Go back

Warum man Stress nicht immer vermeiden sollte

30m 21s

Warum man Stress nicht immer vermeiden sollte

Der Podcast diskutiert das Thema Stress mit dem Experten Volker Busch, einem Hirnforscher und Leiter einer Stressambulanz. Zunächst wird betont, dass Stress an sich nicht schlecht ist, sondern ein neutraler Anpassungsdruck, der den Körper mobilisiert, um Herausforderungen zu bewältigen. Problematisch ist vor allem die heutige einseitig negative Wahrnehmung von Stress, die zu übertriebener Angst und Vermeidung führen kann. Studien zeigen, dass diese Angst oft schädlicher ist als der Stress selbst. Entscheidend für die gesundheitlichen Auswirkungen sind nicht die Belastungen allein, sondern wie wir sie bewerten, wie lange und intensiv sie andauern und vor allem, wie gut wir uns in Erholungsphasen pflegen und regenerieren. Positiv bewerteter Stress, wie in einer Verliebtheitsphase, kann sogar belebend wirken. Pathologisch wird Stress erst, wenn er chronisch oder extrem akut (z.B. durch Traumata) auftritt, was dann therapeutische Maßnahmen erfordert. Abschließend wird der Begriff "Freizeitstress" kritisiert: Erfüllende und frei gewählte Aktivitäten in der Freizeit sind ein Zeichen eines reichen Lebens und führen normalerweise nicht zu Krankheit, solange sie als positiv empfunden werden.

