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Wertekonflikte in der Beziehung: So werdet ihr euch über eure Werte bewusst!

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Wertekonflikte in der Beziehung: So werdet ihr euch über eure Werte bewusst!

Wertekonflikte in einer Beziehung sind ein häufiges und tiefgreifendes Thema, das aus unterschiedlichen Werten, die durch frühe Erfahrungen und familiäre Prägungen geprägt wurden, entstehen kann. Viele Menschen kennen ihre eigenen Werte nicht bewusst und haben sie stattdessen von Eltern oder Freunden übernommen, was zu Verletzungen und Unzufriedenheit bei der Partnerschaft führt. Werte wie Ernährung, Alkohol, Finanzen oder Vertrauen sind häufige Konfliktschwerpunkte, die nicht nur persönliche, sondern auch emotionale Spannungen auslösen. Es ist entscheidend, dass beide Partner ihre Werte bewusst erkennen und gemeinsam reflektieren, um eine klare Schnittmenge zu finden, die für beide stimmig und vertrauenswürdig ist. Toleranz gegenüber unterschiedlichen Werten ist notwendig, besonders wenn ein Wert für einen Partner verletzende Verhaltensmuster hervorruft. Tief verankerte Werte können dann auch dauerhafte Konflikte verursachen, wenn sie nicht weiter reflektiert oder verstanden werden. Um eine harmonische Beziehung zu gewährleisten, sollten Regeln und Strukturen für die Zukunft entwickelt werden, bei denen beide Partner offen kommunizieren, wenn etwas verletzt wird. Werte können im Laufe der Zeit durch Lebensveränderungen wie Kinder oder finanzielle Situationen sich verändern, weshalb regelmäßige Werteabstimmung wichtig ist. Dies führt dazu, dass beide Partner das Gefühl haben, ihre Werte wahrzunehmen und die Beziehung stimmig und sinnvoll zu leben. Die Kommunikation über Werte ist daher nicht nur ein einmaliger Schritt, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der die Stabilität und die Zufriedenheit in der Beziehung sichert.

