In der Podcast-Episode wird Susanne Dagen, Mitgründerin der Buchhandlung Loschwitz in Dresden, interviewt. Der Fokus liegt auf ihrer Entscheidung, die Buchmesse "Seitenwechsel" in Halle zu organisieren, die medial als "rechts" eingeordnet wird. Dagen schildert ihre Biografie: die Gründung der Buchhandlung 1995, ihre anfänglich unpolitische Haltung und ihre späte Politisierung um 2014/2015. Sie beschreibt die gesellschaftlichen Veränderungen in Ostdeutschland nach der Wende, die sie in Rostock (mit den Ausschreitungen von 1992) und später im gentrifizierten Dresden-Loschwitz erlebte. Im Gespräch wird ihr Werdegang als bereits etablierte Kulturunternehmerin kontrastiert mit dem Weg jüngerer, früher politisierter Gäste aus der rechten Szene. Ihre Motivation für die Messe ist weniger persönlicher Gewinn, sondern ein kollektiver, ostgeprägter Ansatz: verschiedene oppositionelle Stimmen – von liberal-konservativ bis klar rechts – für zwei Tage zusammenzubringen, um eine gemeinsame Präsenz zu zeigen und inneren Grabenkämpfen entgegenzuwirken. Die Messe wird somit als mutiger Schritt aus einer etablierten Position heraus dargestellt.
Hallo und herzlich willkommen liebe Zuhörer zu einer neuen Episode von Rechtsgelesen, dem rechten Kultur, Literatur und Szene-Podcast des Jungen Europas. Und heute bei uns zu Gast, da freue ich mich natürlich besonders. Ist zu Sane Dagen, die, darf man sagen, bekannte Buchhändlerin aus Dresden? Hallo Susanne. Darf man sagen, "Hallo"? Hallo, ich grüsse dich. Wobei wir ja eigentlich bei dir zu Gast sind, muss man fairerweise sagen. Und natürlich der Jungen Europa-Autor Volker-Zirke, der heute in ca. 2 Stunden, glaube ich, hier im Kulturhaus-Loschwitz aus Herrengedeck vorlesen wird. Hallo, Volker. Imfalls am Mikrofon meine bescheidende Wenigkeit, Philipp Stein. Hallo. So, ihr könnt es euch bereits alle denken. Wir sitzen heute hier bei Susanne Dagen an einem schönen Holztisch und sprechen über die kommende Messe "Seitenwechsel" in Halle-Andersale, am 8. und 9. November. Und möchten dich, liebe Susanne, heute so ein bisschen prüfen, hinsichtlich dieser Messe? Vielleicht mal gleich vorweg. Ich denke, dass viele der Zuhörer von uns die grundsätzliche Geschichte deines Buchhauses kennen, zumindest die Polarisierung rund um dein Buchhaus. Und der eine oder andere wird sich jetzt vielleicht fragen. Warum bötet sich diese Frau jetzt auch noch auf eine mittlerweile in den Medien als rechts titulierte und durchaus dramatisierte Buchmesse zu veranstalten? Wenn ich jetzt ganz am Ende meines Berufslebens wäre, würde ich sagen, es ist der grünende Abschluss. Ich hoffe, dass das nicht der Fall ist, ob gleich ich früh angefangen habe. Wir haben 1995, also vor 30 Jahren, das Buchhaus-Loschwitz eröffnet. Ich war damals zarte 22. Mein Mann war vier Jahre älter. Und wir hatten gerade unsere Lehre beendet. Wir hatten noch ein bisschen gearbeitet und haben gedacht auch ein höher. Münster machen wir eine eigene Buchhandlung einfach mal so nach unserem Duktus, nach unseren Vorlieben. Wir verkaufen nur die Bücher, die uns gefallen. Und die haben wir dann alle gelesen und so, wie man sich das vorstellt. Und wir sind, wie gesagt, beides Buchhändler. Wir haben beide in Leipzig, an der damals noch deutschen Buchhändler Lehranstalt auf der Goldschmitsstrasse gelernt. Und mein Mann hat in Rostock gelernt, hat seine praktische Ausbildung dort gemacht. Und ich in Dresden und nach einem Jahr, ich gedacht auch, das ist irgendwie blöd. Immer diese Sehne und Hergefahre. Gab ja auch keinen Flixbuss, oder? Gab kein Flixbuss, aber es gab Züge damals, die noch vorn. Ja. Und entweder er kamen Wochenende zu mir nach Dresden von Rostock gefahren. Was damals, da ja immer noch, er denkt ja immer noch, in seinen Grenzen vor 1989. Es war damals die fast größten mögliche Entfernung voneinander. Oder ich bin eben nach Rostock gefahren. Und dann habe ich mir gedacht, ja, was machen wir? Also, nach Dresden muss er jetzt vielleicht nicht unbedingt kommen. Weil ich bin ja Dresdenerinnen und kommen, sag ich mal, aus einer Familie, die eben auch schon im Kulturbetrieb sehr bekannt gewesen ist. So darf man da nachhaken? Ja, meine Mutter war galleristin. Und die haben dann auch nach der Wende eine eigene Galerie mit meinem Stiefvater zusammengemacht. Schön. Also, insofern war man irgendwie schon in der Kulturblase drin. Und ich hab gedacht, es ist eigentlich schöner, wenn man gemeinsam neu anfängt, als dass ich ihn hier irgendwie hätte überall erstmal so ein bisschen reindringen müssen. Zumal, man darf nicht vergessen, anfangen bei 90er. War die Stimmung jetzt nicht so gut, demjenigen, der aus dem Westen kam, als man nämlich in Rostock seiner Ausbildungsstätte angemeldet hat bei der IHK damals, hat die dann dort gesagt, ja, also, dann nehmen Sie also unseren Leuten hier den Ausbildungsplatz weg. Das war erstmal das herzlich willkommen in Mecklenburg-Vorpommern. Schön, ja. Also, lange Rede kurze Sinn. Ich bin dann nach Rostock gezogen. Frank und Frey, mitten in der Lehrer, hab gedacht, der Kind Problem, dann wechsel ich eben von einem Betrieb auf man anderen. Und wenn man die Dinge mit Frechheit angeht und das ist mir erhalten geblieben über viele Jahrzehnte. Ich hab davon gehört, ja. Dann klappen die auch. Dann klappen die auch und dann haben wir in Evers Hallen in einer Einraumwohnung gewohnt und sind jeden Tag zusammen in unsere Lehrbetriebe gegangen. Ist ja furchtbar romantisch. Ja, ja, aber wie und er war damals Buchernung im 5G-Haus. Ich glaube, das ist mittlerweile Talier von einer wirklichen Verleger-Persönlichkeit, der, wie heißt das denn jetzt gleich? Siehst du jetzt komm ich gleich gar nicht mehr auf den Namen. Können Sie vermutlich eben nicht? Doch, kennst du, kennst du wirklich ein wichtiger Verleger vom Hinstoffverlag zu dir der Erzeiten? Der hat diese Buchernung gegründet. Bei dem hat er gelernt, andere Geschichte gehörte es hier nicht her. Machst du mal ein Podcast mit ihm? Kann, ja. Der westet schon junger aus. Der reinische Fronatur kommt nach Mecklenburg-Vorpommern Anfang der 90er-Jahre. Ohne Glatze. Ohne Glatze, sondern damals schon mit langen Haaren. Aber Glatzen, Glatzen hatten wir viel. Ja, das darf ich nicht. Wir haben ja fast jeden Tag telefoniert. Wir hatten ja dann auch schon Telefon hier in Dresden. Mit Wielscheibe aber. Ja, natürlich mit Wielscheibe. Und ging auch durch, war ja sozusagen innerhalb der Republik. Und es war relativ oft so, dass er sagte, ich muss jetzt mal aufhören, hier zu telefonieren, weil nebenan wird gerade die Telefonzielle zur Trümmord. Also, Samarostort war schon ein sehr heißes Flaster. Wir haben auch damals hautnah Lichtnagen mit erlebt. Und es ist ja auch interessant. Und das hat uns damals schon zu denken gegeben, dass das, was in der Zeitungsstand nicht so sehr viel mit unserem Erfahrungshorizont zu tun hatten, als wenn nämlich jedes Wochenende dann nach Warnemünde gefahren sind. Er hatte Verwandte in Warnemünde und da war das Traditionsbeding, so, dass man so ein Tag Nachmittag hat, man eben angefangen, schnappst zu trinken. Und relativ früh, damit man im nächsten Morgen dann auch wieder schön auf Arbeit gehen kann. Das heißt, wir waren wir immer verabredet. Und wir sind also dann jeden Sonntag mit den Ausfliegenden zusammen nach Warnemünde gefahren von Eversagen. Und die Köpfe ging immer mehr rum. Und der Unmut wurde immer lauter. Über das, was dort an den sogenannten Sonnenblumenhäusern sich abspielt. Das war nämlich schon ein bisschen anders. Man hat da heute sagt, wir sind die und Roma, früher haben wir von Sigorn und gesprochen. Sie hat man da mehr oder weniger ansässig