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Vertrauen wieder aufbauen nach Lügen: So meistert ihr den Neuanfang! #264

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Vertrauen wieder aufbauen nach Lügen: So meistert ihr den Neuanfang! #264

In dieser Podcast-Folge sprechen die Paartherapeuten Florian und Ina über die Dynamik von Lügen und Verheimlichungen in Beziehungen. Sie erklären, dass Lügen selten als einzelnes Ereignis auftreten, sondern sich oft in Stufen entwickeln – von kleinen Auslassungen über Notlügen bis hin zu existenziellen Täuschungen. Besonders problematisch wird es, wenn Kinder involviert sind und ebenfalls angelogen werden müssen. Die beiden betonen, dass viele Menschen gar nicht bewusst lügen, sondern Informationen als unwichtig einordnen und deshalb weglassen. Dies führt jedoch oft zu Vertrauensverlust beim Partner. Ein zentraler Punkt ist die Unterscheidung zwischen Vergessen, Weglassen und aktiver Lüge, die für die Verarbeitung entscheidend ist. Die Therapeuten erklären, dass zunächst Misstrauen abgebaut werden muss, bevor neues Vertrauen entstehen kann. Dafür ist es notwendig, dass beide Partner klären, was Ehrlichkeit und Transparenz für sie bedeuten. Der erste Schritt ist die Anerkennung der Situation, gefolgt von offenen Gesprächen und der Definition gemeinsamer Werte. Detailfragen zu vergangenen Lügen können schädlich sein, wenn sie keinen Mehrwert für die Lösung bieten. Der Vertrauensaufbau ist ein individueller Prozess, der Zeit, Konstanz und verändertes Verhalten erfordert. Die Therapeuten stellen ihre Methode TCT (Therapie, Coaching, Training) vor, die Paare intensiv begleitet. Abschließend betonen sie, dass eine bewusste Entscheidung für oder gegen die Beziehung am Ende des Prozesses steht.

