Wie war das damals…? Als Deutschland zum Einwanderungsland wurde
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Der Podcast beleuchtet den wilden Streik bei Ford Köln im August 1973 als Wendepunkt. Tausende, meist türkische Gastarbeiter, traten für gleiche Löhne und bessere Arbeitsbedingungen ein. Dieser Streik symbolisierte ihren Wandel von als temporär angesehenen Arbeitskräften zu Menschen mit dauerhaften Ansprüchen. 1973 war ein Jahr ähnlicher Arbeitskämpfe, wie beim Autozulieferer Pierburg, wo Frauen gegen Lohndiskriminierung protestierten. Diese oft illegalen "wilden Streiks" erfolgten ohne Gewerkschaftsunterstützung. Der Ölpreisschock im Herbst 1973 beendete das Wirtschaftswunder, führte zu Wirtschaftskrise und Massenarbeitslosigkeit. Als Reaktion verhängte die Bundesregierung unter Willy Brandt einen Anwerbestopp für Arbeitskräfte aus Nicht-EWG-Ländern wie der Türkei. Dieser Stopp beendete die seit den 1950er Jahren bestehende gezielte Anwerbung von "Gastarbeitern" aus Südeuropa, die ursprünglich zur Behebung des Arbeitskräftemangels gedacht war und oft mit prekären Lebensverhältnissen einherging. Die Maßnahme offenbarte jedoch die tiefe Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von diesen Arbeitskräften in Schlüsselbranchen. Letztlich führte der Anwerbestopp nicht zur Rückkehr, sondern zum dauerhaften Verbleib der Migranten und ihrer Familien, wodurch Deutschland ungeplant zu einem Einwanderungsland wurde.
Alles Geschichte. Ein Podcast von Bayern II. In der ARD Audio-Tek. Wir verlassen, in Betrieb nicht. Wir bleiben hier und die Spezisch übernimmt die Kontrolle. Und dann steigt wird weise gehen. Freitag der 24. August 1973 in der Montagehalle der Kölner Fortwerke. Hier beginnen Tausende Arbeiterinnen und Arbeiter, die meist aus der Türkei stammen, ihre Arbeit niederzulegen. Es ist der Beginn eines Streiks der endige Geschichte der Bundesrepublik eingeht. Denn es geht hier nicht einfach um mehr Lohn. Es geht um die Gleichbehandlung von sogenannten Gastarbeiter und Arbeitskräften, die aus Deutschland kommen. Die streikenden fordern eine Markmeer für alle Beschäftigten als Teuerungszulage und zwar egal, ob sie Deutsche sind oder Gastarbeiter. Und dazu eine niedrigerer Fisbandgeschwindigkeit in der berühmten Ypsilonhalle. Das ist die Montagehalle in der fast nur migrantische Arbeitskräfte schuften. Dann zweimal zehn Minuten Pause für die Bandarbeiter und eine bezahlte Waschpause. Außerdem die Rücknahme von Kündigungen, von Kolleginnen und Kollegen, die zu spät aus ihrem Urlaub zurückgekehrt waren. Denn ein Heimatbesuch in der Türkei in Griecheland und in Yugoslavien mit dem Auto, das war in der Urlaubszeit von 16 Tagen oft nicht zu machen. Und der längere und natürlich unbezahlte Urlaub war von der Werksleitung bis dahin immer toleriert worden. Doch damit ist nun Schluss, wer nicht pünktlich zur Arbeit erscheint, fliegt. "Wirklich an euch, die den Bundelalane ist ein Zikollonal!" Damals sind bei dem Fortwerken etwa 12.000 Arbeiterinnen und Arbeiter beschäftigt die nicht aus Deutschland stammen. Immerhin ein Drittel der Gesamtbelegschaft. Und bei den harten Fließbandjobs in der Montage Halle Y sind 9 von 10 Beschäftigte sogenannte Gastarbeiter. Und die fordern nun endlich nicht nur als billige Arbeitskräfte gesehen zu werden, sondern als Mitarbeiter mit Rechten. Ja und so ist dieser wilde Streik bei fort im Jahr 1973 vielleicht auch der Startpunkt dafür, dass sich ab da die sogenannten Gastarbeiter nicht mehr als billige Aushilfen aus dem Ausland sehen. Die kurz zum Aushelfen beim Aufbau unseres Wirtschaftswundes nach Deutschland gekommen sind. Sondern sie sehen sich jetzt immer mehr als Menschen, die in diesem Land mit ihren Familien leben und arbeiten wollen. Und damit sind wir wieder mitten drin bei "alles Geschichte, wie war das damals?" Mit Christian Scharf und Michael Zahmezer und wir fragen uns heute, wie war das damals als Deutschland mehr oder weniger ungeplant ein Einwanderungsland wurde. Aber zunächst müssen wir erst mal die Geschichte vom Kölner Fortstreik im Spätsommer 1973 weitererzielen. Der geht über Tage weiter, tausende Streikende halten das Fortgelände über Tage besetzt. Sie kochen unter freien Himmel, schlafen auf Matratzen zwischen dem Maschinen für gleiche Löhne, bessere Arbeitsbedingungen. Klingt jetzt vielleicht ein bisschen nach Arbeitnehmer Solidaritätsidil, alle gemeinsam für bessere Arbeitsbedingungen. Aber so ist es nicht. Die Geschäftsleitung lehnt die Forderungen ab und holt die Polizei. Die Stärkenpolizeikrefte waren angefordert worden, nach dem Arbeitswillige Deutsche und auch türkischer Arbeitnehmer in einer Art von Selbsthilfe gegen die Streikenden und ihren Herzenkern vorgingen. Mit Hilfe der Unternehmensleitung des Betriebsrates und der Arbeitswilligen konnte die Polizei schließlich alle mutmaßlichen Streikernführer festnehmen. Dieser Streik ist ein sogenannte Wilderstreik, weil er nicht vom Betriebsrat unterstützt