Speaker 1Hi, wie schön, dass du hier dabei bist bei einer neuen Folge von meinem Podcast Lebendig Frau sein. Wir sprechen heute über das spannende Thema, was du tun kannst, wenn du dich öfter erwischt, dass du dich hin- und hergerissen fühlst in deinem Leben, dass du sowas wie von einem Extrem ins andere fällst und auch solche Themen wie Kontakt und Nähe in irgendeiner Form vielleicht möchtest, aber das irgendwie nicht richtig hinkriegst und immer das Gefühl hast, es zieht dich auf der einen Seite in die eine Richtung und dann wieder fällst du irgendwie wie in ein Loch rein, was dich aufhält, wo du gar nicht weißt, wie du da rauskommen kannst. Also so dieses Gefühl von hin- und hergerissen sein. Dieses Gefühl von gebeutelt sein. Dieses Gefühl von Unklarheit vielleicht dadurch auch entstehend. Da möchte ich heute mit dir drüber sprechen. Es ist relativ egal, auf welchen Themenbereich sich das bezieht. Das kann im Thema Kontakt und Freundschaften sein. Das kann im Thema Partnerschaft und Beziehung sein. Das kann aber auch das Thema Job sein oder einfach, wie ich den Alltag bewältige. Also es ist relativ egal. Es geht einfach um dieses Unstete, was da. Was in dir vielleicht ist. Und bei einigen Menschen ist es sehr ausgeprägt. Bei anderen ist es so in Phasen immer mal wieder da. Ich kenne das aus meinem Leben eher so als Phasen. Es gibt Phasen, die sich stabil anfühlen. Es gibt Phasen, die sich irgendwie unglaublich gebeutelt anfühlen. Und es gibt aber auch tatsächlich Menschen, so wie auch eine ganz wunderbare Frau, die mir ein paar Zeilen geschrieben hat, die ich sehr gerne mit dir teilen möchte, die das ganz viel in ganz vielen Lebensbereichen erlebt. Und was können wir da tun? Was können wir da tun, wenn es uns so geht? Das ist so wirklich die Überschrift und die Frage. Und da gibt es definitiv einige Dinge, die Klarheit bringen können und die dich so gut zu dir bringen können, dass du einfach das Gefühl hast, so wie etwas gefestigter durch dein Leben gehen zu können und nicht mehr ganz so wie ein Fähnchen im Wind und unklar zu sein. In diesem Sinne starte ich mal direkt mit den Zeilen. Dieser Frau und nehm dich da mit rein und werde sie dir vorlesen. Liebe Lilian, mich selbst kann ich schon seit einiger Zeit immer mehr leben, jedoch nur zu Hause und bei engen Freunden. Sobald ich auf andere Menschen stoße, spiele ich Rollen. Ich weiß gar nicht, wie viele. Es kommt immer auf die Situation oder den Menschen an, welche Rolle oder wie stark ich nicht mehr bin. Teilweise, wie du auch schreibst, um zu gefallen, jedoch in erster Linie um nicht ausgestoßen verletzt, gedemütigt zu werden. Mich trifft vieles und sehr leicht. Vor allem Themen, die mit Zusammenhalt schrägstrich fallen lassen, mit Nähe schrägstrich Distanz, mit Zwang schrägstrich freiwillig, mit Erniedrigung schrägstrich Liebe, schrägstrich Abhängigkeit, Vorschriften, Freiheit, Erpressung, Möglichkeiten, Vertrauen, Lügen und Wahrheit zu tun haben. Ein ganzes Paket. Ich habe vor kurzem erst… Ich habe vor kurzem erst angefangen, überhaupt wieder mal Menschen näher kennenzulernen, häppchenweise zu vertrauen. Ich rutsche sehr schnell in alte Schutzstrategien. Ich spüre sehr schnell, wenn etwas nicht stimmig ist, kann es aber nicht deuten, ob es nur die Unsicherheit und Angst des Anderen ist, zu viel Preis zu geben, denn auch mein Gegenüber spielt seine Rollen oder etwas anderes. So ist es natürlich schwierig, Kontakte zu knüpfen, die ich so sehr möchte. Vieles ist sehr widersprüchlich. Vorgelebt bekommen habe ich, wie ich mich zu unterwerfen habe, zu funktionieren, den Mund zu halten, Harmonie zu bewahren. Der Rebell