Transcription

5281 Words, 33055 Characters

German
* Musik * Freizeitstress, halt ich für End schwach sie nicht wie dem Griffur-Gleife-Balance. Dann ist vielleicht das Promihaus der Stars und RTL-2 nicht so den optimalen Ausgleich. Wollt einen schon sehr ab. Willkommen zu "Besser Leben der Standard Podcast" zum Glücklich werden. Ich bin Franziska Zudel und ich bin Antonia Raus. Und wir reden heute über ein Thema, über das wir gefühlt, wie immer reden. Nein, was denn Sport? Es geht nicht um Schlaf, sondern um den Stress und wie man damit umgehen kann. Und man merkt, dass es zu viel ist. Und dafür haben wir einen echten Experten eingeladen. Das ist Volker Busch, er ist Hirnforscher, Autor und Leiter der Stressambulance am Universitätsklinikum Regensburg. Zuletzt ist von ihm das Buch "Gute Nacht" gehieren erschienen. Und mit ihm reden wir heute über den Stress. Herzlich willkommen, Volker Busch. Vielen Dank für die Einladung. Stress ist in unserem Podcast ein großes Thema. Auch in ihrem Podcast gehören gehört natürlich. Alle Welt ist gefühlt gestresst. Wir versuchen alle verzweifelt, das zu vermeiden. Wie schlecht ist den Stress wirklich für uns? Also zunächst mal muss ich es ganz provokativ formulieren. Das Stress so schlecht gar nicht ist wie sein Ruf. Stress ist zunächst mal etwas sehr neutrales und heißt übersetzt zu viel wie Anpassungsdruck. Unsere gehören erkennt, da ist eine Challenge eine Herausforderung. Da müssen wir irgendwie hochkommen, aus dem Puschen kommen, um die Situation zu bewältigen. Und deswegen setzt es eine ganze Reihe an Veränderungen in Gang. Beispielsweise die Durchblutung der Herzschlag, der Blutdruck, bestimmte Hormone, um dieser Situation harbhaft zu werden. Also um den Kampf zu gewinnen, eine Erkrankung zu bewältigen oder ein Ziel zu erreichen. Das ist Anpassungsdruck, was sehr neutral ist. Und manchmal kann Stress natürlich patologisch sein, wenn er bestimmte Kriterien erfüllt. Aber in vielen Fällen ist er auch sehr gesund, weil er uns eben ermöglicht, uns anpassen zu können und das Ziel zu erreichen. Und dieser letzte Teil der Diskussion, der Gerät heute ganz stark in Zinter treffen, weil wir Stress ausschließlich negativ betrachten und ihn unfassbar patologisieren. Und dabei gerät in Vergessenheit, dass wir uns in vielen Situationen des Lebens auch wahnsinnig hilft. Aber warum ist das denn so? Also warum wird Stress gerade so verteufelt? Das ist eine sehr gute Frage. Ich hab da schon sehr viel darüber nachgedacht. Ich glaube, wir Ärzte sind selber ein bisschen mitschuldig. Ich fasse mich jetzt mal hier an der eigene Nase. Das können unsere Podcast zuhören und zuhören jetzt nicht sehen. Aber ich mach es. Weil wir glaube ich selber auch ein bisschen schuld sind daran, dass wir in den Medien, in der Presse und durch Ärzte und Therapeuten diesen Begriff ganz, ganz stark zu einseite ich betrachtet haben. Und das führt jetzt dazu, dass alle Angst haben vor Stress und ihnen auf Teufel kommen raus, umgehen möchten. Und es gibt heute erste Studien, die zeigen, dass die Angst vor dem Stress heute größer ist als der Stress selber. Also es gibt gar keine zwingenden Hinweise dafür tatsächlich, dass der Stress in der Arbeit zum Beispiel signifikant in allen Branchen zugenommen hat. Das hat er in bestimmten Bereichen ohne jeden Zweifel, aber nicht flächendeckend, denn viele Arbeitsbedingungen haben sich verbessert in den modernen Industrienationen, zu denen auch österreich und Deutschland gehört. Das heißt, durch den Arbeiterschutz sind vielmehr Maßnahmen auf die Straße gebracht worden, von Essen, Pausenregelungen, Urlaubsregelungen, Kündigungsschutz und so weiter. Dies den Menschen heute eher leichter macht, den Job auszuführen, ohne darunter zu leiden. Und trotzdem ist die Angst vor Stress so groß wie noch nie. Also wir haben eigentlich eine weitestgehende Entkopplung von objektiven Lebensbedingungen und einer subjektiven Frucht davor. Das ist gar nicht so sehr meine Behauptung, sondern ist sehr, sehr gut wissenschaftlich gezeigt. Und da liegt ein Problem. Und deswegen müssen wir unbedingt aufpassen, dass wir einerseits Menschen vor echtem gefährlichen Stress schützen, der natürlich kann der Partologisch sein. Das sprechen wir auch bestimmt gleich noch darüber. Aber dass wir auch die Erzählung nicht so einseitig werden lassen und aus lauter Angst vor Stress, die Menschen ins Nichts tun oder ins weniger tun bringen, denn es geht ihnen damit nicht besser. Es gibt eine große Arbeit von der Duke-Universität, die an über 1000 Probanden gezeigt hat, die sie über 4 Jahre in die Zukunft verfolgt haben, diejenigen, die Stress aus lauter Angst, immer aus dem Weg gegangen sind, die wurden am empfänglichsten für die Folgen von Stress. Also wer den Dingen immer aus dem Weg geht, der trainiert ihn halt auch einfach nicht. Und dadurch wird man letztlich vielwohlener Rabler, als wenn man immer mal wieder Stresssituation auf sucht, die durchaus auch anstrengend erschöpften sind, aber dadurch auch so ein bisschen stärker wird, auch das gehört zur Wahrheit. Aber jetzt hören wir ja auch ganz viel von psychischen Problemen, Börn aus ganz vielen körperlichen Folgen von Stress. Wie passt das dann zusammen? Das passt sehr gut zusammen, denn natürlich gibt es die Kehrseite von Stress. Wir müssen uns vorstellen, dass der Mensch anders als ein Tier die Situation bewertet kognitiv. Das heißt, wie wir die Belastungen, die auf uns einwirken, bewerten, entscheidet darüber, wie wir darauf reagieren und wie wir ihn empfinden. Früher