Die Folge behandelt den falschen Umgang mit schwerer Ungerechtigkeit, ausgehend von einer Hörerin, deren Ex-Partner Lügen über sie verbreitet hat, sodass Familie und Freunde sich gegen sie stellen. Die Sprecherin, die selbst tiefe Ungerechtigkeit erlebt hat, analysiert gängige, aber schädliche Ratschläge wie „Macht dir nichts draus“, „Du musst drüberstehen“ oder „Konzentriere dich auf das, wofür du dankbar bist“. Sie argumentiert, dass diese Sprüche das Opfer nicht ernst nehmen, seine Gefühle unterdrücken und es sogar zu einem doppelten Opfer machen, da es nicht gehört wird. Besonders kritisch sieht sie Aussagen wie „Es gibt immer zwei Seiten“ oder „Du bist 50 % mitschuld“, die sie als Täterargumente entlarvt. Stattdessen plädiert die Sprecherin dafür, die eigene Wut und Ohnmacht zuzulassen, denn dies zeuge von einem intakten Gerechtigkeitssinn und sei gesünder als Unterdrückung. Der erste Schritt müsse sein, für sich selbst einzustehen und Orte zu finden, an denen man ohne diese Standardfloskeln angehört werde. Erst danach könne man über Wachstum oder das Überwinden von Gefühlen nachdenken. Die Kernbotschaft lautet: Bei krasser Ungerechtigkeit braucht es echte Anteilnahme und das Recht, die eigene Wahrheit zu leben, statt sich mit oberflächlichen Tipps zum Schweigen bringen zu lassen.
[Musik] Heute sprechen wir mal über das Thema Ungerechtigkeit bzw. warum wir falsch mit Ungerechtigkeit umgehen. Ungerechtigkeit passiert ja jedem Mal von uns. Da könnte man jetzt hingehen und sagen, schitt heppens aufstehen, grünchen richten und weitergehen. Ich würde sagen, ja, weil Kleinigkeiten schon so und nein, bei manchen Dingen, die so unterirdisch ungerecht sind, da braucht es etwas anderes als ein Flottenspruch. Weil Krassungerechtigkeit kann einen und wenn du so warst, erlebt hast, dann weißt du das, Krassungerechtigkeit kann einen bis aufstiefste Mark treffen. Und ich werde in meinen Seminaren und auch in meinen Mentoring sehr oft nach genau diesem Thema gefragt, nämlich wie man mit großer Ungerechtigkeit umgehen kann, weil viele von uns ich augenscheinlich sehr alleine mit diesem Thema fühlen. Und genau dazu mag ich dir in dieser Folge ein paar Dinge und ein paar Blickwinkel mitgeben. Ich bin mir sicher, dass du wertvolle Dinge mitnimmst für dich, weil die abseits von all den Standardtipps sind. Und deshalb, weil Standardtipps verursachen in vielen von uns, dass er eher so eine Art Würge gefühlt und auch er einfach noch viel mehr Ohn macht als das sie wirklich helfen. Der Ursprung dieser Folge war und ist eine Mail. Ich freue mich immer über eure Mails. Ganz lieben Dank. Ich habe in der letzten Zeit wieder einfach echt schöne Feedbacks bekommen und zwischen drin kommen auch Fragen. Jeder zeigt gerne, wenn du eine Frage hast, wo du dir einfach wünscht, dass darüber eine Podcastfolge gibt, meld ich sehr gerne. Ich finde das toll. Und ich lese wahnsinnig gerne von dir von euch. Also der Ursprung dieser Folge war und ist eine Mail, die mich kürzlich erreicht hat, wenn ich meine Hörerin mir geschrieben hat, liebe Lillian, was mache ich mit meiner großen Ohn macht? Mein Ex-Partner hat es durch allerlei Lügen geschafft, dass sich nicht nur meine ganze Familie gegen mich stellt, sondern auch fast alle gemeinsamen Freunde. Er behauptet, ich hätte ihn betrogen, blogen und ausgenommen. Ich erspare dir Einzelheiten, alles so absurd. Ich werde von allen wie eine aussetzige behandelt und keiner will mit mir sprechen. Mein Ex-Partner ist der perfekte Geschichtenerzähler, er schmückt es aus, wie es ihm gefällt. Es ist die dreckigste Geschichte, die ich je erlebt habe. Ich fühle mich so unmächtig allein gelassen. Einfach nur alles annehmen, atmen und oben