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Wie lässt sich ein Konflikt deeskalieren? Tipps von Paartherapeuten für deeskalierendes Verhalten

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Wie lässt sich ein Konflikt deeskalieren? Tipps von Paartherapeuten für deeskalierendes Verhalten

Streit in einer Beziehung ist normal, doch wenn er nicht nachhaltig gelöst wird, staut sich der emotionale Stress und führt zu einer Abwärtsspirale. Wenn die Stimmung über einen „Break-Even-Point“ hinausgeht, ist ein konstruktives Gespräch nicht mehr möglich. In solchen Momenten helfen deeskalierende Maßnahmen wie bewusstes Atmen, eine Pause einlegen und an positive Erinnerungen zu denken, um die emotionale Spannung zu reduzieren. Der entscheidende Punkt ist jedoch, dass das Verhalten nicht nur kurzfristig abgekühlt wird, sondern tiefgreifend verändert wird – durch gemeinsame Kompromisse, konstruktive Kommunikation und Wunschformulierungen statt Vorwürfen. Besonders wichtig ist, dass beide Partner erkennen und zustimmen, dass Konflikte nachhaltig gelöst werden können, um die Beziehung zu stärken. Ohne solch eine gemeinsame Verpflichtung bleiben Muster wie Flucht oder Angriff erhalten, und die negativen Gefühle verfestigen sich. Die Lösung liegt nicht nur im Streitverhalten, sondern im Aufbau eines stabilen, wertschätzenden „Wir-Gefühls“ – ein Fundament, das auch für zukünftige Konflikte entscheidend ist. Paare, die dies lernen, übermitteln ihre Erkenntnisse an ihre Kinder und schaffen eine Beziehung, die wächst und sich entfaltet.