in mir wurde als Kind schon ausgetrieben, ist aber in meiner Jugend kurz erwacht. Und so kämpfte ich mich durchs Leben, wurde ausgegrenzt, gehörte nicht dazu und durch viele Schicksalsschläge wurde ich immer wieder auf den Boden zurückgestoßen. Ich war lange chronischer Schmerzpatient mit verschiedenen Somatisierungen, bis ich die Zusammenhänge von Körper und Körper nicht mehr kannte. Ich war lange chronischer Schmerzpatient mit verschiedenen Somatisierungen, bis ich die Zusammenhänge von Körper, Geist und Seele entdeckte und nun Stück für Stück zurück in meine Kraft und ins Leben komme. Was ich noch auf meinem Weg entdeckt habe, ist die Hochsensibilität. Das erklärte so vieles. Nach und nach lerne ich es auch als Gabe zu sehen, also dass es etwas Nützliches ist und nicht mehr zu verfluchen, dass ich so anders bin. Ich dachte auch, dass ich falsch bin. Was denkst du über diese, in Anführungsstrichen, Gaben? Und sie schreibt noch einfach ganz viel. Das wurde auch schon deutlich. Das wurde auch schon deutlich, dass es ganz viel um diese Themen tatsächlich Nähe und Distanz gibt, dass es da eine sehr große Zerrissenheit gibt, dass es tatsächlich immer wieder dieses Hin- und Hergerissen-Sein von einem Extrem ins andere ist und dass es ganz viel auch um die Themen Kommunikation geht, wo es also sowas um, ja, auszudrücken, was die eigenen Werte sind und auch, wenn es um Grenzen geht und so weiter. Und ich möchte einfach mal mit dem ersten Thema starten und dich da so ein bisschen ein Stückchen mit reinnehmen. Und das ist das Erste, was du schreibst. Sobald ich auf andere Menschen stoße, spiele ich Rollen und ich weiß gar nicht, wie viele. Und es kommt dann immer so ein bisschen auf die Menschen, auf die Situation drauf an. Und letztendlich steht dahinter dieses Thema zu gefallen, nicht ausgestoßen und verletzt und gedemütigt zu werden. Und da möchte ich dir einfach erst einmal mitgeben, dass das etwas ziemlich Normales ist und dass wir das alle tun. Und es ist wunderbar, wenn wir uns dabei erwischen. Das heißt, wenn wir das mal so viel Bewusstsein in uns haben, dass wir das auf jeden Fall schon mal mitbekommen, dass wir Rollen spielen und dass wir auch in vielen Situationen erst einmal gar nicht anders können. So, das bringt so ein bisschen eine Weichheit mit dir selber da rein. Und dann möchte ich dir noch sagen, dass es darum geht, dass du irgendwann in deinem Rollen schlüpfst, dass dir das dein Leben sichert, dass es dir dein Leben vielleicht sogar rettet, dass es dir in irgendeiner Form dein Leben leichter macht. Und dann hast du die Erfahrung gemacht, ah, wenn ich in diese Rolle schlüpfe, dann komme ich hier ganz gut durch. Und wenn ich in diese Rolle schlüpfe, dann gelingt mir das besser. Und wenn ich in diese Rolle schlüpfe, dann werde ich mehr angesehen und nicht so sehr ausgegrenzt und so weiter und so fort. Und das ist, um es ganz deutlich zu sagen, dass du in dieser Rolle schlüpfst, dass du deutlich zu sagen, letztendlich eine Kompetenz, die geehrt und geachtet werden möchte. Denn ja, wenn wir Rollen spielen, sind wir vielleicht ein Stück weit von uns weg, von unserer eigentlichen Natur, vielleicht, und gehen dann ganz schnell in das Urteil, dass dieses in Rollen gehen schlecht ist. Das heißt, wir bewerten uns selber, wir kritisieren uns selber für etwas, was wir aktuell aber noch gar nicht ändern können. Und was machen wir damit? Wir verstärken diesen Schmerz, wir verstärken die Kritik, wir verstärken, dass wir nicht gut sind. Und wir verstärken letztendlich unterm Strich, dass wir an diesen Rollen noch viel fester halten, weil wir uns noch viel unsicherer