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Wie Du den Selbstoptimierungswahn beendest

from Mensch SEIN auf Deine Art

30m 4s

Wie Du den Selbstoptimierungswahn beendest

In dieser Podcast-Folge spricht Lilian Runge-Rieken über den Selbstoptimierungswahn und dessen Auswirkungen auf Frauen. Sie erklärt, dass dieser Wahn oft aus einem tief sitzenden, unbewussten Glaubenssatz stammt: „Ich bin nicht okay“. Dieser Glaubenssatz entsteht meist in der Kindheit, wenn wir lernen, dass wir etwas leisten oder uns anpassen müssen, um wertvoll zu sein. Besonders Frauen neigen dazu, sich ständig verbessern zu wollen – sei es beim Aussehen, bei der Figur oder im Verhalten. Runge-Rieken betont, dass es nicht um äußere Bilder oder Mindsets geht, sondern um ein tiefes Gefühl im Körper. Um aus diesem Kreislauf auszubrechen, schlägt sie vor, sich bewusst für Fehler und Unperfektheiten zu feiern – körperlich und mit Übertreibung. Dies könne alte Muster lockern und neue Wahlmöglichkeiten eröffnen. Sie ermutigt dazu, die Bandbreite zwischen extremen Polen zu erkennen und sich von gesellschaftlichen Vorgaben zu lösen. Der Weg sei nicht geradlinig, sondern eine mutige Achterbahnfahrt, die jedoch zu mehr Lebendigkeit und Selbstakzeptanz führen kann.