und nicht von den Gewerkschaften organisiert worden ist. Und so etwas, also ein Arbeitskampf, der nicht an Tarifverhandlungen geknüpft ist und zu dem nicht von Seiten der Gewerkschaften extra aufgerufen wird, ist nach deutschen Streikrecht illegal. Und der wilde Streik bei Fort war nicht der einzige Streik vor den sogenannten Gastarbeitern in der Bundesrepublik. Im Jahr 1973 holt eine Welle von solchen Ausständen durch das Land. Es sind über 300. Übrigens stehen auch viele Frauen mit dem Streikplakat in der Hand vor den Werkstoren in Nordrhein-Westfalen. Bundesweit für Aufmerksamkeit sorgt da der wilde Streik von migrantischen Arbeiterinnen beim Autozulieferer Pierburg in Neues. Es ist kein kleiner Betrieb, der hat 3000 Beschäftigte, 70% von Sint-Ausländerinnen und das sind vor allem Frauen aus Joghuslawien, die da arbeiten. Und die müssen harte Arbeitverrichten am Fließband. Sind aber nur in der sogenannten Leichtlohngruppe mit 4 mag 70 in der Stunde eingeteilt. Ihre männlichen Kollegen aber verdienen 6 mag 10. Im Juni 1973 reicht es ihnen dann. Sie fordern. Wir haben noch mal gestreiten in Juni und wir haben nicht in Juni und wir haben drei Tage verloren, aber keine Fenis mehr gegeben die Firma. Und wir müssen jetzt weiter machen, bis eine mag kriege. Wir sind der Monat. Einen mag mehr pro Stunde fordern die Frauen von der Pierburg KG in diesem Tageschaubeitrag vom August 1973. Der Arbeitgeber macht äußere Einflüsse für den Streik verantwortlich, wie ein Sprecher dazu sagt. Dieser Streik ist im Wesentlichen auf äußere Einflüsse zurückzuführen. Wir haben mich feststellen können, dass eine Reihe von links extremistischen Organisationen in den letzten Tagen hier tätig gewesen sind und auch ursprünglich eine Reihe von mit Ausländer. Allein das heute Mittag, Entschuldigung heute vor Mittag um 9 Uhr zu einer spontanen und totalen Arbeitsdiederlegung hier gekommen. Die Belegschaft bestreitet aber, dass es von außen er reingetragen worden ist. Ja, das ist mir bekannt, aber unsere Informationen besagen halt eben etwas anderes. Am Ende ist der Druck auf die Firma dann doch zu groß, auch weil sich viele Deutsche in der Belegschaft mit den Frauen solidarisieren. Pierburg schafft die sogenannte Leichtlohngruppe 2 ab, aber ruhiger wird es deshalb nicht in diesem Streikjahr. Denn dann kommt der Herbst 1973 der sogenannte Ölpreis-Schock. Der Wirtschaftsbuhm, der Deutschland seit den 50er Jahren mehr oder weniger ein stetiges Wachstum beschert hat, ist mit einem Schlag vorbei. Der Grund der Bundesrepublik geht das billige Benzin aus. Seit etwa einer Woche haben viele Tankstellen nur zeitweise geöffnet. Münstangstellen sind geschlossen, Kanister werden nur noch selten gefüllt. Treibstoffbeschaffung wird zum Problem. Ja, es ging jetzt also am Wochenende schon mal los. Und Freitag hatte ich keinen gekriecht, sondern auch nicht. Sondern da war hier zu. Und heute morgen haben wir erst mal 20 Liter übrig. Hier ist es mir eigentlich nicht gelungen, ich bitte zu bekommen, woanders was, also nicht möglich. Es ist irgendwie scheint es her dazu werden. Wir gehen was Benzin nur in gewissen Mengen aus. Die Stammkunde kommt 20 Liter und fremde bekommt 10 Liter. Wir wollen uns bekommen, wir stammkunden voll und alle anderen nur für 5 mag. Hintergrund ist der Jom Kippurkrieg im Namen Osten. Arabische Länder wie Ägypten und Syrien greifen Israel im Oktober 1973 am höchsten jüdischen Feiertag mit Panzern und Flugzeugen an. Saudi Arabien kommt den Angreifern zur Hilfe und setzt darauf hin, sein Öl als Waffe ein und beginnt die USA. Die Schutz macht Israels nicht mehr mit belegen Öl zu beliefern. Die Folge der Ölpreis steigt und steigt auf umbekannte Höhen und schickt so die amerikanische, aber auch die Westeuropäischen Volkswirtschaften auf Talfahrt, die ja darauf aufgebaut sind, dass Energie billig und immer verfügbar ist. Und zum ersten Mal in der Geschichte der noch jungen Bundesrepublik steigt die Inflation und zwar kräftig und auch die arbeitslosen Zahlen gehen nach oben auf über eine Million. Die Bundesregierung und der SPD-Kanzler Willy Brandt muss handeln und er lässt erst mal Energie sparmarsnahmen. Zum Beispiel die berühmten Autofreinsontage im Herbst 1973. Wir kennen ja die Bilder von den leeren Autobahnen und Kindern, die auf den Bundesstraßen Rollhocke spielen. Das mutet heute richtig Skuril an. Die Autobahnkreuzer in unserem Landes wurden zum Idyll zu einer von Sonntagsausflügleren bestaunden Kuryosität. Und damit gescheit was, was bei vielen Bürgern des Landes auch als innere Einstellung erkennbar war. Mein Name diesen ersten autolosen Sonntag noch nicht allzu ernst. Mehr als Spektakel, denn als eine für alle wichtige Vorsorgemaßnahme zur Energiesicherung. Die Dülle auf den Autobahnen kann aber nicht länger darüber im Wektäuschen. Es herrschen Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrise. Die Lage ist derart ernst, dass Willy Brandt am 23. November 1973 im Interview mit den