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Wie du dich aus schlechten Beziehungen lösen kannst

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Wie du dich aus schlechten Beziehungen lösen kannst

In the podcast episode "Psychologie-Tugo," the host, Frankard Giruti, a psychotherapist, discusses recognizing and dealing with toxic relationships. He emphasizes the importance of assessing relationship quality for mental well-being and highlights studies linking chronic relationship stress to depression and anxiety disorders. Dysfunctional relationships are characterized by power imbalances, emotional manipulation, poor communication, jealousy, mistrust, boundary violations, dependency, and isolation. The episode delves into how individuals may repeat negative relationship patterns and provides questions to evaluate relationship dynamics. By recognizing these signs and understanding the impact of toxic relationships on one's mental and physical health, individuals can take steps to address and potentially exit such harmful dynamics.

Transcription

5787 Words, 37737 Characters

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Episode "Psychologie-Tugo". Das ist dein Podcast für hilfreiche Gedanken und Impulse, direkt aus meiner psychotherapeutischen Praxis. Hallo und herzlich willkommen. Mein Name ist Frankard Giruti. Ich bin von Beruf Psychotherapeutin. Und heute soll es mal darum gehen, wie man sich eigentlich aus sogenannten "giftigen Beziehungen". Und ich habe mir ein paar Gedanken dazu gemacht. Erstens, woran man eigentlich erkennt, dass die Beziehung und das kann eine Liebesbeziehung sein, es kann aber durchaus auch eine Beziehung sein zwischen Eltern und Kindern eher dysfunktional ist. Und vielleicht auch eher dynamiken Aufweis, die dazu beitragen, dass es einem schlecht geht. Also woran kann man das eigentlich festmachen? Und im zweiten Teil dieser Episode gibt es dann konkrete Tipps, was man tun kann, um sich aus einer eher dysfunktionalen Beziehung dann auch zu lösen. Und warum ist das eigentlich aus therapeutischer Sicht wichtig, dass wir uns mal über die Qualität der Beziehungen unterhalten und auch Gedanken machen, der Beziehung die uns so Tag für Tag umgeben? Warum wünschen wir uns gute Beziehungen und inwieweit können uns aber auch schlechte Beziehungen eigentlich schaden? Und da gibt es wirklich etliche Studien und auch Metaanalysen. Metaanalysen, das sind immer Analysen, der bisher vorliegenden Forschungsergebnisse zu einem Themenfeld. Also da wird dann geguckt, wie viele Forscher und Forscherinnen haben sich denn zum Beispiel mal damit beschäftigt, wie sich eine schlechte Beziehungskwalität auf die mentale Gesundheit und auf die Lebenszufriedenheit auswirkt. Und diese ganzen Studien werden dann zusammengefasst und dann wird geguckt, ob man daraus wiederum ein übergeordnetes Fazit ziehen kann. Also es gibt Studien, es gibt Meta-Studien, die sich alle damit beschäftigen. Manche beziehen sich vor allen Dingen auf die Ehe. Was teilweise daran liegt, dass das vor einiger Zeit noch die vorherrschende Art des Zusammenlebens von romantisch verbundenen Menschen war, sage ich jetzt mal so. Aber ich glaube, wir machen keinen Fehler, wenn wir uns diese Ergebnisse mal angucken und die übertragen auch auf Menschen, die nicht verheiratet sind, sondern einfach so eine Beziehung miteinander haben. Und ich glaube auch, dass man Aussagen daraus ableiten kann, die sich auch auf andere Beziehungen übertragen lassen, eben zum Beispiel die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern, die Beziehungen in Freundschaften, vielleicht die Beziehungen zwischen Geschwistern. Wir sind ja als Menschen umgeben von ganz vielen Arten von Beziehungen. Und was die psychologischen Forscherinnen und Forscher festgestellt haben, ist zum Beispiel das Menschen in belastenden Beziehungen ein signifikant höheres Risiko haben für Depressionen und Angststörungen. Und da war ich jetzt erst skeptisch, weil ich dachte, na ja, also so wie immer, wenn man so Studien zusammenhänge sieht, sagt das ja nichts über die Ursache. Und damit meine ich, könnte es nicht sein, dass dadurch das vielleicht einer von beiden oder sogar beide eine psychische Erkrankung haben, zum Beispiel eine Depression oder eine Angststörung, dadurch die Beziehung schlecht wird. Also könnte es nicht auch in die Richtung sein. Aber so schlau waren tatsächlich die Forscherinnen und Forscher auch. Hier nicht Korrelation und Kausalität zu verwechseln, sondern sie sagen ganz klar, nein, eine schlechte Beziehung erhöht das Risiko. Das heißt nicht, dass das umgekehrte nicht tatsächlich auch sein kann, dass eben eine psychische Erkrankung auch die Beziehung belasten kann, klar. Aber es ist eben nicht zu loggen an das chronischer Beziehungsstress stark mit der Entwicklung von psychischen Erkrankungen korreliert. Dann gibt es Studien, die zeigen, dass es ein Zusammenhang gibt, zwischen der Beziehungskwalität und dem eigenen Selbstwertgefühl. Also Menschen mit chronischen Beziehungsproblemen haben häufig ein geringeres Selbstwertgefühl und sie neigen sogar dazu, sich selbst abzuwerten. Und weniger Wertschätzen mit sich selbst umzugehen. Und auch das deckt sich ehrlich gesagt mit den Beobachtungen aus meiner Praxis ganz stark. Und dann, und das sollte uns natürlich überhaupt nicht überraschen, wenn wir nicht nur, sagen wir mal, in gewisser Weise leicht dysfunktionale Dynamiken sprechen, sondern wirklich über Beziehungen, die geprägt sind, von verbaler oder auch tatsächlicher Aggression und Gewalt, dann