gemacht, auf dieser großen Grünfläche vor diesem Sonnenblumenhaus, in dem vor allen Dingen der mesische Gastarbeiter einquartiert waren. Und das war ein Ding mit Ansage. Und so 30 Jahre später sehe ich auch dieses Ereignis durch aus in dem großen Kontext, wie stelle ich den Osten? Ja. Also gut, das war jetzt ein kurzer Exkurs und dann haben wir 94, man hat mir irgendwie die Nase voll von Norddeutschland beziehungsweise von Rostock. Rostock war, wie gesagt, ein heißes Flaster war schwierig. Gut Universitätsstadt. Das war natürlich damals noch ein bisschen was anderes. Ganz gute Theater-Szenen, aber eben natürlich auch proletarisch geprägt, durch die Werft, die Werft machte dann zu. Und war eine unangenehme Situation, ich muss ich wirklich sagen. Wobei je zu der Zeit darf man das so sagen, politisch. Also ich will jetzt nicht sagen, ihr seid jetzt heute politisch festgelegt. Aber ihr wart ja da vermutlich noch überall unterwegs, wie man so sagt. Nur alle unterwegs sind wir nie gewesen. Mein Mann kommt aus einem Haushalt, wo die Eltern beide geflüchtet sind, außer DDR, sich dann erst in Gießen über den sächsischen Dialekt kennengelernt haben, das nur zum Thema Heimat und Wurze. Herrlicher. Und ich sage mal, ich komme aus einem zwar sehr freiheitlich geprägten, aber vor allen Dingen wir überlichen Haushalt. Also wir waren nie überall unterwegs. Aber wir waren, würde ich denken total unpolitisch. Also meine politisierung begann ja, möchte ich wirklich so sagen, eigentlich erst 2014, 2015. Und bis dahin war natürlich noch eine lange Zeit. Und 94 sind wir dann nach Dresden zurückgegangen. Weil ja, wenn man aus Dresden kommt, dann ist die Wurzel schon sehr, sehr stark. Ja, also das zieht und zärt. Und der Norddeutsche hat eben schon eine andere Mentalität als der Sachse, ganz klar. Da reinländer kann überall, ja, das ist halt eine Chronatur. Ja, das stimmt. Und dann haben wir 1995 hier in der Brache. Damals war das ja noch nicht alles so schön saniert. Damals gab es ja noch keine blühende Landschaften, sondern wir sind ja die Generation. Und das ist halt der Unterschied zu der Bundesrepublikan, nicht sozialisierten Generation. Wir sind ja eben die Gründergenerationen, nicht die Erbengenerationen. Und ich glaube, der liegt bei uns in großer Schlüssel unseres Tunes. Ihr seid ja heute mit dem Buchhaus in einer Region, oder was heißt Region in dem Stadtteil, der ja eigentlich als einer der, der, ich will nie sagen, reichsten, aber als einer der schönsten Stadtteile in Dresden gilt. Und du sagst, das war also früher nicht so. Ja, das schönste war es natürlich schon immer. Komm ja von hier. Aber es sah natürlich damals alles ganz anders aus. Ja, also die Möglichkeiten waren aber auch größer sozusagen hier überhaupt einzukehrt. Natürlich, ich schaue mir natürlich immer wieder mal ein paar Fotos an. Von uns von vor 30 Jahren, als wir also eröffnet haben im dritten März. Und da war gerade ein großes Gerüst bei uns am Haus. Und wir hatten ein paar bunten Luftballangssinn gehangen. Also wenn's nicht so rührend wäre, wird es ziemlich traurig aussehen. Aber es war überhaupt nicht traurig, sondern ganz im Gegenteil. Wir waren ja jung, wir waren engagiert. Wir haben damals gesagt, na ja, wenn das nix wird, dann macht mal den fünf Jahren was anderes, meine Güte. Und das Wesentliche ist aber von Anfang an gewesen, dass wir zu zweit gewesen sind. Und das bedeutet schon, dass man nach einem Verkaufstag, wo man vielleicht jetzt nicht so sehr viel verkauft hat, da haben wir dann immer ein Trauer-Marsch aufgeführt und einer hat dann immer drüber gelacht. Aber wir haben von Anfang an Veranstaltungen gemacht in der Buchhandlung. Also das war uns von Anbeginn wirklich wichtig. Und unsere erste Veranstaltung war Helen Meier. Das ist eine Schweizer Autorin, eine ganz interessante mittlerweile auch gestorben. Und als ich jetzt vor kurzem bei der Welt war, ein Zürich gewesen bin, hat mir einer in dem Buch gegeben, was ihr gerade erst herausgegeben hat. Und zwar war das der Christoph Norgellee, heißt der glaube ich, ganz ganz toller Typ neben Roger Göppel, den hat er glaube ich aus dem Nationalrat gleich mitgenommen. Und der hat ein schönes Buch gemacht zum Thema Schweizer Klassiker. Und da hatte auch die Helen Meier drin und hab ich gesagt, es gibt es überhaupt nicht. Also kein Mensch hat mich je wieder auf Helen Meier angesprochen und jetzt bin ich hier 30 Jahre später in Zürich. Und gucken Buch an und sehr ein Foto von der Autorin, die in 1995 bei uns für uns die erste Lesung gemacht hat. Und dann ging das weiter und irgendwie kam immer alle. Und jeder war da, der Rang und Namen hat heute eine andere Konnotation. Aber wir haben natürlich die ganzen DDR, ehemaligen DDR-Schriftsteller-Dage haben. Wir haben sehr viele internationale Schriftsteller-Dage gehabt. Ich hab extra angefangen, französisch zu lernen, weil wir sehr viel mit Moksitoufung sehr auch zusammen gearbeitet haben. Also es war ein steiler Aufstieg, ja, der ich möchte schon sagen, sich über 20 Jahre lang sehr stetig nach oben entwickelt hat. Auch zusammen, schuldige, bitte hinternd selbst unterbrochen hast. Den ich dann selber unterbrochen habe und mein, das meintest du ja vorhin auch dieser Stadtteil, ist natürlich nicht nur der schönste, sondern er ist auch einer der Reichsten, kann auch sagen, es ist das Goldstabviertel hier oder das der reichen Hügel oder was auch immer. Das Grünwähler-Hügel. Es ist leider auch der Grünwähler-Hügel, das stimmt. Das hat natürlich damit zu tun, dass mit Anfang der 90er, die ich ja eben auch hautnah miterlebt habe, dass sich hier natürlich auch die Bevölkerung gerade zu ungetauscht hat. Da spielt natürlich Treuhand, da spielen Restituationsansprüche. All diese Dinge spielen da eine Rolle, also nicht nur in Rostockwarns heiße Phasen, sondern natürlich auch hier, nur dass es hier um mehr Geld ging. Und jetzt haben wir hier natürlich eine Bevölkerungsstruktur, die nicht mehr so ist, die Uferteilkamp im Turm beschrieben hat, dass eben der Professor, neben der Kassiererin und der Lokführer, neben dem Chefarzt gewohnt hat, sondern jetzt haben wir in den großen Willen natürlich diejenigen, die zum Beispiel große Verteidiger oder Verteidiger, große Klacköre der Willkommenskultur gewesen sind, aber natürlich nicht bereit sind hier irgendwie eine Einliegerwohnung für eine syrische Familie zu installieren. Und damit sind wir natürlich hier an einer ganz interessanten Bruchkante. Und das ist natürlich etwas, und darauf spielt ihr ja an, was sich dann ab 2015 in einer Dynamik entwickelt hat, dass wenn man eben nicht da auch schon wieder zu zweit oder mittlerweile zu viert gewesen ist, also von mir hier am Ort gehabt hätte, das hätte einem schon ordentlich die Füße unter den Boden oder den Boden unter den Füßen wegziehen können. Also es gibt Leute, die gesagt haben, gerade so westdeutsch sozialisiert, ja, einfach machst denn du, dass du hast doch hier so schön und ja, und ihr habt das ein schönes Haus, und wie kannst du da und dann machten die so ein Angegeltesgesicht, wie so kannst du dich dafür, die Peggidealeute einsetzen? Ich habe gar nicht verstanden, wo ums mir gehen. Na ja, das ist ja aus so einer rechteren Perspektive in Anführungszeichen, das furchtbar interessanter an deiner Personale, ist ja sozusagen das, das viele von uns, uns sage ich jetzt mal Volker, ich und andere praktisch Abitur gemacht haben und dann irgendwann ging es genrechts, also schon relativ früh. Das heißt, man hat nie irgendeine Phase durchgemacht, außer natürlich die Schulzeit, vielleicht auch die Zeit des Jungestudierens, wo man sich bewegt hat in einer sogenannten normalen