hat man mal die Begriffe "Eu Stress" und "Diss Stress" verwendet. Also einfach guter und schlechter Stress. Das macht man nicht mehr, das ist obsolet veraltet. Aber im Angriff ist es nicht ganz falsch, nach wie vor, wenn wir sehr viel Hektik und Anstrengung positiv bewerten, weil wir uns trocken, weil es uns erfüllt, dann leiden wir natürlich weniger. Als wenn wir es innerlich ablehnen, das liegt glaube ich in der Natur, die Sache kennt jeder aus seiner Erfahrung. Also die Bewertung spielt eine Rolle. Und dann spielt natürlich auch eine Rolle, wie viel und häufig Stress stattfindet, beziehungsweise, wie gut wir uns selbst pflegen, in Phasen danach. Also für den Umgang mit Stress ist das auch, das wissen wir aufgrund moderner, bissenschaftlicher Arbeiten sehr gut, gar nicht so entscheidend, wie anstrengend das Leben ist, sondern wie oft wir, und wie gut wir es schaffen, am Feierabend für uns zu sorgen. Also einen wir auch zurück. Wir können uns richtig ins Zeug legen und dann auch völlig kaputt nach Hause kommen. Aber wenn wir uns dann was Gutes tun, dann leiden wir weniger trunter und wir werden auch mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit krank. Also um eure Frage in einem Satz zu beantworten, entscheidend ist die Bewertung, die Dauer, die Häufigkeit und die Intensität von Stress. Und wie gut wir uns danach pflegen. Und wenn wir diese Form von selbst für Sorge sagt, man gut betreiben, dann macht Stress auch so schnell nicht krank. Was ich da ja ein super Beispiel für so positiv bewerteten Stress finde, ist so eine Verliebtheitsphase. Wenn man gerade jemanden neuen kennen lernt, dann hat man ja auch, dann ist es auf einmal kein Herz rasen, sondern Herz klopfen. Und man freut sich über diesen Ausnahmezustand in dem der Körper ja offensichtlich ist. Man vergisst zu essen, man vergisst zu schlafen. Und das ist im Endeffekt dieselbe Reaktion, wie wenn ich ein total forderndes Projekt habe in der Arbeit vielleicht. Und gleichzeitig muss man ja auch sagen, niemand wird für immer frisch verliebt sein wollen, weil es ja dann doch irgendwann anstrengend werden würde. Ja, das ein schönes Beispiel. Genauso ist es, das Herz schlägt immer auf die gleiche Weise zu schnell. Und trotzdem bewerten wir es einmal negativ und einmal positiv. Und das ist eben diese unfairness, die wir dieser Diskussion anheim fallen lassen. Da müssen wir eben aufpassen. Kein Mensch würde bei Verliebtheit von ein krankheitwärtigen Zustand sprechen. Und trotzdem ist der Körper psychophysologischen Aufruhe. Das gilt für viele andere Dinge auch. Die unsere Bewertung spielt eine große Rolle für das, was da passiert. Jetzt sind sie aber auch in einer Stressambulanz tätig. Und ich glaube da werden wahrscheinlich nicht so oft frisch verliebte Menschen aufschlagen, sondern eher Menschen, die andere Formen von Stress erleben. Oder was sind denn das für Leute, die da zu ihnen kommen? Also in der Tat kommen die meisten mit Stress, weil sie in der Arbeit empfinden. Und das ist so die häufigste Form von Stress, in Form von Überforderungen, Überlastung wegen Hektik und Nervosität-Zeitdruck. Das sind so die Klassiker. Aber es kommen natürlich auch Menschen wegen sozialen Stressfolgen, dass sie im Team konflikt haben oder eher Probleme. Also auch das kann natürlich Stress machen. Und es kommen Menschen mit Rollen konflikten. Die kommen, weil sie in verschiedenen Aufgaben nicht mehr gerecht werden können. Eine alleine erziehende Mama, die ihre Kinder liebt für sie da sein möchte. Aber gleichzeitig auch im Job Gas geben möchte. Oder ein Papa, der seine Rolle nicht richtig findet, entweder Vater zu sein oder sozusagen mehrere Tage unter der Woche auf Reisen sein zu müssen für den Job. Das sind so Rollenkonflikte. Bei Männern und Frauen, also auch das kann Stress machen. Das sind so Dinge, die ich sehe. Und hier ist überall die Bewertung einer negative, kann man auch verstehen. Das ist ja auch belasten und nicht schön. Da muss man die Hand reichen, kann man auch. Aber auch hier muss man immer wieder sich Mühe geben, den Menschen Mut zu machen, dass die Angst vor dem Stress oft größer ist als die Folgen von Stress. Wirklich pathologisch ist er nur, wenn er ganz lange anhält. Wenn Menschen also das über Monate hinweg durchziehen, so diese Form von Belastung, dann muss man sie ein bisschen schützen. Aber jeder Körper kann zwei, drei, vier Wochen diese Form von Stress aushalten. Also, dass wir mal beruflich über längere Tage ein Projekt verfolgen, was uns alle Kräfte raubt, macht uns noch nicht krank. Und dass wir mal einen Konflikt haben und und streiten und die Fetzen fliegen und über Tagen der Haussegen schiefhängt, macht uns auch noch nicht krank. Ein Sofern, also auch hier apeliere ich immer dazu zu sagen, okay, all das gehört zu menschlichen Lebens dazu. Das macht uns aus. Es ist eben nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen, sondern es hängt auch mal etwas schief und wir können das, ohne gleich daran zu sterben. Sie sagen ja, der Körper braucht Stress, um sich anzupassen. Das heißt, wie geht man das denn an oder was raten Sie, denn den Patientinnen und Patienten, die dazu innen kommen? Das ist aller wichtigste Aufklärung, weil wir natürlich heute aufgrund dieser einseitigen Erzählungen in der starke Färbtesbild von Stress haben und das Internet trägt auch leider nicht dazu bei. Waren wir uns ja auch schon einig. Das ist in eurem schönen Land genauso wie bei uns. Niemand schreibt positive Bericht über Stress auf Social Media, sondern man sieht