Transcription

3571 Words, 22374 Characters

German
Hallo und herzlich willkommen zu dieser neuen Folge bei den Lebensidealisten. In dieser Folge geht es darum, wie sich ein Konflikt einfach abschwächen lässt. Tipps von Paartherapeuten für ein deeskalierendes Verhalten. Mein Name ist Florian. Ich bin Ina. Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise hinein in eine glückliche und harmonische Beziehung. Streit in der Beziehung ist normal und nicht unbedingt ein Grund zur Besorgnis. Manchmal ist es für Paare aber nicht so einfach, einen Streit selbst zu lösen. Die Atmosphäre ist angespannt, es gibt keinen passenden Lösungsweg, es fehlen vielleicht auch die Methoden, wie man da rangeht. Und wir zeigen euch, wie ihr einen Konflikt sofort deeskalieren könnt. Das sind genau die zwei Sachen, die meistens fehlen. Das Wissen darum, wie man einen Konflikt nachhaltig löst. Und das Wissen darum, dass wenn man einen Konflikt eben nicht nachhaltig löst, dass kein Gras drüber wächst, sondern dass sich das Ganze aufstaut und die Gefühle sich weiter aufstauen und irgendwann das Fass zum Überlaufen bringen. Von daher ist es eben so wichtig zu wissen und zu lernen, wie man Konflikte nachhaltig löst. Ich hatte gerade diese Woche ein Coaching. Da ging es auch darum, ob man nicht einfach einen Schlussstrich ziehen kann, was in der Vergangenheit passiert ist und einen Neuanfang macht. Da ging es auch um die Familie. Und ja, dass es natürlich schwierig ist, wenn man das, was man zwar so kognitiv möchte, sag ich mal, aber die Emotionen halt noch da sind. Und die Wahrscheinlichkeit, dass das relativ schnell wieder eskaliert bei einer nächsten Situation, wenn noch nichts geklärt ist, ist natürlich einfach sehr groß. Aber das Gefühl natürlich da ist auch nicht, möchte man einfach einen Schlussstrich ziehen und wieder von vorne anfangen und sich nicht so gerne manchmal mit der Vergangenheit auseinandersetzen, weil man vielleicht auch Angst hat, was einen da erwartet, wie der andere reagiert. Ja, das ist eine schöne Vorstellung, einfach sagen zu können, ich ziehe einen Schlussstrich und hake das innerlich ab. Aber das funktioniert nicht, weil es eben das Denkgefühl und das Basisgefühl gibt. Das Basisgefühl sich durchs Denken nicht so einfach beeinflussen lässt. Und im Denken versuche ich dann, diesen Schlussstrich zu ziehen. Aber im Basisgefühl kommt das nicht an. Da bleibt alles, das ist so ein bisschen wie Neujahrsvorsätze dann, wo wir jetzt gerade auch Neujahr haben. Noch mal ein frohes Neues an euch. Wenn man dort einfach nur im Denken, seine Linie zieht, aber das Basisgefühl nicht mitnimmt, dann funktionieren eben auch die Neujahrsvorsätze nicht. Oder wenn man auf der falschen Ebene unterwegs ist. Also wenn man einfach sein Verhalten verändern möchte und das funktioniert nicht, dann liegt die Ursache meistens tiefer. Bei den Glaubenssätzen, auf Identitätsebene, es gibt Risse im Fundament, solche Dinge. Das heißt, wir müssen nachhaltig dafür sorgen, dass das Basisgefühl, wo eben diese unguten Gefühle gespeichert werden, dass diese unguten Gefühle nach und nach aus dem Basisgefühl, wenn sie mal abgearbeitet werden, gelöst werden. Und das funktioniert leider nicht dadurch, dass man sich vorstellt, wir ziehen jetzt mal einen Schlussstrich. Was sind denn so typische Streitthemen in einer Beziehung? Was fällt dir so ein? Das sind diverse. Also häufig ist ja Haushalt, Finanzen, Zukunftsplanung. Das sind ja so diese typischen Alltagsthemen. Kindererziehung, Zeit für sich haben. Der Freundeskreis, die Familie kann auch gerne Themen reinbringen. Und dann geht es darum, dass es als Paar eben nicht so leicht ist, manchmal den Streit zu lösen, weil eben dann die Stimmung angespannt ist, man vielleicht laut geworden ist, man auch da vielleicht schon merkt, auch wenn man es nicht ganz bewusst auseinanderhalten kann, dass schon alte Verletzungen dort mit hineinspielen, dieser