Warum geht eine Beziehung kaputt? Das solltet ihr tun, damit eure Liebe nicht zerbricht!
0m 0s
Eine Beziehung kann kaputt gehen, nicht durch große, dramatische Ereignisse, sondern durch kleine, alltägliche Verletzungen, die über die Zeit zu schwerwiegenden Konflikten führen. Diese kleinen Themen – wie Unordnung oder ungleiche Aufgaben – entstehen oft bereits in den ersten Monaten und verursachen eine ständige Unzufriedenheit. Wenn Partner sich nicht darauf einigen, über diese Dinge zu reden, entstehen faule Kompromisse und ein Gefühl von Missachtung. Systemische Muster wie Mangel an Respekt oder Ungleichgewicht im Geben und Nehmen sind tief verwurzelt und führen zu einer allgemeinen Beziehungsschwäche. Um dies zu vermeiden, ist es entscheidend, regelmäßig über Gefühle und Bedürfnisse zu sprechen, die Routine und Kommunikation regelmäßig abzustimmen und gemeinsame Zeit qualitativ zu nutzen. Dazu gehören auch gemeinsame Aktivitäten, wie Filme anschauen oder über Themen sprechen, sowie die Nutzung von Tools wie Paar-Journal oder Kartenspiele. Diese Methoden stärken das Vertrauen und bringen neue, glückliche Momenten in die Beziehung. Der Schlüssel liegt nicht nur darin, Probleme zu lösen, sondern darin, gemeinsam neue, gesunde Muster zu schaffen, die für beide nachhaltig sind. Das Verständnis dafür, dass kleinste Verletzungen eine große Wirkung haben, ermöglicht es, Beziehungen dauerhaft zu stärken und glücklicher zu leben.
Hallo und herzlich willkommen zu dieser neuen Folge bei den Lebensidealisten.
In dieser Folge geht es um das Thema, warum geht eine Beziehung kaputt?
Das solltet ihr tun, damit eure Liebe nicht zerbricht.
Mein Name ist Florian.
Ich bin Ina.
Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise,
hinein in eine glückliche und harmonische Beziehung.
Eine harmonische Beziehung zu führen erfordert in der Regel, dass man immer wieder an sich arbeitet.
Also regelmäßig Gespräche führen, Missstände frühzeitig identifizieren und vieles andere.
Wir zeigen, an welchen Dingen eine Beziehung kaputt gehen kann und wie ihr es schafft, diese im Alltag zu vermeiden.
Eine sehr spannende Folge, wie ich es selber finde.
Schauen wir uns mal an, welche Herausforderungen es in der Beziehung häufig gibt,
das erste, was wir aufgeschrieben haben, ist, dass Themen präsent sind,
die in der Beziehung aktuell ein Streitthema darstellen.
Also es können schon Kleinigkeiten sein, zum Beispiel Unordnung,
wenig gemeinsame Zeit, das Ungleichgewicht von Geben und Nehmen.
Also es gibt sehr viele Kleinigkeiten, die präsent sein können
und so eine schlechtere Grundstimmung erst mal schon mal erzeugen können.
Also die Liste, glaube ich, könnte man unendlich weiterführen.
Wenn ich überlege, was so die Coaching-Streitthemen sind,
ist das alles von, dass jemand den Geschirrspüler nicht ausräumt und die Sachen oben drüber stellt.
Geht es auch darum, wie jeder das Gefühl von Ordnung grundsätzlich hat,
von Haushaltsaufgaben, von finanziellen Dingen.
Also viele Sachen, die sich häufig im Alltag wiederholen,
wo man sich immer wieder dran aufhängen kann.
Das ist ja auch die Schwierigkeit bei diesen Kleinigkeiten,
insbesondere bei diesen alltäglichen Kleinigkeiten,
dass dadurch immer wieder eine kleine Verletzung entsteht
und sich daraus irgendwann eine größere bildet
und durch diese schlechtere Grundstimmung dann auch die Zündschnur kürzer wird.
Ja, es ist etwas, wir sagen immer, das kleinste ungute Gefühl,
wo es anfängt, sich zu lohnen, etwas auszusprechen,
ist schon, wenn es unstimmig ist.
Und diesen Punkt übergehen viele und sagen sich innerlich,
was soll ich das anfangen?
Was soll ich da ansprechen?
Macht ja keinen Sinn und ist ja nur eine Kleinigkeit.