Szene, also was man heute, also ein normales Leben nennen würde, sondern man war wie ein Volkersfall relativ früh bei der IB, in meinem Fall bei einer Burschenschaft. Also man kam relativ früh in Kontakt mit rechten Gedanken gut, wenn man das mal so diese mainstream-begriffe nutzen möchte. Und es war vollkommen klar, dass man einen Berufs- und Lebensweg einschlägt, der markiert ist durch diese politische Szenerie. Das heißt, man hatte vorher nichts aufgebaut, sondern man kam da sozusagen, als junge Heiß-Sporten kann man da rein, dachte man, kann jetzt die Welt einreißen, man verändert jetzt die Republik durch sein Tun und hat nie darüber nachgedacht, nie reflektiert, was das eigentlich heißt, was zu verlieren, eine Familie zu haben. Das war überhaupt kein Thema. Und in deinem Fall ist ja das interessante, dass viele von diesen sogenannten liberal konservativen, die VR gerne in unserem Podcast kritisieren, also Autoren und so weiter, dass die immer nur den Halbenweg gehen. Also dass die sagen, ich veröffentliche Mannartikel in der Tumult und ich, was weiß ich, ich äußere mich mal auf Facebook in einem offenen Aufruf und ich bin so Migrationskritisch und so, aber es bleibt immer verhaftet in so einer Halbkritik, wie ich das mal landläufig nennen. Und das interessante bei euch war ja, das ihr ja, und das hast du ja jetzt so wunderbar beschrieben, das eher in einer Art etabliert war, hier in Loschwitz, dass ihr das ja hättet weiterführen können, noch 2030, 40 Jahre, was auch immer, wie lange man Lust hat zu arbeiten. Und jetzt mal unabhängig des finanziellen, ihr wart ja in der Goldgrube, also Goldgrube hinsichtlich der Kunden, das Milieus. Ich meine, ich habe mal alte Fotos angeschaut, was sie für Veranstaltung gemacht hat. Ich hatte ja wirklich, was du sagst, Rang und Name da, was man heute so bezeichnet, auch in der Musik, in der Dichtung, in der Lürig und so weiter. Und sich dann in diesem Punkt bewusst zu entscheiden, zu sagen, ich glaube, du konntest das vielleicht ja auch alles gar nicht in der Form abschätzen, das muss man auch sagen. Aber zu sagen, ich habe den Mut mich zu äußern, ist eben ein anderer, als wenn man gar nichts hat, was man auf dem Tablet Fall bieten kann. Sondern zu sagen, man gibt ja auch was her, selbst wenn man nicht abschätzen kann, zu was das führt. Und ich glaube, das wird nicht so gewesen sein. Und das finde ich so furchtbar spannend. Und deswegen ist auch diese Messe ja so furchtbar spannend, weil es ja keiner organisiert, der sozusagen schon immer etabliert ist. Jetzt Kubi Check, unsere Verlag wäre auch immer. Also wir haben ja auch schon lange darüber nachgedacht, die Idee ist ja, in derhin sich keine neue zu sagen. Wir versuchen mal alles, was in irgendeiner Weise oppositionell ist, ohne klare Bruchkante sozusagen. Das kann meinetwegen, bis Mathis und Seitz geht, ja, irgendwie zu sagen. Schön wär's. Schön wär's, ja genau. Ich habe gerade Vertragsverhandlungen mit den Grüße an der Stelle. Das sozusagen zu realisieren, das haben wir nie geschafft. Wir haben es auch nicht versucht, aber es wäre nicht möglich gewesen. Weil wir sozusagen alle innerhalb dieses sogenannten rechten Szene, das ist ein schrecklicher Begriff, aber ich nutze ihn mal, gewisse Grabenkämpfer haben. Und du bist jetzt sozusagen die mutige, aber doch irgendwo dazugekommen von außen, die praktisch diese Kraft hat und diesen Läume und auch irgendwo hat. Zu sagen, wir machen jetzt eine Messe und stellt euch doch die ganzen Idioten, stellt euch doch mal nicht so furchtbar an. Dann ist euer Stand halt neben der jungen Freiheit, dann ist euer Stand halt neben Tichies einblick. Wir werden schon alle für zwei Tage miteinander auskommen. Und das finde ich so furchtbar spannend, das zieht sich ja so ein bisschen bei dir jetzt so durch. Oder dass du immer dieses offene Ohr eigentlich hast, du hast, glaube ich, gesagt 2014, wo du so ein bisschen politisch dich offenbart hast, dass du ja hier auch im Kulturhaus, im Buchhaus, keine Linien ziehst. Kann man das so sagen? Ja, ich würd mal ein bisschen früher anfangen, also für die Hörer müssen wir vielleicht klarmachen, ihr seid ja beide ungefähr 20 Jahre jünger als ich, 15, 20. Das spielt eine große Rolle für unsere Generation eben schon, weil ich bin 1972 geboren in der DDR. Das heißt, ich bin nach der Wende geboren. Ich bin 1989, genau. Ja, das muss man aber dazu erzählen, also 1989 bis 1989, oder ich habe 1988 Abitur gemacht, damals am Konsumatorium ins WK, weil ich ja eigentlich Musik studieren wollte. Und habe damit ein sehr, sehr wesentlichen Teil meines Lebens unter die DDR-Doktrien verbracht. Und zwar ganz klassisch, Wochenkrippe, Kinderkrippe, Kindergarten, politechnische Overschule, Abitur. Und das prägt uns natürlich. Und ich glaube, ein maßgeblicher Unterschied zwischen einem Westdeutsch sozialisierten und einem DDR sozialisierten ist, man darf schon sagen, dass der Westdeutsche eher der Homoeconomikus ist. Und der Ostdeutsche, der Homosovertikus. Was will ich damit sagen? Wir denken immer im Kollektiv. Und das merke ich auch, das ist ein riesengroßer Unterschied. Wenn ich, wo hast du ja selber angesprochen, wenn ich sage, ich mach doch die Messe nicht für mich. Was will ich denn noch, also welche Weinen will ich denn als Buchhandlerin mit einer 55 Quadratmeter-Buchhandlung im Osten von Dresden? Also das erfasst schon technische oder polnische Grenze. Was soll ich denn jetzt noch erreichen? Ja. Sondern ich möchte, das heißt du ja auch gesagt, ich habe es ein bisschen drastischer formuliert, ich habe gesagt, während auch mal die Ausschbacken zusammenknifen. Und mal zwei Tage gemeinsam unter einem Dach zu bringen. Und zwar für die Sache. Um einfach auch mal zu zeigen, nämlich den gegenüber, die immer brüllen. Wir sind viele, wir strahlen heller. Ja, wir sind die gute, dass ich sage, ja, wir sind auch ganz schön viele. Wir sind ganz schön viele und wir haben auch was anzubieten. Wir müssen uns nicht an Rand drängen lassen. Okay, wir sind vielleicht Rand, aber wir müssen deswegen nicht am Rand bleiben. Also ich möchte schon, dass wir in der Öffentlichkeit sichtbar sind mit dem, was wir tun und mit dem wir ja auch vollkommen. Es ist ja nicht so, dass wir hier irgendwie rumkrebsen und irgendwie barmen oder wie so viele, viele andere im Kulturbetrieb. Ich nenne sie ja nicht mehr Kultur schaffende, sondern Kultur anschaffende. Und das trifft es für mich viel, viel mehr, weil sie nämlich immer im Dienste stehen. Immer an der kurzen Leine. Ich stehe in keinem Dienst und ich kann mich frei bewegen. Stichwort Fördergelder. Also diese Messe ist eine komplett privatwirtschaftliche Unternehmung. Und ich trage hier komplett das Risiko. Das möchte ich eben auch immer mal sagen. Da habe ich immer so Kritiker. Ich sage eine macht es doch alleine, macht ihr doch eine Messe. Wir haben dort bleibt schon mehr. Ich sage ja genau. Und das ist das Problem, dass ihr genau dort an der Stelle stehen bleibt. Ich bin nie stehen geblieben im Leben und ich habe mich immer. Ich habe mich halt immer aufgebürstelt, weil ich eben bestimmte Dinge anders sehe. Und weil ich ein sehr freiheitsliebender Mensch bin. Und es ist auch nicht so, dass ich nur mir selber die Freiheit zugestehe, sondern eben anderen auch. Und deswegen sage ich, mich, du kannst zu der Messe gehen, du kannst es aber auch bleiben lassen. Niemand ist gezwungen. Ich nutze dafür noch nicht mal öffentlichen Raum. Auch das ist wesentlicher Punkt. Wir müssen eben heutzutage zu sehen, dass wir, dass wir Unternehmer finden, die mutig sind und die ziemlich genau wissen. Wenn Sie hier einknicken, dann ist das der Anfang vom