Rundumschlag vielleicht auch entsteht und man Dinge mit hervorbringt, die schon für Wochen oder vor Monaten waren, manchmal auch vor Jahren. Und es ist natürlich auch so, dass man sich nicht mehr so sehr vorstellt, dass man sich nicht mehr so sehr vorstellt, dass man sich nicht mehr so sehr vorstellt, weil es ist allgemein sehr schwer, einen Kompromiss zu finden. Wenn die Lage so angespannt ist, wenn man das Gefühl hat, dass ein Gespräch eigentlich nicht mehr so wirklich möglich ist oder nur so eingeschränkt möglich, man wütend ist, traurig, sauer und sich eigentlich nicht mehr mit der anderen Person unterhalten möchte, dann ist ein Kompromiss zu finden natürlich eine mega Herausforderung. Ja, und die harmonischen Gespräche sind ja auch gar nicht mehr so möglich. Das heißt, es gibt da irgendwo so einen Break-Even-Point, wenn man diese Gefühlslage überschreitet, dann ist in diesem Moment das Lösen auch nicht mehr möglich. Dann kommen wir ja zu den drei typischen Verhaltensweisen, wenn wir unter Druck stehen, das ist Angriff, sich totstellen oder fliehen, dass man aus der Situation rausgeht, dass man noch mehr angreift oder eben in Stache verfällt. Man sieht eben auch häufig die Paardynamiken, dass zum Beispiel wenn einer dann sich totstellt und nichts mehr tut und der andere, den macht das immer wütender, dass derjenige nicht mehr so gut ist. Derjenige nichts mehr sagt und geht dann auf Angriff über. Das ist immer eine Kombination, die nicht so gut ist. Flucht ist sehr häufig, finde ich auch. Angriff und Flucht ist auch schwierig, wenn die aufeinandertreffen. Ist natürlich gut, wenn Flucht und Flucht aufeinandertrifft. Dann können beide den Raum verlassen. Wir sind damit erstmal soweit zufrieden, dass das passiert. Und dann kann man runterkühlen und danach den Konflikt nachhaltig lösen. Also aus der Situation rausgehen heißt nicht, dass sie damit erledigt sei und gelöst wäre, sondern nur, dass man erstmal diese akut großen, intensiven Emotionen abklingen lässt. Und Angriff, Angriff ist dann natürlich die hitzigste Variante, die es da gibt. Das heißt, in der Folge werden Konfliktthemen nicht richtig aufgelöst und bestehen weiterhin. Das ist erstmal so ein ganz wichtiger Punkt. Haben wir eben schon eingangs gesagt, dass die Konfliktthemen, die unguten Gefühle, die man hat, die stauen sich auf. Die bleiben im Basisgefühl zurück. Man macht einen Deckel drauf und verdrängt das Ganze aber spätestens beim nächsten Konflikt oder wenn er wieder angetriggert wird, wenn eine ähnliche, vergleichbare Situation passiert, dann kommt das alte Gefühl wieder voll mit hoch und dadurch werden auch die Emotionen im Laufe der Beziehungszeit immer intensiver, also die negativen Emotionen. Genau, weil man keine Methodik hat, das zu lösen. Das staut sich das auf, wenn der nächste Streit dazukommt. Was natürlich auch ein Punkt ist, dass Streitgespräche nachher eigentlich immer nur noch eskalieren und man kann auch nicht mehr so viel tun. Man kann auch nicht mehr so viel tun. Wenn man einen Ausweg findet, also dass es dauerhaft eigentlich in Vorwürfen endet, relativ schnell schon in Vorwürfen endet, weil einfach es nicht mehr zu dieser Entspannung kommt. Es kommt gar nicht mehr zu dem Gefühl, ist der Streit jetzt beendet? Also die Eskalationsstufe ist so hoch, dass man gar nicht mehr weiß, was ist jetzt der Anfangspunkt von diesem Streit gewesen? Gab es überhaupt einen Anfangspunkt? Ist dauerhafter Streit endlich schon? Und dann wird es natürlich schwierig, weil beide dann unter so einem Dauerstrom stehen und dann das Gefühl von ein bisschen Erleichterung, das haben wir jetzt, das ist jetzt geklärt, setzt dann gar nicht mehr ein. Ja, und in der Folge entstehen zwei Dinge, die mir da direkt einfallen. Das eine ist, dass ja die Brille entsteht. Wir können gewisse Themen nicht miteinander besprechen und lösen. Das heißt, es gibt nachher eine Reihe von Themen, die man auslässt in der