Man redet sich das innerlich schön,
warum es nicht gebraucht wird, das anzusprechen,
obwohl so der innerliche Impuls vielleicht schon da war,
dass das etwas wäre, worüber man mal reden könnte.
Und so hat natürlich aber auch der andere gar nicht so die Chance,
was zu verändern.
Genau, ich meine, es ist ja nicht so,
dass es beim anderen nicht ankommt, wenn man nichts sagt.
Es zeigt sich halt in Gereiztheit, in kurzer Kommunikation,
dass man auch das Gefühl hat,
wenn ich das jetzt ausspreche,
wird das als nicht schlimm abgestempelt.
Also lohnt es sich gar nicht, das anzusprechen.
Dann heißt es wieder, ja, du kommst wieder mit so viel Kritik.
Und Diskussionen, hat man ja manchmal das Gefühl,
gehören natürlich dazu und sind normal.
Aber das sind ja dann Situationen, die zu Diskussionen führen,
die sinnlos sind, wenn man sich eher im Kreis dreht.
Ja, man kommt zu keiner Lösung mehr.
Ja, jeder hält den anderen vor, was einem ja auch stört.
Und dann sind da zwei Verhältnisse,
man verletzt Menschen gegenüber, die sich vorhalten,
wer was falsch macht.
Und dann steigert sich das meistens hoch.
Das trifft ja auf so viele Bereiche dann auch zu,
dass stimmige Kompromisse sind, die man nicht getroffen hat.
Also jeder Kompromiss, bei dem nicht beide zufrieden damit sind
und einer noch ein unstimmiges Gefühl zurückhält,
aber vielleicht zustimmt, weil er sagt,
ja, dann ist das Thema erledigt vom Tisch
oder beim nächsten Mal gebe ich nach.
Das sind alles Dinge, die fallen einem auf die Füße.
Ja.
Meistens beiden.
Wir nennen das dann eben faule Kompromisse.
Und je mehr man von diesen kleinen Themen hat,
von diesen faulen Kompromissen hat,
Diskussionen, die man nicht zu Ende führt,
desto stärker belastet ist die Beziehung,
was sich eben auf unterschiedlichste Bereiche dann wieder auswirkt.
Genau, unterschiedliche Bereiche könnten ja auch die Kinder sein
oder die Arbeit, dass die sozusagen ihren Anteil auch abbekommen.
Kommen wir mal zu den Folgen.
Die Folge ist,
denn man setzt sich nicht mit den Themen auseinander,
und vermeintliche Kleinigkeiten, in Anführungsstrichen ja,
bestehen längerfristig und man eckt immer wieder aneinander.
Nehmen wir ein Beispiel.
Die Kleidung wird zum Beispiel nicht weggeräumt,
sondern bleibt dann irgendwo liegen.
Die Küche ist dauernd unordentlich, wenn man nach Hause kommt.
Und dann kommt es halt immer wieder zu den gleichen Diskussionszielen,
zu richtigen Streitthemen, die sich dazu entwickeln können.
Und manchmal ist das Gefühl auch da,
dass dann so Deckel aufspringen.
Also, dass jemand vor einmal wegen einer ganz, ganz Kleinigkeit explodiert.
Und man denkt so, oh, wie kann man sich denn jetzt darüber so aufregen,
dass ein Teller auf dem Geschirrspüler draufsteht und nicht drinsteht.
Da müssen wir vielleicht kurz sagen,
weil du hast gerade ein Beispiel aus der Küche gebracht
und sagst dann Deckel aufspringen.
Damit sind keine Topfdeckel gemeint,
sondern die Deckel, die man innerlich auf verstauter Wut oder sowas hat.
Und der springt dann auf.
Also nicht der Deckel.
Nicht der Deckel auf dem Kochtopf.
Ja, das ist dann natürlich genau das,
warum dann die Diskussionen in Streit überwandern.
Weil dann eben diese Deckel hochgehen und man aufgestaut hat.
Dann greift man zurück auf Dinge, die schon lange zurückliegen.
Oder dann fasst man zusammen und sagt,
das ist ein Thema schon seit drei Jahren, was nicht besser wird.
Dem Ganzen liegen natürlich die Systemgesetze zugrunde.
Im Regelfall sind das die ersten drei Systemgesetze,
die hier immer wieder ein Thema sind.
Das ist Ausschluss.
Das ist nicht ausreichend.
Kein ausreichender Respekt, nicht genügend Wertschätzung,
nicht genug Anerkennung, Liebe, Nähe.