Ende. Das ist das genau das Exempel, was statuiert werden musste. Und das ist das Gute, wenn man schon so lange mit Büchern umgeht und eben mittlerweile nun seit zehn Jahren eine entsprechende Diskreditierung erfahren hat. Und trotzdem für einen Stadtrat gewählt worden ist, das gibt mir nicht drauf sich. Das gibt mir durchaus eine metapolitische Ebene. Und ich sehe das System, ich sehe das Muster dahinter und ich bin nicht bereit, mich diesen Muster zu unterwerfen. Und das ist vielleicht der Punkt, wo ich sage, ich verordne mich erst mal bei denen den Unrecht geschieht und es war richtiges Unrecht. Und im Moment sehe ich eigentlich diejenigen im Hintertreffen, die genauso wie ich Freiheitlich agieren. Ist der Angst, dass es schiefgeht? Nein. Ist der Angst, dass es zu Grabenkämpfen auf dem in der Halle kommt? Also was, die Gremen sind doch da. Es ist doch eine absolute Unversöhnlichkeit. Also ich bin doch schon längst nicht mehr diejenige, die sagt, wir können durch miteinander reden und miteinander festefeiern. Hier irgendjemanden umstimmen. Die letzte Instanz und die eigentliche Instanz ist immer die Realität. Und so schlimm wie es ist, die Realität arbeitet momentan für uns. Wir weist ja auch, wie es ist. Also es gibt ja auch einen Grund, warum so eine Messen noch nie gemacht wurde. Weil, wie viele wie du es vorhin gesagt hast, wenn halt Götz Kuviček gesagt hätte, wir machen es diese Messen, das sind bestimmte Leute von sich aus nicht kommen. Ja, aber das ist eine persönliche Probleme wie jetzt diese ganze junge Freiheitgeschichte, die hat ja auch einen persönlichen Touch kann man sagen. Es ist immer alles persönlich und wird dann umgemünst in eine politische Geschichte, das ist mir einfach zu blöd. Schrecklich zu sehen. Das muss man einfach mal aufbrechen, was soll denn das? Aber das kannst in dem Fall nur du? Ja, das sagte der Götz jetzt auch. Wir haben nochmal gesprochen über die Messe vor ein paar Tagen und da hat er gesagt, das kannst nur du und ich sage dir dann sei doch froh, dass ich es mache. Wie gesagt, einer muss es ja machen. Die wurde ja vorgeworfen. Steigen war vielleicht einmal ein, die wurde ja seitens gewisser Presseorgane vorgeworfen, dass du dich sozusagen zum Esel machen lässt. Stand das irgendwo? Na ja, es wurde so kaputtiert wie so seine Dagen ist jetzt der Steigbügelhalter. Steigbügelhalter der Rechtsextreme, die sie vorgeschoben haben, weil sie halt nicht so stark mag hier. Und nicht so helle vor allen Dingen. Ist das du gesagt? Nein, das wurde ja so behauptet, dass du praktisch so ein bisschen das Feigenplatz sagt, man glaube ich. Aber da kann man glaube ich, das ist eine Sache, die man dir vermutlich nicht vorwerfen kann, dass du nicht aus einer eigener Motivation herausgehandelt hättest. Steuern lassen ist eine schwierige Sache. Interessiert mich alles überhaupt nicht. Da muss ich wirklich sagen, da bin ich mittlerweile wirklich trainiert. Ja, das kommt überhaupt nicht an mich heran. Das ist so dünnlich. Und ich kann immer nur sagen, ich weiß doch, was ich will. Vielleicht bin ich die einzige, die weiß, was sie will. Aber wenigsten ist das, das wissen ja, die wenigsten Leute, was wir wollen. Und ich möchte hier einfach genau das, was man mir immer wieder vorwirft, Normalisierung rein haben. Und so Normalisierung gehört natürlich dazu, das ist das als Rechtsbenannte genauso wie das als Linksbenannte. Für mich sind solche Kategorien vollkommen uninteressant. Ja, ich sage frei oder unfrei. Mit den demokratischen Realitäten ist es in unserem Land nicht weiter. Nicht erst seit Polizisten wegen so genanter Meinungsverbrechen morgens um sechs die Türen eintreten ist klar. Hier stimmt etwas nicht. Elende Benua arbeitet die Demokratie schonungslos auf, vielleicht Anspruch und Realität und erklärt, was mit unseren Demokraten nicht stimmt. Jetzt bestellen, Demokratie, das Problem. www.jungeuropa.de Also siehst du diese Messer auch nicht, um mal mit großen Begriffen zu werfen als den Beitrag zum Kulturkampf. Also zu sagen, diese Messer ist ein Teil, um die Republik nach rechts zu rücken. Vielmehr ist es so, wenn ich das Rausführer, sondern einfach zur Normalisierung beizutragen. Also sagen, Meinungen müssen in einem gewissen Spektrum meintwegen, diskutierbar, durchführbar und so weiter sein. Also mittlerweile geht es so weit Meinungsfreiheit, also Meinungen hat erst mal jeder. Ja, Meinungen hat erst mal jeder und es wird ja auch permanent von allen zu allem Meinungen abgefragt. Ja, Haltung. Was mich interessiert ist die Analyse. Ja, mich interessiert, was dahinter ist, mich interessiert auch und damit lock ich natürlich auch die Leute. Unsere Besucher, das ich sage, blätter doch mal in den Büchern und dann lest man mit denen, ich spreche mal mit denjenigen, die diese Bücher machen. Nur das, öffnet unseren Horizont. Also Kulturkampf, das ist mir alles zu hoch angehen. Ich würde es vielleicht mal mir sagen, ich wäre eine Kämpferin, ich sage mal, wer kämpft hat schon verloren, ich weiß, dass ich gewinne. Aber Kulturkampf, in derhin sich das. Ach, Klinmonopoli gespielt, da. Nee, ich war ja Aussi. Gab es eine Ostmonopoli ein? Nein, weiß ich nicht, keine Ahnung. Wir haben immer noch Mensch Ärger, die ich nicht gespielt und. Ja, das glaube ich. Vor mir haben wir gespielt und Maumau haben wir gespielt. Also ich spiele ja jede Spiegern und das ist natürlich ein wesentlicher Aspekt. Es ist auch an dieser ganzen Geschichte in der starke spielerischen Komponente. Das ist das weibliche Argument. Nein, weiß ich nicht. Ja, doch, ich glaube. Meinst du, das weibliche, das würde so ein bisschen in die Emotionalisierung runter rutschen, das ist mir zu wenig. Also das Spielerischer ist ja auch, dass du wie beim Schachspielen im besten Falle nicht nur Einschritt vorher dein Gegner ziehen siehst, sondern zwei oder drei. Das ist schon schön und ich freue mich, wenn Verlage sich zum Beispiel lange geziert haben. Ja. Und plötzlich kommen sie doch. Und dann sage ich natürlich, steht der Tropfenhüllt in Stein, aber am Ende müssen sie den Schritt selber gehen. Also ich kann nur vorleben, aber ich nehme niemanden an die Hand, das lehne ich ab. Ich habe zwei Kinder großgezogen, die sind bestens geraten. Das hat gereicht. Also mein Beitrag für die Menschheit, was? Du nervst die Leute schon, ne? Also ich sage mal, ich bleibe dran. Wahrlich bleibe. Also Behaligkeit hat sich schon immer ausgezahlt. Ich bin ja wieder im Sternbild, Ascent, den Blöwerer und da ist eigentlich alles gesagt. Was bist du, Volker? Es ist Gopion. Ach ja, es Gopion ist natürlich. Ich bin Krebs. Oh, Krebs ist auch Vorsprung. Aber das Gopion hat ja eine starkes Verantwortungsgefühl, ne? Ja. Aber der Krebs hat ja schon eine schöne Sinnlichkeit, ne? Aber auch immer im Zweifeln. Ja, absolut. Aber dann wäre denn erst dann viel interessanter. Was heißt das? Was ist das? Was dir zugeordnet ist? Was vielleicht diese. Klinie ist es? Nein, in dieses achte Bestrache. Nein, keiner. Wie meine Kinder. Meine Kinder sind krass. Ich bin Ratte. Was hältst du denn? Die erfolgreiche Ratte. Was hältst du denn? Was hältst du denn noch? Ja, ich bin auch in der Theorie "Astrologie ist Rassismus für Frauen". Also die besten Astrologen, die ich kenne, diesen an der Männer. Oh, das ist aber was meisten Sachen so. Aber das ist ein anderes Thema. Wir wollten vielleicht mal ein bisschen über die Meste selber sprechen. Wir kannst ja vielleicht aus dem Nähkästen auch plaudern. Wer kommt denn eigentlich? Also jungen Europa ist, glaube ich, bestätigt. Kann man so sagen. Mit dem heutigen Tag. Ich hab das Wasser gleich noch ab. Nach dem Abend. Na ja, da gibt's ja Stornogebühren. Da