fühlen. Nicht, weil die Welt so unsicher ist, das ist sie sowieso, sondern weil wir uns selber dafür, dass wir eine Rolle annehmen, als schlecht machen, dass wir uns dafür einfach als negativ bewerten, als nicht wertvoll genug werden. Das sollten wir ja eigentlich lassen. Wir sollten ja ohne Rollen durchs Leben kommen. Und das tut uns nicht gut. Also das Erste, was geschieht, wenn du für dich bemerkst, dass du Rollen anlegst, ist tatsächlich dieses zu sagen, so wie so ein inneres, ah, schau da, jetzt kommt wieder die Rolle der Coolen oder die Rolle der Hilfsbedürftigen oder die Rolle der Bestmöglichen. Ja, und dann einfach zu sagen, ah, okay, guck mal da, jetzt gerade bin ich in die Rolle der Coolen geschlüpft. Hi, Coole, ich sehe dich und ich weiß, dass du da bist und es ist okay, dass du da bist. An dieser Stelle wirklich in so einen inneren Dialog einzutauchen und es erst einmal einfach zu akzeptieren und freundlich damit zu sein, das meine ich sehr ernst, wirklich diesen inneren Dialog einzutauchen. Und nutze diesen inneren Dialog bitte nicht, um diese Coole in dir zu verjagen, dass sie auch ja nie wiederkommt, sondern nutze diesen Dialog, in eine Freundschaft, in einen Kontakt mit ihr zu gehen und ihr zu signalisieren, ich weiß, dass du da bist, ich weiß, dass du ein Teil von mir bist, ich weiß, dass ich dich schon oft gebraucht habe, ich weiß, dass es wertvoll ist, dass es dich überhaupt gibt und ich weiß, dass du da bist. Und das kannst du tatsächlich mit all diesen Rollen machen, mit all diesen kleinen Kompetenzen, die du dir angeeignet hast, da einfach aus der Kritik rauszugehen, ich brauche diese Rollen und das ist verkehrt und ich dürfte das eigentlich nicht, doch, ich sage einfach mal doch, du darfst das. Mach das, mach es bewusst und dann geh ganz bewusst in den Kontakt mit dir. diesem Teil in dir mit dieser Rolle, begrüße sie, verfluch sie nicht und gewöhne dir wirklich einen neutral bis leicht freundlichen Kontakt, wenn nicht sogar möglich einen verspielt liebevollen Kontakt. Wer weiß, was daraus entsteht. Und das ist wirklich ein innerer Dialog, den du führen kannst, entweder gedanklich in dir oder du sprichst die Dinge laut aus oder aber du schreibst sowas wie Tagebuch und kannst da die Dinge aufschreiben und immer wenn du bemerkst, dass es kritisch wird, also mit kritisch meine ich, dass du kritisch gegen dich selber wirst und dich wieder bewertest, dich abwertest, kannst du das gleiche auch anwenden und kannst einfach sagen, ah wow, hallo Kritikerin, ich sehe dich, ach ja, wir kennen uns schon gut, wie geht es dir heute und sie da sein lassen mit dieser Begrüßung und zu gucken, wie sie sich verhält. Ich finde diese Form sehr, die hat diesen Geschmack von, du holst das, was du durch deine Kritik und deine Bewertung immer von dir wegschiebst, holst du ganz nah zu dir ran. Stell dir vor, da steht eine ganz, ganz, ganz liebenahe Freundin steht vor dir, so, dass du sie mit dem Arm quasi greifen kannst und was du normalerweise tust, wenn du in die Kritik gehst gegen deine eigene innere Kritik. Oder gegen deine, deine Kuhle in dir oder wen auch immer, dann streckst du deinen Arm sehr ruppig aus und schubst diesen Teil einfach weg, diese liebe Freundin. Und wenn du in dieses Versöhnliche gehst und wenn du in dieses Begrüßen gehst, dann schaust du ihr in die Augen und vielleicht berührst du sie freundlich an der Schulter und vielleicht ist es sogar so, dass du so die innere Geste hast, wie du ziehst sie, wenn sie das möchte, so ganz leicht zu dir hin. Und holst sie quasi noch näher zu dir her, dass du sie noch besser fühlen und anschauen kannst. So, das ist das