Und das Dritte ist dann eben,
Ausgleich von Geben und Nehmen ist nicht hergestellt.
Das heißt, einer von beiden hat das Gefühl,
ich leiste für unser kleines Familien- oder Paarteam viel mehr als der andere.
Da ist ein Ungleichgewicht entstanden.
Ich gebe viel mehr rein und der andere nicht.
Der ruht sich irgendwie zu viel aus.
Und das ist, glaube ich, um auch auf das Anfangsthema zu kommen,
die Gefahr, dass diese vermeintlichen Kleinigkeiten,
zu einem Berg entstehen lassen
und es damit zu einem Rundumschlag im Streit kommt,
der wiederum eine gewaltige Kraft immer hat
und der eine starke Unzufriedenheit mit sich bringt.
Vielleicht noch mal ein kleiner Satz dazu,
warum wir uns gerade so viel bei den Kleinigkeiten
und den Alltagsthemen aufhalten.
Und jetzt bei dem Thema, warum geht eine Beziehung kaputt,
nicht über Fremdgehen, Affären, Fremdverlieben
und die krassen Dinge sprechen, die so passieren können.
Das liegt einfach daran, dass das meistens ein Symptom,
eine Wirkung für etwas ist,
dessen Ursache viel früher in der Beziehung angefangen hat.
Das heißt, die wahren Probleme in einer Beziehung
fangen in der Regel mit Kleinigkeiten an.
Wenn wir also gemeinsam mit einem Paar im Coaching
auf die Suche gehen nach der ersten Verletzung,
dann ist die erste Verletzung regelmäßig eine Kleinigkeit,
die aber heute noch in Erinnerung geblieben ist.
Und die liegt fast immer in den ersten sechs Monaten der Beziehung.
Das heißt, dort ist der Anstoß dafür,
ins Rollen gekommen, dass jemand vielleicht nach 5, 6, 7, 8, 9, 10 Jahren
in der Beziehung so in der Sackgasse steckt
und sich so ungeliebt vielleicht fühlt
und die Systemgesetze so stark verletzt sind,
dass er fremdgeht.
Deswegen reden wir hier gerade sehr intensiv
über den Alltag und die Kleinigkeiten,
weil sich um den Alltag und die Kleinigkeiten zu kümmern
und in diesen Kleinigkeiten für gute Gefühle zu sorgen,
führt dahin, dass eben sich so große Baustellen,
so große Themen, die sich in der Beziehung verletzen,
so große Themen gar nicht erst anbahnen.
Zu dieser Podcast-Folge haben wir einen Blogbeitrag geschrieben,
warum geht eine Beziehung kaputt?
Das solltet ihr unbedingt im Alltag vermeiden.
Hier könnt ihr nochmal nachlesen, was wir hier euch berichtet haben,
könnt euch noch die ganzen Lösungsansätze schriftlich anschauen.
Und wenn ihr das ganze Thema vertiefen wollt,
dann geht auf unsere Websites in den Bereich der Workshops.
Dort könnt ihr bei uns Mitglied werden
und erhaltet zu dieser Folge dann ein Workbook.
Das ist nicht extrem lang,
das soll jetzt euch nicht tagelang beschäftigen,
das sind zwei, drei Seiten,
die euch dabei helfen,
eure aktuelle Situation zu reflektieren
und eben für euch zu schauen,
was könnt ihr tun, lernen, verändern,
damit ihr gemeinsam einen anderen Weg einschlagen könnt,
der in eine glücklichere und harmonischere Beziehung führt.
Dieses Workbook ist immer ganz speziell gewünscht
auf genau diese Podcast-Folge,
die ihr euch gerade anhört.
Kommen wir einmal zu den Lösungsansätzen.
Wir haben einmal fünf Tipps zusammengestellt.
Tipp Nummer eins ist,
reden und damit sind wir wieder bei der Grundlage.
Also ins Gespräch kommen,
auch dann, wenn ihr denkt,
dass es sich nur um eine Kleinigkeit handelt.
Also jedes Mal, wenn ein ungutes Gefühl entsteht,
das auszusprechen.
Da sind wir bei Systemgesetz Nummer neun,
aussprechen, was ist.
Und wir Menschen merken eigentlich immer ziemlich gut,
wenn uns etwas trifft.
Also es entsteht ein Gefühl von,
oh, das war jetzt unangenehm,
ich fühle mich nicht wohl.