gibt's Stornogebühren im Ende. Am Ende ist es egal, ob du kommst oder nicht. Nein. Also es ist so. Ich bin hochaffreuter rüber, dass ich wirklich noch täglich Ausstelle anmelden. Und natürlich weiß ich, dass unsere Branche mit Verlagen, mit Kleinverlagen, mit Kleinstverlagen, mit Autoren, hier überschwemmt sind. Das ist natürlich auch der Fall. Aber ich hab immer davon gesprochen, dass ich für die erste Messe, weil es ist schon so. Ich bin ja beharrlich. Das heißt, ich bin im besten Sinne auch langstreckenläufer. Das heißt, ich plane natürlich jetzt schon, eigentlich mit einem Auge fürs nächste Jahr. Das ist spannend. Und ich möchte das schon, ich möchte das schon institutionalisieren, weil es macht so wahnsinnig viel Arbeit und sich die Arbeit nur für einmal zu machen. Also, bin ja kindermasochistin. Überhaupt nicht. Sagst du? Wenn du siehst dich heute mit euch. Eben. Ich höre Katzen. Ah, Vorlage. Es wird noch schlimmer. Vorlage angenommen. Ja, das glaube ich, du liest ja dann, ne? Vorlage angenommen. Also ich hab immer gesagt, ich möchte 45, ungefähr 45 Ausstellen. Ja. Ja, die haben wir jetzt dicke. Es wären wahrscheinlich, ja, sagen wir mal vielleicht, wenn 70 Aussteller würde mir gefallen, weil 70 Aussteller und wir machen ungefähr 70 Veranstalter. Das ist aber sehr stark. Ich finde auch, dass das richtig, richtig stark ist. Also ich hab gesagt, mehr als 30 kriegt man nicht zusammen, weil ich gedacht hätte, dass diese Grabenkämpfe im weitesten Sinne doch so stark sind, das ist nicht funktioniert. Wir haben ja vorhin darüber gesprochen. Ich bin ja nicht Teil dieses Grabenkämpfe. Ja. Ich kenne im besten Falle und da hättste vorhin mal mit einer Theorie von der weiblichen Seite durchaus einsteigen können. Ja. Hättest du machen können. Ich sag's dann einfach selber jetzt noch mal. Gerne. Vielleicht ist das im besten Falle der gesunde weibliche Parten. Hab ich schon gut. Nämlich, dass man hier zusammenführt und im besten Falle mal die Schwerte schweigen lässt. Kann sonst nur ein Krebs, ne? Aber, äh, also das ist, das ist furchtbar spannend, weil wie gesagt, ich, also ich fand diesen Grundansatz schon wahnsinnig gut, weil er eben aus einer Richtung kam und in deinem Fall aus deiner Richtung, wo ich gesagt hätte, das ist eine Möglichkeit, wo es klappen kann. Hätte eine Berliner Wochenzeitung angefangen, sowas zu organisieren. Vollkommen wertfrei. Hätte es nicht funktioniert, weil auch das wäre eine Flanke sozusagen, der sogenannten rechten Opposition, was auch immer gewesen, wo andere wieder hätten nicht mitmachen wollen. Schnell roter wäre das nächste. Du bist ohne der Esel zu sein, was die Presse sozusagen kollportiert hat. Da natürlich die richtige Person, die von allen Seiten aus irgendeiner Art und Weise geschätzt wird. Also zu sagen, wenn die Dagen das macht, dann hat's Hand und Fuß und wir können uns da trotzdem noch sehen lassen. Für viele ist das ja wichtig, für uns nicht. Aber ich denke, wenn man auf das Programm auch mal schauen, Uwe Steimler, ja, ist ja glaube ich schon angekündigt. Taykamp ist sowieso guter Freund von dir. Ist jetzt kein Geheimnis. Und auch Vera Lengsfeld zum Beispiel und so weiter. Gerade diese Ecke Lengsfeld sind ja auch Leute, die von Autoren, unseres Verlags ist glaube ich auch kein Geheimnis. Das neue Buch von Benedik Keiser hat auch eine einige Passagen über Vera Lengsfeld drinne, die nicht unbedingt so freundlich sind. Das ist alles ein schwieriges Verhältnis. Unabhängig davon, dass man irgendwie in die gleiche Richtung schwimmt. Und ich finde das so schön, dass das zu klappen scheint. Genau wissen wir es ja noch nicht. Aber es scheint zu funktionieren. Und das ist genau der richtige Anstoß zur richtigen Zeit, nämlich zu einer Zeit, in der ja die AfD wahnsinnige Walegebnisse erzielt. Nur wie alle wissen, ja, das ist Schallon Rauch. Das ist schön und gut. Und jetzt darf ich meinen Benedik Keiser zitieren, aber ein bisschen Werbung im November, sein neues Buch bei uns veröffentlichen wird der Hegemonie entgegen. Da geht es um Kramschi und den Hegemoniebegriff und den Kulturbegriff. Das ist alles gar nichts, wenn wir nicht im kulturellen Bereich einen Gleichschritt haben. Keine Gleichschaltung, ein Gleichschritt. Und deswegen ist ja diese Veranstaltung auch so wichtig, dass da nicht 20 AfDler auf der Bühne sitzen, die irgendeinen Partei Kram erzählen, so gut manche von denen auch sein mögen. Sondern, dass es wirklich eine Kulturveranstaltung ist, die ist nicht gesponsert, die ist nicht verdeckt, finanziert. Sondern das ist eine Geschichte, die aus einer großen, ich möchte fast sagen, Bewegung heraus entsteht. Bewegung gar nicht politisch gefasst, sondern meist wegen einer Kulturrichtung, einer Denkrichtung, Oppositionellehaltung. Und es ist erfreulich zu hören. Wir haben ja vorher tatsächlich nicht gesprochen heute. Muss man fairerweise dazu sagen. Ihr seid ja so spät gekommen, werden gar keine Zeit. Wir waren einfach aufgeschlagen. Wir waren noch in Körnergarten. Und dann hat es auch noch geregelt. Da mussten wir noch zum Auto laufen. Es war schrecklich. Aber jetzt hat es übrigens aufgehört. Wir dachten ja, dass es hier kein Bier gibt. Deswegen wollten wir ein Bier werden vorher. Ich bin noch eine gute Gastgeberin. Der Folger hat gesagt, jetzt muss aufgehört. Zurückenden kommt vielleicht ein paar Leute zu seiner Lesung. Aber nein, Quatsch bei Seite. Also das ist ja eine spannende Geschichte. Du hast ja wirklich ein weichtes Feld. Jetzt werde ich dich mal ganz kurz unterbrechen. Ausnahmsfahre. Herr Böcklmann hat mir irgendwann gesagt, die Frau Dagen arbeitet immer fürs Publikum. Und jetzt versuche ich auch mal ein bisschen hier für einen Hörer zu arbeiten. Sehr schön. Und machen ein bisschen zu strukturieren. Also es ist natürlich so, dass ich fest davon überzeugt bin. Und nicht ohne Grund habe ich ja auf meiner 30-Jährige. Oder mittlerweile 35-Jährige Arbeit als Buchänderin hingewiesen. Das im besten Falle so ist, dass ich jetzt das Ernte, was ich gesehen habe. Es ist ja auch nicht so, dass ich mir jetzt im Vorfeld dieser Messer alles irgendwie hätte erst mal neue arbeiten müssen. Sondern es reicht eben, wenn ich mich mal hinsetze und mal alle Namen aufschreibe. Und dann ein paar Leute Abtelefoniere. Da ist dann schon mal die Basis schon mal getan. Und ich glaube, dass das ein großer Vorteil ist und den habe ich mir selbst erarbeitet. Was aber jetzt nicht heißen soll, dass ich mir das irgendwie mit viel Schweiß und so weiter. Sondern es ist mir eben, es ist mir einfach gelungen. Ja, es gibt eine Menge Leute, die da viel mehr arbeiten als ich und denen ist einfach nicht gelingt. Und ich glaube, das ist etwas, was man mitbringt. Deswegen freuen auch so der Saloppenseitensprung hin zur Astrologie. Ich glaube, das liegt mir einfach, Leute zusammenzubringen und im besten Falle immer noch eine gute Party am Ende gemacht zu haben. Der Stein stimmt aber auch, weil wir hatten mal drüber geredet und du sagst das zu mir. Du hast so einen einnehmenden Typ. Also, wenn du kannst halt einen Philipp Stein genauso vollquatschen wie einen Dietersteine. Ja, auch politisch vielleicht, sagt man. Nicht verwandte, nicht verschweigert. Wie du nicht müde wirst darauf hinzuweisen. Den einfach zu sagen, pass auf, wir machen das jetzt einfach und meldet euch jetzt mal bitte an. Und machen die das auch, weil du sagen, gut. Ich glaube, was man vielleicht irgendwann dann auch mal ausstrahlt, ist, dass man es ernst meint. Ich meine, das, was ich tu, ernst. Ich könnte es mir wirklich viel, viel gemütlicher machen, viel gemütlicher. Aber das hattet dann nichts mit meinem Leben zu tun. Ja, ich muss