singen, geht nicht. Ich bin als Familienmitglied unten durch. Ich halte diese Lügen über mich nicht mehr aus. Das waren die Zahlen, die mich erreicht haben. Jetzt kommt ein bisschen was von meiner Seite. Ich kann das sehr gut nachvollziehen und zwar nicht, weil ich irgendwie eine blühende Fantasie habe, sondern weil ich ja selber auch ziemlich unausprechbare und unfassbare Ungerechtigkeit erlebt habe. Aber zum Glück habe ich meine Familie und meine Freunde immer auf meiner Seite. Trotzdem, dieses Tiefegefühl von "unausprechbarer" ohn macht, wenn einem in meinem Fall ungerechterweise alles weggenommen wird, was man mit eigenen Händen aufgebaut hat und im Nachgang noch schlecht über einen geredet wird. Das durfte ich dann auch schon mal kennenlernen. Von dem her kann ich das wirklich ein Stück weit wie nachvollziehen, auch wenn meine Geschichte mit Sicherheit eine andere ist als deine. Und das erst mal im Vorwege so weit, ich mag das immer gar nicht so sehr. Ich bin nicht so der Fender von, wenn Menschen theoretisch über etwas Urteilen und theoretisch über etwas sprechen. Deswegen schiebe ich das einfach so ein bisschen ein, dass ich mir in etwa vorstellen kann, wie es dir geht. Und bevor wir dazu kommen, was dir helfen könnte, kurz noch so ein bisschen die Erleuterung, was Ungerechtigkeiten, denn eigentlich alles sein können, also Ungerechtigkeiten können unter anderem sein. Also die Liste ist jetzt nicht vollständig, aber Ungerechtigkeiten, die uns wirklich den Boden den Füßen wegziehen können, können unter anderem sein, lügen, die über dich erzählt werden und natürlich auch so Dinge wie Betrug, Raub und Gewalt falsch aussagen. Aber auch das nicht anhören deiner Meinung, so Dinge wie Ghosting und auch die Wegnahme von etwas, was eigentlich dir gehört. Ebenso wie Tatsachenvertrehung, falsche Urteile anderer aufgrund vielleicht sensationeller Geschichten erzähle. Ich greife jetzt deine Geschichte so ein bisschen auf und vieles andere mehr. Also, und das ist jetzt mal so ein kleiner Ausschnitt von dem, was Ungerechtigkeiten sein können. Und wie gesagt die Liste ist nicht vollständig, aber lass uns mal an dieser Stelle zuerst ein bisschen typische Tipps angucken. Und die sind wirklich spooky, okay? Lasst uns mal die typischen Tipps angucken, die man in solchen Situationen, wenn man krasse Ungerechtigkeit erlebt hat, standatmäßig zu hören bekommt. Das sind zum Beispiel so Sätze wie, macht dir nichts draus. Oder, da musst du drüber stehen. Oder, schauen nach vorne und kümmere dich nicht rum. Oder auch so Sachen wie, such doch den Dialog. Dann gibt es auch so Sätze wie, findet doch einfach eine gemeinsame Lösung. Ihr seid doch so ein tolles Paar. Oder konzentriere dich auf das, wofür du dankbar bist. Und dann gibt es auch Sätze wie, versuche die Situation als Chance zu sehen und daran zu wachsen. Oder regt dich nicht so auf. Und ganz schön ist auch dieser Spruch, du bist halt mitschuld, weil du hast ja immer 50% mitschuld, wenn dir was ungerechtes passiert. Du musst auf deinen Teil gucken. Dann gibt es auch noch so ganz seltsame Sprüche wie es, es trifft immer den richtigen. Oder auch, was soll dir das wohl sagen? Da hast du ja wohl noch was zu lernen. Und einer der fiesesten Sprüche ist vermutlich, na ja, komm, es gibt immer zwei Seiten. Ich sag gleich noch was zu diesen Kommentaren, deswegen liest ihr ich dich hier so ein bisschen auf. Und als letztes vielleicht noch so diesen Spruch, na ja, du musst doch einfach das Gefühl überwinden. Also solche Sprüche, ich glaube, jeder, der schon was richtig krass ungerechtes erlebt hat, kennt mindestens ein, wenn ich zwei dieser Sprüche und ich sag das mit einem Lachen, es ist ein bisschen wie ein