Wann ist eine Paartherapie sinnvoll? Paartherapeuten klären auf!
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Viele Paare verzögern eine Paartherapie, weil sie Angst vor Trennung oder Leid haben und sich unsicher sind, ob es sinnvoll ist. Doch die Wirkung einer Therapie liegt nicht in einem „fertigen Produkt“, sondern in einem Prozess, der neue Blickwinkel, Erfahrungen und Verständnis schafft. Beide Partner müssen aktiv und motiviert sein – nicht nur aus dem Druck des anderen, sondern aus eigenem Bedarf. Die Wahl eines Paartherapeuten sollte auf klare Methodik, persönliche Erfahrung und professionelle Vorbereitung abgestimmt sein. Allgemeine Lösungen wie Kartenspiele oder Urlaubs-Kalender wirken oft nur oberflächlich und verstärken Konflikte. Die Krise entfaltet sich schleichend: Streit, Abstand und emotionale Erschöpfung steigen schrittweise, bis ein Punkt erreicht wird, an dem eine Therapie notwendig wird. Ein entscheidender Faktor ist die gemeinsame Bereitschaft, ein Thema offen zu betrachten – ohne es als „Schuld“ zu sehen. Eine frühe, präventive Intervention kann viel Leid vermeiden. Es ist wichtig, dass beide Partner aktiv an der Lösung beteiligt sind, denn eine Beziehung kann nicht von einem einzigen Partner gerettet werden. Die Therapie sollte daher nicht als reines „Rettungsprogramm“ gesehen werden, sondern als gemeinsamer Prozess zur Verbesserung der Beziehung und zur Erarbeitung klarer Ziele – sei das Zusammenbleiben oder eine Trennungsbegleitung.
Hattest du schon mal Berührung mit Paartherapeuten, bevor wir selbst Paartherapeuten wurden?
Gute Frage.
Nee, ich glaube nicht.
Also meine Eltern, kann ich mich nicht daran erinnern.
Das ist ja so der typische Move, den man jetzt im Kopf überlegt, finde ich.
Sind nicht zu einer Paartherapie gegangen.
Sind auch nicht mehr zusammen.
Aber nee, eigentlich nicht.
Und kennst du jemanden in deinem Umfeld, der schon mal eine erfolgreiche oder vielleicht auch erfolglose Paartherapie gemacht hat?
Jetzt kenne ich ganz viele.
Bei uns, ne? Erfolgreich natürlich.
Aber im Umfeld muss ich auch sagen, eine Person fällt mir ein.
Im weiteren Umfeld ist jetzt keine Freundin oder so von mir.
Die haben mal bei einer Beratungsstelle, ich glaube der Caritas oder so.
Mal zwei Termine gehabt.
Davon habe ich mal gehört.
Haben aber dann nicht weitergemacht, weil damals jedenfalls immer der Therapeut gewechselt hat.
Weil er durch Krankheitsfälle Therapie wechselt.
Und die hatten gerade ein, zwei Sitzungen.
Und dann war das für die ganz komisch mit jemand Neuem.
Und da wurde auch nicht gesagt, ob der jetzt dann bleibt und so.
Weil das halt, die mussten nur so viel zahlen, wie sie können.
Oder wie viel man geben mag.
Das war alles so ein bisschen ein anderer Rahmen.
Und damit auch die Flexibilität.
Ja, denn wir beschäftigen uns heute mit der Frage, ob eine Paartherapie sinnvoll ist oder nicht.
Sicherlich eine Frage, mit der sich viele beschäftigen, die auch dann unsere Podcasts hören.
Natürlich sind wir selbst befangen und würden sagen, natürlich ist eine Paartherapie sinnvoll.
Das sollen wir auch anderes sagen.
Trotzdem versuchen wir es mal zu beleuchten.
Und das ist nämlich etwas, was ja häufig in den Kennenlerngesprächen auch so eine gewisse Skepsis ist,
die wir spüren.
Wie viel Sinn macht das?
Wie viel Wirkung bringt das?
Wie ist das Ergebnis?
Man kauft eben kein fertiges Produkt, wo man weiß, ich gebe die Summe aus und erhalte im Gegenzug hier etwas Physisches,
Anfassbares, was ich dann mir hinstellen kann, wo ich den Wert irgendwie bemessen kann.
Sondern es ist eben, man zahlt für einen Coaching-Prozess, für Erfahrung, für andere Blickwinkel,
für Methodiken und Werkzeuge, die man noch nicht kennt.
Um einen selber weiterzubringen auf ein neues Level.
Aber ob das das Level ist, was man sich wünscht, ist immer die große Frage.
Und es gibt durchaus einige, die dann auch erwähnen, dass sie eben im Bekanntenkreis gehört haben,
dass eine Paartherapie gemacht wurde.
Und dann kommt immer danach, aber die haben sich inzwischen alle scheiden lassen.
Das ist sehr häufig, dass ich das mal so höre.
Das liest man online auch so.
Ich glaube, insgesamt hat man eher doch ein durchwachsenes Bild davon,
wie wirkungsvoll Paartherapien dann am Ende sind.
Ja, ihr seid mitten im Podcast der Lebensidealisten gelandet.
Mein Name ist Florian.
Ich bin Ina.
Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise hinein
in eine glückliche und harmonische Beziehung.
Ich hatte gerade ein Paar im Kennenlernen und Strategiegespräch bei mir.
Und da ging es genau darum, also ist das sinnvoll, eine Paartherapie jetzt noch zu machen?
Was ist, wenn wir jetzt was buchen und dann trennen wir uns im Prozess?
Dann haben wir auch ganz viel über das Setting der Trennungsbegleitung gesprochen.
Und das ist halt so die Überlegung immer, wenn man in der Krise steckt.
Ist es noch sinnvoll, das Thema anzugehen?
Oder wenn ich das nicht mache, habe ich vielleicht das Gefühl,
ich habe nicht angemessen.
Ich habe nicht angemessen.
Ich habe alles Mögliche versucht, um nochmal zu schauen, ob da was geht.
Und ich kann das durchaus verstehen, weil man möchte natürlich seine Zeit und sein
Geld ja auch sinnvoll einsetzen und seine Energie.
Aber wiederum haben wir dann auch eben im Gespräch festgestellt, naja, erst mal, das
Paar ist gerade akut in der Krise, extrem unglücklich, Unzufriedenheit.
Das ist kein Leben mehr, sagten die so, wie es gerade zu Hause ist.
Das heißt, schlimmer geht es nicht mehr.
Und dann die Überlegung zu haben, wir müssen jetzt was tun, egal in welche Richtung,
es geht, sei es in die Trennungsrichtung oder als Paar zusammenzubleiben.
Wir müssen was tun, weil so, wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben.
Gemeinsames Kind natürlich auch noch.
Und da braucht es dann schnell gute Wege, auch wenn der Weg ist, mal erst Klarheit zu finden.
Das kann aber auch sinnvoll sein, zu sagen, wir brauchen jetzt Klarheit, um zu überleben hier zu Hause.
Wir sollten vielleicht eine Paar-Therapie-Versicherung gründen.
Ich habe gerade gedacht, bei so vielen Lebensbereichen, wo es einem nicht gut geht,
da ist man gegen.
Wenn irgendwas Schlimmes mit der Gesundheit ist, wenn ich zum Arzt gehe, bin ich versichert.
Also ich muss das nicht selber bezahlen, habe also entsprechend auch wenig Veranlassung,
aus finanziellen Gründen das nicht zu tun.
Man muss nicht abwägen, sondern wenn ich krank bin, gehe ich halt zum Arzt.
In anderen Bereichen habe ich das ja auch.
Oder wenn ich irgendwem was kaputt mache, brauche ich mir keine Sorgen typischerweise machen,
dann habe ich eine Haftpflichtversicherung, dann kann ich Verantwortung übernehmen und sagen,
das wird dann übernommen.
Aber hier in diesem Fall ist ja. Hier ist ja auch etwas, dass normalerweise geben wir Geld aus für Spaß.
Genau, willst du dir das vorstellen?
Wir möchten in den Urlaub fahren und all die ganzen Dinge.
Und hier ist so, wir geben jetzt dann Geld aus dafür, dass wir aus Leid hinaus wollen,
aus Leid und Schmerz, aber nicht genau wissen, ob das funktioniert.
Und wir haben keine Versicherung dafür.
Und das ist typischerweise ganz ungewohnt.
Und ich glaube, man möchte sich auch nicht mit dem Thema auseinandersetzen, wenn man nicht drinsteckt.
Ein bisschen, der Vergleich ist vielleicht ein bisschen hart, wie mit dem Sterben.
Wenn du dich gesund und fit fühlst, magst du auch nicht überleben.
Über deinen Tod nachdenken, über deine Bestattung.
Da könntest du ja jetzt auch Versicherungen abschließen,
beziehungsweise irgendwas schon einzahlen.
Das machen die Menschen auch nicht oder Patientenverfügung.
Sondern man möchte sich mit manchen Themen, glaube ich, nicht,
weil man auch Angst vor dem Leid hat, Angst vor so einer Trennung.