Erste, weil die Welt ist wild, die Welt ist lebendig, die Welt ist viel, die Welt ist sehr viel. Diese tausend Milliarden Eindrücke, die es jeden Tag gibt, diese Unsicherheit, dass die Welt untergehen kann, dass es Krieg geben kann, dass es Krisen geben kann, dass es alles Mögliche, dass alles eigentlich sehr, sehr unberechenbar ist, das ist ein Fakt. Und wir können diesem Fakt nur dann begegnen, wenn wir anfangen, diesem inneren Krieg, diesen inneren Unsicherheiten, diesen inneren Bewertungen uns selber gegenüber, wenn wir da anfangen, weicher, liebevoller, verständnisvoller, einfühlsamer zu werden und auch die Rollen, die wir haben und die Kompetenzen, die wir uns angeeignet haben, wirklich als eine Kompetenz, als etwas Wertvolles zu ehren. Und wenn wir das tun, dann fangen wir an, eine Form von Sicherheit in uns drin zu haben, dass wir nicht mehr so abhängig sind, weil du schreibst hier in deinen Zeilen ganz viel davon, wie sehr du hin- und hergerissen bist und wie sehr du auch auf ganz vielen Ebenen dich sehr unsicher fühlst, weil dieses hin- und hergerissen sein, dieses Nähe wollen, aber im Kontakt plötzlich merken, keine Grenzen setzen zu können, dieses, ja, einfach dieses hin- und hergerissen sein von einem Extrem ins andere, heißt einfach so viel wie, dass du kein inneres Standing in dir hast, dass du keine Andockstelle in dir hast, wo du immer wieder hingreifen kannst und sagen kannst, da gibt es etwas in mir, dem ich vertraue, da gibt es etwas, worauf ich zurückgreifen kann in mir, sodass ich nicht abhängig bin vom Außen. Wer so hin- und hergerissen ist, der ist mit dem Fokus auf die Sache, der ist mit dem Fokus sehr stark im Außen und versucht, diese Sicherheit im Außen zu finden, in anderen Menschen, in Kontakten, du beschreibst das hier auch ganz schön, ich habe in der letzten Zeit versucht, wieder mal häppchenweise Menschen näher kennenzulernen und zu vertrauen und dann rutsche ich ganz schnell in Schutzstrategien, weil du diese Sicherheit in dem Kontakt suchst und in der anderen Person, das läuft unbewusst, aber letztlich geht es darum, dass du diese Sicherheit und Stabilität in dir selber findest, damit du im Kontakt sein kannst, auf deine Art, jeden Tag vielleicht ein bisschen anders und dass du dich ganz bewusst aus einem Kontakt rausnehmen kannst, wenn du spürst, dass er dir gerade nicht gut tut und dass du nicht davon abhängig bist, ob es in dir gerade Karussell fährt oder ob der Kontaktmensch gerade keinen Kontakt mit dir möchte und dich alleine lässt und du dich dann wieder verlassen fühlst, sodass du wirklich etwas in dir hast, was da ist und was entscheiden kann. Und dafür braucht es einfach wirklich diese Freundlichkeit mit dir selber und dieses In-Kontakt-Gehen mit den eigenen inneren Rollen, mit den eigenen inneren Dialogen, mit dem eigenen inneren Kritiker und mit all diesen Dingen. Dafür braucht es auch Pausen im Alltag, das heißt, wenn du jemand bist, der, und das klingt so bei dir, der sehr viel versucht, Dinge auch zu verbessern, dann sind wir oft auf so einer Schiene aufgesprungen, wie ich arbeite so lange, so viel schon an mir und ich habe immer wieder das Gefühl, ich dachte eigentlich, ich bin da schon weiter und dann merke ich durch so ein Extrem plötzlich wieder, dass ich in so ein altes Thema zurückfalle und dann kommt so ein Entsetzen in uns, weil dieses Ich arbeite an mir und ich habe so viel schon auch gemacht. Und ich bin da auf meinem Weg, das sind ja immer so diese Sätze, die wir dann so sagen oder gestern hatte ich ein schönes Gespräch mit einer Frau, die dann zu mir sagt, ach ja, das ist noch eine riesen Baustelle in mir. Was