Und das auszusprechen,
das hat mehrere Gründe auch,
was man sofort machen sollte.
Einmal ist es wichtig,
weil jeder Mensch sich von einer anderen Sache verletzt fühlt.
Das heißt, das, was mich verletzt,
muss dich nicht verletzen
und andersrum genauso.
Und es ist auch wichtig,
das auszusprechen,
weil jeder Mensch
ein anderes Erinnerungsvermögen hat.
Das heißt, man kann sich das so praktisch vorstellen,
wenn man jetzt Mitte der Woche
sich abends streitet,
eine Diskussion hat
und dann sagt man,
oh, ich bin zu K.O.,
lass uns schlafen gehen.
Wir reden am Wochenende darüber,
denn es ist immer meistens sehr schwierig,
wieder ins Gespräch zu kommen.
Weil nicht klar ist,
wer am Wochenende zu dem anderen kommt
und nochmal das Gesprächsthema aufmacht.
Und es kann halt auch sein, durch die unterschiedlichen Erinnerungsgaben, dass der eine sagt, ich weiß gar nicht mehr, worüber wir gestritten haben und die andere Person sagt, ich habe die ganze Zeit, die ganze Woche darüber nachgedacht, das macht bei mir jetzt wieder ein ungutes Gefühl, dass du nicht mal mehr weißt, worum es ging.
Das könnt ihr damit vermeiden, wenn ihr das direkt immer klärt. Da ist aber natürlich wichtig, auf eine wertschätzende Atmosphäre zu achten, also nicht in Vorwürfen zu kommunizieren und ein Gespräch auf Augenhöhe zu führen.
Das Wichtige bei Systemgesetz 9, dem Aussprechen, was ist, ist ja auch noch der zweite Part, nämlich anerkennen, was ist. Also, dass derjenige, dem das ungute Gefühl ausgesprochen wird, auch anerkennt, wenn er die Verantwortung dafür trägt, Verantwortung übernimmt.
Und gemeinsam.
Im Wir-Gefühl nach Lösungsansätzen gesucht wird. Und das ist ja auch so ein ganz wichtiger Punkt, warum dieses Reden und Aussprechen auch von kleineren Unstimmigkeiten wichtig ist, denn nur das gibt den anderen die Chance, sein Verhalten zu verändern, sodass das Verhalten eben dem anderen gut tut und euch als Paar eben auch gut tut.
Wenn das nicht passiert, nicht ausgesprochen wird, dann wird sich da sehr wahrscheinlich nichts dran ändern, weil wie du eben gesagt hast, Ina, es ist, man weiß eben gar nicht.
Man weiß gar nicht genau, was den anderen verletzt, weil das eben ganz unterschiedlich ist. Man kann das nicht immer dem anderen ablesen und so habt ihr die Chance, wirklich etwas nachhaltig zu verändern.
Das zweite ist, die Bedürfnisse abzuklären. Also, normalerweise kann der Partner eben nicht in einen hineinschauen, sondern man sollte aussprechen, was man sich wünscht, welche Bedürfnisse man hat. Die Wünsche von den Lippen ablesen, das funktioniert im Film und im Märchen, im realen Leben ist das schwierig.
Sehr romantisch, ne?
Ja, wird gebraucht.
Dass man ausspricht, damit auch beide eine realistische Chance haben. Das ist auch immer ein Thema bei Erwartungen. Wenn man eine Erwartung hat und die ist unausgesprochen geblieben, dann ist eben die Wahrscheinlichkeit auch da, dass der andere diese Erwartung, die man nur in sich trägt, nicht erfüllt.
Sind die Bedürfnisse geklärt, kommt es eben zu deutlich weniger Verletzungen und ihr könnt euch eben auch über eure Bedürfnisse und Erwartungen, die ihr ausgesprochen habt, gegenseitig Gutes tun.
Damit kommen wir eigentlich auch mit zum nächsten Punkt, dass man die Routinen immer wieder abgleichen sollte. Also, der Alltag besteht ja bei vielen Menschen auch aus Routinen, was an sich auch gut ist, damit man nicht immer über Sachen neu nachdenken muss. Aber der Alltag ist halt nicht linear. Das heißt, da ist eine gewisse Dynamik dabei und das kann sich auch ändern.
Und da ist es wichtig, nochmal drauf zu schauen, sind die Routinen stimmig? Also, fühlt man sich wohl oder kann man vielleicht durch die Umstellung von Routinen auch viele Streitpunkte?
