Warum Du Dich erschöpft fühlst (es ist nicht der Stress)
16m 16s
Die tiefe Erschöpfung, die trotz wenig Stress anhält, wird oft falsch gedeutet. Nicht allein Überlastung ist die Ursache, sondern die Art zu leben. Vier unterschätzte Faktoren spielen eine Schlüsselrolle: Erstens Selbstbestimmung – wenn du nur funktionierst und keine eigenen Entscheidungen triffst, verlierst du leise Energie. Zweitens Handlungsfreiraum – zu starre Alltagsstrukturen erzeugen innere Enge, die müde macht. Drittens Autonomie – ständige Anpassung an andere raubt Kraft. Viertens Kreativität – freier Ausdruck ohne Ziel (wie Musizieren oder Gärtnern) schenkt tiefe Erholung. Der Fehler liegt darin, Erschöpfung mit noch mehr Optimierung, Struktur und Disziplin bekämpfen zu wollen. Das verbessert nur das Funktionieren, entfernt dich aber weiter von dir selbst. Was dein System wirklich braucht, ist Kontakt zu dir: die vielen kleinen Momente bewusst wahrzunehmen, in denen du nur abarbeitest, und dann innezuhalten, zu atmen und langsamer zu werden. Die Lösung liegt nicht in mehr Urlaub oder besserer Organisation, sondern darin, Schritt für Schritt wieder zu dir zurückzufinden – aus Verbindung zu dir selbst schöpfst du echte Kraft.
Heute geht es um ein Gefühl, dass ganz viele von uns kennen. Es geht um Erschöpfung. Und damit meine ich jetzt nicht so diese super angenehme Erschöpfung nach dem Sport, zum Beispiel oder nach einer lang Wanderung oder auch nach Gartenarbeit, sondern ich meine die tiefe Erschöpfung, die dein Alltag richtig überschattet. Also, wo du dauerhaft müde bist, wenig Energie hast, obwohl du überhaupt nichts dramatisches erlebt und nichts überfordern des gemacht hast. Und es gibt ein paar, wie ich finde, absolut wesentliche Punkte, die wir beim Thema Erschöpfung übersehen, weil sie nämlich an der Oberfläche scheinbar erst mal nichts mit der Schöpfung zu tun haben können. Und genau diese Punkte teile ich mit dir heute und es sind vier ganz wesentliche Punkte, wo ich mir sehr sicher bin, dass es mindestens ein gibt, der auf dich zu betrifft oder wo du wirklich für dich auch ein Mehrwert mitnehmen kannst. Vorher möchte ich dir aber noch eine Sache kurz hier reingeben und zwar, wenn es dir exakt so geht, dass du dauerhaft müde bist, dann solltest du das natürlich medizinisch abklären lassen. Komm mit zu dem vier Punkten, weil tiefe Erschöpfung kann ja absolut eine Qual sein. Vor allem dann, also das körperliche reicht ja schon, aber vor allem wenn dann auch noch neben dem körperlichen, so dieses Gefühl dazukommt, wirklich, wirklich leer zu sein, ja, wenn du dich so leer fühlst, so als würde dir zu dieser körperlichen Erschöpfung hinzu einfach wie was fehlen. Und dann sagen ja viele, na ja, ich brauche mehr Ruhe oder ich brauche irgendwie Urlaub oder ich muss mich besser organisieren, ja, so das sind so die Standarddinge, die wir ja sagen, wenn wir merken, dass wir irgendwie müde oder erschöpft sind. Und ja klar, wenn das mit dem Urlaub klappt und wenn du dann super erholt bist, ist das natürlich super, ja, aber für viele ist das eben nicht ausreichend. Und ich weiß nicht genau, wie viele Menschen es gibt, die schon gesagt haben, ich gehöne mir jetzt irgendwie keine Ahnung, ein Ferientag, ein langes Wochenende, was auch immer. Und komischerweise war die Erschöpfung auch, wenn gar nicht viel gemacht worden ist danach trotzdem nicht richtig weg. Und das ist ja wirklich der Punkt, weil ich würde sagen, es ist ja oft gar nicht allein der Stress, der dich erschöpft, sondern und das ist jetzt, glaube ich, wirklich etwas, wo ich dich einladen mag, ein bisschen aufzuhäuchen. Wenn ich sage, es ist nicht alleine der Stress, der dich erschöpft, sondern es ist die Art, wie du lebst. Und das ist das, wo ich wirklich etwas tiefer mit dir zusammen reinschauen mag. Weil es gibt ein paar Dinge, die für uns Menschen viel wesentlicher sind als für das oft glauben. Und wenn die dann fehlen, dann fühlst du dich irgendwann genau so, nämlich leer, müde, ausgelaucht. Auch dann, wenn das Leben so aussieht, wie wenn alles funktioniert. Also wenn du sagen würdest so, ja, mein Leben passt eigentlich. Und jetzt machen wir gerade direkt an diesem Punkt, wo ich denke, ne, leer müde, ausgelaugt, machen wir direkt den Sprung in den ersten Punkt rein, von den vier Punkten, wo ich