Wie lässt sich ein Konflikt deeskalieren? Tipps von Paartherapeuten für deeskalierendes Verhalten
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Streit in einer Beziehung ist normal, doch wenn er nicht nachhaltig gelöst wird, staut sich der emotionale Stress und führt zu einer Abwärtsspirale. Wenn die Stimmung über einen „Break-Even-Point“ hinausgeht, ist ein konstruktives Gespräch nicht mehr möglich. In solchen Momenten helfen deeskalierende Maßnahmen wie bewusstes Atmen, eine Pause einlegen und an positive Erinnerungen zu denken, um die emotionale Spannung zu reduzieren. Der entscheidende Punkt ist jedoch, dass das Verhalten nicht nur kurzfristig abgekühlt wird, sondern tiefgreifend verändert wird – durch gemeinsame Kompromisse, konstruktive Kommunikation und Wunschformulierungen statt Vorwürfen. Besonders wichtig ist, dass beide Partner erkennen und zustimmen, dass Konflikte nachhaltig gelöst werden können, um die Beziehung zu stärken. Ohne solch eine gemeinsame Verpflichtung bleiben Muster wie Flucht oder Angriff erhalten, und die negativen Gefühle verfestigen sich. Die Lösung liegt nicht nur im Streitverhalten, sondern im Aufbau eines stabilen, wertschätzenden „Wir-Gefühls“ – ein Fundament, das auch für zukünftige Konflikte entscheidend ist. Paare, die dies lernen, übermitteln ihre Erkenntnisse an ihre Kinder und schaffen eine Beziehung, die wächst und sich entfaltet.
Hallo und herzlich willkommen zu dieser neuen Folge bei den Lebensidealisten.
In dieser Folge geht es darum, wie sich ein Konflikt einfach abschwächen lässt.
Tipps von Paartherapeuten für ein deeskalierendes Verhalten.
Mein Name ist Florian.
Ich bin Ina.
Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise hinein in eine glückliche und harmonische Beziehung.
Streit in der Beziehung ist normal und nicht unbedingt ein Grund zur Besorgnis.
Manchmal ist es für Paare aber nicht so einfach, einen Streit selbst zu lösen.
Die Atmosphäre ist angespannt, es gibt keinen passenden Lösungsweg, es fehlen vielleicht auch die Methoden, wie man da rangeht.
Und wir zeigen euch, wie ihr einen Konflikt sofort deeskalieren könnt.
Das sind genau die zwei Sachen, die meistens fehlen.
Das Wissen darum, wie man einen Konflikt nachhaltig löst.
Und das Wissen darum, dass wenn man einen Konflikt eben nicht nachhaltig löst,
dass kein Gras drüber wächst, sondern dass sich das Ganze aufstaut und die Gefühle sich weiter aufstauen
und irgendwann das Fass zum Überlaufen bringen.
Von daher ist es eben so wichtig zu wissen und zu lernen, wie man Konflikte nachhaltig löst.
Ich hatte gerade diese Woche ein Coaching.
Da ging es auch darum, ob man nicht einfach einen Schlussstrich ziehen kann,
was in der Vergangenheit passiert ist und einen Neuanfang macht.
Da ging es auch um die Familie.
Und ja, dass es natürlich schwierig ist, wenn man das,
was man zwar so kognitiv möchte, sag ich mal, aber die Emotionen halt noch da sind.
Und die Wahrscheinlichkeit, dass das relativ schnell wieder eskaliert bei einer nächsten Situation,
wenn noch nichts geklärt ist, ist natürlich einfach sehr groß.
Aber das Gefühl natürlich da ist auch nicht, möchte man einfach einen Schlussstrich ziehen
und wieder von vorne anfangen und sich nicht so gerne manchmal mit der Vergangenheit auseinandersetzen,
weil man vielleicht auch Angst hat, was einen da erwartet, wie der andere reagiert.
Ja, das ist eine schöne Vorstellung, einfach sagen zu können,
ich ziehe einen Schlussstrich und hake das innerlich ab.
Aber das funktioniert nicht, weil es eben das Denkgefühl und das Basisgefühl gibt.
