Speaker 1Lass uns heute mal ein Thema bzw. einen Satz anschauen, den ich in den letzten Tagen schon in einem meiner Community Calls mitgebracht hatte. Und zwar, der Geist folgt dem Körper. Das heißt, wir sprechen ganz bewusst nicht darüber, was sonst so gesagt wird, der Körper folgt dem Geist, sondern wir drehen uns heute mal wirklich um das Thema, was bedeutet das denn eigentlich, der Geist folgt dem Körper, dein Geist folgt deinem Körper. Denn wir sind ja mittlerweile ziemlich darauf trainiert worden, unser Leben wirklich andersrum zu betrachten. So nach dem Motto, wenn du dich besser fühlen möchtest, dann denke anders. Oder wenn du dir selber vertrauen möchtest, dann arbeite an deinen Glaubenssätzen. Oder wenn du Angst hast, dann beruhige unbedingt deine Gedanken. Oder wenn du dich klein fühlst, dann sag dir doch einfach, dass du großartig bist. Lass uns wirklich mal ein Thema besprechen. Lass uns wirklich mal hinschauen, was das bedeutet. Weil wir sind ja ständig am Korrigieren, am Verbessern und am Optimieren von dem, was aber bereits da ist. Ja, und ich würde sagen, das kann nicht wirklich gesund sein. Und das ist, wenn wir genau hinspüren, eine andauernde Antihaltung. Diese Antihaltung und letztlich auch die Idee, ständig alles korrigieren und optimieren zu müssen, hat ja mit dem ganzen großen Thema, wo ich gerne drüber spreche, wirklich dieses Sein, also sein zu können oder auch mit Hingabe, mit Vertrauen und mit Zugewandtheit überhaupt gar nichts mehr zu tun. Das heißt, wir tun so, als wüssten wir es ständig besser. Also, wir tun so, als wüssten wir es ständig besser. geht, dann gehe halt einfach nur joggen oder so. Nö. Ja, also es geht wirklich darum zu begreifen, mein körperlicher Zustand ist nicht nur irgendwie eine Begleiterscheinung meines Lebens, sondern er beeinflusst, wie ich dieses Leben erleben kann. Und an diesem Punkt kommst du dieses ganze große Thema Lebendigkeit, das kriegt einfach nochmal wie einen anderen Geschmack, weil dein Körper ist ja nicht einfach irgendwie eine Ansammlung aus ein bisschen Knochen, Muskeln und Organen und sowas, sondern da findet permanent, in deinem Körper findet permanent Leben statt. Da gibt es zwischen den Zellen elektrische Aktivitäten, da gibt es die Atmung, da gibt es Durchblutung, da gibt es dein ganzes großes Nervensystem, da gibt es Bewegung, Informationsaustausch. Ja, also wir sind wirklich diese lebendigen Organismen. Und dieser Organismus, der reagiert auf Schlaf, auf guten oder schlechten Schlaf, der reagiert auf Nahrung, auf gute oder schlechte Ernährung, der reagiert auf Licht, zu wenig Sonnenlicht, zu viel künstliches Licht, der reagiert auf Bewegung, eintönige Bewegung, gar keine Bewegung, zu viel Bewegung, der reagiert auf Atem, auf Berührung, auf Stress, auf unsere Beziehungen und letztlich auch auf unsere Umgebung. Und zwar weitaus intensiver und eindrücklicher, als wir das einfach immer so denken oder als wir das auf dem Schirm haben, als wir das gelernt haben. Und genau deshalb frag dich nicht immer einfach nur, was denke ich gerade, sondern frag dich wirklich auch, was denke ich gerade. Und ich meine das super ernst. Aus welchem körperlichen Zustand heraus denke ich das gerade? Und dann denk nicht nach, sondern spüre. Kommen wir zum zweiten Punkt, okay? Mach jetzt aus dem, was ich gerade gesagt habe, nicht irgendwie so diese nächste Körper-to-do-Geschichte oder sowas. Das ist mir wirklich wichtig, weil jetzt kannst du natürlich sofort das Ding draus machen, so nach dem Motto, okay, da muss ich jetzt einfach irgendwie besser