Transcription

7774 Words, 46627 Characters

German
Ich habe gerade letztens einen Bericht online gelesen, das toppt nochmal eigentlich so unsere Top-Lügen-Geschichte, die wir immer hatten, wo jemand ja eine tödliche Krankheit vorgetäuscht hat und hier hat es das dadurch getoppt. Sehr schwierig bei vielen Paaren, wenn die Kinder belogen worden sind, wenn Kinder allgemein da von der ganzen Sache was erfahren haben und man die Kinder anlügen muss. Jetzt muss ich erzählen, dass ich einen Termin habe und irgendwo im Hotel bin, bin ich aber gar nicht. In der letzten Folge haben wir darüber gesprochen, dass man Vertrauen nicht wieder aufbauen kann, wenn auch Misstrauen vorhanden ist und wir erstmal das Misstrauen auf Null bringen müssen, damit eine Basis da ist, neues Vertrauen herstellen zu können. In dieser Folge wollen wir detailliert darauf eingehen, wie man diesen Zustand erreicht, dass man Misstrauen wieder abbauen kann, sodass dann durch neues Verhalten über die Zeit neues Vertrauen aufgebaut werden kann. Ihr seid im Podcast. Ihr seid in der Lebensdialogistin gelandet. Mein Name ist Florian. Ich bin Ina. Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise hinein in eine dauerhaft glückliche und harmonische Beziehung. Wir begleiten viele Paare beim Thema Affäre, Fremdgehen und da spielen Lügen sehr regelmäßig eine Rolle. Und es ist immer wieder auch spannend zu sehen, wie sich da Dynamiken entwickeln können. Also das am Anfang. Denkt man ja, okay, beim Fremdgehen, beim Thema Affäre, da gibt es so eine Verheimlichung, eine Lüge. Und wenn die rauskommt, dann ist der Knoten so geplatzt. Aber das ist gar nicht häufig so, dass es nur die eine Verheimlichung gibt, sondern dass es eher ist wie so ein Puzzle, wenn man zum Beispiel, so wie wir es in der Methodik machen, Verletzungen auflöst, das sich zusammensetzt. Also dass es zwar natürlich so diesen Einknackpunkt gibt, wo etwas hervorkommt, herauskommt, aber gleichzeitig. Und es gibt natürlich dazu viele Situationen, wo auch nicht ganz die Wahrheit gesagt worden ist, wo etwas nicht gesagt worden ist und damit auch verheimlicht wurde. Also Momente gibt, wo man mit dem Wissen von heute raufschaut und sagt, da habe ich auch ein unstimmiges Gefühl. Und das finde ich mal ganz spannend, wenn man selber mal so reflektiert, auf den Bekannten, Freunden, des Familienkreises, auf das eigene Leben schaut, wie offen man mit Themen umgeht, wie man auf den Bekannten, Freunden, des Familienkreises, auf das eigene Leben schaut, wie man auch ehrlich zueinander ist und wie viele Menschen auch unbewusst manchmal etwas weglassen, gar nicht mit dem Gefühl von Lüge, dass sie sagen, sie lügen etwas, sondern einfach, weil sie das so gewohnt sind. Weil ich muss an jemanden gerade vom Coaching denken, das ist schon länger her, als wir das so aufgelöst haben, die Situation, der gesagt hat, ja, das war mir gar nicht klar, dass das jetzt unter Lügen gilt. Ich habe doch einfach etwas nicht erzählt. Ich habe ja nicht das Gegenteil behauptet oder das irgendwie, nicht groß aufgefahren, sondern das mache ich ganz viel in Situationen, das mache ich beruflich auch so. Ja, das ist sehr interessant, diese Unterscheidung, wann ist etwas relevant, wann nicht und wann sortiert das jemand als Lüge ein und wann nicht. Also, wenn ich jetzt eine Information weglasse, weil ich einfach auch innerlich fest daran glaube, dass sie gar nicht wichtig ist, weil sie vielleicht mir sogar nicht mal in den Sinn kommt, weil sie mir so unwichtig erscheint, dann ist es natürlich schwierig, das auf der anderen Seite, nachher so ein Gefühl von Lüge ankommt. Das wäre eher damit Vorerfahrung wahrscheinlich so. Auf der anderen Seite würde man sagen, alles, was ich bewusst weglasse, weil ich weiß, dass es dir schadet oder dich verletzt, da würde ich ja eher von der Lüge sprechen. Auch wenn, oder zumindest von einem Ausschluss, vielleicht ist das, ich erzähle ja nichts Falsches, aber es entsteht ja trotzdem ein Ausschluss. Ich hatte das gerade in einem Termin, wo wir einzeln uns, über die Beziehung unterhalten haben, weil so die Frage entstanden ist für denjenigen, ob er die Beziehung versuchen möchte zu retten noch oder nicht. Und da ging es dann auch darum, dass noch eine andere Frau eine Rolle spielt. Und jetzt ist das so, das fand ich ganz spannend, dass da so ein, nochmal so ein Hebel im Kopf umgeschaltet werden musste, als dann, weil so in den ersten Steps ließ sich das Beruf, die Berufspflicht gut verstecken, sag ich mal. Und es war gar nicht, also so kombinieren, sodass das quasi nicht notwendig war, die Unwahrheit zu sagen. Wenn ich jetzt vorstelle, ich muss jetzt, ich muss ins Hotel, weil ich habe da eine Tagung, die Frau ist auch da, dann muss ich wirklich ins Hotel und da ist eine Tagung und ich erzähle einfach nicht, dass die Frau da ist. So kann ich, bin ich immer noch so im Rahmen der Wahrheit, die ich erzähle, lasse was weg. Dann kam es die nächste Stufe nachher, dass dazu kam, es gab jetzt quasi separate Treffen. Und jetzt muss ich erzählen, dass ich einen Termin habe und irgendwo im Hotel bin, bin ich aber gar nicht. Und da entsteht so, da war so ein erster so, oh Mann, das ist nicht gut, was ich hier tue. Jetzt, jetzt, das fühlt sich unangenehm an. Jetzt fängt das an, dass ich etwas aufbaue, konstruiere. Und im nächsten Step gab es dann noch den Sohn, der dann fragte, hey Papa, wie ist denn, wie war es denn so, die letzten Tage und so, wo er merkte, ah, es ist nochmal eine neue Instanz. Jetzt habe ich die Frau angelogen. Und jetzt muss ich auch noch aufpassen, was habe ich der Frau gesagt und muss dem Sohn das Gleiche sagen und muss den Sohn anlügen. Ja. Und das waren so, da war so eine Kette, die vielleicht nochmal das auch so verdeutlicht zu diesen Stufen. Weil wenn wir von Lügen sprechen, müsste man ja sagen, es gibt so die, die kleinere Notlüge, wo jetzt sicherlich viele dann von den Werten her diskutieren würden und sagen würden, die eine oder andere ist vielleicht in Ordnung. Mhm. Ja. Ja. Ja. Wenn man vielleicht manchen Dingen aus dem Weg gehen möchte und bis hin zu natürlich einer existenziellen Lüge, die die ganze Beziehung gefährdet. Gerade letztens in einem Bericht online gelesen, das toppt nochmal eigentlich so unsere Top-Lügengeschichte, die wir immer hatten, wo jemand ja eine tödliche Krankheit vorgetäuscht hat. Ja, das war krass, ja. Und hier hat es das dadurch getoppt, dass derjenige seinen gesamten Tod vorgetäuscht hat. Ja, das toppt das wirklich noch, ja. Und dann quasi, quasi Jahre später aufgeflogen ist, dass derjenige noch lebt. Stell dir mal vor, ich täusche vor, dass ich tot bin und fünf Jahre später läufst du im Urlaub durch München und wir laufen uns plötzlich über den Weg. Ja, das ist richtig unheimlich. Das wäre krass, oder? Ja. Was muss das für ein Gefühl sein? Ich glaube, das ist so ambivalent dann in dem Moment zwischen man denkt, man selber spinnt, also, ne, so, das kann ja nicht sein, hin zu Wut, Traurigkeit, vielleicht aber auch trotzdem sich freuen. Also, alles so, ne? Also, im Film würdest du mir wahrscheinlich als erstes eine reinhauen. Aber vielleicht, weiß man nicht. Ja. Ist ja die Frage, was wirklich der Grund war, ne? Ob es in dem Moment wirklich klar war. Ja, komplex. Okay. Gut, also, welchen Grund sollte es geben, wenn ich entführt worden wäre und mir geht es wieder gut, dann ist es ja komisch, dass ich nicht zurückkomme. Aber klar, im Film, würde jetzt die Geschichte entstehen, dass ich entführt wurde und ich kann nicht zu dir zurück, weil dann würde ich dich und alle gefährden und so. Ja, ja. Na, wir sind ja bei so einem moralischen Aspekt gerade. Dieses, was macht moralisch Lügen mit einem, wenn man, also, was macht das mit mir, wenn ich angelogen werde und welche Lügen ordne ich wie zu? Und da gibt es, glaube ich, wie du sagst, verschiedene Instanzen, wo man auch in der Verletzung sagt, das kann ich verzeihen, das kann ich schwer verzeihen, das kann ich