Das Basisgefühl sich durchs Denken nicht so einfach beeinflussen lässt.
Und im Denken versuche ich dann, diesen Schlussstrich zu ziehen.
Aber im Basisgefühl kommt das nicht an.
Da bleibt alles, das ist so ein bisschen wie Neujahrsvorsätze dann,
wo wir jetzt gerade auch Neujahr haben.
Noch mal ein frohes Neues an euch.
Wenn man dort einfach nur im Denken,
seine Linie zieht, aber das Basisgefühl nicht mitnimmt,
dann funktionieren eben auch die Neujahrsvorsätze nicht.
Oder wenn man auf der falschen Ebene unterwegs ist.
Also wenn man einfach sein Verhalten verändern möchte und das funktioniert nicht,
dann liegt die Ursache meistens tiefer.
Bei den Glaubenssätzen, auf Identitätsebene, es gibt Risse im Fundament, solche Dinge.
Das heißt, wir müssen nachhaltig dafür sorgen,
dass das Basisgefühl, wo eben diese unguten Gefühle gespeichert werden,
dass diese unguten Gefühle nach und nach aus dem Basisgefühl,
wenn sie mal abgearbeitet werden, gelöst werden.
Und das funktioniert leider nicht dadurch, dass man sich vorstellt,
wir ziehen jetzt mal einen Schlussstrich.
Was sind denn so typische Streitthemen in einer Beziehung?
Was fällt dir so ein?
Das sind diverse.
Also häufig ist ja Haushalt, Finanzen, Zukunftsplanung.
Das sind ja so diese typischen Alltagsthemen.
Kindererziehung, Zeit für sich haben.
Der Freundeskreis, die Familie kann auch gerne Themen reinbringen.
Und dann geht es darum, dass es als Paar eben nicht so leicht ist,
manchmal den Streit zu lösen, weil eben dann die Stimmung angespannt ist,
man vielleicht laut geworden ist, man auch da vielleicht schon merkt,
auch wenn man es nicht ganz bewusst auseinanderhalten kann,
dass schon alte Verletzungen dort mit hineinspielen,
dieser Rundumschlag vielleicht auch entsteht und man Dinge mit hervorbringt,
die schon für Wochen oder vor Monaten waren, manchmal auch vor Jahren.
Und es ist natürlich auch so, dass man sich nicht mehr so sehr vorstellt,
dass man sich nicht mehr so sehr vorstellt, dass man sich nicht mehr so sehr vorstellt,
weil es ist allgemein sehr schwer, einen Kompromiss zu finden.
Wenn die Lage so angespannt ist, wenn man das Gefühl hat,
dass ein Gespräch eigentlich nicht mehr so wirklich möglich ist
oder nur so eingeschränkt möglich, man wütend ist, traurig, sauer
und sich eigentlich nicht mehr mit der anderen Person unterhalten möchte,
dann ist ein Kompromiss zu finden natürlich eine mega Herausforderung.
Ja, und die harmonischen Gespräche sind ja auch gar nicht mehr so möglich.
Das heißt, es gibt da irgendwo so einen Break-Even-Point,
wenn man diese Gefühlslage überschreitet,
dann ist in diesem Moment das Lösen auch nicht mehr möglich.
Dann kommen wir ja zu den drei typischen Verhaltensweisen,
wenn wir unter Druck stehen, das ist Angriff, sich totstellen oder fliehen,
dass man aus der Situation rausgeht, dass man noch mehr angreift
oder eben in Stache verfällt.
Man sieht eben auch häufig die Paardynamiken,
dass zum Beispiel wenn einer dann sich totstellt und nichts mehr tut
und der andere, den macht das immer wütender,
dass derjenige nicht mehr so gut ist.
Derjenige nichts mehr sagt und geht dann auf Angriff über.
Das ist immer eine Kombination, die nicht so gut ist.
Flucht ist sehr häufig, finde ich auch.
Angriff und Flucht ist auch schwierig, wenn die aufeinandertreffen.
Ist natürlich gut, wenn Flucht und Flucht aufeinandertrifft.
Dann können beide den Raum verlassen.