Transcription

3918 Words, 23686 Characters

German
Hallo und herzlich willkommen zu dieser neuen Folge bei den Lebensjährlisten. In dieser Folge geht es um Wertekonflikte in der Beziehung. So werdet ihr euch über eure Werte bewusst. Mein Name ist Florian. Ich bin Ina. Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise, hinein in eine glückliche und harmonische Beziehung. In dieser Podcast-Folge geht es um das spannende Thema Werte. Ich finde das Thema selbst auch mega, mega spannend und freue mich auch immer so ein bisschen im Coaching, ehrlich gesagt, wenn so das Thema Werte hervorkommt. Denn jeder Mensch hat Werte, die ihm ja oder ihr besonders wichtig sind. Und in einer Beziehung treffen dann ja zwei Menschen, zwei Personen aufeinander mit verschiedenen Werten. Und die Werte wurden ja im Laufe des Lebens durch Prägungen, durch Erfahrungen gebildet. Und ja, manchmal kommt es dann in einer Beziehung zu einem Wertekonflikt, wo zwei verschiedene Werte halt aufeinander prallen. Und das kann halt auch dazu führen, dass man sich in diesem Punkt stark verletzen kann. Das ist schon mal spannend, wie du das sagst, dass Werte durch Erfahrung und Prägung herbeigeführt worden sind oder entstanden sind. Denn das ist meistens, finde ich, schon mal der Einstieg, dass wir häufig uns unsere Werte nicht selbst ausdrücken, die wir uns ausgesucht haben, sondern unsere Eltern haben uns versucht, Werte mitzugeben. Dann haben wir Werte von Erzieherinnen und Erziehern, von Lehrern und Lehrerinnen, von Freunden, Bekannten, Familienmitgliedern übernommen und haben auch die eine oder andere Verletzung erfahren, die letztendlich Werte vielleicht auch verändert hat in gewisser Art und Weise. Aber die wenigsten von uns haben sich eben ihre Werte bewusst selbst ausgesucht. Das heißt, die erste Frage, bevor wir gleich mal überhaupt richtig in den Einstieg kommen, ist ja häufig, was sind meine Wunschwerte und was sind meine Werte, die ich gerade lebe, weil sie so in mich hineingepflanzt worden sind. Aber eigentlich passen die vielleicht gar nicht zu mir. Genau, und da kommt man ja meistens immer hin, wenn man zusammenkommt mit einem neuen Partner und der dann die eigenen Werte vielleicht mal hinterfragt. Also sagt, ja, wie kommst du denn darauf? Oder warum ist dir das denn wichtig? Und das ist ganz spannend, weil manche Leute sagen, ja, weil das schon immer so war. Ja. Oder weil ich das nur so kennengelernt habe. Und das ist so ein bisschen, finde ich, wie mit Essen. Also wenn ich ein Gericht zum Beispiel durch meine Kindheit, Jugend immer in einer bestimmten Art und Weise gegessen habe, weil das mir so gekocht, so serviert worden ist, wie auch immer, dann denke ich, dass das Gericht so ist. Und dann kommt jemand anderes und sagt so, ja, ich esse das ganz anders. Genau. Und dann sagt man ja, wie kann man das denn, wie kannst du das denn so essen? Bei uns, welches Gericht, wir hatten doch auch mal ein Gericht, wir beiden. Was wir Grünkohl, genau, Grünkohl. Das ist fast so ein gutes Beispiel. Jetzt ist ja auch bald Grünkohl-Zeit, ne? Ich kenne Grünkohl mit Bratkartoffeln gegessen und du kennst Grünkohl, ja? Hier mit diesen zusammengematschten Kartoffeln da drin. Das hört sich jetzt nicht so lecker an. Und ich fand das total befremdlich, als ich das erste Mal, als wir darüber gesprochen haben, irgendwann mal in unserer Beziehung vor über zehn Jahren, dass du gesagt hast, dass es komisch ist, wie ich das esse. Und wie ich darauf komme. Herzlich willkommen zur neuen Folge der des kulinarischen Austauschs mit Ina und Florian. Der kulinarische Austausch mit Ina und Florian. Also wenn ihr noch mehr wissen wollt über Grünkohl, schreibt Ina gerne eine E-Mail. Sie ist jederzeit bereit, euch die verschiedenen Arten. Wenn ihr mit mir Grünkohl essen wollt, meldet euch. Nein. Aber das ist ja eigentlich, passt das ja so. Es ist jetzt sehr bildlich gesprochen, aber. Lass uns zurückkommen zum Thema. Was passiert, wenn man sich über die Werte unsicher ist? Was sind die Probleme? Was passiert dann? Das führt häufig halt zu Systemgesetzverletzungen und Konflikten mit dem Partner. Das Problem ist dann, dass wir dann unzufrieden werden und