schmerzvolles Lachen, weil es kein fröhliches Lachen ist. Okay, es ist eher wie ein ironisches Lachen, weil ich sage zu all dem, was ich jetzt aufgelistet habe, nein, nichts von all dem ist in seiner Aussage in irgendeiner Form vollständig. Und das meiste von dem, was ich jetzt aufgezählt habe, das meiste davon macht ein Opfer von Unwürde und Ungerechtigkeit zu einem doppelten Opfer. Ja, weil ihm nicht zugehört wird, wenn es so ein Spruch bekommt und weil, und ich benenne das mit Absicht mit dem Wort Opfer. Das hat seinen Grund und ich denke, das ist auch wichtig, das Wort so auszusprechen, weil es auch in unserer Gesellschaft so gerade so ein bisschen in der Szene der Persönlichkeitsentwicklung und der Spiritualität so ein bisschen den Touch hat von neuer, wenn ein Opfer bis zu dumm oder sehnlich. Und nein, Opfer sind nicht dumm. Also, ich sage nein, nichts von all dem, was ich jetzt aufgezählt habe, ist irgendwie vollständig. Also keiner dieser Klammer aufdummen, Klammer zusätze, ist in seiner Aussage vollständig. Und das meiste von all dem macht ein Opfer eher zu einem doppelten Opfer. Weil, diesem Opfer nicht zugehört wird und weil es nicht ernst genommen wird.
Und wenn ich das schon alles aufliste, habe ich auch sehr viel Lust, ein kurzes Statement zu den unterschiedlichen Punkten zu geben. Und ja, es kann sein, dass ich ein bisschen polarisier und das kann sein, dass ich ein bisschen Trigger oder was auch immer. Und das nicht alles vollständig ist, okay? Wir sind ja hier in einer Podcastfolge und nicht in einer Psychologiestunde oder keine Ahnung in einem Wochenendezimminer. Aber so ein kurzes Statement, da habe ich gerade einfach Lust drauf. Also bei dem Spruch, dem man schnell zu hören kriegt, wenn einem was ungerecht ist. Also ich spreche nicht von den kleinen banalen Dingen, sondern wirklich von den Dingen, wie jetzt hier die Hörerinnen auch geschrieben hat, ihr wird gerade so ein bisschen die Grundlage aus ihrem Leben entzogen, weil ihre Familie sich aufgrund dieser Lügen gegen sie stellt und die Freunde auch. Und es kann man immer auch mit tollen Argumenten, in der hergenen, sagen, ja, ist das denn dann wirklich sind das wirklich gute Freunde und so weiter. Ich würde erst mal sagen, diese Sprüche sind misst und da komme ich später auch noch mal drauf, weil du hörst diese Person nicht. Diese Person hat gerade Panik. Diese Person fühlt sich gerade unmächtig. Also sie fühlt sich alleine gelassen und sie weiß nicht, wie ihr Leben weitergeht. So, das heißt, mein Statement zu dem ersten Spruch macht ihr nichts raus. Wäre jetzt an dieser Stelle zu sagen, na ja, aber das tust du ja schon. Also du machst dir ja was draus und das ist ja auch völlig normal, wenn man Ungerechtigkeit erlebt hat. Und wenn jetzt jemand herkommt und sagt, macht ihr nichts draus, dann würde ich sagen, warum bitte schön die eigene Wahrheit unterdrücken? Also du machst dir was draus, es trifft dich. Und ich glaube, es ist auch wie ein Zeugnis, davon, dass es dich menschlich macht, wenn es dich trifft, weil das heißt, dass du dich noch spürst. Es gibt Menschen, die sich nicht mehr spüren und die sich tatsächlich vielleicht nichts draus machen, wenn man ihnen Ungerechtigkeit antut. Und das ist schon nochmal einfach ein völlig anderes Thema. Es trifft dich. Es schmerzt dich. Und warum solltest du jetzt dich mit einem Spruch, wie macht ihr nichts draus zufrieden geben? Weil das das ja schon tut. Es trifft dich. Dass das nicht angenehm ist, wissen wir beide. Aber das ist immer noch besser, wie wenn dich diese Ungerechtigkeit nicht treffen würde, weil dann wüssten wir, dass du gar nicht mehr anwesend bist. Also, dass du dich gar nicht mehr spürst. Und du hast zumindest