Beziehung und vermeidet darüber zu sprechen, weil man in der Vorahnung ist, wenn ich dieses Thema anspreche, dann wird es zum Konflikt führen, der die letzten Male auch nicht so schön gewesen ist. Und wir haben keine Lösung, wir haben keine Lösung gefunden. Und das Zweite ist, dass wir selbst ja nicht gelernt haben, meistens durch unsere Eltern, wie wir Konflikte nachhaltig lösen. Und wir jetzt dann, wenn wir uns so verhalten, an unsere Kinder eben genau das Gleiche weitergeben, also auch den Kindern eben nicht zeigen können, wie man Konflikte nachhaltig löst und dass das eben funktionieren kann. Sondern die Kinder sehen dann auch eben ein unschönes Streitverhalten. Konflikte lassen sich nicht lösen, lassen sich Dinge eher meiden. Und nehmen daraus eben dann die gleichen Verhaltensweisen wieder mit. Gefühle, die natürlich dann auch entstehen, ist sowas wie Wut, weil man nicht richtig streiten kann und Konflikte immer wieder ausarten. Das zweite Gefühl könnte zum Beispiel Trauer, also Traurigkeit sein, weil man nicht konstruktiv miteinander diskutieren kann. Und bei vielen Menschen ist es auch Angst. Also Angst, dass die Beziehung dauerhaft belastet ist und dass es halt irgendwann zur Trennung kommt. Also irgendwann schleicht sich dieses Gefühl ein, wie soll es weitergehen? Irgendwie drehen wir uns nicht mehr. Irgendwie drehen wir uns hier im Kreis und es entstehen so Gedanken, wie möchte ich das eigentlich noch? Tun wir uns gegenseitig noch gut? Und dann kommt meistens so ein erster Trennungsgedanke auf. Wir haben zu dem Thema wieder einen Blogbeitrag geschrieben. Wie lässt sich ein Konflikt einfach deeskalieren? Also heißt es genauso wie unsere Podcast-Folge. Dort könnt ihr nochmal alles nachlesen und da haben wir einige Dinge nochmal etwas ausführlicher beschrieben, sodass wenn ihr das wirklich für euch, vielleicht als Paar nochmal gemeinsam, gemeinsam durcharbeiten möchtet, dann hilft euch das vielleicht, das nochmal niedergeschrieben zu sehen, was wir hier auch an Lösungsansätzen gleich euch mitgeben wollen. Genau, kommen wir mal zu den Lösungsansätzen. Wir haben ein paar Tipps zusammengesucht, wie es halt zur Deeskalation von Konflikten kommt. Erstmal kommen wir vielleicht auf deeskalierendes Verhalten zu sprechen. Also als erstes sollte man, wenn man in einer Situation ist, durchatmen und die Ruhe bewahren. Also ganz bewusst auf seine Atmung achten, man merkt vielleicht, dass das Herz schneller schlägt, dass man aufgeregt ist und da dann Gegenwirkungen mit einer Atmung, die besonders darauf abzieht, dass man auch lange ausatmet. Wenn wir aufgeregt sind, atmen wir mal viel ein und wenig aus und da drauf zu achten, dass wir auch gut ausatmen. Und da würde ich gleich einhaken, weil da wird bestimmt jetzt jemand sagen, ja Mensch, wie soll ich das denn machen, wenn ich hier völlig in Wut gerate, die Ruhe bewahren und auf meine Atmung achten. Vielleicht gucken wir zuerst, wie man nochmal zurückkehrt. in die Ruhe, wenn man sie gerade verloren hat? Naja, man kann ja für sich sorgen erstmal. Also manche Menschen machen das ganz bewusst, indem sie ein bisschen Ritual einbauen, dass sie erstmal sich was zu trinken holen, den Raum verlassen. Also für sich ein Augenblick sind, sagen sie, geh mal auf Toilette, dass sie einfach für sich ein Augenblick sind und dann meistens ja besser auf die Atmung achten können. Okay, ich meinte eigentlich den Punkt von vorhin, diesen Break-Even-Point, wenn man den überschritten hat. Und dann, ja richtig, man aus der Situation rausgehen, dass das sollte vielleicht auch zwischen euch als Paar dann ein entsprechendes Commitment sein, dass wenn einer diesen Punkt überschritten hat, dass man kurz signalisiert und dann aber auch den Raum verlässt mit dem Wissen. Und das ist immer das Entscheidende. Warum funktionieren, wenn man von manchen Paartherapeuten dieses Stop-Wört oder sowas hört, warum funktioniert das nicht? Weil das noch