Vertrouwen in digitale zorgcommunicatie: hoe regel je dat goed?
22m 45s
In dieser Folge des Podcasts „Logopidy im Gespräch zwischen Praxis und Politik“ wird das Thema unbezahlte Arbeit in ambulanten Logopädien erörtert. Die Umfrage des Deutschen Bundesverbandes für Logopädie (DBL) zeigt, dass fast jede zweite Angestellte regelmäßig unbezahlte Tätigkeiten wie Wartelistenführung, Anrufe oder Dokumentation leistet. Diese Arbeit wird oft als Teil der täglichen Praxis erfasst, aber nicht vergütet, was zu einer unzureichenden Belohnung und hoher Unzufriedenheit führt. Der DBL hat darauf reagiert, indem er im Rahmen der Kassenverhandlungen eine Regelung für 15 Minuten Vor- und Nachbereitungszeit eingeführt hat, die nun offiziell mit vergütet wird. Dieser Schritt verbessert nicht nur die Arbeitsbedingungen, sondern auch die Produktivität und Zufriedenheit der Mitarbeiter. Die Daten zeigen außerdem, dass Praxen, die alle Arbeitszeiten ordnungsgemäß erfassen, mehr Therapien pro Woche erbringen und ihre Mitarbeiter zufriedener machen. Trotzdem bleibt die Verantwortung vielschichtig: Praxisinhaber, Angestellte und Politik müssen zusammenwirken, um eine faire und nachhaltige Arbeitsorganisation zu schaffen. Der DBL bietet Unterstützung durch Rechtsberatung, Broschüren und ein Mitgliederportal, wobei auch zukünftige Veranstaltungen und Austauschmöglichkeiten angeboten werden. Die Folge unterstreicht, dass unbezahlte Arbeit nicht nur ein individuelles Problem ist, sondern ein strukturelles Problem, das mit politischer, rechtlicher und organisatorischer Nachsicht adressiert werden muss.
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Logopidy im Gespräch zwischen Praxis
und Politik, dem Podcast des Deutschen Bundesverbandes für Logopidy.
In diesem Podcast widmen wir uns den aktuellen Entwicklungen in der Berufspolitik und
der Professionsentwicklung.
Wir sprechen über die Herausforderungen, Chancen und Besonderheiten, die unseren Berufs- und
Verbandsalltag prägen.
Alle zwei Wochen treffen wir Experten und Experten aus der Logopidy, der Politik und
angrenzenden Fachbereichen für Gespräche über Themen, die uns und unsere Branche bewegen.
Schön, dass du dabei bist, hör rein, denk mit und gestaltet mit uns die Logopidy von morgen.
Hallo und herzlich willkommen zu Folge 31 unseres Podcasts.
Wie ihr vielleicht schon gesehen habt, im September widmen wir uns dem Fokus-Thema der unbezhalten
Arbeit.
Denn vor allem die Arbeiten, die vor, nach und zwischen den Therapien geleistet werden,
werden teilweise nicht vergütet.
Im Bundesvorstand haben sich vor allem Sarah Leder und Annika Hecht mit diesem Thema
beschäftigt und ich habe Annika eingeladen, mir heute ein paar Fragen zum Thema zu beantworten.
Hallo Annika, ich freue mich, dass du heute wieder bei uns im Podcast bist.
Hallo Hannah, ich freue mich auch, dass ich hier sein darf.
Zum Einstieg, wenn wir von unbezahlter Arbeit in der ambulanten Praxis sprechen.
Was genau meinen wir damit?
Wir meinen damit, dass aus Sicht der Angestellten Arbeit geleistet wird, die ihnen nicht vergütet
wird und die zeitlich auch gar nicht erfasst wird.
Meistens sind das Tätigkeiten, die um die Therapien herum passieren.
Das hast du ja gerade schon erwähnt, die man mal ebenso nebenbei erledigt, die einzeln
auch gar nicht so viel Zeit kosten, aber in Summe dann doch einiges ausmachen.