noch einen Sinn für Gerechtigkeit und merkst, dass da was schiefläuft und dass das nicht in Ordnung ist. Und das ist gut, weil damit bist du mit diesem Sinn, mit dieser Wahrnehmung auf deiner Seite. Und das finde ich ganz wichtig. Dann hatten wir diesen Spruch, wie da musst du drüber stehen. Ja, klar, ich mein Argument wäre jetzt zu sagen, klar, kannst du versuchen, wenn dir das gelingt, ist das wunderbar. Also, wenn du drüber stehen kannst, super. Aber wenn nicht, du musst da ja nicht drüber stehen. Weil du mit dem Versuch drüber zu stehen, also du musst jetzt so cool sein und drüber stehen, da bedrückst du dich ja selber mit. Also, was soll das? Du musst da nicht drüber stehen. Wenn dir was ungerecht ist passiert oder passiert ist, dann versuch bitte nicht drüber zu stehen. Zu dem Satz, schau nach vorne und kümmere dich nicht darum. Auch hier würde ich jetzt sagen, ja, klar, also wenn dir das gelingt, wo n'abar, also, wenn du dich da nicht selbst mit Verkackeyers ist, das super. Aber wenn du das nicht kannst, nach vorne schauen und dich nicht drumkümmern, dann mag ich in aller Deutlichkeit sagen, dann bist du nicht dumm. Sondern dann solltest du wirklich deinen Instinkten folgen. Weil alles andere wäre definitiv selbstbetrug und zeugt dann eher davon, dass man dich einfach immer wieder ausnutzen und ungerecht behandeln kann. Das heißt, übersetzt so viel, wie wenn dir etwas ungerechtes angetan worden ist und du einfach sagst, na ja, ich muss noch vorne schauen, ich kümmere mich da nicht drum, dann ist das für die Außenwelt wie ein Zeugnis dafür, dass man dich jederzeit wieder benutzen kann, ausnutzen kann, betrügen kann, ungerecht behandeln kann und so weiter und so fort. Also, wenn dir das gelingt, wenn du einfach so stürst, guck noch vorne, alles easier, alles gut, wunderbar, dann redig dir da nicht rein, aber sei einfach achtsam. Dann gibt's diesen Spruch ja, such doch den Dialog. Die Frau, die mir geschrieben hat, die Hörerin hier vom Podcast, die mir diese Nachricht geschickt hat, hat ja schon geschrieben, dass ein Dialog an keiner Stelle möglich ist. Und was soll dieses Argument, wenn das nicht geht, dann ist das halt einfach keine Lösung. Und wenn man zwei Parteien hat und einer möchte reden und der andere nicht, dann ist halt kein Dialog möglich, ja. Der nächste Punkt ist ein bisschen ähnlich, also findet doch einfach eine gemeinsame Lösung. Nein, mit manchen Menschen findet man keine gemeinsame Lösung. So, also das geht halt manchmal einfach nicht. Und das ist mit Sicherheit keine zufriedenstellende Situation, aber es ist auch einfach ein unfaire Spruch, wenn man weiß, dass das eigentlich nicht geht. Und zu dem Satz konzentriere dich auf das, wofür du dankbar bist, in dem Fall, wenn einem Ungerechtigkeit passiert ist, das ist reiner Selbstbetrug, ja. Also, dann sich einfach nur abzulenken und sich auf das zu konzentrieren, wofür man dankbar ist, das erlaubt ja sozusagen gar nicht für sich selber aufzustehen, das erlaubt nicht, das wütende Glänzen in den Augen zu haben und für sich selber Lust zu gehen. Das heißt einfach, richte deinen Fokus auf das, wofür du dankbar bist. Und ja, also nochmal, das ist also so ein Satz, ist im Fall von krasser Ungerechtigkeit die ersten Selbstbetrug und das hast du einfach nicht verdient, wenn dir ihr schon unrecht angetan worden ist. So. Der Satz versuche die Situation als Chance zu sehen und daran zu wachsen. Na ja, also wenn dir danach ist, okay, dann macht das. Wenn du aber in irgendeiner Form das Gefühl hast, erst mal lieber für dich einzustehen, dann würde ich sagen, echt, ja, steh auf und wähle das. Weil die Chance wachsen zu können, das können wir auch danach noch in Betracht sehen. Ja, also