mehr Wut macht. Weil das soll ja diesen Konflikt beenden und dann sagt man, es geht hier nicht weiter. Was gebraucht wird, ist, dass beide die Zuversicht und auch das Commitment haben, dass das nur eine Pause ist. Dass man pausiert, um wieder an den Punkt zu kommen, wann war es mal gut, innerlich in die wertschätzende Haltung zu kommen und dann den Konflikt nachhaltig zu lösen, weil man eben gemeinsam weiß, wir haben diesen Punkt überschritten. Und dann, das hilft dir natürlich, durchatmen, Ruhe bewahren, beziehungsweise wieder zur Ruhe kommen und das funktioniert besonders schnell und effektiv, wenn man sich innerlich vorstellt, wann war es mal gut? Das kann vor fünf Minuten gewesen sein. Da kann ich super Laune gehabt haben und dann bin ich in diesen Konflikt reingerutscht. Und dann brauche ich innerlich nur fünf Minuten zurückgehen und kann eben mich an dieses Gefühl zurückerinnern oder kann auch andere Referenzpunkte in meinem Leben nehmen, wo ich ein besonders gutes Gefühl hatte und dahin versetze ich mich hinein. Und dann entsteht dieses Gefühl von innerer Ruhe viel schneller. Der Körper reagiert schneller darauf und wir können dann eher wieder den Konflikt fortsetzen und dann eben in einer wertschätzenden Haltung. Die wollen wir mitnehmen. Diese Haltung ist mal gut zu gucken, was ist das erste Verhalten, was in diesem Konflikt geführt hat. Der erste Satz oder so und da wieder neu ansetzen. Das ist natürlich manchmal gar nicht so leicht, wenn man schon in so einer Konfliktspirale drinsteckt. Also wenn einfach das Gefühl da ist, es ist schon lange nicht mehr gut. Dann muss man viel weiter zurückgehen. Genau. Und das ist meistens ein Punkt, wo man auch denn Unterstützung braucht. Entweder Unterstützung braucht oder natürlich eben diesen weiten Punkt zurückgeht. Und dann sollte man das, wie aus der vorherigen Folge, tiefkündige Gespräche führen, sollte man sich Termine machen und an dem Punkt ansetzen, wann die erste Verletzung war und löst die. Also dann ist es sehr ratsam für heute zu sagen, der Konflikt ist gerade nicht lösbar. Der Punkt, wann war es mal gut, liegt zu weit in der Vergangenheit. Wir müssen vorher noch Themen klären, bevor wir zum heutigen kommen können. Unser Fundament ist nicht stabil genug, um den aktuellen Konflikt klären zu können. Deeskalierendes Verhalten, was sind die nächsten Punkte, auf die man achten kann? Der nächste Punkt, den wir haben, ist die Meinung der anderen Personen versuchen nachzuvollziehen. Das ist ja eigentlich so etwas wie eine Brille, ein Filter sozusagen ganz bewusst mal wahrzunehmen. Also wenn wir über Brillen und Filter sprechen, sagen wir im Coaching ja auch immer, dass sich die Frage nicht mehr stellt, könnte es auch anders sein? Und das ist genau der Punkt, dass wir immer denken oder interpretieren in das Verhalten des anderen und wir in unserer Wahrnehmung denn eine Erklärung haben, aber dann oftmals die Meinung der anderen Personen nicht mehr wirklich nachvollziehen. können, so wie er das meint. Also das können wir nicht mehr zulassen. Und da sich ganz bewusst die Frage stellen, aus welchen Gründen könnte der andere gehandelt haben, reagiert haben? Was gibt es noch für Gründe, außer den Grund, den ich jetzt als erstes als Impuls habe? Mit dem wichtigen Aspekt, jeder Mensch handelt in positive Absicht. Absolut. Im Mindestmaß für sich selbst, aber er hat immer eine positive Absicht. Auch wenn mich das vielleicht verletzt hat, dann ist trotzdem die Frage, was könnte die positive Absicht des anderen gewesen sein? Genau, der nächste Step ist kompromissbereit sein. Also kompromissbereit heißt für uns im Wir-Gefühl das Ganze machen, dass man kein Gewinner-Verlierer haben möchte, sondern, dass beide am Ende als Gewinner rausgehen sollen mit einem Kompromiss, der auch für beide stimmig ist, der sich für beide wirklich gut anfühlt. Nicht der Klügere gibt nach oder sowas, sondern für beide fühlt sich der