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Verschiedene Kulturen in der Beziehung - So löst ihr Konflikte nachhaltig

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Verschiedene Kulturen in der Beziehung - So löst ihr Konflikte nachhaltig

In dieser Folge der Lebensidealisten werden kulturelle Konflikte in multikulturellen Paarbeziehungen aufgegriffen und analysiert. Die beiden Coaches, Florian und Ina, zeigen, wie unterschiedliche Verhaltensweisen, Traditionen und Familienrollen – wie zum Beispiel die Gewohnheiten beim Essen oder die Pflege von Eltern – zu Unstimmigkeiten führen können. Diese Konflikte entstehen nicht nur durch fehlende Verständnis, sondern auch durch unterschiedliche kulturelle Werte und Eigenverantwortlichkeiten. Ein zentraler Ansatz ist die aktive Aneignung von Wissen über die andere Kultur, unterstützt durch Selbstreflexion und tiefe Gespräche über persönliche Bedeutungen. Dabei wird betont, dass beide Partner ihre eigenen Werte respektieren müssen, ohne sich gegenseitig zu verletzen. Die System-Empowering-Methode hilft, die Ursachen von Verletzungen zu finden, indem man zurück zur positiven Beziehungskultur geht. Ein wichtiger Punkt ist die Entwicklung von Toleranz und Verständnis – nicht als Verzicht auf eigene Werte, sondern als Möglichkeit, gemeinsam eine harmonische und gestärkte Beziehung aufzubauen. Die Folge unterstreicht, dass kulturelle Unterschiede keine Hürde sind, sondern wenn sie bewusst und respektvoll verhandelt werden, sogar eine Stärke in der Beziehung darstellen können.