Wir meinen damit vor allem diese vielen kleinen Dinge im Praxisalter, die Anrufe von Patientinnen,
das fliegen der Wartelist, das Aufräum des Wartezimmers, Rezeptänderungen und so weiter,
also vor allem Tätigkeiten, die uns auch die Krankenkassen nicht explizit vergüten,
die aber zum Praxicelltag trotzdem dazu gehören.
Ja, das ist ja schon viel aufgezählt, warum nimmt denn der DBL dieses Thema gerade jetzt
in den Fokus?
Wir hatten schon länger die Vermutung, dass es ein Thema für viele Angestellte ist, aber
keine Zahlen oder Fakten dazu und das hat sich Anfang diesem Jahres geändert.
Nun haben wir Daten dazu und das haben wir dann zum Andersen genommen, dieses Thema
noch mal mehr in den Fokus zurück.
Anfang 2026 haben über 1050 Angestellte Logopädinnen bei unserer Umfrage mitgebracht, was
wollte ihr in dieser Umfrage eigentlich herausfinden?
Wir wollten eigentlich herausfinden, wie viele Angestellte in ambulanten Praxen verdienen.
Dafür haben wir das Monatsbrutto und solche demografische Daten, die zu Friedenheit und eben
auch die Wochenstundenzahl erfragt.
Und zusätzlich haben wir gefragt, ob über diese Wochenstunden hinaus regelmäßig unbezahlte
Arbeit geleistet wird und wenn ja, welche Tätigkeiten unbezahlt verrichtet werden und von welchem
zeitlichen Umfang wir hier sprechen.
Ja, und was ja auch dabei rausgekommen ist, die Hälfte der Befragten leistet jede Woche
unbezahlte Arbeit hat euch dieses Ergebnis überrascht oder eher bestätigt, was ihr längst
geahnt habt.
Die große Zahl hat uns schon überrascht, auch wenn wir grundsätzlich davon ausgegangen
sind, dass in den Therapie berufen, dass durchaus häufiger ein Thema ist.
Ja, und die Leute, die gesagt haben, okay, wir leisten unbezahlte Arbeit, die haben das
in einer relativ großen Spanne angegeben, nämlich von etwa einer halben Stunde bis zu
mehr als fünf Stunden unbezahlte Arbeit pro Woche.
Was bedeutet das, wenn man es aufs Jahr oder auch auf ein ganzes Berufsleben hochrechnet?
Ja, das sind zwischen 20, 25 oder auch weit über 200 Stunden pro Jahr.
Wenn jetzt wirklich jemand jede Woche mehr als fünf Stunden unbezahlt arbeitet, das war
ein Glück nicht so viele, die das angegeben haben.
Die meisten waren eher zwischen nach halben und zwei Stunden in der Woche, aber genau auf
ein ganzes Berufsleben hochgerechnet ist, das natürlich noch mal viel mehr.
Und das ist ja Lebenszeit, die man für eine Tätigkeit nutzt, die man eigentlich macht,
um damit Geld zu verdienen.
Ja, und wenn jetzt fast jede zweite betroffen ist, lässt sich das dann noch als Einzelfall
abtun?
Nein, das ist ein strukturelles Problem.
Das betrifft ja nicht nur jede zweite Angestellte, sondern auch Traxisinhaberin mit Angestellten,
die jetzt vielleicht das Gefühl bekommt, ja irgendwie einen Pranger gestellt zu werden
oder so.
Und darum soll es aber überhaupt nicht gehen.
Ich gehe ganz fast davon aus, dass dieses Problem nicht existiert, weil die Praxisinhaberin
so wahnsinnige Kapitalisten sind, die ihre Angestellten ausbeuten wollen und deshalb, wo
immer es geht, unbezahlt arbeiten lassen.
Im Gegenteil, ich denke, unseren Praxisinhaberin ist sehr daran gelegen, dass es den Angestellten
gut geht und sie von ihrem Arbeitsverhältnis auch bestmöglich leben können.
Wir haben hier insgesamt schwierige Voraussetzungen, wir kommen aus Jahren, aus Jahrzehnten
der Unterfinanzierung unserer gesamten Branche und dadurch scheint sich irgendwie die Logik
entwickel zu haben, ist mein Eindruck, dass das, wodurch die Angestellten Geld erwirtschaften,
also in der Regel durch die Therapie einheiten, das bekommen sie auch bezahlt.