immer nur die leidenden Personen. Wie gesagt, wie das nicht kleinreden ist, gibt es natürlich die Kärseite von Stress. Aber die Darbietung, die Präsentation ist so einseitig, dass sie die Diskussionen entsprechend dominiert und in der Wahrnehmung von Menschen dazu führt, dass sie die andere Seite nicht mehr sehen. Aufklärung ist das ganz wichtiges. Und das kann ich beweisen. Da gibt es eine ganz tolle Arbeit, wer sich über die Zimmermedienstudie kennt, wurde so betittelt. Hat man Hotelpersonal, allerdings Frauen und Männer. Es waren nur mehr Frauen. Deswegen ging es dann als Zimmermedien, wie in die Presse ein, untersucht und festgestellt, dass die häufig unter Stress leiden. Und ebenfalls festgestellt, dass es gar nicht unbedingt die Tätigkeit ist. Die Arbeitsbedingungen waren nämlich gar nicht alle mies, sondern die Berichtung war es. Waren schlecht aufgeklärt und hatten Sorge, dass viele Treppen streigen, sie krank macht, dass die Herzkreislaufbelastung zu hoch sei und so weiter. Und dann hat man sie aufgeklärt, über Stress, hat so ein paar Dinge besprochen, die wir jetzt auch hier besprechen, noch viel mehr. Und hat geguckt, wie sie das auswirkt. Und wenn man andere Informationen über Stress bekam, und gleichzeitig auch gute Ratschläge, wie man sich pflegen konnte, dann ließ der Stress plötzlich nach. Das heißt, die Folgen für Blutdruck, für den Metabolismus, also für den Zuckerstoffwechsel, all das beruhigte sich normalisierte sich, obwohl die Arbeit die gleiche blieb. Nach wie vor, die machten alle ja keine arbeitete weniger. Aber jetzt anders aus einer anderen Perspektive auf diese thematik zu gucken. Und ihn von einer anderen Seite zu sehen, bedeutete sofort eine andere Bewertung und damit auch eine andere psychologische oder psychophysologische Reaktion. Und das zeigt, wie wichtig das ist. Trotzdem haben sie ja schon angesprochen, es gibt natürlich Belastungen, die einfach zu viel des Stresss sind. Ja, absolut. Das kann man dann auch nicht mehr durch eine andere Betrachtungsweise verändern. Kann man nicht richtig. Woran merk ich denn, dass es eben nicht meine Sichtweise drauf ist, sondern eben wirklich einfach zu viel und zu stressig? Stress wird dann pathologisch, wenn zwei Dinge erfüllt sind, entweder es chronisch anhaltend. Wenn man es mich von Daily Hessels in einem angloamerikanischen Sprachgebrauch, also drei, vier, sechs Monate anhaltende Belastungen in dem Freundeskreis im Team auf der Arbeit, oder einmalig. Aber so akut, das ist an die Beine wegzieht. Kriegserfahrung, Vergewaltigung, Terrorhietwiederart. Auch das sind aus neurobiologischer Sicht Stressfaktoren, die können so schlimm sein für Menschen, obwohl sie nur einmal stattfinden, dass der Mensch sich davon eventuell sogar gar nicht mehr erholt. Also sehr akut und stark oder chronisch anhalten. Das sind die zwei Faktoren, die man im Kopf haben muss. Und wenn das für einen Menschen zutrifft, dann reicht Edukation alleine nicht aus, völlig richtig. Dann brauchen Menschen Hilfe. Und dann beginnt eine regelrechte Stresstherapie. Sie lernen, die Dinge zu bewältigen, Emotionen zu versöhnen. Es gibt problemlöse Fertigkeiten, die man trainiert. Man gibt den Alltagshilfe. Man fördert das sozialen Netz, dass sie stützt. Es gibt viele gute Ratschläger, Empfehlungen an die Hand, wie sie ihre Probleme lösen können. Bisschen auch zur Regulation von Schlaf, Ernährung. Also um den Körper auch als Organismus, Fitter und Resilienter zu machen. Darüber könnten wir einen ganzen Tag reden, die Maßnahmen. Es ist ein riesiger Blumenstrauß an Dingen. Das kann man ambulant machen, meistens gelingt das. Manchmal, wenn Menschen ganz, ganz stark krank werden, unter Stress, dann muss es auch stationär geschehen. Chronische Stress verbinden ja viele Leute, auch wieder sehr mit dem Arbeitsplatz. Ihre Erfahrung nach, wie oft klappt es denn, dass man quasi selbstresilienter wird und strenger Grenzen zieht. Und wann bleibt nur die Kündigung, wenn man sagt, dieser Job ist eigentlich nicht machbar, wenn man gesund bleiben will? Ja, das ist eine sehr schöne Frage. Es ist aber sehr schwer zu beantworten, weil man sich den individuellen Fall oder diesen Menschen anschauen muss. In der Regel versuchen wir, grundsätzlich immer erst mal den Arbeitsplatz zu erhalten, auch übrigens die Beziehung oder die Ehe. Weil wir sehen, dass ein schneller Wechsel dieser Dinge oft auch weitere Probleme mit sich bringt. Aber trotzdem kann es den Punkt geben, wo es kein weiter so existieren darf. Und dann muss man manchmal auch Menschen helfen, eben eine neue Tür aufzustoßen im Leben. Ja, woran man das merken kann, das ist ganz schwer. Also im Prinzip bleiben wir da in einem mehrwöchigen psychotherapeutischen Verhältnis. Und wenn sich zeigt, dass alle Bemühungen, die man gelernt hat, auf der Arbeit zur Ruhe zu kommen, Leistung zu bringen. Aber trotzdem auch gut für sich zu sorgen, wenn die nicht fruchten. Wenn eine Beziehung trotzdem nicht gelingen, weil der andere sich nicht beteiligt am Retten der Partnerschaft, dann kann das irgendwann natürlich auch bevor man komplett vor die Hunde geht und darunter leidet, auch ein Hinwas dafür sein. Okay, du musst jetzt hier das Gleis wechseln. Aber das ist ein Entwicklungsprozess. Es gibt es kein Zeichen, kein körperlichen Messwert, den man erheben kann oder ein klares Signal aus der Psyche, sondern das ist sehr individuell. Bei Frauen, ich sage es mal so, wird das nicht aushaltbarer Leid, oft auch zu einem körperlichen Leid. Also noch stärker als bei Männern. Leiden