wirklich gut an. Denn wenn einer von beiden nachgibt und etwas zustimmt, wo er eigentlich nicht hintersteht, das fällt immer beiden auf die Füße. Deswegen sollten auch beide sehr daran interessiert sein, einen stimmigen Kompromiss zu finden. Denn als nächsten Punkt haben wir konstruktiv diskutieren. Damit ist natürlich so die kommunikative Ebene gemeint. Also bewusst darauf zu achten, nicht in Vorwürfen zu sprechen, dauerhaft den anderen mit Wörtern wie nie machst du oder immer zu bombardieren, sondern bei sich zu bleiben, in Ich-Perspektive zu sprechen, den anderen auszusprechen, sprechen zu lassen, respektvoll miteinander zu sprechen, dass man auch den anderen natürlich zuhört, wenn er spricht und nicht springt in der Reihenfolge zu sehr, sodass man sich irgendwie gar nicht auf eine Gesprächsfolge einlassen kann, weil jemand immer sagt, ja, aber vor drei Jahren hast du das und das gemacht, sondern bei dem Konflikt auch zu bleiben. Da kann man immer gut mit der Frage ansetzen, was können wir tun, lernen, verändern, damit. Das ist immer so, was können wir tun, lernen, verändern, gemeinsam, wir beide, wenn wir ein Ziel haben, wenn wir etwas verändern wollen, wenn etwas nicht funktioniert hat, was können wir tun, lernen, verändern, damit wir für beide einen stimmigen Kompromiss finden. Da geht es auch ein bisschen, finde ich, darum, seinen eigenen Anteil mal zu sehen. Also, wie du eben schon sagtest, es gibt keinen Gewinner und keinen Verlierer und häufig ist es nur so, dass wenn wir sehr viel diskutieren, immer bei dem anderen sind, aber auch mal zu schauen, was habe ich denn reingebracht, was ist denn mein Anteil für den Konflikt? Der nächste Aspekt ist, sich Zeit zu nehmen. Haben wir auch im letzten Podcast schon drüber gesprochen, dass man sich Zeit nimmt, also wenn das ein wirklich wichtiges Thema ist, was vielleicht auch mehr Zeit bedarf, darüber zu sprechen, sich auch diese Zeit zu nehmen, den richtigen Rahmen zu schaffen. Also, da könnt ihr euch die letzte Podcast-Folge nochmal anhören, da geben wir auch nochmal Tipps mit, wie man sich den richtigen Gesprächsrahmen herstellt. Genau, dazu zählt dann auch die defensive Körperhaltung, dass man also darauf achtet, dass man dem anderen offen gegenüber ist und nicht, dass der andere dauerhaft das Gefühl hat, ja, in so einer Angriffsstellung zu sein. Verständnis zeigen, also da geht es um Empathie, zu schauen, wie fühlt sich der andere und sowas. Und am Ende dann eben bitten, formulieren, anstatt Vorwürfe zu machen. Also da muss man, oder Wünsche formulieren, da muss man dann ein bisschen aufpassen, wo man drinsteckt, also im Feedback, geben, da darf man Wünsche formulieren, als derjenige, dem etwas nicht gefällt. Wenn man sich verletzt fühlt, dann spricht derjenige aus, wie er sich anders verhalten hätte, der den anderen verletzt hat. Also wenn ich bei Ina ein ungutes Gefühl mache, dann sagt nicht Ina mir, wie sie sich anderes Verhalten gewünscht hätte, sondern ich sage, nachdem wir die Verletzung gelöst haben, wie ich mich mit dem Wissen, dass es Ina verletzt hat, anders verhalten hätte, damit es nicht zur Verletzung kommt. Das ist ein ganz, ganz wesentlicher Unterschied. Mag sich vielleicht erst mal nicht so anhören, aber wenn man das erst mal für sich so erlebt und merkt, was für einen Unterschied das macht, in der Anerkennung dessen, wie sich beim nächsten Mal das Verhalten verändert, oder auch, dass ich von mir aus mir Gedanken mache, wie ich mich hätte anders verhalten können und selber auf eine Idee komme, bei der Ina sagt, ja, das wäre gut gewesen, das ist ein großer Unterschied. Ja, und dass man auch nur das vorschlägt, was man auch wirklich leisten kann. Also wenn ich dir sonst sagen würde, was ich mir wünschen würde von dir, dann kann das sein, dass du in dem Moment dem zwar zustimmst, ehrlich, aber sagst so, oh, das bin gar nicht ich, das kann ich gleich leisten. Wichtig ist halt, dass durch