der Satz hieß ja, versucht durch diese ungerechte Situation als Chance zu sehen, um zu wachsen. Ich würde sagen, steh erst mal für dich ein und das mit dem Wachsen, da können wir danach noch darüber reden, weil ich glaube, durch deinen für dich einstehen, bist du schon eine ziemliche Hausnummer gewachsen. Und bei dem Argument riegt dich einfach nicht so auf und ich würde sagen, und ob du dich aufregend darfst. Also das ist ja bei krass Erlebter Ungerechtigkeit das Gesündeste, was du tun kannst. Und wir dürfen bei all diesen Aspekten immer auch ein Stück weit und ich sag so ein bisschen "Hey, Achtung, lass uns mal in die Natur gucken, weil in der Natur ist ja auch nicht so dass die Wesen, die ich sag mal zum Beispiel die Tiere untereinander, einfach immer nur sagen, oh, ich abnetiv, du hast mich grad gebissen, aber ich konzentriere mich aufs Meditieren und aufs Atmen, sondern ein Tier, was gebissen wird, beist zurück oder rennt weg. Also es sorgt erst mal einfach für seine Grenzen. Und wenn jemand sagt, riegt dich nicht so auf, wenn du was ungerechtes erlebt hast, dann würde ich sagen doch, du darfst dich aufregend. Also bei krass Erlebter Ungerechtigkeit ist das so ziemlich das Gesündeste, was du tun kannst. Ja, und dann kommen wir noch zu dem Satz, du bist halt mitschuld. Also du hast immer 50 Prozent mitschuld, wenn dir was ungerechtes passiert. Da würde ich sehr harsh sagen und sehr deutlich sagen, das ist etwas, das erzählen dir nur Täter. Also, ich konnte jetzt sagen, hätte ich fast gesagt, aber ich hab's jetzt gesagt, das erzählen dir Täter, dass du mitschuld bist oder Menschen, die sich selber einfach überhaupt nicht spüren und ebenfalls alles Mögliche mit sich machen lassen und über sich ergehen lassen. Das ist ein sehr sehr heikles Argument, wenn einem wirklich tiefe Ungerechtigkeit wieder fahren ist, dann diesen Satz zu sagen, du bist halt 50 Prozent mitschuld, wenn dir irgendwas passiert. Und das ist ein bisschen ähnlich wie mit dem Satz, es trifft immer den richtigen, weil wenn das jemand zu dir sagt, dann weißt du, dass er oder sie dich in dem Moment absolut nicht fühlt und auch nicht ernst nimmt. Also, das ist einfach eine Person, die hört dich nicht. Und ich würde sagen, schau dir diese Person wirklich ganz genau an und trifft.
dann die Entscheidung, ob du diesen Kontakt wirklich noch möchtest. Meini ich ganz ernst. Ja, also wenn jemand sagt, wenn dir was ungerecht ist passiert ist, es trifft immer den richtigen dann. Würde ich sagen, schau, dass deine Richtung eine andere ist. Und das Argument, was soll dir das wohl sagen? Da hast du noch was zu lernen. Ja, kann sein, dass man was zu lernen hat und im besten Fall lernt man vielleicht im ersten Moment, erstmal wirklich gesunde Grenzen setzen zu können und mit Ablehnung besser umgehen zu können. Also anders gesagt, nicht alles muss einem etwas sagen. Wer sagt Sie's oder dieses? Schwierige Argument-Hies. Was soll dir das wohl sagen? Wenn du das hörst, wenn du was ungerechtes erlebt hast? Nein, nicht alles muss einem was sagen. Und der Satz, es gibt immer zwei Seiten, da habe ich vorhin schon gesagt, als ich das ein bisschen aufgelistet habe. Das ist wohl einer der gruseligsten Argumente, die man sich anhören darf, wenn man in irgendeiner Form unwürdig, gewaltvoll oder in anderer Form ungerecht behandelt wurde. Dieser Satz, es gibt immer zwei Seiten. Jemand, der so argumentiert, der hört dich nicht, der nimmt dich nicht wirklich wahr, der nimmt nicht wirklich Anteil an deiner Geschichte. Also, der windet sich eigentlich mit diesem Argument aus dieser Situation heraus, während er dich gleichzeitig alleine lässt. Also, ich finde das sehr wichtig, weil das sehr schnell