Frauen dann irgendwann, wenn es wirklich nicht mehr geht, auch körperlich, unfassbar, reizdarm sind rum. Verringerung des sexuellen Lustschmerzen an Körpergliedern überall. Das haben Männer auch. Aber bei Frauen somatisiert, dass deutlich schneller und stärker und das kann dann auch wirklich ein untrückliches Zeichen sein. Dass man sagt, lass uns da hinschauen. Was nicht, vielleicht musst du doch profunde was am Leben ändern. Und bei Männern muss man sagen, ich muss sehr vorsichtig sein hier. Vor pauschalen muss man sich hüten, Menschen sind unterschiedlich. Aber wenn wir so große Populationen vergleichen, ist es unterschiedlich. Bei Männern ist es oft so, dass die Anfang mit Zucht verhalten. Viel stärker als Frauen. Fangen an zu trinken, zum Beispiel. Oder auch Glückspiele. Ziehen sich zurück und spielen nur noch Video. Also sie machen das anders aus. Bei Körper, bei Frauen somatisiert das, bei Männern, zeigt sich das auf der Haltensäben oft. Und auch das kann an Zeichen sein, dass man sagt, okay, hier reichen einfache Stresstechniken nicht mehr aus. Hier musst du vielleicht wirklich was verändern. Anderer Job. Vielleicht auch eine andere Partnerin. Das kann man manchmal auch das Ergebnis eines auseinandersetzungsprozess mit sich selbst sein. Wir haben da bisher über auch Stresssituationen gesprochen, die man sich nicht unbedingt aussuchen kann. In einer Beziehung spielt auch immer eine andere Person mit reinen, die man zum Glück auch nicht steuern kann. Jetzt gibt es aber auch den Freizeitstress, sag ich mal. Also wenn man dann eben nach der Arbeit noch zum Pilates, dann noch auf "Drink mit der Freundin". Und danach dann vielleicht noch 40 Seiten lesen will für "The Self Improvement". Wie viel unter Anfangszeichen Freizeitstress tut uns den gut, ist auch irgendwie aktivierend und anregend. Und wo soll man eher mal einen Cut machen und sagen, langweil dich doch mal wieder. Also ich finde das sind ganz, ganz schön Aspekt, den du da ansprichst und zeigt, wie wichtig das ist, wo wir hier heute reden. Aber es ist halt wieder ein klassisches Beispiel dafür, dass wir hier einen Begriff Zweck entfremden. Denn eine Begriff Freizeitstress halte ich für ähnlich schwachsinnig wie die Begriff "Work Life Balance". Wir benutzen ihn alle. Und es ist auch in Ordnung und es fies super, dass du ihn erwähntst. Weil wir nutzen ihn hier in Deutschland auch ständig. Aber eigentlich sind schwachsinnend. Denn dafür ist er nicht gemacht. Freizeitstress ist ein Neologismus. Die Erfindung eines Wortes in der Neuzeit, einer Gesellschaft, der es eigentlich viel zu gut geht. Wenn Menschen das große Glück haben, nach der Arbeit, der ein Fitnessstudio gehen zu dürfen, oder zu klettern, danach ins Kino und vielleicht abends noch in der Bar zu gehen, mit Freunden gemeinsam zu lachen, dann ist ein großes geschenktes Lebens. Es ist ein Zeichen eines erfüllten Lebens, nicht von Freizeitstress. Weil wir diesen Begriff so inflationär verwenden. Und weil es für uns heute schon Stress ist, wenn wir bei Amazon die Falljose bestellt haben und zurückschicken müssen. Wenn wir, ja, aber es ist ja so, ne? Für alles wo es ein bisschen dicht wird, nutzen wir die Begriffstress. Genau deswegen kommt es zu diesem Missverständnissen. Oh Gott, Gott, ich werde hoffentlich nicht krank. Was für ein Quatsch. Niemand wird krank. Der abends zwei, drei Beschäftigungen nachgeht, die am Freude machen. Sie erfüllen ein. Und wenn es trotzdem zu viel werden sollte, etwas eben den Aspekt langweile angesprochen hat, das Gefühl, kommt überhaupt nicht mehr zu hohe, dann signalisiert einem, das der Körper schon. Das ist aber noch kein Zeichen von kranker. Es ist ein Signal, kommt zu Ruhe. Man merkt das vielleicht am nächsten Tag, dass man müde ist, vielleicht ein bisschen unleidlich. Nicht mehr so verdräglich. Das können Zeichen sein, wie, oh, jetzt am nächsten Tag, war ein erfülltert Mittwoch, aber jetzt am Donnerstag schon zu dich ein bisschen. Und das ist schon alles. Wir müssen nicht diese Patologisierung von Begrifflichkeiten verwenden. Wir helfen den Menschen damit nicht, sondern wir erhöhen eigentlich nur die Angst vor etwas, dass sie im nächsten Schritt dann, um jeden Preis zu vermeiden suchen. Mit der Folge, die ich eingang schon sagte, Menschen werden nicht stark, sondern gehen Belastungen immer mehr aus dem Weg. Sie bauen an Riesen-Propans auf, um den Begriff Stress und denken, oh Gott, oh Gott, oh Gott, nicht, dass ich krank werde. Und das Gegenteil passiert. Sie werden eigentlich immer empfindlicher. Es gibt heute eine Untersuchung, die gezeigt hat, dass wenn Menschen immer wieder im Leben, und ich meine hier nicht, nur das klar zu machen, Expresseswerbes, schlimme Gewalterfahrung, schlimmen Terror, den muss man natürlich immer aus dem Weg gehen, wenn man das kann. Das ist doch gar keine Frage. Aber kleine banale Belastungen im Alltag, eine sehr anstrengende Arbeit, ein Lernen unter Prüfungsdruck, eine Freizeit, die einfordert, und sei es nur der Sport, sind sogenannte Stressimpfungen. Das heißt, es sind wie bei einer echten Impfung, auseinandersetzung mit der Welt, in kleinen, wohl dosierten Mengen, die ein letztlich stärker machen, leben. Und wenn wir diesen Dingen immer aus dem Weg gehen, aus lauter Angst, werden wir schlechter. Das ist genau das gleiche, wie wir eine junge Mama, ihrem Kind oder ein junger Papa, die man die Hände abwischt, sobald es irgendwas anfasst, damit es bloß nicht krank wird. Es macht das Kind nicht stärker, eine auseinandersetzung mit Viren und