gerade gesprochen habe. Nämlich der erste Punkt ist das Thema Selbstbestimmung. Also, dieses Gefühl, dass du dein Leben nicht nur abarbeitest, sondern dass du dein Leben wirklich gestaltest, dass du Entscheidungen trist, die wirklich aus dir herauskommen. Und wenn du aber längere Zeit Dinge tust, die sich nicht wirklich nach dir anfühlen, ne, also wo du nicht das Gefühl hast, selbstbestimmt zu handeln oder gehandelt zu haben, dann zieht das letztlich an deiner Energie. Einmal geht noch, zweimal vielleicht auch, aber ab dem dritten Mal wird es dann schon kritisch, weil das passiert total leise und unbemerkt. Also, das ist nicht so, dass deine Schrille alarmglocke leutet, so nach dem Motto Vorsicht, du lebst nicht mehr selbstbestimmt, deine Energie geht flüten, nee, das passiert tatsächlich ganz leise und unbemerkt, aber konstant. Und meine Einladung an dich ist durch Leuchte wirklich mal mit einem ehrlichen Blick all deine Lebensbereiche, wo überall, bist du letztlich, wenn du ganz ehrlich mit dir bist, nur am Abarbeiten und am Funktionieren. In deiner Arbeit, vielleicht auch in deiner Beziehung oder Familie, in de einem Freundeskreis, vielleicht vernachbarn. Und wenn du Bereiche findest, wo das zu trifft, also wo du überwiegend am Abarbeiten oder auch am Funktionieren bist, dann schmiede wirklich Pläne, wie du das ändern kannst. Selbstbestimmung zu leben ist, was unser Energielevel anbetrifft, völlig unterschätzt und unglaublich wichtig. Das war der erste Punkt. Der zweite Punkt ist Handlungsfreiraum, also die Möglichkeit, die du hast oder auch nicht hast, Dinge anders zu machen, also nicht immer gleich, nicht immer nach dem selben Schema. Das heißt, wenn dein Alltag zum Beispiel super feststrukturiert ist, immer durchgetaktet ist, usw. und das über mehrere Monate vielleicht sogar Jahre, dann passiert etwas in unserem Körper. Und auch das ist wirklich was, das merkst du erst mal gar nicht, aber es passiert. Und das, was passiert ist, es wird enger in dir, es wird unbeweglicher. Und vielleicht sogar ein Stück weit erstart und das, was uns dann müde macht, das ist diese innere Enge. Und das Schlüsselwort ist, ich gebe es dir noch mal mit, Handlungsfreiraum. Also wie, wenn du jetzt dein Leben so ein bisschen durchleuchtest, wo bist du überall vielleicht zu fest in deinen täglichen Tudus. Also wo bist du so ein bisschen wie, das muss immer gleich gut funktionieren, wo bist du durchgetaktet, wo kannst du vielleicht wirklich Handlungsfreiräume für dich kreieren. Und wo kannst du Dinge wirklich auch unterschiedlich anders machen und so weiter. Anfangs kann das sein, das ist sich tatsächlich so anfühlt, als würde es dich zusätzlich Kraft kosten, wenn du das tuest. Aber im Laufe der Zeit, wirst du dann bemerken, dass dein flexibleres Handeln dir echt richtig Kraft zurückschängt. Das ist der zweite Punkt. Der dritte Punkt ist Autonomie. Also das Gefühl von, ich kann für mich gehen. Ich darf, nein, sagen, ich darf mich positionieren. Ich darf es anders machen als alle anderen. Ich darf auch eine völlig andere Meinung haben als alle anderen. Das ist Autonomie. Und wenn das fehlt, gehst du in die Anpassung. Und Anpassung kann kurzfristig funktionieren, aber langfristig ist Anpassung anstrengend. Weil du dich bei Anpassung immer wieder ein Stück weit verlässt. Und das ist der dritte Punkt, das Thema Autonomie. Das kannst du gut für dich mitnehmen und einfach mal gucken. Wo kannst du wirklich für dich gehen? Und dann gibt es noch etwas, dass viele komplett unterschätzen. Und hier kommen wir jetzt zu dem vierten Punkt, nämlich die Kreativität. Und ich meine, damit nicht, dass du irgendwie, also wenn ich jetzt von Kreativität spreche, du musst nichts riesig großes, besonderes erschaffen oder so. Sondern es geht wirklich um dieses freier Bewegen, diesen freien Ausdruck. Dieses "machen ohne Ziel, ohne Ergebnis, ohne dass es gut sein muss". Ich nutze für Kreativität oder für kreativen Ausdruck auch gerne immer wieder das Wort "muse". Es gibt auch den Begriff "muse in Arbeit", also das ist ja so ein bisschen impliziert. Ja, dass du einfach fünf gerade sein lässt, deiner Fantasie freien Raum lässt. Und ich sag mal so einfach im hier und jetzt die Zeit vergisst. Also einfach etwas tun, weil es sich lebendig anfühlt. wirklich dieses ganze Raum und Zeit.