Transcription

3419 Words, 20429 Characters

German
Speaker 1Ich freue mich, dass du hier dabei bist bei dieser Folge von meinem Podcast Lebendig Frau sein. Heute geht es um das Thema Selbstoptimierungswahn und ich freue mich sehr darauf und ja, was es für dich bedeuten kann und wie du Lösungen dazu findest. Bei Lebendig Frau sein geht es darum, wie du als Frau Vertrauen in dich selber findest, dich in deinem Körper wirklich wohlfühlst und Wege in deine ganz eigene Lebendigkeit, in deine ganz eigene Sexualität und Einzigartigkeit findest. Mein Name ist Lilian Runge-Rieken und ich bin seit über 16 Jahren Therapeutin für persönliches Wachstum und Lebendigkeit. Ja, die Frage ist mir gestellt worden und sie lautet folgendermaßen, Optimierungswahn, wie oft ertappe ich mich in meinem ganz persönlichen Selbstoptimierungsmodus, schneller, höher, weiter, disziplinierter etc. etc. wie eingeimpft? Wie komme ich in die Annahme dessen, was jetzt ist? Wie kann ich mich wirklich lieben? Und zwar genau so mit all dem, was noch nicht so ist, wie ich es mir wünsche. Und ich meine nicht Mindsets, Affirmationen und so weiter. Ich meine ein wirkliches Fühlen im Körper. Sich richtig und okay fühlen, trotz Umständen, Rettungsringe am Bauch oder allen anderen Dingen, die mich antreiben, es besser zu machen. Coole Frage, danke dafür. Ja, also das Erste, was mich anspringt und was wirklich Selbstoptimierungswahn auch verursacht, das ist einfach ein ganz dickes Thema, was lautet, ich bin nicht okay und das mag oftmals, tatsächlich so sein, dass es uns gar nicht bewusst ist, ja. Also wir kriegen das gar nicht wirklich bewusst mit, dass das etwas ist, was uns treibt, weil es oft sehr untergründig, sehr subtil in uns wirken kann und wenn man sich so die Frage stellt, naja, was denke ich denn, dann kommt da nicht immer unbedingt was. Also wenn du dir diese Frage stellst, vielleicht kommt da auch was, das wäre sehr schön, weil es dir das einfach leichter macht, aber wenn eben zu dieser Frage nichts kommt, dann kannst du einfach mal davon ausgehen, dass diese Programme trotzdem laufen, weil wenn wir so einem Selbstoptimierungswahn unterliegen, dann gibt es einfach in uns diese Idee, an irgendeiner Stelle bin ich nicht genug, ich muss irgendwie was verbessern, ich bin nicht wirklich einfach okay, weil ich auf der Welt bin. Und vielleicht magst du das auch mal so einen Moment wirken lassen, wenn ich das sage, weil ich das nicht so gut verstehe. Also ich glaube, dass wir uns einfach in den ersten Jahren prägen, dass wir etwas tun müssen, dass wir etwas leisten müssen, um wertvoll zu sein und dass wir eine bestimmte Art und Weise haben müssen, um als wertvoll erachtet zu werden, um einen gewissen Wert zu haben, um gesehen zu werden, um gemocht zu werden und ganz wichtig, um dazu zu gehören. Und das ist etwas, was relativ fatal ist, weil wir das, ich sag mal, einfach inhalieren in einem Zeitraum. In einem Zeitraum, wo uns diese Dinge so unbewusst erreichen, das heißt, wir nehmen das in meistens in einem Kinder-, Kleinkindalter, wenn nicht sogar schon Babyalter in uns auf, in einer Form und auf einer Ebene, die wir damals noch gar nicht sortieren konnten. Wir können nicht sagen, hey, das ist ein Penner und der spinnt, der hat ja nicht alle Tassen im Schrank. Ich bin schon richtig so, ich muss jetzt nicht erst hier irgendwie einen Auflieb Mädchen machen oder immer lächeln. Damit ich toll gefunden werde und immer die richtigen Antworten geben, gute Noten abgeben, ein nettes, liebes, braves Mädchen sein, etc., etc. Das ist nicht das, was wir denken, sondern wir spüren, okay, ich bin nicht in Ordnung, ich werde so nicht gemocht, also muss der Fehler an mir liegen, das ist das, was in kleinen Kindern vor sich geht, also muss ich mein Verhalten so optimieren und so anpassen, dass ich gut bin. Und schlussendlich kann daraus so etwas entstehen. Dass wir auch als Erwachsene immer noch so bestimmte Programme laufen haben und die können dann entweder so lauten, dass sie uns einfach zum Funktionieren bringen, das heißt, wir sind einfach die lieben, netten, programmabliefernden Frauen, die immer dafür sorgen, dass alles fein ist, dass alles rein ist, dass alles harmonisch ist und so weiter und so fort. Oder das kann eben auch in einem sogenannten Selbstoptimierungswahn ausarten, dass