ja auch nichts abarbeiten. Ich muss kleine Traumata abarbeiten. Ich weiß, wo ich herkomme. Und ich habe ungefähr eine Vorstellung, wo ich hin will. Aber dieses "ich" umfasst eben nicht nur mich alleine, sondern eine ganze Menge andere Leute. Und ich weiß. Deswegen bin ich ja vorhin mal auf unsere doch unterschiedlichen Generation gekommen. Ich weiß auch, wie es ist, wenn dir ein Land unter dem Arsch weggezogen wird. Da war ich nämlich auch schon alt genug dafür, dass du dann auf einmal da standst und auf einmal war der Osten gehörte dann irgendwie mit dazu. Man wollte ihn nicht so richtig, aber nur ist er mal da der Osten. Und dann hat man aber auch innerhalb von kürzester Zeit. Und das waren eben die 90er, die man vielleicht noch bis vor fünf Jahren als die glücklichen 90er bezeichnet hätte. Aber jetzt würde ich sagen, wir haben in den 90ern eben, weil wir aus diesem Mangel herauskam, einfach nicht gut genug aufgepasst. Hier ist ja nichts mehr übrig geblieben. Aber es ist nicht, dass das Traumat einer Generation und das Hellcamp-Generation ist. Also Traumat würde ich es eben nicht nennen, weil Traumat lebt, sondern es ist eine Erfahrung, die für uns eine produktive Zersur gewesen ist, die sich aber vielleicht sogar als viele Jahre später den Raum genommen hat. Und so muss es ja aber eben auch sein. Und das nennt man am Ende Biografien. Also wenn man dann ganz alt mal ist, dann kann man durchaus sein eigenes Leben nicht nur nach den jeweiligen Lebensphasen, die nun jeder Mal durchmacht. Sortieren, sondern man sieht anhand der Brüche, wie sich eben ein Mensch auch entwickeln darf. Und ich bin sehr dankbar dafür, dass ich diese Zersur diesen Bruch erlebt habe und dass ich als Naharth Veteranin vielleicht dann eben doch über Dinge sprechen kann, wie sie sich entwickeln, wenn sich totalitäre Tendenzen noch mehr beantrechen. Und ich weiß eben auch, was real existierende Sozialismus bedeutet. Und es war nicht nur, indem ich irgendwelche Bücher darüber gelesen habe, sondern weil so eine leere Kaufhalle und eine Anlieferung von Kohlen, die eben nicht in Ofen geheizt haben, ziemlich beschissen anfühlt. Und gleichzeitig ist das Kollektiv des Ostens immer noch die Grunderfahrung? Ja, eben weil. Nee, es ist gar nicht von rückt. Und deswegen denke ich ja, sehen wir zumindest was den positiven Geist von Kollektiv eben auch bedeuten kann. Sehen wir guten Zeiten entgegen. Auch wir werden in den Mangel hineinkommen. Und dann wird man sehen, wie sich Gruppen zusammenfinden, wo eben auch jeder bereit ist, etwas von dem zu geben, ob es einen Fähigkeiten sind oder irgendwelche anderen Dinge, um eben die Gruppe besser leben oder überleben zu lassen. Also doch immer noch das Denken, was ich natürlich sehr positiv finde, selbstverständlich im Kollektiv. Ich denke im Kollektiv, ja natürlich, das ist ja das, was ich vorhin sagte, der Homo-Eukonomikus und der Homo-Sowjetikus und sowjetikus steht in dem Fall für das Kollektiv, was nicht unbedingt eigen gewählt ist. Ja, ich glaube. Ich glaube ja, das führt uns glaube ich ein bisschen zu weit weg von der Diskussion über die Messe und so weiter, aber dass das aus meiner Generation herausgesehen eine zu starke Verallgemeinerung in der Form ist, als dass es den Westen im Westen im Osten gibt. Das heißt, ich beispielsweise bin ja aus einer Region in Nordhessen, in der also dagegen sind manche Regionen in Sachsen, Urban. Also, das gibt's Landwirtschaft, da gibt's auch nicht viel zu erben, da gibt's kleine Häuser, meine Eltern, die wohnen zu Miete, ja. Und die haben keine schlechten Berufe bei meiner Mutter Hausfrau, aber das ist nicht das Thema. Ich will nur sagen, es ist ja auch nicht so, dass der kollektive Westen sozusagen aus erben und milionären besteht und aus Personen, die sozusagen einfache und schöne und leichter Biografien hatten, wohingegen die im Osten zu leiden hatten. Das hast du auch nicht gesagt, um Gottes Willen, aber ich glaube, dass ich gerade in der Generation der nach 90er geboren, und ich bin 91er, glaube ich, 92er geboren, wir sind ja Ostflüchtlinge und ganz bewusst logischerweise, dass wir einen interessanten Blick auf den Osten haben, weil wir es hier wunderbar finden und deswegen ja hier wohnen, du hast, du nicht, aber im meinem Fall auch eine Frau aus dem Osten, ja, und Kinder, die im Osten geboren sind, und Verwandtschaft, die im Osten wohnt, insgesamt sehr positiven Blick darauf. Aber gleichzeitig natürlich auch den kritischen, weil es ist klar, man stammt ja von woanders und der Heimatbegriff, das ist ja auch Stichwort Herrengedeck, den ganz zentraler. Ja, das, also das ich das zugleich wahnsinnig gut und zugleich auch befremdlich finde, dass es so ein Revival dieses Ostgefühls gibt in der Jugend. Ich glaube, das kann man durchaus sagen, in Teilen zumindest, wenn wir an diese ganzen Repkombos denken von rechts, dieses Ostgefühl, wir stammen aus Geölle, jetzt wir sind aus Bautzen, wir sind aus Dresden, wir hatten das auch mit einem Kollegen, der im Fußball aktiv ist, der erzählt halt, wie die Leute in den 90er-Jahre-Polis wieder ausgekramt haben, von ihren Federn. Die Name Dresden ist natürlich eine Macht, ja, also diese Dinge, die dieses Ostre-Revival in der jungen Generation, das ist auf der einen Seite sehr gut, auf der anderen Seite dieser sogenannte Rist, den du ja gerade versucht zu heilen durch deine Messe, nämlich durch das an den Tisch kommen. Das finde ich immer spannend, also diese, also verstehst du, das ist sozusagen ein bisschen auch weg vom Thema und gleichzeitig hängt es an dieser Messe mit dran, die eine Halle-Sale stattfindet und nicht in Köln und nicht in München und nicht in Hamburg. Und das ist, wie wichtig ist das für dich zum Beispiel, unabhängig davon, dass das jetzt in Halle stattfindet, wo du jetzt was gefunden hast, ist es auch für dich wichtig, dass es im Osten stattfindet? Ja klar, also hier kenne ich mich aus, hier bin ich beheimatet natürlich, also ich wollte, dass es in Mitteldeutschland stattfindet. Und natürlich kam es als Glücksumstand dazu, dass das nun wirklich eine private, private Messe gelände ist. Also das heißt, es kann mir jetzt nicht irgendwie noch drei Tage vorher gekündigt werden, was ja mittlerweile gang und gäbe ist. Aber was ich noch sagen will, zu dem kollektivistischen - Ja bitte. Es liegt dem Menschen ja in seinem Streben durchaus zu Grunde, dass er sich mal ganz prosaal gesprochen unter einer Fahne versammelt. Ja, absolut. Und das ist natürlich etwas, was in einem diktaturischen, diktaturischen Regime, wie es die DDR gewesen ist. Und wie wir eben auch mit totalitären Tendenzen mittlerweile auch natürlich konfrontiert sind, das ist der Gegenentwurf zu der Vereinzelung. Und Vereinzelung ist auch immer Entmachtung. Ja. Und wenn wir in der DDR auf der ersten Seite des neuen Deutschlands stehen hatten proletaria aller Länder Vereinigt euch, dann ist das eben genau dieser Begriff einer Kraft. Ja. Das ist ja auch der Grund, warum es in den Schulen keine Klassen mehr gibt, sondern nur noch Stufen. Also mein Mann spricht davon, dass in seiner Generation erst 68 geboren ist eben keine Klassenverbände mehr gegeben hat. Weil so ein Klassenverband ist natürlich auch eine Macht. Es ist exklusiv auch. Ja, genau. Und das wollte ich nur noch mal zum Thema sagen, was ein gesundes Kollektiv, was ja heute nicht mehr Kollektiv heißt, sondern nur noch Team heißt. Ja. Und mit dem Kollektiv ja nichts mehr zu tun hat. Ja, absolut nicht. Wollt ich es nochmal verdeutlichen. Ja, es ist mir natürlich, natürlich ist es mir wichtig, dass es im Osten stattfindet, weil ich aus dem Osten komme. Und weil mir hier die Dinge bekannt