uns unwohl fühlen in der Partnerschaft. Weil wir halt unsere Werte, die wir in uns drin haben, ja, das können wir nicht ausleben. Oder das wird nicht mit der anderen Person zusammen ausgelebt. Und immer wieder kommt es dann immer wieder zu Systemgesetzverletzungen. Weil der andere das anders haben möchte und ich mich aber durchsetzen will. Und der andere sagt, nein. Was machst du falsch? Typisches Thema auch Kindererziehung. Da haben wir ja auch ganz viele Wertevorstellungen in uns drin, die durch unsere Eltern geprägt sind. Oder wir haben den Wert in uns drin, dass wir es auf jeden Fall nicht so machen wollen wie unsere Eltern. Und dann kommt jemand anderes aus einer anderen Familie und sagt, ja, aber bei uns war der Adventskalender immer so und so. Und bei uns gab es im ersten Lebensjahr keine Süßigkeiten. Ja, es entsteht auch dadurch das Gefühl, dass etwas in der Beziehung fehlt. Es kann nicht so diese Verbundenheit entstehen. Wie sie eigentlich gewünscht oder gebraucht wird. Weil diese Werte einen irgendwie trennen. Da fühlt sich das in dem Punkt nicht rund, nicht stimmig an, nicht verbunden an. Manchmal können ja auch verschiedene Werte unangenehm sein. Total. Wenn man sich jetzt vorstellt, jemand wäre zum Beispiel, würde radikalere Parteien wählen. Und vertritt das auch nach außen hin. Das kann mir ja, wenn das sein Wert ist, oder wenn er sich mit den Werten dieser Parteien identifizieren kann, kann mir das ja auch unangenehm sein, wenn das überhaupt nicht meinen Werten entspricht. Typische Konfliktthemen bei Werten sind ja auch sowas wie Alkohol. Wie ist mein Wert zum Thema Alkohol? Oder anderen Sachen, die ich konsumieren kann, die nicht so legal sind vielleicht. Dann aber auch Finanzen. Kann auch ein großes Werteproblem sein. Was mehr wird, ist tatsächlich Ernährung. Ernährung, genau. In Form von, in Form von vegetarischer oder veganer Ernährung. Dass das für jemanden eben nicht nur gesunde Ernährung ist, sondern gerade vegane Ernährung auch häufig einen Wert mit Tierwohl und so weiter darstellt. Das kann schwierig sein. Auch ein Wert ist, was ich jetzt letztens im Coaching hatte, das Thema Vertrauen. Also wenn es darum geht, wie hat man, oder welchen Kontakt hat man in welcher Form zu anderen Menschen im Freundeskreis? Also ist es, fühlt sich das von den Werten her falsch an, wenn der Mann anderen Freundinnen, mit denen man zusammenbleibt, befreundet auch ist, einen Kusssmiley schickt per WhatsApp. Ist das für den einen noch Freundschaft? Ist das für den anderen schon vom Wert her, was in die Beziehung gehört? Also auch so dieses Vertrauens, Liebegefühl, da kommen wir auch schnell zur Richtung Fremdgehen. Also ab wann ist Fremdgehen Fremdgehen? Das ist ja auch so ein Wertekonflikt. Ja, da kommt man auch letztendlich zu dem Punkt, dass ab wann ist etwas so, dass man sich immer halt fragen muss, was zeigt mir, dass der Wert gelebt ist? Also derjenige, der Kusssmilies schickt, kann trotzdem von sich überzeugt sein, ein tief treuer Mensch zu sein. Und für jemand anderen ist das schon ein gefühltes Fremdgehen und schon eine Untreue. Das heißt, was zeigt denn dem jeweiligen überhaupt, dass die Werte gelebt werden? Und das kann manchmal auch sein, sehr klar für die Beziehung sein, dass die dann eben funktioniert oder auch nicht funktioniert. Ich habe jetzt gerade ein paar, die sich nach dem letzten Coaching getrennt haben, weil nochmal sehr deutlich wurde, dass die auf einem wesentlichen entscheidenden Wert so unterschiedlich sind, dass die das nicht übereinstimmend hinbekommen. In dem Fall ist es so, dass sie offen ist für Beziehungsmodelle, aber sich auch für eins entscheiden kann. Aber sie weiß nicht, wie es für die Zukunft ist. Und er ist ganz straight monogam. Es ist die Beziehungsform, die gebraucht wird für ihn. Und er hat das, glaube ich, bei sich so, so hat sich das für mich dargestellt, dass Intimität, also Sex, die Steigerung von Liebe sozusagen ist. Das ist so in einer Linie. Und wenn sie äußert, dass sie sich auch vorstellen könnte, dass wenn man das offen kommuniziert und das nicht verheimlicht wird, dass er mit anderen Frauen schlafen könnte, das ist für ihn schon so verletzend, weil