Ja, das kann man schon vermeiden, weil man sich ja nicht über die Sachen immer wieder aufregt, die eine Routine sind, die unstimmig sind, sondern wenn man sich zusammensetzt und überlegt, welche Routinen haben wir, tun sie uns gut, möchten wir daran was ändern, möchten wir neue mit hinzunehmen.
Ich finde das immer ganz spannend am Beispiel von Kindern, weil Kinder, finde ich, immer sehr gerne, wenn sie klein sind, noch Routinen haben und sich daran so ein bisschen langhangeln. Und wir Erwachsenen eigentlich dann auch merken, dass Routinen uns gut tun, aber Routinen trotzdem.
Routinen müssen immer wieder neu angepasst werden. Also das, was bei der Einstaffbegleitung ein Monat, zwei Monate super läuft, kann von einem auf den anderen Tag überhaupt nicht mehr laufen. Und dann bringt es nichts, an dieser Routine festzuhalten, sondern man muss wieder neu überlegen und sagen, ja, jetzt ist es unstimmig, jetzt passt es nicht mehr. Wie können wir es umstellen, damit es wieder stimmig ist?
Und wenn ich da an meine letzten Coachings denke, dann würde ich sagen, ist das Thema immer wieder abgleichen etwas, was man nicht nur auf die Routinen reduzieren kann, sondern was?
Auf ganz viele Bereiche in der Beziehung anzuwenden ist. Also zum Beispiel auch die Bedürfnisse, Interessen, was wird gebraucht. Ich erlebe das in den Coachings immer wieder, dass das mal abgeglichen wurde und dann ist das in der Partnerschaft wie in Stein gemeißelt.
Und man glaubt, weil vor zehn Jahren man darüber gesprochen hat, was einen begeistert, interessiert, was die Bedürfnisse sind, würde das ja heute auch noch gelten. Und die Paare im Laufe der Beziehung vergessen, sich abzudaten und zu sagen.
Hat sich was bei mir geändert? Ich habe heute andere Bedürfnisse als vor zwei Jahren. Es haben sich Lebensumstände verändert. Es haben sich meine Interessen verändert. Es gibt einfach neue Bedürfnisse und manche Bedürfnisse treffen gar nicht mehr zu. Manche Wünsche, manche Interessen, manche Ziele haben sich verändert.
Das kann ja mal sein, dass man irgendwann gesagt hat, mit Anfang 20 mein Ziel ist ein super teures Auto. Und im Laufe der Zeit merkt man, oh, Materielles, das bringt ja gar nicht so viel.
Das geht ja eher um Lebensmomente im Leben und gemeinsame Zeit. Ich brauche das super teure Auto gar nicht mehr oder sowas. Und dass man eben dann den anderen mitnimmt, das ist jetzt nur ein plakatives Beispiel, aber es gibt natürlich ganz, ganz viele kleine Beispiele in der Beziehung, wo man vielleicht ein Ziel gar nicht mehr braucht und sagt, das ist gar nicht mehr mein Wunsch oder wo sich Bedürfnisse verändern und sich da abzudaten, ist total wichtig.
Ja, das ist das, was ich immer festhalte, da ganz viel reininterpretieren kann und immer sagen kann, ja, aber dir ist das doch wichtig, du möchtest das doch so, es war doch sonst immer so. Und damit auch dem anderen gar keine Veränderung zugestehen lassen. Und das finde ich auch ein Punkt, der ganz schwierig in einer Beziehung sein kann.
Und was jemand vor zehn Jahren gesagt hat, ist halt schwierig, dann bleibt man stehen im Leben.
Wenn ich etwas mit meinem Sohn unternehme, habe ich extra einen Fokus eingestellt, Vater-Sohn-Freizeit. Und wenn das aktiviert ist, dann ist es eben so, dass nur noch Ina mich anrufen kann. Ich glaube noch meine Eltern.
Genau, und das war es dann nachher. Alle anderen kommen nicht mehr durch. Und auch alle Nachrichten, E-Mails, Nachrichten über Business Manager, andere Messenger kommen alle nicht mehr durch, sodass ich eben keine Ablenkung habe.
Ich glaube, dass man einen Impuls spürt, mal zum Handy zu gucken und man mittlerweile echt das Gefühl hat, man verpasst was. Aber die qualitative Zeit, die ich dadurch mit meinem Sohn erlebe und diese ungeteilte Aufmerksamkeit, die ist natürlich sehr, sehr wertvoll.
