Vergebung ohne Selbstverrat - wie Du innerlich wirklich frei wirst
14m 52s
Viele Menschen glauben, sie müssten vergeben, um Frieden zu finden, doch oft verwechseln sie Vergebung mit Anpassung und Selbstverleugnung. Echte Vergebung ist kein moralischer Auftrag, sondern ein körperlicher Prozess. Der Körper vergisst nichts – unterdrückte Wut, nicht gesetzte Grenzen oder unausgesprochene Wahrheiten bleiben als Spannung in Brust, Bauch oder Schultern gespeichert. Solange diese Energie keinen Ausdruck findet, bleibt das System in Alarmbereitschaft und bindet uns an vergangenes Unrecht. Statt Vergebung zu erzwingen, lädt der Sprecher dazu ein, Gefühlen wie Wut oder Ohnmacht körperlich und stimmlich Raum zu geben – etwa durch wütende Bewegungen oder lautes Aussprechen von Grenzen. Erst wenn der Körper Sicherheit spürt und gelernt hat, für sich einzustehen, kann sich die innere Enge lösen. Vergebung ohne gesunde Grenzen ist oft Selbstverrat. Frieden bedeutet nicht, dass alles gut war, sondern dass das Erlebte einen nicht mehr fesselt. Der Prozess ist radikale Ehrlichkeit mit sich selbst und führt zu mehr Lebendigkeit und innerer Klarheit.
[Musik] Viele von uns glauben, sie müssten vergeben, um endlich Frieden zu finden. Also, dass sie erst frei sind, wenn sie zum Beispiel loslassen, drüber stehen oder kein Gräum herfühlen. Ich sehe das ziemlich anders, denn ganz oft ist das, was wir Vergebungen nennen, In Wahrheit, Anpassung und Selbstverleugung. Wir sagen dann so, nach dem Motto ist schon okay, obwohl sich in unserem Körper noch irgendwie alles zusammenzieht. In dieser Folge möchte ich mit dir darüber sprechen, warum echte Vergebung nichts mit Pflicht oder mit Netzein zu tun hat und warum sie erst dann entsteht, wenn du beginnst, dich selber wirklich ernst zu nehmen und klare Grenzen zu setzen. Lass uns mal drauf schauen, warum Vergebung oft falsch verstanden wird. Viele Menschen haben ein ziemlich bestimmtes Bild, ein ziemlich fixiertes Bild von Vergebung gelernt. Also zum Beispiel, Vergebung bedeutet, drüber zu stehen oder bedeutet, keinen Gräum her zu haben, bedeutet endlich wieder freundlich zu sein. Vergeben zu können, bedeutet, ein guter Mensch zu sein. Und exakt hier an dieser Stelle beginnt sozusagen das Problem. Denn was viele Menschen in Wirklichkeit tun, das ist ja nicht vergeben, sondern ich würde sagen, das ist so was wie sie passen sich an. Das heißt, sie sagen sich, ich sollte das jetzt loslassen, ich sollte nicht mehr wütend sein, ich sollte da endlich drüber stehen. Das ist ja aber erst mal nur, was wir da uns selber sagen, das ist erst mal nur eine mentale Idee, dass das so das Richtige ist und dass das wirklich funktioniert. Das ist nur mental. Das ist wichtig, okay? Weil wenn wir in unseren Körper reinlauschen oder reinspüren, dann merken wir vielleicht, dass da etwas ganz anderes passiert. Und dann merken wir zum Beispiel, der Boastraum bleibt eng oder der Bauch ist immer noch zusammengezogen. Ja, die Schultern bleiben angespannt. Und das ist keine Vergebung. Das ist letztendlich, wenn wir ganz ehrlich zu uns selber sind, unterdrückte Wahrheit. Und genau deshalb fühlen sich dann viele Menschen innerlich immer noch gebunden an etwas. Das eigentlich schon längst vorbei ist. Und ich würde sogar so weit gehen und sagen, es ist oft dieses erzwungene Verzeihen, dass man sich selbst abverlangt, dass einen dann aber letztlich an ein vergangenes Unrecht, was man mal erlebt hat, bindet. Lasst mich das mal so sagen. Vergebung