tun diese Dinge, wenn wir so einen inneren Dialog mit uns führen? Sie sagen uns, ich bin nicht genug. Es sagt in dir, du bist nicht genug, du hast eine Baustelle, da ist was faul in dir, du bist nicht okay, du bist nicht heile, du bist nicht richtig. Das ist die Botschaft, die tief in uns drin, in unserem Unterbewusstsein ankommt. Das ist das, was wir zu uns sagen. Und dann wundern wir uns, dass wir hin und her gebeutelt werden. Dann wundern wir uns, dass augenscheinlich das Leben uns im Griff hat und nicht wir uns im Griff haben, beziehungsweise wir das Leben im Griff haben oder wir auch keine Ressource in uns selber finden. Und deswegen ist dieser innere Dialog für mich eine total tiefgehende Basis, auf die alles aufbaut, wenn wir eine innere Klarheit haben wollen, wenn wir dieser wilden, verrückten, durchgeknallten Welt immer wieder auch ein Stück weit mit einer eigenen inneren Klarheit begegnen wollen. Immer ein Stückchen mehr. Aufzuhören zu sagen, dass du Baustellen hast im Leben. Ich habe das selber in einigen Bereichen getan. Ich weiß, wie vernichtend das ist und wie destruktiv und runterziehend das ist. Aufzuhören zu sagen, ich bin auf dem Weg und ich bin eigentlich schon ganz viel gegangen und ich weiß aber, da liegt noch ganz viel vor mir. Das heißt, dass du nicht vollständig bist. Das heißt, dass du nicht richtig bist, so wie du gerade bist. Und wenn du in diesen freundlicheren Dialog mit dir gehst, dann signalisierst du dir immer ein Stückchen mehr, heute bin ich so, wie ich bin, vollkommen und richtig. Und ich weiß, morgen werde ich eine andere sein. In welche Richtung das geht, weiß ich noch nicht. Und gestern war ich auch eine andere und das war auch vollkommen richtig. Vollkommen zu seinem Zeitpunkt. Das ist mir wirklich ein Herzensanliegen, dass wir uns unabhängiger machen von dem, was wir im Außen erleben und dass wir anfangen, diese Klarheit, die wir im Außen suchen, diesen roten Faden, den wir im Außen suchen, diese Dinge, die mit Nähe, Distanz und Grenzensätzen zu tun haben, dass wir als allerersten Schritt einfach mal diesen inneren Dialog, korrigieren, verbessern, liebevoller machen, weicher machen, zugewendeter machen. Und dann schreibst du, du hast vorgelebt bekommen, dich zu unterwerfen und zu funktionieren, den Mund zu halten, Harmonie zu bewahren und so weiter und so fort. Und dass dieser Rebell in dir schon als Kind ausgetrieben worden ist. Und weißt du, was das Schöne ist? Das sind Dinge, die du irgendwann mal gelernt hast und du hast das alles in dich reingenommen. Das ist wie ein Programm, was auf deine innere Festplatte gespielt worden ist. Und du bist in jedem Augenblick deines Lebens in der Lage, diese Programme wieder umzuprogrammieren. Und du kannst lernen, jetzt den Rebell oder die Rebellin in dir wieder wach zu küssen und rauskommen zu lassen und dich damit auszuprobieren. Und einfach in den Bereichen, wo es dir möglich ist, einfach rebellisch zu sein. Und wenn du merkst, dass das ganz schwer geht und dass du das gar nicht gut kannst, dann schließt du dich auf der Toilette ein oder du nimmst dir sonst wie einfach einen Raum für dich, wo du wirklich gut für dich sein kannst und fängst einfach mal an, ganz grässliche, hässliche, unfreundliche Grimassen zu ziehen. Vielleicht magst du eine hässliche Musik dazu anmachen. Also mit hässlich meine ich immer so eine Marian Manson Musik, so eine Dark Music, irgendwie sowas in der Richtung. Also sowas, was so ein bisschen, was so ein bisschen so die Kämpferin, die Rebellin in dir rauslockt, so ein die Krallen hat und die richtig, ja. lodernde Augen hat und einen Unterkiefer, der sich