Und das gilt für die Partnerschaft genauso. Sich bewusst Zeit nehmen, diese ohne Ablenkung zu nutzen, auch eben Zeit miteinander zu verbringen. Qualitativ heißt, miteinander im Austausch sein, sprechen, etwas Aktives machen, Lebensmomente zusammen haben, zusammen miteinander Netflix gucken.
Kann ein Lebensmoment vielleicht sein, wenn man danach darüber spricht. Wenn man wirklich sagt, da sind Serien, Dokumentationen, die mich unheimlich begeistern oder man ist gemeinsamer Fan und analysiert vielleicht danach Serien.
Ich hatte mal einen Mitarbeiter im Unternehmen, der war total begeisterter Filmfan und der hat eben so einen Film nicht einfach nur geguckt als Konsument, sondern hat ihn danach eben auseinandergenommen, Szenen auseinandergenommen, geguckt, wie die Schauspieler agiert haben und hat nach Fehlern.
Also der hat eben so einen Film als Hobby wirklich auseinandergenommen und für sich bewertet. Und wenn man das natürlich als Paar gemeinsam als Hobby genießt und darüber danach philosophiert, dann kann das ein Hobby und ein Lebensmoment sein. Die meisten Menschen nutzen Netflix dann doch eher zum Abschalten und man hat im Prinzip zwei abgeschaltete Körper nebeneinander, die irgendwie eine Serie gucken. Das ist keine qualitative Zeit.
Was ich auch mal ganz spannend finde, ist das Thema Wertschätzung in der gemeinsamen Zeit. Da fällt mir immer so der Moment ein, wenn ich zum Beispiel. Wenn ich meinen Sohn ins Bett bringe und zurückkomme ins Wohnzimmer und du guckst gerade was im Fernseher, dass du automatisch, wenn ich reinkomme, erstmal den Fernseher auf leise machst. Also dass ich nicht das Gefühl habe, ich setze mich dazu auf der Couch und da läuft einfach was weiter, sondern dass du das automatisch unterbrichst und einmal wir uns abchecken, gucken, was machen wir mit dem Abend noch und so weiter. Und das finde ich irgendwie auch eine Form von Wertschätzung, dass der andere das Gefühl hat, ich bin jetzt nur so ein Beiwerk.
Was jetzt da mit auf der Couch sitzt und der andere möchte es einfach weitergucken und hat gar kein Interesse daran, sondern dass es auch bewusst so von zwei Seiten kommt, damit auch eine gewisse Energie entstehen kann, gemeinsam gerne Zeit zu verbringen.
Ja und dann natürlich nicht nur auf leise zu machen oder auf Pause, sondern auch ganz aus, wenn man merkt, okay, wir wollen was noch zusammen machen, zusammen sprechen, was auch immer, dass man eben dann das Ganze unterbricht.
Aber da ist halt die Reihenfolge, finde ich, spiegelt das so gut wieder. Nicht, dass ich zu dir sage, machst du den Fernseher aus oder machst du mal leise.
Sondern, dass es von dir aus kommt.
Ja.
Vielen Dank für diese Wertschätzung.
Gerne.
Okay, letzter Punkt, den wir noch haben.
Tools und Methoden für die Beziehung kennenlernen und nutzen.
Also es gibt natürlich dann durchaus jede Menge Hilfestellungen und Möglichkeiten, was man für seine Beziehung tun kann, wenn man sagt, ich habe da jetzt gar nicht so die Kreativität und die Ideen, was wir jetzt tun können, um vielleicht als Paar enger zusammenzuwachsen.
Und im zweiten Punkt natürlich, wenn man merkt, ich weiß gar nicht, ob ich mit dem anderen überhaupt Zeit verbringen möchte.
Es fühlt sich komisch an.
Irgendwie ist da was bei, was mich daran hindert, mit meinem Partner, meiner Partnerin Zeit zu verbringen, zu überlegen, ob man halt eine Paartherapie oder ein Parkour.
Paar-Coaching für sich nutzt,
um wieder gerne miteinander
Zeit zu verbringen und
vielleicht auch, wie du sagst, ein bisschen kreativer
zu werden mit der Zeit, aber einfach auch
Lebensmomente zu haben, wo man sagt, das
macht uns als Paar glücklich.
Ja, zu
diesen ganzen verschiedenen Möglichkeiten
gehört ja sowas wie ein Paar-Journal
führen, Kartenspiele für Paare
durchzuführen.