sind. Und weil wir auch anders miteinander reden können. Ja. Auch das ist etwas. Was aber eben auch viele Jahrzehnte gebraucht hat. Es brauchte eben auch. Und da komme ich noch mal auf den Zeitpunkt meiner Politisierung zurück. Es brauchte eben auch diese Zersur 2014. Mit dem Höhepunkt 2015 und damit meine ich natürlich hier in Dresden-Pegida. Und es braucht auch die Erfahrung, dass eine Initiative und ich würde sogar den Begriff der Bürgerinitiative benutzen, der Graswurzelbewegung, dass die von Anfang an so diskreditiert geworden ist, so auch patologisiert. Und da kam 20 Jahre nach der Wiedervereinigung, wie 25 Jahre nach der Wiedervereinigung ein solcher Hass hoch, auf den Osten. Ja. Als ob das die ganze Zeit so unter dem Deckel gewartet und gewarbert hätte und dann hat sich das wirklich nicht gebraucht. Dann hat sich das Bahn gebraucht und zwar explosiv und extrem impulsiv und auf einmal waren wir mit Vorwürfen konfrontiert. Die kam von ganz, ganz tief unten. Die waren lange zurückgehalten worden. Und da kam eben mein Gerechtigkeitsinn wieder, wo ich gesagt habe, ne, also das stimmt so nicht, das kann eigentlich so nicht sein. Ja, und dann ist das alles vollgerichtig. Also ich sehe die Dinge, weil ich eben leseren bin, gerne im Fortlauf einer Erzählung. Und eine gute Erzählung ist im besten Falle so, dass eins aufs Andere aufbaut, dass der Leser am Ende zwar nicht wirklich zu Ende mit der Erzählung ist, weil er sie nämlich im Kopf weitererzählt. Aber das ergreift, was der Autor ihm eigentlich sagen will. Und deswegen spreche ich auch gerne von der Chronologie der Ereignisse und eben auch von der Folge richtig. Eins baut aufs Einen Andere auf und ein Zug folgt auf den anderen. Das heißt, die Messe ist gewissermaßen ein Baustein von vielen. So ist das, was ich aufgetürmt habe. Und natürlich, also wenn man, wie ich seit, wie gesagt, 35 Jahren mittlerweile Buchreinderin ist, dann ist es auch so, dass man im besten Falle 30 Buchmessen im Frühling besucht hat und 30 Buchmessen im Herbst. Und dass man auch da natürlich Wachenauges der Entwicklung beibohnen konnte. Also die Frühmbuchbesten waren andere. Nein, die Frühmbuchmessen waren einfach herrlich, das waren sie alle geraucht. Das ist, das ist schön. Das ist nicht traurin. Das sage ich als nicht traurin, weil Rauchen natürlich auch Freiheit bedeutet. Und dann wurden die Käpfe zusammengesteckt. Und in Leipzig war das alles noch in der Messehaus am Markt, überheimatet. So. Ja, wo das alles so ganz eng war und so, so die Wände, die Wände, also die Decken waren so tief. Und man hatte wahnsinnige Kopfschmerzen eigentlich nach zwei Stunden. Aber du hast einfach gemerkt, da war noch so eine Kraft, eine Bewegung, so eine Energie, so einen Wollen dahinter. Und ich glaube, eine wichtige Zersuhr ist wirklich der Umzug in diesen Glaspalast gewesen. Auf einmal war alles clean, es war alles schön, es waren die blühenden Landschaften. Und ich sage mal die Buchmessen ab 2015 und da ist es egal, ob in Leipzig oder in Frankfurt. Die wurden dann eben so, wie du es vorhin ja auch angemerkt hast, dann haben wir eben nur noch irgendwelche Parteien in den Fonds sitzen gehabt. Dann hatten wir auf einmal Institutionen, dann hatten wir die Parteistiftung, dann hatten wir die NGOs mit dabei. Und plötzlich denkst du ja, wo ist denn hier eigentlich noch ein Verlag? Und irgendwo habe ich davon gesprochen, dass es eigentlich eine Art von geistiger Not wäre, zu sagen, ich will das nicht so. Nennt mich Rückwärtsgewand, aber ich finde eine Buchmesse, sollte erst mal was mit Büchern zu tun haben und mit Autoren und mit Lesern und miteinander reden und miteinander die Köpfe zusammen stecken. Und nicht mit einem Riesenstand von Korrektiv, der dazu noch extrem beschallt wird, das will ich einfach alles nicht. Und wenn ich die Möglichkeiten habe und die habe ich, weil ich über einen großen Freundeskreis verfüge. Und weil ich die Verbindung gepflegt habe über viele Jahre hinweg, dann liegt es doch letzten Endes auf der Hand, dass man es dann eben einfach auch mal macht. Und du glaubst, diese ganze Oppositionen bei dessen Sinne, die ja hauptsächlich politisch geprägt ist, die hat die Kraft. Und das ist jetzt die entscheidende Frage, auch die Qualität, eine Messer auf die Beine zu stellen, nicht organisatorisch und inhaltlich, die nenzwerd ist. Auf jeden Fall, ich meine, es hat sich doch in den letzten 10 Jahren, kann man sagen, so viel etabliert gerade im alternativen Sektor. Wie gesagt, Punkt 1 ist, wir müssen uns nicht verstecken, Punkt 2 ist, wir können selbstbewusst sein und wir können sehr, sehr stolz sein auf das, was wir hier geschafft haben, was wir an Büchern herausgeben, was wir wirklich an im besten Sinne kultureller Bildung auch anbieten. Und auch die Konstanz, die wir haben, es ist doch nicht so, das, was man sich mal denkt, auch nur jetzt mache ich mal im Buch, jetzt kommt mal ein, der bezahlt mir vielleicht die Druckkosten dazu. Das ist doch etwas, was wir ablehnen, das lehnenst du doch auch ab, das ist doch eine Verlage, das sind bessere Druckereien oder schlechtere Druckereien. Ja, der Satz sieht beschissen aus, der Einwand ist billig und so ein Buch möchtest du gar nicht in der Hand nehmen, also es hat doch auch ein bisschen was mit Wertigkeit zu tun, durchaus auch mit Schönheit, auch mit Ästhetik, also all die Dinge, die uns draußen auf der Straße mittlerweile verloren gehen und das wollen wir zeigen und das müssen wir zeigen und nicht irgendwo in der rechten Ecke oder in irgendeinem Flur, in irgendeiner Einbahnstraße, sondern mitten auf dem Platz, mitten auf dem Platz, mitten hinein ins Herz von Dunkel Deutschland. Das ist schön zu sagen, vielleicht dann zum Ende, was können denn die jungen Europa-Hörer unseres Podcasts tun, um diese Messe zu unterstützen? Weißt du, was du hörst dir auch nicht richtig zu? Ich habe dir gar nicht die eine Frage beantwortet und zwar habe ich die mit Absicht nicht beantwortet. Du hast ganz viele Fragen nicht beantwortet, aber sag nicht darauf rum. Du hast schon die erste Frage, das ist beantwortigerin. Ja ja, das ist rechtlich. Er hat mich, er hat mich nämlich gefragt, liebe Hörer und darauf seid er natürlich auch eine gespannt. Was denn nun eigentlich für Vorlage kommen und was für Veranstaltungen stattfinden? Du hast nicht zugeweitet, das hatten mich folgern vor fünf Fragen schon gefragt, aber du hast natürlich immer nicht geantwortet. Nein, bitte. Jetzt hast du Reisgeleid. Nee, nee, du hast mich ja gefragt, was deine Hörer, was eure Hörer mitbringen sollen oder was sie tun können. Bitte. Also Leute, als allererste ist, das ist das allerwichtigste, das ist das, was uns durchs Leben trägt und den eine oder andere wahrscheinlich auch treibt. Es ist die Neugierde. Also immer schön neugierig und offenen Auge und offenen Herzens. Und natürlich ist es so, was kann man tun? Man kann natürlich eine Eintrittskarte kaufen. Man kann auf die Website gehen. Da werde ich auch in vier Wochen versprochen, endlich mal das Ausstelleverzeichnis reinstellen. Bis jetzt ist nämlich wirklich noch wahnsinnig viel Bewegung drin. Das ist das schöne, wenn jetzt alle anfangen, richtig schön. Werbung zu machen, wir haben zwei Medienpartner, das ist kontrapunkt. Das ist Tiki, die knallen ordentlich mit Werbung. Dann kommt natürlich noch kompakter zu, denn werde ich noch bei verschiedenen Podcasts eben auch zu Gast sein. Natürlich, Getsch Gubi Check wird Werbung machen, aber jeder einzelne kleine Auto und Selbstverleger wird eben auch Werbung machen. Weil er sagte, ich bin hier eben auch mitten drin auf dem Marktplatz mit meinem kleinen Stand und da gibt es eben kein