Was wäre mit den Kindern, mit dem Haus?
Findet man noch mal jemals jemanden Neuen an der Seite?
Das sind doch Themen, für die meisten Menschen es so weit weg sein soll,
dass man sagt, das will ich auch gar nicht.
Und ich glaube, es geht darum, eine weitreichende Entscheidung herzutreffen.
Und wenn ich mich vor der Paartherapie sozusagen drücke, wenn ich das nicht mache,
dann bekomme ich ja auch in dem Sinne in Anführungsstrichen keine Diagnose.
Also gibt es auch keine schwere Entscheidung, die zu treffen ist.
Und ich glaube, dass für viele das leichter erst mal erscheint,
mit einem vielleicht auch gewohnten Maß inzwischen an Unzufriedenheit und Leid zu leben,
als diesen Angang zu haben.
Wirklich festzustellen vielleicht, dass es nicht funktioniert und man dann was tun muss.
So wie manche Menschen eben nicht zum Arzt gehen, weil sie sagen,
ja, da könnt ihr was Schlimmes finden und das dann so auch meiden.
Viele fragen sich ja auch, ob der Rahmen der Paartherapie für sie sinnvoll ist,
ob das passend ist.
Also schaffe ich das jetzt noch in der Krise, mir Zeit zu nehmen,
mich mit dem Thema auseinanderzusetzen?
Welche Themen kann ich da überhaupt besprechen?
Also können die mir wirklich helfen, in meinem Individuum,
in meinem individuellen, hoffnungslosen, gefühlten Fall?
Oder auch dieses, ist das ein gutes Geld, was man sozusagen für die Zukunft anlegt?
Da sind ja noch so ganz viele Rahmenbedingungen, die erst mal manchmal auch aufploppen,
die auch abgeklärt werden müssten.
Ich finde es auch immer wieder interessant, denn in so vielen Bereichen holt man sich Experten.
Und in dem Bereich ist dann manchmal der Glaubenssatz,
wie soll denn ein fremder Dritter uns bei unserer Beziehung helfen?
Wenn du dir mit der Flex umdenkst,
ins Bein schneidest, dann würdest du auch nicht sagen,
ob da jemand gleich im Krankenhaus ist, der mir wirklich helfen kann damit.
Oder ich nehme lieber mal den Uhu-Kleber und mache das erst mal selber.
Und wir warten nochmal so drei Monate ab.
Könnte eine Blutvergiftung geben, aber gut, ich habe es erst mal selbst gemacht.
Das ist manchmal das Gefühl, also mit dem Uhu-Kleber ist natürlich jetzt sehr weit hergeholt.
Habe ich letztens ein Video gesehen.
Machen Sie öfters auf dem Land mal, wenn Sie keinen Bock haben oder keine Zeit haben bei der Ernte,
dass Sie den lustigsten Varianten,
wählen, um Ihre Wunde erst mal selber zu versorgen.
Wahnsinn.
Kann man sich auch nicht vorstellen.
Ich hätte jetzt so den Vergleich im Kopf gehabt, dass man so eine große Wunde hat
und das dann versucht mit Pflastern zu kleben.
Denn so kommt mir das manchmal vor, wie manche Paare dann auch agieren,
dass sie zwar dann quasi eine lebensnotwendige, also eine lebensgefährliche Wunde haben,
aber da versucht mit Pflastern irgendwie das Ding nochmal zusammen zu flicken
und gar nicht merken, dass sie trotzdem an den Sehenswürden,
an den Seiten weiter verbluten.
Und so ist das mit der Beziehung leider häufig auch.
Also wenn man in so einem Krisenstatus ist, heißt das ja alles oder nichts.
Also Krise heißt, entweder geht es jetzt in Richtung Trennung oder wir schaffen es.
Wir kommen über den Berg.
Und das ist bei so einer Wunde ja dann auch so, wo es dann dringend ist.
Man ruft quasi den Notarzt.
Ich habe manchmal das Gefühl, so habe ich das manchmal auch schon beschrieben,
wir sind so ein bisschen wie der Notarzt für die Beziehung,
weil dann kommst du eben zu uns, wenn es wirklich um alles oder nichts geht.
Und da würdest du dich ja eben,
immer auf einen Experten verlassen und dann klebt man da nicht so ein bisschen rum.
Und die Paare versuchen dann, ein Buch zu lesen.
Ja, aber ich glaube, das liegt auch wirklich daran,
dass der Begriff Paartherapeut nicht geschützt ist.
Also dass jeder ja sozusagen vielleicht das Gefühl beim Arzt,
da weiß ich, im Krankenhaus, da habe ich diese Absicherung.
Meinst du, das haben die Paare wirklich präsent,
dass sie sagen, wir gehen nicht zur Paartherapie,
weil der Begriff ist ja nicht geschützt.
Ich weiß ja,
gar nicht, ob das ein echter Experte ist.
Ich glaube, weil das noch mehr mit Klischees belegt
ist. Wie Klischees?
Genau, die aber ja auch manchmal diese Unprofessionalität leider mit sich spiegeln. Ich hatte, wie gesagt, eben ein paar ja auch, die sagten, okay, wir haben schon mal Erfahrungen gesammelt. Als ich von den Erfahrungen erzählt habe, habe ich schon gedacht, so, uh, einige gute Sachen dabei, aber auch einige Sachen, wo man sagt, das ist schon fragwürdig, wie die Person darauf kommt, so zu arbeiten.
Ja, ich glaube, da ist dann die Erfahrung das, was viel wichtiger nochmal ist und das eigene Coaching. Wir können, wir gehen ja mal darauf ein, was vielleicht ein guter Paartherapeut braucht, was den auszeichnet und abgrenzt auch von jemandem, der vielleicht weniger wirkungsvoll arbeiten kann.
Und dann kann das vielleicht jeder auch für sich selber herausfinden. Selbst wenn man gar nicht zu uns in die Paartherapie gehen möchte, sondern das vor Ort angehen möchte, gibt es eben ja gewisse Kriterien, auf die man achten sollte.
Wichtig ist vielleicht erstmal zu sagen, dass man selbst immer einen Sinn sehen sollte in der Paartherapie, dass man eine eigene Motivation hat, einen eigenen Auftrag, wie wir das immer intern verteilen können.
Nämlich, man sollte nie eine Paartherapie machen, dem anderen zuliebe. Also ich mache das jetzt nur, weil du dir das wünschst, dann lass uns das jetzt machen, dann entsteht keine Wirkung.
Weil so sitzt man dann auch da und so nimmt man die Sachen auch auf, weil man das nur dem anderen zuliebe macht.
Ja, sehr gut.
Es wird schon die Motivation von beiden gebraucht. Sicherlich ist immer einer motivierter als der andere. Da ist auch immer einer mehr im Leid als der andere. Von dem her ist das ganz natürlich. Aber beide sollten schon den Wunsch haben, dass die Beziehung auf einem stabilen Fundament aufbaut und dort ein harmonisches Zusammensein stattfindet und man sich auch mal intensiv über die Wunschbeziehung Gedanken macht.
Weil halt auch nicht einer alleine die Beziehung retten kann. Das ist ja auch nochmal ganz wichtig. Dafür werden immer beide gebraucht, weil es ja auch nicht den oder die Schuldige ist.
Sondern es sind immer Anteile. Also jeder trägt einen Anteil für die Situation, wie sie gerade ist. Kann man sich natürlich prozentual darüber streiten, wie viel das ist. Das bringt dann auch nicht weiter. Aber es geht darum, beide müssen motiviert sein im Sinne von, ich lasse mich mal auf den Prozess ein.
Und ich finde die Menschen, die ein bisschen misstrauisch sind, auch durchaus sympathisch. Ich mag das immer ganz gerne im Coaching, so im Kennenlernen, wenn da jemand sagt, ich gucke mir das mal an, ich weiß noch nicht so ganz, was ich davon halten soll. Weil ich glaube, so wäre ich auch. Oder so bin ich auch in manchen Lebensbereichen.
Ich gucke mir das erstmal an. Gar nicht abwerten, sondern erstmal gucken.
Ja, weil ja auch viele natürlich mit dem Satz starten, wir haben noch keine Erfahrung, wir haben das noch nie gemacht. Und wenn das neu ist, natürlich muss man da intensiver Fragen stellen, das von allen Seiten beleuchten, für sich genau beurteilen, ein Feeling auch bekommen. Ist die Methodik passend? Spüre ich die Kompetenz? Ist derjenige mir auch sympathisch? Auch in einem gewissen Maß gebraucht?
Klar.
Absolut.
Damit die Wirkung erzielt werden kann.
Kann ich die Stimme von dem anderen hören, der mir was erklärt? Finde ich auch ganz wichtig.
Dann ist so ein Punkt, der viele davon abhält, dass sie kein gemeinsames Ziel genau definieren können vorher. Was auch nicht zwingend gebraucht wird. Also wir haben ganz, ganz viele Paare, bei denen einer von beiden das Ziel hat, die Beziehung zu retten und der andere sagt, ich brauche erstmal Klarheit.
Ja.