schlafen, mich mehr bewegen, gesünder essen, richtiger atmen, meditieren, Yoga machen und auch Body-Ment machen und dann geht es mir irgendwie besser. Ja, nö, eben halt genau nicht. Weil dann haben wir einfach so dieses ganze alte, schon bekannte Mindset-Ding, was wir ja eh schon irgendwie drauf hatten. Gegen das nächste Körper-Ding ausgetauscht. Ja, also vorher ging es darum, denk richtig, dann fühlst du dich richtig und jetzt gehen wir dann hin und sagen, mach die richtigen Körperübungen, dann fühlst du dich richtig. Und genau das passiert inzwischen ja teilweise mit all diesen Sachen, die eigentlich einen ganz tiefen, guten körperlichen Aspekt haben. Aber genau das passiert halt oft mit Yoga, mit Meditation und tatsächlich auch mit Body-Ment. Ich finde es schade, okay, weil ich glaube, es schießt am Zweck vorbei, am Sinn vorbei. So, nur in die Richtung, wir haben vielleicht einen stressigen Alltag, wir funktionieren den ganzen Tag, wir sind permanent busy, erreichbar und unser Kopf, der rattert vielleicht ohne Ende. Und ja, dann machen wir abends 20 Minuten Yoga oder setzen uns 20 Minuten zur Meditation hin, damit wir dann den ganzen Wahnsinn morgen wieder so ein bisschen, so ein bisschen, so ein bisschen besser aushalten. Das ist ganz sicher nicht der Sinn dahinter. Und wenn wir jetzt zum Punkt der Tatsachen kommen, das hat ja mit Verkörperung und auch mit Integration überhaupt gar nichts zu tun. So, natürlich können all diese Dinge, die ich jetzt erwähnt habe und vieles darüber hinaus, kann wunderbar sein. Aber die Frage ist ja letztlich, wofür benutzt du sie? Damit du noch besser funktionierst? Oder so in die Richtung, damit sie dir helfen, dich selber besser wiederzufinden? Das ist ja erstmal einfach, wenn wir das ein bisschen zu uns nehmen, einfach ein riesengroßer Unterschied, ja? Wofür benutzt du das? Wofür benutzt du die Techniken, die du tust? Deinen Körper dehnen, dein Embodiment, dein Yoga, dein Qigong, dein was auch immer, um noch besser zu funktionieren? Oder wendest du sie so an, dass du dich selber ein ganzes gutes Stück wiederfinden kannst? Weil Verkörperung bedeutet für mich nicht, noch irgendwie eine Übung auf meinen vielleicht schon ohnehin vollen Alltag draufzupacken. Und das ist auch so ein bisschen der Grund, warum ich wirklich vorsichtig bin, bei diesen, du musst diese eine Übung machen. Ja, oder dieses, diese Atemtechnik, die reguliert dich. Oder diese Routine bringt dich in deine Kraft. Nö, wir sind keine Maschinen. Es gibt nicht die eine Übung, die für jeden Menschen zu jeder Zeit richtig ist. Ganz grundsätzlich, ja, Technik, Techniken können und auch Übungen können super hilfreich sein. Aber eine Technik ist eine Technik. Sie ist nicht die, keine Ahnung, das Tool oder die Wahrheit über dich. Und das ist auch so eine ganz spannende Geschichte, die mit dem ganzen Thema Embodiment zu tun hat, weil es geht ja nicht darum, möglichst viele Körpertechniken zu beherrschen, sondern es geht darum, dich in dem, was du tust, also im Praktizieren und im Anwesendsein, dich wirklich daran wiederzufinden, also mehr von dir mitzubekommen, mehr dieses Sein zu erleben, von dem ich oft spreche. Das heißt, es geht nicht darum, wie kriege ich mich dahin gepeitscht, wo ich vermeintlich sein sollte. Ja, also das ist ja auch schon wieder sowas, was in diesen ganzen Bereichen mit Selbstoptimierung und so weiter zu tun hat und auch mit Performance und so weiter. Es geht nicht darum, wie bekomme ich mich dorthin gepeitscht, wo ich vermeintlich sein sollte, sondern stattdessen geht es darum, wie kann ich mit