er dann das Gefühl hat, dass sie ihn nicht so stark liebt, dass sie ihm das erlauben könnte überhaupt. Und nur diese Gedanken ihrerseits, dass verschiedenste Beziehungsformen irgendwann in der Zukunft ja auch mal okay sein könnten, ist für ihn vom Wert her, von dem, wie er sich sein Lebens- und Beziehungsmodell vorstellt, so weit entfernt, dass es nicht geht. Entstehen ja auch vielleicht so Gefühle wie Angst, wann wird das wieder ein Thema, wenn ich das jetzt schon weiß, auch wenn sie sagt, sie kann sich jetzt auf ein Beziehungsmodell festlegen, wird das in zehn Jahren ein Thema, wie ist das, wenn vielleicht Kinder dazukommen oder ne? Also es ist ja irgendwie so ein Dauerwert- Wertekonflikt, der so übereinschwebt, ne? Der ausbrechen könnte. Und in der Folge hatten wir schon gesagt, entsteht eine Konfliktspirale an dauernde Konflikte, die auch nicht lösbar erscheinen, weil sie eben von diesen grundsätzlichen Werten betroffen sind. Das macht starke Unzufriedenheit, Unzufriedenheit und auch Hilflosigkeit bei vielen und ja, auch eine wiederkehrende Frage, ob das mit der Beziehung funktionieren kann, ja oder nein, ne? Ja, auch die Frage immer, passen wir wirklich zusammen, ne? Oder machen wir uns nur was vor? Das hat das Paar sich immer gefragt, was bei mir im Coaching war, ist es wenn wir mit unseren Werten so weit auseinander sind, also geben wir nicht nachher irgendwann zu viele Kompromisse ein, indem wir uns auch nicht mehr wofür, nur weil wir zusammen sein wollen, obwohl unsere Werte uns uns doch immer eigentlich in uns drin was anderes sagen. Ganz spannend, das Thema. Also könnt ihr Stunden drüber sprechen. Wenn wir über die Lösungsansätze sprechen, können wir da ja noch mal schauen, denn die Werte müssen ja nicht identisch sein. Die Werte dürfen nur nicht so weit auseinander liegen. Die dürfen aber auch nicht zu identisch sein. Das ist ganz spannend. Ja, wenn ihr noch mehr darüber erfahren wollt, wir haben natürlich wieder dazu einen Blogbeitrag geschrieben, in dem wir ausführlich über Werte und wie ihr diese findet und damit umgeht in die Details hineingehen. Und wenn ihr selbst für euch das Gefühl habt, dass ihr eure eigenen Werte gar nicht so bewusst seid oder aber, dass ihr vielleicht aktuell Werte lebt, die tief in euch, aber eigentlich euch ganz anders wünscht und ihr da gerne auf den Weg kommen wollt, wie ihr das für euch findet, wie ihr Klarheit bekommt, dann sagt gern Bescheid. Das ist ein typisches Einzelcoaching- Thema bei uns. Und dann natürlich auch der Werteabgleich als Paar und auch das Finden gemeinsamer Werte, was dann auch einhergeht mit einem gemeinsamen Sinn oder auch gemeinsamen Zielen für die Partnerschaft. Ina, was sind Lösungsansätze zum Thema Werte? Dein Lieblingsthema, also hau raus jetzt. Jetzt ist mein Thema, ja. Also Schritt 1 ist, es ist immer wichtig, dass man sich über seine eigenen Werte natürlich bewusst wird. Also nur, wenn ich selber weiß, was ich möchte, kann ich ja überhaupt erst in den Austausch mit meinem Partner, was der zweite Punkt wäre, kommen. Also wirklich mal zu überlegen, was ist mir wichtig? Welche Werte sind mir als Person wichtig in meinem Leben? Ich hatte mal ein paar, da habe ich das auch so gemacht, da ging es auch viel um das Thema Werte, dass ich beide, sozusagen als Hausaufgabe, mal unabhängig voneinander, aufschreiben lassen habe, zu Hause, was die wichtigen Werte in dem Leben sind. Weil sie haben gesagt, sie haben Werte, aber irgendwie war das so so, ich weiß nicht genau. Und ich habe ja auch gesagt, ihr braucht ja gar nicht hier so ganz klassisch mit Zettel und Stift, ihr könnt euch das ja auch mal ins Handy eintragen, wenn manche Sachen fallen da nicht auch in der Situation vielleicht erst ein, dass einem das so wichtig ist. Und das war super spannend, weil die beiden haben sich da wirklich Mühe gegeben und kamen dann in der nächsten Sitzung mit ihren Werten an. Die hatten sich darüber aber noch nicht ausgetauscht. Und, ähm, dann haben wir uns mal angeschaut, was die Werte sind und die haben sogar im nächsten Schritt, also hatten sie auch noch aufgeschrieben, was sie glauben, was die Werte von dem anderen sind. Und dann haben