Was wir brauchen ist dann eher, dass man sich auf ein kleinstes gemeinsames Ziel einigt.
Ja.
Also man sagt, okay, wenn jetzt der eine auf jeden Fall die Beziehung retten möchte, der andere braucht erstmal Klarheit, können wir uns darauf einigen, dass der erste Schritt in der Paartherapie ist, dass wir diese Klarheit herstellen, um dann zu sehen, ob wir auf das nächste Ziel Beziehung retten wechseln können oder ob wir eben leider auf das nächste Ziel Trennungsbegleitung wechseln dürfen müssen.
Also das weiß man dann leider nicht, aber zumindest führen wir dann gemeinsam diese Klarheit herbei.
Deswegen ist immer die Frage, was bedeutet genau Erfolg in der Paartherapie?
Wenn man jetzt definieren würde, dass man alle Paare zusammenbringen wollen würde,
dann wäre es schwierig, aber das ist auch nicht unser Ansatz.
Wir haben kein eigenes Ziel und sagen, wir wollen jedes Paar retten,
weil manchmal ist das nicht der beste Weg.
Wenn keine Liebe mehr da ist, dann will man ja nicht mit jemandem zusammenbleiben,
nur weil man jetzt eine Paartherapie gemacht hat oder weil das irgendwie
aufgrund äußerer Umstände gebraucht wird.
Und wenn die Trennung wirklich der bessere Weg ist,
dann ist es doch sinnvoll, das zu begleiten.
Und wir fragen deswegen nach eurem Ziel.
Was wollt ihr? Wo wollt ihr hin?
Wir versuchen, das so neutral wie möglich zu begleiten und dafür zu sorgen,
dass ihr euer Ziel erreicht, je nachdem, in welche Richtung das switcht.
Viele Paare warten leider auch zu lange mit der Paartherapie.
Ich glaube, was war mal so ein durchschnittlicher Wert?
Sechs Jahre.
Das ist schon ganz schön lang, so viele Jahre, so manche Menschen nicht mehr
mehr miteinander zusammen.
Und ich glaube, wenn man diesen Punkt hat, wo man denn drüber ist
und wo man dann schon so in der Krise ist, dann ist es auch einfach schwer,
ressourcenmäßig manchmal sich Hilfe zu holen.
Deswegen freuen wir uns ja ehrlich gesagt auch immer über Paare,
die sich bei uns melden, die noch nicht so komplett in der Krise drin sind,
sondern schon merken, es hat sich was verändert bei uns.
Wir würden das Thema gerne mal angehen.
Wenn man da noch anders ansetzen kann, noch nicht sozusagen
das Fünf vor Zwölf ist, die Energie, die Ressourcen,
dabei noch anders vorhanden sind, das ist mal ein bisschen schade.
Ich glaube aber auch, dass es manchmal die Jahre vergehen ja auch.
Das haben wir ja auch gestern drüber gesprochen mal zusammen.
Wie schnell vergehen die Jahre?
Wie schnell werden Kinder älter?
Man ist verwundert, wie lange man manche Möbelstücke hat.
Man dachte doch, das ist erst zwei Jahre alt.
Und ich glaube, das ist auch so der Punkt, dass die Zeit auch einfach so schnell vergeht,
dass einem das gar nicht bewusst ist, dass man schon jahrelang mit diesem Leid rundläuft.
Ich denke, dass die Paare so lange warten, liegt eben an vielen Glaubenssätzen dazu.
Auf der anderen Seite sind wir es eben gewohnt, zum Arzt zu gehen, wenn wir krank sind.
Und ich glaube, viele Paare brauchen auch eine ganze Zeit lang,
bis sie realisieren, dass sie eigentlich sich in der Krise befinden.
Also das sind ganz viele kleine Symptome, ganz viele kleine Unzufriedenheiten.
Die werden immer mehr.
Und erst wenn du so richtig in dieser eskalativen Streitkulisse drin bist
oder dich so im Mangelgefühl befindest oder eine Affäre, ein Fremdgehen aufgedeckt wird,
da realisieren die Paare, oh Mann, wir sind ja echt in der Krise.
Und solange das quasi nicht diagnostiziert wird vom Paar selber, findet auch nichts statt.
Und das ist, glaube ich, dann das, warum die Paare so lange warten.
Aber ja, es macht sehr viel Spaß, präventiv zu arbeiten, dafür zu sorgen,
dass man gar nicht erst in die Krise hineinkommt.
Man könnte sich so viel Leid ersparen, wenn man frühzeitig an diesen Themen arbeitet.
Ein Einwand ist ja auch das Geld, dass man sagt, ach, das Geld nutzen,
das nutzen wir lieber für was anderes, dann lass uns doch mal in den Urlaub fahren,
einen Kurztrip machen, irgendwas beim Haus umbauen, was auch immer.
Und dass man das dann auch verschleppt sozusagen.
Wie so eine Erkältung, die man verschleppt, verschleppt man das dann auch.
Das ist der Urlaub vor der Tür sozusagen, man fährt los und dann wird einem nochmal richtig bewusst,
okay, wir beiden im Urlaub, jetzt weiß ich, warum das Zuhause so anstrengend ist im Urlaub,
das können wir auch nicht wirklich genießen.
Oder manchmal gibt es ja auch die Paare fahren in den Urlaub, dann ist der Urlaub total schön.
Dann geht man halt wieder nach Hause und da wartet halt der Alltag.
Man tritt durch die Tür und die Probleme warten dann auf einen.
Bei meinen Paaren habe ich das häufiger, dass die Urlaube nicht gut sind.
Und wenn ich dann überlege, dass die dann vielleicht schon sechs Jahre im Leid sind.
Viele Paare, die ich habe, die fahren ein-, zweimal im Jahr im Urlaub.
Das heißt, das waren irgendwie sechs bis zwölf Urlaube.
Das heißt, das war sechs bis zwölf Mal nicht richtig gut.
Die Lebenszeit kriegst du nicht wieder, ne?
Das heißt, die haben viel Geld für Urlauber ausgegeben, die nicht zufriedenstellen,
verlaufen sind, wo häufig dann gesagt wird, auch wenn die noch bei uns dann sind,
Mensch, den Urlaub hätten wir uns sparen können.
Ich bin danach mehr kaputt als vorher.
Ich brauche jetzt quasi erstmal Abstand von dir und Erholung.
Also dann kann man lieber frühzeitig in seine Beziehung, in seine Gesundheit investieren
und dann wieder gute Urlaube verbringen.
Dann verzichte ich lieber auf ein, zwei Urlaube.
Aber dafür habe ich dann währenddessen und danach eine richtig gute Zeit wieder.
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Ja, eine Schwierigkeit ist natürlich, dass die Paare erstmal eine ganze Menge eigene Lösungsansätze probieren,
was ja auch durchaus erstmal okay ist, solange man noch vor der Krise sich befindet.
Also wenn man merkt, das läuft nicht ganz zufriedenstellend.
Irgendwie, wir haben uns ab und zu mal gestritten und auch da das eine Mal Feedback geben hat nicht so recht geklappt
und da sind so zwei Dinge, da könnten wir mal was optimieren, damit es uns besser miteinander geht.
Dann ist das auch total sinnvoll.
Wenn man aber merkt, dass diese Dinge in Muster übergehen,
dass das probiert wurde und nicht angekommen ist oder nicht geklappt hat,
dann wird es Zeit, über weitere Maßnahmen nachzudenken.
Aber schauen wir mal, was typischerweise probiert wird.
Was dann eher nicht so nachhaltig wirkt.
Eine Sache, die immer probiert wird, ist einfach abzuwarten.
Also nicht aktiv zu werden und erstmal zu gucken, wann könnte der richtige Zeitpunkt sein.
Also sowas wie, ja, das können wir ja dann mal zum Ende des Jahres uns überlegen,
ob wir das Thema mal angehen oder jetzt müssen wir erstmal mit den Kindern das und das regeln
und dann gucken wir mal auf die Problematik.
Also andere Sachen priorisieren, das nach hinten immer weiter zu schieben.
Und das passiert.
Dann passiert ja nichts.
Dann vergeht wieder ein halbes Jahr, ist nichts passiert, dann kommt das nächste Problem,
dann kommt die Erkältungsphase, dann kann man sich vorstellen,
gar nicht vorstellen, jetzt noch Termine zu haben zusätzlich,
dann ist die Arbeitsbelastung mehr.
Also man wird nie aktiv, sondern schiebt es vor sich hin.
Ja, dann ist natürlich die Frage, wie setzt man das Ganze um?
Also hat man da eine Methodik für sich?
Sucht man sich selber was zusammen online, in unserem Podcast oder bei YouTube,
vielleicht auch in Büchern?
Und ist das genau das, was für mich wirkt und passt?
Funktioniert das?
Manche Ratgeber sagen, man muss nur mal Händchen halten.
Es gibt die verrücktesten Vertrauensübungen.
Dann gibt es natürlich auch die Möglichkeit, so Pärchen-Kartenspiele zu benutzen.
Haben wir ja auch schon mal so einige getestet.
Manchmal empfehlen wir auch das eine oder andere.