überrascht uns das natürlich nicht. Das ist dann auch regelrecht zu Symptom von postraumatischer Belastungsstörung kommen kann, und wirklich tiefgreifenden emotionalen und psychischen Folgen, die aus einer Beziehung erwachsen, die von Gewalt und jeder Art von Übergriff geprägt ist, das ist ja klar. Dann gibt's Studien, die zeigen, dass chronischer Beziehungsstress auch die körperliche Gesundheit angreifen kann. Das mag zum Beispiel damit zu tun haben, dass Menschen, die in ihrer Beziehung viel unter Stress stehen, zum Beispiel zu erhöhtem Blutdruck neigen und insgesamt auch ein schwächeres Immunsystem haben. Und das finde ich auch total interessant, also da gibt es Studien zum Zusammenhang zwischen Ehe und Gesundheit. Das ist zwischen Männern und Frauen, überraschenderweise auch noch mal ein bisschen anders. Aber unterm Strich kann man sagen, dass Beziehungsstress auch wirklich der körperlichen Gesundheit schadet. Ja und dann etwas, was glaube ich, viele Menschen auch an sich selber beobachten können und auch das konnten Studien bestätigen, dass Menschen die negative Beziehungserfahrungen gemacht haben, ob jetzt in ihrer Herkunftsfamilie oder auch in vorangegangenen Beziehungen, da immer wieder bestimmten Mustern und Dynamiken ausgesetzt waren, das teilweise wiederholen. Also sie haben selber eine Tendenz immer wieder die gleiche Art von Beziehung aufzusuchen und aber auch ihrerseits immer wieder die gleichen Muster zu reproduzieren. Und das ist mir auch nochmal ganz wichtig, wenn ich heute über sowas wie in Anführungszeichen giftige Beziehung spreche, spreche ich immer über Dynamiken, die sich zwischen zwei Menschen abspielen. Also der Begriff der toxischen Beziehungen wird eben häufig verwendet, um Beziehungsdynamiken zu beschreiben, die emotional schädlich für uns sind, die uns auch langfristig psychische und auch gesundheitliche Schäden zufügen können. Und ich habe mir wie gesagt mal ein paar Gedanken gemacht, woran man das erkennen kann und welche Fragen man sich stellen kann. Die Merkmale des Funktionaler Beziehungen zusammengefasst sind in meinen Augen, dass es erstens ein Macht Ungleichgewicht gibt. Das zweitens sowas passiert wie emotionale Manipulation. Drittens, dass es entweder gar keine richtige Kommunikation gibt oder dass die Kommunikation schlecht ist, sprich respektlos oder abfällig. Viertens sind dysfunktionale Beziehungen häufig gekennzeichnet durch Eierversucht, Misstrauen oder Grenzverletzungen und Viertens ist in dysfunktionalen Beziehungen häufig eine Person regelrecht abhängig von der anderen Person und vielleicht auch von allen möglichen anderen Außenkontakten isoliert. Und auf die fünf Punkte würde ich jetzt nochmal genauer eingehen, bevor wir dann dazu kommen, wie du dich gegebenenfalls auch aus einer solchen Beziehung lösen kannst. Und bitte behalt nochmal im Hinterkopf selbst, wenn ich jetzt über Partnerinnen oder Partner spreche, denke ich schon, dass die meisten Gedankengänge übertragbar sind, eigentlich auf jede Art von zwischenmenschlicher Beziehung. Man kann das eben auch umdenken auf die Beziehung zu eigenen Mutter oder zum besten Freund. Punkt eins, das erste Merkmal des Funktionaler Beziehungen hatte ich gesagt, ist ein Macht ungleichgewicht. Das bedeutet, dass eine Person dominiert oder kontrolliert und die andere sich emotional oder manchmal eben sogar physisch unter Druck gesetzt fühlt. Und das kann zum Beispiel so aussehen, dass man sich in dieser Beziehung gar nicht so fühlt oder gar nicht so sein kann, wie man ist, sondern dass man unter dem Druck steht und auch den starken Eindruck hat, dass man immer auf eine bestimmte Art und Weise erscheinen und auftreten muss, um der anderen Person zu gefallen. Also so das Gefühl, wie auf Eierschalen zu laufen und immer wieder abchecken zu müssen, ob man gerade sich richtig verhält oder ob man jetzt anders sein müsste oder sich anpassen müsste und der Fokus liegt eben viel auf der dominanten Person und deren Befindlichkeiten und Anliegen und den dysfunctionalen Beziehungen spielt sich das eben häufig so ab, dass dann ein Part versucht, den anderen irgendwie happy zu machen, indem er sich ganz, ganz doll anpasst. Und eine Frage, die du dir stellen kannst, ist, wie fühl ich mich eigentlich und wie reagiert eigentlich mein Nervensystem, kurz bevor ich mit dieser Person zusammentreffe. Also, wie fühl ich mich zum Beispiel kurz bevor meine Partnerin oder mein Partner nach Hause kommt oder wenn ich den Schlüssel im Schloss höre oder den Schritt auf der Treppe bin ich dann ruhig, bevor Freude oder bin ich eher aufgewühlt oder bin ich besorgt. Also was geht eigentlich in meinem Körper, aber auch in meinen Gedanken, möglicherweise vor, kurz bevor ich mit dieser Person zusammentreffe. Bringe ich mich zum Beispiel aktiv in eine bestimmte gewünschte Verfassung. Tu ich was an meinem äußeren, tu ich was in meiner Wohnung, damit alles so ist, wie er oder sie das haben will, habe ich Angst vor Kritik, habe ich Angst vor Beschäumung und wo fühl ich das im Körper. Und darauf mal zu achten, könnte ein erster wichtiger Schritt sein. Also was empfindlich ist das Vorfreude, bin ich entspannt, in welcher Verfassung ist grob gesagt, mein Nervensystem in Gegenwart von dieser Person. Und das ist nichts unterschätzen, ich habe ganz stark den Eindruck, dass manchmal Menschen die Signale aus ihrem Nervensystem tatsächlich misdeuten. Dass sie denken, die buchstäblichen Schmetterlinge im Bauch, seien ein Zeichen für großes emotionales Engagement. Und sie übersehen vielleicht, dass es keine gute