Wir sind damit erstmal soweit zufrieden, dass das passiert.
Und dann kann man runterkühlen und danach den Konflikt nachhaltig lösen.
Also aus der Situation rausgehen heißt nicht,
dass sie damit erledigt sei und gelöst wäre,
sondern nur, dass man erstmal diese akut großen,
intensiven Emotionen abklingen lässt.
Und Angriff, Angriff ist dann natürlich die hitzigste Variante, die es da gibt.
Das heißt, in der Folge werden Konfliktthemen nicht richtig aufgelöst
und bestehen weiterhin.
Das ist erstmal so ein ganz wichtiger Punkt.
Haben wir eben schon eingangs gesagt,
dass die Konfliktthemen, die unguten Gefühle, die man hat,
die stauen sich auf.
Die bleiben im Basisgefühl zurück.
Man macht einen Deckel drauf und verdrängt das Ganze
aber spätestens beim nächsten Konflikt
oder wenn er wieder angetriggert wird,
wenn eine ähnliche, vergleichbare Situation passiert,
dann kommt das alte Gefühl wieder voll mit hoch
und dadurch werden auch die Emotionen im Laufe der Beziehungszeit
immer intensiver, also die negativen Emotionen.
Genau, weil man keine Methodik hat, das zu lösen.
Das staut sich das auf, wenn der nächste Streit dazukommt.
Was natürlich auch ein Punkt ist,
dass Streitgespräche nachher eigentlich immer nur noch eskalieren
und man kann auch nicht mehr so viel tun.
Man kann auch nicht mehr so viel tun.
Wenn man einen Ausweg findet,
also dass es dauerhaft eigentlich in Vorwürfen endet,
relativ schnell schon in Vorwürfen endet,
weil einfach es nicht mehr zu dieser Entspannung kommt.
Es kommt gar nicht mehr zu dem Gefühl,
ist der Streit jetzt beendet?
Also die Eskalationsstufe ist so hoch,
dass man gar nicht mehr weiß,
was ist jetzt der Anfangspunkt von diesem Streit gewesen?
Gab es überhaupt einen Anfangspunkt?
Ist dauerhafter Streit endlich schon?
Und dann wird es natürlich schwierig,
weil beide dann unter so einem Dauerstrom stehen
und dann das Gefühl von ein bisschen Erleichterung,
das haben wir jetzt,
das ist jetzt geklärt,
setzt dann gar nicht mehr ein.
Ja, und in der Folge entstehen zwei Dinge,
die mir da direkt einfallen.
Das eine ist, dass ja die Brille entsteht.
Wir können gewisse Themen
nicht miteinander besprechen und lösen.
Das heißt, es gibt nachher eine Reihe von Themen,
die man auslässt in der Beziehung
und vermeidet darüber zu sprechen,
weil man in der Vorahnung ist,
wenn ich dieses Thema anspreche,
dann wird es zum Konflikt führen,
der die letzten Male auch nicht so schön gewesen ist.
Und wir haben keine Lösung,
wir haben keine Lösung gefunden.
Und das Zweite ist,
dass wir selbst ja nicht gelernt haben,
meistens durch unsere Eltern,
wie wir Konflikte nachhaltig lösen.
Und wir jetzt dann, wenn wir uns so verhalten,
an unsere Kinder eben genau das Gleiche weitergeben,
also auch den Kindern eben nicht zeigen können,
wie man Konflikte nachhaltig löst
und dass das eben funktionieren kann.
Sondern die Kinder sehen dann auch eben
ein unschönes Streitverhalten.
Konflikte lassen sich nicht lösen,
lassen sich Dinge eher meiden.
Und nehmen daraus eben dann
die gleichen Verhaltensweisen wieder mit.
Gefühle, die natürlich dann auch entstehen,
ist sowas wie Wut,
weil man nicht richtig streiten kann
und Konflikte immer wieder ausarten.
Das zweite Gefühl könnte zum Beispiel Trauer,
also Traurigkeit sein,
weil man nicht konstruktiv miteinander diskutieren kann.
Und bei vielen Menschen ist es auch Angst.