ist ja kein moralischer Akt. Also Vergebung ist in meiner Sprache ein körperlicher Prozess, weil dein Körper vergisst nichts. Und genau das ist ja seine Stärke. Also Erlebnisse von beispielsweise Ungerechtigkeit, Verletzung oder Ohnmacht sind nicht einfach nur irgendwelche gedanklichen Erinnerungen. Sondern es sind vor allen Dingen auch Körperzustände. Und der Körper speichert dann zum Beispiel unterdrückte Wut, nicht gelebte Abgrenzung, zurückgehaltene Kraft oder auch Groll, das Gefühl von Ohnmacht und so weiter. Und viele von uns denken dann, ich muss das endlich loslassen. Aber unser Körper hält nicht fest, um dich zu quälen. Und das ist auch super wichtig, das wirklich zu uns zu nehmen. Dein Körper hält die Dinge nicht fest, um dich zu quälen. Er hält fest, weil etwas in dir gehört und gefühlt werden will und vor allen Dingen aus Druck finden möchte. Zum Beispiel vielleicht eine Grenze, die damals nicht gesetzt werden konnte oder vielleicht eine Wut, die einfach kein Raum hatte. Vielleicht ein Nein, das nie ausgesprochen worden ist. Und so lange diese Energie im Körper keinen Ausdruck findet, bleibt das System in einer Art inneren Alarmzustand oder Alarmbereitschaft. Also, dein Körper hält fest, solange etwas in dir noch nicht gehört wurde. Wut, Klarheit und gesunde Grenzen gehören zu echter Vergebung unbedingt dazu. Und zwar nicht nur mal eben kurz so, um dann irgendwie möglichst schnell doch wieder ins Vergeben zu kommen, sondern genau so lange, bis es sich tief in deinen Knochen wirklich stimmig anfühlt. Ein wichtiger Punkt, der ganz oft übersehen wird, echte Vergebung hat sehr viel mit gesunden Grenzen zu tun. Viele Menschen glauben, Vergeben zu müssen, bedeutet, nachgiebig zu sein, Verständnis voll zu sein, endlich wieder offen zu sein und so weiter. Aber wenn eine Verletzung passiert ist, dein braucht dein inneres System zuerst etwas ganz anderes. Nämlich Klarheit, innerer Aufrichtung und gesunde Grenzen. Das Ding ist, wenn dein Körper spürt, dass du heute für dich einstehen kannst, dann genau entsteht Sicherheit in dir. Und daher meine Einladung an dich erlaubet dir, ich darf wütend sein. Ich darf benennen, was nicht in Ordnung war. Ich darf Grenzen setzen. Und diese Schritte bitte nicht nur einfach denken, sondern nimm deinen körperlichen Ausdruck dazu, das heißt, bewegt dich zum Beispiel wütend durch den Raum. Benenne laut Mitstimme, also spricht das aus, was nicht okay war oder wo du eine Grenze möchtest. Atmetiv, während du zum Beispiel grimmig guckst. Und vielen fällt das einfacher, wenn sie erst mal einfach einen Raum haben, wo sie ungestört sind. Das heißt, nimm dir wirklich einen Raum, wo du ungestört bist. Und gibt der Erlebten Gewalt, der Ungerechtigkeit oder was immer du glaubst, verzeihen zu müssen. Vorweg wirklich oft immer wieder, stimmlichen und körperlichen Ausdruck. Und wenn du das eine Zeit lang machst, dann wirst du nach und nach merken, wie sich allmählich etwas in deinem Körper verändert. So also die Energie, die vorher nämlich festgehalten wurde, die beginnt sich zu lösen. Vergebung ohne gesunde Grenzen ist oft einfach eine Form von selbst verrat. Wenn wir aber ehrlich zu uns sind und Ungerechtigkeit benennen, eingerissende Grenzen oder überschrittende Grenzen reparieren, der Wut unmacht oder Angst wirklich ausdruck geben, dann beginnt der Körper sich zu entspannen. Das heißt, dein Atem wird freier, der Blick und auch der Brustraum wird weiter. Und ja, vielleicht merkst du plötzlich, das