wir das so rumgemacht, dass einer immer die Werte des anderen präsentiert hat, was er glaubt, was die Werte sind und dann abgeglichen. Und die waren ziemlich gut. Also die haben sich sehr, sehr gut eingeschätzt, was auch nochmal ein schönes Gefühl war, weil sie sind doch noch enger beieinander, als sie dachten. Also dieses Gefühl, was bei Welt der Konflikt ja häufig passiert ist, dass man denkt, der andere kennt mich gar nicht, ähm, der weiß ja gar nicht, was meine Werte sind oder der, der arbeitet gegen meine Werte, der will das gar nicht sehen, das konnten die sehr gut. Also das war gar nicht das Problem. Und das macht auch schon wieder was aus. Also dieses Gefühl, was du vorhin sagtest, man ist so weit auseinander, das Gefühl zu haben, wir sind wieder eng zusammen, ähm, war für den Prozess ganz wichtig. Kann natürlich aber auch ganz anders laufen. Na klar. Also hier passt es anscheinend sehr, sehr gut mit Selbst- und Fremdwahrnehmung. Ja. Manchmal ist es natürlich auch so, dass man in seinem Verhalten dem anderen andere Werte signalisiert oder auch manchmal andere Prioritäten in gewissen Dingen. Na klar. Vermittelt, als man sie eigentlich innerlich spürt und leben möchte, ne? Genau, oder als man die eigentlich auch auslebt. Ja. Das ist ja auch noch so eine Sache, ne? Also den ersten Schritt ist, über die eigene Werte bewusst werden, dann das Notieren. Also damit, da möchte ich nochmal kurz einhaken, weil das ist wirklich eigene Werte bewusst werden, finde ich. Ja. Das ist sehr spannend und kann auch komplex werden und ist glaube ich so der zentrale Punkt. Ich selbst habe mir darüber ja insbesondere oder sehr tief Gedanken gemacht, als ich vor einigen Jahren an der Ostsee mir mal die Auszeit genommen habe. Und ich habe dabei ein Hörbuch von Tony Robbins gehört. Ich glaube, es war das Power-Prinzip. Ich weiß aber nicht mehr genau, weil ich mehrere gehört habe. Und da wird ziemlich gut aus meiner Sicht aufgeführt, wie man zu seinen Werten kommt. Nämlich, dass man erstmal eine Werteliste aufschreibt von allen Werten, die einem so in den Sinn kommen für sich selbst. Und das sind dann meistens relativ viele. Also 30, 40 fallen einem da durchaus mal ein. Hast du mal ein Beispiel für einen Wert? Wenn jetzt jemand sagt, ich kann damit jetzt gerade gar nichts anfangen. Freiheit, Sicherheit, Treue. Ja, okay. Wenn man da sagt, ich brauche da Unterstützung, irgendwie kriege ich da jetzt nicht so die Worte in den Sinn. Einfach mal googeln, die positive Werte. Und dann findet man eine Liste meistens mit 200 Werten ungefähr, die es so gibt, die man so übergab. Wenn man das so nennen könnte. Dann schreibt man die alle auf, die 30, 40, die so da sind. Und dann fängt man an zu sortieren nach Priorität. Und streicht weg, dass am Ende die 10 wichtigsten übrig sind, weil die anderen danach, die im alltäglichen Leben wirklich zu leben und zu spüren, ist gut, wenn sie da sind. Aber die 10 wichtigsten, die sind wirklich relevant. Und dann mal zu gucken, also das sind die 10, wie ich sie bis jetzt in mir spüre. Oder wie ich sie bis jetzt lebe. Aber dann noch mal zu gucken, wie will ich es denn eigentlich haben? Und dann der nächste Schritt ist eben zu schauen, was gibt mir am Tag das Signal, welches Verhalten oder was auch immer muss hergestellt sein, damit ich diesen Wert als gelebt fühle. Wenn ich jetzt den Wert und der Trick zu Zufriedenheit und Glück ist dann eigentlich den relativ niedrig anzusetzen. Je höher ich den Anspruch da setze, desto unwahrscheinlicher ist, dass ich diesen Wert mit Glück und Zufriedenheit belege. Ein Wert, zum Beispiel, der sehr spannend ist, ist zum Beispiel Dankbarkeit. Und ich kann natürlich jetzt die Messlatte für Dankbarkeit sehr hochschrauben und sagen, ja, ich bin dankbar, wenn ich an dem Tag dreimal von meiner Frau gesagt bekommen habe, dass sie mich liebt, mein Kind mich fünfmal am Abend hat, ich bei der Arbeit richtig viel Geld verdient habe, tolle Aufträge abgeschlossen habe, die Sonne scheint und wenn das alles zusammenkommt, dann fühle ich mich dankbar. Oder man kann so wie andere, ich glaube, Robert Betz, ist da auch so ein Vertreter davon, sagen, wenn ich die Augen aufmache