Tagesthemen folgendes verkündet. Wir lassen die Dinge nicht einfach auf uns zukommen. Das sehen Sie schon daraus, dass wir angeordnet haben, dass der Arbeitsminister dafür zuständig ist. Hat das bisher weiteres ausländische Arbeit, nehmen wir nicht neu Heirein genommen werden können in die Bundesrepublik? Das heißt also mehr Sicherheit für deutsche Arbeitnehmer in der Bundesrepublik und ein Abschotten nach außen gegenüber Ländern, die nicht zu ewige gehören. Die aber große Kontingente an Arbeitskräften in die Bundesrepublik entsand haben. Ja, dieses ist keine. Törtig keine feinselige Haltung gegen den ausländischen Arbeitnehmern. Wir müssen in einer solchen Situation natürlich zuerst an unsere eigene Landsleute denken. Zu diesem Zeitpunkt, also im Herbst 1973 arbeiten in Westdeutschland ungefähr 2,6 Millionen Menschen, die keine deutsche Staatsbürgerschaft haben. Das Einwanderungsgesetz aus dem Kabinett Brandt verfügt nun das ab sofort keine Arbeiterninnen und Arbeitern mehr aus Ländern außerhalb der EVG, dem damaligen Vorläufe der Europäischen Union, also aus der Türkei, Griechenland, Yugoslavien, angeworben werden dürfen. Arbeitserlaubnis sollen nur diejenigen bekommen, die ohnehin schon in Deutschland leben. Die 8 Außenstellen des Arbeitsamtes im Ausland unter Andertien Istanbul, die ja für die Anwerbung der Gastarbeiter zuständig waren, werden geschlossen. Und auch andere Länder in Europa versuchen nun den Zugzug von Arbeitsmigrantinnen und Migranten schwerer zu machen. Staaten wie Großbritannien die Schweiz, Dänemark und Schweden hatten schon vor der Ölkrise länger darüber diskutiert, wie man die Zahl der Arbeitsmigranten in ihren Ländern verringern kann. Der Ölbreschock und die Folgen waren nun ein willkommener Anlass, die schon lange diskutierten Begrenzungen in die Tat umzusetzen. Anwerbe stopp, das ist das Ende eines wichtigen Kapitels in der Geschichte der Bundesregierung.
begonnen hat es mit der der 50er Jahre und die Geschichte des wirtschaftlichen Aufstiegs Westdeutschlands lässt sich ohne dieses Kapitel nicht erzählen. Es sind nämlich die sogenannten Ausländer Anwerbe abkommen. Und das beginnt in einer geradezu legendär verklärten Zeit der Zeit des Wirtschaftswunders. Was darf sonst noch sein? Karpan. Karpan bekommt wir leider es morgen wieder genähtige Form. Was? Keine Karpan? Mit mir leid genähtige Form. Und die wollen an die Likateres Geschäft sein? Dass sie nicht lachen? Wie stellen Sie das eigentlich vor vor, Lein? Keine Karpan? Im Volkswagenwerk wurde die Produktion seit 1945 von Jahr zu Jahr gesteigert. Am Fließband entstehen täglich fast 200 Volkswagen. 1950 soll die Jahresleistung 70 bis 80.000 Wagen betragen. Alle zwei Minuten läuft ein neues Fahrzeug vom Fließband. 50.000 waren es allein in den letzten zehn Monaten. Und so trat der Gesangverein beim Wirt zum goldenen Löwen ein. Herr Wirt, Herr Wirt, die Kähle ist verdammt. Wir wollen Coca-Cola haben und zwar uns was um Kopf. Der Kassenwart ging ans Klavia und spielte dazu dieses hier. "K Coca-Cola, ob du singst im Männerkore, ob mitamen Koyen mischt, ob am Abrunden vor dem Pore, Coca-Cola, das darf ich." Herr Ha, da freuen sich die Deutschen wieder ihres Lebens mit Karpan und Cola. Und der VVK war aus Wolfsburg mausert sich vom Nazi-Mobil zum Symbol für eine neue Zeit des Wohlstands, der Eigenheime und der Sanitorte. FDD statt FDH fris, der Stadt fris, die Hälfte. Keine 15 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Deutschen bauen an ihrem neuen Ruf in der Welt. Tüchtig erfindungsreich, dies zipliniert. Es ist das legendäre Wirtschaftswunder. Ja, aber so ein Wunder war es ja dann eigentlich nicht. Nicht? Aber die Vollbeschäftigung und der Ehr hat mit seiner Zigarre die starke Demark, also der Marvel-Held unter den Nachkriegswährungen in Europa. Ja, aber ausgerechnet Wirtschaftsminister Ludwig Erhard, der ja als Vater des Wirtschaftswunders verehrt wird, mag dem Begriff gar nicht. Sehr gegen meinen Willen. Spricht man in der Welt allen Halben von einem deutschen Wunder. Jegen meinen Willen, deshalb, weil es gar kein Wunder ist, sondern weil es die natürliche Konsequenz des Fleises und der Düchtigkeit eines ganzen Volkes zu verdanken, ist, wenn wir da hingekommen sind. Die Westdeutsche Wirtschaft hat aber nur Wachstumssprünge nachgeholt, die durch den Krieg ausgefallen sind. Das sagen jedenfalls heute namenhafte Wirtschaftshistoriker. Jedenfalls schon Ende der 1950er Jahre hatte die deutsche Wirtschaft ein Problem. Nämlich den Arbeitskräftemangel. Viele deutsche Männer waren ja im Krieg gefallen und die Unternehmen steigerten aber trotzdem nun ihre Produktion. Was also tun? Arbeitskräfte aus dem Ausland müssen her. Aber natürlich nicht, wie noch im Nazi-Reich als sogenannte Fremd oder Zwangsarbeiter, sondern mit dem Versprechen, am Wohlstand Marker BRD teilhaben zu können. Aber vor allem das Wirtschaftsministerium will natürlich verhindern, dass die Unternehmen selbst umkontrolliert, Arbeitskräfte