es immer noch was gibt, was es zu toppen gäbe. Ja. Also wenn wir das die letzte Woche schon richtig gut gemacht haben oder im letzten Monat ein besonderes Lob bekommen haben, dann heißt das, im nächsten oder übernächsten Monat müssen wir mindestens so gut sein, dass wir das doppelte Lob kriegen und immer noch einen draufpacken müssen. Also letztendlich ist es, ich sag mal, man kann sagen, das ist ein Thema von allen Menschen, aber ich möchte in diesem Fall einfach mal so herausgreifen, dass es ja insbesondere auch einfach ein Frauenthema ist aus dem Gesichtspunkt heraus. Dass Frauen sich immer irgendwie verbessern wollen. Sie wollen immer noch hübscher sein. Sie wollen immer noch schöner sein. Sie wollen immer noch, was möchten Frauen denn alles? Vielleicht schlanker sein, vielleicht besser gefallen. Guck mal einfach, was sind die Dinge für dich als Frau, wo du sagst, da bin ich eigentlich immer noch dahinter her, dass ich da noch besser werde. Und. Männer haben das auf ihre Art und Weise, aber Frauen ticken, ich sag mal, gerade wenn es ums Gefallen geht, ums, ums Hübschsein geht, um die Frauenkonkurrenz auch, da geht es wirklich darum, sich permanent verbessern zu müssen und da irgendwie auch dran sein zu müssen. Und ja, wenn du zu den Frauen gehörst, die diesen Splien nicht haben, Gratulation, hast du es an dieser Stelle ein ganzes Stück leichter. Wenn es nichts gibt in deinem Leben, was du irgendwie glaubst, verbessern zu müssen, dann hast du es mit Sicherheit. Ich sag mal ein Stückchen leichter oder hast einen Rucksack auf, der ein kleines bisschen leichter ist. Aber ich kenne sehr viele Frauen, denen das tatsächlich so geht. Und was ich ganz spannend finde, ist so ein Experiment an der Stelle zu sagen, wie ist das denn eigentlich, wenn ich mal anfange, mich für all die Sachen, wo ich nicht so komplett bin, wo ich nicht so vollständig perfekt bin, wo ich eben mal gelost habe, wo ich eben mal mit offenem Hosenstall rumgelaufen bin. An meinem Fingernagel, der Nagellack abgesprungen war, meine Haare eben nicht so waren, wie ich es gerne gehabt hätte. Inwiefern kann ich mich für all diese Dinge, und du kannst jetzt deine Beispiele hinten dranhängen, aber inwiefern kann ich mich für all diese Dinge richtig fett feiern? Und wie kann das aussehen? Und zwar körperlich. Das ist das, was ich spannend finde, weil da entsteht so ein, ich bin jetzt heute ein bisschen, ein bisschen brass vielleicht in meinen Ausdrücken, aber da entsteht so ein Mindfuck, weil in dem Kopf sofort kommt, okay, ich habe das letzte Mal echt richtig Bockmist gebaut. Ich habe, ich habe sowas von peinlich gewirkt oder da ist mir was ganz Peinliches passiert und ich habe mich eigentlich total geschämt und du stehst auf und kommst von diesem Erlebnis nach Hause, machst deine Lieblingsmusik an, zu der du richtig gut tanzen kannst und feierst dich mal eine halbe Stunde lang. Ich meine nicht fünf Minuten, ich meine auch nicht zwei Minuten und ich meine auch nicht zehn Minuten. Sondern ich meine wirklich mal mindestens eine halbe, wenn nicht eine Dreiviertelstunde feierst du dich, was das Zeug hält und zwar genau für das, was schiefgegangen ist. Genau für diesen offenen Hosenstall, die abgesplitterten Nägel, keine Ahnung, zerrupfte Haare, vielleicht schön geföhnt am Morgen und mittags in Regen gekommen, den Fettfleck mitten auf der Bluse. Was können wir noch nehmen? All diese Dinge, für die wir uns permanent irgendwie korrigieren und schämen, für diese Dinge sich mal übertriebener machen. Das ist ein Mindfuck im Gehirn, der wirklich etwas revolutioniert in dir, nämlich der dafür sorgt, dass diese alten Bilder, die dich in diesen Mustern gefangen halten, was du tun musst, damit du richtig gut bist, damit du wertvoll bist, dass das einfach anfängt ein Ende zu finden. Und es sind ja, ich sage mal ein Stück weit auch, weil du hier geschrieben hast und ich meine nicht Mindsets, Affirmationen etc. Ich meine ein wirkliches Fühlen im Körper, sich richtig und okay fühlen, trotz Umständen Rettungsringe am Bauch und so weiter. Ja, es sind ja auch Mindsets, die dir sagen, dass Rettungsringe und so weiter nicht okay sind. Ja, es sind auch Mindsets oder innere Bilder, die dir sagen, dass was anderes nicht okay ist, dass du an anderen Stellen nicht in Ordnung bist. Das sind