Also Angst, dass die Beziehung
dauerhaft belastet ist
und dass es halt irgendwann zur Trennung kommt.
Also irgendwann schleicht sich dieses Gefühl ein,
wie soll es weitergehen?
Irgendwie drehen wir uns nicht mehr.
Irgendwie drehen wir uns hier im Kreis
und es entstehen so Gedanken,
wie möchte ich das eigentlich noch?
Tun wir uns gegenseitig noch gut?
Und dann kommt meistens so ein erster Trennungsgedanke auf.
Wir haben zu dem Thema wieder einen Blogbeitrag geschrieben.
Wie lässt sich ein Konflikt einfach deeskalieren?
Also heißt es genauso wie unsere Podcast-Folge.
Dort könnt ihr nochmal alles nachlesen
und da haben wir einige Dinge
nochmal etwas ausführlicher beschrieben,
sodass wenn ihr das wirklich für euch,
vielleicht als Paar nochmal gemeinsam,
gemeinsam durcharbeiten möchtet,
dann hilft euch das vielleicht,
das nochmal niedergeschrieben zu sehen,
was wir hier auch an Lösungsansätzen
gleich euch mitgeben wollen.
Genau, kommen wir mal zu den Lösungsansätzen.
Wir haben ein paar Tipps zusammengesucht,
wie es halt zur Deeskalation von Konflikten kommt.
Erstmal kommen wir vielleicht
auf deeskalierendes Verhalten zu sprechen.
Also als erstes sollte man,
wenn man in einer Situation ist,
durchatmen und die Ruhe bewahren.
Also ganz bewusst auf seine Atmung achten,
man merkt vielleicht, dass das Herz schneller schlägt,
dass man aufgeregt ist und da dann
Gegenwirkungen mit einer Atmung,
die besonders darauf abzieht, dass man auch
lange ausatmet.
Wenn wir aufgeregt sind, atmen wir mal viel ein
und wenig aus und da drauf zu achten,
dass wir auch gut ausatmen.
Und da würde ich
gleich einhaken, weil da
wird bestimmt jetzt jemand sagen, ja Mensch,
wie soll ich das denn machen, wenn ich hier völlig in Wut
gerate, die Ruhe
bewahren und auf meine Atmung achten.
Vielleicht gucken wir zuerst, wie man
nochmal zurückkehrt.
in die Ruhe, wenn man sie gerade
verloren hat? Naja, man kann
ja für sich sorgen erstmal. Also manche
Menschen machen das ganz bewusst, indem sie
ein bisschen Ritual
einbauen, dass sie erstmal sich was zu trinken
holen, den Raum
verlassen. Also
für sich ein Augenblick sind,
sagen sie, geh mal auf Toilette, dass sie
einfach für sich ein Augenblick sind und dann
meistens ja besser auf die Atmung achten können.
Okay, ich meinte eigentlich den
Punkt von vorhin, diesen
Break-Even-Point, wenn man den überschritten hat.
Und dann, ja richtig, man
aus der Situation rausgehen,
dass das sollte
vielleicht auch zwischen euch als Paar
dann ein entsprechendes Commitment
sein, dass wenn einer diesen Punkt
überschritten hat, dass man
kurz signalisiert
und dann aber auch den Raum verlässt
mit dem Wissen. Und das ist immer das Entscheidende.
Warum funktionieren, wenn
man von manchen Paartherapeuten
dieses Stop-Wört oder sowas
hört, warum funktioniert das nicht?
Weil das noch mehr Wut macht. Weil
das soll ja diesen Konflikt beenden
und dann sagt man, es geht hier nicht weiter.
Was gebraucht wird, ist,
dass beide die Zuversicht
und auch das Commitment haben, dass das
nur eine Pause ist.
Dass man pausiert, um wieder
an den Punkt zu kommen, wann war es mal
gut, innerlich in die wertschätzende
Haltung zu kommen und dann
den Konflikt nachhaltig zu lösen,
weil man eben gemeinsam weiß,
wir haben diesen Punkt überschritten.