dem, was jetzt gerade in mir da ist und was in mir gerade lebendig ist, so wie es ist, wie kann ich damit wirklich da sein? Und ich finde das ganz schön, weil dazu hatte vor kurzem eine Teilnehmerin von mir, die hatte eine Erkenntnis, die ich super brillant gefunden habe, weil es ging um das ganze große Thema Wut. Ja, ich habe ja mal vor einiger Zeit einen Kurs entwickelt zum Thema Wutkraft und sie hat dann plötzlich verstanden, es geht ja gar nicht darum, meine Wut besser kontrollieren zu können. Es geht darum, in der Energie meiner Wut anwesend zu sein. Bäm. Genau das ist das, was ich gemeint habe, weil solange ich noch denke, ich muss meine Wut irgendwie kontrollieren, ist die Wut ja schon wieder irgendwie so wie so ein Problem. Ja, das heißt, ein Problem, wenn die Wut ein Problem ist, dann heißt das, sie muss reguliert werden, sie muss verändert werden, sie muss kleiner gemacht werden. Aber die Frage ist ja, was passiert denn, wenn ich stattdessen lebe? Ich kann diese Energie in meinem Körper spüren und ich kann darin anwesend sein. Das heißt, ich muss sie dann weder gegen irgendjemanden richten, noch muss ich sie wegmachen oder aus mir rauspeitschen oder was auch immer. Ja, das ist eher so dieses wie, wow, ich kann sie bewohnen und das ist für mich Verkörperung. Ja. Und deswegen finde ich so diese ganze Haltung von, ich muss an mir arbeiten, das ist so was, das kennen wir aus der Szene der Persönlichkeitsentwicklung und auch der Spiritualität ganz viel. Diese Haltung, ich muss an mir arbeiten, die finde ich einfach schwierig, weil da drin steckt ja dann ganz schnell so dieses, so wie ich jetzt bin, ist es nicht gut, das reicht noch nicht. Ich bin nicht reguliert genug, ja. Ich bin nicht bewusst genug, ich bin nicht geheilt genug. Also muss ich was tun, damit ich irgendwann richtig bin. Das produziert Stress. Und dann optimieren wir uns permanent aus einem vermeintlichen Falschsein heraus. Und ich könnte jetzt sagen, tada, wir verpassen dabei wahrscheinlich genau das, was wir uns eigentlich sehen und was wir auch suchen, nämlich uns selber in unserem So-Sein. Weil wenn da gerade traurigkeit ist und du glaubst was tun zu müssen damit diese traurigkeit möglichst schnell verschwindet dann ist es genau das wo du dich verpasst kommen wir zum dritten punkt dein körper braucht nicht die eine richtige technik sondern letztlich ist das was dein körper wirklich braucht ist gelebte erfahrung anwesenheit weil natürlich gibt es so ganz schlichte dinge die unseren körper darin unterstützen können wieder lebendiger und anwesender zu werden aber eben nicht so als dieses mach mach x und dann passiert y sondern wirklich als eine form von einladung also geht zum beispiel mal wirklich ohne smartphone und ohne kopfhörer in die natur und nein bitte nicht um schritte zu sammeln oder nochmal weil wir das thema kopfhörer schon hatten um nebenbei irgendwie ein podcast zu hören oder so sondern einfach nur gehen und vielleicht irgendwann stehen bleiben ein bisschen schauen ein bisschen hören den blick in die ferne schweifen lassen und deinen körper mitbekommen oder nehmen zwischendurch einfach mal einen sanften vielleicht ein kleines bisschen vertieften atemzug in deinem alltag also nicht so aus dieser haltung heraus ich muss jetzt richtiger atmen sondern wirklich so mit dieser haltung von ich bin hier oder in situationen wo du irgendwo sitzt oder stehst einfach mal wirklich in dich rein zu spüren wie sitze ich denn gerade oder wie stehe ich gerade spürst du deine füße jetzt gerade am boden oder dein popo auf dem stuhl ja was