Transcription

3979 Words, 24307 Characters

German
Hallo und herzlich willkommen zu dieser neuen Folge bei den Lebensidealisten. In dieser Folge geht es um verschiedene Kulturen in der Beziehung. So löst ihr Konflikte nachhaltig. Mein Name ist Florian. Ich bin Ina. Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise hinein in eine glückliche und harmonische Beziehung. Wenn man eine multikulturelle Beziehung führt, stellen die kulturellen Unterschiede anfangs für viele keine Hürde dar, aber so im Laufe der Zeit, wenn man sich näher kennenlernt, wenn man vielleicht auch die Eltern oder die Schwiegereltern kennenlernt, kann es dann zu ersten Unstimmigkeiten und Konflikten kommen, wenn die unterschiedlichen Sitten nicht so richtig zusammenpassen. Wir zeigen, wie ihr Konflikte rund um die Kulturen richtig auflöst und hin zu einem harmonischen Alltag gelangt. Ja, wir haben das tatsächlich bei uns jetzt regelmäßiger mal im Coaching gehabt, deswegen haben wir die Folge mit aufgenommen. Das war auch ein Wunsch, der an uns gerichtet wurde, da wir tatsächlich jetzt immer mal Paare bei uns haben, die aus verschiedenen Ländern kommen und dann zusammenfinden. Das kann mal sein, dass der eine deutsch ist, der andere aus einem anderen Land. Das kann mal sein, dass beide aus verschiedenen Ländern kommen und jetzt eben nach Deutschland eingewandert sind vor längerer Zeit und hier ihr Leben aufgebaut haben. Wir haben ganz verschiedene Konstellationen. Ja, multikulturellen Paaren, die eben verschiedene Konflikte haben, die einerseits die typischen Konflikte sind, die auch gleichkulturelle Paare haben, aber da kommen eben dann auch nochmal ganz spezielle Faktoren hinzu und die wollen wir uns heute näher ansehen. Besondere Differenzen können in den Bereichen entstehen, zum Beispiel Ausdrucks- und Verhaltensweisen. Da gibt es ja einfach in jeder Kultur. Also die typischen Besonderheiten und dahintergehende Werte und Verhaltensweisen, die unterschiedlich sind und dadurch ein Gefühl machen können. Ich glaube, so das Plakativste, was man nennen kann, ist ja immer so im Mittelmeerraum, dass einfach dort die Zeit und die Verabredungen nicht ganz so pünktlich eingehalten werden müssen, sondern das eher so ein bisschen entspannter ist und man eher sagt, Mensch, dann sehen wir uns morgen und vielleicht ist es neun, vielleicht zehn, vielleicht elf. Mal gucken, wie die Laune ist. Und bei uns. Ist das so, wir sehen uns morgen um 11.03 Uhr und 23 Sekunden und wenn du eine Sekunde später bist, habe ich schon ein schlechtes Gefühl. Und das ist natürlich was, was dann anders ist. Wie du schon sagst, in Ausdrucks- und Verhaltensweisen kann man das sehen. Man kann das bei Gewohnheiten und Traditionen sehen. Traditionen, so was ganz Klassisches, wie werden Feste gefeiert? Das macht jede Kultur ja auch anders. Also wie feiert man Ostern? Wie ist das mit Weihnachten grundsätzlich? Wie ist es mit Geburtstagen? Und da kommen ja auch immer die Prägungen, die man selber bekommen hat aus seiner Familie, aus der man stammt. Wie wird das da gemacht, die man dann mitbringt in die Partnerschaft, die man vielleicht verändern möchte, die man vielleicht behalten möchte. Und dann kann es halt auch in dieser Form schon zu Konflikten kommen. Ja, ein Verantwortungsgefühl gegenüber der Familie, den Eltern, das ist ja auch was, was häufig eine Rolle spielt. Also während das bei uns eher typisch ist, dass wir unsere Eltern ins Altenheim geben, wenn es irgendwann soweit ist, so ist es in anderen Kulturen völlig selbstverständlich, sich dann um die Eltern zu kümmern und sie zu pflegen. Das sind einfach Dinge, die können dann aufeinanderprallen, weil jemanden zu pflegen hat natürlich große Auswirkungen auf das eigene Leben. Andersrum macht ein schlechtes Gewissen, die Schwiegereltern ins Altenheim zu geben, auch viel aus in der Beziehung. Ich finde das auch ganz spannend, wie man selber, also man selber ist ja auch durch Glaubenssätze, Verhaltensweisen von anderen Menschen, also wir alle haben ja Schubladendenken. Es ist einfach so, da kann