nicht verzeihen. Und ich habe ja sehr viele Paare, wo das Thema Fremdgehen und Affäre, weil es einfach ein Arbeitsschwerpunkt von mir ist, ja, eine Herausforderung ist. Und gerade, wie du sagst, rund um das Thema Kinder ist das sehr schwierig bei vielen Paaren, wenn die Kinder belogen worden sind, wenn die Kinder allgemein da von der ganzen Sache was erfahren haben und man die Kinder anlügen muss auch, um in der Verarbeitung weiterzukommen. Also, das fällt sehr vielen Menschen schwer, gerade wenn die Kinder älter sind. Da haben viele ein schlechtes Gefühl bei. Aber auch untereinander zu sagen, ja, also gar nicht selten ist es im Coaching auch so, zu sagen, ja, das war ein echt mieser Move von mir. Das kann ich verstehen, dass du gerade total wütend und traurig bist. Und weil man zweifelt ja auch an seiner eigenen Menschenkenntnis und auch irgendwie so an der Kenntnis über den anderen Menschen, mit dem man jahrelang häufig zusammen war. Also zu sagen, wie konntest du mich in diesem Punkt denn überhaupt anlügen? Wie konntest du abends ins Bett gehen mit dieser Lüge? Morgens aufstehen, in den Spiegel schauen? Hattest du nicht an den und den und den Punkten mir gegenüber ein total schlechtes Gewissen? Wieso konnten wir noch zusammen mit unseren Kindern in den Urlaub fahren? Wie konntest du das überhaupt vereinbaren mit deinem Gewissen? Und ich habe mich menschlich so in dir getäuscht. Und dann, das habe ich auch manchmal, wenn Affären und Fremdgehen weiter zurückliegen, ist es auch schwierig, weil die Person kommt, kommt denn manchmal oder sehr, sehr häufig in so einen Strudel von Fragen. So, jetzt will ich alles wissen. Jetzt brauche ich, was natürlich, was ist alles, ne? Das kann man ja nicht überprüfen, ob es jetzt wirklich alles ist, aber dann werden ganz viele Detailfragen gestellt, wirklich bis ins Allerletzte. Und wenn dann die Antwort kommt, du, das ist jetzt schon zehn Jahre her. Ich kann dir nicht sagen, wo ich am 15. August nach der Tagung, ob ich da direkt nach Hause gefahren bin an dem Tag, ob ich sie zu Hause noch abgesetzt habe, Das weiß ich nicht. nicht mehr. Und dann zu sagen, nee, du weißt es nicht. Du musst eine Antwort darauf haben, du warst doch da. Dann wird es natürlich sehr schwierig. Also wenn das Erinnerungsvermögen einfach auch schwer vorhanden ist, bei Details natürlich. Gut, die haben sich ja meistens auch in so eine Blase und Parallelwelt begeben und haben vieles dann verdrängt. Dann fallen diese Details natürlich schwer in Erinnerung, gerade wenn man vielleicht grundsätzlich eher überblicksgeprägt ist und gar nicht so sehr detailgeprägt ist und das gar nicht so sehr fokussiert. Wir waren vorhin zusammen beim Sport. Vor dem Podcast haben wir immer irgendwie unsere Sport-Session gemeinsam und der Trainer, der wir hatten so über Restaurants unterhalten und so weiter und der hatte zum Beispiel ganz viele Restaurant-Titel genannt, wie die heißen und spezielle Gerichte beim Namen. Und das ist zum Beispiel etwas, wo ich dann überlegt habe, Mensch, das klingt immer dann dadurch sehr intellektuell. Wenn jemand diesen ganzen Namen so nennen kann, finde ich auch in manchen anderen Podcasts, mit Precht und Lanz und so, was für Details die benennen können, immer sehr spannend. Aber ich bin ja überblicksgeprägt, ich habe das gar nicht, aber finde das trotzdem immer interessant. Das heißt, ich merke mir diese Details nicht. Ich weiß dann quasi, es gibt da sowas wie. Also ich könnte den Titel des Gerichtes, wie das dort benannt ist, nicht sagen. Ich könnte nur sagen, dass es da es gibt da Thunfisch, aber wie das so heißt, weiß ich nicht. Oder welche Nummer oder was das ist. Weil ich ja auch immer das Gefühl habe, ich könnte das nachschlagen. Wenn ich das wissen muss, gucke ich im Internet auf der Karte bei denen oder fahre dahin oder was auch immer. Also ich weiß, wo ich das Wissen finde, aber ich muss mir das Detailwissen nicht merken. Das heißt, mir zum Beispiel würde es dann sehr schwer fallen, auf Details zu antworten, weil ich diese Details nicht mal vergessen habe, sondern ich habe sie mir nicht mal gemerkt. Das ist nochmal ein großer Unterschied. Das zum Beispiel auch, wenn man seinen Autoschlüssel sucht, wenn man normalerweise seinen Autoschlüssel immer in das Brett tut, macht es das eine Mal nicht, dann vergisst man typischerweise nicht, wo man ihn hingelegt hat, sondern man hat es sich nicht gemerkt, weil es in dem Moment nicht wichtig erschien, weil man vielleicht auch gerade in Hektik war und deswegen nicht den Schlüssel dahin gesteckt hat, wo man ihn sonst hinstecken würde. Das heißt, ich habe es da nicht vergessen und deswegen ist das mit den Details da immer relativ schwierig. Das ist ja auch bei uns ein großer Unterschied. Ich als sehr detailgeprägter Mensch und ich merke mir extrem viel oder kann mir sehr viel merken, mir fallen auch sehr viel Kleinigkeiten immer sehr auf. Wenn wir beide zusammen durch ein Einkaufszentrum gehen, haben wir komplett andere Eindrücke, habe ich manchmal das Gefühl. Also ich sehe Sachen, die wenn ich dann dich darauf aufmerksam mache und sage, ist dir das was aufgefallen, dann siehst du es auch. Aber die Menschen sind einfach unterschiedlich in ihrer Wahrnehmung, in ihren Filtern und das macht es natürlich manchmal bei negativen Sachen auch schwierig. Was man, finde ich, immer erstmal definieren müsste und auch schon ein Stück weit Anteil einer Lösung ist oder auch einer Prävention ist, sich darüber zu verständigen, was denn genau Transparenz oder Ehrlichkeit für einen bedeutet. Denn das sind sich ja viele einig darüber, mit den Werten, dass Ehrlichkeit und Transparenz, Vertrauen, in der Beziehung wichtige Werte sind. Da würden wahrscheinlich 99% der Menschen einschlagen und sagen, bin ich dabei. Aber jetzt ist ja die Frage, was heißt das? Dann gibt es ja auch häufig mal Diskussionen darüber, gibt es nicht auch etwas, was mich nur persönlich betrifft? Was ich dem anderen nicht erzähle. Zum Beispiel, wenn ich zum Arzt gehe und da irgendwas bespreche. Ist das nur meins, weil es ist mein Körper? Oder sollte ich dir das erzählen? Verheimliche ich dir etwas, wenn ich dir etwas nicht erzähle, was auch nicht zwingend für dich relevant ist, weil es dich nicht negativ beeinflusst oder nicht? Und ist ein Weglassen eine Lüge oder nicht? Ist eine Notlüge in Ordnung oder nicht? Wie transparent bin ich den Kindern gegenüber? Auch das ist ja häufig ein Warnsignal für den einen oder anderen, wenn derjenige merkt, der lügt dauernd die Kinder an. Oder auch mit Freunden zum Beispiel, was auch vielen so auffällt. Wir beide haben gesagt, Ehrlichkeit ist ein ganz wichtiger Wert. Und ich dachte immer, wir sind ehrlich miteinander. Der lügt aber dauernd Freunde an. Und jetzt nicht im großen Sinne, sondern bei so Kleinigkeiten halt auch. Aber heißt das dann nicht im Umkehrschluss, dass der auch vielleicht mich anlügt? Warum sollte exklusiv bei mir immer die Wahrheit gesagt werden, wenn bei anderen immer wieder in kleinen Dingen gelogen wird, um einem Konflikt aus dem Weg zu gehen? Dann müsste man eigentlich dann den Partner fragen und sagen, machst du das bei uns auch? Also nutzt du kleine, für dich unwichtig, trivial erscheinende Notlügen, damit wir keinen Konflikt haben? Weil falls ja, würde das eigentlich bedeuten, dass derjenige über Unstimmigkeiten hinweg geht, Gefühle verdrängt, eben nicht sein echtes Bedürfnis ausspricht. Und das ist häufig auch ein Punkt, den mir im Coaching ja auch erleben, wo es interessant wird, wo Menschen sich das erste Mal über ihre Werte in der Tiefe unterhalten. Also zu sagen, okay, was heißt denn Vertrauen? Was heißt denn Ehrlichkeit? Was heißt denn, dass wir ein starkes Wir-Gefühl haben? Woran machst du das denn fest? Und dass viele Menschen auch sehr überrascht sind, weil oberflächlich wissen ganz viele Menschen, was der andere mag. Ich weiß, was du essen magst. Ich weiß, was deine Lieblingsfarben sind, was du gerne in der Freizeit