Und dann, das hilft dir natürlich,
durchatmen, Ruhe bewahren,
beziehungsweise wieder zur Ruhe kommen
und das funktioniert besonders schnell
und effektiv, wenn man sich innerlich
vorstellt, wann war es
mal gut? Das kann vor fünf Minuten
gewesen sein. Da kann ich super Laune
gehabt haben und dann bin ich in diesen
Konflikt reingerutscht. Und dann brauche
ich innerlich nur fünf Minuten zurückgehen
und kann eben
mich an dieses Gefühl zurückerinnern oder kann auch
andere Referenzpunkte in meinem Leben nehmen, wo ich
ein besonders gutes Gefühl hatte
und dahin versetze ich mich hinein.
Und dann entsteht
dieses Gefühl von innerer
Ruhe viel schneller.
Der Körper
reagiert schneller darauf und
wir können dann eher wieder
den
Konflikt fortsetzen und
dann eben in einer wertschätzenden
Haltung. Die wollen wir mitnehmen. Diese Haltung
ist mal gut
zu gucken, was ist das erste Verhalten,
was in diesem Konflikt geführt hat.
Der erste Satz oder so
und da wieder neu ansetzen.
Das ist natürlich manchmal gar nicht so leicht, wenn man schon in so einer
Konfliktspirale drinsteckt.
Also wenn einfach das Gefühl da ist,
es ist schon lange nicht mehr
gut.
Dann muss man viel weiter
zurückgehen. Genau. Und das ist meistens
ein Punkt, wo man auch denn Unterstützung
braucht.
Entweder Unterstützung braucht oder
natürlich eben diesen weiten
Punkt zurückgeht. Und dann
sollte man das, wie aus der
vorherigen Folge, tiefkündige Gespräche
führen, sollte man sich Termine
machen und an dem Punkt ansetzen,
wann die erste Verletzung war und löst die.
Also dann ist es
sehr ratsam für heute zu sagen,
der Konflikt ist gerade nicht lösbar.
Der Punkt, wann war es mal gut,
liegt zu weit in der Vergangenheit. Wir müssen
vorher noch Themen klären, bevor wir
zum heutigen kommen können.
Unser Fundament ist nicht stabil genug, um
den aktuellen Konflikt klären
zu können.
Deeskalierendes Verhalten, was sind die nächsten
Punkte, auf die man achten kann?
Der nächste Punkt, den wir haben, ist die Meinung
der anderen Personen versuchen nachzuvollziehen.
Das ist ja eigentlich so etwas wie
eine Brille, ein
Filter sozusagen ganz bewusst
mal wahrzunehmen. Also wenn wir über
Brillen und Filter sprechen,
sagen wir im Coaching ja auch immer,
dass sich die Frage nicht mehr stellt, könnte es
auch anders sein? Und das
ist genau der Punkt, dass wir immer denken
oder interpretieren in das Verhalten des
anderen und
wir in unserer Wahrnehmung denn eine
Erklärung haben, aber dann oftmals
die Meinung der anderen Personen
nicht mehr wirklich nachvollziehen.
können, so wie er das meint. Also das können
wir nicht mehr zulassen. Und da
sich ganz bewusst die Frage stellen,
aus welchen Gründen könnte der andere
gehandelt haben, reagiert haben?
Was gibt es noch für Gründe, außer
den Grund, den ich jetzt als erstes als Impuls
habe? Mit dem wichtigen
Aspekt, jeder Mensch handelt in
positive Absicht. Absolut. Im Mindestmaß
für sich selbst, aber er hat immer eine positive
Absicht. Auch wenn mich das vielleicht
verletzt hat, dann ist trotzdem
die Frage, was könnte die positive Absicht
des anderen gewesen sein?
Genau, der nächste
Step ist kompromissbereit sein.
Also kompromissbereit heißt für
uns im Wir-Gefühl das Ganze
machen, dass man kein
Gewinner-Verlierer haben möchte,
sondern, dass beide am Ende als
Gewinner rausgehen sollen mit einem
Kompromiss, der auch für beide stimmig
ist, der sich für beide wirklich gut
anfühlt. Nicht der Klügere
gibt nach oder sowas, sondern für beide
fühlt sich der wirklich gut an.