Ich denke, es gibt relativ viele Arbeitsverträge, in denen ungefähr sowas steht, wie Angestell
Geld auf 20 Stunden, in der Woche und 20 Stunden entsprechend 20 Therapie einhalten.
Und die Therapie einheiten, gehen ja in der Regel 45 Minuten und dann wird davon ausgegangen,
dass in den restlichen 15 Minuten alles weitere erledigt wird, was drumherum so anfällt.
Und wenn dann, in der Zeiterversung am Ende des Monats nur gezählt wird, wie viele
Therapie einheiten, habe ich den geleistet, dann ist das her das, was für die Praxisinhaber
oder den Praxisinhaber auch interessant ist. Okay, du hast 20 Therapieinheiten geleistet,
dann habe ich 20 mal an dir verdient, zumindest im besten Fall, wenn jetzt keine Absetzung
dazwischen kommt und das bezahl ich dir. Und ich gehe davon aus, du hast im Durchschnitt
15 Minuten für weitere Tätigkeiten benötigt und das haben wir ja vereinbart, dass das
in deinem Gehalt inkludiert ist. Und so bleibt dann aber die tatsächliche Arbeitszeit,
also wann bin ich den morgens in die Praxis gekommen und wann bin ich nachmittags wieder
nach Hause gegangen, wie lange habe ich zwischendurch Pause gemacht, habe ich überhaupt richtig
Pause gemacht oder hieß Pause machen mit einer Hand das Brot essen und mit der anderen
Hand berichte schreiben, das wird dann nicht erfasst und bleibt dadurch unsichtbar und
gegebenenfalls eben auch unbezahlt. Ja, genau, also ich glaube diese Verträge kennt jeder
aus der Praxis und ich glaube, wie du gesagt hast, es ist so historisch gewachsen und irgendwie
als Angestellter, denkt man auch erstmal so ja, ich erwirtschafte ja auch nur in der Zeit
meiner Therapien Geld für meine Praxis in der Haberin oder für meine Schäfin.
Genau, aber wenn wir jetzt auf einen Sack jetzt mal in Anführungszeichen ganz normalen anderen
Beruf drauf schauen, da ist es ja auch nicht so, dass der Angestellte eben nur dafür bezahlt wird,
wo er wirklich effektiv Geld erwirtschaftet, sondern eben für die Arbeitszeit, ich komme ins
Büro rein und ich verlasse am Ende des Tages das Büro wieder. Die vor Nachbereitungszeit, die
Dokumentation und das Verfassen von Berichten, das wurde ja häufig genannt als unbezahlte
Arbeit. Das ist aber ja kein Beiverg, sondern Teil guter Therapie. Wie passt es denn zusammen,
dass genau diese Zeit oft eben aus diesem Bereich der bezahlten Arbeit herausfällt? Ich denke,
dass diese Zeit oft schon vergütet wird, aber eben nicht immer komplett. Zum Beispiel, wenn dieses
Vorgehen, was wir gerade beschrieben haben angewendet wird, dann wird es vielleicht auf diese 15
Minuten Stück weit gedeckelt und ich denke, je nach Störungsbild, Berufsabhagen, verfügbare
Material und so weiter, schafft man das manchmal die normale Vor- und Nachbereitung und auch eine
knappe Doho in 5 oder 10 Minuten zu erledigen. Und dann gibt es aber Störungsbilder, da muss
sich auch mehr Zeit investieren. Da muss ich zum Beispiel den Raum für das Kind mit Autismus
speziell vorbereiten. Da will ich für die Disattriepatient oder den Patient noch speziell passendes
Wortmaterial erstellen. Da habe ich eine umfangreichere Diagnostik auszuwerten oder muss genauer
dokumentieren, weil mir in der Stunde besonders viele Dinge aufgefallen sind, die ich auf gar
keinen Fall vergessen möchte. Und wenn das dann überwiegt, dann kann es sein, dass ein Teil dieser
Zeit in die unbezahlte Arbeit hutscht. Ja, genau. Seit dem 1. Juli werden ja 15 Minuten vor Nachbereitungs- und
Dokumentationszeiten in den Kassen setzen ausbrücklich mit berücksichtigt. Was bedeutet das denn
konkret und welche Rolle hat der DBL dabei gespielt? Das bedeutet, dass die Krankenkassen anerkennen,
dass es mit der reinen Therapiezeit am Patienten nicht getan ist, sondern die von dir angesprochenen
Aspekte für eine gute Therapie unabdingbar sind und auch entsprechend vergütet gehören. Vorher waren
bereits 10 Minuten vor Nachbereitung in den Kassen setzen mitgedacht, aber nicht schriftlich fixiert.