ins Land holen, jenseits der Tarifverträge. Deshalb gibt es Anwerbe abkommen. Schon 1955 schließt die Bundesrepublik das erste Abund zwar mit Italien. Obwohl zu diesem Zeitpunkt noch eine Million deutsche Arbeitslos gemeldet sind und diese Anwerbung stößt auch nicht gerade auf Begeisterung bei den Deutschen. Ein Ende des Gastarbeiter Stromes ist nicht abzusehen. Zwei Millionen Ausländer, davon rund 600.000 Frauen, arbeiten bereits in der westdeutsche Industrie. Die Bundesanstalt für Arbeit schließt zurzeit im Auftrag der Firmen in folgenden Ländern Arbeitsverträge ab. In Portugal, Spanien, Italien, Yugoslavia, Griechenland und in der Türkei. Köln, Montag 19.28 Turken, Dienstag 9.03 Griechen, Dienstag 18.25 Yugoslavia. Mittwoch 15.46 Italiener. Aber schon 19.60 gibt es mehr offene Stellen als Arbeitskräfte und dann kommen die Abkommen mit Portugal Griechenland Tunisien-Marokku und der Türkei. An diesen Namen hört man schon ein bisschen raus, welch gravierende Auswirkungen diese Anwerbe abkommen, allein kulinarisch auf Deutschland bis heute haben. Einmal Döner mit Schafbitte oder Poseidonplatte. Ohne die sogenannten Gastarbeiter, alles und denkbar. Die Menschen, die da kommen, um am Fließband in Bergwerk oder bei der Müllabfuhr zu arbeiten, bringen ihr ein Leben mit eine Kultur, Gewohnheiten, Religion und Musik. Man muss dazu sagen, die Heimatländer haben damals ein sehr großes Interesse daran, mit der BAD solche Abkommen abzuschließen. Vor allem die Türkei, denn dort ist seit den 60er Jahren viel in Bewegung, soziale Unruhen, eine schnellwachsende Bevölkerung und eine hohe Arbeitslosigkeit. Als dann die ersten Türken wieder zurückkommen. Auf Urlaub in Irland, da schwärmen sie dann von den angeblich paradiesischen Zuständen in Deutschland. So packen immer mehr Männer in der Türkei ihre Koffe, oft nur die Pop-Kartons, verabschieden sich von Frauen, Kindern und gehen zur Aufnahmestelle in die nächste größere Stadt. Und dort warten dann schon deutsche Ärzte. Die britische BBC hat das Auswahlverfahren in einer Reportage gewürt. Wie kommen die türkischen Frauen und Männer im Wirtschaftswunderland Deutschland an? Meistens natürlich am Bahnhof, nach einer tagelangen Bahnfahrt. Der Bahnhof wird für sie auch oft sein zum zentralen Informationstreffpunkt. Dort kommen die Landsleute an und dort kann man sich austauschen. Und am Anfang werden die Neuankömmlinge sogar mit Plasmusik und Schick der Rassabumbi grüßt. Berühmt ist da der ein-millionste Gastarbeiter. Armado, Sarah Rodriguez, die deutsche Wirtschaft braucht in uns eine Kollegen aus dem Süden. Zum Start ins Wirtschaftswunder erhebt ein Mo-Pet als Gastgeschehen. Willkommen zu Kultur mit hintergedanken. Da gingen eigentlich deutsche wie Türken davon aus, dass die Gastarbeiter auch wirklich nur Gäste bleiben. Ein paar Jahre arbeiten, das Geld dann brav nach Hause schicken und dann als gemachte Männer in die Türkei zurückkehren. Das war auf der Plan, ob die Gastarbeiter Deutsch lernen, ob sie mal aus ihren Barraken unterkünften in bessere Wohnungen ziehen würden. Daran hat damals eigentlich keiner gedacht. Apropos Barraken, wie die sogenannten Gäste aus Italien Portugal und der Türkei im Wirtschaftswunderland Deutschland leben müssen, das ist heute kaum noch vorstellbar. In den Anwerbe abkommen ist zwar von angemessenen Unterkünften die Rede, die von den Unternehmen in Deutschland zur Verfügung gestellt werden müssen. Was aber angemessen genau bedeutet, das wird nicht näher spezifiziert. 1969 macht das AID-Magazine Report einen Besuch in einem Berackenlager der Siemens Bauunion in München für mehrheitlich italienische Gastarbeiter. In diesem Raum sind wir zu neun. In der Wohnung sind vier Familien. Wir haben keine Küche. Das ist die Küche. Wir haben kein eigenes Barth. Es gibt nur ein Barth für alle vier Familien. Was gibt es nur ein Barth draußen? Ein Barth, ein Locos, Baster. Ich zahle 280 Mark im Monat. Der Haus wird möchte 400 Mark im Monat laufen. Und das sind oft wirklich unzumutbare Umstände. Echte Drecklöcher, in denen die Menschen da leben müssen, die man ja schließlich gerufen hat. Was aber schon damals klar ist und was ja auch in dem Report klar gemacht wird, die westdeutsche Wirtschaft ist abhängig von der Arbeitskraft der sogenannten Gastarbeiter. Das hat einen Showmaster und Schlagaster am Anfang der 70er-Jahre besungen, der eigentlich auch ein Import ist. Nichts geht ohne Gastarbeiter. Singt Rudi Carell 1970. Wir haben für diese Folge von "Wiva das damals" mit dem Dokumentalfilm "Chemkei" sprechen können. Er hat letztes Jahr auf der Berlinale den Publikumspreis für seinen Dokumentalfilm "Ask Mark V. Ylum" liebe, deutschmark und tot gewonnen. Darin geht es um die Musik der Arbeiterinnen und Arbeiter aus der Türkei in Deutschland, die hier einen völlig eigenständigen Kosmos gebildet haben, ohne dass die westdeutsche Gesellschaft viel Notiz davon genommen hätte. Er hat sich wie kaum ein anderer mit der Lebensgruppe.