magst. Also man weiß ja sehr viel eigentlich vom Leben, aufgrund von Erfahrungen. Aber die Werte in der Tiefe zu verstehen und zu sagen, okay, das ist ein Punkt für dich. Jetzt kann ich auch verstehen, warum dir das so wichtig ist. Jetzt weiß ich auch, warum du auch außerhalb der Beziehung, warum dich Sachen vielleicht aufregen oder warum du da immer hängenbleibst im Kopf und da denkst, wie kann jemand das machen? Jetzt macht das irgendwie Sinn. Und jetzt weiß ich auch, was deine Erwartungen an mich sind. Weil da wird es ja auch spannend. Wir haben ja jeder Mensch, hat ja auch eine ganz andere Erwartung an die Partnerschaft. Ich habe gestern einen Spruch gelesen beim Einkaufen. Das fand ich ganz spannend. Das stand an so einem Flyer. Eine Beziehung ist wie Fahrradfahren. Wenn man nicht weiter tritt, dann bleibt man stehen. Wenn man nicht weiter daran arbeitet, dann bleibt man stehen. Und das fand ich ganz spannend, das mit Fahrradfahren, dass da so ein Vergleich ist. Weil man ja auch in einer Veränderung ist. Dein Wert von Ehrlichkeit, der hat wahrscheinlich eine andere Definition von Anfang 20 gehabt, wie der jetzt mit Anfang 40 vielleicht ist. In den Grundwerten vielleicht nicht tief verschieden, aber aufgrund der Lebenserfahrung, finde ich, die man gemacht hat, prägt sich ein Wert ja vielleicht noch mal anteilig neu oder nimmt noch mal eine Gewichtung im Leben ein. Und sich darüber zu unterhalten, macht es dann ja aus, damit man zusammen durchs Leben gehen kann, sich zusammen entwickeln kann. Klar, oder man sieht das nachher enger. Dass man vielleicht großzügiger war, ne, und dann irgendwann gemerkt hat, oh, das wird ausgenutzt oder oh, das tut mir nicht gut und dann noch mal Dinge verändert. Deswegen sind ja auch regelmäßige, tiefgründigere Gespräche so wichtig, um bei diesen Veränderungsprozessen, die wir ja erleben, die ja auch richtig und gut sind, den anderen mitzunehmen. Die Hürde beginnt ja schon an der Stelle, finde ich aber, wo es darum geht, dem anderen mitzuteilen, was denn mit den Werten genau gemeint ist. Denn, das können ja die meisten nicht einfach so erzählen und sagen, hey, meine Top 10 Werte sind folgende und im Alltäglichen zeigt mir Folgendes, dass du ehrlich bist. Und im Tagtäglichen zeigt mir Folgendes, dass du mich liebst. Woran genau erlebe ich das, mache ich das fest und warum handle ich eigentlich, wie ich handle? Das können ja die wenigsten von sich so direkt gerade raus sagen. Das bedeutet, meistens, dass damit auch eine tiefere Reflexionsfrage oder Phase für mich selbst angestoßen wird. Erstmal zu überlegen, stimmt, was sind eigentlich meine wichtigsten Werte und wie kommen diese in Erfüllung und wie sind diese im Einklang mit meinem Leben und meiner Beziehung? Ja, weil das ja auch gar nicht selten etwas ist, wodurch so eine gewisse Unzufriedenheit mit sich selbst und dem Leben entsteht, weil die Menschen dann ja zwar Werte haben, die sich aber alles nicht konkret benennen können, das schwammig ist und dadurch nicht nach den eigenen Werten leben und dadurch so eine Selbstunzufriedenheit erleben. Naja, und was da jetzt so ein bisschen fehlt, ist ja auch dieser romantische Aspekt. Viele ja auch sagen, das hatte ich auch einmal im Coaching zu sagen, ja, wir möchten uns eigentlich gar nicht so nativ über unsere Werte unterhalten, weil wir wollen es intuitiv halten. Das soll sich aus einer romantischen Situation heraus im Alltag immer ergeben. Da sind wir ja so ein bisschen bei, das soll mir bitte von den Augen abgelesen werden, was ich brauche. Und ich glaube, das ist auch etwas, was uns natürlich auch Werbung, Social Media immer gerne vermittelt, dass wir einfach so mit unseren Werten auf der Stirn geschrieben rumlaufen und dass der andere das dann bitte schön verpacken soll und dass das romantisch sein soll und dass man gegenseitig durchs Leben geht in dieser ganzen Harmonie und jeder kommt mit der nächsten coolen Überraschung um die Ecke und man fühlt sich immer geliebt. Das ist ja irgendwie so, Das beste Bild von jeder gibt sich unendlich. viel Mühe und setzt noch einen oben rauf, aber der Alltag oder das, was wir ja auch mit sehr, sehr vielen Paaren erleben, ist ja genau so nicht. Es gibt ja ganz häufig gar keine tiefgründigen Gespräche, sondern ganz viel Tür- und Angelgespräche, die man, wenn da Kinder rumwuseln oder man auf dem Weg zur Arbeit oder irgendwo anders hin ist, noch mal kurz organisatorisch führt. Aber das war's auch häufig. Ja, man muss dann natürlich schauen, was ist wirklich realistisch und was ist mehr so die Filmkulisse, die man sich dann wünscht und vorstellt. Sicherlich ist da so in der Verliebtheitsphase vieles eben auf diese Intuition oder bei der ist ja eh so viel, was man entdeckt, aufgebaut. Aber später ist natürlich wichtig, sich über Kommunikation mitzunehmen auf den jeweiligen Wegen. Und das macht die Dinge ja nicht weniger romantisch oder schlecht. Also wenn du sagst, ich brauche das, meine Sprache der Liebe ist, dass das gesprochen wird, dass man sagt, ich liebe dich, dann ist das ja nicht etwas, was das weniger romantisch macht, sondern da geht es ja mehr darum, vielleicht auch die richtige Situation zu erkennen, das von sich aus zu tun und so weiter. Das ist ja wie bei allen Dingen, das auch nicht zu inflationär zu nutzen, aber auch eben nicht zu wenig. Und es gibt ja viele andere Dinge, die man dann eben auch tun kann, um Abenteuer kribbeln und Romantik zu erleben. Das ist ja so, wenn man es auf eine andere Ebene bringt, wenn ich dir jetzt sage, was mein Lieblingsgericht ist und du kochst das, dann würde es ja bedeuten, dass ich mich darüber nicht mehr freue, weil du das ja wusstest, ich will nicht darüber reden, was mein Lieblingsgericht ist, weil du sollst das ja erraten, indem du weißt, wenn ich verschiedene Dinge esse, musst du vorher meine Mimik und Gestik analysiert haben und dadurch rausgefunden haben, was mein Lieblingsessen ist und kochen. Das macht ja keinen Sinn. Das ist ja Rätselraten. Aber der Werbung wäre es jetzt, Schatz, du hast genau das gemacht, was ich heute gebraucht habe für den Abschluss, des Tages, du hast mir mein Lieblingsgericht gekocht. Ja, aber dann hat man trotzdem darüber gesprochen, was das Lieblingsgericht ist und das ist ja der Punkt, du weißt, was das Lieblingsgericht ist und da du weißt, dass das ein schwerer Tag ist, kochst du das. Und das ist doch dann die romantische Geste, das Lieblingsgericht, was ich dir kommuniziert habe, an diesem schweren Tag für mich zu machen. Das heißt, du hast dir um mich Gedanken gemacht, das ist wie mit Geschenken. Das ist eigentlich das Geschenk an sich relativ unwichtig im Verhältnis zu dem, dass sich jemand vorher Gedanken macht um einen. Das sieht man ja zum Beispiel bei dem, wie ein Kinder beschenken. Wenn jetzt die Tochter der Sohn ein Bild malt, dann ist das bis zu einem gewissen Alter meistens ziemlich unbrauchbar und hässlich, wenn man jetzt nur mal das Werk an sich betrachtet. Dann ist das nicht selten, dass man sagt, ja, das ist ja schön, was ist denn das? Weil man eben nichts kennt. Aber darum ging es auch gar nicht, sondern das Kind hat sich hingesetzt, es hat seine Stifte rausgeholt und hat da vielleicht dann eine Stunde, zwei Stunden gesessen und gemalt, verpackt das noch, auch nicht schön, aber verpackt das irgendwie und kriegt dann so einen Knoll. Aber das Kind hat sich Mühe gemacht und Gedanken gemacht und honoriert. Es ist Geburtstag und darum geht es eigentlich, diese nette Geste, dass das Kind sich so viel Mühe macht, auch wenn das im Künstlerischen Ergebnis nicht viel Wert hat. Und das finde ich eben bei den Dingen auch. Also das Romantische ist nicht zwingend dadurch kaputt, dass ich sage, was ich brauche und meine Bedürfnisse äußere, sondern die Art und Weise, wie der andere darauf eingeht, löst dann ja das gute Gefühl auf. Da sind wir so ein bisschen in die Lösung oder so ein bisschen in die Impulse reingeswitcht, dass wir ein bisschen strukturierter