Wir haben immer was, das nennt sich Tut-Mit-Gut-Liste
zu schauen, wie es mit der Dankbarkeit
ist, wie kann man dankbar werden, also dass man auch
eben realisiert, da ist
eine Entwicklung da, da gibt es ganz verschiedene
Möglichkeiten. Man kann das natürlich auch
durch Kurse machen, Videokurse.
Wir haben ja auch den kostenlosen 5x5
Kurs mit 5 Videos,
die euch dabei helfen, wo auch zum Beispiel die
Tut-Mit-Gut-Liste drin ist, richtig Entscheidungen
treffen, Feedback geben, sich entschuldigen,
sich mit den 5 Sprachen der Liebe
beschäftigen, also zu schauen, welche
Bücher gibt es in dem Bereich,
gemeinsam vielleicht auch Bücher oder Hörbücher,
Podcasts zu hören, zu lesen,
um darüber auch
dann zu sprechen. Das ist immer das Relevante.
Ich habe das letztens auch in dem Coaching
wieder gehabt, dass
das Coaching war fertig und es ging jetzt darum,
das in den Alltag zu bringen, eben auch
dann diese, wir nennen das immer so Tools,
auf den oberen Ebenen, über der Systemgesetz-
Ebene dann anzuwenden
und da war wieder dieses
Ding, dass beide eher
für sich gearbeitet haben.
Jeder hat so für sich irgendwas gemacht, der eine
hat ein Buch gelesen, der andere hat das gemacht,
aber die haben sich gar nicht so gegenseitig
geupdatet.
Was sie denn eigentlich machen und mitgenommen
auf dem Weg, sondern jeder für sich.
Und dass da eben ihr als Paar
darauf achtet, dass ihr das im Wir-Gefühl
macht, entweder Dinge zusammen zu tun
oder aber den anderen immer mitzunehmen
und zu sagen, hey, ich habe das nächste Kapitel
im Buch Sprachen der Liebe gelesen und da stand
das und das und das fand ich total spannend, lass uns mal
darüber austauschen, dass ein Austausch
darüber stattfindet.
Und dadurch wird ja auch die Beziehung von Grund auf
gestärkt, dass man
sozusagen sich
durch verschiedene Tools und
verschiedene Methoden,
etwas Passendes
zusammenstellt, dass man
die eigene Beziehung stärkt und man
das Gefühl hat,
wir wissen, was uns gut tut.
Genau, das ist
das Schöne, dass man so diese Palette von
Möglichkeiten hat, dass man sich daraus
das raussucht, was für die Partnerschaft
gerade gebraucht wird. Ich bin zum Beispiel jetzt
nicht so der Freund für mich oder für uns
von diesen Kartenspielen, die
so anregen,
über welches Thema man spricht.
Das liegt nur aber auch daran, dass ich bei uns
keinen Kommunikationsmangel empfinde,
sondern wir eigentlich immer Themen haben, über die wir
sprechen können, ob das verschiedene
Podcasts sind von
anderen, die wir gut finden und
wir uns austauschen oder halt diverse andere
Themen. Es gibt immer genug Dinge,
worüber wir uns gerne austauschen, weil
wenn ihr natürlich das Gefühl habt,
wir finden nicht so recht zu Themen, dann
kann so ein Kartenspiel, wo immer so
Impulse mitgegeben werden, worüber man sich
austauschen könnte, kann dann total gut
sein.
Das war's mit der heutigen Folge. Wir hoffen,
ihr hattet einige spannende Impulse
und hilfreiche Tipps für euch.
Wie gesagt, sonst könnt ihr es gerne nochmal bei uns im Blog
nachlesen. Ansonsten freuen wir uns
natürlich sehr, wenn ihr uns auf unseren
anderen Kanälen folgt. Schaut gerne mal
bei YouTube vorbei, bei Instagram,
Pinterest, Facebook. Wir sind ja
noch nicht überall vertreten, aber
auf ein paar Kanälen schon.
Und ansonsten hören wir uns in der nächsten Folge.
Vielen Dank fürs Zuhören. Tschüss!
Musik
Podcast Summary
Key Points:
Kleine Alltagssituationen wie Unordnung oder ungleiche Haushaltsaufgaben können zu langfristigen Konflikten führen, weil sie sich zu größeren Verletzungen entwickeln.
Die Vermeidung von Gesprächen über unangenehme Gefühle führt zu einem Rückzug, wodurch sich Ungereimtheiten verstärken und die Beziehung belastet.