Das ist die Möglichkeit und dem Alltag der türkisch-stämigen Menschen in Deutschland beschäftigt. Und er sagt, Deutschland braucht er die Menschen aus der Türkei ebenso stark, wie die ihren Job in Deutschland gebraucht haben. Die Wirtschaft hat das ja schon gewusst, schon zuvor gewusst, dass man abhängiges von Arbeiterinnen und Arbeiterinnen, also von der industriellen, reserwe Armee. Sollte es ja bezeichnet. Aber was Deutschland natürlich gemacht hat, also was die Wirtschaft gemacht hat dadurch, dass das Bildlich war, Arbeitskräfte aus dem Ausland zu akquirieren, die natürlich Investitionen versäumt und Modernisierung und das war dann auch abhängig. 1973 der Anwerbestopp hat ja auch dazu geführt, dass viele Betriebe und auch ganze Wirtschaftsweige dann ohne Arbeitskräfte darstanden. Also die Gastronomie zum Beispiel, die stand dann auf einmal da, weil es keine Hotelmetien, auch keine Zimmermetien mehr in Hotels gab und keine Kälner zum Beispiel. Deutsche wollten diese Arbeiten zum Beispiel nicht verrichten. Dann zum Beispiel so einen Tüssenberg in Rämscheid hat auf einmal keine Gussarbeiter mehr, weil das einfach zu Krass zu harte Arbeit war. Und auch bei der Münchner Müllabfuhr weiß man nicht, wie der Betrieb ohne Arbeitsmigranten funktionieren soll. Hier eine Fernsehreportage aus dem Jahr 1974. Sie meinen, dass Deutsche die Arbeiten nicht machen wollen? Ja, ich glaub, kam da, ich war da noch weh, ich rückte. Warum ist der Verdienst? Das ist die Runde im Verdienst, sondern um den Dreh. Die beiden Wind und wiederher sind, um sich da rinkt oder schneit ist, wenn wir bei uns sogar ein paar Unterstellungen oder so was gibt es bei uns nicht. Geht das beton? In der Truppe die Bude geht oder so was, haben wir gar nicht. Und das muss natürlich keine Deitsche nicht machen. Glauben Sie das an, dann auch Deutsche wieder so was machen? Wahrscheinlich schon, weil das hat man ja gesehen, also nach dem Krieg und so, aber auch noch ein ganz schlechten Bezahlung bei der Stadt, wo viele Flutters da ja auch mal kommt, aber jetzt so die Lage jetzt erschafft, habe ich Verhufung, dass wir da die Deitsche arbeiten bringen. Und trotz dieser engen Verflüchtungen von deutscher Wirtschaft und Türkei-Stämiken Arbeitskräften kommt es eben zur Ölkrise von 1973 und zum Anwerbestopp. Eigentlich eine ziemlich schlechte Idee, in einer kriselnden Wirtschaft den Zugriff auf billige und willige Arbeitskräfte zu verwallt. In jeden Fall zwirkte Anwerbestopp vom November 1973 in eine ganz andere Richtung als geplant. Der Anwerbestopp lässt zwar kurzfristig die Zahl der ausländischen Erwerbstätigen sinken, die meisten der ehemaligen Gastarbeiter bleiben, aber nun dauerhaft. Denn wären Sie wie ursprünglich vorgesehen unter den nun geltenden Bestimmungen auch nur zeitweise in Ihrer jeweiligen Heimatländer zurückgekehrt, hätten Sie nie wieder in Deutschland arbeiten können. In Ihrer Heimat gibt es aber nach wie vor für viele von Ihnen keine Perspektive, zumal die Türkei gerade ein politisch sehr instabiles Land geworden ist. In dem teilweise bürgerkriegsendliche Zustände herrschen und die Infektionsrate auf mehr als 100 Prozent steigt. Und so lassen sich die meisten Nieder- und Hohen ihre Familie nach, was die Bundesregierung auch bis dahin erlaubt hat. Die Zahl der Ausländer steigt also weiter trotz Anwerbestopp. Und aus den Gastarbeitern werden dann so ganz allmählich einwandere. Und das hat dann ganz andere Auswirkungen auf die Gesellschaft im Westdeutschland, wie uns Cem Kaya erzählt hat. Und als das am Passiertes, als der Anwerbestopp dann kam, das war im November 1973, hat es aber einen gegenteiligen Effekt gehabt. Und zwar haben viele Arbeitsmikrantinnen gefüchtet, dass die Gesetze noch verschärft werden würden und haben begonnen, ihre Familien nachzuholen. Das war damals noch möglich. Der Familienzuzug hat dazu geführt, dass es hier auf einmal einen Binnenmarkt gab. Man ist ja vom Lagerleben ins Familienleben auf einmal geswitched. Da vorgab es ja die Arbeiterheime. Die meisten Arbeiterinnen haben in diesen Heimen gewohnt. Auf dem freien Wohnungsmarkt waren die gar nicht. Dadurch hat sich dann, also erstens mal, wurde der Wohnungsmarkt belebt, weil auf einmal kamen die Familien und man hat Wohnungen gebraucht. Dann hat man den Migrantinnen natürlich die ganzen Sanierungsbedürftigen-Wohnungen erstmal angedreht für Horendepreise. Also richtige Löcher waren das zum größten Teil. Dann gab es aber auch Bedürfnisse, neue Bedürfnisse. Man brauchte die Lebensmittel zum Beispiel aus der Türkei. Also sowas wie eine Obergine zum Beispiel. Könnte man im Deutschland damals gar nicht kaufen. Kann man sich heute gar nicht vorstellen. Und durch die Massenentlassungen 1973 waren ja auch viele Menschen, wollten sich selbstständig machen. Also das war, weil die einfach keine Lust mehr hatten, im Betrieb zu arbeiten, weil die migrantischen Arbeiter*innen, die hatten keine Aufstiegsschancen in den Betrieben meistens. Also außer sie waren besonders fleißig. Weil da kam halt die deutschen Arbeiter und Arbeiter*innen, wurden halt bevorzugt. Und deswegen haben viele gesagt, "Naja, jetzt haben wir ein bisschen Geld gespart." Und da machen wir uns lieber selbstständig. Und dann hat das so sukzessive angefangen mit den Restaurants, mit den Lebensmitteläden, mit den Import-Export-Geschäften. Denn dadurch, dass die Familien kamen, gab es ja neue Bedürfnisse. Also man musste ja Hochzeitenfeiern, Verlobungen, Beschneidungen, religiöse Feste, die kurdischen