man sich ja nicht freundfrei machen. Und wie man selber im Alltag von anderen Kulturen, dann auch überrascht wird und man selber dann überrascht ist, dass man überrascht ist davon. Ich hatte vor zwei Wochen, glaube ich, war das, da war ich mit unserem Sohn einkaufen, da kam es zu einem Notfall, da ist ein älterer Mann umgekippt, mir sozusagen in den Arm gekippt beim Einkaufsladen und ich konnte ihm nur dabei helfen, sich sozusagen möglichst wenig verletzend hinzulegen auf die Steine. Und sofort kamen natürlich Menschen angelaufen und was mich sehr beeindruckt hat, da war ein Mann, ich würde so schätzen Anfang 30. Ende 20, aus dem südländischen Raum, der sich sehr, sehr liebevoll um ihn gekümmert hat, der gleich zum Auto gelaufen ist, eine Decke geholt hat, wo er dann gesagt hat, für seinen Kopf, damit der Kopf nicht auf den Stein liegt und das hat mich sehr beeindruckt. Und als sich dann, als sich die Situation dann so gelöst hat, Rettungswahn kam, habe ich in mir so einen Impuls gehabt, dass ich dachte so, warum ist das jetzt was Besonderes? Also was, ne, so, also warum habe ich das, wie ich es meine, meine Sichtweise auf diese Kultur und wieso fällt mir das überhaupt so auf? Und das ist total spannend und so ist es in Partnerschaften auch, dass am Anfang man noch ganz viel Interesse hat an der Kultur und es kommt vielleicht nicht so zu Problemen, weil man ja auch noch sehr großzügig ist in allen Verhaltensweisen. Und mit der Zeit es aber zu ersten Konflikten dann kommt, gar nicht selten sollte ich das jetzt auch im Coaching, wenn Kinder mit dazu kommen. Also ich hatte jetzt den Fall, dass auch zwei verschiedene Kulturen sind zusammengekommen und in der einen Kultur ist es halt, ja, eine, wie wir gerade sagten, eine Gewohnheit, Tradition. Tradition, immer etwas für die Kinder mitzubringen. Also an Spielzeug, an Süßigkeiten, was auch immer. Immer wenn man zu Besuch kommt, bekommt man etwas mitgebracht. Nicht unbedingt das Hochwertigste, weil man es natürlich auch oft macht, muss man auch dazu sagen, aber die Kinder bekommen was mitgebracht. Das hat die Frau sehr gestört, weil sie gesagt hat, oh, wir haben hier so viel Krimskrams und immer wieder kommt was Neues und deine Eltern müssen immer wieder was mitbringen und kannst du, du musst dir das mal sagen und das geht nicht und so ein Plastikspielzeug und so weiter und so weiter. Und der Mann sagt, ja, ganz ehrlich, das war für mich völlig normal. Ich habe mich als Kind immer total darüber gefreut, als ich diese ganzen Sachen von meinen Verwandten bekommen habe und lass unser Tochter doch die Freude. Ja, da knallen zwei Kulturen aufeinander, wo es natürlich dann auch darum geht, zu schauen, was steckt da vielleicht hinter, warum bringen die was mit, ist es deren Sprache der Liebe, also Anerkennung, Wertschätzung durch, Kleinigkeiten, aber wie geht man damit um? Und das ist häufig, wie du schon sagst, wenn Kinder, also Schwiegereltern, Eltern so dazukommen, wenn die in eine andere Rolle kommen, dass es dann spätestens in der Beziehung schwierig ist, wenn man sagt, okay, wie möchte ich das denn eigentlich für mein Kind? Wie soll das denn aufwachsen? Welche Kultur steht da im Vordergrund? Ich finde, manchmal bekommt das dann so eine andere Qualität, eine andere Stufe, als wenn es nur irgendeine Verhaltensart ist oder ein Wertekonflikt. Also wenn jetzt jemand Spielzeug mitbringt, was nicht so nachhaltig produziert wurde und man sagt, ich möchte das nicht so gerne hier haben, vielleicht habe ich darüber was gelesen und das soll krebserregend sein, weil da Stoff XY drin ist, was auch immer, und ich sage, ich möchte gerne nachhaltige Spielzeug aus Holz haben oder sowas, keine Ahnung, dann ist das schon Konflikt genug in den Familien. Das ist schon ein schwieriges Ding. Bei der gleichen Kultur ja auch schon total drüber streiten mit den Eltern und Schwiegereltern. Stell dir vor, das ist dann noch mal kulturell bedingt und die wollen unbedingt jedes Mal was mitbringen und man müsste denen sagen, naja, nur nachhaltiges Spielzeug, dann können