Faule Kompromisse, bei denen ein Partner zustimmt, ohne dass sich beide zufrieden fühlen, schaffen ein Ungleichgewicht und können zu Wut und Verdruss führen.
Systemische Muster wie Mangel an Respekt, Anerkennung oder Ungleichgewicht im Geben und Nehmen sind oft die Ursache für langfristige Beziehungsschwierigkeiten.
Die ersten Verletzungen in einer Beziehung beginnen oft bereits in den ersten sechs Monaten und sind oft klein, aber entscheidend für spätere Konflikte.
Regelmäßiges Abgleichen von Routinen und Bedürfnissen verhindert, dass sich die Beziehung über Jahre verändert und verliert.
Qualitative, gemeinsame Zeit – wie z. B. gemeinsame Filme oder Gespräche – stärkt die Verbundenheit und zeigt Wertschätzung.
Gemeinsame Tools wie Paar-Journal, Kartenspiele oder Bücher fördern das Vertrauen und ermöglichen neue, glückliche Lebensmomente.
Summary:
Eine Beziehung kann kaputt gehen, nicht durch große, dramatische Ereignisse, sondern durch kleine, alltägliche Verletzungen, die über die Zeit zu schwerwiegenden Konflikten führen. Diese kleinen Themen – wie Unordnung oder ungleiche Aufgaben – entstehen oft bereits in den ersten Monaten und verursachen eine ständige Unzufriedenheit. Wenn Partner sich nicht darauf einigen, über diese Dinge zu reden, entstehen faule Kompromisse und ein Gefühl von Missachtung.
Systemische Muster wie Mangel an Respekt oder Ungleichgewicht im Geben und Nehmen sind tief verwurzelt und führen zu einer allgemeinen Beziehungsschwäche. Um dies zu vermeiden, ist es entscheidend, regelmäßig über Gefühle und Bedürfnisse zu sprechen, die Routine und Kommunikation regelmäßig abzustimmen und gemeinsame Zeit qualitativ zu nutzen. Dazu gehören auch gemeinsame Aktivitäten, wie Filme anschauen oder über Themen sprechen, sowie die Nutzung von Tools wie Paar-Journal oder Kartenspiele.
Diese Methoden stärken das Vertrauen und bringen neue, glückliche Momenten in die Beziehung. Der Schlüssel liegt nicht nur darin, Probleme zu lösen, sondern darin, gemeinsam neue, gesunde Muster zu schaffen, die für beide nachhaltig sind. Das Verständnis dafür, dass kleinste Verletzungen eine große Wirkung haben, ermöglicht es, Beziehungen dauerhaft zu stärken und glücklicher zu leben.
FAQs
Kleine Ungereimtheiten wie ungeordnete Küche oder unerledigte Hausaufgaben können zu verletzenden Gefühlen führen. Diese werden im Laufe der Zeit zu größerer Wut und Gereiztheit, was schließlich zu ernsthaften Streitigkeiten führen kann.
Faule Kompromisse treten auf, wenn Partner ein Thema ablehnen oder vermeiden, weil es als klein erscheint. Dadurch entsteht ein ungelöstes Gefühl und ein Ungleichgewicht, das die Beziehung langfristig belastet.
Die Wut oder das Gefühl der Verletzung, die sich über eine kleine Ungereimtheit entfaltet, wird oft durch inneres Stau und eine frühere Verletzung ausgelöst. Dies führt zu explodierenden Reaktionen, die sich auf längere Zeit auswirken.
Systemische Probleme beginnen oft mit kleinen Verletzungen in den ersten Monaten der Beziehung. Wenn diese nicht behandelt werden, entstehen Muster wie Ungleichgewicht im Geben und Nehmen oder Mangel an Wertschätzung, die sich über viele Jahre auswirken.
Das Aussprechen von Unstimmigkeiten im Moment verhindert, dass sie sich aufbauen und zu größeren Streitigkeiten führen. Es schafft eine wertschätzende Atmosphäre und gibt beide Partnern die Möglichkeit, Veränderungen vorzunehmen.
Partner sollten ihre eigenen Bedürfnisse und Erwartungen aussprechen, um Missverständnisse zu vermeiden. Dies führt zu mehr Verständnis, weniger Verletzungen und einer stärkeren emotionalen Bindung.
Chat with AI
Loading...
Pro features
Go deeper with this episode
Unlock creator-grade tools that turn any transcript into show notes and subtitle files.