Aufregung, sondern eher eine schlechte Aufregung ist. Genauso wie Menschen sich manchmal vertuen, dass sie denken, in Beziehungen, in denen es richtig hochhergeht und viel und laut und emotional gestritten wird. Dass das gleichzeitig ein Beweis sei, dass allen Beteiligten diese Beziehungen besonders wichtig ist, denn sonst würde man sich ja nicht so emotional aufreiben. Also im Grunde wird genau diese austherapäutischer Sicht dysfunktionale Art, das miteinander umgehens herangezogen als Beweis, wie tief die Liebe angeblich sei oder wie wichtig einem die Beziehung angeblich sei. Und da muss man wirklich vorsichtig sein. Manchmal sind die Signale aus dem Nervensystem an dieser Stelle misdeutet. Und vielleicht legen sie am Nah, bringen dich in Sicherheit oder sucht die Liebe eine ruhige Umgebung und eben nicht. Wow, du bist hier so wichtig und diese Beziehung ist so emotional in alle Richtungen und deshalb muss sie toll sein. Das ist nicht der Fall. Ein zweites Zeichen für ihr dysfunktionale Beziehungen ist natürlich, wenn emotionale Manipulation an der Tagesordnung ist. Ich habe schon meine Podcastfolge gemacht über "Geslighting". Ich habe vor kurzem eine Episode gemacht über eine sehr manipulative Gesprächstrategie, die Täterinnen und Täter nutzen, die da wo Strategie. Also wenn du da mehr darüber hören möchtest, dann such mal in den Folgen nach "Geslighting" oder "Darwo". Da emotionale Manipulation kann ja auch so aussehen, dass zum Beispiel das Selbstwertgefühl einer Person systematisch untergraben wird oder dass es ständig zu Schulzuweisungen kommt oder zu Kritik. Und letztlich unter dem Strich die Emotionen der einen Person durch die andere Person immer wieder negativ aufgewühlt werden. Also wenn du mit einer Person zusammen bist oder in Kontakt bist, die gemein ist oder die kollärisch ist oder die dich manipuliert oder unter Druck setzt, dann kannst du dich zum Beispiel fragen, würde ich genau diese Beziehung meinem Kind wünschen. Würde ich mich freuen, wenn mein Sohn oder meine Tochter oder eben deine imaginative Tochter wie auch immer, mir ihre neue Liebe vorstellt und diese Person wäre genau so wie mein aktueller Partner oder meine Partnerin. Und jetzt würden sich bei meinem Kind die gleichen Muster abspielen wie in meiner eigenen Beziehung. Würde ich das gut finden. Und schließlich natürlich die Frage an, wenn du deine eigene Beziehung mit all ihren Dynamiken, niemand anderem wünschen würdest, warum mutest du sie dir selber zu. Das dritte Merkmal des Funktionaler Beziehungen ist die Kommunikation. Wenn die Kommunikation in dieser Beziehung durch ständige Missverständnisse, ständige Konflikt ohne Lösungen oder auch respektloses Verhalten oder ständige Kritik oder ständige Herabsetzung gekennzeichnet ist, dann ist dies wahrscheinlich keine gute Beziehung. Um meiner Beobachtung nachhalten, dass aber viele Menschen für so was wie normal und haben das eventuell schon in ihren Herkunftsfamilien so gelernt, dass es hinter verschlossenen Türen ganz anders abgeht als zum Beispiel in Gegenwart anderer Menschen und dass verbale Aggression oder tatsächlich auch ausgeübte gewalttätige Aggression innerhalb von Liebesbeziehungen zum Beispiel dazu gehört. Also manche Menschen sagen sogar ja klar zu Hause, da kann ich so sein, wie ich bin. Die wissen ja alle, dass ich die Liebe, da muss man ja wohl nicht jedes Wort auf die Goldware legen und da darf ich mich dann auch mal so richtig austoben. Und das ist natürlich total fatal, wenn man das so gelernt hat, denn das ist nicht der Fall. Niemand hat es verdient, attaciert, herabgesetzt, ständig kritisiert, mit Vorwürfen überhäuft und so weiter zu werden und schon gar nicht in einer Beziehung, von der man ja eigentlich Rückhalt, liebevolle Zuwendung, wohl wollen Verständnis, Interesse und so weiter erwarten dürfte. Du kannst dich ja vielleicht mal ganz ehrlich fragen, ob dir die Wortgefächte, die sich vielleicht in deiner Beziehung oder dieser Beziehung abspielen zu wem auch immer, ob sie dir eigentlich unangenehm oder peinlich fairen, wenn sie veröffentlicht werden würden. Das ist kein gutes Zeichen. Wenn ihr so miteinander redet, dass es dir in der Öffentlichkeit wahnsinnig peinlich wäre, dann ist diese Beziehung vielleicht in der Schieflage. Und du kannst dich auch zum Beispiel mal fragen, wenn eure Dialoge als Drehbuch dienen würden, für ein paar, dass jetzt in einem Film ein Liebespaar spielt. Oder eine Mutter und eine Tochter wie auch immer, welche Beziehungen auch immer du gerade vor Augen hast, nimm einen eurer typischen Dialoge und frag dich mal, wenn das das Drehbuch wäre und du würdest das in einem Film oder in einer Serie sehen, wie würde das auf dich wirken? Und wenn es Aggression oder sogar Gewalt in deiner Beziehung gibt, dann frag dich bitte, ob du wirklich diese Person als ganzes Liebst oder ob es nur einzelne Facetten dieser Person gibt, die du liebst. Oder ob es die Vergangenheit mit dieser Person ist, die vielleicht schön war und die Erinnerung an diese gemeinsame Vergangenheit, die liebst du vielleicht. Die nicht von Aggression oder Gewalt geprägt war oder übergriffigem Verhalten. Und vielleicht ist es sogar so, dass du das Potenzial liebst, dass du in dieser Person siehst oder den guten Kern, den du in dieser Person vermutest. Aber wenn du ganz ehrlich bist, bekommst du diesen vermeintlichen guten Kern, vielleicht nur ganz selten zu sehen. Und dann ist es wichtig, dass du dich vielleicht mal ganz ehrlich fragst, was ist in dieser Beziehung eigentlich eher die Ausnahme. Wenn ich mal von außen