und wieder einen neuen Tag für mich habe, kann ich sagen, ich bin dankbar, er spricht ja immer von Schöpfer sein, dass ich jetzt heute wieder Schöpfer meines Tages sein darf und ich bin allein daher schon dankbar, nur, dass ich aufwache und wieder einen neuen Tag habe in meinem Leben. Das wollte ich nochmal so reinschmeißen zum Punkt 1. Das war ein kurzer Exkurs. Schön. Genau. Schritt 2, Ina. Schritt 2. Genau. Austausch mit dem Partner über die Werte. Jeder kann seine Werte nennen und erklären. Anschließend Reflexion. Welche gleichen oder unterschiedlichen Werte man halt hat. Das wäre so der zweite Schritt. Ja, und da kommen wir jetzt zu dem, was wir eben schon angeteasert haben. Wir brauchen jetzt eine Schnittmenge. Genau. Wir brauchen eine Schnittmenge, die nicht identisch ist. Das wäre total langweilig. Gibt's auch nicht. Gibt's auch nicht. Aber wenn das zu stark gleicht, ist es halt langweilig. Und wir brauchen eben, dass das nicht zu weit auseinander ist. Dann gibt's keine Basis. Wir brauchen eine Schnittmenge, die sich für euch als Paar stimmig anfühlt und wo ihr sagt, da ist genug Übereinstimmung, aber auch Sachen, die jeder so versichert, die Spannung erzeugen. Und für das, wo die Werte unterschiedlich sind, brauchen wir Toleranz. Das ist das Entscheidende, dass eben die Werte des anderen, die anders sind, toleriert werden können. Auch wenn man sie selber vielleicht anders in sich spürt. Genau, aber das ist jetzt nochmal ein wichtiger Punkt, weil wenn man zum dritten Schritt dieser Auflösung von Verletzungen guckt, da ist natürlich die Frage, setzen mich die Werte? Also kann ich die Werte des anderen tolerieren oder macht es bei mir immer wieder das Verhalten eine Verletzung? Und dann ist ja zu gucken, auf welcher Ebene liegt denn die Verletzung? Ist es wirklich nur das Verhalten? Oder folgt das Verhalten einem Wert und man kann das Verhalten nicht verändern? Weil normalerweise lässt sich ein Verhalten an sich sehr gut verändern, gerade wenn ich weiß, dass das beim anderen eine Verletzung verursacht. Wenn ich aber nun mit meinem Verhalten einen tief in mir liegen den Wert folge, dann kann ich mein Verhalten nicht so einfach verändern und dann hat es eben das Potenzial dauerhafte Verletzungen zu verursachen. Wo wir dann, wenn das so wäre, wenn so ein Punkt eintritt, der dann tatsächlich beziehungsrelevant und kritisch sein könnte, wäre die Verletzung wahrscheinlich nicht lösbar. Also man müsste sich dann überlegen, ob man mit dieser Verletzung dauerhaft leben kann. Oder welche Strategien es gibt, sich da nicht mehr verletzen zu lassen. Also dass man da seinen eigenen Wert überdenkt, dass beide nochmal ihren Wert überdenken. Aber das ist dann schon ein intensiverer Prozess. Das hatten wir zum Beispiel mal zusammen Two-on-Two-Coaching mit einem Paar. Da ging es darum, dass er, wie das Verhältnis von ihm zu ihren Kindern ist, wie er über ihre Kinder denkt. Und das Paar war nachher auch so, dass wenn du dich noch dran erinnerst, dann hatte sie ja auch schon angedeutet sehr stark, dass sie da, wo werte-mäßig nicht zusammenkommen und sie das immer so stark verletzt, dass sie seine Sichtweise nicht tolerieren möchte und kann, weil sie das so nicht teilt, über andere zu denken. So zu denken und insbesondere natürlich über ihre eigenen Kinder. Ja. Letzter Schritt. Schritt Nummer vier. Regeln und Strukturen für die Zukunft entwickeln. Also da nochmal zu überlegen, wie wollen wir in Zukunft jetzt uns ein Konstrukt aufbauen, wo wir beide harmonisch miteinander klarkommen. Und ein großer Anteil davon ist unsere Lebensregel Nummer 9, aussprechen was ist. Nämlich immer wenn mich etwas verletzt, wenn der andere etwas sagt, tut, das können aber auch Erwartungen sein, die nicht ausgesprochen werden, wenn mich das trifft, dass ich das ausspreche, dass ich dem anderen eine Rückmeldung gebe. Das ist wichtig, weil manchmal oder sehr häufig sogar der andere gar nicht in seiner Wahrnehmung merkt, dass er mich verletzt. Und nur wenn der weiß, dass er mich verletzt, kann er ja auch sein Verhalten reflektieren, beziehungsweise halt auch ändern. Und auch hier, wie auch schon in den Folgen zuvor, das ist wieder mal