Geschehende ist dann zwar noch Teil deiner Geschichte, aber es bestimmt eben nicht mehr dein Inneren Zustand. Das bedeutet nicht, dass du alles gut finden musst. Was passiert ist, überhaupt nicht, okay? Und es bedeutet auch nicht, dass du wieder näher herstellen musst, wenn du das nicht möchtest. Macht das bitte nicht. Vergebung heißt nämlich nicht, einfach Versöhnung. Vergebung heißt auch nicht, dass du den Kontakt wieder aufnehmen musst. Manchmal zeigt sich echte Vergebung sogar dadurch, dass du klare Grenzen setzt, dass du sagst, bis hierhin und nicht weiter. Ganz wichtig. Frieden heißt nicht. Es war gut. Frieden heißt. Es hält mich nicht mehr. Es hält mich nicht mehr zurück. Es fesselt mich in der Licht nicht mehr. Es bindet mich nicht mehr. Lasst uns mal eintauchen in vielleicht ein mögliches Zukunftsbild, wie du damit konstruktiv umgehen kannst und, ja, was du dabei auch empfinden kannst. Wenn du magst, stell dir einfach mal einen Moment lang vor, indem du eine alte Geschichte denkst, in der dir etwas ungerecht ist oder gewaltvolles passiert ist. Und früher hat sie vielleicht sofort etwas in dir ausgelöst, wie zum Beispiel eine. Enge, die du gespürt hast, vielleicht eine Wut oder eine Schwere oder ähnliches. Und wenn du dem folgst, was ich vorhin berichtet habe, dann wirst du im Moment,
Lauf der Zeit merken, der Gedank an das Erlebte ist zwar noch da, aber ein Körper reagiert nicht mehr so intensiv darauf. Das heißt, du kannst an diese Situation denken, ohne zum Beispiel innerlich zu erstaren. Und deine Energie fließt wieder frei in dir, das heißt, du bist innerlich einfach wesentlich klarer. Du fühlst dich vielleicht ein Stück aufgerichtet und gleichzeitig ganz bei dir, beziehungsweise mit dir verbunden. Also nicht wie so ein Liebesamtketzchen, oder so, ja, aber auch nicht wie ein Eisblock, sondern eher so eine Form, also nichts fixiert, das will ich damit sagen, sondern eher frei, eher so wirklich mit dir verbunden und vor allen Dingen auch lebendig. Vergebung ist, ich habe das vorhin schon mal gesagt, alles andere als ein moralischer Auftrag. Vergebung ist ein völlig natürlicher und organisischer Prozess, der von selber entsteht, wenn dann Körper wieder Sicherheit spürt. Also, ne, wir denken immer, wir müssen das inizierern, wir müssen was machen, nein, musst du nicht. Also das einzige, wozu ich dich einlade, ist das, was ich berichtet habe. Deinem, deinen Empfinden und deine Wahrheit wirklich, körperlichen, stimmlichen Ausdruck zu geben. Aber ansonsten ist Vergebung nichts, was du künstlich erzeugen musst, sondern sie ist ein völlig natürlicher und organischer Prozess, der von selber entsteht, wenn dein Körper wieder Sicherheit spürt. Wenn du deine Wut integriest, wenn du gesunde Grenzen setzen kannst und wenn du aufhörst, etwas festzuhalten, indem du vermeintlich anständig bist und brav etwas vergiebst, dass dich die Faktor innerlich windet. Und ja, dieser Prozess ist dann tatsächlich eine Form von radikaler Ehrlichkeit mit dir selber. Wenn dich das Thema gesunde Grenzen setzen, anspricht, dann tragt dich gerne unverbindlich auf unsere Warteliste zum Kurs, gesunde Grenzen setzen ein, denn wir starten in Kürze wieder mit diesem spannenden Thema in eine neue Runde. Hab ganz viel Freude mit deinem Ausdruck und hab eine lebendige Zeit. [Musik] [Musik] [Musik] [Musik]
Podcast Summary
Key Points:
Viele Menschen verwechseln Vergebung mit Anpassung und Selbstverleugnung, was oft zu unterdrückten Gefühlen führt.