deeskalierendes Verhalten man die Situation beruhigt und abschwächt, aber dadurch wird der Konflikt natürlich nicht gelöst. Also man schafft vielleicht einen Rahmen, man schaut, dass es nicht explodiert, aber deeskalierendes Verhalten an sich löst nicht das Problem. Nee, das sorgt eben, dafür, dass die Stimmung erstmal eine Basis bekommt, in der es möglich wird, den Konflikt nachhaltig zu lösen. Und dann ist eben die System Empowering Methode das Nachhaltigste, was wir kennen, um einen Streit tiefgreifend zu lösen, das Fundament herzustellen, Verletzungen zu verarbeiten und dann eben auch eine nachhaltige, harmonische Atmosphäre wiederherzustellen. Dazu ist natürlich besonders wichtig, dass eben beide auch diese nachhaltige Konflikt- Lösung anstreben. Wie Ina vorhin als Beispiel einmal sagte, wenn einer von beiden die Idee hat, man könne einfach einen Schlussstrich ziehen, dann ist es schwierig oder aber auch häufig wird es schwierig, wenn einer von beiden sich innerlich eigentlich schon getrennt hat, das nur noch nicht ausgesprochen hat, dann fällt das meistens auch schwer, sich darauf einzulassen. Oder natürlich auch, wenn man eben von Kindheit an gelernt hat, alles zu verdrängen und eben keine Konflikte anzusprechen, keine Zuversicht, hat, dass das sich überhaupt nachhaltig lösen lässt, dann fällt den Menschen auch meistens schwieriger. Ich glaube, was auch wichtig ist, dass man mit einem gestärkten Wir-Gefühl einfach aus dem Konflikt auch rausgeht, um auch zukünftige Konflikte dann gut lösen zu können. Man macht ja auch mit jedem Streit irgendwie so eine Streiterfahrung. Wie gut können wir als Paar in so einer Situation miteinander umgehen und wie lang zieht sich so ein Streit? Und ich glaube, das ist wichtig, dass man, wie du vorhin schon sagtest, die Kinder da mitnimmt und den Kindern zeigt, wie man Streit löst, aber auch selber einfach ein positives Gefühl hat und danach auch eine Erleichterung merkt. Diese Konfliktspirale, in die man sich da so hineinbegibt, die ist ja meistens eine Abwärtsspirale. Ja. Mit immer schlechteren Erfahrungen. Die Glaubenssätze verhärten sich, die Brillen werden trüber. Man spricht immer weniger Themen an. Man hat immer mehr Sorge vor einigen Themen und was alles so passiert. Und das kann man natürlich auch in einer Aufwärtsspirale bewegen, indem man lernt, dass das funktioniert und dass man ungute Gefühle lösen kann, nachhaltig lösen kann. Und damit eben auch für das nächste Gespräch, die Zuversicht hat, das wird funktionieren. Genau. Ja, wir wünschen euch einen guten Start ins neue Jahr. Dass ihr schon gut angekommen seid und eure Neujahrsvorsätze, wenn ihr denn welche hattet oder Ziele für dieses Jahr, erreichen könnt. Ansonsten hören wir uns in der nächsten Folge wieder. Vielen Dank fürs Zuhören. Bis bald.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Konflikte in der Beziehung sind normal, doch wenn sie nicht nachhaltig gelöst werden, stauen sich negative Gefühle und eskalieren.
  2. Der „Break-Even-Point“ bei emotionaler Anspannung ist entscheidend
  3. Typische Verhaltensweisen unter Druck sind Angriff, Flucht oder sich totstellen – diese führen zu Konfliktspiralen und verfestigen negative Muster.
  4. Deeskalierendes Verhalten wie Atemtraining, Pause und Rückkehr zu positiven Erinnerungen hilft, die Stimmung zu beruhigen und eine wertschätzende Haltung wiederherzustellen.
  5. Kompromisse müssen für beide Seiten sinnvoll und emotional verankert sein, nicht auf Gewinner-Verlierer-Basis.
  6. Konstruktive Kommunikation erfordert Ich-Perspektiven, Aufmerksamkeit für die andere Person und Wunschformulierungen statt Vorwürfe.
  7. Die Nachhaltigkeit des Konflikts löst sich nur dann auf, wenn beide bereit sind, das Fundament der Beziehung gemeinsam zu stärken.
  8. Wenn Paare keine konstruktiven Konfliktschritte gelernt haben, werden diese Muster an Kinder weitergegeben und die Beziehung bleibt belastet.