auf das allgemeine Beziehungsklima-Schauhe zwischen uns, sind es eher die negativen Interaktionen, die die Ausnahme darstellen und selten sind, oder sind es die schönen und die inigen und die verbundenen Momente, die selten und die Ausnahme sind. Ein weiteres Merkmal des Funktionaler Beziehungen ist Eifersucht, Misstrauen und Grenzverletzern. Ich hat es ja gerade schon gesagt, viele Menschen verwechseln überschießende Emotionen in alle Richtungen und gerade z.B. auch große Eifersucht mit großer Liebe. Und das ist aus psychotherapeutischer Sicht halt nicht haltbar. Ich habe neulich einen Klugensatz gelesen, der hat mich ein bisschen nachdenklich gemacht und erlautete in etwa, dass es in disfunktionalen Beziehungen um konstante und ungeteilte Aufmerksamkeit geht. Und in guten Beziehungen geht es um echte Verbindung. Das finde ich ein wichtigen Unterschied. Geht es in dieser Beziehung um Aufmerksamkeit oder geht es um Verbindung. Auf englisch hieß es Attention und Connection. Und in Beziehungen mit einer ungünstigen Dynamik wird eben der Partner oder die Partnerin oder übrigens, wie gesagt, die Kinder, die Eltern, wie auch immer in alle Richtungen denkbar, nicht als Individuum betrachtet mit eigenen Gefühlen, mit einem eigenen freien Willen, mit eigenen Bedürfnissen, eigenen Anliegen, eigenen Werten, die übrigens auch ganz anders sein dürfen als meine eigenen. Sondern sie werden also was betrachtet wie eine Selbsterweiterung und eigentlich wie ein Besitz. Und sie sollen bitte am liebsten so funktionieren und agieren, wie ich mir das wünsche. Sie sollen mich nicht herausfordern in meinen eigenen Unsicherheiten. Sie sollen mich nicht herausfordern in meinen Bedürfnissen und Sie sollen sich bitte so zu sagen an das anpassen, wie es mir gefällt. Und eyeversüchtige Menschen sind zum Beispiel ganz klar nicht bereit, sich mit ihrer Angst vorverlust und mit ihrem eigenen Schmerz und ihrer eigenen Unsicherheit auseinanderzusetzen und sie reagieren auch auf diese Unsicherheit nicht mit Vertrauen, sondern sie reagieren mit Kontrolle und das kann hochgradig übergriffig und eben sehr, sehr schädlich für die Beziehung werden. Also in dysfunktonalen Beziehungen werden persönliche Bedürfnisse aber auch Grenzen nicht respektiert. Und in dysfunktonalen Beziehungen glauben eben Partnerinnen und Partner oder Eltern wie auch immer. Sie leiten aus eurer Verbindung und eurem Verhältnis ab, dass es ihnen zustät. Dass sie über jeden deiner Schritte informiert sind, dass sie den Tagebuch lesen dürfen, dass sie dich überwachen dürfen. Und das zeigt eben noch mal diesen großen Unterschied zwischen gut funktionierenden harmonischen Beziehungen, die auf vertrauen basieren und dysfunktonalen, giftigen Beziehungen, die auf ständigen Tests und Kontrolle basieren. Ja und ein letztes Merkmal für dysfunktonale Beziehung ist Abhängigkeit und Isolation. Also wenn eine sehr starke, emotionale Abhängigkeit besteht und eine Person das Gefühl hat, ohne diese Beziehung absolut nicht zu Recht zu kommen, würde ich das immer hinterfragen. Und genau dieser Zustand geht ganz oft einher mit einer Isolierung von Freunden, von Familie, von allen anderen Menschen. Und die Frage, die du dir hier ganz ehrlich stellen kannst ist, ob du durch diese Beziehung wirklich erfüllt bist oder ob du einfach nur weniger allein bist oder ob du sogar noch mehr allein bist, weil dein Partner oder deine Partnerin möglicherweise alle anderen Beziehungen sabotiert oder untergräbt oder die ein schlechtes Gefühl gibt, wenn du dich mit anderen Menschen umgibst. Und zur emotionalen Abhängigkeit mache ich vielleicht noch mal eine ganz eigene Podcast-Episode. Das kann ja tatsächlich sogar diagnostisch relevant werden in Form einer dependenten Persönlichkeitsstörung, die dadurch gekennzeichnet ist, dass die Menschen wirklich wichtige Lebensentscheidungen, aber auch die Kleinigkeiten des Alltag, also im Grunde egal, jeweils Auslagern an andere Menschen, weil sie zutiefst davon überzeugt sind, dass andere Menschen es wirklich besser wissen oder kompetenter sind oder klüger oder weil sie eben selber auch die Verantwortung für gewisse Entscheidungen nicht schuldern können, weil sie auch das sich nicht zutrauen. Das ist nochmal ein interessantes eigenes Themenfeld. Für mich aber klar, ein Merkmal für eine dysfunktionale Beziehung, wenn sich eine Person von der anderen Person total abhängig fühlt. Und das waren jetzt keine hochoffiziellen Punkte, die ich jetzt hier vorgetragen habe, sondern das ist wirklich mein subjektiver Eindruck, woran dann überhaupt dysfunktionale Beziehungen erkennen kann. Es gibt bestimmt auch noch andere Merkmale und vor allen Dingen glaube ich, dass die meisten Menschen, wenn sie sehr ehrlich mit sich selbst sind, eigentlich selber am besten wissen, ob ihre Beziehung eine gute ist oder nicht, ob sie glücklich macht oder eigentlich eher stresst, ob sie da sie selbst sein können oder ob sie die ganze Zeit versuchen, jemand zu sein für den anderen, was mit großer Anstrengung verbunden ist und so weiter. Aber sich diesem Thema wirklich ehrlich zu widmen, ist nicht leicht und ganz viele Menschen verschließen lieber eine oder sogar alle beide Augen ganz, ganz feste, um nicht in aller Klarheit und auch mit so einer gewissen Schronungslosenerlichkeit sich selber damit zu konfrontieren, wie es um ihre Beziehung bestellt ist. Und das ist sozusagen der erste und vielleicht auch der wichtigste Punkt, um ohne gute Beziehungen auch loszulassen und sich daraus zu lösen. Und das ist nämlich das Erkennen und auch das Akzeptieren