pauschal, so gesagt wird, es geht. na ja, es gibt immer zwei Seiten. Noch mal, es ist einer der gruseligsten Argumente, die man sich anhören darf, wenn man unwürdig, gewaltvoll oder in irgendeiner Form ungerecht behandelt wurde. Punktende aus. So. Und dann kann man nach zu diesem Punkt "Du musst einfach das Gefühl überwinden". Nein, das kommt meiner Meinung nach erst ein bisschen später. Denn sonst übergeht man sich ja letztlich selber. Also, das heißt, du hast ein Gefühl von unwürde, du hast ein Gefühl von Ungerechtigkeit. Und jetzt einfach nur hinzugehen und zu sagen, du musst das überwinden. Da können wir später darüber reden. Also, erst mal geht's darum, dass das Erlebte und diese ganze Krase Ungerechtigkeit und alles das wirklich ein Ausdruck braucht. Es braucht dieses "wie kannst du, wie kannst du für dich einstehen?" Und wenn du gerade an der Umwelt, an der Außenwelt, an den anderen nichts ändern kannst, "wie kannst du für dich einstehen, wie kannst du Plätze finden, wo du wirklich gehört und ernst genommen wirst?" Also, es muss mindestens einen Menschen geben, der dich ohne einen dieser Domensprüche anhört und der einfach anteil nimmt, der einfach lauscht und der einfach ein Stück weit zumindest versucht zu fühlen, dich in deiner Ungerechtigkeit und in deiner Erleben zu spüren. Das finde ich wahnsinnig wichtig. Und wenn wir jetzt so ein bisschen in Fazit schließen unter all dem. Viele von uns Menschen, die sehr krass Ungerechtigkeit erlebt haben, haben ja nicht gelernt, wirklich gut für sich einzustehen. Und die haben oft das Gefühl und die Vorstellung und das haben sie so ein bisschen aus diesem, dass sie es schon gewohnt sind, dass ihre Grenzen überschritten werden. Die haben die Vorstellung an allem, was ihnen zuschüsst, mindestens 50% mit Schult zu haben. Und warum sage ich das so selbstsicher? Weil ich selber lange dazu gehört habe. Also man konnte mir an allem die mit Schult geben, an Sachen, mit denen ich nie was zu tun hatte, an Stimmung und Launen, Krankheiten und was weiß ich nicht allem, man konnte mir an allem die mit Schult geben, an Erlebter Gewalt wurde mir die mit Schult gegeben und so weiter und so voll. Also wenn man nicht gut für sich einstehen kann und wenn man kein wirklich gutes Gespür, keine gute, sichere innere Basis für sich hat, dann lässt man sich einfach viel zu schnell mindestens 50% einer mit Schult einreden. Und das ist super gefährlich, weil das stimmt so oberflächlich überhaupt gar nicht. Also ich habe jetzt wenig Interesse auf irgendeinativgründigen Ebene drauf zu gucken, sondern ich bin jetzt erstmal an dem Punkt zu sagen, nein, das stimmt so nicht. Weil jemand, der über dich lügen verbreitet, der darf und muss und soll als Lügener benannt werden. Also jemand, der die Gewalt antut, den darfst und muss du als Täter bezeichnen, weil Täter schafft, egal in welcher Form, Täter schafft muss, gesehen werden. Das sage ich deswegen, weil wenn ein Opfer mit all der Scham, all der Ohnen macht, all der Schande und all der Ungerechtigkeit alleine bleibt, dann wird es doppelt und zähnfach zum Opfer. Also es ist dann nicht einmal zum Opfer geworden, sondern das wird dann durch das allein lassen, wenn es nicht als Täter bezeichnet werden darf, wenn ein Täter nicht als Täter bezeichnet werden darf, dann wird es zähnfach zum Opfer. Und das ist etwas, was ich so deutlich benenne, weil es in unserer Gesellschaft so ein bisschen wie zum Standard geworden ist, Menschen, die von erlebt da unwürde berichten, das man denen erst mal nicht glaubt. Und das man ihre Geschichte schöner redet als sie ist und dann noch mit irgendwelchen Schlauen Standardsprüchen daher kommt. Anstatt ihn das zu geben, was sie brauchen, nämlich