Migrantinnen, haben ja ihr Frühlings, ihr neuer als Fest, Nävelos zum Beispiel gefeiert. Also dafür brauchte es natürlich erstens Infrastruktur, denn es brauchte zum Beispiel für die Feierlichkeiten, brauchte es ja Hallen. Also Hochzeitsäle zum Beispiel. Die gab es ja damals nicht, das hat man ja dann in der Märzverkalle gemacht zum Beispiel. Aber es brauchte ja auch Musiker und Musiker*innen. Also auf einmal gab es hier ein migrantisches Leben, eine Community, die ihre eigenen Bedürfnisse decken musste. Und dann auch Musik natürlich. Also das Thema meines Filmes, eine Musikindustrie hat hier auf einmal stattgefunden, die also ganz total vorbei an der deutschen Musikindustrie. Also die wurde nicht in den Hitparaden abgebildet, zum Beispiel, obwohl zum Beispiel eine Sängerin wie Jükschal Öskersab, die nach die Gal von Köln Millionen verkauft hat. Die hätte eigentlich einen Schatzplatz hier sein müssen, quasi aber nicht, weil diese Platten, weil es die im deutschen Handel nicht gab zum Beispiel. Da hören wir doch zu gern mal rein in den Millionen-Seller aus Deutschland, der es hier nicht mal ins Radjah geschaffen hat. *Musik* Aus den sogenannten Gastarbeiter werden Mitbewohner und Nachbarn. Man kann also sagen, im Herbst 1973 ist die Bundesrepublik zum Einwanderungsland geworden, obwohl die Politik eigentlich vorhatte, die Zahl der ausländischen Arbeiterinnen und Arbeiter in Deutschland zu senken. Ein Einwanderungsland ausversehen. Als die Politik bemerkt, dass die Einwanderungszahlen trotz Anwerbestop weiter steigen, kommt es noch zu weiteren Gesetzen und Vorschriften, die der Einwanderung nach Westdeutschland einen Riegel vorschieben sollen. Auch hier hat uns Cem Kaya ein paar Dinge erzählen können, die so kaum noch bekannt sein dürften. Der Bus kam eher 74, 75, 76, 76. In 76 hat man auch noch so einen Gesetz erlassen, dass man Jugendlichen über 16 Jahre keine Arbeitsgehnämigung erteilt hat. Das ging so ungefähr ein Jahr. Das hat aber bedeutet, dass diese Kids zum Beispiel, die dann in Deutschland waren, keine Berufsausbildung beginnen konnten. Das heißt, denen hat man eigentlich die Zukunft komplett verbaut. 1973 gab es noch eine Diskussion, ob es eine Wirtschaftsabgabe geben soll, also ob die Unternehmen, die nicht deutsche Arbeiterinnen beschäftigen, an den Staat Geld zahlen sollten zum Beispiel. Dann gab es zuzugsperren, just zur gleichen Zeit und dann auch später immer wieder. Das heißt, man hat gesagt, der Anteil der nicht-deutschen Bevölkerung in deutschen Städten sollte 12 Prozent nicht übersteigen. Und so hat man dann gesagt, okay, wenn die Einwohnerzahl schon über 12 Prozent ist, dann dürfen da da nicht mehr hinziehen. Wenn man zum Beispiel nehmen wir an, man hat in Rämscheid gearbeitet, hat aber in 20 km weiter gewohnt, dann konnte man nicht mehr pendeln. Das war dann verboten, dort zu arbeiten. Das war so ganz komische Versuche, das alles so zu regulieren, dass es passt, aber es hat nicht geklappt. Dann gab es im Berlin 1981 den Luma-Erlast. Zum Beispiel, da durften Kinder unter 16 Jahren nicht mehr zu ihren Familien zurück. Das war ein Erlast, das war am Senat vorbei. Das hat der Insenato hier einfach so beschlossen. Was gab es noch? Der eine Rückkehrprämie wurde eingeführt, 1983 unter der Kohle Regierung. Die Betriebe haben dann auch noch mal Abfindungen gezahlt, wenn die Mann zurück in die Heimat gegangen ist. Das gab dann auch wirklich chaotische Zustände beim Mannesmann in Dürsburg zum Beispiel. Weil es gab dann die Rückkehrprämie, die es war, 10.500 Demar, waren das damals. Mannesmann hat noch eine Abfindung bezahlt, an die Arbeiter dort ab. Aber nur wenn sie innerhalb von vier Wochen verschwinden. In den 80er-Jahren versucht dann die Regierung unter Helmut Kohl, die Zuwanderung nach Deutschland zu stoppen oder zurückzudrehen. In dem Protokollen der Koalitionsgespräche zwischen der FDP und der Union heißt es im Herbst 1982. Deutschland ist kein Einwanderungsland. Es sind daher alle humanitärvertreter Maßnahmen zu ergreifen, um den Zuzug von Ausländern zu unterbinden. Und das türkne feindliche Klima setzt sich Anfang der 1980er Jahre über die Parteigrenzen fort. So fordert zum Beispiel Hessens damaliger Ministerpräsident Holger Börner von der SPD, der Zuzug von Ausländern müsse, Zitat, Rigoros gestoppt werden. Kohlvorgänger Helmut Schmidt wird im Sommer 1982 im Stern mit dem Satz zitiert. Mir kommt kein Türke mehr über die Grenze. Sein Kanzleramtsminister Hans Jürgen Wischnefski, auch SPD, markiert sich über die Muslime, die Zitat ihren Hammel in der Badewanne schlachten. Ziemlich ablehnt und aggressiv, was dagegen Türken von der SPD-Fraktion,
höchster Stelle so gesagt wurde. Und nach der Wende, wie geht's für die Gastarbeiter in der neuen der vereinten Republik weiter? Wir dürfen nicht vergessen. Offiziell gab es ja in der DDR keine Kriminalität, keine Versorgungseingpässe, nur glückliche, vollbeschäftigte Werkthetige. Und trotzdem hat auch das Arbeiter- und Bauamparatist DDR-Arbeitskräfte aus dem Ausland geholt, aus dem befreundeten, sozialistischen Ausland versteht sich, vor allem aus Vietnam. Und das hat schon in den 50er-Jahren begonnen. Da kamen wir dynamisische Kinder, Schüler, A zu Bies in die DDR durch sogenannte Solidaritätsaktion. In den 1970er-Jahren hatte dann aber auch der sozialistische Start ein Arbeitskräfteproblem und so wurden aus den Austauschschülern Vertragsarbeiter. Dabei hat aus Berlin aber einen anderen Köder ausgeworfen als Bonn die DDR lockte nämlich mit