durchgehen, was so die verschiedenen Schritte sind. Wenn man sich schon in der Situation befindet und man sagt, hey, da sind jetzt Lügen aufgeflogen, ist ja auch etwas, was meistens auffliegt und nicht gesagt wird. So selten erleben wir, dass jemand proaktiv auf den anderen zugeht und sagt, ich habe dich belogen, sondern meistens entsteht das dadurch, dass es auffliegt. Der erste Schritt ist immer, die Situation anzuerkennen und auch anzunehmen, also zu akzeptieren, weil wenn wir anerkennen und wenn wir akzeptieren, dann kommen wir häufig auch erst in eine Veränderung, weil dann gebe ich sozusagen das Tor auf für Veränderungen und sage, okay, folgende Situation ist auf dem Tisch, das nehmen wir jetzt so an. Also das Annehmen meint, dass man sich der Herausforderung stellt und diese als gegeben annimmt, okay, darum kümmern wir uns jetzt. Das soll nicht bedeuten, dass man die Lüge akzeptiert und sagt, ja, ist schon in Ordnung. Nee, genau, das ist auf keinen Fall, sondern einfach auch mal ausspricht, was ist denn jetzt gerade vorgefallen. Also auch diese Klarheit reinzubringen. Also zu akzeptieren, dass das Vertrauen aktuell fehlt und damit auch so die Verdrängung zu beenden. Weil das ist kein Ansatz, der gut funktioniert, wenn man Sachen verdrängt und wenn man sagt, naja, das wird schon wieder, Zeit hat alle Wunden oder zu sagen, ja, da lag ich falsch und das erfrage ich jetzt auch mal nicht genauer nach. Auch so ein Satz wie, wenn ich nicht genau nachfrage, dann ist da bestimmt auch nichts. Also dann, was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Ich lasse das erst mal. Aber es lässt eigentlich allen Menschen keine Ruhe in dem Moment. Weil wir haben schon so viele Paare begleitet, die ja, die brauchten erst mal immer so wirklich dieses, was es gerade stand, dass mal das geordnet wird, dass Gedanken geordnet werden und dann konnten sie auch die Herausforderung annehmen. Also auch, dass jeder mal ausspricht, okay, wie ist gerade die Sichtweise auf die Herausforderung? Und wenn das klar ist, zu sagen, okay, was gehen wir jetzt konkret an und wo wollen wir ansetzen? Und das ist der zweite Schritt. Klarheit schaffen durch Reflexion und offene Gespräche. Und da kann man durchaus damit beginnen, erst mal den Begriff Lüge, aber auch die Themen Transparenz und Ehrlichkeit zu definieren und noch mal zu überprüfen, was genau bedeutet das für beide. Damit man auch in der fortlaufenden Kommunikation da nicht in Missverständnis hineinläuft und dann eben so Situationen entstehen wie, ach so, und ich dachte, das ist gar nicht wichtig für dich. Ach so, das ist auch eine Lüge für dich, sondern, dass das vorher klar ist, damit wenn wir uns nämlich jetzt transparent und offen zeigen wollen, wir auch wissen, was das für den anderen bedeutet. Denn dann können wir zur eigentlichen Ursache gehen und wissen nämlich auch, worüber wir reden sollen, wenn wir schauen, wann war es mal gut? Also bis wohin war volle Ehrlichkeit da? Volles Vertrauen da? Bis wohin war alles in Ordnung? Und dann arbeiten wir bei uns mit der System-Empowering-Methode, die eben an der Tiefe ansetzt, an der Ursache, bei den Emotionen und da schaut an dem Punkt, wo es noch gut genug war, was ist die erste emotionale Verletzung in dem Fall? Was ist die erste Lüge? Und das macht man tatsächlich ein wenig unterschiedlich an der Stelle, je nachdem, wie es vom Gefühl her ist. Bei manchen ist das so, dass man zum Zeitpunkt zurückkehrt, als die Lüge stattfand. Bei anderen ist das so, dass die das in dem Moment brauchen, wenn man das jetzt so zeitlich einordnet, wo die Lüge aufgeflogen ist. Weil bei den einen entsteht dann so ein rückwirkendes Leid, wo man sagt, jetzt hat sich für mich unser Urlaub damals verändert. Da müssen wir also das an der Stelle aufarbeiten. Und andere sagen, nee, der Urlaub, der ist ja trotzdem gut gewesen, aber in dem Moment, wo du mir die Lüge erzählt hast, dass da im Urlaub was anders war, in dem Moment ist Leid bei mir entstanden. Und da guckt man entsprechend dorthin. Ganz viele Menschen haben auch schon ein Bauchgefühl, wir nennen es auch ein Basisgefühl beim Thema Lügen. Also gerade bevor eine Affäre im Fremdgehen aufkommt, dass sie nicht sagen können, warum, aber mal gesagt haben, ja, da hatte ich irgendwie schon mal in ein, zwei Situationen ein Bauchgefühl. Da kann ich jetzt gar nicht sagen, dass der andere mich belogen hat, weil ich das vielleicht gar nicht ausgesprochen habe. Aber da war ich so in der Situation, da war mir irgendwie komisch. Und da habe ich aber gedacht, nee, wie komme ich denn jetzt da drauf? Aber natürlich mit dem Wissen von heute macht das schon irgendwie eine Verletzung, weil ich jetzt ja weiß, warum ich dieses Gefühl hatte. Weil mir so Sachen vielleicht ein bisschen komisch vorkamen, die ich damals aber vielleicht gar nicht ausgesprochen habe. Weißt du, was ich meine? Also, dass man dann zurückschaut und denkt, so komisch. Ja, jetzt fühle ich mich da sehr verletzt in dem Punkt. Damals konnte ich das noch gar nicht zuordnen, aber ich hatte schon so eine Intuition. Ja, das haben ja tatsächlich recht viele, aber haben dann natürlich auch so eine sehr starke Selbstzweifel, weil man ja den anderen Menschen lange Zeit als ehrlich, transparent, aufrichtig wahrgenommen hat und sagt, irgendwie musst du da spinnen und guckt dann meistens eher ins Außen und sagt, ja, irgendwie doofen Film geguckt oder bin grad überlastet von der Arbeit. Genau, gibt ja genug Ressorten, denen man das dann zuordnen kann. Wichtig ist an der Stelle, wenn es darum geht, Klarheit zu schaffen, dass es durchaus auch noch Details gibt in manchen Bereichen, gerade beim Fremdgehen bei Affären, wo man sagen muss, es ist nicht immer smart, jedes Detail auszusprechen. Es macht durchaus Sinn, auch für denjenigen, der belogen wurde, auf gewisse Details zu verzichten, denn die haben keinen echten Mehrwert, auch im Sinne einer Lösung, Fortführung, Vertrauensaufbau, aber erzeugen ganz viele Bilder im Kopf, die schwer wegzubekommen sind und erzeugen sehr viel neues Leid, was einfach überhaupt keinen Sinn ergibt. Beispiel bei einer Affäre, wo es primär darum geht, Anerkennung zu bekommen, Wertschätzung zu bekommen, was der große Mangel innerhalb der Beziehung war. Da ist es dann irgendwann auch zur Intimität gekommen, aber lange Zeit gab es das gar nicht. Dann ist in der Intimität die Frage irrelevant, in welchen Stellungen die miteinander Sex hatten. Hilft überhaupt nicht bei irgendeiner Verarbeitung, irgendeiner Aufklärung, bringt einen gar nicht weiter, aber erzeugt Bilder und Leid, was sehr schwer zu lösen ist. Und auch wirklich so oberflächliche Sachen, die einen, gängt man aber gar nicht, aber und was für ein Auto ist er gefahren, welche Automarke, was für Klamotten hat sie, von welcher Marke hat sie Klamotten gekauft, wo jetzt jeder sagen würde, der mit dem Thema noch nichts zu tun hatte, ja ist doch egal. Viele Menschen fahren das Auto, viele Menschen tragen die und die Klamottenmarke, ja, aber wenn ich das mitnehme, habe ich ein Problem mit allen Menschen, die vor einmal Kombi fahren. Habe ich ein Problem mit allen Menschen, die Hugo Boss tragen. Habe ich ein Problem mit Frauen, die das und das machen oder das und das anziehen. Und das ist für viele dann wie so ein alltäglicher Triggerpunkt, wenn du einkaufen fährst und neben dir parkt dann jemand an, der fährt ein Kombi und dann guckst du dir die Person genauer an. Naja, das ist das eine, dass du vielleicht andere Menschen anders betrachtest, weil du so Brillen formst. Das andere ist natürlich auch, dass du damit Limitierungen für dein eigenes Leben bekommst. Wenn jetzt das zum Beispiel darum ging, wenn wir jetzt das Beispiel von einem Kombi nehmen und man irgendwie vorher die Reflexion hatte, naja, Familie und groß und Urlaub im Auto, wenn du denkst, cool, lass mal ein Kombi kaufen, auf einmal geht das nicht mehr. Oder du gehst eben durch eine Einkaufsstraße, was vorher ein cooles