Und dass jetzt 15 Minuten offiziell mitvergütet werden und das auch so festgehalten wurde,
das ist ein großer Erfolg, den Stefan Olbrich und all seine Mitspieler*innen aus dem Verhandler-Team
der Geschäftstelle und auch den anderen Verbänden für uns in den Kassenverhandlungen erzielt haben.
Und für die selbstständigen bedeutet das mehr Geld und für Angestellte die Möglichkeit,
sich auf diese Vergütungsrichtlinie zu berufen und diese Vor- und Nachbereitungszeit für sich
eben auch einzufordern, falls das aktuell noch keine Realität in ihrem Arbeitsalltag sein sollte.
Ja, wichtig dabei zu wissen, was wird eigentlich am Tag gemacht? Oder wie lange ist der angestellter
eigentlich in der Praxis? Dafür braucht es ja eine Arbeitszeiterfassung. Und zu dem Thema
habt ihr die Mitglieder nochmal gefragt und es kam ja raus, manche Angestellten sollen eben
einzelne Therapien und Tätigkeiten separat dokumentieren, statt ihrer Arbeitszeit als Ganzes.
Warum ist das denn ein Problem? Weil es rechtlich gesehen nicht erlaubt ist. Und je mehr Tätigkeiten
separat dokumentiert werden, desto komplizierter wird es. Meiner Meinung nach auch für beide Seiten.
Also, wenn die Praxis Inhaber in oder in Inhaber jetzt ein Hang zu Statistik hat, dann mag das
ja interessant sein, wenn alle angestellten erfassen, wie viele Therapien habe ich gemacht, wie für die
Teamsetzung, Hausbesuche, Organzeit, Vor- und Arbreitung und so weiter. Aber ich unterstelle, dass
die meisten Praxis Inhaber in mit diesem Wusste an Dokumentationen am Ende gar nicht so viel anfangen
können. Zumal man über viele Praxishoffler-Programme und über die Abrechnung doch ohne Erkennen einen
Überblick bekommen müsste, wie viele Therapien, Hausbesuche und so weiter in der Praxis und durch das
Therapäut in den Kürzeln, was wir ja auf den Verordnung haben, auch Pro-Mitarbeiter insgesamt
angefallen sind. Und dann frage ich mich, warum Hand haben das so viele noch so? Warum geht man nicht
hin und dokumentiert, wie es rechtlich vorgeschrieben ist und wie es in anderen Bereichen auch üblich
ist, eben die Arbeitszeit, also die Beginn, Ende und Pausenzeit und Vertraut erst mal darauf, dass die
Mitarbeitenden in der Zeit am Ende auch die Tätigkeiten ausführen, die man vertraglich mit
den geregelt hat. Ja, genau. Was sagst du denn Praxisinhaber*innen, die Angst haben, dass sich ihre
Mitarbeitenden durch eine reine Erfassung der Arbeitszeit viel mehr Zeit für die Vor- und Nachbereitung
lassen werden und das am Ende einfach zu teuer für die Praxis wird? Ich habe heute morgen noch mal in
der Daten uns bei Geheiß und Frage geschaut und ein paar Sachen nachgerechnet und das fand ich
schon überraschend, diejenigen, die angegeben haben, keinerlei unbezahlter Arbeit zu leisten, also bei
den schon jetzt alles vergütet wird. Die haben im Durchschnitt 6% mehr Therapien pro Woche in der
gleichen Arbeitszeit geschafft, als diejenigen, die ein Thema mit unbezahlter Arbeit hatten. Also,
wenn man davon ausgeht, dass man zwei Mitarbeiterinnen hat aus unterschiedlichen Praxen, die jeweils
beide 30 Stunden angestellt sind und mit arbeiteren A hat in unserer Umfrage angegeben, keinerlei
unbezahlter Arbeit zu machen, dann schafft diese im Schnitt in ihren 30 Stunden auch 30 Therapien
und mit arbeiteren B, die angegeben hat, in ihrer Praxis unbezahlter Arbeit leisten zu müssen,
hat in ihren 30 Stunden nur 29 Therapieinheiten geschafft. Gleichzeitig hatte sie auch noch einen
um knapp 1 Euro geringeren Stundenlohn und war mit ihrer Gehaltsituation auch insgesamt unzufriedener.