die das vielleicht finanziell nicht mehr leisten und dann haben die auch ein total schlechtes Gefühl, wenn sie dann vielleicht mal ohne was kommen müssen oder so, weil es vielleicht gerade nicht geht. Also da treffen ja auch verschiedene Dinge aufeinander, die dann eben in einer anderen Qualität noch mal sind, als wenn man sowieso schon einen Konflikt ohne unterschiedliche Kulturen hat. Auch interessant, ein anderes Paar, um das vielleicht auch gleich noch mal Coaching-Beispiele zu nennen, da war der Konflikt, man lächelt so ein bisschen drüber, muss man sagen, weil ich finde es fast niedlich, aber ich kann den Konflikt auch dahinter verstehen, zwei Kulturen knallen aufeinander. Die eine Kultur, da ist das so gang und gäbe, dass wenn man zu Besuch bekommt, immer als allererstes etwas zu essen angeboten bekommt. Und du kannst eigentlich nicht satt zu den Schwiegereltern gehen, weil das ist fast unhöflich. Das heißt, du wirst wirklich in einem sehr, sehr regelmäßigen Rhythmus dann gefragt, kannst du dir was zu essen anbieten? Oh, jetzt hast du doch Hunger, komm, ess doch was. Dir wird einfach was hingestellt. Und das ist natürlich anstrengend, wenn du über Stunden zu Besuch bist, du hast das Gefühl, als ob du gemästet bist, muss man ja nicht sagen. In der Kultur ist es eine Form von Höflichkeit. Aber die Frau Irmer gesagt hat so, boah, das macht mir einen Stress, wenn wir zu deinen Eltern fahren. Ich möchte nicht unhöflich sein, aber ich kann nicht mehr. Also ich kann auch nichts mehr essen und mir wird es wirklich zu viel. Und die Sachen einpacken, also teilweise bringen, wenn die Eltern bei denen zu Besuch sind, bringen die auch zu essen mit. Auch wenn sie wissen, dass da auch was zu essen gibt. Das Essen hat so einen hohen Stellenwert. Und auch für die Gemeinschaft einfach so ein Symbol ist. Aber in der Partnerschaft ist es natürlich schwierig, weil da auch so ein bisschen in der Kultur die verschiedenen Altersstufen natürlich aufeinanderknallen. Der Mann in dem Fall hat dann gesagt, naja, wir machen das jetzt nicht mehr wie Jüngeren. Wir wissen schon, dass man nichts zu essen mitbringt, wenn ich beim Kumpel eingeladen bin. Aber die Älteren in der Kultur, für die ist das noch super wichtig. Und da geht es dann immer darum, wer spricht dann mit den Eltern? Wer löst den Konflikt? Was wäre ein Kompromiss und so weiter? Ja, man sieht daran, das sind gar nicht so die großen heftigen Dinge. Sondern es sind auch da wieder so die kleineren Sachen, die sich dann wiederholen. Und die wiederholt dann einfach ein unstimmiges Gefühl auslösen. Weil man ja vielleicht dann auch weiß, wie es den Schwiegereltern geht und warum sie es tun. Und man auch nicht gern ablehnen mag. Weil man die ja auch nicht verletzen möchte, wenn man ablehnt. Und die sich Mühe gegeben haben. Das kommt dann zusammen. Ja, auch häufig Geschlechterrollen. Thema, wie wird die Rolle des Mannes gesehen in der Beziehung, in der Familie, die Rolle der Frau, Kleidung, welche Kleidung wird getragen, das Thema Sexualität spielt eine Rolle, also es gibt eine ganze Reihe von verschiedenen Dingen. Wertvorstellung, Religion vielleicht noch, das ist auch ganz wichtig, wie wird die Religion ausgeübt, da ist es natürlich kulturell, gibt es da wahnsinnig große Unterschiede und da auch wieder was, wie möchte man es für sein neues System, für seine eigene Familie, für die Partnerschaft, für die Ehe ausleben und das kann ich natürlich nur auch für mich bestimmen, wenn ich selber weiß, was ich möchte und da fängt es meistens ja dann an. Das ist ja auch ein regelmäßiger Punkt, wo dann das bei den Paaren konfliktreicher wird, für sich selber kann man das immer noch ganz gut übernehmen und ein Auge zudrücken oder sagt, ja ich mach das so mit, aber wenn es dann darum geht, wie man das nun weiter trägt an die Kinder und in welcher Kultur und auf welche Art und Weise sollen die Kinder erzogen werden, da sehen das die meisten eher kritischer und sind stärker dabei für ihre Werte und Sichtweisen, für das, was sie gewohnt sind zu argumentieren. Typische