vorschiebt und wo du einfach so merkst, du kannst auch so ein richtiges Viech sein, du kannst richtig garstig, bösartig, gewaltig sein. Das hilft, solche Musik anzumachen, um dann wirklich mal zu fühlen, was passiert, wenn du dein Gesicht mal in alle Richtungen verziehst und dir erlaubst, als Frau ultimativ hässlich zu sein, die Zunge weit raus zu strecken, die Zähne zu fletschen, wie ein Hund, der fürchterlich wütend ist und seine Nackenhaare aufstellt. Und wenn wir schon beim Hund sind, was passiert denn, wenn du so ein Viech bist, so ein böses Viech bist und du deine Krallen ausfährst und zwar deine Fußkrallen tief in den Boden fährst, also wirklich mal so einen Druck ausübst mit deinen Füßen in den Boden rein und deine Finger bewegst, als wenn sie wirklich lange, lange Krallen wären, mit denen du richtig töten kannst. Mit denen du richtig verletzen kannst, mit denen du dich zutiefst verteidigen kannst. Und zu spüren in dir, wie sich das anfühlt, wenn du dir das nach und nach wieder ein bisschen mehr erlaubst. Ich persönlich habe mir solche komischen Sachen lange gar nicht erlaubt, habe das abgetan, habe das komisch gefunden, habe eher noch, weil es mich beschämt hat, einen Scherz drüber gemacht, bis ich verstanden habe, welche Power da drin steckt. Und wenn wir unseren Körper einfach einladen, in so eine Form von Ausdruck zu gehen, denn das ist die Energie, wenn du die hast für dich, wenn du die erlaubst, dass sie in dir da sein darf. Und bitte mach diese Übung so oft du kannst, am besten die nächsten sechs, acht oder zehn Wochen oder noch länger täglich, immer mal wieder ein paar Minuten, wenn du das für dich verinnerlichst, dass du mit dieser Kraft in Verbindung sein kannst. Dann steht für dich irgendwann nach einigen Wochen Training außer Frage, dass du Grenzen setzen kannst, dass du in einer Kommunikation über deine Werte sprechen kannst und dass du im Kontakt sagen kannst, was du möchtest und was du nicht möchtest. Und das hat dann einen Geschmack von Klarheit, Ehrlichkeit und Authentizität, dass ein Gegenüber gar nicht mehr in Frage stellt, ob du das ernst meinst oder nicht und du spürst es in dem Moment. Du kannst gehen, du kannst aus einem Kontakt herausgehen und sagen, du, mir wird das gerade zu viel, ich merke, ich brauche Rückzug, es ist nicht gegen dich, es ist einfach gerade nur für mich, weil ich merke, sonst gehe ich über meine Grenzen und ich werde jetzt rausgehen oder ich werde mich jetzt verabschieden. Und das kann ja mit einer Klarheit gesagt sein, die dann nicht mehr diesen Geschmack von hin und her geeier, hin und her gerissen sein zu tun hat, sondern das ist dann einfach diese innere Klarheit, wo du merkst, du hast das in dir. Du hast die Ressource in dir, die du brauchst, damit es aufhört, damit nicht mehr alles so turbulent und wild und hin und her gerissen ist und so unklar ist, dass du nicht mehr so sehr das Gefühl hast, immer wieder von einem Extrem ins andere zu fallen, gar nicht richtig zu wissen, wer du bist. Das sind zwei Megatools, einmal diese freundliche, innere Zuwendung dir selbst gegenüber, diesen ganzen verschiedenen Anteilen, diesen ganzen verschiedenen Rollen und dann in diese Kraft reinzugehen. Körperlich mach es nicht gedanklich, sondern mach es wirklich körperlich live jeden Tag ein paar Minuten und mach das viele Wochen lang und du wirst spüren, dass sich im Kontakt mit anderen Menschen definitiv etwas verändert und dass du eine Form von Klarheit und zu dir stehen findest, nach der du dich lange gesehnt hast. Ich bin da ziemlich zweifelsfrei. Und dann möchte ich als letzten Punkt noch drauf kommen, was du geschrieben hast. Das