der Situation, wie sie nun mal wirklich ist. Also emotionale Investition allein ist eben kein Garant für eine gute gesunde Beziehung. Du kannst dich noch so sehr abarbeiten und noch so viel reingeben in deine Beziehung. Das macht sie nicht automatisch und irgendwann gut, sondern wichtig ist, dass das beide Menschen an einer guten Verbindung miteinander nicht nur interessiert sind, sondern da auch wirklich was dafür tun. Und es ist nicht selten, dass man irgendwann an einem Punkt steht, wo man merkt, da ist ein erhebliches Ungleichgewicht in dieser Beziehung zwischengeben und nehmen. Wir haben eine erhebliche Schieflage, wir haben ein Machtgefälle, es gibt Manipulation, es gibt Respektlosigkeit, es gibt Abwertung, mein Selbstwertgefühl leidet, ich bin die ganze Zeit gestresst. Und das, sich selbst gegenüber ehrlich anzuerkennen, ist der wichtigste Schritt. Und in der Acceptance & Commitment Therapie, das wird ekt abgekürzt, da gibt es eine Idee, die ich ganz bestechend finde. Und zwar sprechen die von dem Primären Schmerz, den wir nicht fühlen möchten und der Primäre Schmerz könnte zum Beispiel eigentlich sein, dass wir erkennen, diese Beziehung ist am Ende oder diese Beziehung tut mir nicht gut. Das ist der Primäre tiefe Schmerz und um den nicht zu fühlen, weil wir dann nicht hingucken wollen, weil wir das vermeiden wollen, weil wir das nicht akzeptieren wollen, weil wir dieser Erkenntnis, die so weh tut ausweichen wollen, schaffen wir uns quasi selbst den Sekundären Schmerz, der genau daraus erweckt. Nämlich, dass wir eine Beziehung weiterführen, die uns chronisch stresst, die unser Selbstwertgefühl unterläuft, die unser Depression oder Angstrisiko steigert, die unseren Bluthochdruck in die Höhe schießen lässt und so weiter. Und das ist der Sekundäre Schmerz, den wir in Kauf nehmen, weil wir den Primären Schmerz nicht angucken wollen. Und eine Frage, die du dir eben stellen kannst, wenn du gerade eine Deiner Beziehungen, so wie man auch immer schwer überdenkst, ist, welchen Schmerz versuche ich eigentlich zu vermeiden, indem ich den Schmerz dieser Beziehung aushalte. Und das kann tatsächlich ganz verschieden sein. Es gibt zum Beispiel nicht wenige Menschen, die, wenn sie ganz ehrlich zu sich selber sind, sich fühlen würden wie ein Versager oder wie eine Versagerin, wenn die Beziehung nicht gelingt. Die haben irgendwie Beziehung als eine Art Test abgespeichert, den man besteht oder eben nicht besteht und sie haben das Gefühl, wenn sie aus einer unguten, disfunkzonalen Beziehung aussteigen, zeigt das, dass sie etwas nicht geschafft haben. Das könnte zum Beispiel etwas sein, was sie nicht fühlen wollen und deshalb an der Beziehung festhalten. Oder ein anderer Punkt kann sein, dass manchmal Menschen sich gerne in der Position sehen, der Heilerin oder des Retters. Und indem sie diese Beziehung loslassen, müssten sie eben gleichzeitig diesen Primären Schmerz anerkennen, ich kann nicht jeden Heilen und ich kann auch nicht jede Person retten. Und auch mir ist es nicht gelungen, den guten Kern oder die angenehmen Facetten dieser Person zum Leuchten zu bringen, sondern auch ich bin vielleicht in eine ganz disfunkzonale, schädigende, übergriffige Situation hineingerutscht und konnte die Person nicht ändern, auch nicht mit Ausdauer, auch nicht mit ganz viel Liebe, auch nicht mit ganz viel Verständnis. Und das ist für viele Menschen auch ein Schmerz, den sie nicht fühlen wollen, sondern stattdessen an der Beziehung festhalten. Und nicht selten ist natürlich auch so ein Gedanke im Hintergrund, wie wenn ich diese Beziehung aufgebe, schädig das vielleicht dritte. Also zum Beispiel meine Kinder hätten dann auch keinen Kontakt mehr zu ihren Großeltern, wenn ich diese Beziehung aufgebe oder meine Kinder hätten keinen Kontakt mehr zu ihrem Vater, wenn ich mich trenne. Und was würde das über mich bedeuten? Ich bin dann eine schlecht Mutter, ich bin ein schlechter Sohn, eine schlechte Tochter. Auch das sind vielleicht die Schmerzen, die man vermeiden will, indem man die schmerzhafte Beziehung aufrecht erhält. Und das ist richtig anstrengend und fordert auch wirklich viel Kraft, sich diese Frage ehrlich zu beantworten. Also die Frage, welchen Schmerz versuche ich eigentlich zu vermeiden, indem ich den Schmerz dieser Beziehung aushalte. Und das halte ich aber wirklich für einen total wichtigen Schritt. Und dann, das möchte ich auf keinen Fall vergessen zu erwähnen, gibt es natürlich auch lebenspraktische Dinge zu bedenken. Zum Beispiel, wenn wir über eine Beziehung sprechen, die so dysfunctionale ist, dass sie faktisch gefährlich ist. Also wenn du in deiner Beziehung Übergriffe erleidest oder Gewalt ausgesetzt bist, dann ist faktisch aus psychologischer Sicht der Moment der Trennung der gefährlichste Moment. Auch dazu habe ich in anderen Podcastfolgen schon was gesagt, dann gilt es auch unbedingt an die eigene Sicherheit zu denken. Also das ist nicht nur ein psychologisches Thema, sich aus Beziehungen zu lösen, sondern das ist auch ein sehr handfestes Thema, wo man sich gedanken machen muss. Wer kann mir helfen, wer kann mich unterstützen, wer kann mich schützen. Das Thema Gewalt in Beziehungen wird immer noch unterschätzt. Und deshalb ist mir das ganz wichtig an dieser Stelle zu sagen, dass es gut auch psychologisch das Ganze mal zu durchdenken. Aber noch ein bisschen wichtiger kann es unter Umständen sein, dass man schnell ganz viel Kilometer zwischen sich und diese Person bringt und für Schutz sorgt. Und dafür wiederum ist wichtig, dass man Menschen ins Vertrauen