Aber das sind eben alles so Dinge, die auch wieder gut funktionieren,
wenn man noch eine wertschätzende Kommunikation miteinander hat.
Und nicht, wenn man schon zu weit fortgeschritten ist in der Konfliktspirale,
wo es dann wieder in den Krisenstatus übergeht.
Und das ist das, was wir hier machen.
Und da sind manche Fragen, die da drin sind, eher so, dass sie Dinge antriggern.
Und jetzt nehmen wir mal an, da hast du ein paar,
was vielleicht schon so einige blinde Flecken hat,
wo sie sagen, da reden wir nicht mehr drüber,
weil da geraten wir immer in Streit.
Ja.
Zum Beispiel.
Ich habe ein gutes Beispiel.
Wenn das Thema zum Beispiel ist, dass es eine Verletzung macht,
wenn die Frau im Streit immer anfängt zu weinen
und das den Mann immer wütend macht,
weil sie sagt, ich kann an einem gewissen Punkt,
dann streiten wir uns und dann fängst du immer an zu weinen.
Und das nüßt bei mir den Wut aus, weil ich denke so,
Mensch, so können wir konstruktiv den Konflikt nicht klären
und das machst du doch extra und so.
Und dann kommt im Kartenspiel die Frage, was macht dich traurig?
Ja, oder wann hattest du das letzte Mal einen traurigen Moment?
Ja.
Genau.
Das ist dann natürlich gut gemeint.
Absolut, auch eine interessante Frage.
Weil das soll ja so die Gefühle hervorbringen,
dass man mit seinem Partner über die Gefühle spricht
und dann dadurch mehr Verbundenheit entsteht.
Aber wenn nun gerade mein Partner oder meine Partnerin
mich traut, dann ist das nicht so.
Ja.
Wenn man mich traurig gemacht hat oder eben der andere sagt,
oh Mann, ja, das ist jetzt genau der Triggerpunkt.
Ja.
Dann wird diese Frage wahrscheinlich zu einem Streit führen
und das Kartenspiel wird das Ganze eher verfestigen.
Genau, weil dann einer vielleicht sowas sagt wie,
na, die Frage passt ja besonders gut zu dir.
Ja.
Oder die andere Person sagt, Mensch, interessiert dich das wirklich?
Du interessierst dich auch sonst nie, was mich traurig macht?
Nee, oder das ist eine Frage, wo man sagt,
ja, das habe ich dich auch schon.
Ich habe dich auch schon fünfmal gefragt.
Ja.
Das klappt dann meistens nicht.
Nicht in dem Krisenstatus.
Ja.
Alles tolle Spiele, wenn man am Anfang der Beziehung ist,
wenn die Beziehung harmonisch genug verläuft,
dass man sagt, wir haben eine gute Basis miteinander.
Man hat vielleicht so kleinere Dinge,
die mal hier und da schieflaufen,
aber insgesamt können wir sehr gut miteinander sprechen,
miteinander lachen und so weiter.
Dann ist alles okay.
Aber wenn man wirklich an dem Punkt ist, wo man sagt,
eigentlich lachen wir nicht mehr miteinander,
Sarkasmus, Ironie geht immer schief,
wenn wir Feedback geben, landet es in einem Vorwurf.
Und wenn wir das Thema aufmachen, dann eskaliert das Ganze.
Eigentlich streiten wir mindestens jeden dritten Tag
über irgendwelche trivialen Kleinigkeiten.
Dann hilft ein Kartenspiel nicht.
Das ist wieder zu versuchen, mit irgendeinem Pflaster was zu lösen.
Genau.
Mir wird jetzt immer angezeigt bei Instagram
so einen Adventskalender für Paare.
Ich will das jetzt gar nicht schlecht machen,
aber das ist das gleiche Prinzip.
Wenn ich jetzt mir einen Adventskalender mit 24
Inspirationen für unser Paarleben
hinstellen würde und wir wären in der Krise,
würde ich, glaube ich, ab Tag 5 schon ein bisschen
Bauchkrämpfe morgens kriegen, weil ich denke,
oh, was hole ich mir da jetzt heute rein?
Ich finde solche Adventskalender
und solche Kartenspiele sind,
das war so früher das Bild,
habe ich eigentlich immer noch das Bild auf Alkohol,
wenn du gute Laune hast
und trinkst Alkohol, verstärkt sich dein Gefühl
und du hast eine noch geilere Party,
bist du eh schon an dem Tag depressiv verstimmt,
weil das alles scheiße gelaufen ist
und trinkst dann noch Alkohol, wirst du noch traurig.
Trauriger.
Das heißt, das ist bei Kartenspielen, finde ich auch,
das, was als Paar schon vorliegt, das wird verstärkt.
Genau.
Und ich finde die Ideen an sich auch mal total schön,
auch wenn neue Sachen auf den Markt kommen,
ich finde das mal total cool, aber man sollte immer,
wie du schon sagst, genau schauen, wann ist das stimmig.
Weil das eigentliche Problem
bei Kartenspielen,
bei den Ratgeberbüchern,
bei ganz vielen Dingen, an die man sich selber ranmachen würde,
ist,
dass man sich um die Symptome
und nicht um die eigentliche Ursache kümmert.
Die ja ganz individuell meistens auch ist,
muss man ja auch so sagen.
Und die ja irgendwie aus der Beziehungsvergangenheit erwachsen sind.
Da sind irgendwo Ursachen,
manchmal liegen die auch weiter zurück,
in vorherigen Beziehungen, in der Kindheit,
in der Beziehung der Eltern.
Und dann muss man eben schauen, was ist die wirkliche Ursache.
Und wenn die Ursache auf Verhaltensebene liegt,
dann kann ich das auch normalerweise
relativ einfach verändern.
Wenn die Ursache aber tiefer liegend ist,
zum Beispiel das Beziehungsfundament
Risse bekommen hat, weil man sich emotional verletzt hat,
dann kann ich mein Verhalten
nicht so einfach ändern.
Das ist so der Grund, warum
Neujahrsvorsätze so oft schief gehen.
Weil man Symptome bekämpfen möchte,
aber sich nicht anschaut,
was die eigentliche Ursache für die Symptome ist.
Ja, was sind so die Folgen?
Was passiert, wenn man
länger wartet,
wenn man sozusagen nicht das Thema
Paartherapie angeht?
Gut, man kann gleich mit der drastischen
anfangen, die Trennung.
Ja, das reicht.
Also irgendwann
trennt sich das Paar vielleicht.
Oder das Gefühl
von Liebe wird abgebaut, weil man so sehr
im Leid ist, eine Schutzmauer aufgebaut
hat, dass man das Gefühl
von Liebe nach und nach abbaut, bis man innerlich
diesen Break-Even-Point hat, wo
man sagt, jetzt spüre ich in mir
so wenig Liebe, aber gleichzeitig
so viel Leid durch das
alltägliche Miteinander.
Und dann reduziert sich auch
das gefühlte Leid einer
potenziellen Trennung, weil ich auch
immer weniger Liebe in mir spüre. Und dann
kommt der Punkt, wo ich das ausspreche.
Meistens zur Überraschung des anderen.
Ja, ich hatte vor ein paar Wochen
ein Paar im Coaching, da sagte die
Frau, sie hat das gemerkt,
eigentlich in dem Moment, wo sie
mit den Kindern alleine war, der Mann war immer
ein paar Tage weg, innerhalb der Woche, und
sie gesagt hat, die Tage, wo sie mit den Kindern alleine
war, war so viel entspannter
für sie, weil sie so viel entspannter war
und losgelöster
war, weil die Konflikte nicht da waren,
dass sie irgendwann überlegt hat, so, oh, wenn
meine Zeit immer so wäre ohne den
anderen, ist ja doch gar nicht
so schlimm, wie ich mir denken würde.
Und man sich sozusagen langsam an diesen Punkt
dann innerlich
verabschiedet, zu sagen, ja, ich mach das
alleine. Ja, weil auf dem Weg
dahin entwickelt sich ja ganz viel.
Wir haben ja gesagt, so sechs Jahre durchschnittlich ist
man im Leid, bevor man sich dann bei ein paar
Therapeuten zum Beispiel meldet.
Und hat ja auch seinen Grund,
verflixt das siebte Jahr, also irgendwie
es dauert auch eben seine Zeit, bis sich so eine
Konfliktspirale aufbaut, bis
sich ausreichend ungute Gefühle
in einem sammeln, die man nicht
gewusst hat, bevor man sich eben in der
Krise fühlt. Und auf dem Weg dahin
gibt es immer schlechter werdende Kommunikation,
immer weniger Nähe,
körperliche Nähe, immer weniger
freundliche Gesten,
die Kommunikation wird auch immer
weniger, sie wird funktioneller,
also es gibt immer mehr
Distanz, aber das heißt, die ganzen
guten Dinge werden immer weniger,
die einen als Liebespaar verbinden,
aber die negativen Dinge werden immer stärker.