Also, ich würde sagen, das ist eigentlich eine gute Nachricht an alle Praxisinhaben,
die es bereits schaffen oder vorhaben, alle Arbeit, die von den Therapäuten innen geleistet wird
zu erfassen und zu finanzieren. Eure Angestellten sind laut unserer Umfrage zufriedener und produktiver.
Ja, das klingt richtig gut. Was glaubst du, woran liegt das? Das geht aus unseren Datenleiter nicht
hervor. Was wir z.B. nicht gefragt haben, was aber vielleicht fürs nächste Mal eine ganz gute Idee
wäre, das noch mit abzufragen ist, in welchen Praxen Sekretär*innen oder Bürokräfte tätig sind,
die den Therapäuten einen Orgeraufwand abnehmen, also z.B. Therapieausfälle, Neubesetzen, Anrufe,
das Fliegen der Warteliste und diese ganzen administrativen Tätigkeiten. Die wurden nämlich auch häufig
als unbezahlte Tätigkeiten genannt und je mehr davon in Therapeut*innen ferngehalten wird,
desto mehr Therapien können die natürlich auch schaffen. Also das könnte eine Erklärung sein,
aber das haben wir leider dieses Mal nicht gefragt. Wer trägt denn eigentlich die Verantwortung dafür,
dass sich etwas ändert? Also die einzelnen Praxen, die Beschäftigten oder doch die Politik oder die
Kostenträger? Ich würde sagen alle, je dann ein bisschen. Die Politik und die Kostenträger haben
natürlich nach wie vor die wichtige Aufgabe, die Logopathy fair zu vergüten, damit in den Praxen
auch vernünftige Stunden eine gezahlt werden können und man sich eben vielleicht auch die
Anstellung nach Bürokraft leisten kann. Und die Praxis Inhaber*innen und Angestellte dürfen sich
dazu aufgerufen fühlen, dass eigene Vorgehen der Zeiterfassung und Vergütlung der Arbeitszeit
einmal zu hinterfragen und miteinander zu reflektieren, vielleicht auch mal links und rechts zu gucken,
wie machen das dann andere. Unsere Umfrage hat ja auch gezeigt, dass 50 Prozent der Angestellten keinerlei
unbezahlte Arbeit leisten, also vermutlich auch etwa 50 Prozent der Praxen, da schon irgendwie ein gutes
Modell gefunden haben. Wir haben hier zu auf vom Logopathy Online auch ein Best Practice Interview mit
einem Praxen-Inhaber und einer Angestellten geführt, die so ein klassisches Zeitstempelsystem für die
Arbeitszeiterfassung eingeführt haben und da über ihre Erfahrung berichten. Und das verlingen wir
euch bestimmt in den Schonauts. Ja, genau. Wenn ihr dann nochmal genauer nachlesen wollt, dann schaut
gerne mal rein. Wie hängt die unbezahlte Arbeit, denn mit den großen Baustellen des Berufsfelds
zusammen, also Vergütung, Fachkräftemangel und Attraktivität des Berufs? Der Zusammenhang ist
nicht zu unterschätzen, denke ich. In unserer Umfrage konnten wir sehen, dass die Befragten die
Angaben unbezahlte Arbeit zu leisten, ja, signifikant unzufrieden, damit ihrer Gehaltsituation waren
und unzufriedenheit führt natürlich dazu, dass ich mir auch überlege, ob dieser Job das ist,
was ich mein Leben lang machen möchte. Ich erinnere mich dran, dass in meinem Studium, wo viele schon
parallel auf Mini-Job oder Werkstudentenbasis in den Praxen gearbeitet haben, was häufig ein