Mindsets. Du hast gelernt, ein Rettungsring ist nicht okay. Rettungsring am Bauch ist nicht okay. Das hast du aber nicht gelernt, weil dein Bauch dir das gesagt hat, sondern das hast du gelernt durch Medien, durch Bilder, weil die Gesellschaft das so sagt, aber nicht, weil es eine innere Stimme in dir sagt, beziehungsweise dein Körper einfach sagt, hey, ich fühle mich wohl so, wie ich bin. Es ist tatsächlich dein Kopf, der da runterguckt von oben nach unten und sagt, diese Rettungsringe hier sind nicht in Ordnung, die müssen weg. Also die Frage ist natürlich an dieser Stelle, wenn du sagst, es sind nicht die Mindsets, die dich dahin bringen, dich zu optimieren. Ich bin mir nicht so sicher. Es sind, also aus meiner Sicht heraus, sind es schon Mindsets, die dich ein Stück weit dahin bringen, dass du glaubst, dich immer verändern zu müssen und es sind Bilder. Und ich weiß, dass das ein ganz, ganz kritischer Punkt ist. Ich habe mich lange genug schwer getan damit. Und es gibt auch immer noch Ecksteine, wo ich sagen würde, da laufe ich auch immer noch gewissen Mustern und Bildern hinterher, weil ich betrachte mich jetzt nicht als die perfekte, ich habe alle meine inneren gelernten Bilder aufgelöst oder so. Aber ich merke, dass es irgendwann angefangen hat zu bröseln. Am Anfang habe ich das alles noch sehr stark verteidigt. Diese inneren Bilder, die ich habe, wie eine richtig hübsche Frau irgendwie zu sein hat, auszusehen hat, zu funktionieren. hat, abzuliefern hat etc. Und irgendwann habe ich gemerkt, dass dieser Mindfuck in mir tatsächlich angefangen hat. Und Mindfuck ist etwas, wo du merkst, meine innere Wahrheit widerspricht dem, was ich mal irgendwann gelernt habe, wie ich zu sein habe. Und diese Bilder, die ich aber gelernt habe, die sind so stark, dass sie erst, also auch das Ego und andere Teile davon, die sich so sehr damit identifiziert haben, wie es denn vermeintlich richtig ist. Dass sie anfangen, das bis auf Knochen und Blut und Mark zu verteidigen. Da gibt es wirklich so viele Kämpfernaturen, die sagen, also das gebe ich nicht auf und dann mache ich mich nackig und dann werde ich so und so gesehen und das will ich nicht, weil das halte ich nicht aus. Und da wird es richtig spannend, weil letztendlich ist es ja so, dass wir, ich sage mal ein Stück weit, also es geht so vieles darum, wirklich zu verlernen, was wir zu tun haben. Was wir zu uns genommen haben, um dahinter zu kommen, warum wir das tun, was wir tun. Denn frag dich mal, was du mit all deinem Optimierungswahn wirklich erreichen möchtest. Es ist nicht ein Bild von dir, was du erreichen möchtest. Es ist ein Gefühl. Und die Frage ist, wie möchtest du dich fühlen? Und wenn jetzt deine Antwort ist, naja, ich habe Rettungsringe, ich würde mich gern schlank fühlen, dann stimmt das noch nicht. Denn du möchtest dich letztendlich einfach wohlfühlen. Du möchtest zufrieden sein mit dir. Und zwar, wenn man alles runterbricht, vielleicht sogar, und jetzt bin ich ein bisschen fies, so weit, dass dein Mind mit diesen gelernten Bildern sagen würde, nee, also das will ich nicht, weil es geht nicht um diese Bilder, sondern es geht nur um ein Spüren, ein Wohlbefinden in dir, dass du dich wirklich wohlfühlen möchtest in deinem Körper. Aber solange dein harter und harscher Blick von außen sagt, ich bin nicht okay, kannst du dieses Wohlbefinden niemals finden. Also was ich sagen möchte ist, löse dich ein Stück weit von den Bildern, die du mitbekommen hast, die dich antreiben und fange an, sie ausfindig zu machen. Fange an, sie ausfindig zu machen, also zu entlarven quasi, um dann dahin zu gehen und zu sagen, okay, wenn ich das alles runterbreche, unterm Strich, wie möchte ich mich denn eigentlich in meiner Haut fühlen? Eigentlich möchte ich mich gerne wohlfühlen, eigentlich, und du hast es auch sehr schön geschrieben, ich möchte mich okay fühlen, ich möchte mich richtig fühlen, trotz all den Umständen. Und es gibt sowas wie, wir wollen einfach gerne in uns zu Hause sein. Und wenn wir die ganzen Modeerscheinungen, die Bilder, die wir gelernt haben, die, die tatsächlich Mindsets, die Vorgaben, die wir erleben, durch die wir auch eifersüchtig werden, beispielsweise auf andere Frauen, wenn wir die alle ausblenden könnten, dann wäre dein Fokus ganz, ganz woanders. Und was ich dir mitgeben