Echte Vergebung ist kein moralischer Akt, sondern ein körperlicher Prozess – der Körper vergisst nichts und hält fest, bis etwas gehört und gefühlt wird.
Unterdrückte Wut, nicht gesetzte Grenzen und unausgesprochene Wahrheiten binden uns an vergangenes Unrecht.
Vergebung braucht gesunde Grenzen, Klarheit und den körperlichen Ausdruck von Emotionen wie Wut oder Trauer.
Frieden bedeutet nicht, dass alles gut ist, sondern dass das Erlebte einen nicht mehr innerlich fesselt.
Vergebung entsteht von selbst, wenn der Körper wieder Sicherheit spürt – sie muss nicht erzwungen werden.
Summary:
Viele Menschen glauben, sie müssten vergeben, um Frieden zu finden, doch oft verwechseln sie Vergebung mit Anpassung und Selbstverleugnung. Echte Vergebung ist kein moralischer Auftrag, sondern ein körperlicher Prozess. Der Körper vergisst nichts – unterdrückte Wut, nicht gesetzte Grenzen oder unausgesprochene Wahrheiten bleiben als Spannung in Brust, Bauch oder Schultern gespeichert.
Solange diese Energie keinen Ausdruck findet, bleibt das System in Alarmbereitschaft und bindet uns an vergangenes Unrecht. Statt Vergebung zu erzwingen, lädt der Sprecher dazu ein, Gefühlen wie Wut oder Ohnmacht körperlich und stimmlich Raum zu geben – etwa durch wütende Bewegungen oder lautes Aussprechen von Grenzen. Erst wenn der Körper Sicherheit spürt und gelernt hat, für sich einzustehen, kann sich die innere Enge lösen.
Vergebung ohne gesunde Grenzen ist oft Selbstverrat. Frieden bedeutet nicht, dass alles gut war, sondern dass das Erlebte einen nicht mehr fesselt. Der Prozess ist radikale Ehrlichkeit mit sich selbst und führt zu mehr Lebendigkeit und innerer Klarheit.
FAQs
Viele verwechseln Vergebung mit Anpassung und Selbstverleugnung, indem sie sich sagen, sie sollten loslassen oder nicht mehr wütend sein, obwohl der Körper noch Anspannung zeigt.
Der Körper hält nicht fest, um dich zu quälen, sondern weil etwas gehört und gefühlt werden will, wie unterdrückte Wut oder eine Grenze, die nicht gesetzt werden konnte.
Echte Vergebung erfordert zuerst Klarheit und gesunde Grenzen. Wenn dein Körper spürt, dass du für dich einstehen kannst, entsteht Sicherheit, die Vergebung ermöglicht.
Vergebung ist ein körperlicher Prozess. Durch Ausdrücke wie wütende Bewegungen oder lautes Benennen von Ungerechtigkeit kann sich die gespeicherte Energie lösen.
Nein, Vergebung bedeutet nicht, dass du den Kontakt wieder aufnehmen oder alles gut finden musst. Manchmal zeigt sie sich durch klare Grenzen wie 'bis hierhin und nicht weiter'.
Echte Vergebung zeigt sich, wenn du an das Erlebte denken kannst, ohne dass dein Körper intensiv reagiert – deine Energie fließt frei, und du fühlst dich klarer und mit dir verbunden.
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