Bakterien. Ganz im Gegenteil, das Immunsystem wird schlechter. Es braucht die auseinandersetzung immer wieder mit Krankheitserreger. Das ist genau wie bei einer Impfung. Ich impfe mich mit abgeschwechten Krankheitserreger, damit mein Immunsystem stark wird, wenn es mit einer ganzen Ladung echter Krankheitserreger ein Kontakt kommen sollte. Und genauso ist es beim Stress auch. Stress nicht aus dem Weg gehen, sondern immer wieder im Alltag in kleinen Dosen wohlgemerkt, aufsuchen, nicht Angst davor haben, denn das macht uns eigentlich stark. Ein bisschen auch wie beim Sport, ja auch so ein kleines bisschen über die Grenze gehen soll, dass man dann eben den Fitnessleveler hören kann. Exakt so ist es. Und wie beim Sport finde ich auch sehr spannend, die Regeneration dann am Abend. Ja, dies ganz wichtig. Haben Sie da noch einen Tipp, weil jetzt sitzen wir dann zu Hause vor dem Fernseher und schauen wieder nur aufs Handy. Ich vermute mal, das ist nicht die ideale Abendbeschäftigung nach einem stressigen Tag. Ach, das kann auch mal schön sein. Geben wir es doch zu. Nichts gegen eine spannende Serie bei Netflix oder such, das kann natürlich sehr wohl umbeitragen. Aber ich verstehe natürlich, was du meinst, und das völlig recht, das darf nicht zu einseitig sein. Also was ich empfehle, und ich mache das so mit meinen Patienten, nicht mal einen Kuchen, mit fünf Kuchenstücken. Und jeder dieser Kuchenstücke hat einen Namen und die nenne ich jetzt mal. Zusammen ist das der Kuchen der Selbsthörsorge und von denen sollte man jeden Tag kosten. Und zwar am besten von jedem Stück. Vielleicht im Alltag nicht immer gelingen, aber man sollte dafür sorgen, dass über ein längere Zeitraum auch in Monaten von diesem Kuchen, von jedem Kuchenstücken, ein bisschen was gegessen wird. Dann bleiben wir stabil. Also Selbsthörsorge teilt sich in folgende fünf Kuchenstücke erstens Körper. Die Mensch braucht körperlich ein Ausgleich. Wenn wir ganz Tag sitzen, ich weiß nicht, wie viel Stunden ihr sitzt, also ich sitze hier über acht Stunden am Tag. Therapie macht man immer nur sitzen. Dann brauche ich den körperlichen Ausgleich. Zweites Kuchenstück ist Emotionen. Wir brauchen Zeit für Gefühle. Wenn der Mensch die ganze Zeit vor exzeltabellen sitzt, dann braucht man die Freude vielleicht sogar ein Streit. Auch das kann man gut tun, damit man sie wieder spürt. Emotions- und was ganz wichtiges. Drittes Kuchenstück ist soziale Kontakte. Wir brauchen Menschen. Auch das ist eigentlich banal, weiß jeder. Deswegen sind gerade Menschen, die im Job vereinsamen und kein Kontakt zu anderen haben. Die brauchen dann auch immer wieder raus. Und das Menschen sehen. Wunderschöne Form der Erholung kann dann sein, dass man sich abends trifft zum Billiatspielen oder weiß ich nicht, zusammen um die Häuser zieht, was auch immer. Das dann kein Freizeitschress, sondern Ausgleich. Viertes Kuchenstück ist Geist. Wir sind Geist gewesen, wir brauchen irgendwas Anspruchsvolles. Wenn wir die ganze Zeit irgendwie nur stupide, wie dumm es Zeug am Schreibtisch gemacht haben, dann müssen wir vielleicht abends ein gutes Buch lesen. Dann ist vielleicht das Promihaus der Stars auf RTL2 nicht so den optimal ausgleichen. Aber emotional kann das auch gut. Das holt einen schon sehr ab. Ja, genau, genau. Das ist sehr gut, was du sagst. Ganz genau, vielleicht kann das gut du, weil du da vielleicht lachst, was du vorher nicht konntest. Also muss immer genau gucken, in welches Kuchenstück das jetzt gehört. Oder das kann aber auch genau umgekehrt sein, dass wir anstrengend intellektuell geistig gefordert waren und da müssen wir uns abends einfach briesen lassen durch irgendeine blöde Spielschau. Also ich will noch sagen, der Ausgleich, wir brauchen immer was für den Geist-Tags über. So, es bei mir z.B. ganz wichtig ist Kuchenstück bei mir. Ich brauche immer so ein bisschen die Fortbildung. Muss dann irgendwie das Gefühl haben. Ich lerne noch was dazu. Für mich ist das sehr wichtig. Ja, und das 5. Kuchenstück ist so ein bisschen Spiritualität und Natur. So in die Welt erben, in der Natur so vergeistigen, abschalten, vielleicht auch spirituelle isoterische Erfahrungen machen. Das Kuchenstück ist bei manchen nur sehr klein. Aber auch diese Kuchenstück haben wir auch der religiöse Glaube gehört, so dieses Transcendentales vergeistigte. Also, ich könnte das viel zu sagen, abschließend bleibt das Menschen, die selbst für Sorge betreiben und sich was Gutes tun. Und gucken, ob sie am Ende eines Tages, zumindest von paar Kuchenstücken noch was Kosten, die sie ausmachen, leben gesünder. Und dann macht den Stress auch nichts aus. Wer aber umgekehrt ein total leichtes Leben hat und sich nie bemühen muss. Er hat kein Stress, aber er hat gleichzeitig auch keine gute Selbstversorge, der das auch nicht gesünder. Jetzt habe ich so weit, glaube ich, verstanden, dass Stress reduzieren oder eben nicht reduzieren, total umfänglich ist und eigentlich alle Lebensbereiche betrifft, dass es da keine schnellen Lösungen gibt. Trotzdem fragen wir uns natürlich immer, ob es denn sowas wie einen Live-Herk gibt, den sie Menschen mitgeben wollen, die immer von sich pauschal sagen, "Ich bin so gestresst, ich bin so gestresst." Gibt es da irgendwas, kleines? Ja, natürlich. Da gibt es viele Hex, wie man es in der Tat hat, zu schön sagt. Also was ich zum Beispiel selber auch für mich nutze, ist, dass ich morgens, bevor ich in der Tag starte, mir sehr genau zwei Fragen beantwortet, die erste Frage lautet, was wird heute deine volle