Denn wenn einer von beiden nachgibt und etwas
zustimmt, wo er eigentlich nicht
hintersteht, das fällt immer beiden
auf die Füße. Deswegen sollten auch beide
sehr daran interessiert sein,
einen stimmigen Kompromiss zu finden.
Denn als nächsten Punkt haben wir
konstruktiv diskutieren. Damit ist natürlich
so die kommunikative Ebene gemeint.
Also bewusst darauf zu achten,
nicht in
Vorwürfen zu sprechen,
dauerhaft den anderen
mit Wörtern wie nie machst du
oder immer zu bombardieren,
sondern bei sich zu bleiben, in
Ich-Perspektive zu sprechen, den anderen auszusprechen,
sprechen zu lassen,
respektvoll miteinander zu sprechen,
dass man auch den anderen natürlich
zuhört, wenn er
spricht und nicht
springt in der Reihenfolge zu sehr,
sodass man sich irgendwie gar nicht auf
eine Gesprächsfolge einlassen kann, weil jemand
immer sagt, ja, aber vor drei Jahren hast du
das und das gemacht, sondern bei dem Konflikt
auch zu bleiben.
Da kann man immer gut mit der Frage ansetzen,
was können wir tun, lernen, verändern,
damit. Das ist immer so,
was können wir tun, lernen, verändern,
gemeinsam, wir beide, wenn wir
ein Ziel haben, wenn wir etwas verändern wollen,
wenn etwas nicht funktioniert hat, was können wir tun,
lernen, verändern, damit wir für beide
einen stimmigen Kompromiss finden.
Da geht es auch ein bisschen, finde ich, darum,
seinen eigenen Anteil mal zu sehen.
Also,
wie du eben schon sagtest, es gibt keinen Gewinner
und keinen Verlierer und häufig
ist es nur so, dass wenn wir sehr viel
diskutieren, immer bei dem anderen sind,
aber auch mal zu schauen, was habe ich denn reingebracht,
was ist denn mein Anteil für den Konflikt?
Der nächste Aspekt ist, sich Zeit zu nehmen.
Haben wir auch im letzten Podcast
schon drüber gesprochen,
dass man sich Zeit nimmt, also wenn das ein
wirklich wichtiges Thema ist,
was vielleicht auch
mehr Zeit bedarf, darüber zu sprechen,
sich auch diese Zeit zu nehmen, den richtigen Rahmen
zu schaffen. Also,
da könnt ihr euch die letzte Podcast-Folge nochmal anhören,
da geben wir auch nochmal Tipps mit, wie man
sich den richtigen Gesprächsrahmen herstellt.
Genau, dazu zählt dann auch die
defensive Körperhaltung, dass man
also darauf achtet, dass man
dem anderen offen gegenüber ist
und nicht, dass der andere
dauerhaft das Gefühl hat,
ja, in so einer Angriffsstellung zu sein.
Verständnis
zeigen, also
da geht es um Empathie,
zu schauen, wie fühlt sich der andere
und
sowas. Und am Ende dann eben
bitten, formulieren, anstatt
Vorwürfe zu machen.
Also da muss man, oder Wünsche formulieren,
da muss man dann ein bisschen aufpassen,
wo man drinsteckt, also im Feedback,
geben, da darf man Wünsche
formulieren, als derjenige,
dem etwas nicht gefällt.
Wenn man sich verletzt fühlt,
dann spricht derjenige
aus, wie er sich anders verhalten hätte,
der den anderen verletzt hat.
Also wenn ich bei Ina ein ungutes Gefühl
mache, dann sagt nicht Ina mir, wie
sie sich anderes Verhalten gewünscht hätte,
sondern ich sage, nachdem wir die
Verletzung gelöst haben, wie ich mich
mit dem Wissen, dass es Ina verletzt hat, anders
verhalten hätte, damit es nicht zur
Verletzung kommt.
Das ist ein ganz,
ganz wesentlicher Unterschied.
