Von Kontrolle zu Vertrauen – so lässt du Ängste in der Beziehung los #117
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Kontrollverhalten in Beziehungen entsteht oft als Schutzmechanismus vor Verlustangst, die durch vergangene Erfahrungen oder unzureichende emotionale Sicherheit in der Kindheit verankert ist. Obwohl Kontrolle kurzfristig Sicherheit vermittelt, führt sie langfristig zu Misstrauen, Abstand und einem Teufelskreis der Unsicherheit. Die Wurzeln liegen häufig in frühen Beziehungen oder bei traumatischen Ereignissen wie Betrug. Um aus dem Muster herauszukommen, ist es wichtig, die eigene Angst zu erkennen und bewusst zu regulieren. Selbstwertübungen, wie ein Selbstwert-Tagebuch, helfen, das Selbstwertgefühl zu stärken und weniger auf Kontrolle zu vertrauen. Zudem sollte Vertrauen bewusst übt werden, indem man die Unsicherheit aushält und sich für offene Kommunikation entscheidet. Gewaltfreie Gespräche über Ängste und Bedürfnisse fördern gegenseitiges Verständnis und verhindern automatische Reaktionsmuster. Dazu gehören auch gemeinsame Reflexionen und Nachverhandlungen, um die Beziehung zu stabilisieren. Durch diese Schritte kann eine tiefe Veränderung erreicht werden, die zu mehr Gelassenheit, Nähe und emotionaler Sicherheit führt.
Paarpsychologie, der Podcast mit Anouk Algermissen.
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Paarpsychologie-Podcast-Folge.
Vielleicht kennst du die Situation, dass du zu kontrollierendem Verhalten neigst,
dass du gerne gelassener und vertrauensvoller in der Beziehung wärst.
Heute schauen wir uns an, wie das funktionieren kann,
wie man Kontrollverhalten in der Beziehung loslassen kann,
die Ängste, die dahinter sind, und sich stabiler und sicherer fühlt.
Starten wir direkt mit einem sehr wichtigen Gedanken zum Thema Kontrolle.
Und zwar, was Kontrolle eigentlich machen soll, ist, dass es ein Schutzmechanismus ist,
um uns zu helfen, mit Ängsten und Unsicherheiten umzugehen.
Das heißt, wir machen automatisch Dinge, von denen wir hoffen,
dass wir dadurch wieder Sicherheit und Ruhe bekommen können.
Doch das Problem ist, wenn wir jetzt zur Kontrolle greifen,
haben wir hinterher eigentlich noch weniger Sicherheit und Vertrauen als vorher.
Das heißt, der Automatismus, den wir anwenden, um uns besser zu fühlen,
sorgt eigentlich dafür, dass wir uns hinterher noch schlechter fühlen.
Doch natürlich ist das erstmal leichter gesagt als getan,
von diesen kontrollierenden Verhaltensweisen wegzukommen und gelassener und ruhiger zu werden.
Doch genau dafür ist heute diese Podcast-Folge.
Wir schauen uns jetzt erstmal an, welche Gründe und Ursachen hinter Kontrolle in der Beziehung liegen können,
dass du für dich einmal so ein bisschen einschätzen kannst,
was ist bei mir eigentlich die Wurzel dieser Verhaltensweise.
Das ist nämlich ganz, ganz wichtig, auch im späteren Verlauf.
Und dann im zweiten Teil dieser Folge gehen wir auf konkrete Schritte und Strategien ein,
die du nutzen kannst, um das nächste Mal anders zu handeln.
Starten wir zunächst mit einem Fallbeispiel, um das Ganze noch etwas greifbarer zu machen.
Fallbeispiel
Lara und Jonas sind seit drei Jahren ein Paar.
Jonas hat einen stressigen Job und arbeitet deshalb häufig lange.