Mehr Distanz,
mehr Streit, man wird lauter,
lauter, die Frequenz wird
immer mehr, dann wird die
Emotionalität immer mehr, also
diese, immer mehr Ärger, immer mehr
Wut, immer mehr Traurigkeit, dann
kommt der Switch, dann muss ich die Schutzmauer
irgendwann fallen lassen oder hochziehen
und dann merke ich auf einmal
gar nichts mehr, dann stumpfe ich total ab.
Ja, ignorieren, tagelang nicht miteinander
sprechen. Und dann hast du
körperliche Symptome, die jeder ja wahrscheinlich
auch kennt, aus anderen Krisensituationen
vielleicht auch. Man hat keinen Appetit
mehr, man kann nicht mehr schlafen, innere
Ruhe, was wie Herzrasen,
man fängt an zu zittern, hat das Gefühl,
man kann auch in anderen Lebensbereichen, ist man gar nicht
mehr so konzentriert, kurze
Zündschnur. Was sind
auch so Symptome, die mit der Zeit ja auch mehr
werden, je länger ich in einer Krise bin?
Grundsätzlich kann man
sagen, dass jeder, der
diese Folge hört, eigentlich
an dem Punkt ist, wo man sagen sollte,
wir machen eine Paartherapie.
Denn zum Beispiel unser Kanal
ist ja so auf Paartherapie
raus aus der Krise gebrandet,
dass man
unseren eigentlich nicht nur aus Interesse
hört. Gibt es auch,
höre ich ab und zu mal, aber ganz
selten würde ich sagen, hört man
unseren Podcast, weil der einfach super
viel Spaß macht oder wir so lustige
Leute sind. Natürlich.
Auch, aber am Kern
hört man doch unseren Podcast, weil man
ein gutes Problem hat.
Sein Fremdgehen aufgeflogen, Affäre aufgeflogen,
ich bin dauernd am
streiten, ich will eine Lösung haben,
ich gebe bei Spotify, bei YouTube irgendwo
gebe ich ein,
Beziehungskrise überwinden,
Beziehung retten,
Trennungsbegleitung, Trennungsgedanken,
Trennung ja nein, Scheidung ja nein.
Alter, was für Keywords hast du denn jetzt im Kopf?
Ja, das sind die, die eingegeben werden,
die häufig gesucht werden und wozu
die Menschen Klarheit und Infos brauchen.
Das heißt, uns findet
man nur, wenn man eigentlich wirklich an dem
Punkt ist, wo man sagen sollte,
mach das. Wenn nicht bei uns,
irgendwo anders, Hauptsache man macht das.
Gerne aber auch bei uns.
Aber Hauptsache irgendwo, also bei uns könnt
ihr das machen. Wenn ihr euch bei uns auf der
Website für das telefonische Erstgespräch anmeldet,
dann wird erstmal geschaut,
ob wir euch wirklich gut unterstützen können, an welchem
Punkt seid ihr. Denn das muss man auch sagen,
bei uns wird wirklich vorab sehr
genau geschaut, ob wir euch
wirklich helfen können, damit wir niemanden
bei uns aufnehmen und nur durchschleifen.
Sondern wir haben so viele Paare,
die sich bei uns melden tatsächlich, dass
das, habe ich gerade in einem
Kennenlernen gehabt, wo jemand sagte, ja und
Vertrieb und natürlich wollt ihr uns kriegen,
und so weiter. Ja, nee,
alles ganz entspannt bei uns. Wir haben durch den Podcast
YouTube, all das, was wir so machen, so viele
Anfragen, dass wir
wirklich ganz entspannt beraten können
und schauen, ob das wirklich passt
und wenn das wirklich passt, wollen wir
natürlich das Paar auch sehr gerne bei uns aufnehmen,
weil wir wissen, dass wir sehr gut helfen können,
aber wenn das nicht passt, sagen
wir es auch ganz offen und sagen dann,
dass das passt bei uns nicht
oder das passt aus irgendwelchen anderen
Gründen nicht, da sind wir
nicht wirklich am
verkaufen, sondern sehr am beraten.
Kommen wir einmal zur Lösung,
wann ist eine
Paartherapie denn sinnvoll? Du sagtest
vorhin ja schon, wir können ja mal so ein bisschen auch im nächsten
Schritt gucken, wie
wähle ich einen Paartherapeuten oder eine
Paartherapeutin aus, aber
bleiben wir erstmal am ersten Punkt, also wann ist das sinnvoll?
Ja, wenn
beide die Bereitschaft haben,
zumindest mal die Bereitschaft,
sich das mal anzusehen,
mal ins Telefonat zu
gehen, ins Erstgespräch zu gehen,
weil das muss man ja auch sagen, bei fast
allen Paartherapeuten
ist der Start kostenfrei.
Du hast normalerweise immer
irgendeine Art von Erstgespräch,
30, 60 Minuten,
was noch kostenfrei ist.
Manchmal musst du dafür schon was bezahlen,
dann eher einen kleineren
Anteil, als das, was nachher die
echte Paartherapie pro Stunde kostet,
das ist dann eher normalerweise
sowas, um eine gewisse Verbindlichkeit zu schaffen,
weil dann sonst Paare sich so ein
Kennenlerngespräch holen und dann doch nicht erscheinen
und dann möchte man so diesen
Start dann durch so einen kleinen
Obolus dann so setzen,
dass eine Verbindlichkeit in dieses Erstgespräch
kommt. Aber normalerweise
bieten alle an, einen erstmal kostenfrei
kennenzulernen. So, und das tut ja
nicht weh. Das kann man ja einfach mal machen
und da mal reinschauen und mal
so ein erstes Gespür dafür gewinnen,
wie ist denn das so?
Man kann natürlich auch über den Podcast und über
YouTube sich da schon mal so einen Einblick holen
bei uns. Viele Paartherapeuten haben das natürlich
nicht. Da ist man ja auf dieses Erstgespräch
dann auch wirklich angewiesen zu schauen,
wie ist denn das da überhaupt?
Man könnte auch Bewertungen lesen,
im Internet finde ich, und dass man erstmal
schaut so, okay, was schreiben andere
darüber, um so ein Gefühl zu bekommen?
Genau.
Außerdem ist es auch sinnvoll, wenn man
halt so einen kleinsten gemeinsamen Nenner hat.
Also wenn man schon
vielleicht nicht den gleich selber sehen kann,
aber so offen ist zu sagen,
wir beide haben ein Problem, das ist ein bisschen
unterschiedlich, gibt es da eine Lösung?
Wie könnte unser Weg aussehen?
Also wegzukommen vom schwarz und
Weißdenken hin zu, wo ist
unsere gemeinsame Grauzone zum Start?
Aber man braucht eine gewisse
Offenheit, wenigstens zu sagen,
okay, ich kann mich noch ein bisschen
auf den anderen einlassen.
Und dabei ist wichtig, das Verständnis
zu haben, dass es reicht,
wenn einer sich in der Krise fühlt,
ist der andere automatisch
mit drin.
Das ist immer, wenn man sagt, nee, du hast ja das Problem,
ich fühle mich gut.
Wenn der andere sich nicht gut fühlt, dann werde ich
mich zwangsläufig irgendwann auch nicht mehr gut fühlen.
Weil er zieht sich zurück und so weiter.
Das wird nicht funktionieren.
Auch nochmal ein wichtiger Punkt, weil wir ja zum Beispiel
auch Menschen ablehnen, die sagen,
ich möchte alleine meine Beziehung retten.
So ein Coaching lehnen wir auch ab.
Man kann noch natürlich ins Einzelcoaching
gehen, auf seinen eigenen
separierten Anteil gucken, aber
wir coachen nicht, wenn einer sagt,
ich will das ganze Schiff retten,
ich mache das, der andere will das nicht machen,
aber ich mache das für uns.
Das gibt auch manchmal, sehen wir
keinen Sinn drin, weil es gibt nicht den Schuldigen,
die Schuldigen und das wäre alles
Interpretation, was man dann machen würde.
Er oder sie handelt aus den Gründen
und das kann man ehrlich gesagt,
das kann man auch mit einer
Freundin oder mit einem Kumpel machen und muss nicht
dafür Geld bezahlen.
Was man manchmal hat, ist, dass man zum Beispiel
wieder unterschiedliche Ziele hat. Der eine möchte
die Beziehung beibehalten und fühlt sich nicht in der
Krise und der andere braucht
Klarheit und fühlt in Krise
und weiß nicht, möchte er die Beziehung weiterführen oder
nicht. Dann ist manchmal
der andere nicht offen dafür und das
kann im Einzelcoaching auch nochmal erarbeitet
werden,
diese Klarheit, Beziehung, ja, nein.
Aber auch das muss man ehrlicherweise
sagen, ich würde das als Partner
doch immer begleiten wollen.
Ich würde doch da immer mit dabei sein wollen,
wenn da jetzt jemand
in die Klarheit kommen möchte, ob er die Beziehung
noch weiterführen will oder nicht,
dann will ich doch dabei sein normalerweise.
Also das finde ich von der Haltung her
schwierig, aber manchmal ist das so,
dass jemand das dann einzeln für sich herausfinden möchte.