Fälle sind ja auch sowas wie das Thema Beschneidung, das auch heutzutage immer noch mal schon öfters im Coaching ein Thema zwischen zwei Kulturen und grundsätzlich alles, was auch das Thema gleichberechtigte Elternschaft noch angenommen hat. Mhm. Mhm. Ja, die Folgen davon sind Missverständnisse, dass das Verhalten unterschiedlich verstanden wird, also aufgrund der unterschiedlichen Blickwinkel auf etwas kulturell geprägt entsteht ein Missverständnis, woraus dann wiederum ein Konflikt oder eine Verletzung wird, obwohl es eigentlich nur andere Blickwinkel, andere Werte sind, aufgrund der jeweiligen kulturellen Erfahrungen und dass vielleicht auch unbeabsichtigt dadurch Grenzen überschritten werden, was man gar nicht weiß, man merkt das überhaupt nicht, man handelt in guter Absicht, weil man das selber so kennengelernt hat und das für einen selbst völlig normal und selbstverständlich ist, überschreitet aber beim anderen entsprechende Grenzen und löst auch da wieder emotionale Verletzungen aus. Ja, die Konflikte häufen sich und unterschiedliche Ansichten führen halt dann auch zu eventuellen Einschränkungen, sowas wie das geäußert wird, ich möchte nicht, dass du das und das machst, die sich dann halt auch schnell diese Äußerungen wie Verbote dann anfühlen, weil man einfach das Gefühl hat, man muss Grenzen ziehen, man gerät sonst für sich in einen unstimmigen Bereich. Das macht natürlich gleichzeitig aber bei beiden dann wieder so eine dauerhafte Unzufriedenheit aus, weil man halt seine eigenen Werte auf beiden Seiten nicht so wirklich ausleben kann, wie man es möchte, wie man vielleicht die Vorstellung hatte, weil man sich dieses Verständnis von dem anderen wünscht, weil man denkt, okay, ich hab gedacht, das ist so lockerer, und jeder fährt so ein bisschen die Ellenbogen aus und man kommt nicht wirklich ins Wir-Gefühl. Ne, so bleiben die kulturellen Unterschiede hinderlich für die Beziehung und das Ziel sollte es sein, dass das, was sich hinderlich anfühlt, neutralisiert wird oder sogar förderlich wird. Das wäre natürlich die Wunschkonstellation. Daher gucken wir uns einige Lösungsansätze an. Der erste Schritt, der wichtig ist, ist sich Wissen über die andere Kultur aktiv anzueignen. Das ist ja auch genau das, was, wenn zum Beispiel die Metaprogramme unterschiedlich sind, wie wir ticken, dann müssen wir darüber uns Wissen aneignen, das heißt, wir müssen wissen, wie wir selber filtern in unseren Metaprogrammen. Die Partnerin oder Partner sollte das für sich rausfinden und dann sollte man einen Abgleich stattfinden lassen. Und dass man hier eben schaut, dass beide sich über die jeweils andere Kultur möglichst viel Wissen aktiv aneignen, um dann auch Unterschiede erkennen zu können, um dann wiederum gemeinsam dafür einen Ansatz zu finden, wie führt man das so zusammen, dass das für beide stimmig ist. Also hier ist es besonders wichtig, stimmige Kompromisse zu finden, wo beide sich gut mitfühlen. Das ist auch ein ganz wichtiger Punkt, wenn es darum geht, ist das nur in der Familie so? Also ist es eine Ausprägung der Familie, weil ja auch innerhalb einer Kultur kann das ja von Familien unterschiedlich ausgelebt werden? Oder ist es, was man grundsätzlich auch recherchieren kann, was in der Kultur ein wichtiger Bestandteil ist? Und ich hatte das gerade in einem Coaching vor ein paar Wochen, da ging es um eine chinesische Kultur, wie da die Familie aufgebaut ist, wie da so Gesetzmäßigkeiten, sage ich mal, laufen und da hatte die Frau gesagt, ich habe mich da ein bisschen informiert, das ist nicht nur bei deiner Familie so, das ist ja eine Eigenschaft von deiner Kultur, dass das so und so ist. Und das war natürlich ein ganz wichtiger Punkt, dass sie einfach auch nochmal nicht nur das Wissen genommen hat, was der Mann ihr berichtet hat, sondern sich selber nochmal auf den Weg gemacht hat und recherchiert hat, wie ist es denn allgemein in der Kultur? Andersrum ist natürlich auch wichtig, wenn man sich über die Kultur allgemein informiert, dass man Fragen stellt, wie es denn in der Familie ist und