erst mal unvereingenommen, Anteil zu nehmen, wirklich zu zu hören und dazu sein. Also erst mal zuhören, erst mal Anteil nehmen, erst mal Zeit schenken, bevor man dann zu irgendwelchen Ideen sprüchen, was auch immer ob das dann noch nötig ist, sich in Reisen lässt. Aber das Wichtigste, was wir alle untereinander viel mehr brauchen, weil es gibt so viele Opfer unter uns, und es gibt so viele Krasse Ungerechtigkeiten unter uns Menschen und Unwürde und Gewalt, diesen Raum zu schaffen, dass wir uns mehr zuhören, dass wir uns unvoringenommen, erlauben Raum herzustellen, indem der andere erst mal auftauchen darf mit seiner Wahrheit, ob wir die jetzt glauben oder nicht, ob wir das nachempfinden können oder nicht. Das spielt erst mal viel weniger Rolle als das wir uns diese Mühe geben dürfen, Räume zu schaffen, für einander mehr da zu sein. Und vermutlich bemerkst du das mit dieses Thema und daher ein tiefes Danke für die Mail und die Frage zu dem Thema Ungerechtigkeit. Du merkst wahrscheinlich, dass mir dieses Thema sehr am Herzen liegt. Und ja, es liegt mir unter anderem daran so am Herzen, weil ich halt selber schon tiefe Unwürde, Missbrauch, Gewalt, Betrug und so weiter erlebt habe. Und das einzige, was so etwas wirklich heilt, das ist das Aufstehen für sich selber. Und das ist, wenn man solche Dinge erlebt hat, gar nicht so einfach. Und ich weiß aber, dass es geht, weil es tut kein anderer für dich. Und das mag ich dir wirklich mitgeben. Also das einzige, was so etwas wirklich heilt, ist wirklich das Aufstehen für sich selber. Es ist die Wut, es ist die Kraft und die Größe, das richtig zu stellen. Was in Unwürde geraten ist. Und den eigenen Körper, also das eigene Spüren und die innere Wucht, durch das zugelassene Empfinden von Ungerechtigkeit, dabei wirklich im Boot zu haben, also wirklich wahrzunehmen. Und dafür wirklich auch, Räume zu finden, für sich selber vielleicht auch mit einem guten Freund oder einem Begleiter, einer Begleiterin wie auch immer. Aber diese Wucht, es steckt ja eine Wucht, also in einer erlebten Unwürde, in einer Erlebten Ungerechtigkeit, steckt eine Wucht. Und diese Wucht darf sich äußern in deinem Wuchtvollen Aufstehen, in deiner Wut, für deine Gerechtigkeit und für deine Würde zu gehen. Und das ist eine der kraftvollsten Ressourcen, die es gibt. Und vielleicht wird jetzt auch so ein bisschen deutlich, warum ich genau zu diesen Themen, zum Beispiel dem Thema Angst vor Ablehnung oder wie man die Ablehnung überwindet oder auch das Thema Wut kraft als Superpower. Und mein dritter Kurs ist ja gesunde Grenzen setzen. Warum ich genau zu diesen Themen, dieses Für sich einstehen, für sich losgehen, sich groß machen, für seine Würde gehen,
einen eigenen Ausdruck finden für das eigene erleben, warum ich dafür diese drei kraftvollen Kurse entwickelt habe, die letztendlich eine tiefe Basis in dir schaffen können, um gut für dich einzustehen und um dich wirklich authentisch zu zeigen. So und vielleicht als letztes noch so dieses Liebsein und Harmonieschaffen, das ist nett, aber mit sich verbunden, kraftvoll und authentisch in der Welt aufzutauern. Das ist wirklich lebendig und stark. Und von diesem sehr intensiven Thema mache ich jetzt ein Schwenk hinzu, wenn ihr diese Folge gefallen hat, abonniere sehr gerne meinen Kanal und vielleicht magst du das Thema erstmal ein bisschen sagen lassen, vielleicht magst es auch noch ein zweites Mal anhören. Ich würde jetzt erstmal sagen bis zum nächsten Mal, habe eine ganz ganz lebendige Zeit. [Musik]
Podcast Summary
Key Points:
Die Sprecherin unterscheidet zwischen kleinen Ungerechtigkeiten und tiefgreifenden, traumatischen Ungerechtigkeiten, die einen Menschen bis ins Mark treffen können.