Lara hatte anfangs da die Abende alleine noch genossen,
doch in letzter Zeit spürt sie immer häufiger ein unangenehmes Ziehen in der Brust,
wenn Jonas nicht sofort auf ihre Nachrichten antwortet und sich länger nicht meldet.
Eines Abends sieht sie, dass er online zu Hause ist,
ohne auf ihre letzte Nachricht zu antworten.
Sie fühlt, wie die Unsicherheit in ihr aufsteigt
und nun beginnt sie, auf Social Media sein Profil zu durchforsten.
Sie fragt sich, welche neuen Follower sind dazugekommen?
Warum hat diese eine Person, die ich nicht kenne, diese Frau, sein Bild geliked?
Warum hat er mir nicht geschrieben, obwohl er ja offensichtlich Zeit dazu gehabt hätte?
Als Jonas an diesem Abend nach Hause kommt, merkt er sofort,
dass seine Partnerin genervt und wütend ist.
Sie sprechen kurz darüber, doch leider eskaliert die Situation
und sie sprechen komplett aneinander vorbei.
Seit diesem Tag nagt die Unsicherheit immer wieder an Lara
und solche Situationen passieren leider immer häufiger in der Beziehung.
Kontrollierendes Verhalten kann natürlich ganz unterschiedlich aussehen.
Was aber typisch ist, sind, dass viele Nachfragen gestellt werden,
dass man wie Lara zum Beispiel immer wieder die Social Media Profile sich anschaut,
dass man auch bestimmte Bestätigung haben will, dass man ungeduldig wird
oder dass zum Beispiel auch Regeln, Abmachungen gemacht werden,
damit alles genau so läuft, wie man sich das vorstellt.
Doch was ist da jetzt bei Lara eigentlich genau passiert?
In ihrem Fall steckt hinter dem kontrollierenden Verhalten eigentlich eine Verlustangst.
Sie möchte die Beziehung schützen und sicherstellen, dass sie nicht verlassen wird.
Und irgendwie hat sie anscheinend das Gefühl, dass sie Kontrolle verloren hat.
Und ihre ständigen Nachfragen und das Überprüfen seines Verhaltens und seines Accounts
geben ihr kurzfristig das Gefühl, wieder Herrin der Lage zu sein.
Doch langfristig schaden sie natürlich eher der Beziehung.
Die Situation, dass Jonas ihr nicht schreibt, löst also bei Lara eine Angst aus
und diese Angst löst wiederum das kontrollierende Verhalten aus
als Mechanismus, um mit der Angst umzugehen.
Wenn ich mit Menschen in der Praxis über kontrollierendes Verhalten spreche
und sie nach ihren Motiven und Gründen dahinter frage,
dann kommen häufig Gedanken oder Aussagen wie
Ich wollte eigentlich meine Beziehung schützen und retten,
aber mein Verhalten hat genau das Gegenteil bewirkt.
Wir haben uns dadurch noch weiter voneinander distanziert.
Und hieran merkt man dieses gemeine Paradox.
Man möchte eigentlich nur das Beste.
Man will irgendwie wieder Sicherheit herstellen.
Aber der Automatismus, der geht genau in die falsche Richtung
und hieran müssen wir etwas ändern,
dass wir uns nicht noch weiter von unserem Ziel wegbewegen
durch die Schutzstrategie, die aber eigentlich gar nichts wirklich schützt.
Denn was Lara vielleicht nicht direkt bedenkt, ist,
wie ihr Verhalten bei ihrem Partner ankommt.
Und Kontrolle kann schon allein deshalb nicht die Lösung sein,
weil es häufig bei der anderen Person ein Gefühl der Überwachung
und der emotionalen Distanz hervorbringt.
Zum Beispiel kann gut sein, dass Jonas jetzt denkt,
warum vertraut sie mir eigentlich?
Oder er hat das Gefühl, dass er seine Freiräume nicht bekommt
und sich eingeschränkt fühlt in der Beziehung.