nicht nur durch die allgemeine Kultur auf die Familie schließt, denn die kannst du ja ganz anders empfinden, dass man das dann zusammenführt. Selbstreflexion ist ein wichtiger Punkt, also zu schauen, was ist mir wichtig, was sind meine Werte und auch da wieder ein Match stattfinden zu lassen. Manche Dinge sind natürlich sehr wichtig, wenn sie auf den eigenen Werten basieren und wir wollen uns nach unseren eigenen Werten verhalten, ansonsten fühlen wir uns nicht gut. Aber es gibt auch manche Dinge, um die streitet man sich, obwohl das eigentlich gar nicht so relevant ist, wo man dann vielleicht, wenn man mal auf die eigenen Werte schaut, ja Mensch, eigentlich kann ich dir da ohne Probleme entgegenkommen, weil das ja trotzdem in meinem Wertemuster voll drin bleibt. Das ist nur ein bisschen anders, aber es ist trotzdem für mich noch völlig okay. Und dafür, ist es natürlich wichtig, mit dem Partner, mit der Partnerin in Austausch zu gehen und zuzuhören, ausreden zu lassen, Nachfragen zu stellen, weil man ja auch wegkommen muss von Interpretationen, also was man selber denkt, warum der andere so handelt oder die andere Familie handelt, hin zu, wie meinst du es denn wirklich? Und so eine Gespräche brauchen Zeit und auch einen Rahmen, damit die gut laufen können und vor allen Dingen eine wertschätzende Haltung zueinander. Also beide müssen natürlich das Ziel haben, in dem Moment, ich möchte eine Lösung finden, ich möchte die verstehen und nicht jeder, dass jeder seine Kultur einfach verteidigt, sagt, ja, das ist mir wichtig und das in, ja, so einer Form bewertet, was besser ist, was schlechter ist, sondern zu sagen, das kann ja auch nebeneinander stehen bleiben, weil es unterschiedlich ist, aus verschiedenen Gründen, aber was wollen wir denn zusammen draus machen? Ja, das ist ein sehr wichtiger Punkt, das Sprechen. Also wenn ich nur in meinem Wertemuster, in meinem Kulturmuster das Ganze interpretiere, dann komme ich zu keiner Lösung, außer, weil ich bleibe ja in meinem Blickwinkel drin. Ich brauche schon Wissen über die andere Kultur, muss mit dem anderen sprechen, um den Blickwinkel einnehmen zu können und das überhaupt nachvollziehen zu können. Und klar, manchmal muss man sich gar nicht für das eine oder andere entscheiden. Manchmal, wenn man darüber einfach gut spricht, sich vernünftig austauscht, kann ein Kompromiss oder eine Lösung auch sein, zu sagen, du magst den Weg lieber, ich mag den Weg lieber, dann gehen wir beide Wege. Wir nehmen das Beste aus beiden Kulturen und bauen sich, baut dann sozusagen einen stimmigen Kompromiss auf. Ja, das ist ja, finde ich, immer so, wenn man das eine und das andere mal wählt, aber dass man auch bei manchen Dingen sagt, beide, aus beiden Kulturen, beides ist cool, wir nehmen beides. Der eine macht so, der andere so, man wechselt, was auch immer, wie man das genau dann findet, aber dass einfach beides in der Familie bestehen bleibt. Also man lässt sich von den, man lässt sich weiterhin einladen bei den Schwiegereltern und das ist okay, dass man gefragt wird, ob man was essen möchte, aber klärt das mit den Schwiegereltern, man sagt, dass man sagt, also zu uns was zu essen mitbringen, das ist unstimmig für uns, wir möchten schon ganz gerne, wenn wir Gastgeber sind, euch versorgen, dass man da solche Ansätze findet, dann ist beides da, beide Ansätze der Kulturen sind da und es kann gut funktionieren. Dann ist natürlich ein wichtiger Lösungsansatz die emotionalen Verletzungen, die entstanden sind durch Unstimmigkeiten, die bedingt durch die kulturelle Herangehensweise, vielleicht da sind, aufzulösen. Wir arbeiten da nach der System Empowering-Methode, das heißt, wir gehen ganz bewusst zurück an den Punkt, wo war es mal gut, das ist bei den meisten Paaren in der Kennenlernphase, muss aber nicht sein und gucken dann, wann sind die ersten Konflikte eingetreten, also wann ist das erste kleine unstimmige Gefühl aufgetreten in der Beziehungslinie, wo man sagt, okay, da sind vielleicht unsere Kulturen so ein bisschen aufeinandergeprallt, bei dem und dem Date