Mag sich vielleicht erst mal
nicht so anhören, aber wenn man
das erst mal für sich so erlebt und
merkt, was für einen Unterschied das macht,
in der Anerkennung dessen, wie sich
beim nächsten Mal das Verhalten verändert,
oder auch, dass ich von mir aus
mir Gedanken mache, wie ich mich hätte
anders verhalten können und selber auf
eine Idee komme, bei der Ina sagt,
ja, das wäre gut gewesen,
das ist ein großer Unterschied.
Ja, und dass man auch nur das vorschlägt, was man auch wirklich
leisten kann. Also wenn ich dir sonst sagen
würde, was ich mir wünschen würde von dir,
dann kann das sein, dass du
in dem Moment dem zwar zustimmst, ehrlich, aber
sagst so, oh, das bin gar nicht ich, das kann ich gleich leisten.
Wichtig ist halt, dass durch deeskalierendes
Verhalten man die Situation
beruhigt und abschwächt, aber
dadurch wird der Konflikt natürlich
nicht gelöst. Also man
schafft vielleicht einen Rahmen, man
schaut, dass es nicht explodiert, aber
deeskalierendes Verhalten
an sich löst nicht das Problem.
Nee, das sorgt eben,
dafür, dass die Stimmung erstmal
eine Basis bekommt,
in der es möglich wird, den
Konflikt nachhaltig zu lösen.
Und dann ist eben die System
Empowering Methode das Nachhaltigste,
was wir kennen,
um einen Streit tiefgreifend
zu lösen, das Fundament herzustellen,
Verletzungen zu verarbeiten
und dann eben auch eine
nachhaltige, harmonische Atmosphäre
wiederherzustellen.
Dazu ist natürlich besonders wichtig, dass
eben beide auch diese nachhaltige Konflikt-
Lösung anstreben.
Wie Ina vorhin als Beispiel einmal sagte,
wenn einer von beiden die Idee hat,
man könne einfach einen Schlussstrich ziehen,
dann ist es schwierig
oder aber auch häufig wird es schwierig,
wenn einer von beiden sich innerlich
eigentlich schon getrennt hat,
das nur noch nicht ausgesprochen hat,
dann fällt das meistens auch schwer, sich darauf einzulassen.
Oder natürlich auch, wenn man
eben von Kindheit an
gelernt hat, alles zu verdrängen
und eben keine Konflikte anzusprechen,
keine Zuversicht,
hat, dass das sich überhaupt nachhaltig lösen lässt, dann fällt
den Menschen auch meistens schwieriger.
Ich glaube, was auch
wichtig ist, dass man mit einem
gestärkten Wir-Gefühl einfach
aus dem Konflikt auch rausgeht,
um auch zukünftige Konflikte dann
gut lösen zu können.
Man macht ja auch mit jedem Streit irgendwie so eine
Streiterfahrung.
Wie gut können wir als Paar
in so einer Situation miteinander umgehen
und wie lang zieht sich so ein Streit?
Und ich glaube, das
ist wichtig, dass man, wie du vorhin schon sagtest,
die Kinder da mitnimmt und den Kindern zeigt,
wie man Streit löst, aber auch selber einfach ein positives
Gefühl hat und danach
auch eine Erleichterung merkt.
Diese Konfliktspirale, in die man sich da
so hineinbegibt, die ist ja meistens eine Abwärtsspirale.
Ja. Mit immer
schlechteren Erfahrungen.
Die Glaubenssätze verhärten sich, die Brillen werden
trüber.
Man spricht
immer weniger Themen an.
Man hat immer mehr Sorge vor einigen Themen
und was alles so passiert. Und das kann man natürlich auch
in einer Aufwärtsspirale bewegen,
indem man lernt, dass das
funktioniert und dass man
ungute Gefühle lösen kann,
nachhaltig lösen kann.
Und damit eben auch für das nächste Gespräch,
die Zuversicht hat, das wird funktionieren.
Genau.
Ja, wir wünschen euch
einen guten Start ins neue Jahr.
Dass ihr
schon gut angekommen seid und
eure Neujahrsvorsätze, wenn ihr denn welche
hattet oder Ziele für dieses Jahr,
erreichen könnt.
Ansonsten hören wir uns in der
nächsten Folge wieder. Vielen Dank fürs Zuhören.
Bis bald.