erklärt vieles und so nach und nach lerne ich es als Gabe zu sehen, also dass es auch für etwas nützlich ist und nicht mehr zu verfluchen, weil ich so anders bin und ich dachte auch, dass ich falsch bin. Und da möchte ich dir einfach noch mitgeben, ich bin überzeugt, dass wir Menschen als Wesen so mit diesen ganzen vielen Sinnen, wie wir auf die Welt kommen, mit einer überdimensionalen Welt, hören, riechen, schmecken, fühlen, sehen und so weiter, dass wir eigentlich von unserer Natur und dass das etwas ganz Natürliches ist und etwas ganz Selbstverständliches ist, dass wir eigentlich alle hochsensibel sind, dass es unsere Natur ist und dass wir es einfach nur durch das viele müssen, sollen und in Rollen reingepresst werden, in Förbchen sich reinpressen lassen, in viele Formen unserer Gesellschaft. Wo wir runterreduziert werden, wo wir uns angewöhnen, uns energetisch und in unserem Ausdruck sehr klein zu machen, dass wir dann das Bild bekommen von Menschen, die mehr wahrnehmen, die übersinnlich eigentlich sind, also die einfach sehr viel spüren, auch von anderen Menschen, die sehr viel spüren, welche Energie die Natur hat, die Träume deuten können, all diese Dinge, die mit dieser verkopften, realen Welt, in der wir hier so leben, ganz wenig bis gar nichts zu tun haben, das wird dann abgestempelt als etwas Verkehrtes, als etwas zu zimperlich ist, als etwas hypersensibel, hochsensibel und dass das verkehrt ist. Und ich möchte einfach an dieser Stelle sagen, ich glaube, dass das unsere Natur ist und dass wenn wir einen guten Bezug zu uns selber finden, ein gutes Wieder-im-Körper-Ankommen, ein gutes Standing haben, eine gute, liebevolle, innere Beziehung der Stimmen, die da in uns sprechen, dieser inneren Kinder- oder Teileaspekte, wie auch immer man das nennen möchte, wenn wir da wieder einen freundlichen Umgang mit uns finden, dass es eine Qualität ist, hochsensibel zu sein und dass es eine Qualität ist, die dich stark macht und nicht eine, die dich schwächt. Da bin ich ziemlich überzeugt von. Das ist nochmal ein Riesenthema für sich. Vielleicht sprechen wir da noch ein anderes Mal etwas intensiver drüber, wenn dich das interessiert. Und ich möchte es für den Moment einfach mal so stehen lassen als Idee, dass Hochsensibilität unsere Natur ist, dass es eine Qualität ist und dass es eine Stärke ist und nicht eine Schwäche. Ich würde mich riesig freuen über ein Feedback zu diesem Podcast von dir, liebe Hörerin. Und ich freue mich, dass du bis hierhin zugehört hast, dass du dabei warst. Ich freue mich, dass du bei dem Projekt Lebendig Frau sein dabei bist. Und wenn du bei dem Projekt Lebendig Frau sein noch nicht eingeschrieben bist, kannst du das wahnsinnig gerne tun. Wir freuen uns alle. Wir sind eine ziemlich große Community, die sich teilweise kennen und teilweise auch nicht kennen. Und wir kommen immer mal wieder in Abständen auch in Zoom-Meetings oder in anderen Events zusammen, wo wir uns ein Stückchen mehr kennenlernen, wo ich Fragen beantworte, wo wir gemeinsame Übungen machen. Und diese Infos bekommst du aber tatsächlich nur, wenn du dich einträgst. Die Infos dazu findest du in den Shownotes, wie das geht. Das ist völlig unverbindlich für dich. Ich würde mich freuen, wenn du diesen Podcast weiterreichst an andere tolle Frauen oder wenn du mir eine Bewertung schreibst, damit andere tolle Frauen diesen Podcast auch finden. Eine Bewertung bei iTunes. Und wenn du diesen Kanal abonnierst, dass du immer auf dem Laufenden bist. In diesem Sinne, hab einen wundervollen Tag und ich freue mich auf eine nächste kleine Reise mit dir. Bis zum nächsten Mal. Bis zum nächsten Mal.