hat sich das schon gezeigt, da hatte ich ein bisschen ein ungutes Gefühl, weil du hast dich so und so verhalten und schauen dann, wann ist der Stein für bestimmte Verhaltens-Verletzungsmuster entstanden, wann ist er in Rollen gekommen und welcher Berg hat sich aufgebaut. Wir gehen da ganz bewusst ja an den Anfang und gehen chronologisch nach vorne, weil jetzt am Ende, was wir da sehen, ist immer nur die Wirkung. Wir wollen ja schauen, was ist die Ursache, denn nur wenn wir die Ursache wissen, können wir nachhaltig auch etwas für die Zukunft mitnehmen. Und wenn man am Ende anfangen würde, würde man vielleicht auch auf Beziehungs- und Verhaltensmuster stoßen, aber man hat dann keine wertschätzende Haltung zueinander, wenn man vorangeht. Dann wäre das sowas, dass so ein Ping-Pong-Spiel von Vorwürfen entstehen würde. Der eine würde sagen, ja, aber du hast das und das gemacht und das musst du doch mal sehen, deswegen habe ich das so gemacht und der andere sagt, ja, aber ich habe zwei Wochen vorher hast du das und das gemacht und man arbeitet sich dann von der Gegenwart zurück, was nicht unschön ist und was einfach auch nicht produktiv ist. Deswegen gehen wir ganz bewusst bei unserer System-Empowering-Methode so vor, dass wir da starten, wo was mal gut, wo war die wertschätzende Haltung noch vorhanden und arbeiten uns dann nach vorne. Ja und das Ergebnis ist am Ende ein, wenn ich gewusst hätte, dass mein Verhalten bei dir dieses ungute Gefühl auslöst, dann hätte ich mich so und so verhalten. Das heißt, man erstellt damit eine Verhaltensänderung in Zukunft in Aussicht und das ist ja auch das, wo man sich dann annähert. Also hier findet man Kompromisse, Lösungsansätze und so weiter und das ist ja schon, wenn man aus der gleichen Kultur kommt, schwierig zu wissen, was den anderen verletzt. Auch da wird gebraucht, dass man es ausspricht. Wenn man dann noch aus verschiedenen Kulturen kommt, dann ist es quasi unmöglich zu wissen, was den anderen verletzen könnte und dann wird es umso mehr gebraucht, dass man miteinander spricht und die Themen löst. Ja, der letzte Punkt ist Toleranz, Offenheit und Verständnis. Also wir brauchen natürlich auf der einen Seite ein gutes Matching für verschiedene Punkte, also führen das zusammen, dass es für die Beziehung förderlich wird. Für manche Punkte geht das vielleicht nicht, aber hier wollen wir zumindest eine gewisse Neutralität erreichen. Das heißt Toleranz des anderen, dass das so durchgeführt wird, dass das so ist, dass die Haltung so ist und das ist dann der Punkt, der gebraucht wird. Wenn wir Punkte übrig behalten, die fundamental für die Beziehung sind, die wirklich wichtig sind, die man nicht tolerieren kann und die auch nicht verändert werden können, dann ist das ein schwieriger Punkt für die Beziehung. Da muss man weiterschauen, wie man damit umgeht. Ich glaube, da ist aber auch immer wichtig, wirklich das Wissen zu haben, warum kann der andere diesen Punkt nicht ändern für sich. Und nicht nur, weil das so ist, weil wir es schon immer so gemacht haben, weil es in meiner Kultur so ist, sondern was hat das persönlich für einen Stellenwert für diese Person im eigenen Leben? Warum möchte die Person das unbedingt an die Kinder weitergeben oder unbedingt in ihrem eigenen Leben behalten? Und meine Erfahrung ist, dass sich häufig dann nochmal die Haltung zueinander ändert, wenn man in diese Tiefe nochmal neu einsteigt. Ja, das waren die Punkte, die wir für diese Folge hatten. Wir hoffen, ihr konntet aus dieser Folge einiges Spannendes für euch mitnehmen. Und sollte euch das inhaltlich betreffen, meldet euch sehr gerne bei uns fürs telefonische Erstgespräch. Dann werden wir so 10, 15 Minuten über euch sprechen. Dann werden wir über euer Thema kurz sprechen und dann einen Kennenlerntermin vereinbaren, sodass ihr euren Coach oder eure Coaching kennenlernen könnt. Alles weitere dazu findet ihr bei uns auf der Website im Bereich Ablauf und Termine. Ja, ansonsten sehen wir uns beim nächsten Mal. Bis dann. Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!