Thema, aber viele kamen direkt aus der Ausbildung, machten ihre ersten Berufserfahrung und waren dann
sehr unzufrieden mit den Arbeitsbedingungen in der Praxis und hatten vor, nach dem Studium entweder in
Einrichtung zu wechseln oder sich nach mal gänzlich umzuorientieren. Und das ist jetzt knapp 10
Jahre her, damals lag der Stundenlohn, den viele, ich auch damals als Berufseinsteiger in
bekommen haben, so bei 12 bis 14 Euro, da sind wir heute zum Glück schon etwas weicher, aber ja,
die ganzen Regelung darum, herum wie andere Tätigkeiten, die Hausbesuche vor den Nachbereitung,
Teamsitzung, Patient in den Ausfälle vergütet oder eben auch nicht vergütet worden, die waren
teilweise schon sehr abenteuerlich. Ja, da kann ich mich aus meiner Praxiserfahrung auch noch
gut ran erinnern, wobei ich weiß, dass ich als ich vor, das müsste auch schon fast 10 Jahre
ja gewesen sein, in einer Praxis gearbeitet habe, da war es auch so, dass wir eben diese Teamsitzung
quasi bezahlt bekommen haben, also die konnten wir so aufschreiben wie eine Therapieinheit. Ich weiß,
dass das damals schon sehr fortschrittlich war, dieses vorgehen. Ja, genau, das habe ich auch
schon aufgehört, dass dann für die Teamsitzung ein oder zwei Therapieinheiten aufgeschrieben werden
dürfen, je nachdem, wie lang sie ging, genau und dass dann irgendwie umgerechnet wird. Ja,
genau. Viele denken ja, die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung, die kommt irgendwann mit einem neuen
Gesetz. Stimmt das? Ja, also schauen wir mal, ob dieses Gesetz kommt, bevor oder nachdem wir unser
neues Berufsgesetz haben? Nein, ganz so langwierig wird der Prozess beim, oder ist der Prozess beim
Arbeitszeiterfassungsgesetz noch nicht? Es gab 2021 oder 22. Urteil vom Bundesarbeitsgericht,
was besagt, dass Beginnende und Pausenzeiten erfasst werden müssen? Und daraufhin müsste nun,
dass Arbeitszeiterfassungsgesetz angepasst werden. Das ist aber der Ampel Regierung nicht mehr gelungen
und nun schauen wir mal, was die jetzige Regierung hierzu umsetzen wird. Durch das Urteil ist aber eigentlich
schon klar, dass dieses Vorgehen, dass ich aufschreibe, wann ich angefangen und aufgehört habe
zu arbeiten und wie lange ich Pause gemacht habe, dass das, das ist, was juristisch korrekt ist,
also was vor Gericht vermutlich auch bestand haben würde. Und so lang das Gesetzer zu fehlt,
bleibt aber natürlich eine gewisse Unsicherheit. Wenn du jetzt auf die nächsten Jahre blehst, woran wird
man erkennen, dass sich beim Thema Pferer Arbeit tatsächlich etwas bewegt hat? Speziell bezogen auf
unbezahlte Arbeit in der Logo-Pädie oder in ambulanten Logo-Pädipraxen hoffe ich, dass wir das in unserer
Gehalts- und Frage, die wir jetzt jährlich wiederholen wollen, sehen werden, dass der Anteil an Personen,
die unbezahlte Arbeit leisten zurückgeht. Und im besten Fall steigt dann auch gleichzeitig die
Zufriedenheit dieser Person und das wirkt sich dann hoffentlich am Ende auch darauf aus, dass sich
mehr Menschen entscheiden, auch langfristig in der ambulanten logopädischen Versorgung zu bleiben.