Unterschied, ob der Stand 4 Quadratmeter oder aber eben 30 Quadratmeter hat. Also was euch erwartet ist ein sowie ich finde hochkarätiges Veranstaltungsprogramm. Natürlich auch getragen durch die oder vorwiegend getragen durch die Ausstelle. Wir haben eine große Bühne direkt in der Halle drin. Wir haben noch vier Veranstaltungsräume in unterschiedlichen Größen. Lekomeo. Lekomeo, und ihr könnt euch vorstellen, dass die größte Aufgabe nämlich hier, und das kann ich niemanden anders überlassen, hier entsprechend die Veranstaltung so zu organisieren, dass sich nur die wenigsten wirklich behindern und sich gegenseitig die Leute wegnehmen. Aber ich will einfach mal 5.000 Leute zu Gast haben, und bei 5.000 Leuten wird mir wohl 70 Veranstaltungen an zwei Tragen machen. Also wie gesagt, vier Wochen vorher guckt auf die Website, da sollte dann in besten Falle. Seit hinwechsel. Du hast alles stehen, messen, Linus, seit hinwechsel. Das ist wichtig. Ja würde ich sagen. Und dann mache ich ja auch so ein, ich meine in meinem hohen Alter, mache ich das den Jungen so ein bisschen nach. Also auf TikTok bin ich natürlich nicht. Wie auch nicht. Ich bin ja auch keine Politikerin. Es gibt bei uns auf der Seite bei Buchhaus-Loschwitz oder bei Instagram und eben auch bei Twitter unter Büchermesse-Seitenwechsel. Auch immer mal so kleine, zwei Minuten Clips, wo ich zum Beispiel mal ein Autor vorstelle oder mal ein Verlag vorstelle. Oder wo ich vielleicht auch ein Hinweis gebe, wann man vielleicht mal einen Freikarten rankommt. Irgendwann will ich auch mal freikarten verlosen. Muss ich mal gucken. Das ist ja eigentlich immer die beste Gelegenheit zu sehen, ob die Leute das überhaupt sich alles angucken. Aber ich glaube, wenn es ums Freikarten geht, dann kommt vielleicht doch ein paar Kommentare und so weiter. Die Leute sollen lieber die Karten kaufen. Ja, die Leute sollen die Karten kaufen. Und wenn ihr nicht kommen könnt an dem Wochenende am 8. und 9. November, gibt es immer noch die Möglichkeit, eine sogenannte Unterstützerkarte zu kaufen. Die kostet 10 Euro, die berechtigt also nicht zum Besuch der Messe, aber sie wird im nächsten Jahr angerechnet. Weil im nächsten Jahr soll die Büchermesse wieder stattfinden. Und dann ist es in diesem Jahr sozusagen erst mal für uns ein Zeichen. Oh, die Leute werden zwar gerne gekommen, aber sie können nicht. Aber sie sind trotzdem bereit, irgendwie einen Antrag dazu zu sein. Das ist eine gute Idee in Natalia. Wir haben auch Wip-Karten. Also ich meine, wir haben relativ günstige Preise würde ich sagen. Also bei uns kostet glaube ich die Wochenendkarte 25 Euro, amäßig 20 Euro für zwei Tage. Ich denke, das ist gut. Aber es gibt einfach Leute, die sagen, wir wollen euch mehr unterstützen. Klar, kann ich jetzt 50 Unterstützerkarten kaufen. Und dann sage ich, ja, ihr könnt euch eine Wip-Karte kaufen. Wip-Karte beinhaltet natürlich Eintritt, natürlich Parkplatz, natürlich reservierte Plätze direkt vor der großen Bühne bei den Haupt-Ecks. Natürlich eine exklusives Kältering und was noch dazu kommt. Die Abendveranstaltung mit Tichies Einblick, wo man dann auch noch mal so ein paar Verleger, Autoren, Promis und die, die es ja nicht sein wollen. Wir dürfen da auch kommen, ja. Ja, also eigentlich will ich dort einen Riesenparty haben. Eigentlich. Ja, das klingt gut. Eigentlich geht's da auch. Da forst ich dich, was du dir wünscht. Als 22 Just an Endern hat. Ja, klar. Ja, wir kennen noch ein paar gute Lokal in Halle, da kann man dann hingehen. In diesem Sinne, ja, liebe Susanne, das war doch eine ganz wunderbare Kiste heute. Ja, wenn du sagst. Es müssen die Zuhörer entscheiden. Ich glaube, wir haben ein bisschen mehr geboten als die reine Information über die Veranstaltung. Man darf, glaube ich, sagen, also wer nicht zu dieser Messe kommt. Ich mein, wer da irgendwie selber heiratet oder so, der sei entschuldigt, aber ansonsten oder bei einer Beerdigung ist. Aber ansonsten gibt's eigentlich keine Ausreden. Messe, Seiten, Wechsel, Halle, Ander, Sala, Achter und Neunte November. Ich habe einigen Verlagen, die eben so immer noch so bedechtig des Hauptgewogen haben. Und Ach und wer kommt denn da noch alles? Ich meine, da weiß ich ganz genau, was gemeint ist. Den habe ich immer gesagt, diese Messe wird eine Zersuhr. Und wer hier nicht dabei ist, beim ersten Mal, der kommt nicht in die Geschichte. Ja, dabei wird was belasten, gut, dass wir dabei sind. Ja, in diesem Sinne. Vielen Dank fürs Gespräch und wir sehen uns in Hannem. Alle noch Hannem. Bis dann.
Podcast Summary
Key Points:
Susanne Dagen, Buchhändlerin aus Dresden, diskutiert ihre Motivation für die Organisation der Buchmesse "Seitenwechsel" in Halle, die in den Medien als "rechts" tituliert wird.
Sie schildert ihren beruflichen Werdegang, von der Gründung der Buchhandlung Loschwitz 1995 mit ihrem Mann über ihre unpolitische Haltung bis zu ihrer Politisierung um 2014/201
Der Podcast thematisiert die gesellschaftlichen Spannungen und den Wertewandel in Ostdeutschland nach der Wende, insbesondere in Bezug auf Migration und die Rolle etablierter Kulturinstitutionen.
Es wird der Kontrast zwischen einer bereits in der rechten Szene verankerten Perspektive und Dagens Entscheidung als etablierte Buchhändlerin herausgearbeitet, sich politisch zu positionieren und damit bewusst Risiken einzugehen.
Die Messe wird als Versuch beschrieben, verschiedene oppositionelle Strömungen unter einem Dach zu vereinen, um eine gemeinsame Plattform jenseits von Grabenkämpfen zu schaffen.
Summary:
In der Podcast-Episode wird Susanne Dagen, Mitgründerin der Buchhandlung Loschwitz in Dresden, interviewt. Der Fokus liegt auf ihrer Entscheidung, die Buchmesse "Seitenwechsel" in Halle zu organisieren, die medial als "rechts" eingeordnet wird. Dagen schildert ihre Biografie: die Gründung der Buchhandlung 1995, ihre anfänglich unpolitische Haltung und ihre späte Politisierung um 2014/2015.
Sie beschreibt die gesellschaftlichen Veränderungen in Ostdeutschland nach der Wende, die sie in Rostock (mit den Ausschreitungen von 1992) und später im gentrifizierten Dresden-Loschwitz erlebte. Im Gespräch wird ihr Werdegang als bereits etablierte Kulturunternehmerin kontrastiert mit dem Weg jüngerer, früher politisierter Gäste aus der rechten Szene. Ihre Motivation für die Messe ist weniger persönlicher Gewinn, sondern ein kollektiver, ostgeprägter Ansatz: verschiedene oppositionelle Stimmen – von liberal-konservativ bis klar rechts – für zwei Tage zusammenzubringen, um eine gemeinsame Präsenz zu zeigen und inneren Grabenkämpfen entgegenzuwirken.
Die Messe wird somit als mutiger Schritt aus einer etablierten Position heraus dargestellt.
FAQs
Die Messe "Seitenwechsel" ist eine Buchmesse in Halle-Andersale, die am 8. und 9. November stattfindet.
Susanne Dagen ist eine Buchhändlerin aus Dresden und Mitgründerin des Buchhaus Loschwitz, das 1995 eröffnet wurde.
Sie möchte verschiedene oppositionelle Verlage und Akteure für zwei Tage zusammenbringen, um zu zeigen, dass sie trotz unterschiedlicher Positionen gemeinsam für die Sache einstehen können.
Das Buchhaus startete klein, entwickelte sich über 20 Jahre stetig nach oben und veranstaltete von Anfang an Lesungen mit nationalen und internationalen Autoren.
Ihre Politisierung begann erst um 2014/2015, zuvor war sie unpolitisch, wurde aber durch Ereignisse wie die Flüchtlingskrise und die gesellschaftlichen Spannungen in Dresden beeinflusst.
Sie sieht Ostdeutsche als eher kollektiv denkend (Homosovertikus) und Westdeutsche als individueller (Homoeconomikus), geprägt durch ihre DDR-Sozialisation.
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