In den meisten Fällen geht es hier nämlich leider noch einen Schritt weiter.
Es ist nämlich sehr gut möglich, dass Jonas beginnt,
aufgrund von diesem Gefühl der Überwachung
und der verlorenen emotionalen Verbundenheit,
jetzt dazu neigt, Lara vielleicht nicht mehr alles so zu erzählen,
weil er befürchtet, dass daraus eine Diskussion entsteht
und sie das falsch interpretiert.
Und jetzt geht es noch mal einen Schritt weiter.
Lara merkt das natürlich, dass Jonas ihr nicht mehr alles erzählt
und interpretiert wiederum sein Schweigen als Geheimniskrämerei.
Und daraus kann ein großer Teufelskreis entstehen,
wo die beiden sich immer mehr in diesem Muster reinbewegen
und aber nicht mehr rauskommen.
Dieser Teufelskreis wird noch dadurch befeuert,
dass auch die Person, die Kontrolle selber ausübt,
in dem Fall Lara, auch darunter leidet.
Zum einen ist es natürlich kein schönes Gefühl,
aber wir wissen,
Kontrolle sorgt nicht für echte Sicherheit.
Im Gegenteil.
Wenn der Fokus immer auf den möglichen Gefahren bleibt,
dann verstärkt jede neue Beobachtung diese Unsicherheit.
Und es entsteht ein Gefühl von Machtlosigkeit,
weil die Kontrolle einander noch weiter wegbringt
und man immer mehr merkt,
dass die Verbindung und die Nähe abhanden kommt.
Schauen wir uns jetzt noch mal genau an,
was die Gründe hinter dem kontrollierenden Verhalten sein können.
Auf einen bin ich ja gerade da.
Ich bin ja gerade schon mal eingegangen.
Und das ist ein sehr, sehr typischer Grund.
Die Verlustangst.
Die haben wir jetzt ja auch bei Lara gesehen.
Die Angst, den Partner oder die Partnerin zu verlieren,
dass jemand einen ausspannt
oder dass vielleicht auch eine Affäre entsteht
oder eben die Beziehung in die Brüche geht,
ist einer der häufigsten Gründe für Kontrollverhalten.
Wenn du prüfen möchtest,
ob die Verlustangst bei dir der Grund,
die Wurzel des kontrollierenden Verhaltens ist,
dann kannst du einmal dir überlegen,
was ist das Schlimmste, was passieren könnte,
wenn ich nicht Kontrolle ausüben würde?
Also wenn ich das lasse,
was sagt mir mein Bauchgefühl, was dann passieren würde?
Das muss überhaupt nicht rational sein.
Achte da einfach auf deinen ersten Impuls.
Vielleicht ist dein Gedanke ja folgender.
Wenn ich aufhöre, ihn oder sie zu kontrollieren
und ganz sicher zu sein, was die Person als nächstes macht,
dann weiß ich ja nicht, wenn etwas Schlimmes passieren wird.
Und ich weiß, dass das nicht der Fall ist.
Und dieses Schlimme, was vielleicht passieren würde,
ist, dass die Person mir fremd geht
oder dass unsere Beziehung scheitern wird
oder dass ich verlassen werde und es nicht gesehen habe.
Hier hört man die Angst, dass es passieren könnte,
dass man verlassen wird.
Plus vielleicht auch, hast du schon mal die Erfahrung gemacht,
dass du vielleicht in das Licht geführt wurdest
oder dass du etwas nicht mitbekommen hast
und auf einmal vor dem Scherbenhaufen einer Beziehung standest.
Es kann gut sein,
dass man sich das dann gemerkt hat und gesagt hat,
mir passiert das nicht nochmal.
Das nächste Mal werde ich alle Zeichen sehen
und ich werde alles genau beobachten,
damit ich nicht nochmal so hinters Licht geführt werde.