passiert wenn du dich in deiner jetzigen position gerade ein kleines bisschen aufrecht ist nicht militärisch nicht steif sondern wirklich lebendig und vor allen dingen auch angebunden an den kosmos und an die erde und dann bist das bild dazu ist immer ganz schön wirklich über den schädel den höchsten punkt an deinem schädel angebunden an den kosmos zu sein und über den punkt wo letztlich deine wirbelsäule endet oder gerne auch über deine füße angebunden zu sein an die erde und an dieser stelle mag ich noch zu einem punkt kommen den ich nicht nur spannend sondern letztlich auch spannend zu sein dass ich auch interessant finde weil wir verwechseln ja das ganze große thema entspannung häufig unbewusst ohne dass wir es merken oder ohne dass wir es vielleicht auch wissen mit kollabieren also dieses wenn wir davon sprechen dass wir uns entspannen und wir wir fallen einfach so auf die couch wir holen das handy raus und lassen so den körper einfach zusammensacken und dann denken wir vielleicht noch jetzt entspann ich mich aber entspannung bedeutet für uns unseren körper nicht automatisch für unseren körper wenig körperspannung zu haben ein ein lebendiger körper braucht immer auch einen gewissen tonus also es heißt er braucht aufrichtung angebunden sein er braucht unseren atem und er braucht letztlich auch eine form von raum und diesen raum haben wir nicht wenn wir einfach nur auf der couch oder woanders kollabieren zusammensacken die die frage die an diesem punkt vielleicht noch zusätzlich interessant sein könnte ist wie fühlt sich denn mein körper an wenn er gleichzeitig entspannt und lebendig ist und noch was was wir als erwachsene super stark verlernt haben das ist das ganze große thema und das heißt hat ganz viel mit dem zu tun was ich eben gesagt habe dieses ganze große thema etwas ohne ziel zu machen einfach so kinder können das ja noch super die spielen und irgendwann sind zwei oder drei stunden vorbei die vergessen einfach raum und zeit in ihrem spiel und das ist wir gucken da als erwachsene oft so ein bisschen herablassen drauf aber es ist ein zustand der für uns menschenwesen unglaublich heilsam ist das heißt wir unterschätzen dass seele baumeln lassen tatsächlich weil wir diesen zustand auch brauchen um beispielsweise gemachte erfahrungen zu integrieren zu also innerlich vom nervensystem zu verdauen und auch abzuspeichern das bedeutet dass tätigkeit ohne ziel wo wir total drin aufgehen und ich spreche jetzt wirklich nicht davon irgendwie irgendwas mit dem handy mit dem pc oder gaming oder sowas zu machen sondern ich spreche wirklich von kreativen tätigkeiten wie handarbeit schreiben basteln im wald hütten bauen gedichte dichten musik machen ja und so weiter das ist super wichtig für unsere inneres system und auch für das lernen für das integrieren für das in unserem körper sein aber nicht nur das weil unser system lernt ja am meisten also das eine ist das was ich jetzt gerade gesagt habe wirklich seele baumeln lassen aber unser inneres system lernt am meisten daneben auch durch erfahrung und durch wiederholung wir haben ja viele unserer heutigen muster die wir haben auch die ungesunden oder gerade die die haben wir genauso gelernt und zum beispiel dieses immer weiter zu funktionieren das ist ein muster was wir gelernt haben durch wiederholung ich habe das gerade gesagt unser system lernt durch erfahrung und vor allen dingen ganz stark durch wiederholung unser ständiges funktionieren ist ein muster was wir gelernt haben durch wiederholung oder immer das handy nehmen sobald mal zwei sekunden lehre