Typische Ratschläge wie „Sieh nach vorne“ oder „Du musst drüberstehen“ werden kritisiert, da sie das Opfer nicht ernst nehmen und oft zu doppelter Opferwerdung führen.
Es wird betont, dass Gefühle wie Wut und Ohnmacht bei erlebter Ungerechtigkeit gesund und notwendig sind, anstatt sie zu unterdrücken.
Die Sprecherin fordert dazu auf, sich von Menschen zu distanzieren, die mit Sätzen wie „Es gibt immer zwei Seiten“ oder „Du bist mitschuld“ die Täterperspektive stützen.
Statt oberflächlicher Tipps sei es entscheidend, einen sicheren Ort zu finden, an dem man ohne Wertung gehört wird, und zuerst für sich selbst einzustehen, bevor man an „Wachsen“ denkt.
Summary:
Die Folge behandelt den falschen Umgang mit schwerer Ungerechtigkeit, ausgehend von einer Hörerin, deren Ex-Partner Lügen über sie verbreitet hat, sodass Familie und Freunde sich gegen sie stellen. Die Sprecherin, die selbst tiefe Ungerechtigkeit erlebt hat, analysiert gängige, aber schädliche Ratschläge wie „Macht dir nichts draus“, „Du musst drüberstehen“ oder „Konzentriere dich auf das, wofür du dankbar bist“. Sie argumentiert, dass diese Sprüche das Opfer nicht ernst nehmen, seine Gefühle unterdrücken und es sogar zu einem doppelten Opfer machen, da es nicht gehört wird.
Besonders kritisch sieht sie Aussagen wie „Es gibt immer zwei Seiten“ oder „Du bist 50 % mitschuld“, die sie als Täterargumente entlarvt. Stattdessen plädiert die Sprecherin dafür, die eigene Wut und Ohnmacht zuzulassen, denn dies zeuge von einem intakten Gerechtigkeitssinn und sei gesünder als Unterdrückung. Der erste Schritt müsse sein, für sich selbst einzustehen und Orte zu finden, an denen man ohne diese Standardfloskeln angehört werde.
Erst danach könne man über Wachstum oder das Überwinden von Gefühlen nachdenken. Die Kernbotschaft lautet: Bei krasser Ungerechtigkeit braucht es echte Anteilnahme und das Recht, die eigene Wahrheit zu leben, statt sich mit oberflächlichen Tipps zum Schweigen bringen zu lassen.
FAQs
Typische Sprüche wie 'Mach dir nichts draus', 'Steh drüber' oder 'Schau nach vorne' sind oft unvollständig und machen das Opfer zum doppelten Opfer, weil sie nicht zuhören und die Gefühle nicht ernst nehmen.
Solche Aussagen stammen meist von Tätern oder Menschen, die sich selbst nicht spüren. Sie sind gefährlich, weil sie das Opfer zusätzlich belasten und die tatsächliche Verantwortung des Täters verschleiern.
Dieser Satz ist einer der gruseligsten, wenn man unwürdig oder gewalttätig behandelt wurde. Er nimmt das Opfer nicht ernst und lässt es allein, statt Anteil zu nehmen.
Zuerst sollte man das Erlebte ausdrücken und für sich einstehen, z.B. indem man Orte findet, wo man gehört und ernst genommen wird. Gefühle wie Wut sind gesund und dürfen nicht übergangen werden.
Sich auf Dankbarkeit zu konzentrieren, ist bei krasser Ungerechtigkeit reiner Selbstbetrug, der verhindert, dass man für sich einsteht. Man hat es nicht verdient, sich selbst zu übergehen.
Gefühle zu überwinden kommt erst später. Zuerst geht es darum, dass das Erlebte einen Ausdruck braucht und man lernt, für sich einzustehen.
Chat with AI
Loading...
Pro features
Go deeper with this episode
Unlock creator-grade tools that turn any transcript into show notes and subtitle files.