da einfach vergessen werden. Und wenn solche teile, solche Bereiche im Leben fehlen, dann wird das Leben insgesamt einfach nur funktional und Funktionalität alleine nährt dich nicht. Also diese Auszeiten, wo manche auch sagen, das ist Zeitverschwendung, sind mir auch schon Menschen begegnet, die wirklich sagen, das ist Zeitverschwendung. Aber exakt das sind die Räume, in denen wir ganz, ganz tief Kraft schöpfen. Also manche Menschen machen Musik und nicht weil sie jetzt irgendwo im Staats-Theater spielen, sondern einfach, weil es ihrer Seele gut tut, andere malen oder heckeln. Und für mich persönlich war und ist es schon immer gartenarbeit bzw. einfach so dieses Sein mit den Pflanzen im Garten, das ist für mich etwas, wo ich Raum und Zeit total vergessen kann. Und meine Einladung an dich ist an der Stelle auch wieder durchleuchte einfach mal deinen Alltag. Was ist dein ganz persönlicher kreative Ausdruck, wo du Raum und Zeit vergisst? Und wenn es etwas gibt, dann kommt die zweite Frage und die ist vielleicht sogar wesentlicher, wie viel Zeit gönnst du dir damit? So, wenn wir uns jetzt diese vier Punkte anschauen, dann wirst du bemerken, es geht nicht alleine darum, dass du zu viel machst, sondern es geht darum, dass du vieles tust, ohne wirklich beidiert zu sein. Das macht einen riesen großen Unterschied. Es geht nicht immer nur darum, darum kann es auch mal gehen, dass wir viel tun und dann erschöpft sind, kein Thema. Aber es geht an dieser Stelle mal nicht darum, dass du zu viel machst, sondern es geht wirklich um diesen Aspekt, dass du vieles tust, ohne wirklich beidiert zu sein. Und jetzt kommt noch ein Faktor, der mir sehr wichtig ist. Weil ja ganz viele versuchen, das Thema mit der Erschöpfung so zu lösen, indem sie einfach immer noch mehr optimieren. Dann geht es um noch mehr Struktur, noch mehr Disziplin, noch mehr Kontrolle und so weiter. Aber das ist ja nicht der Punkt, der dich weniger erschöpft macht. Es macht dich wahrscheinlich besser im Funktionieren und gleichzeitig trägt es dich aber noch weiter von dir weg, wenn wir mit mehr Struktur, mehr Disziplin, mehr Kontrolle arbeiten. Und was dein inneres System tatsächlich braucht, wenn du erschöpft bist, ist ja was ganz anderes, weil es braucht Kontakt und zwar zu dir. Und ein Stück weit auch zu dem in dir, was du spürst. Also zu dem, was du wirklich brauchst. Und zu dem, was für dich wirklich stimmig ist. Und es geht nicht so sehr um diesen riesengroßen Knall der Veränderung, sondern es geht wirklich um die vielen kleinen Momente, dass du zum Beispiel immer öfter merkst. Hier in dieser Stelle bin ich gerade nur am abarbeiten, dass du das bemerkst. Oder ich bin gerade gar nicht wirklich da. Dass du das einfach nur bemerkst, ohne dich dafür schlecht zu machen. Und wenn du sowas bemerkst, dass du zum Beispiel gerade nur am abarbeiten bist, oder dass du gar nicht wirklich richtig da bist, dass du mit dieser Wahrnehmung einfach ein klein Moment beidierbleibst. Und vielleicht atmest du ein paar mal bewusst mit dieser Wahrnehmung, vielleicht bewegst du dich ein bisschen anders. Und vielleicht machst du etwas von dem, was du gerade tuest, einfach ein klein Moment wie ein bisschen langsamer, bewusster, weil genau das sind ja die Momente, in denen wir Energie gewinnen. Und ich glaube, das ist das magische daran. Also es geht nicht darum, irgendwie was aus Druck zu machen, mit mehr Performance und einem noch besseren Funktionieren, sondern es geht wirklich um diese närende Verbindung zu dir selber. Und genau hier setzt ja auch meine Arbeit an. Also ganz klar, nicht bei diesem, du musst dich noch besser organisieren und noch perfekter werden. Bitte nicht, sondern wirklich bei dieser Frage, wie bleibst du bei dir während du dein Leben lebst? Wie entsteht aus dir heraus wieder Bewegung, die dich nicht erschöpft, sondern die dich nährt. Und du merkst vermutlich, es geht nicht immer darum, Urlaub zu haben, auch wenn das manchmal schön ist, oder den Tag noch strafert zu organisieren. Du hast dich einfach nur an einigen Stellen ein Stück weit von dir entfernt. Und deine Praxis ist es jetzt Schritt für Schritt, wieder zu dir zurückzukommen. In diesen Sinne wünsche ich dir eine lebendige Zeit und vielleicht heute auch zusätzlich noch einen kleinen Moment, indem du nicht funktioniert, sondern oder einfach da bist, mit dir.