nicht in Stein gemeißelt, Werte können sich verändern. Während ich vielleicht Freiheit und Abenteuer als wichtigsten Wert habe, wenn ich Junggeselle bin oder wenn wir uns kennenlernen, so kann vielleicht der Wert Sicherheit in meiner Priorität enorm nach oben rutschen, sobald ein Kind dazu gekommen ist und sich verändern. Während ich vorher vielleicht gesagt habe, das ist ja bei vielen auch so Mietwohnung, Jobwechsel, alles kein Thema, kann ich alles machen und so weiter. Finanzieller Puffer wird nicht viel gebraucht, gleich ausgeben, Urlaube machen und so weiter. Und dann bahnt sich an, dass man ein Kind in die Welt setzen möchte. Dann entsteht bei vielen eben dieser Sicherheitswunsch zum Beispiel. Ich hätte vielleicht ganz gerne Eigentum, was dann sich sicherer anfühlt. Ich brauche vielleicht einen finanziellen Puffer, weil ich eben nicht mehr mal eben so den Job wechseln kann, weil ich eben das Geld brauche und so weiter. Also das heißt, das sind immer Dinge, die unterliegen Veränderung und darüber sollte man sich austauschen, wenn man das Gefühl hat, dein Wert oder mein Wert hat sich verändert. Und das passiert ja auch einfach gar nicht selten. Also gerade wir beide haben ja, um mal so ein bisschen zu erzählen, gerade Anfang des Jahres zusammengesessen und haben über Werte gerade wieder gesprochen, was uns wichtig ist und haben festgestellt, dass bei uns auch so ein bisschen der Wert Abenteuer runtergegangen ist, den wir beide einfach gerne wieder mehr, stärker ausleben würden. Ganz normaler Prozess, dass sich das einfach auch mal im Laufe der Zeit wieder wandelt. Aber das Wichtige ist eben die Kommunikation darüber, dass man nämlich dann dadurch auch das angehen kann und nicht eben wieder Monate, Jahre häufiger verstreichen mit dem inneren Gefühl, eigentlich hätte ich gerne mehr Abenteuer, aber man dauerhaft in diesem Sicherheitsding voll drin bleibt. Und das ist das Entscheidende. Also zusammengefasst, über die eigenen Werte bewusst werden und auch bewusst darüber werden, was signalisiert euch, dass ihr die Werte lebt. Dann Austausch mit dem Partner über die Werte. Auflösen von Verletzungen, wenn bereits Verletzungen entstanden sind, durch das Verhalten unterschiedlicher Werte oder durch Verurteilungen und Regeln und Strukturen für die Zukunft. Zukunft entwickeln, also aussprechen, was ist und regelmäßig mal über die Werte austauschen. Also einerseits hat sich was verändert, andererseits fühlt ihr euch gut. Also ist das so, dass ihr das Gefühl habt, ihr lebt eure Werte und das passt alles stimmig für euch zusammen. Braucht ihr dabei Unterstützung, meldet ihr euch natürlich wie immer bei uns. Ansonsten könnt ihr weitere Tipps, Tricks und Erfahrungswerte unseren Podcast folgen, unserem Instagram-Kanal oder auch unseren Blog entnehmen. Genau, dann hören wir uns in der nächsten Folge wieder. Bis bald. Bis dann.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Wertekonflikte in einer Beziehung entstehen, wenn zwei Partner unterschiedliche Werte haben, die durch Eltern, Erziehung oder frühe Erfahrungen geprägt wurden.
  2. Viele Menschen kennen ihre Werte nicht bewusst, sondern haben sie von Familienmitgliedern oder Umfeldern übernommen, was zu Verletzungen und Unzufriedenheit führen kann.
  3. Werte wie Ernährung, Alkohol, Finanzen oder Vertrauen sind häufige Konfliktschwerpunkte, die tiefgreifende emotionale Auswirkungen auf die Beziehung haben.
  4. Der Wertestandard muss nicht identisch sein, aber er sollte eine ausreichende Übereinstimmung haben, um eine stimmige und verbundene Partnerschaft zu ermöglichen.
  5. Toleranz gegenüber unterschiedlichen Werten ist entscheidend, besonders wenn ein Wert für einen Partner Verletzungen verursacht.
  6. Tief sitzende Werte können Verhaltensmuster verursachen, die schwer zu ändern sind, was zu dauerhaften Konflikten führen kann.
  7. Beide Partner sollten gemeinsam über ihre Werte reflektieren, um eine gemeinsame Schnittmenge und klare Regeln für die Zukunft zu entwickeln.
  8. Werte können im Laufe der Zeit verändern, insbesondere durch Lebensereignisse wie Kinder oder berufliche Veränderungen, und müssen daher regelmäßig neu betrachtet werden.

