv – ein 'Everybody's Darling', den jeder mochte.

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