Erlebnis war, mit dem Partner, mit Freundin und auf einmal kommt so, oh, nee, die Marke, das hat der getragen. Oh, nee, da waren die mal essen. Und du hast immer wieder so kurze Momente. Das kann man alles aufarbeiten, aber man muss einfach sagen, das ist ganz viel in Anführungsstrichen mehr Aufwand und mehr Belastung und mehr Leid, was man sich zufügt, was wirklich nicht notwendig wäre. Also auch da muss man schauen, aber das ist immer an der Stelle, das ist auch wichtig, etwas, was das Paar zusammen besprechen sollte. Nicht derjenige, der eine Affäre hatte, etwas verheimlicht gelogen hat, sollte alleine entscheiden und sagen, das ist für dich nicht wichtig, damit schütze ich dich, sondern gemeinsam, hey, okay, du hast jetzt gefragt, wo waren wir zusammen einkaufen, du hast gefragt, welche Stellung hatten wir, lass uns bitte darüber gemeinsam sprechen, ob das sinnvoll ist, dass ich diese Details dir erzähle. Wenn das sinnvoll ist, erzähle ich sie dir, ich glaube aber, dass das nicht so sinnvoll sein könnte. Um dann gemeinsam zu entscheiden, stimmt diese Details, die lassen wir weg, aber als gemeinsame, bewusste Entscheidung. Wir haben ja vorhin auch darüber gesprochen, dass es jetzt wichtig ist, Misstrauen abzubauen, um Vertrauen aufzubauen und da sind wir bei dem wichtigen Schritt, dass wir die Systemgesetzverletzungen lösen. Denn durch das Lösen der Verletzungen baut sich langsam, das ist nichts, was von heute auf morgen sofort passiert, häufig baut sich langsam Misstrauen ab, man bekommt eine positive Haltung für die Zukunft, weil es auch darum geht, mit dem Wissen von heute, wie würde man jetzt handeln. Und es kann sich langsam wieder Vertrauen aufbauen. Viele fragen uns ja auch immer in den Coachings, wie lange dauert das denn, bis Vertrauen wieder aufgebaut ist. Und es ist genauso, wie man es ja nicht sagen kann, am Anfang einer Beziehung, wann würdest du sagen, wie lange dauert das denn, bis man Vertrauen aufgebaut hat. Und da kann ja keiner sagen, ja, es dauert grundsätzlich immer drei Wochen ab dem Punkt vom Dating, bis man als Paar zusammenkommt, dann hat man Vertrauen aufgebaut. So geht es nicht, sondern es ist sowas von individuell. Es ist das Leben der Person aufgebaut. Was für Vorerfahrungen mit anderen Menschen zum Thema Vertrauen gab es schon im Leben. Also wenn ich mit jemandem zusammen bin, der eh schon Schwierigkeiten hatte, anderen Menschen zu vertrauen, weil er schon häufig in seinem Leben Probleme hatte und belogen und betrogen worden ist, dann wird derjenige auch ein bisschen länger wahrscheinlich brauchen, Vertrauen wieder aufzubauen. Und da ist es ganz wichtig, natürlich auch einen langen Atem zu haben, zu sagen, wir nehmen diese Herausforderung an. Wir schauen ganz nachhaltig. Wann gab es Verletzungen, wie sahen die Verletzungen aus, was ist emotional da passiert, wir sprechen da nachhaltig drüber, wie kann es in Zukunft anders laufen, wann haben wir uns verabschiedet an dem Punkt, dass diese Lücke zwischen uns entstehen konnte und das finde ich immer super interessant in Coachings zu schauen. Wie konnte überhaupt es dazu kommen, dass man in diesen Strudel von Lügen, von Entfremdung reingekommen ist. Wann ist das das erste Mal passiert und was kann man entzünden? Was kann man in Zukunft anders machen, damit es sich nicht nochmal wiederholt? Die großen Herausforderungen sind, dass der Vertrauensturbo Nummer 1 fehlt, die rosa-rote Brille. Und Herausforderung Nummer 2 ist, dass Vertrauen aufbauen ja durchaus auch dadurch stattfindet, dass man etwas nachweist oder beweist, indem man zum Beispiel, wenn jemand unpünktlich ist und man hat kein Vertrauen mehr darin, dass derjenige pünktlich kommt oder sich daran hält, was er sagt, dann kann man das sehr schnell beweisen und sagt, Mensch, du kommst immer unpünktlich, mach ein schlechtes Gefühl und dann sagt, oh Mensch, tut mir leid, ich bin aber jetzt immer pünktlich, dann kann der das ganz schnell beweisen. Und wenn man trifft sich ein paar Mal und zack, ist bewiesen, stimmt, der kommt aber jetzt immer pünktlich. Bei Lügen und Verheimlichen ist das deutlich schwieriger, weil es sehr schwer ist zu zeigen, dass man alles gesagt hat, weil man eben das, was man verheimlicht, ja nicht präsentieren kann oder nicht verheimlicht, das kannst du nicht so gut nachweisen. Das bedeutet, das funktioniert über tiefgründige Gespräche, über Transparenzoffenheit und über Dinge, die man ausspricht, wo man sagt, das fällt mir jetzt schwer, das würde ich normalerweise eher nicht sagen. Dinge, die nicht gut laufen, anzusprechen, zu sagen, ich merke da gerade nicht so die Verbundenheit, wo man merkt so, ah okay, der spricht jetzt auch über die Dinge, die für ihn negativ und unangenehm sind. Das hat er vorher nicht gemacht, also ist er transparenter und offener als zuvor. Und das sind eher softere Sachen. Als diese ganz klaren, harten Signale wie, hey, komm bitte pünktlich und am nächsten Mal 20 Uhr vereinbart, ist der 20 Uhr da, alles klar, der hat es verstanden. Das ist ganz klar nachweisbar. Und diese korrigierten Verhaltensweisen, die du jetzt erwähnst, wie die genannt werden in der Psychologie, die brauchen wir halt auch, um wieder Vertrauen aufzubauen. Das ist bei jedem Mensch anders. Bei dem einen geht das, wenn jemand dreimal anders handelt und dann baut sie es langsam auf. Bei dem anderen ist es achtmal. Das ist ganz unterschiedlich. Aber wir brauchen dann Konstanz und auch ein Gefühl von, dass der andere sich Mühe gibt und das wirklich wahrnimmt. Und dann kommt es irgendwann im Laufe der Zeit zum Abbieger, links oder rechts, Beziehung fortführen, Beziehung beenden, weil man das Vertrauen nicht mehr ausreichend herstellen kann. Beide Wege sind da ja möglich, da geht es darum, dann eben eine gute, intensiv, durchdachte Entscheidung zu treffen. Und da kann man natürlich dann mit unserem Öko-Check draufgucken, wo wir dann einige Fragen konkret durchgehen. Da reicht eine einfache Pro- und Kontraliste eben nicht aus. Das ist zu trivial, um dann vor allen Dingen die negativen Konsequenzen, Nachteile, Risiken, die damit einhergehen, wenn man die Beziehung fortführt oder wenn man die Beziehung beendet, dann in der Tiefe zu reflektieren. Das ist eine gute Idee. Das macht im besten Fall jeder einzeln für sich und dann matcht man das und bringt das zusammen und ist da zusammen kreativ, um dann eine gute Entscheidung zu treffen. Der nächste Schritt ist dann, eine Wunschbeziehung zu entwickeln, wenn eine Entscheidung gefallen ist. Also wenn man sich entscheidet, ich möchte eine Beziehung festhalten, ich möchte mich nochmal investieren, dann zu schauen, wie möchte ich denn überhaupt eine Beziehung führen. Also was braucht. Was brauche ich, damit ich meine Wunschbeziehung führen kann? Weil so, wie es bis jetzt gelaufen ist, kann es ja nicht weitergehen. Das ist jedem eigentlich bewusst, zu sagen davor, jetzt einfach zu sagen, wir machen weiter so. Das fühlt sich eigentlich nicht stimmig an. Wir brauchen also eine neue Beziehung im Gefühl, einen Neustart. Und da haben wir ja auch ganz viele Tools, wie wir da nochmal Impulse reingeben. Also sind es Reflektionsgespräche, wo man sich ganz bewusst nochmal Zeit nimmt, auszusprechen, was man fühlt, was einen verletzt hat, wo das angeleitet wird, wo es auch nochmal darum geht, sich miteinander zu verbinden. Weil das ist ja häufig das Problem, dass man sich an gewissem Punkt verloren hat. Wie kann ich das ganz konkret in meinen Alltag einbauen, dass mir sowas nicht nochmal passiert? Dann geht es darum auch, wie kann man seine Bedürfnisse sonst im Alltag erfüllen? Was wird gebraucht? Brauche ich mehr Paarzeit? Brauche ich mehr Zeit für mich? Wie möchte ich einfach auch in kleinen Ritualen, Routinen eine Beziehung aufleben lassen? Also es sind immer so ganz viele kleine. Keine Stellschrauben. Und die es nachher ausmachen, dass man glücklich wird, dass es mal eine Wunschbeziehung führt. Das ist nicht die eine Sache, die