Konzentration haben müssen? Was verdient deine Aufmerksamkeit? Also technisch gesagt, was hat Prio 1, 2 oder 3? Das hilft mir deswegen, weil ich beobachte, dass ich mich anschließend am Schreibtisch nicht befluten lasse mit irgendeinem Kleinscheiß, sagt man so Saloppverzeihung. Mit irgendwelchen banale Nebensechlichkeiten, Aufhalte und dabei dem Blick für das Wesentliche verlieren. Diese Fokusfrage verhindert das. Was wird heute wichtig? Es hilft einfach so eine Klarheit, so eine Ordnung zu bekommen und sie nicht zu verzetteln mit irgendeinem Kram, der er nur auffällt und der den ganzen Tag auffüllt. Und die zweite Frage, daschnitt ist lustig, aber ich mein es ganz ernst, es nutzt sich wirklich auch für mich. In der gleichen Phase des Tages, ganz früh morgens frage ich mich, was lässt du heute mal ganz bewusst weg? Worauf verzichtest du, einfach damit ein Freiraum entsteht? Wie immer ich den auch nutze. Meist gibt sich dann schon wieder irgendwas, was es in der Zeit stattfindet. Aber bewusst, man topf abschneiden, von dem man denkt, das müsste unbedingt sein. Denn wir machen heute den Fehler, dass wir das Gefühle haben, das muss sein und jedes muss sein und dann zur Gewohnheit und wir hinterfragen, das irgendwann gar nicht mehr. Und dabei trägt es gar nicht zum gelingenen Leben bei uns. Erfreut nicht unser Herz und notwendige Sau nicht immer. Und diese Frage sich ehrlich und selbstkritisch zu stellen, worauf verzichte ich heute? Ganz bewusst. Auch wenn das weh tut, niemand verzichtet ja gerne. Aber das gibt deine Wahnsinn gefreiert. Könntest du das vorstellen? Weil einfach ein Freiraum entsteht. Plötzlich ist Luft da und das ist sehr angenehm, weil man das wirklich fühlen kann mit etwas, was einem dann total Spaß macht. Diese zwei Fragen, das wäre ein schöner Leifeck. Und dauert nur fünf Minuten. Aber man muss ehrlich sein und muss dann auch konsequente Handeln danach. Ich lern kann so viel Neues. Ich bin total sprachlos. Was mich interessieren würde, eine total persönliche Frage zum Abschluss. Diese Angst vor dem Stress. Das holt mich total ab. Also wenn mir ist es so und ich glaube auch bei vielen anderen Menschen, das muss ich gerade am Jahres anfangen, denkt Jena, Fiebra. Aber es wird so eine stressige Zeit, dass das liegt vor mir. Aber es wird so furchtbar. Wenn ich das kurz habe. Einfach, dass man deutlich wird, dass die Leute nicht falsch verstehen, dass ich Stress nur gut rede. Stress hat natürlich pathologische Konsequenzen. Aber die Moderator-Variable ist die Angst. Da gibt es fantastische Untersuchungen. Ich versuch das ganz kurz zusammenzufassen. Die haben Menschen untersucht. Die Stress hatten durch Arbeitsprozesse, Verdichtungen und Abläufen im Alltag. Und Menschen, damit verglichen, die die gleichen stressigen Arbeitsläufer hatten. Aber extrem Angst davor hatten, dass daraus irgendwas Schlimmes entstünde. Also Herz und Fakt, durch Blutungsstörungen, Diabetes, Übergewicht und so weiter. Und sie zeigten, dass tatsächlich nur diejenigen ein höheres Risiko hatten für die Gesundheit, die Angst vor Stress hatten. Also nicht der Stress, die Belastung, die Anspannung war das pathologische in die Wissengrenzen, sondern die Angst davor. Und deswegen müssen wir darüber reden. Das war eigentlich schon die Antwort. Also das heißt, besser einen Schritt nach den anderen setzen und nicht so das große Ganze und werden die Zukunft zu sehen. Was vielleicht ist, aber vielleicht auch gar nicht sein wird. Genau, richtig. Und wenn man Angst vor Belastung hat überlegen, warum ist das eigentlich so mit jemandem sprechen? Auch deswegen die Edukation, die Aufklärung. Oft kann man nämlich vielleicht die Anspannung im Leben nicht immer lösen. Wenn man Kinder hat, wenn man einen Job hat, wenn die Eltern herausfordern sind, die man pflegen muss. Das sind ja Dinge, die gehören zum Leben dazu. Aber vielleicht können wir Strategien entwickeln, die Angst davor zu nehmen. Und uns Mut machen Strategien aufzeigen, wie wir das schaffen, bewältigen. Dann entsteht nämlich aus der Angstaufbruchstimmung und Kraft. Und dann leiden wir auch unter Stress weniger. Das ist eine Aufgabe, die ich ja als Psychite habe. Deswegen habe ich auch diesen Podcast, bei Gehirn gehört, da versuche ich, über solche Dinge zu reden und Menschen in all ihren Formen, die Belastungen haben, die uns nicht gut geht, einfach Mut zu machen. Und zu zeigen, dass der Mensch eigentlich viel stärker ist, als er glaubt. Wenn wir uns nicht selber immer so diese Schwäche einreden, das ist mir ganz, ganz wichtig, unter die Hand zu reichen. Ich nehme mir mit, wenn wir uns das nächste Mal vorjahre, man wie stressig wir es haben, sagen wir einfach, hab dich nicht so lustig. Wir schaffen Aufbruchstimmung. Ja, also etwas empathischer, kann das ja sein. Aber es wäre gut, wenn man das zumindest mitdenken würde. Perfekt, vielen Dank, Volker Busch für den Besuch bei uns. Es war mir eine Freude. Ich glaube, wir haben viel mitgenommen, wir werden in Zukunft vielleicht anders über Stress reden. Hier in diesem Podcast. Das verschönt, zumindest beidseitiger, das wertvoll. Wenn ihr noch Eindrücke habt, Stress-Erfahrungen, die ihr neu denken wollt, schreibt es uns gerne in die Kommentare oder auch an. Besserleben, als das Standard.at und wenn euch die Folge gefallen hat, dann freuen wir natürlich auch immer. Über fünf Sternebewertungen. Das war besserleben, der Standard Podcast zu glücklich werden. Ich bin Francisco Zudel. Ich bin Antoniara und produziert wurde diese Folge von Christoph Neuwett. [Musik]