sieht, dass man Kontakte sucht und das klingt manchmal leichter als das ist. Weil wenn zugrunde so eigene Muster vielleicht noch liegen, dass man die Beziehung bis her nach außen immer gut aussehen lassen, dass man ausreden erfunden hat, dass man auch um den wahren Status dieser Beziehung vielleicht irgendwie gelogen hat oder irgendwas beschönigt hat, dann kostet auch das ganz viel Kraft und Mut sich dazu öffnen. Und häufig hat die andere Person, ein Jahr vielleicht auch schon geschafft einzureden, dass es genau das ist, was man im Grunde verdient hat. Oder dass man selber schuld ist, dass so mit einem umgegangen wird. Oder dass einem ohnehin niemand glauben wird und so weiter. Und deshalb manchmal so schwer, weil auf diese geschwächte Psyche jetzt noch die Kraftanstrengung zukommt, sich selber da irgendwie zu schützen. Und helfen die Menschen und vertrauenshürdige Menschen zu suchen, die nicht verstrickt sind. Und das ist manchmal einfacher zum Beispiel online oder in Selbsthilfegruppen und nicht unbedingt bei Menschen, die da auch noch familiär verstrickt sind. Ich mach mal Quellen unter diese Podcast-Episode, die vielleicht hilfreich sein könnten, wenn du akut wirklich Unterstützung brauchst. Ein weiterer Punkt, der dir vielleicht hilft, dich aus einer unguten Beziehung zu lösen und auch dieser Punkt ist nicht angenehm ist, dass du dir notizen machst. Also dass du die Verletzungen, die du in dieser Beziehung erlebst, schriftlich fest hältst. Das können emotionale oder und reale Verletzungen sein. Und das ist nicht, weil du unbedingt Beweismittel sammeln musst, wobei das unter Umständen auch eine sehr gute Idee sein kann, sondern für allen Dingen, weil dir selbst das Schwarzaufweis zeigt, wie oft deine Grenzen überschritten sind, wie viel Schmerz du erlebst. Und warum das wichtig ist, dich daraus zu lösen. Und gleichzeitig, wenn du diese Notizen machst oder dir eine Liste erstellst, kannst du daraus auch ableiten, was du gewinnen könntest. Wenn du dich lösen würdest aus dieser Beziehung, zum Beispiel deine innere Ruhe wieder oder deine Selbstachtung oder dass du wieder Platz hättest für gesunde Beziehungen, voller Wertschätzung und voller Wohl wollen. Aber wie gesagt, mein wichtigster Punkt ist eigentlich, dass man es manchmal sich selber vor Augen führen muss, weil ich hatte eben schon gesagt, wir neigen manchmal dazu. So die Schattenseiten unserer Beziehungen zu fair argumentieren, schön zu reden, auch nie aufscheinend zu lassen, auch vor uns selber oft genug nicht. Und da hilft das manchmal, wenn man sich Notizen macht. Ja, und dann haben wir ja alle so eine ideale Vorstellung, wie Trennungen abzulaufen hätten. Also, man soll das nicht per WhatsApp machen, man soll das alles fair und transparent machen. Man soll den anderen in seine Gedankenwelt mitnehmen und natürlich unterstützt sich all diese Gedanken auch einerseits. Und andererseits sprechen wir ja hier nun mal von dysfunktionalen Beziehungen, die ja sowieso die ganze Zeit nicht durch Transparenz oder Fairness oder dadurch gekennzeichnet sind, dass man sehr viel Interesse an der Gedankenwelt des anderen hätte oder sich gemeinsam entwickelt oder so. Und es kann ganz schwierig sein, wenn man in so eine Beziehung verstrickt ist, dann zu versuchen, sich in Anführungsstrichen fair zu trennen. Noch mal, es kann der gefährlichste Moment in einer Beziehung sein, wenn man die Trennung anspricht und es gibt Beziehungen, wo ich explizit dazu rate, eine sehr dysfunktionale, möglicherweise gefährliche Beziehung abrupt zu beenden. Das kann keine gute Ideen, sondern wirklich eher so was wie ein Schrittweiser rückzug, wo man nach und nach schon mal andere Kontakte aufbaut und auch die emotionale Abhängigkeit schrittweise löst. Und alles schon mal im Hintergrund ein bisschen gestaltet, das kann buchstäblich überlebenswichtig sein. Und das wird ganz, ganz oft übersehen und dann auch von außenstehenden Verurteil so, ja, jetzt hat sie sich heimlich verdrückt. Oder er ist in einer Nacht und Nebelaktion verschwunden, ja, warum denn? Das sind nicht alles gemeine Menschen, sondern manchmal sind das Menschen, die sehr vernünftig und im eigenen Interesse und aus Selbstschutz so und nicht anders handeln konnten. Also, das kann wichtig sein, dass man das Schrittweise und vor allen Dingen an Sicherheit orientiert langsam gestaltet. Für alle anderen Beziehungen, wo es jetzt nicht wirklich so brenzlich ist, gilt aber natürlich das, was ich eingangs gesagt habe, also wirklich fair und transparent das Gespräch zu suchen und vielleicht auch zu sagen, was einen in dieser Beziehung verletzt oder was man vermisst oder was einen stört. Das wäre natürlich der wünschenswerte Weg. Aber wie gesagt, der ist überhaupt nicht immer machbar. Ja, was ich eine ganz kraftvolle Übung finde und die knüpft ein bisschen an das an, was ich eben schon gesagt hat, mit der Liste über die negativen Dinge, die man erfährt, man kann sich natürlich auch, eben vielleicht auch schriftlich mal versuchen vorzustellen, wie könnte mein Leben aussehen ohne diese ständigen Verletzungen, ohne diese ewigen Konflikte, ohne den chronischen Stress, den ich jeden Tag ausgesetzt bin, durch diese Beziehung. Also, wie wäre mein Leben dann? Wie würde ich mich fühlen? Was würde ich tun? Was jetzt vielleicht blockiert oder unmöglich ist? Und davon möglichst lebendiges Bild zu erzeugen so, wer könnte ich eigentlich sein, wenn diese Beziehung mich nicht so belasten würde? Diese lebendige visuelle Vorstellung kann ein richtigen Sog entfalten, weil aus Motivationspsychologischer