sich verändert und sagt man so, jetzt hat man eine Wunschbeziehung, sondern es ist sehr individuell, aber es gibt durchaus einige Dinge, die man bedenken darf, die bei ganz vielen Paaren zu Wohlbefinden und auch zu Harmonie und auch zu einer glücklichen Beziehung führen. Und da muss man ja hervorheben, dass das bei uns auch deutlich anders läuft, als man das sicherlich von der Paartherapiepraxis vor Ort erfährt oder wie das dort ablaufen würde. Bei uns geht es nicht darum, dass wir sagen, macht Reflexionsgespräche, am besten wöchentlich, sondern wir haben ein Team von Coaches und ein weiteres unterstützendes Team, was uns zuarbeitet. Und bei uns gibt es fürs Reflexionsgespräch. Dann eine, ich glaube, fünfseitige Anleitung mit einer Checklist dazu, wo nochmal genau geschaut wird, was ist der richtige Rahmen, damit man so ein Reflexionsgespräch wirklich gut führen kann. Was heißt es überhaupt in Bereitschaft für ein Gespräch zu sein und diverse andere Dinge, die man sich gemeinsam anschaut, um die maximal besten Voraussetzungen zu schaffen, dass so ein Reflexionsgespräch. Wirklich wertschätzend ablaufen kann. Was macht man im Reflexionsgespräch, wenn man getriggert wird oder eine Verletzung entsteht? Was ist, wenn so viel Wut hochkommt, dass man gefühlt gar nicht mehr weitersprechen kann? All diese Dinge sind bei uns sozusagen in solchen Dingen enthalten und bekommt man dann mitgeliefert. Während wir es häufig gehört haben, dass dann einfach nur so ein Tipp gegeben wird, so ein bisschen wie haltet mal Händchen. Aber das ist. Mehr außenrum. Allgemein kann man sagen, wenn man aus einer Krise kommt, dass das nächste Jahr sehr entscheidend ist. Also inwieweit man sich in seinem Lebensstil, in seiner Beziehung wirklich in die Veränderung begibt, wie man das durchhält, weil sonst ist es so ein Schnellschuss und das hält nicht nach. Und das ist wichtig natürlich auch, wenn man sagt, man nimmt eine Herausforderung an, alles zu geben. So ein bisschen wie, ja, so ein bisschen hier, ein bisschen da, das bringt nichts. Sondern man muss sich auch richtig investieren. Sondern man muss sich richtig investieren und sagen, ich möchte da gerne eine Veränderung, das ist mir wichtig. Und da ist jetzt meine komplette Priorität. Und genau das ist ja auch unser Ansatz, den wir verfolgen, zu sagen, wenn sich Paare bei uns melden und wenn wir Paare annehmen, dann in dem Moment committen wir uns und in dem Moment geben wir alles. Und es ist dann eine sehr intensive Zeit zusammen, die man verbringt und auch eine sehr intensive Unterstützung. Und es ist auch manchmal komisch, wenn Paare dann gehen und man sagt auch, man hat ja so intensiv zusammengearbeitet. Man hat sich nicht nur einfach mal für eine Stunde getroffen, so einmal die Woche oder alle zwei Wochen, sondern ist teilweise ja wirklich auch per WhatsApp im Austausch, in der Sprechstunde, die zusätzlich gebucht werden kann im Austausch. Also es ist ja auch zwischen den Coachings immer viel Kontakt, wenn es gebraucht wird, wo wir jederzeit zur Verfügung stehen auch. Und das macht es, glaube ich, aus, dass man durch diese Zeit auch in einer engen Begleitung geht, damit man auch so einen Raketenantrieb mitnimmt. Und viele Möglichkeiten zur Verfügung hat, damit die Energie dann weiterfließen kann. Deswegen nennen wir unsere Therapieform ja intern TCT, weil wir eigentlich viel mehr machen als eine Paartherapie. Das steht für Therapie, Coaching, Training, weil wir einen Therapieanteil haben, der eben die Paare rausholt aus der Krise. Die Verletzungen werden aufgearbeitet und das Fundament stabilisiert. Dann geht es ins Coaching über, wo wir gemeinsam eben Dinge wie die Wunschbeziehung entwickeln, aus unserem bunten Werkzeugkoffer, den wir haben, schauen, was die richtigen Dinge sind, die dem Paar in der individuellen Situation weiterhelfen. Und dann das Training, nämlich die gemeinsame Fortführung und das gemeinsame Üben all dieser Dinge, dass wir im Austausch sind und schauen, zum Beispiel über Sprechstunden, wie funktioniert das? Wie war denn euer Reflexionsgespräch letzte Woche? Was daran hat nicht gut geklappt? Was hat gut geklappt? Und wir somit gemeinsam in den Feinschliff gehen, aber auch irgendwie wie so eine Art Personal Trainer beim Sport agieren, weil wir natürlich durch diesen engen Austausch auch immer wieder nachfassen und sagen, habt ihr was verändert? Habt ihr umgesetzt? Okay, habt ihr nicht. Warum nicht? Was hält euch zurück? Was braucht ihr? Was können wir tun? Was könnt ihr tun? Wo hapert es genau? Ah, daran. Okay, lasst uns daran also arbeiten und den Weg fragen. Freimachen, dass das wirklich gehen kann. Und das ist auch ja unsere Motivation. Gerade so letzte Woche habe ich in der WhatsApp-Gruppe Fotos von einem Paar bekommen, wo es nicht so ganz klar war, fährt sie mit in den Urlaub oder nicht, weil das gerade eine schwierige Situation war. Sie hat geschrieben, es war wirklich gut, dass ich mitgefahren bin und ihnen nette Fotos geschickt habe. Und ich dachte so, ja, wunderschön. Also das motiviert einen selber natürlich auch zu sagen, ja, diese enge Begleitung, die natürlich sehr speziell ist, hat aber auch, ja, für einen selber so einen motivierenden Anteil, wenn man ja so dicht dran ist. Dass man nicht sagt, man hat jetzt so unendlich viele Paare, die man betreut und man hakt ein paar mal ein paar ab, sondern jeder hat so auch ein wirklich sein festes Kontingent, wo man sagt, mit dem Gefühl von Stimmigkeit nehme ich auch ein paar neu auf. Und das kann ich auch leisten, weil es ist eine große Verantwortung, was wir haben. Es geht ja um nicht wenig bei Paaren, es geht um ganze Lebensmodelle, es geht um Familien, um Kinder, um die ganze Partnerschaft. Da wird es gebraucht, dass man alles gibt. Und wenn ein Thema das Lügen war und das Verheimlichen und ihr überlegt, euch bei uns zu melden, macht das sehr gerne. Wir begleiten euch auf dem Weg. Es gibt natürlich Vorgespräche und wir schauen, ob das inhaltlich, thematisch alles passt. Wir stellen euch ganz genau vor, wie wir mit euch individuell arbeiten würden, sodass auch ihr gucken könnt, ob das für euch dann stimmig passend ist. Und dann ist natürlich. Wichtig, die Voraussetzung, wenn wir zusammenarbeiten, dass ihr das Lügen und Verheimlichen ablegt. Denn bei uns gilt Systemgesetz 9. Für uns alle dann aussprechen, was ist und anerkennen, was ist. Also die Wahrheit sagen und transparent sein. Wir freuen uns auf euch. Und falls ihr Freude daran hattet, uns zuzuhören, habt vielleicht dann den einen oder anderen Impuls mitgenommen, wo ihr sagt, das hilft mir wirklich weiter. Dann hinterlasst doch gerne bei YouTube. Ein Like oder ein Abo. Also schönen Daumen nach oben machen. Oder bei Spotify oder Apple könnt ihr unserem Podcast folgen oder dort auch Sterne hinterlassen, sodass wir ein Feedback erhalten. Das freut uns immer sehr, wenn Menschen sich diese kleine Mühe machen. Vielen Dank. Bis dann. Bis dann.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Lügen in Beziehungen entstehen oft schleichend und in Stufen, von kleineren Auslassungen bis hin zu existenziellen Lügen.
  2. Besonders schwierig wird es, wenn Kinder in die Lügenkonstrukte einbezogen werden und ebenfalls angelogen werden müssen.
  3. Viele Menschen unterscheiden nicht bewusst zwischen Vergessen, Weglassen und aktiver Lüge, was zu Missverständnissen führt.
  4. Detailfragen zu lange zurückliegenden Lügen oder Affären sind oft nicht beantwortbar und können neuen Schmerz erzeugen.
  5. Paare müssen zunächst klären, was Ehrlichkeit, Transparenz und Vertrauen für jeden Einzelnen konkret bedeuten.
  6. Der erste Schritt zur Heilung ist die Anerkennung und Annahme der Situation, nicht die Verdrängung.
  7. Misstrauen muss zuerst abgebaut werden, bevor neues Vertrauen durch verändertes Verhalten aufgebaut werden kann.
  8. Der Aufbau von Vertrauen ist individuell verschieden und erfordert Konstanz, tiefgründige Gespräche und bewusste Entscheidungen.