möchte, ist wirklich so dieses, wir haben verdrehte Vorstellungen davon, wie wir in Anführungsstrichen richtig sind. Und es ist ein ultimativ krasser und mutiger Schritt, sich davon zu lösen. Und das heißt nicht, dass du alles in die Tonne hauen musst, was du bisher gemacht hast, um diejenige zu sein, die du heute bist, also quasi die Erscheinung und die Person, die das und das abliefert oder die sich so und so in der Welt zeigt. Dem Irrtum bin ich im Übrigen auch lange unterlegen gewesen. Ich habe gedacht, okay, bisher war ich das wirklich liebe Mädchen, das immer versucht hat, sauber und hübsch und nett und richtig zu sein und so weiter. Wenn ich das alles aufgeben will, dann bleibt vermeintlich nichts von mir übrig. Und dann habe ich irgendwann verstanden, das ist gar nicht wahr, weil an dieser Kompetenz, so richtig sein zu wollen, gibt es auch etwas dran, was sehr wertvoll ist. Und das hat es durchaus auch verdient, gewertschätzt zu werden, anerkannt zu werden. Und es hat auch seine Richtigkeit und es kriegt von mir die volle Erlaubnis, das heißt, damit auch so etwas zu machen. Und es hat auch seine Richtigkeit und es kriegt von mir die volle Erlaubnis, das zu machen. Und unterm Strich letztendlich immer mehr und immer öfter die Wahl zu haben, wie sehr möchte ich heute meinen Fokus darauf richten, dieses perfekt funktionierende Mädchen zu sein, die hübsch ist, die nett ist, die alles richtig macht, die für Harmonie sorgt, deren Haare richtig sitzen, die keinen Fettfleck auf ihrer Bluse hat und so weiter und so fort. Und wie sehr habe ich heute die Wahl zu sagen? Es ist mir gerade heute total egal und ich kann super entspannt damit sein und ich kann es sogar richtig cool finden. Ich habe verzottelte Haare, ich habe einen Fettfleck auf meiner Bluse, ich habe vorhin irgendwie was völlig Verkehrtes gesagt an einem Punkt, was man wirklich nicht macht und Frau schon gar nicht. Ich habe nicht dafür gesorgt, dass meine Familie heute irgendwie im Frieden geblieben ist. Ich habe eigentlich den ganzen Streit und die ganze Auseinandersetzung eher noch angepusht und so weiter und so fort. Diese Wahl zu haben zwischen diesen Extremen, wie viel braucht es heute von mir die Anerkennung für das? Ich bleibe mal einfach bei den Beispielen, die ich genannt habe. Hübsch sein, gut funktionieren, harmonisch sein, keinen Fehler machen, wirklich sauber, nett und adrett zu sein, diese Dinge. Und das krasse Gegenteil, was unser Kopf ja dann kreiert, naja, das Gegenteil davon wäre eine total verschlamperte, total verdreckte, disharmonische Frau, die nur dafür sorgt, überall das Unordnung ist, dass alles ja nicht so läuft, wie es laufen sollte, dass alle Menschen sich wirklich unwohl fühlen. Also das wäre jetzt das krasse Gegenteil. Und das sind ja die Dinge, die unser Kopf nur kreiert. Und dazwischen gibt es eine Bandbreite von ganzen, sagen wir mal 98 Prozent, wenn das eine auf 100 liegt und das andere bei 1 liegt. Dann haben wir wirklich eine riesengroße Bandbreite dazwischen. Und wenn wir da bemerken, die Wahl haben zu können, dann kommen wir aus diesem Wahnsinn raus, nicht mehr die ganze Zeit in einem Selbstoptimierungswahn zu sein und den Fokus nur noch auf Fehlern zu haben. Denn ein Mensch, der permanent seinen Fokus, beziehungsweise wo sich alles um Selbstoptimierung dreht, schneller, höher, weiter, disziplinierter und so weiter und nur noch nach diesen inneren Kommandos quasi funktioniert, der hat seinen Fokus nicht auf der Bandbreite, der ist nicht am Spielen, der kann nicht wählen. Ja, also du unterliegst quasi inneren Kommandos und da gibt es keine Bandbreite von, da gibt es 2 Prozent, 5 Prozent, 20 Prozent, 35 Prozent, 100 Prozent, sondern da gibt es nur schwarz oder weiß. Und da sind für mich alle Sachen, die mit Körper zu tun haben und tatsächlich auch das, was ich ganz am Anfang gesagt habe, wirklich mal so dieses für Fehler wirklich zutiefst zu feiern, so absurd das sein mag, für Dinge, die schiefgegangen sind, sich zu feiern, als hätte man gerade, keine Ahnung, 100.000 Euro im Lotto gewonnen oder wäre, was weiß ich, wie Superqueen geworden. Das ist etwas, was einen Mindfuck bringt, der etwas lockert in uns und alles, was ansonsten in irgendeiner Form Verrücktheit in dein Leben bringt, um diese Selbstoptimierungsdinge zu unterbrechen. Also