Podcast Summary
Key Points:
Tiefe Erschöpfung unterscheidet sich von angenehmer Müdigkeit (z. B. nach Sport) und wird nicht allein durch Stress verursacht, sondern durch die Art zu leben.
Vier zentrale Faktoren werden oft übersehen
Fehlende Selbstbestimmung (nur Funktionieren/Abarbeiten) zehrt leise an der Energie.
Mangelnder Handlungsfreiraum (zu starre Routinen) führt zu innerer Enge und Müdigkeit.
Fehlende Autonomie zwingt zur Anpassung, die langfristig erschöpft.
Kreativität als freier Ausdruck ohne Ziel nährt die Seele und schenkt Kraft.
Lösung liegt nicht in mehr Optimierung/Struktur, sondern in der Verbindung zu sich selbst und bewusstem Innehalten.
Summary:
Die tiefe Erschöpfung, die trotz wenig Stress anhält, wird oft falsch gedeutet. Nicht allein Überlastung ist die Ursache, sondern die Art zu leben. Vier unterschätzte Faktoren spielen eine Schlüsselrolle: Erstens Selbstbestimmung – wenn du nur funktionierst und keine eigenen Entscheidungen triffst, verlierst du leise Energie.
Zweitens Handlungsfreiraum – zu starre Alltagsstrukturen erzeugen innere Enge, die müde macht. Drittens Autonomie – ständige Anpassung an andere raubt Kraft. Viertens Kreativität – freier Ausdruck ohne Ziel (wie Musizieren oder Gärtnern) schenkt tiefe Erholung.
Der Fehler liegt darin, Erschöpfung mit noch mehr Optimierung, Struktur und Disziplin bekämpfen zu wollen. Das verbessert nur das Funktionieren, entfernt dich aber weiter von dir selbst. Was dein System wirklich braucht, ist Kontakt zu dir: die vielen kleinen Momente bewusst wahrzunehmen, in denen du nur abarbeitest, und dann innezuhalten, zu atmen und langsamer zu werden.
Die Lösung liegt nicht in mehr Urlaub oder besserer Organisation, sondern darin, Schritt für Schritt wieder zu dir zurückzufinden – aus Verbindung zu dir selbst schöpfst du echte Kraft.
FAQs
Normale Erschöpfung tritt nach Sport oder Gartenarbeit auf und ist angenehm. Tiefe Erschöpfung hingegen überschattet den Alltag, macht dauerhaft müde und energielos, obwohl nichts Überforderndes passiert ist.
Die vier Punkte sind Selbstbestimmung, Handlungsfreiraum, Autonomie und Kreativität. Sie sind entscheidend, weil ihr Fehlen leise Energie raubt, auch wenn das Leben äußerlich funktioniert.
Selbstbestimmung bedeutet, dass du dein Leben gestaltest und Entscheidungen aus dir heraus triffst. Wenn du nur abarbeitest, zieht das leise deine Energie, selbst wenn alles äußerlich passt.
Handlungsfreiraum bedeutet, Dinge anders machen zu können. Ein durchgetakteter Alltag schafft innere Enge und Müdigkeit. Flexibleres Handeln gibt langfristig Kraft zurück.
Autonomie gibt dir das Gefühl, für dich gehen zu dürfen und Nein zu sagen. Fehlt sie, passt du dich an, was auf Dauer anstrengend ist und dich von dir selbst entfernt.
Kreativität bedeutet freien Ausdruck ohne Ziel, wie Malen oder Musik. Sie nährt dich, während reine Funktionalität Energie raubt. Solche Auszeiten sind keine Zeitverschwendung, sondern Kraftquellen.
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