dem Versprechen im Gegenzug für die Arbeitsleistung auch eine gute Ausbildung zu bieten. Das war auch noch so später, aber in den 1980er war Arbeitssolerfüllung dann doch wichtiger. Die Menschen kamen aber gern freiwillig, denn unter den Bruderstaaten war die DDR der Primus, also auch sowas wie das gelobte Land. Aber wie in der BRD blieben auch in der DDR die Gäste unter sich. Integration war sogar unerwünscht. Wer zum Beispiel eine Liebesbeziehung zur DDR-Bürgerinnen oder Bürgern einging, dem drohte der Rausschmiss. Nach der Wiedervereinigung aber stellt sich die Frage, was geschieht mit den Schätzungsweise 70.000 Arbeitern aus Vietnamen, die bis zur Wende in der DDR arbeiteten. Tatsächlich blieben nach 1990 16.000 von ihnen in Deutschland und deren Status war ungeklärt. Erst 1997 bekamen sie nach vielen Demonstrationen und Protesten ein dauerhaftes Bleiberecht. Aber sie werden auch Ziel von Ausländerfeindlicher gewalt. Im August 1992 entlet sich der Fremdenhas im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen als ein Mob von meist jungen Ostdeutschen unter dem Gejohle der Nachbarn Brandsätze auf ein Wohnheim wirft. "Ich versuche die Polizei wieder ein aus, zwei zu machen, die jungenlichen Stürzen sich alle in eine Richtung laufen an mir vorbei, die Wasserwerfer setzen sich in Bewegung und so geht es eigentlich schon in ganz nahem." Gegen miter Nacht fliegen Brandsätze in die untersten Etagen des Neben-Einganges des Asylbewerberheimes. In diesem Haus wohnen noch ungefähr 100 Wirtner Mesen. In Panik flüchten sie auf das Dach des Hauses. Am Leben bleiben heißt nach oben flüchten, da das Feuer den Weg durch die untersten Etagen versperrt. Eine radlose, hilflose, allein gelassene Polizei reagiert viel zu spät. Erst eine Stunde nach Ausbruch des Feuers greift sie ein. Später werden schwere Vorwürfe erhoben, dass sie nicht einmal die Einsatzkräfte der Feuerwehr schützen konnte, die durch die Gewalthete an den Löcherbeiten gehindert wurden. Die Gewaltwelle von Lichtenhagen 1992 ist nur die Fortsetzung einer Welle ausländerfeindlicher Gewalt durch Neonazis und gewalttätige Jugendliche. Im Jahrzeuvor 1991 trangsalierten Schläger schon über Tage hinweg ein Heim für wird namesische Vertragsarbeiter im sächsischen Heuerswerter und in den folgenden Jahren sind vor einem türkische Familienopfer extremistischer Gewalt. In Möllen und Lübeck insgesamt sterben durch diese beiden Anschläge Neun Menschen. Kanzler Helmut Kohl weigert sich auf die Trauerfeier für die Toten von Solingen zu gehen. Er wolle keinen Zitat Beileistourismus veranstalten. Aber nach den fremdenfeindlichen Anschlägen am Anfang der 90er Jahre solidarisieren sich viele Deutsche mit Ausländern und gehen auf die Straße um ein Zeichen gegen Ausländerfeindlichkeit zu setzen. Die Kloppen drugen die Botschaft hinaus, die Lichter Kettestand dreimal mehr Menschen als die 100.000 erwarteten waren gekommen. Für viele war diese Stummeläuchten dem Mann wach am Straßenrand die erste Demonstration überhaupt. Sie sagten friedlich Nein zu Ausländerfeindlichkeit und Rassismus. Es geht einfach so nicht weiter im Moment und das muss einfach mal was gesagt werden, dass im Niveiner Leute nicht mit den Einverstanden ist, was passiert im Moment. Denn ich bin der gegen eine Rechtsgradigalismus und das Kippag hat er Ende gemacht für die. Weil ich mit fühle, mit den Ausländern und weil sie bei uns auch wirklich hier bleiben sollen und weil wir gern sehen, dass bei uns hier auch die Grenzen offensinniert sind. Kanzler und CDU-Parteischef Kohl selbst schwenkt auch allmählich um. 1993 setzt er gegen innerparteiliche Widerstände durch, dass Ausländer der dritten Generation, die in Deutschland geboren sind, den Deutschen passt bekommen können und er erleichtert damit die Einbürgerung. Die Migranten drüben ganz erheblich zum Wohlstand der Deutschen bei und sicherten deren Renten mit. Erklärt der Kanzler. Und im Jahr 2001 kommt Kohl sogar privat nach Istanbul zur Hochzeit seine Sohnes mit einer türkischen Unternehmastochter. Kanzler Sohn heiratet Türken. So weit waren wir also schon in der Geschichte der Gastarbeiter in Deutschland, von 1958 bis 2001. Und die Geschichte der Gastarbeiter ist natürlich längst auch unsere eigene geworden und sie geht weiter. Vielleicht aber wäre einiges glatter und mit weniger Verwerfungen gegangen, wenn wir uns die Worte von Max Frisch in den 60er Jahren zu Herzen genommen hätten. Wir riefen Arbeitskräfte und es kamen Menschen. Das war eine weitere Ausgabe von alles Geschichte wie war das damals, als wir über Nacht zum Einwanderungsland wurden. Danke fürs zuhören und fürs abonnieren, sagen Michelsamitzer und Christian Schaf und bis zur nächsten Folge sagen wir "Hospchakal", "Arividärci", "Giao", "Antio", "Dravo" und "Sierbus". In Radiowissen ist der Nameprogramm. Wir bereiten die ganze Welt des Wissens vor ihnen aus. Immer gut recherchiert, spannend erzählt und hochwertig produziert. Für alle ist etwas dabei, für Geschichtefans, Leute, die sich für Psychologie und Philosophie interessieren, Kultur und Literaturliebhaber und für den Deep-Dive in Natur und Technik. Wir verraten mit welchen Methoden der innere Schweinehund zu besiegen ist, wie sich Picasso immer wieder neu erfunden hat oder wie der Marschallplan umgesetzt wurde. Aber auch, ob man kreatives Schreiben lernen kann und welche Spinnen bislikt sind. Das und noch viel mehr in Radiowissen. Alle neuen Folgen finden sie in der App der ARD Audio-Teak und überall, wo es Podcast gibt.