wenn du dich zum Beispiel in einem bestimmten Programm erwischst, wo du wieder dieser Selbstoptimierung unterliegst, zum Beispiel wenn ich dir jetzt sage, Embodiment ist gut und richtig und schüttel dich jeden Tag und du sagst dann, okay, Lila hat gesagt, ich soll mich jeden Tag schütteln und Embodiment machen, also werde ich jetzt alle 2 Stunden meinen Timer stellen und mich alle 2 Stunden eine Viertelstunde lang schütteln, zu sagen, okay. Jetzt habe ich mich zehn Tage wirklich fünfmal am Tag so lange geschüttelt und ich versuche damit immer besser zu werden, vielleicht kriege ich es auch noch zehnmal oder zwanzigmal am Tag hin, genau diese Dinge zu unterbrechen und etwas wirklich Verrücktes zu machen, nämlich etwas Kontraproduktives, also genau das Gegenteil oder einfach zu sagen stattdessen, ich mache jetzt Musik an, ich setze mir Kopfhörer auf, ich feiere mich eine Runde, ich werde einen Scheiß tun, ich werde mich nicht schütteln. Also das Schütteln ist jetzt, ich sage mal, vielleicht nicht das beste Beispiel, aber wenn du jetzt gerade Sport nimmst oder so, wo wir sagen, hey, wir wollen diese Rettungsringe weg trainieren und du weißt genau, dass bestimmte Bauchübungen dafür sorgen, Ausdauer und Bauchübungen trainieren diese Rettungsringe weg und du fängst jetzt an und machst das einmal am Tag, merkst, okay, ist gut, aber hilft noch nicht viel und du fängst das an, dann zehnmal am Tag zu machen. Genau. Und am besten noch in eine Form von Ausdruck und einfach mal etwas fakest. Also wenn du zum Beispiel Selbstoptimierung betreibst in Bezug auf tatsächlich Figur und Sport und so weiter, diese Selbstoptimierung in dem Moment, wo du dich darin erwischst, zu unterbrechen, indem du dich hinstellst und einfach mal zehn Minuten lang so starke Grimassen machst, dass du genau weißt, dass du morgen in deinem Gesicht Muskelkater haben wirst und diese Dinge nicht weitermachst und danach dir Zeit nimmst, mal zu spüren, wie das ist, dieses Sportprogramm unterbrochen zu haben, jetzt irgendwie was ganz Seltsames gemacht zu haben und Grimassen geschnitten zu haben. Genau. Genau. , genau. für diese Selbstoptimierung und ich möchte jetzt den Bogen nochmal zu ganz am Anfang schließen, weil es wirklich sehr schwierig ist, diese anerlernten Bilder, wie ein schöner Frauenkörper ist, wie wir gut zu funktionieren haben und so weiter und so fort, weil das unglaublich schwierig ist, das zu durchbrechen, weil es nicht nur die eigenen Mindsets sind, die wir gelernt haben, sondern weil es ein gesellschaftliches Muss ist. Genau. Genau. tolle Frau, die hat wunderschöne Augen, die hat die perfekte Figur, die hat nicht einen Rettungsring am Bauch, im Gegenteil, sie hat den gesellschaftlich gesehen perfekten Bauch und sie soll ihn haben und kann ihn haben und ich feiere jetzt meinen Bauch, an dem drei Rettungsringe sind. Und ich feiere jetzt, dass ich heute meinen Sport nicht gemacht habe. Diese gegenläufigen Dinge sehr, sehr bewusst zu machen und quasi den Verstand an der Stelle mit den Mindsets wirklich auszuhebeln, das ist ein Tool, was uns unglaublich in die Achterbahn bringt und es ist kein Weg, der geradlinig ist und es wird dich verrückt machen. Ich möchte dich da wirklich vorwarnen, wenn du diese Bilder durchbrechen möchtest.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Selbstoptimierungswahn entsteht aus einem tief verankerten, oft unbewussten Glaubenssatz „Ich bin nicht okay“.
  2. Diese Programme werden bereits in der Kindheit durch Anpassung und Leistung erlernt, um Wertschätzung und Zugehörigkeit zu erhalten.
  3. Besonders Frauen sind betroffen, da sie ständig danach streben, schöner, schlanker und perfekter zu sein.
  4. Der Wunsch nach Optimierung ist kein konkretes Bild, sondern das Verlangen nach einem bestimmten Gefühl im Körper.
  5. Gelernte innere Bilder und Mindsets über den perfekten Körper oder das richtige Verhalten treiben die Selbstoptimierung an.
  6. Um aus dem Wahn auszubrechen, hilft es, sich bewusst für das zu feiern, was schiefgelaufen ist oder nicht perfekt ist.
  7. Verrückte, kontraproduktive Handlungen können den Selbstoptimierungsmodus unterbrechen und neue Wahlmöglichkeiten eröffnen.
  8. Die Lösung liegt in einer Bandbreite zwischen Extremen, nicht in Schwarz-Weiß-Denken, um echte Lebendigkeit zu erfahren.