Es ist natürlich immer sinnvoll, wenn es
Konfliktthemen gibt, die man lösen
möchte und wenn man sein Fundament stabilisieren
will. Ich glaube, da braucht man gar nicht so viel zu sagen,
das ist immer sinnvoll, weil
Konflikte haben wir alle nicht gelernt, wie wir
damit umgehen. Das heißt, wenn ich aus
einem Werkzeugkoffer schöpfen möchte, aus
Erfahrung von anderen Menschen, wie sie mit
Konflikten umgehen können, wenn man jetzt
über tausend Paare schon begleitet,
dann ist es natürlich sinnvoll,
auch mal sich Unterstützung zu holen
und auch auf sein Fundament zu schauen,
weil das Fundament ist nicht nur das Fundament,
muss man ehrlich gesagt sagen, vom Liebespaar,
sondern auch von der Familie.
Das heißt, so stabil wie das Fundament
des Liebespaares ist,
ist auch das Fundament der Familie
und da kann man schon, finde ich,
mal investieren, weil das gibt man sonst ja auch
weiter an seine Kinder. Ganz viele Paare,
finde ich, wenn es um Trennungsbegleitung
zum Beispiel bei uns geht, sagen auch von vornherein,
gerade vorhin wieder
jemand, der gesagt hat, ja, ich bin auch
ein Trennungskind. Also diese
Identifikation mit
Trennung und ich bin ein Trennungskind,
das zeigt ja schon, da sind
Prägungen vorhanden
bei Personen, die 40 plus sind, wo man
sagt, ja, die Eltern haben
jetzt nicht mehr so den Bestandteil im Leben,
aber trotzdem macht das was aus und deswegen
finde ich dieses Fundament einer
Familie, einer Beziehung auch so wichtig.
Und wir sind ja nun die Generationen,
die sich darum auch kümmern können.
Ja. Unsere Eltern,
die haben sich mehr um materiellen Wohlstand
nochmal so gekümmert, die haben sich
darum gekümmert, dass die Kinder eine bessere Bildung
bekommen als man selbst, damit man
vielleicht noch bessere Jobs haben kann,
aber jetzt sind wir ja meistens
so weit, dass wir uns auch
zeitlich und finanziell
um eben die Beziehung, die Psyche,
Sinn im Leben kümmern können.
Und natürlich kann man das auch
selber probieren, finde ich. Also man
muss nicht immer sofort zum
Paartherapeuten gehen, aber wenn ich
merke, dass ich Dinge probiert habe
und die zeigen keine Wirkung,
dann sollte ich irgendwann diesen
Weg gehen und da macht es Sinn,
als Paar vielleicht gemeinsam
auch zu definieren, was sind denn die Schritte,
die wir gehen und auch eine Deadline zu formulieren
und zu sagen, okay, pass auf, wir haben
jetzt diese drei Ideen.
Step 1, Step 2, Step 3,
die drei Ideen setzen wir mal um
und dann schauen wir mal, welche Wirkung das macht.
Wir geben uns dafür
acht Wochen, zwölf Wochen Zeit.
Das ist eigentlich mal ein guter Zeitraum,
so drei Monate vielleicht.
Und wenn das in drei Monaten nicht die Wirkung
erzielt hat, dann holen wir uns aber
Unterstützung. Denn ansonsten
ist die Gefahr groß, wie du schon sagst,
die Zeit verrennt, dann ist auf einmal ein Jahr
vergangen. Oder
man denkt ja, dann schauen wir noch mal weiter,
wir recherchieren noch mal,
sondern sich da wirklich eine Deadline zu setzen
und sagen, dann holen wir uns Hilfe, bevor
das Ganze immer weiter eskaliert.
Weil man muss sagen, das Jahr
ist dann zwar schnell verlaufen,
aber in dem Jahr ist eben
wahrscheinlich im Beziehungsfundament
wieder einiges mehr
fest, also
einiges mehr kaputt gegangen.
Einige Risse sind wieder tiefer geworden
und es wird dadurch am
Ende, muss man ja ehrlicherweise
sagen, herausfordernder,
langwieriger. Und wenn man jetzt
wieder auf den Preis auch guckt, es wird teurer
und es wird immer mehr
Leid, was hinten dran gehängt wird.
Es ist auch immer
sinnvoll, sich Unterstützung zu holen, sei es
jetzt vielleicht unter dem Deckmantel der Paartherapie,
hört sich erstmal komisch an,
aber auch, um ein starkes Elternpaar zu sein.
Und mit Elternpaar ist ja der
Moment gemeint natürlich, wenn man noch zusammen ist
vielleicht, aber auch, wenn man getrennt ist.
Grundsätzlich kann man ja sagen,
wenn Paare in der Krise
sind, sind Kinder auch mit in der Krise.
Weil es Machtgefälle, man lebt
zusammen. Und selbst wenn man sich
trennt und unterschiedliche Wohnorte
hat, bleibt man ja Elternpaar.
Und für Kinder ist das immer eine ganz doofe Situation,
wenn Elternpaare
Themen zwischen sich haben.
Also wenn sie das Gefühl haben, zwischen Mama und
Papa, da ist irgendwie, die können
nicht miteinander, da sind Spannungen,
was kann ich nur über Papa sagen, was kann ich nur
über Mama sagen? Oder dann fragt Papa mich aus,
Mensch, was macht Mama denn heute
Abend noch? Oder hat sie sich
darum gekümmert? Also die Schwingung
nehmen Kinder wahr. Ich sag immer, Kinder können
auch durch Wände hören. Es gibt viele
Situationen, wo man sich wünscht als Eltern, dass Kinder
mal besser hören, aber wenn es nicht
gebraucht wird, dann hören sie immer sehr gut.
Und die nehmen das alles auf.
Und das sind Lasten,
die man sonst weitergibt.
Es ist mal gar nicht so schlimm für Kinder,
wenn die Eltern getrennt sind, wenn die
Trennung gut abläuft,
wenn beide in Verantwortung sind. Und viele
Paare, die ich auch begleite, das ist ja auch mein
Schwerpunkt, sagen, Mensch, Ina,
das ist doch nicht so schlimm gewesen, wie gedacht.
Die Kinder haben natürlich reagiert,
aber wir haben das gut hinbekommen.
Wir haben das vorbereitet, wir sind da zusammen durchgegangen.
Wir haben nochmal Rückfragen gehabt.
Ich hab dann immer wieder neu beraten. Wir haben sehr
individuell auf die Kinder geguckt, aber die Kinder
sind flexibel. Die kommen damit
meistens sehr gut klar.
Was aber für Kinder ganz schlimm ist, ist dieser
dauerhafte Krisenmodus zu Hause.
Viele berichten auch,
wenn sie bei uns ein Kennenlerngespräch
sind, ein Strategiegespräch,
Kinder weinen sehr viel,
sind wütender, trauriger,
können schlechter schlafen, weil die sind auch in der Krise.
Und das finde ich immer so
schön auch zu sehen, wenn es den Eltern dann
besser geht, dass sich viele Probleme bei
den Kindern dann Emotionalität
im Alltag dann auch wieder
beruhigen.
Ja, ich will nochmal kurz sagen,
das ist nicht so schlimm für die Kinder,
dass man das vielleicht nicht falsch versteht an der
Stelle. Natürlich empfinden die das
in dem Moment als schlimm und sind im Leid.
In dem Moment sind sie vielleicht traurig, haben vielleicht
Ängste, aber dadurch, dass die Eltern gut vorbereitet sind, sind sie eben auf genau
diese Gefühle und die Fragen vorbereitet
und können das sofort gut begleiten.
Und ich glaube, was du mit nicht so schlimm
eher nochmal meinst, ist,
dass das sich für die nicht prägend auswirkt.
Genau, so meinte ich das.
Dass die eben nicht später als Erwachsene
mit Verlustangst oder Bindungsängsten zu tun haben
und eben dieses Gefühl haben,
dieses Trennungskindsein,
das sie als so schlecht empfinden.
Weil am Ende ist es wahrscheinlich schöner,
wenn sich die Eltern auf eine wertschätzende Art und Weise
trennen, ein Elternpaar mit stabilem Fundament bleiben,
realisiert haben,
dass es für das Liebespaar nicht gereicht hat.
Jeder findet andere Partner.
Man erzieht aber an einem Strang mit gemeinsamen Werten
und hat einen guten Austausch miteinander.
Und die Kinder lernen andere gute Liebesbeziehungen kennen,
von denen sie lernen können.
Als wenn das Elternpaar zwingend auch Liebespaar bleibt
und sich dazu selber durchringt,
aber ständig am Streiten ist.
Kommen wir vielleicht mal zu dem Thema,
wenn jetzt jemand für sich entscheidet,
dass eine Paartherapie durchaus Sinn machen könnte.
Und jetzt geht es um die Überlegung,
bei wem und in welchem Modus machen wir das denn?
Weil jetzt ist ja genau der Punkt der Eintritt,
wie du vorhin sagtest.
Paartherapeut sein ist eben kein geschützter Begriff.
Ich habe kein Studium, was ich zwingend machen musste vorher,
keine Approbationszeit und Sonstiges.
Also ich könnte rein theoretisch mir,
ja nicht nur rein theoretisch, auch voll praktisch,
an Schild basteln, ranhängen, Paartherapeut
und lege los ab morgen.