Das würde dann genau auch schon in den zweiten Grund
für kontrollierendes Verhalten reingehen,
nämlich schlechte Beziehungserfahrung in der Vergangenheit.
Wie gesagt, viele Leute,
die heute zu kontrollierendem Verhalten tendieren,
hatten in der Vergangenheit schon mal Erfahrungen,
wo ihnen Kontrolle und Sicherheit extrem entzogen wurden.
Zum Beispiel in dem Moment,
wo eine Lüge auffliegt oder eine Affäre aufgedeckt wird.
Man hat also bereits die Erfahrung gemacht,
wie schlimm es sein kann,
auf einmal dazustehen und alles bricht auseinander.
Und jetzt kommt dieser Schutzmechanismus
mit noch mehr Kontrolle,
noch besser Wissen, was vor sich geht,
natürlich in der nächsten Beziehung
dann besonders stark zur Geltung.
Du kannst dir das mal vorstellen,
wie, dass die negativen Erfahrungen
so eine Art mentalen Abdruck im Gehirn hinterlassen
und jetzt das Gehirn versucht,
dich für erneuten Schmerz zu schützen,
indem es nach potenziellen Gefahren sucht
und dich alarmiert.
Aber diese Übervorsicht kann natürlich eben
zu genau dem kontrollierenden Verhalten führen,
was wiederum dann die Beziehung belastet
und paradoxerweise eher dazu führt,
dass die Beziehung scheitert.
Um zu prüfen, ob vergangene Erfahrungen
in alten Beziehungen,
in alten Beziehungen hier die Wurzel
des kontrollierenden Verhaltens sein könnten,
frag dich einmal,
seit wann ist das so?
Wann kenne ich dieses Verhalten von mir?
War ich früher eigentlich sicherer und gelassener in Beziehungen
und hat sich das ab einem bestimmten Punkt vielleicht verändert?
Sagen wir zum Beispiel, du hattest deine erste Beziehung, da lief alles gut,
ihr habt euch ganz normal getrennt, aber in der zweiten Beziehung gab es einen Betrug
und seitdem kennst du dieses kontrollierende Verhalten von dir,
das sich seitdem durch deine weiteren Beziehungen durchgezogen hat.
Das wäre natürlich ein klares Indiz dafür, dass seitdem eben seit dieser prägenden Erfahrung
die Schutzstrategie viel stärker aktiviert wird und du sie seitdem auch nicht mehr ablegen konntest.
Diese prägenden Erfahrungen können aber noch älter sein als erwachsene romantische Beziehungen
und auch schon aus der Kindheit kommen.
Denn auch die frühkindlichen Beziehungen und Erfahrungen können prägen,
wie wir in unseren Partnerschaften agieren, wenn Liebe und Sicherheit
und vor allem konstante Sicherheit in der Kindheit eher instabil waren,
hat man vielleicht gelernt, dass man Kontrolle braucht, um immer wieder die Nähe zu spüren,
um immer wieder in Kontakt zu kommen, weil man sie sonst nicht bekommt.
Es kann auch sein, dass man sich früher häufig abgelehnt gefühlt hat oder allein mit seinen Gefühlen
oder aber, dass man immer versucht hat, perfekt zu sein, weil man früh gelernt hat,
dass man bestimmte Leistungen zeigen muss, um von den Eltern geliebt zu werden.
Auch das kann dazu führen, dass man eben merkt, ich muss immer auf der Hut sein,
ich muss immer gucken, ob es die Chance gibt, dass mein Partner mich vielleicht nicht mehr will,
was dann im zweiten Schritt zu diesem kontrollierenden Verhalten führt.
Wenn du das Gefühl hast, ich glaube, ich war schon immer so mit einer Unsicherheit,
ob ich Liebe wirklich verdient habe, ob mein Partner, meine Partnerin wirklich bei mir bleibt,
ich kann mich nicht daran erinnern, dass das schon mal anders war,
dann kann es wirklich gut sein, dass du dir hier noch mal eine Frage stellst.