Summary:

Streit in einer Beziehung ist normal, doch wenn er nicht nachhaltig gelöst wird, staut sich der emotionale Stress und führt zu einer Abwärtsspirale. Wenn die Stimmung über einen „Break-Even-Point“ hinausgeht, ist ein konstruktives Gespräch nicht mehr möglich. In solchen Momenten helfen deeskalierende Maßnahmen wie bewusstes Atmen, eine Pause einlegen und an positive Erinnerungen zu denken, um die emotionale Spannung zu reduzieren.

Der entscheidende Punkt ist jedoch, dass das Verhalten nicht nur kurzfristig abgekühlt wird, sondern tiefgreifend verändert wird – durch gemeinsame Kompromisse, konstruktive Kommunikation und Wunschformulierungen statt Vorwürfen. Besonders wichtig ist, dass beide Partner erkennen und zustimmen, dass Konflikte nachhaltig gelöst werden können, um die Beziehung zu stärken. Ohne solch eine gemeinsame Verpflichtung bleiben Muster wie Flucht oder Angriff erhalten, und die negativen Gefühle verfestigen sich.

Die Lösung liegt nicht nur im Streitverhalten, sondern im Aufbau eines stabilen, wertschätzenden „Wir-Gefühls“ – ein Fundament, das auch für zukünftige Konflikte entscheidend ist. Paare, die dies lernen, übermitteln ihre Erkenntnisse an ihre Kinder und schaffen eine Beziehung, die wächst und sich entfaltet.

FAQs

Man sollte durchatmen, ruhig bleiben und sich aus der Situation zurückziehen, wenn die Stimmung angespannt ist. Ein gemeinsames Commitment, dass dies nur eine Pause ist, hilft, die Wut abzubauen und die Kommunikation wieder aufzubauen.

Ein 'Stop-Wort' erhöht die Wut, weil es den anderen ausgrenzt und keine Lösung bietet. Stattdessen sollte klar kommuniziert werden, dass es nur eine Pause ist, um später den Konflikt nachhaltig zu lösen.

Negative Gefühle werden verdrängt, aber nicht gelöst. Sie bleiben im Basisgefühl und erwachen bei ähnlichen Situationen neu, was zu einer verstärkten Emotionsintensität führt.

Es gibt drei typische Reaktionen: Angriff, Flucht oder sich totstellen. Diese Reaktionen verstärken den Konflikt und führen oft zu einer Spirale von negativen Erfahrungen.

Man sollte sich fragen, warum der andere reagiert, und versuchen, positive Absichten hinter der Reaktion zu erkennen, auch wenn das Verhalten verletzend war.

Ein kompromissbereites Verhalten bedeutet, dass beide als Gewinner aus dem Gespräch hinausgehen. Es geht nicht um Gewinner-Verlierer, sondern um ein für beide gute Lösung, die sich gut anfühlt.

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