entstehen immer wieder den atem anzuhalten wenn irgendwas unangenehm wird oder einfach immer ganz schnell ja zu sagen immer weiter zu machen und wenn wir das einfach ganz oft machen dann fühlt sich das ja irgendwann überhaupt nicht mehr wie irgendwas gelerntes an sondern es fühlt sich so ein bisschen an wie na ja so bin ich halt aber das ist nicht die wahrheit ja meistens ist es einfach nur irgendwas das sein system verdammt gut gelernt hat und daher geht das auch überhaupt nicht darum jetzt irgendwie dich richtig um zu programmieren ja sondern deinem system wieder mehr möglichkeiten anzubieten insgesamt also immer wieder auch das ganze große thema neue erfahrungen zu machen deinem system dinge außerhalb dessen anzubieten was du gewohnt bist also bietet dir zum beispiel oder deinem körper einfach immer wieder ohne stress und ohne druck also ohne dich durch zu peitschen neue dinge an wo du neue erfahrungen machen kannst und da darf durchaus und super gerne langeweile auftauchen weil auch langeweile letztlich was gesundes ist wir haben nur verlernt damit sein zu können also bietet deinem körper und deinem inneren system wirklich ohne stress und ohne druck immer mal wieder neue sachen an und was ich damit sagen möchte ist macht er jetzt nicht irgendwie so eine challenge draus die gewonnen werden muss sondern übe dich zum beispiel einfach regelmäßig mehrfach über den tag dich aufzurichten also ohne dich zu verkrampfen ja wirklich mal zu gucken wie sitze ich eigentlich gerade darf ich stehe ich gerade nicht militärisch nicht hart sondern einfach so dieses warme liebevolle gefühl von angebundenheit vielleicht nennt es kosmos oder himmel oder was auch immer und die erde oder was auch immer du gerne für ein bild haben möchtest aber wirklich so dieses diese aufgerichtetheit in dir zu spüren ohne dich zu verkrampfen oder schau ob du deine wutkraft wenn sie gerade da ist spüren und erleben kannst ohne sie zu kontrollieren ohne sie weg machen zu müssen oder auch blindlings irgendwie auszulösen sondern mit deiner wutkraft zu atmen und im kontakt zu sein und noch was was ich ja auch ganz oft höre dieses ganze große thema müde sein ja vielleicht gelingt es dir müde sein zu dürfen ohne dich dafür zu verurteilen oder lade dich zur bewegung ein ohne dass das sofort irgendwie so ein tour du sein muss wie sport oder yoga oder irgendwie sowas sondern so ganz ohne ziel und sinn er so nach dem motto ich kann mich bewegen einfach weil bewegung aus mir heraus entstehen möchte und an dieser stelle mag ich sagen da schließt sich so ein bisschen Ein bisschen wie dieser ganze große Kreis, weil ich spreche ja immer wieder auch davon, dich zu spüren ist super gut und ist super wichtig. Ja, also das können ja viele Menschen schon gar nicht. Wenn du dich spürst, ist das super, aber es reicht nicht ganz aus. Weil wenn ich, und ich glaube, das ist so jetzt Richtung Abschluss dieser heutigen Folge, nochmal sinnbildlich ganz eindrücklich. Nimm das wirklich mit für dich. Weil wenn du, also ich spreche von mir, wenn ich jeden Morgen zehn Minuten meinen Körper spüre, also irgendwas mache, wo ich meinen Körper spüre, ja, und ihn danach, sagen wir mal zwölf Stunden komplett übergehe und einfach meine Arbeit mache. Abarbeite und so weiter. Dann bringt das ja rein gar nichts. Und das hat dann tatsächlich down to earth mit gelebter Achtsamkeit und mit Verkörperung überhaupt nichts zu tun. Weil das, was ich wahrnehme, darf und sollte langfristig auch wirklich mein Leben beeinflussen. So ein bisschen in die Richtung, ich brauche gerade Bewegung, dann