Wenn du dir hier noch mal dein Bindungsmuster anschauen kannst, deinen Bindungsstil,
dazu habe ich auch noch mal eine ganz eigene Folge gemacht, wo du schauen kannst, was dein Bindungsstil ist.
Vielleicht tendierst du ja in Richtung ängstlicher Bindungsstil,
dann kannst du dir noch mal die Folge anhören, ich verlinke sie dir in der Podcast-Beschreibung.
Jetzt haben wir uns die Dinge angeschaut, wo es häufiger darum geht,
dass das kontrollierende Verhalten in der aktuellen Beziehung eher etwas mit einer alten Angst
aus vergangenen Erfahrungen, die wir in der aktuellen Beziehung haben,
zu tun hat und gar nichts mit dem Eigentlichen gegenüber.
Jetzt ist das aber natürlich nicht immer so, denn es gibt auch noch einen vierten Grund
und das kann sein, dass es in der aktuellen Beziehung tatsächlich Probleme mit Klarheit,
Ehrlichkeit und Grenzen gibt.
Denn vielleicht ist es auch so, dass dein Partner, deine Partnerin tatsächlich
sehr wenig kommuniziert, Geheimnisse hat, Absprachen nicht einhält
und auch keine starke Interesse daran hat, mit dir offen zu kommunizieren.
Es kann natürlich auch eine Mischung sein, dass wir hier eine Kombination haben
aus alten Ängsten plus einer Beziehung, die nicht das richtige Maß an Sicherheit hat
und vielleicht ein Partner, eine Partnerin, die auch nicht besonders offen ist
mit ihren Bedürfnissen, mit ihrer Kommunikation.
Mein Tipp an dich wäre hier, klar anzusprechen, welche Verhaltensweisen dich unsicher machen.
Und dass du natürlich die Mitarbeit des anderen brauchst, um auch das kontrollierende Verhalten zurückzufahren.
Wenn du hier merken solltest, dass dein Gegenüber nicht bereit ist, offener zu werden
oder sich auch an Absprachen zu halten, die ihr gemeinsam getroffen habt,
dann kann das ein wichtiges Signal sein, dass es hier noch einen Ebenen tiefer geht
und ihr prinzipiell darüber sprechen müsst, wie ihr eigentlich in Beziehung auftreten wollt
und wie ihr sicherstellen könnt, dass ihr euch wohl und sicher verhalten könnt.
Wenn du nicht weißt, wie du das angehen sollst, dann schau generell nochmal in dem Podcast vorbei.
Da gibt es viele Folgen, auch nochmal zum Thema Verlustangst, aber auch zum Thema Kommunikation
mit vielen Tipps, wie man Gespräche richtig anfängt.
Das kann ich dir auf jeden Fall empfehlen, wenn ihr euch auf diese Reise begeben wollt
und an der Beziehung und der Sicherheit zu arbeiten.
Jetzt haben wir so ein bisschen geschaut, was die Hintergründe und Wurzeln des Verhaltens sein können.
Jetzt möchte ich dir noch. Ich möchte dir Impulse geben, was du nutzen kannst an Tipps, um schneller aus diesen Mustern auszusteigen.
Wenn du zu Verlustängsten tendierst und jetzt herausgefunden hast,
die Angst, nicht gut genug zu sein oder verlassen zu werden,
könnte ein ganz, ganz wichtiger Punkt sein, woraus das kontrollierende Verhalten entsteht.
Dann kann ich dir zuerst den Tipp geben, andere Möglichkeiten zu finden,
um mit der Angst umzugehen, damit das Verhalten eben gar nicht erst entstehen muss.
Versuche also zunächst bewusst Kontakt mit der Verlustangst aufzunehmen,
anstatt sofort schnell zu reagieren und mach dir erstmal bewusst, was eigentlich genau deine Sorge ist.