Podcast Summary
Key Points:
Konflikte in der Beziehung sind normal, doch wenn sie nicht nachhaltig gelöst werden, stauen sich negative Gefühle und eskalieren.
Der „Break-Even-Point“ bei emotionaler Anspannung ist entscheidend
Typische Verhaltensweisen unter Druck sind Angriff, Flucht oder sich totstellen – diese führen zu Konfliktspiralen und verfestigen negative Muster.
Deeskalierendes Verhalten wie Atemtraining, Pause und Rückkehr zu positiven Erinnerungen hilft, die Stimmung zu beruhigen und eine wertschätzende Haltung wiederherzustellen.
Kompromisse müssen für beide Seiten sinnvoll und emotional verankert sein, nicht auf Gewinner-Verlierer-Basis.
Konstruktive Kommunikation erfordert Ich-Perspektiven, Aufmerksamkeit für die andere Person und Wunschformulierungen statt Vorwürfe.
Die Nachhaltigkeit des Konflikts löst sich nur dann auf, wenn beide bereit sind, das Fundament der Beziehung gemeinsam zu stärken.
Wenn Paare keine konstruktiven Konfliktschritte gelernt haben, werden diese Muster an Kinder weitergegeben und die Beziehung bleibt belastet.
Summary:
Streit in einer Beziehung ist normal, doch wenn er nicht nachhaltig gelöst wird, staut sich der emotionale Stress und führt zu einer Abwärtsspirale. Wenn die Stimmung über einen „Break-Even-Point“ hinausgeht, ist ein konstruktives Gespräch nicht mehr möglich. In solchen Momenten helfen deeskalierende Maßnahmen wie bewusstes Atmen, eine Pause einlegen und an positive Erinnerungen zu denken, um die emotionale Spannung zu reduzieren.
Der entscheidende Punkt ist jedoch, dass das Verhalten nicht nur kurzfristig abgekühlt wird, sondern tiefgreifend verändert wird – durch gemeinsame Kompromisse, konstruktive Kommunikation und Wunschformulierungen statt Vorwürfen. Besonders wichtig ist, dass beide Partner erkennen und zustimmen, dass Konflikte nachhaltig gelöst werden können, um die Beziehung zu stärken. Ohne solch eine gemeinsame Verpflichtung bleiben Muster wie Flucht oder Angriff erhalten, und die negativen Gefühle verfestigen sich.
Die Lösung liegt nicht nur im Streitverhalten, sondern im Aufbau eines stabilen, wertschätzenden „Wir-Gefühls“ – ein Fundament, das auch für zukünftige Konflikte entscheidend ist. Paare, die dies lernen, übermitteln ihre Erkenntnisse an ihre Kinder und schaffen eine Beziehung, die wächst und sich entfaltet.
FAQs
Man sollte durchatmen, ruhig bleiben und sich aus der Situation zurückziehen, wenn die Stimmung angespannt ist. Ein gemeinsames Commitment, dass dies nur eine Pause ist, hilft, die Wut abzubauen und die Kommunikation wieder aufzubauen.
Ein 'Stop-Wort' erhöht die Wut, weil es den anderen ausgrenzt und keine Lösung bietet. Stattdessen sollte klar kommuniziert werden, dass es nur eine Pause ist, um später den Konflikt nachhaltig zu lösen.
Negative Gefühle werden verdrängt, aber nicht gelöst. Sie bleiben im Basisgefühl und erwachen bei ähnlichen Situationen neu, was zu einer verstärkten Emotionsintensität führt.
Es gibt drei typische Reaktionen: Angriff, Flucht oder sich totstellen. Diese Reaktionen verstärken den Konflikt und führen oft zu einer Spirale von negativen Erfahrungen.
Man sollte sich fragen, warum der andere reagiert, und versuchen, positive Absichten hinter der Reaktion zu erkennen, auch wenn das Verhalten verletzend war.
Ein kompromissbereites Verhalten bedeutet, dass beide als Gewinner aus dem Gespräch hinausgehen. Es geht nicht um Gewinner-Verlierer, sondern um ein für beide gute Lösung, die sich gut anfühlt.
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