Und am Ende ist es ja,
wir haben jetzt eine Ausbildung gemacht und so weiter,
aber am Ende hat es ja auch bei uns so stattgefunden
und war ja total aufregend,
das Schild quasi ranzurechnen, eine Website zu machen
und dann ist das erste Paar auf einmal da.
Das ist ja schon was anderes als in der Ausbildung
mit Rollenspielen,
mit Menschen, die sich dann auch für Coach-Trainings
zur Verfügung stellen.
Das ist ja doch alles,
anderes als wenn du dann vor dem echten Paar sitzt.
Welche Punkte würdest du sagen,
worauf würdest du achten oder empfehlen zu achten,
wenn man sich dort jetzt jemanden auswählt?
Als allererstes würde ich darauf achten,
welche Methodik derjenige anwendet.
Also wird mit einer Methodik geworben
und welche ist das?
Also finde ich dazu etwas im Internet?
Kann ich schon mal in die Methodik irgendwie reingucken?
Ist das fundiert?
Steht da jetzt nur so ein ganz allgemeiner Begriff
wie zum Beispiel
wir arbeiten mit der positiven Psychologie?
Ja, was konkret wird da gemacht?
Wie ist der Ansatz?
Also das würde bei mir jetzt sowas ausmachen.
Aber ich bin auch jemand,
der das sehr spannend findet,
warum Menschen arbeiten, wie sie arbeiten.
Da sind wir wieder bei einer Podcast-Folge,
die wir hatten, dass ich so detailliert denke.
Und weil ich das auch wichtig finde,
wenn jemand mich schon mit so einem wichtigen,
für mich wirklich lebenswerten,
lebenswichtigen Thema betreut,
dann möchte ich, dass der einen Gefahrplan hat.
Ich möchte kein Gerede haben aus persönlichen Erfahrungen
oder man könnte ja,
sondern ich möchte jemanden haben mit Mehrwert.
Ja, die sogenannte anekdotische Evidenz,
dass ich so durch mein eigenes Erleben,
ich habe selber,
also wir führen ja auch eine gute Beziehung,
deswegen kann ich anderen das zeigen.
Das war ja genau das,
wo wir vor 13 Jahren standen
und gesagt haben,
Mensch, irgendwie ist unsere Beziehung so harmonisch
und wir kriegen Konflikte gut gelöst
und das funktioniert.
Das wird total viel Spaß machen,
das anderen Paaren zu zeigen.
Haben dann aber für uns ja gesagt,
das können wir nicht machen gerade.
Wir haben den Werkzeugkoffer nicht.
Wir machen das intuitiv irgendwie gerade,
aber intuitiv reicht nicht,
um anderen das zu zeigen,
wie es funktioniert.
Ja, Methodik ist sehr wichtig,
roter Faden.
Am besten hat man natürlich so etwas,
Methodik XY nach Person XY,
wo man dann eben auch nochmal gucken kann,
wer hat das entwickelt,
wer forscht daran vielleicht,
wer entwickelt das,
und kann dort eben entsprechende Erfahrungsberichte
auch allein mal zur Methodik erstmal sich raussuchen.
Und dann ist natürlich die Person nochmal wichtig.
Ich würde immer wahrscheinlich fragen,
wie viel Therapieerfahrung hat derjenige selbst schon?
Ja, spannend.
Das wäre mir, glaube ich, sehr wichtig,
weil wenn jemand sagt,
ich habe selbst noch keine großen Coachings für mich gebraucht
oder sowas, würde ich immer denken,
oh, das ist schwierig,
weil das ist immer sowas,
was ich auch im Kennenlernen mitbekomme,
in unserer Methodik oder in unserer Ausbildung ist das so,
dass wir sehr viel selbst gecoacht worden sind.
Dieses Selbstgecoache sorgt natürlich dafür,
dass wir ehrenamtlich die Wirkung erfahren.
Das heißt, wir spüren, wie es ist,
zu solchen Themen gecoacht zu werden.
Also wir wissen dadurch,
wie sich die andere Seite fühlt,
weil wir es selber erlebt haben.
Und bei uns wurden dadurch ganz viele Trigger aufgearbeitet,
dass wir selber nicht ins Leid mit hineingezogen werden,
das bringt nämlich nichts,
wenn wir mit dem Paar gemeinsam weinen,
wie traurig doch das alles ist,
weil wir das selber auch mal so erlebt haben
und nicht verarbeitet haben.
Oder nur von uns sprechen und sagen,
ja, unsere Eltern, die haben sich auch getrennt,
ich bin auch Scheißungskind,
ich kann das alles nachvollziehen,
das ist wirklich schlimm.
Sondern, dass man eben dann begleiten kann,
obwohl man selber dieses Thema bei sich im Leben mal hatte.
Und dass man eben den roten Faden auch am Ende hat,
finde ich auch total wichtig,
dass man nicht da sitzt,
unvorbereitet für so einen Termin und fragt,
was kann ich denn heute für sie tun?
Also das wäre für mich die Frage,
wo ich eigentlich meinem Buchlein zuklappen würde
und sagen würde,
okay, wenn die Frage kommt, dann gehe ich.
Dann weiß der Paartherapeut,
hat keinen Plan gerade,
der will symptomatisch arbeiten.
Was kann ich heute für sie tun?
Heißt, welche Symptome hast du,
über die wir reden sollen
und nicht, welche Ursachen haben wir.
Über die Symptome redet man einmal beim Strategie- und Kennenlernen.
Was ist das Thema bei euch?
Was ist euer Ziel?
Dann habe ich die Symptome,
die Symptome und das Ziel
und ab dann gucke ich gemeinsam nach den Ursachen.
Genau, noch manchmal nach aktuellen Sachen,
die natürlich dabei noch auftreten.
Du hast Bewertungen genannt.
Bewertungen?
Ich persönlich,
das muss ja jeder für sich,
würde mir auch immer gerne vorher die Stimme,
wenn es geht, anhören
und so das allgemeine Sein des Menschen.
Das finde ich immer wichtig.
Also es muss für mich auch persönlich immer matchen.
Ich mag das nicht,
wenn Menschen so sehr steif sind.
Das sagen auch viele immer im Coaching bei mir,
wenn die sagen,
sie hätten sich das nicht so locker vorgestellt.
Ich glaube, ich bin einfach so ein lockerer Mensch
und ich in manchen Rahmen,
natürlich nicht, wenn es jetzt in dieses Detail geht,
mache ich auch gerne mal einen Scherz,
weil ich finde einfach,
dass es auch mal schön ist,
so eine gewisse Verbundenheit zu haben untereinander.
Aber ich brauche jemanden, der nahbar ist.
Ich brauche nicht niemanden,
der vor mir sitzt und ich sage so,
die Lebenswelt matcht überhaupt nicht mit meiner Lebenswelt
und dann könnte ich das, glaube ich, auch schwer annehmen.
Was ja auch ein guter Punkt ist,
ein guter Sicherheitsfaktor ist,
ist eine Empfehlung.
Ja.
Wenn man jemanden empfiehlt,
das ist natürlich in dem Rahmen meistens nicht so oft.
Wir bekommen auch Empfehlungen,
aber das ist wirklich nur ein kleiner Teil,
weil man sagen muss,
dass doch noch sehr, sehr viele sehr sensibel damit umgehen,
wenn man eine Paartherapie macht oder gemacht hat
und man braucht schon ein sehr gutes freundschaftliches
oder familiäres Verhältnis
und manche Paare sind da offen mit
und sagen, hey, wir haben eine Paartherapie,
wir haben eine Paartherapie gemacht,
das hat geholfen
und geben eine Karte sozusagen weiter,
eine Empfehlung weiter,
aber die meisten behalten das doch eher für sich
und selbst im familiären Kreis
wird häufig darauf geachtet,
dass nicht mal Eltern und Schwiegereltern das wissen,
was eben auch manchmal eine Herausforderung ist
beim Termine finden,
weil man dann die Eltern oder Schwiegereltern
vielleicht als Babysitter braucht,
aber denen eben gar nicht sagen mag,
warum man eigentlich den Babysitter braucht.
Worauf ich noch achte,
achten würde, glaube ich,
vielleicht ist es jetzt auch,
weil wir uns mit der Thematik
so tief selber auseinandersetzen beruflich,
ist aber eine gewisse Professionalität.
Also ich finde es immer schwierig,
wenn man jetzt irgendwo anrufen müsste,
um einen Termin abzusagen,
dann kommt man nicht durch,
dann kriegt man keine Rückmeldung.
Vielleicht ist das auch so eine Generationssache,
aber das würde mich schon stressen.
Also ich brauche auch so eine klare Vorgabe.
So wir haben ja zum Beispiel
so eine gemeinsame WhatsApp-Gruppe mit den Paaren.
Ich brauche eine E-Mail-Adresse.
Ich brauche irgendwie Flexibilität,
Flexibilität im Kontakt
und auch, glaube ich,
wenn ich jetzt in einer tiefen Krise wäre,
bräuchte ich etwas,
was mich zwischen den Coaching-Terminen
so ein bisschen begleitet.