Sicht ist es ja immer günstig, wenn wir nicht nur wissen, wo von wir weg wollen, also was uns abstößt, sondern auch wo wir hin wollen, was uns anzieht, was wir uns eigentlich stattdessen wünschen. Und das hat eine große Kraft, wenn man das zum Beispiel eben auch schriftlich festhält und es kann ein ebenfalls unterstützen, ungute Beziehungen loszulassen. Ja und mein letzter Punkt, wie so oft, natürlich kann das hilfreich sein, gerade wenn man vielleicht schon regelrechte Symptome an sich bemerkt, dass man eine Psychotherapie in Anspruch nimmt oder professionelle Unterstützung. Und gerade auch, wenn man ehrlicherweise ahnt, dass man selbst zu den Problemen in dieser dysfunctionalen Beziehung auch beiträgt, weil man selber eigene Muster hat oder vielleicht auch gelernt hat auf eine bestimmte Art und Weise immer wieder zu reagieren, die auch die Beziehungsqualität stark verschlechtert. Weil man vielleicht selber der Part ist, der auf Angst mit viel Kontrolle reagiert, mit Ei versucht oder mit Wut ausbrüchen. Also dafür kann es total hilfreich sein, wenn man sich mal mit jemanden zusammensetzt, der das nicht nur biografisch mit einem ein bisschen sortiert, sondern mit einem gemeinsamen auch alternatives denken, alternatives verhalten und damit vielleicht auch ein alternatives fühlen ermöglicht. Also wenn man das jetzt mal so grob kategorisieren würde, egal ob du dich jetzt als Opfer in der Beziehung fühlst oder als Täterin oder Täter ist vielleicht psychotherapeutische Hilfe eine ganz gute Idee. Ich fasse das nochmal ganz kurz zusammen, also schau mal deine Beziehung an, deine Liebesbeziehung oder auch andere Beziehungen in deinem Leben und frag dich, ob es da ein Macht Ungleichgewicht gibt und einer von euch beiden wesentlich dominanter und fordernder und bestimmender auftritt. Schau mal ob du emotionaler Manipulation ausgesetzt bist oder sie ausübst. Manipulation vielleicht in Form von Gaslighting oder sehr viel Kritik oder Schulzuweisung und so weiter. Schau mal auf eure Kommunikation, ist die respektvoll, würdest du eure Dialoge gerne veröffentlichen lassen, während ihnen gutes Drehbuch für ein Liebespaar? Und dann trau mal, wie es mit Eifersucht, Mistrauen und Grenzverletzungen in dieser Beziehung aussieht, gibt es viele Beziehungs-Tests, gibt es viele Missverständnisse, gibt es viel Kontrollbedürfnis und geht es letztlich mehr um "Attention" als um "Connection". Und dann kannst du noch gucken, wie abhängig bist du vielleicht in dieser Beziehung oder wie isoliert bist du vielleicht von allen anderen Beziehungen und erfüllt dich diese Beziehung, sorgst du dafür, dass du weniger allein bist oder bist du mehr allein. Und vielleicht magst du ja auch mal das Gespräch suchen mit Menschen, denen du vertraust und sie auch mal um ein ehrliches Feedback bitten, denn meine Erfahrung nach ist es ganz oft so, das Außenstehende, egal wie sehr man versucht die Beziehung zu beschönigen oder gut aussehen zu lassen oder auch das Verhalten des Partners zu erklären oder Ausreden zu erfinden und so weiter, das Umfeld und gerade Menschen, die dich wirklich lieb haben und denen du am Herzen liegst, haben manchmal sehr klaren Blick auf das, was dazwischen euch passiert. Und das ist eventuell der Punkt, an dem du den Schmerz in Kauf nehmen solltest, dass diese Beziehung gescheitert ist, dass dich das nicht zum Versager macht, dass auch nicht bedeutet, dass du nicht in anderen Beziehungen auch mal heilsam sein kannst oder jemanden zum Leuchten bringen kannst, aber du kannst nicht jeden retten. Du kannst deine emotionale Abhängigkeit durchbrechen, manchmal solltest du, wie gesagt, für Sicherheit sorgen, dir eine gute Zukunft visualisieren und dir klar machen, dass du nicht nur eine Beziehung möglicherweise verlierst, sondern eventuell auch ganz, ganz viel Lebensqualität gewinnen kannst durch all das, was wegfällt, wenn diese des funktionale Beziehung endet. Und unter dem Strich sucht dir vielleicht Hilfe bei Profis. Und mir persönlich hat in so einer schwierigen Situation mal ein einziger Satz sehr gut getan. Und es hat mich sehr schmerzhaft, aber auch in aller Klarheit getroffen. Mir wurde nämlich plötzlich bewusst, dass das 10 Jahre lang nicht gut war und sehr aufreibend und sehr stressig, sehr anstrengend und mit viel negativen Gefühlen verbunden, im 11. Jahr nicht plötzlich super wird. Und allein dieser Satz, was 10 Jahre nicht gut war, wird im 11. Jahr nicht besser, sie hat mir geholfen und deshalb teile ich dir noch mal. Ja, ich sag, wie immer sehr vielen Dank fürs zuhören. Das war jetzt heute irgendwie eine eher schwere Folge. Aber aber ich habe auch noch nie versprochen, dass ich hier ein wellness Podcast mache. Also Psychologie hat ja noch mal eben auch sogar überwiegend vielleicht sogar mit schweren Themen zu tun. Also danke, dass du auch hiermit gehst, danke vor allen Dingen auch gerade in letzter Zeit habe ich ganz viele tolle Bewertungen bekommen. Das ist nicht nur schön für mich, sondern das hilft auch, dass andere Menschen diesen Podcast finden können. Also danke an alle, die liken, die den Podcast mögen, die den Podcasts. Weiterleiten an Freundinnen oder Freunde, die es gerade brauchen. Danke für die Bewertung und danke fürs Sonntags immer wieder einschalten. Ich freue mich auf die nächste Woche und wünsche dir eine sehr sehr gute, vielleicht ein bisschen nachdenkliche Zeit. Bis dahin, tschüss! Das war's für heute. Ich hoffe, die konnte für eine Menge Frischer Gedanken für dich mitnehmen. Mehr davon gibt es auch auf meiner Seite www.frankar-chiruty.de