Dazu ist das Thema unbezahlte Arbeit beziehungsweise Zeiterfassung natürlich nur eines von vielen.
Wir haben ja noch viele weitere Baustellen, auch politisch, zum Beispiel Bürokratieabbau,
Direktzugang, Digitalisierung und so weiter und so fort. Und ja, für diese Themen setzen wir uns
im DBL weiter ein. Ja, jetzt noch mal so ganz praktisch, angenommen eine angestellte Logo-Pädin,
eine angestellte Logo-Päde hören diese Folge und erkennen sich hier wieder. Was ist der erste Schritt,
den Sie noch diese Woche angehen können? Ich denke, das beste, was man tun kann, ist erst mal
überreden, sich überlegen, wie kann ich das bei meiner Chef in Ansprechen, vielleicht erst mal
irgendwie mit Personen aus dem eigenen Umfeld oder Kollege, und dann das Ganze nochmal reflektieren
und berechtlichen Fragen vielleicht auch noch mal mit unserer Rechtsberatung sprechen.
Und dann natürlich das Gespräch mit der Chefin oder dem Chef suchen und gemeinsam nach
Nalösungssuchen.
Genau, mit dem Chef nochmal diese Podcast-Vollgevorspielen, auch eine ganz gute Idee, glaube
ich.
Zum Beispiel genau.
Was redst du denn Praxis-Inhaberinnen und Inhabern, die es fair machen wollen aber nicht wissen,
wo sie anfangen sollen?
Ich würde die eigene Arbeitszeit-Erfassung auf den Prüfstand stellen und schauen, welche
Alternativen es gegebenenfalls gibt.
Das muss ja nicht gleich ein digitales Terminal sein, an dem Mitarbeitenden mit einem Chip
ein und ausstempeln, so wie man das aus größeren Firmen kennt.
Da tut es auch eine vernünftige Exelterbelle oder eine Zeiterfassungsapp oder so was.
Da gibt es im Internet viele Tools und Vorlagen, die sich eignen könnten.
Und bei den Apps muss man dann nochmal schauen, wo die genutzt werden, weil man von Mitarbeitenden
soweit ich weiß nicht einfach verlang darf, dass sie diese Apps auf ihrem privaten Endgerät
haben.
Also da, das sind sich nochmal genauer zu informieren und natürlich auch hier.
Das Gespräch mit den Mitarbeitenden oder gegen denfalls auch anderen Praxis-Inhaberinnen
suchen.
Und noch so zum Abschluss, wie unterstützt denn der DBL seine Mitglieder so ganz praktisch
bei Fragen rund um die Arbeitszeit und die Vergütung?
Ja, wenn es um rechtliche Fragen geht, dann wie schon angesprochen sind unsere Rechtsberatung
oder auch unser Glossar, Beruf und Recht gute Anlaufstellen.
Bei das ist ja auf unserer Website zu finden und außerdem haben wir in unserem Shop einige
Broschüren zu Arbeitsrechtlichen Themen sowie Musterarbeitsverträge und wer sich einfach
mal austauschen will, wie das denn andere Praxen handhaben, der kann das entweder im
Mitgliederportal tun oder meine Kollegen Sarah Leder wird im 7.
Oktober 2026 auch noch einen Angetork zu diesen Thema machen und lädt hier nochmal zum
mündlichen Austausch über das Thema ein.
Die Veranstaltung kannst du uns bestimmt auch verlinken oder haben?
Ja, genau.
Die Veranstaltung, den Link zu unserem Glossar und auch noch einen Link zu einem Best Prep
des Artikel zum Thema, pack ich euch in die Show Notes.
Ja, Annika, dann danke für deine vielen Antworten, ich glaube sowohl die Angestellten
als auch die Praxis in Haber konnten hier einiges mitnehmen.
Ja, gerne.
Wenn euch diese Folge gefallen hat, dann abonniert diesen Podcast.
Gibt uns eine fünf Sterne-Bewertung und hinterlast gerne einen Kommentar.
So helft ihr uns, mehr Menschen zu erreichen und sorgt dafür, dass wir euch auch weiterhin
regelmäßig mit neuen Content versorgen können.