Podcast Summary

Key Points:

  1. Multikulturelle Paare erleben oft erste Konflikte mit der Zeit, wenn kulturelle Unterschiede in Verhaltensweisen, Traditionen oder Familienrollen aufeinanderprallen.
  2. Unterschiede im Umgang mit Zeit, Essensangeboten, Geschenken oder Familienpflege führen zu Unstimmigkeiten, die verletzende oder belastende Gefühle auslösen.
  3. Das Verständnis für die andere Kultur durch aktive Recherche und Selbstreflexion ist entscheidend, um Missverständnisse zu erkennen und gemeinsame Werte zu finden.
  4. Bei den Konflikten spielt das gegenseitige Zuhören und die Frage nach der persönlichen Bedeutung von Handlungen eine zentrale Rolle.
  5. Kulturelle Grenzen können durch eine emotionale Wertschätzung und eine gemeinsame Suche nach stimmigen Kompromissen neutralisiert oder sogar förderlich gemacht werden.
  6. Die System-Empowering-Methode hilft, die Ursachen von Verletzungen zu erkennen, indem man zurück zu positiven Momenten in der Beziehung geht.
  7. Es ist wichtig, dass beide Partner die Bedeutung ihrer Werte im eigenen Leben verstehen, um eine nachhaltige, respektvolle Beziehung aufzubauen.
  8. Toleranz, Offenheit und Verständnis sind notwendig, um kulturelle Unterschiede als Stärke anstatt Hindernis zu sehen und gemeinsam eine verträgliche Lebensform zu entwickeln.

Summary:

In dieser Folge der Lebensidealisten werden kulturelle Konflikte in multikulturellen Paarbeziehungen aufgegriffen und analysiert. Die beiden Coaches, Florian und Ina, zeigen, wie unterschiedliche Verhaltensweisen, Traditionen und Familienrollen – wie zum Beispiel die Gewohnheiten beim Essen oder die Pflege von Eltern – zu Unstimmigkeiten führen können. Diese Konflikte entstehen nicht nur durch fehlende Verständnis, sondern auch durch unterschiedliche kulturelle Werte und Eigenverantwortlichkeiten.

Ein zentraler Ansatz ist die aktive Aneignung von Wissen über die andere Kultur, unterstützt durch Selbstreflexion und tiefe Gespräche über persönliche Bedeutungen. Dabei wird betont, dass beide Partner ihre eigenen Werte respektieren müssen, ohne sich gegenseitig zu verletzen. Die System-Empowering-Methode hilft, die Ursachen von Verletzungen zu finden, indem man zurück zur positiven Beziehungskultur geht.

Ein wichtiger Punkt ist die Entwicklung von Toleranz und Verständnis – nicht als Verzicht auf eigene Werte, sondern als Möglichkeit, gemeinsam eine harmonische und gestärkte Beziehung aufzubauen. Die Folge unterstreicht, dass kulturelle Unterschiede keine Hürde sind, sondern wenn sie bewusst und respektvoll verhandelt werden, sogar eine Stärke in der Beziehung darstellen können.

FAQs

Durch aktives Wissen über die andere Kultur, gegenseitige Auseinandersetzung und gemeinsame Suche nach stimmigen Kompromissen, die beide Akteure respektieren.

Durch unterschiedliche Verhaltensweisen, Traditionen und Wertvorstellungen, wie zum Beispiel in der Haltung gegenüber Feste, Essen oder der Familienpflege.

Die Familie prägt die individuellen Gewohnheiten, wie zum Beispiel das Mitbringen von Geschenken oder das Essen zu Besuch, was zu Spannungen mit anderen Kulturen führen kann.

Durch die System-Empowering-Methode, bei der man zurückgeht zu positiven Erlebnissen und die Ursachen von Unstimmigkeiten systematisch analysiert.

Ein Partner bietet beim Besuch ständig Essen an, was dem anderen zu viel und belastend erscheint, was zu Spannungen und häufigen Auseinandersetzungen führt.

Sehr wichtig, da man sich selbst fragen muss, welche Werte für ihn oder sie von größter Bedeutung sind, und wie diese mit den kulturellen Werten der Partner abgestimmt werden können.

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