Weil ich glaube,
wenn man so tief in der Krise drinsteckt,
ich weiß nicht,
ob so eine ganz klassische Paartherapie,
je nachdem, wie oft man das hat,
ob das so etwas wäre,
was mich so in der Tiefe begeistern würde.
Ich glaube, ich hätte jetzt,
so mit dem Wissen von heute,
gerne etwas, was ein bisschen intensiver wäre
oder was so individuell ist.
Vielleicht auch dadurch jetzt,
weil wir es auch anders machen.
Aber trotzdem, glaube ich,
wäre es etwas, worauf ich achten würde.
Und ein gutes Indiz ist ja schon der Erstkontakt.
Ja.
Wenn ich jetzt dort eine E-Mail hinschreibe
und es dauert sieben, zehn, zwölf Tage,
bis die erste E-Mail beantwortet wird.
Und das ist jetzt nicht vielleicht,
dass jemand, ich meine,
viele Paartherapeuten machen das ja auch alleine für sich,
haben vielleicht kein Team dahinter und so weiter.
Und dann ist natürlich,
wenn vielleicht jemand mal schreibt,
Mensch, Entschuldigung,
sind Herbstferien, war gerade im Urlaub.
Ich kann mich erst jetzt melden.
Okay, ist alles plausibel, passt, kann man machen.
Aber wenn jetzt jemand da wirklich erst
nach ein, zwei Wochen antwortet,
dann wird das wahrscheinlich auch zwischendurch
eher schwierig sein.
Und dann ist die Frage,
wie zeitnah kann ich dann wirklich Termine wahrnehmen?
Kann ich die im festen Rücken,
muss wahrnehmen und so weiter.
Und das würde ich auch beachten.
Ich glaube, bei uns, wir haben schon, glaube ich,
eine gewisse Einzigartigkeit durch unsere Teamstärke
und wie wir organisiert sind.
Dadurch, dass wir Stand jetzt acht Coaches,
demnächst zehn Coaches im Team sind, das ist schon groß.
Wir haben ein richtiges Backoffice,
was sich um die ganzen Prozesse im Hintergrund kümmert.
Wir haben bei uns im Team noch eine sogenannte Accountability-Coachin.
Das bedeutet, das ist eine im Team, die sich nur darum kümmert,
dass die Prozesse laufen.
Das heißt, dass die Paare gut betreut sind,
dass wir Kontakt zu den Paaren halten,
dass die Paare wissen, was die nächsten Schritte sind.
Das ist vielleicht wie in einer Agentur,
so ein Key-Account-Manager.
Jemand, der sich kümmert.
Ja, genau.
Eine gute Seele, die nochmal alles im Überblick hat,
die sich nochmal kümmert,
die einfach auch nochmal so den Rahmen hält.
Und das sorgt natürlich dafür,
dass bei uns wirklich auch dieser Betreuungsrahmen
wirklich sehr, sehr eng ist.
Auch eine gute Frage ist immer,
wie viele Paare betreut denn vielleicht jemand?
Ja.
Das ist auch sehr interessant.
Das ist auch spannend.
Weil wenn jemand sehr, sehr viele Paare betreut,
dann ist das irgendwann so ein Fließbandgefühl.
Wir betreuen auch sehr viele Paare,
aber dadurch, dass wir so viele Coaches sind.
Jeder Coach für sich betreut nur eine geringe Anzahl von Paaren.
Und dadurch sind wir eben auch sehr verbunden
und wissen genau, mit wem wir es da zu tun haben.
Ich glaube, jetzt haben wir einen guten Mix
aus Einblicke in unsere Coachings gegeben,
in Ideen, worauf man achten sollte,
aufgezeigt, warum eine Paartherapie sinnvoll ist,
wir haben eine gute Portion Werbung reingeschmissen für uns.
Also alles das, was gebraucht wird.
Also, wenn ihr an diesem Punkt seid,
meldet euch sehr, sehr gerne bei uns.
Wir freuen uns darauf, mit euch zusammenzuarbeiten.
Und ansonsten hören wir uns in der nächsten Folge.
Bis bald.
Bis dann.
Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!
Podcast Summary
Key Points:
Viele Paare verzögern eine Paartherapie, weil sie Angst vor Leid oder Trennung haben oder sich nicht sicher sind, ob es sinnvoll ist.
Eine Paartherapie ist sinnvoll, wenn beide Partner bereit sind, gemeinsam an einem Problem zu arbeiten, nicht nur aus dem Druck des anderen.
Der entscheidende Faktor ist nicht nur die Methode, sondern die eigene Motivation – jeder Partner sollte ein persönliches Ziel und ein Gefühl für den Bedarf haben.
Paartherapeuten sollten ausgebildet sein, eine klare Methodik haben und persönliche Erfahrung mit Beziehungskrisen mitbringen, um Vertrauen aufzubauen.
Viele Paare nutzen bereits alltägliche Lösungen wie Kartenspiele oder Adventskalender, aber diese wirken oft nur oberflächlich und verstärken Konflikte.
Die Krise entfaltet sich schleichend – Symptome wie Streit, Abstand und emotionaler Ausfall werden immer stärker, bis der Punkt erreicht wird, an dem eine Therapie notwendig ist.
Es ist wichtig, eine klare Abgrenzung zwischen individuellem Coaching und gemeinsamem Paarcoaching zu finden, da beide Partner aktiv und verantwortlich sein müssen.
Eine frühzeitige, präventive Therapie kann viel Leid vermeiden, während eine zu späte Entscheidung die Beziehung weiter in eine Krise treiben kann.
Summary:
Viele Paare verzögern eine Paartherapie, weil sie Angst vor Trennung oder Leid haben und sich unsicher sind, ob es sinnvoll ist. Doch die Wirkung einer Therapie liegt nicht in einem „fertigen Produkt“, sondern in einem Prozess, der neue Blickwinkel, Erfahrungen und Verständnis schafft. Beide Partner müssen aktiv und motiviert sein – nicht nur aus dem Druck des anderen, sondern aus eigenem Bedarf.
Die Wahl eines Paartherapeuten sollte auf klare Methodik, persönliche Erfahrung und professionelle Vorbereitung abgestimmt sein. Allgemeine Lösungen wie Kartenspiele oder Urlaubs-Kalender wirken oft nur oberflächlich und verstärken Konflikte. Die Krise entfaltet sich schleichend: Streit, Abstand und emotionale Erschöpfung steigen schrittweise, bis ein Punkt erreicht wird, an dem eine Therapie notwendig wird.
Ein entscheidender Faktor ist die gemeinsame Bereitschaft, ein Thema offen zu betrachten – ohne es als „Schuld“ zu sehen. Eine frühe, präventive Intervention kann viel Leid vermeiden. Es ist wichtig, dass beide Partner aktiv an der Lösung beteiligt sind, denn eine Beziehung kann nicht von einem einzigen Partner gerettet werden.
Die Therapie sollte daher nicht als reines „Rettungsprogramm“ gesehen werden, sondern als gemeinsamer Prozess zur Verbesserung der Beziehung und zur Erarbeitung klarer Ziele – sei das Zusammenbleiben oder eine Trennungsbegleitung.
FAQs
Ja, eine Paartherapie kann sehr sinnvoll sein, wenn beide Partner in einer Krise sind und gemeinsam die Beziehung auf ein stabiles Fundament zurückbauen wollen. Es hilft, Konflikte zu verstehen, gegenseitige Bedürfnisse zu erkennen und klare Ziele für die Zukunft zu definieren.
Je länger man warten, desto tiefer gehen die Konflikte in die Beziehung ein, und die Kommunikation wird zunehmend schlechter. Langfristig entsteht ein dauerhafter Krisenmodus, der emotionale und physische Symptome wie Schlafstörungen oder Appetitverlust auslöst und die Beziehung noch weiter belastet.
Wichtige Faktoren sind die verwendete Methode, die Therapeutin oder der Therapeut selbst, ihre Erfahrung und ihre persönliche Haltung. Ein guter Therapeut hat eigene Erfahrungen mit dem Thema und verfügt über eine klare, professionelle und empathische Herangehensweise.
Solche Spiele oder Ideen sind oft nur für frische, harmonische Beziehungen geeignet und können in einer Krise zu Streit führen. Eine echte Paartherapie geht auf die tiefen Ursachen der Konflikte ein und arbeitet mit Strukturen und Erfahrungen, die die Beziehung wirklich beeinflussen.
Nein, eine Paartherapie ist nur dann sinnvoll, wenn beide Partner bereit sind, aktiv mitzuarbeiten. Ein einseitiger Anspruch führt zu einem mangelnden Engagement und kann die Therapie in eine unzureichende oder sogar konfliktreiche Situation bringen.
Wenn keine Lösung gefunden wird, wird klar, dass eine Trennung möglicherweise der bessere Weg ist. Es ist wichtig, diese Entscheidung gemeinsam zu treffen und mit professioneller Unterstützung, wie einer Trennungsbegleitung, zu begleiten, um den Prozess gesund und ressourcenbewusst zu gestalten.
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