lasse ich meinem Körper einfach mal den Raum. Dass Bewegung entstehen kann, die überhaupt nicht performt, sondern eher die jetzt und hier einfach meinem Körper entspricht. Oder ich spüre ein Nein in einer gewissen Situation und dann darf ja dieses Nein irgendwann wirklich auch einen Ausdruck bekommen. Ja, ich muss nicht rumschreien oder so, aber dieses Nein darf wirklich gelebt werden. Das geht über das reine Spüren hinaus. Wir können sagen, ich spüre ein Nein, aber wenn das dann in uns stecken bleibt und wir das eben nicht zum Ausdruck bringen, dann ist es nur ein halbes Nein. Und ja, vielleicht signalisiert mir mein Körper schon seit ein paar Jahren, vielleicht seit zwei oder drei Jahren, ich möchte so überhaupt nicht mehr leben. Und dann darf auch das irgendwann einfach wirklich verkörperte Konsequenzen haben. Und daraus entsteht ja letztlich das, was wir als gemachte Erfahrung bezeichnen. Dieses Ah, ich nehme mich wahr und ich handle danach. Das ist für mich Verkörperung. Und das hat nichts damit zu tun, dass ich meinen Körper irgendwie noch stärker kontrolliere, damit ich mich irgendwie gut fühle oder so. Überhaupt nicht, sondern ich bin mit meiner Lebensweise. Mit meiner Lebendigkeit und dem, was in mir da ist, bin ich im Kontakt. Und diese Lebendigkeit darf mein Leben mitgestalten. Und meine Einladung an dich ist an dieser Stelle, wenn du irgendwie in den nächsten Tagen bemerken solltest, boah, mir ist gerade alles irgendwie zu viel oder da ist es eng in mir, ich drehe mich gedanklich ständig im Kreis, was sagt man sich noch? Das nervt mich alles. Dann versuch wirklich mal, nicht sofort deine Gedanken zu korrigieren und dir einzureden, dass alles super ist. Sondern frag dich vielleicht einfach mal, wie geht es meinem Körper gerade eigentlich? Und dann vielleicht auch noch sowas wie, was würde meinem Körper jetzt ein kleines bisschen mehr? Nicht, was denkst du dazu? Sondern, wie mag dein Körper auf diese Frage antworten? Und vielleicht bemerkst du dann, ah, ja, die Welt ist noch dieselbe, aber ich erlebe sie gerade tatsächlich anders. Und genau das meine ich ja letztlich mit, der Geist folgt dem Körper. Natürlich beeinflussen sich Körper und Geist gegenseitig und ich möchte daraus auch nicht irgendwie so ein, ja, neues Superkonzept machen. Mir geht es vielmehr darum, etwas Wesentliches wieder ernster zu nehmen. Und zwar, dass wir in unserer kopflastigen Welt ganz schnell vergessen. Nämlich, dein Körper ist nicht irgendwie ein Projekt, an dem du arbeiten musst. Und Embodiment ist nicht irgendwas, was du vielleicht morgens 10 Minuten machst, um dich dann den ganzen Rest des Tages wieder irgendwie zu vergessen. Ja, sondern es geht darum, wie du in deinem Körper in jedem Augenblick deines Alltages lebst. Beim Arbeiten, beim Essen, wenn du wütend bist, wenn du müde bist, wenn du mit jemandem sprichst oder wenn du irgendwie gerade eine Entscheidung triffst. Und auch wenn du einfach gerade nichts tust. Denn du hast keinen Körper, der dich durch dein Leben trägt. Du bist ein lebendiger Körper. Und aus diesem Körper heraus begegnest du letztlich der Welt und du siehst die Welt auch. So, wie der Zustand deines Körpers gerade ist. In diesem Sinne, ich danke dir für's Zuschauen. Danke für dein Lauschen. Vielleicht kennst du jemanden, dem diese Folge auch gefallen wird. Ich freue mich, wenn du sie weiterleiten magst. Oder wenn du mir einfach einen Kommentar hinterlässt. Freue ich mich riesig. Und ja, an dieser Stelle mag ich sagen, bis zur nächsten Folge. Hab eine lebendige Zeit. Bis zum nächsten Mal. Tschüss.