Die Wahrnehmung für die Ängste zu schärfen ist also der erste Punkt.
Der zweite Punkt könnte dann sein, einmal zu reflektieren, was du eigentlich gerade brauchst.
Brauchst du Sicherheit? Brauchst du ein Gespräch mit deinem Partner, deiner Partnerin?
Und was würde dir jetzt helfen, aus dem Gefühl der Angst rauszukommen?
Häufig sind Verlustängste auch mit einem geringen Selbstwertgefühl gekoppelt.
Dass man eben solche Gedanken im Kopf hat, wie ich bin nicht gut genug, jemand anderes könnte mich ersetzen.
Wenn ich nicht aufpasse, findet mein Partner, meine Partnerin jemand Besseren.
In dem Fall kann es hilfreich sein, immer mal wieder, vielleicht einmal am Tag, einmal die Woche,
Selbstwertübungen zu machen, um diesen Teil von sich selbst zu stärken
und so auch weniger Kontrolle ausüben zu müssen.
Wie würde das genau aussehen?
Eine gute Möglichkeit ist, ein Selbstwert-Tagebuch zu führen,
in dem man immer wieder Dinge festhält, auf die man stolz ist, die man gut gemacht hat
und wo man sich vielleicht dem unbequemen Gedanken hingeben kann,
dass man wertvoll ist für andere und warum genau.
Das ist am Anfang gar nicht einfach und es ist schwer, diese Sachen anzunehmen
und deshalb hilft es, das zu ritualisieren und immer wieder zu machen,
damit das auch wirklich ins Unterbewusstsein einsinken kann.
Wenn du damit direkt starten möchtest, dann kann ich dir meinen Verlustangst-Online-Kurs empfehlen.
Da gehen wir nochmal mehr in diese Arbeit rein.
Da gibt es zum Beispiel auch ein Selbstwert-Tagebuch, was du nutzen kannst.
Wir gehen darauf ein, nochmal stärker auf die Bindungstheorie,
auf die vergangenen Erfahrungen, um das Verständnis für deine Ängste zu steigern
und ich gebe dir noch mehr Kommunikationstipps mit
und Möglichkeiten, wie du grübeln und starke Emotionen reduzieren kannst.
Eine Kursteilnehmerin hat mir gesagt, dass sie sich nicht mehr so sehr für die Verlustangst-Online-Kurs empfehlen kann.
Sie hat mir gesagt, dass sie sich nicht mehr für die Verlustangst-Online-Kurs empfehlen kann.
Eine Kursteilnehmerin hat mir letztens noch geschrieben,
dass sie, seit sie den Kurs durchgearbeitet hat, jetzt viel gelassener ist
und die Zeit alleine wieder viel mehr genießen kann.
Wenn ihr Freund abends nach Hause kommt, muss sie ihn nicht mit Fragen bombardieren
und das finde ich immer so wahnsinnig schön zu hören
und es zeigt auch, dass man aus diesen Verhaltensweisen wirklich rauskommen kann.
Wenn dich das interessiert, dann guck auch da nochmal gerne in die Podcast-Beschreibung.
Da verlinke ich dir alle weiteren Informationen zu dem Kurs.
Das waren jetzt quasi Tipp 1.
Die Verlustangst besser kennenlernen und regulieren
und Tipp 2. an dem Selbstwert arbeiten.
Mein dritter Tipp ist es, Vertrauen ganz bewusst zu üben.
Also die Unsicherheit auch auszuhalten und sich zu überlegen,
wie würde jemand jetzt reagieren, der im Vertrauen ist.
Denn häufig kommt es ja eben nicht automatisch,
sondern eher das Gegenteil, das kontrollierende Verhalten, das Misstrauen kommt automatisch
und dass wir uns bewusst dafür entscheiden zu sagen,
dass wir uns bewusst dafür entscheiden zu sagen,
ich möchte jetzt im Vertrauen bleiben und dadurch auch handeln.