Summary:

Wertekonflikte in einer Beziehung sind ein häufiges und tiefgreifendes Thema, das aus unterschiedlichen Werten, die durch frühe Erfahrungen und familiäre Prägungen geprägt wurden, entstehen kann. Viele Menschen kennen ihre eigenen Werte nicht bewusst und haben sie stattdessen von Eltern oder Freunden übernommen, was zu Verletzungen und Unzufriedenheit bei der Partnerschaft führt. Werte wie Ernährung, Alkohol, Finanzen oder Vertrauen sind häufige Konfliktschwerpunkte, die nicht nur persönliche, sondern auch emotionale Spannungen auslösen.

Es ist entscheidend, dass beide Partner ihre Werte bewusst erkennen und gemeinsam reflektieren, um eine klare Schnittmenge zu finden, die für beide stimmig und vertrauenswürdig ist. Toleranz gegenüber unterschiedlichen Werten ist notwendig, besonders wenn ein Wert für einen Partner verletzende Verhaltensmuster hervorruft. Tief verankerte Werte können dann auch dauerhafte Konflikte verursachen, wenn sie nicht weiter reflektiert oder verstanden werden.

Um eine harmonische Beziehung zu gewährleisten, sollten Regeln und Strukturen für die Zukunft entwickelt werden, bei denen beide Partner offen kommunizieren, wenn etwas verletzt wird. Werte können im Laufe der Zeit durch Lebensveränderungen wie Kinder oder finanzielle Situationen sich verändern, weshalb regelmäßige Werteabstimmung wichtig ist. Dies führt dazu, dass beide Partner das Gefühl haben, ihre Werte wahrzunehmen und die Beziehung stimmig und sinnvoll zu leben.

Die Kommunikation über Werte ist daher nicht nur ein einmaliger Schritt, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der die Stabilität und die Zufriedenheit in der Beziehung sichert.

FAQs

Werte sind grundlegende Prinzipien, die uns als Menschen leiten. In einer Beziehung sind sie entscheidend, da sie die gemeinsamen oder unterschiedlichen Grundlagen für das Verhalten und die Beziehung bilden.

Wenn zwei Partner unterschiedliche Werte haben, können diese im Alltag aufeinanderprallen, was zu Verletzungen und unzufriedenen Gefühlen führen kann, besonders wenn eine Person das Verhalten des anderen als Verletzung wahrnimmt.

Unsere Werte werden im Laufe des Lebens durch Eltern, Lehrer, Freunde und Erfahrungen geprägt. Viele Menschen haben ihre Werte nicht selbst ausgewählt, sondern übernommen.

Man kann seine Werte durch das Aufschreiben und Sortieren von Werten (z. B. Freiheit, Treue, Sicherheit) und danach die 10 wichtigsten auswählen, die am meisten mit dem eigenen Leben verbunden sind.

Ein Austausch hilft, gegenseitige Werte zu verstehen, eine gemeinsame Schnittmenge zu finden und die gegenseitige Toleranz zu stärken, was die Beziehung stabiler macht.

Wenn Werte so stark auseinanderliegen, dass sie nicht toleriert werden können, entstehen dauerhafte Verletzungen und Konflikte, die sich in einer Konfliktspirale verfestigen und die Beziehung gefährden.

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