Summary:

In dieser Podcast-Folge sprechen die Paartherapeuten Florian und Ina über die Dynamik von Lügen und Verheimlichungen in Beziehungen. Sie erklären, dass Lügen selten als einzelnes Ereignis auftreten, sondern sich oft in Stufen entwickeln – von kleinen Auslassungen über Notlügen bis hin zu existenziellen Täuschungen. Besonders problematisch wird es, wenn Kinder involviert sind und ebenfalls angelogen werden müssen.

Die beiden betonen, dass viele Menschen gar nicht bewusst lügen, sondern Informationen als unwichtig einordnen und deshalb weglassen. Dies führt jedoch oft zu Vertrauensverlust beim Partner. Ein zentraler Punkt ist die Unterscheidung zwischen Vergessen, Weglassen und aktiver Lüge, die für die Verarbeitung entscheidend ist.

Die Therapeuten erklären, dass zunächst Misstrauen abgebaut werden muss, bevor neues Vertrauen entstehen kann. Dafür ist es notwendig, dass beide Partner klären, was Ehrlichkeit und Transparenz für sie bedeuten. Der erste Schritt ist die Anerkennung der Situation, gefolgt von offenen Gesprächen und der Definition gemeinsamer Werte.

Detailfragen zu vergangenen Lügen können schädlich sein, wenn sie keinen Mehrwert für die Lösung bieten. Der Vertrauensaufbau ist ein individueller Prozess, der Zeit, Konstanz und verändertes Verhalten erfordert. Die Therapeuten stellen ihre Methode TCT (Therapie, Coaching, Training) vor, die Paare intensiv begleitet.

Abschließend betonen sie, dass eine bewusste Entscheidung für oder gegen die Beziehung am Ende des Prozesses steht.

FAQs

Ehrlichkeit ist nicht nur das Sagen der Wahrheit, sondern auch das Verständnis, was für einen persönlich relevant ist. Es hängt von individuellen Werten und Erfahrungen ab und muss gemeinsam definiert werden.

Ja, wenn man etwas bewusst weglässt, weil es dem anderen schaden könnte, wird das als Lüge angesehen. Wenn es aber innerlich als unwichtig gilt, ist das eine andere Form der Entscheidung, nicht eine Lüge.

Viele Paare fühlen sich unsicher, wenn sie Kinder anlügen, weil die Kinder dann von der Sache erfahren und später emotional verletzt werden können, was die Wiederherstellung von Vertrauen erschwert.

Durch das Erkennen und Akzeptieren der Situation, tiefgründige Gespräche, gemeinsame Reflexionen und die klare Definition von Transparenz und Ehrlichkeit, um das Misstrauen schrittweise abzubauen.

Kleine Notlügen können aus dem Weg gehen, um Konflikte zu vermeiden, aber sie verletzen das Vertrauen und können sich zu größeren Problemen entwickeln, wenn sie allmählich zu einer Routine werden.

Es ist entscheidend, dass beide Partner gemeinsam entscheiden, welche Details offenbart werden, um ein gegenseitig vertrauensvolles und respektvolles Miteinander zu schaffen.

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