Das kann also zum Beispiel so aussehen,
dass man zunächst einmal tief durchatmet
und versucht herauszufinden, gibt es gerade Grund für mein Misstrauen
oder sind das die Ängste, der geringe Selbstwert,
andere alte Erfahrungen und Trigger, die jetzt hier gerade durchkommen.
Wenn man merkt, nein, ich möchte dieses Verhalten,
das negative, kontrollierende Verhalten loslassen,
das ist hier gerade der Grund,
das ist hier gerade eigentlich gar nicht relevant,
dass man sich dann einmal erdet und versucht eben in diese Sicherheit zu kommen.
Vielleicht braucht es da auch ein bisschen Unterstützung von außen,
vom Partner, von der Partnerin und da ist es hilfreich,
wenn man sich vorher einmal überlegt, was helfen würde.
Für viele Menschen reicht zum Beispiel schon eine Umarmung.
Also dass man dann darüber spricht,
hey, wenn ich sage, dass ich gerade unsicher bin,
könntest du mich dann in den Arm nehmen,
das würde mir wahnsinnig viel bedeuten.
Und so kann man schön als Team,
zusammen dadurch arbeiten, ohne in blöde Automatismen reinzukippen.
Und mein vierter Tipp, mein vierter Schritt ist es,
an der Kommunikation zu arbeiten.
Also nicht einfach aus dem negativen Verhaltensmuster raus zu agieren
und vielleicht Vorwürfe zu machen,
aber auch nicht alles in sich reinzufressen und gar nichts zu sagen,
sondern gewaltfrei zu kommunizieren,
dass man gerade Ängste hat,
dass man gerade unsicher ist
und zu beschreiben, dass man gerade unsicher ist.
und zu beschreiben, wie es in einem aussieht.
Da das nicht immer so einfach ist,
das in den Situationen zu machen,
kann es aber auch hilfreich sein,
es im Nachgang zu versuchen.
Das heißt, wenn du jetzt merkst,
oh, das habe ich irgendwie nicht hinbekommen,
jetzt hier wirklich gut und offen zu kommunizieren,
wie es in mir aussieht,
hakt die Situation noch nicht einfach ab,
sondern nimm dir vor,
vielleicht am nächsten Tag, am nächsten Abend,
nochmal einzuhaken und zu sagen,
so sah es eigentlich in mir aus.
Ich wollte eigentlich gar nicht so viele Nachfragen stellen,
oder dich hier wie so vors Gericht stellen,
sondern eigentlich war das meine Sorge.
ich habe es in dem Moment aber nicht gut geschafft, das auch zu kommunizieren.
Es ist total möglich und sogar sehr, sehr sinnvoll,
hinterher nochmal anzusetzen und dann zusammenzufinden.
Auch dazu gehe ich, wie gesagt, nochmal stärker in dem Verlustangstkurs darauf ein,
wie man diese Kommunikationsstrukturen und diese besseren Formulierungen findet.
Schau da gerne in die Podcast-Beschreibung.
Dann hoffe ich aber, wie immer, dass du von heute einiges mitnehmen konntest.
Wenn ja, freue ich mich sehr über eine 5-Sterne-Bewertung.
Und dann hören wir uns nächsten Freitag wieder zu einer neuen Folge.
Ich wünsche dir noch einen wunderschönen Tag.
Podcast Summary
Key Points:
Kontrollverhalten in Beziehungen ist oft ein Schutzmechanismus gegen Verlustangst, der jedoch langfristig Sicherheit verliert und Abstand schafft.
Die Wurzel solcher Verhaltensweisen liegt häufig in vergangenen Erfahrungen, insbesondere bei Betrug oder emotionaler Entfremdung, die eine Angst vor Verlassenwerden verankert haben.