Podcast Summary
Key Points:
Der wilde Streik bei Ford Köln im August 1973, angeführt vor allem von türkischen Gastarbeitern, forderte gleiche Löhne und bessere Arbeitsbedingungen und markierte ein neues Selbstbewusstsein der Migranten.
1973 war ein Jahr zahlreicher Streiks von Gastarbeitern, wie beim Autozulieferer Pierburg, die gegen Lohndiskriminierung kämpften und oft als illegale "wilde Streiks" ohne Gewerkschaftsunterstützung geführt wurden.
Der Ölpreisschock im Herbst 1973 beendete das Wirtschaftswunder, führte zu Rezession, Inflation und Arbeitslosigkeit und veranlasste die Brandt-Regierung zum Anwerbestopp für Arbeitskräfte aus Nicht-EWG-Ländern.
Die Anwerbeabkommen seit den 1950er Jahren holten Millionen "Gastarbeiter" für den Arbeitskräftemangel, oft unter prekären Lebensbedingungen, mit der ursprünglichen Idee eines temporären Aufenthalts.
Der Anwerbestopp 1973 offenbarte die strukturelle Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von diesen Arbeitskräften in vielen Branchen und führte zu einem dauerhaften Bleiben der Migranten, wodurch Deutschland de facto zum Einwanderungsland wurde.
Summary:
Der Podcast beleuchtet den wilden Streik bei Ford Köln im August 1973 als Wendepunkt. Tausende, meist türkische Gastarbeiter, traten für gleiche Löhne und bessere Arbeitsbedingungen ein. Dieser Streik symbolisierte ihren Wandel von als temporär angesehenen Arbeitskräften zu Menschen mit dauerhaften Ansprüchen.
1973 war ein Jahr ähnlicher Arbeitskämpfe, wie beim Autozulieferer Pierburg, wo Frauen gegen Lohndiskriminierung protestierten. Diese oft illegalen "wilden Streiks" erfolgten ohne Gewerkschaftsunterstützung. Der Ölpreisschock im Herbst 1973 beendete das Wirtschaftswunder, führte zu Wirtschaftskrise und Massenarbeitslosigkeit.
Als Reaktion verhängte die Bundesregierung unter Willy Brandt einen Anwerbestopp für Arbeitskräfte aus Nicht-EWG-Ländern wie der Türkei. Dieser Stopp beendete die seit den 1950er Jahren bestehende gezielte Anwerbung von "Gastarbeitern" aus Südeuropa, die ursprünglich zur Behebung des Arbeitskräftemangels gedacht war und oft mit prekären Lebensverhältnissen einherging. Die Maßnahme offenbarte jedoch die tiefe Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von diesen Arbeitskräften in Schlüsselbranchen.
Letztlich führte der Anwerbestopp nicht zur Rückkehr, sondern zum dauerhaften Verbleib der Migranten und ihrer Familien, wodurch Deutschland ungeplant zu einem Einwanderungsland wurde.
FAQs
Der Kölner Ford-Streik war ein wilder Streik tausender Gastarbeiter, die gleiche Löhne, bessere Arbeitsbedingungen wie längere Pausen und die Rücknahme von Kündigungen forderten. Es ging vor allem um Gleichbehandlung zwischen deutschen und ausländischen Arbeitskräften.
Diese Streiks waren sogenannte wilde Streiks, da sie nicht von Gewerkschaften organisiert oder vom Betriebsrat unterstützt wurden. Nach deutschem Streikrecht sind Arbeitskämpfe illegal, wenn sie nicht an Tarifverhandlungen geknüpft sind.
Der Ölpreisschock führte zu Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit, woraufhin die Bundesregierung einen Anwerbestopp für Gastarbeiter aus Nicht-EWG-Ländern verhängte. Dies beendete die aktive Anwerbung aus Ländern wie der Türkei oder Jugoslawien.
Anwerbeabkommen waren Verträge zwischen der Bundesrepublik und Ländern wie Italien, der Türkei oder Griechenland, um gezielt Arbeitskräfte anzuwerben. Sie sollten den Arbeitskräftemangel in der deutschen Wirtschaft beheben und unkontrollierte Zuwanderung verhindern.
Viele Gastarbeiter lebten in oft unzumutbaren Barackenlagern mit schlechten sanitären Einrichtungen und beengten Verhältnissen. Die Unterkünfte wurden von Unternehmen gestellt, aber die Lebensbedingungen waren häufig prekär.
Gastarbeiter prägten Deutschland kulturell, kulinarisch und wirtschaftlich nachhaltig und wandelten sich von temporären Arbeitskräften zu dauerhaften Einwohnern. Sie forderten zunehmend Rechte und Gleichbehandlung, was die deutsche Gesellschaft veränderte.
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