Podcast Summary

Key Points:

  1. Stress ist zunächst ein neutraler Anpassungsdruck, der uns bei der Bewältigung von Herausforderungen hilft.
  2. Die negative Wahrnehmung von Stress ist oft problematischer als der Stress selbst und kann zu Vermeidungsverhalten führen.
  3. Entscheidend für die Auswirkungen von Stress sind Bewertung, Dauer, Häufigkeit, Intensität und die anschließende Selbstfürsorge.
  4. Chronischer oder extrem akuter Stress kann pathologisch werden und erfordert dann professionelle Hilfe.
  5. Der Begriff "Freizeitstress" wird oft irreführend verwendet, da erfüllende Aktivitäten in der Freizeit normalerweise nicht krank machen.

Summary:

Der Podcast diskutiert das Thema Stress mit dem Experten Volker Busch, einem Hirnforscher und Leiter einer Stressambulanz. Zunächst wird betont, dass Stress an sich nicht schlecht ist, sondern ein neutraler Anpassungsdruck, der den Körper mobilisiert, um Herausforderungen zu bewältigen. Problematisch ist vor allem die heutige einseitig negative Wahrnehmung von Stress, die zu übertriebener Angst und Vermeidung führen kann.

Studien zeigen, dass diese Angst oft schädlicher ist als der Stress selbst. Entscheidend für die gesundheitlichen Auswirkungen sind nicht die Belastungen allein, sondern wie wir sie bewerten, wie lange und intensiv sie andauern und vor allem, wie gut wir uns in Erholungsphasen pflegen und regenerieren. Positiv bewerteter Stress, wie in einer Verliebtheitsphase, kann sogar belebend wirken.

B. durch Traumata) auftritt, was dann therapeutische Maßnahmen erfordert. Abschließend wird der Begriff "Freizeitstress" kritisiert: Erfüllende und frei gewählte Aktivitäten in der Freizeit sind ein Zeichen eines reichen Lebens und führen normalerweise nicht zu Krankheit, solange sie als positiv empfunden werden.

FAQs

Nein, Stress ist zunächst neutral und bedeutet Anpassungsdruck. Er kann gesund sein, da er uns hilft, Herausforderungen zu bewältigen und Ziele zu erreichen.

Weil Ärzte, Medien und Therapeuten den Begriff einseitig betrachten, was zu einer Angst vor Stress führt. Studien zeigen, dass diese Angst heute größer ist als der Stress selbst.

Entscheidend sind die Bewertung, Dauer, Häufigkeit und Intensität von Stress sowie wie gut wir uns danach pflegen. Positive Bewertung und Selbstfürsorge können Stress weniger schädlich machen.

Häufig sind Überforderung, Zeitdruck und Hektik im Job, aber auch soziale Konflikte oder Rollenkonflikte, wie bei Alleinerziehenden, die Familie und Beruf vereinbaren müssen.

Stress wird pathologisch, wenn er chronisch über Monate anhält oder akut extrem ist, wie bei Traumaerlebnissen. Dann reicht Aufklärung nicht aus und eine Stresstherapie ist nötig.

Durch Aufklärung über Stress und positive Bewertung, kombiniert mit Selbstfürsorge wie Pausen und Entspannung. Studien zeigen, dass eine andere Perspektive auf Stress bereits die körperlichen Folgen reduzieren kann.

Chat with AI

Loading...

Pro features

Go deeper with this episode

Unlock creator-grade tools that turn any transcript into show notes and subtitle files.