Summary:

In dieser Podcast-Folge spricht Lilian Runge-Rieken über den Selbstoptimierungswahn und dessen Auswirkungen auf Frauen. Sie erklärt, dass dieser Wahn oft aus einem tief sitzenden, unbewussten Glaubenssatz stammt: „Ich bin nicht okay“. Dieser Glaubenssatz entsteht meist in der Kindheit, wenn wir lernen, dass wir etwas leisten oder uns anpassen müssen, um wertvoll zu sein.

Besonders Frauen neigen dazu, sich ständig verbessern zu wollen – sei es beim Aussehen, bei der Figur oder im Verhalten. Runge-Rieken betont, dass es nicht um äußere Bilder oder Mindsets geht, sondern um ein tiefes Gefühl im Körper. Um aus diesem Kreislauf auszubrechen, schlägt sie vor, sich bewusst für Fehler und Unperfektheiten zu feiern – körperlich und mit Übertreibung.

Dies könne alte Muster lockern und neue Wahlmöglichkeiten eröffnen. Sie ermutigt dazu, die Bandbreite zwischen extremen Polen zu erkennen und sich von gesellschaftlichen Vorgaben zu lösen. Der Weg sei nicht geradlinig, sondern eine mutige Achterbahnfahrt, die jedoch zu mehr Lebendigkeit und Selbstakzeptanz führen kann.

FAQs

Selbstoptimierungswahn ist der ständige Drang, schneller, höher, weiter und disziplinierter zu sein, oft angetrieben vom Gefühl, nicht genug zu sein. Er kann dazu führen, dass man sich permanent verbessern muss, um Wert und Zugehörigkeit zu spüren.

Frauen stehen oft unter gesellschaftlichem Druck, immer hübscher, schlanker und gefälliger zu sein. Dieser Druck verstärkt den Wunsch, sich permanent zu verbessern und in Konkurrenz zu anderen zu treten.

Indem du lernst, dich im Körper wirklich zu fühlen und dich für das zu feiern, was nicht perfekt ist. Es geht nicht um Affirmationen, sondern um körperliche Erfahrungen von Annahme und Wohlwollen.

Sich für Fehler zu feiern heißt, bewusst das Gegenteil von Selbstkritik zu tun, z.B. eine halbe Stunde lang zu tanzen und sich für etwas Peinliches zu feiern. Das durchbricht alte Muster und lockert innere Bilder.

Erwische dich in dem Moment, in dem du dich optimierst, und mache etwas Kontraproduktives, z.B. Grimassen schneiden oder Musik hören und tanzen. Danach spüre bewusst, wie es sich anfühlt, das Programm unterbrochen zu haben.

Doch, es sind auch Mindsets und gelernte Bilder, die dir sagen, dass etwas nicht okay ist. Diese Bilder stammen oft aus der Kindheit und von gesellschaftlichen Vorgaben, nicht aus deinem Körpergefühl.

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