Und damit, sage ich tschüss, bis zum nächsten Mal.
Podcast Summary
Key Points:
Unbezahlte Arbeit in ambulant tätigen Logopädien bezieht sich auf Tätigkeiten außerhalb der Therapiezeit, wie Anrufe, Wartelistenführung oder Büroarbeit, die nicht vergütet werden.
Eine Umfrage von über 1050 Angestellten zeigt, dass die Hälfte regelmäßig unbezahlte Arbeit leistet, wobei die Arbeitszeit pro Woche zwischen 30 Minuten und über fünf Stunden beträgt.
Die neue Kassenregelung von 15 Minuten Vor- und Nachbereitung wird als wichtiger Schritt angesehen, da sie die Arbeitszeiten und damit die Vergütung besser dokumentiert und ausgleicht.
Summary:
In dieser Folge des Podcasts „Logopidy im Gespräch zwischen Praxis und Politik“ wird das Thema unbezahlte Arbeit in ambulanten Logopädien erörtert. Die Umfrage des Deutschen Bundesverbandes für Logopädie (DBL) zeigt, dass fast jede zweite Angestellte regelmäßig unbezahlte Tätigkeiten wie Wartelistenführung, Anrufe oder Dokumentation leistet. Diese Arbeit wird oft als Teil der täglichen Praxis erfasst, aber nicht vergütet, was zu einer unzureichenden Belohnung und hoher Unzufriedenheit führt.
Der DBL hat darauf reagiert, indem er im Rahmen der Kassenverhandlungen eine Regelung für 15 Minuten Vor- und Nachbereitungszeit eingeführt hat, die nun offiziell mit vergütet wird. Dieser Schritt verbessert nicht nur die Arbeitsbedingungen, sondern auch die Produktivität und Zufriedenheit der Mitarbeiter. Die Daten zeigen außerdem, dass Praxen, die alle Arbeitszeiten ordnungsgemäß erfassen, mehr Therapien pro Woche erbringen und ihre Mitarbeiter zufriedener machen.
Trotzdem bleibt die Verantwortung vielschichtig: Praxisinhaber, Angestellte und Politik müssen zusammenwirken, um eine faire und nachhaltige Arbeitsorganisation zu schaffen. Der DBL bietet Unterstützung durch Rechtsberatung, Broschüren und ein Mitgliederportal, wobei auch zukünftige Veranstaltungen und Austauschmöglichkeiten angeboten werden. Die Folge unterstreicht, dass unbezahlte Arbeit nicht nur ein individuelles Problem ist, sondern ein strukturelles Problem, das mit politischer, rechtlicher und organisatorischer Nachsicht adressiert werden muss.
FAQs
Unbezahlte Arbeit bezeichnet Tätigkeiten, die von Angestellten in der Praxis geleistet werden, aber nicht vergütet werden, wie z. B. Anrufe, Wartelistenpflege oder Vor- und Nachbereitung von Therapien.
Nach einer Umfrage mit über 1050 Angestellten wurde deutlich, dass fast jede zweite Angestellte regelmäßig unbezahlte Arbeit leistet – ein strukturelles Problem, das langfristig zur Unzufriedenheit führt.
Die Befragten gaben an, dass die unbezahlte Arbeit zwischen einer halben Stunde und mehr als fünf Stunden pro Woche betragen kann, was insgesamt jährlich mehr als 20 Stunden ausmacht.
Die Krankenkassen vergüten nun 15 Minuten Vor- und Nachbereitung offiziell, was die Arbeitsbedingungen für Angestellte verbessert und ihnen die Möglichkeit gibt, diese Zeiten einzufordern.
Eine zu detaillierte Dokumentation führt zu komplexen Aufgaben für beide Seiten und verletzt rechtliche Vorgaben, da die Arbeitszeit nicht einfach aufgeteilt werden darf.
Angestellte, die keine unbezahlte Arbeit leisten, sind zufriedener und produzieren im Durchschnitt mehr Therapien pro Woche – was zeigt, dass faire Arbeitsbedingungen wirksam sind.
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