Podcast Summary

Key Points:

  1. Identifying signs of toxic relationships.
  2. Importance of discussing relationship quality for mental health.
  3. Impact of chronic relationship stress on mental and physical health.
  4. Repetition of negative relationship patterns.
  5. Characteristics of dysfunctional relationships

Summary:

In the podcast episode "Psychologie-Tugo," the host, Frankard Giruti, a psychotherapist, discusses recognizing and dealing with toxic relationships. He emphasizes the importance of assessing relationship quality for mental well-being and highlights studies linking chronic relationship stress to depression and anxiety disorders. Dysfunctional relationships are characterized by power imbalances, emotional manipulation, poor communication, jealousy, mistrust, boundary violations, dependency, and isolation.

The episode delves into how individuals may repeat negative relationship patterns and provides questions to evaluate relationship dynamics. By recognizing these signs and understanding the impact of toxic relationships on one's mental and physical health, individuals can take steps to address and potentially exit such harmful dynamics.

FAQs

Ein Machtungleichgewicht, emotionale Manipulation, schlechte Kommunikation, Eifersucht, Misstrauen, Grenzverletzungen, Abhängigkeit und Isolation sind häufige Anzeichen.

Dysfunktionale Beziehungen können langfristig psychische und gesundheitliche Schäden verursachen.

Man kann sich fragen, wie man sich fühlt und wie das Nervensystem reagiert, wenn man Zeit mit der Person verbringt. Körperliche Reaktionen können Hinweise geben.

Chronischer Beziehungsstress kann die körperliche Gesundheit angreifen, zu erhöhtem Blutdruck und einem schwächeren Immunsystem führen.

Es ist wichtig, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen, Unterstützung zu suchen und Schritte zu unternehmen, um sich aus der Beziehung zu lösen.

Emotionale Abhängigkeit kann dazu führen, dass man ohne die Beziehung nicht mehr zurechtkommt und sich von anderen isoliert.

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