Frühe Kindheitserfahrungen, wie Abweisung oder mangelnde emotionale Sicherheit, prägen den Bindungsstil und führen zu einem Bedürfnis nach Kontrolle und Überwachung.
Kontrolle schadet der Beziehung, da sie dem Partner das Gefühl der Überwachung und emotionalen Distanz verleiht und ein Teufelskreis von Unsicherheit und Misstrauen bedingt.
Viele Menschen verbinden Verlustängste mit einem niedrigen Selbstwertgefühl, was durch Selbstwertübungen wie ein Selbstwert-Tagebuch verbessert werden kann.
Der bewusste Einsatz von Vertrauen durch Aushalten der Unsicherheit und die bewusste Entscheidung für Offenheit ist ein zentraler Schritt zur Veränderung.
Offene, gewaltfreie Kommunikation über Ängste und Unsicherheiten hilft, die Beziehung zu stärken und automatische Reaktionsmuster zu vermeiden.
Die Kombination aus Selbstreflexion, Selbstwertarbeit und gemeinsamer Kommunikation ermöglicht langfristige, gesunde Beziehungsentwicklungen.
Summary:
Kontrollverhalten in Beziehungen entsteht oft als Schutzmechanismus vor Verlustangst, die durch vergangene Erfahrungen oder unzureichende emotionale Sicherheit in der Kindheit verankert ist. Obwohl Kontrolle kurzfristig Sicherheit vermittelt, führt sie langfristig zu Misstrauen, Abstand und einem Teufelskreis der Unsicherheit. Die Wurzeln liegen häufig in frühen Beziehungen oder bei traumatischen Ereignissen wie Betrug.
Um aus dem Muster herauszukommen, ist es wichtig, die eigene Angst zu erkennen und bewusst zu regulieren. Selbstwertübungen, wie ein Selbstwert-Tagebuch, helfen, das Selbstwertgefühl zu stärken und weniger auf Kontrolle zu vertrauen. Zudem sollte Vertrauen bewusst übt werden, indem man die Unsicherheit aushält und sich für offene Kommunikation entscheidet.
Gewaltfreie Gespräche über Ängste und Bedürfnisse fördern gegenseitiges Verständnis und verhindern automatische Reaktionsmuster. Dazu gehören auch gemeinsame Reflexionen und Nachverhandlungen, um die Beziehung zu stabilisieren. Durch diese Schritte kann eine tiefe Veränderung erreicht werden, die zu mehr Gelassenheit, Nähe und emotionaler Sicherheit führt.
FAQs
Kontrollverhalten entsteht oft als Schutzmechanismus gegen Verlustangst oder Unsicherheit. Die Person möchte sicherstellen, dass die Beziehung nicht verloren geht, besonders nach negativen Erfahrungen in der Vergangenheit.
Häufige Ursachen sind Verlustangst, schlechte Beziehungserfahrungen, wie z. B. Betrug oder Trennung, sowie frühe Erfahrungen mit Ungewissheit oder Abweisung in der Familie oder Kindheit.
Wenn eine Partnerin Kontrolle ausübt, führt das zu Misstrauen beim Partner, der dann weniger offen kommuniziert. Diese Unsicherheit wird wiederum als Geheimniskrämerei wahrgenommen, was die Kontrolle verstärkt und den Kreis weiter fördert.
Man kann sich fragen, was das Schlimmste wäre, wenn man nicht kontrolliert, und ob man das Gefühl hat, dass die Beziehung zerbricht, wenn man nicht aufpasst oder aufpasst, was der Partner macht.
Nein, Kontrolle schafft nur kurzfristige Sicherheit und führt langfristig zu mehr Distanz, Misstrauen und Machtlosigkeit, da sie das Vertrauen in die Beziehung schadet.
Man kann durch Selbstreflexion, Selbstwertübungen wie ein Selbstwert-Tagebuch, bewusstes Vertrauen üben und offen mit dem Partner über Ängste zu kommunizieren beginnen.
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