Go back

Über Gefühle reden lernen: So öffnet ihr euch emotional füreinander! #302

0m 0s

Über Gefühle reden lernen: So öffnet ihr euch emotional füreinander! #302

Um in der Beziehung tiefgehende, offene Gespräche zu führen, ist es entscheidend, den richtigen Rahmen und die richtige Zeit zu wählen. Regelmäßige Rituale wie morgendliche Telefonate oder gemeinsame Abende schaffen Raum für Reflexion und Verbindung. Der Erfolg hängt stark von der persönlichen Bereitschaft ab – wenn man Energie, Ruhe und emotionale Fähigkeiten hat, sind tiefere Themen leichter zu behandeln. Menschen verändern sich im Laufe der Zeit, und es ist normal, dass sich Gefühle wie Wut erst später entfalten. Diese Entwicklung kann durch frühe Erlebnisse beeinflusst sein, etwa durch eine familiäre Vermeidung von Wut. Die sieben Ebenen der Veränderung – von Umgebung bis zu emotionalen Prägungen – bieten eine strukturierte Methode, um die Wurzeln von Kommunikationsproblemen zu erkunden. Besonders tiefgreifende Verletzungen aus der Kindheit können Angst und Abwehr auslösen, die das Vertrauen in emotionale Nähe hemmen. Dazu werden Notizbücher, körperliche Ausdrucksformen wie „Wettkampf“ und die Anerkennung unterschiedlicher Bedürfnisse genutzt. Wichtig ist, dass man nicht versucht, Probleme sofort zu lösen, sondern sich zunächst in Ruhe mit den eigenen Gefühlen auseinandersetzt. Nur so kann eine dauerhafte Verbundenheit entstehen, die auf gegenseitigem Verständnis und gegenseitigem Wachstum beruht.

Transcription

6689 Words, 40023 Characters

German
Wie machen wir selbst das, dass wir in einem offenen Rahmen für tiefgehende Gespräche in unserer Beziehung befinden? Wir sind ja schon jetzt 17 Jahre zusammen, da ist die Gefahr auch groß zu denken, ich weiß ja, was du denkst und fühlst. Ich habe ja die Entdeckung darüber, wer ich bin, wie ich fühle, wie ich handle, habe ich ja auch nicht irgendwie mit 20 abgeschlossen, sondern ich entdecke ja auch an mir selber auch immer wieder neue Seiten, neue Bedürfnisse, Erkenntnisse. Ich lese Bücher und merke, krass, das spiegelt was in mir wieder, das löst was aus. Also das heißt, man ist ja auch als Person immer in Nuancen im Wandel und entdeckt ja auch neue Facetten an sich oder kann andere Dinge besser benennen, die einem vorher nicht so bewusst waren. Und das ist ja so ein bisschen auch der Grund für viele Trennungen, so dieses, wir haben uns distanziert, jeder geht einen unterschiedlichen Lebensweg und so weiter, was ja erstmal so oberflächlich politisch korrekt sich anhört. Aber was halt genau das auch ist. Es zeigt, dass Menschen sich im Gefühl verloren haben auf ihrem Lebensweg. In der letzten Folge haben wir darüber gesprochen, warum viele Menschen Schwierigkeiten haben, ihre Gefühle auszudrücken und welche Ursachen dahinter stecken können. Wir haben über kurzzeitige Lösungen gesprochen, die temporär helfen können und heute wollen wir noch mehr in die Tiefe gehen. In dieser Folge. Lernt ihr, wie ihr den Zugang zu euren Gefühlen herstellen könnt, um offene und ehrliche Gespräche in der Beziehung zu fördern. Du bist im Podcast der Lebensidealisten gelandet. Mein Name ist Florian. Ich bin Ina. Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise hinein in eine glückliche und harmonische Beziehung. Ja, wir können gleich direkt da einsteigen. War auch eine Frage letztens in dem Erstgespräch, bezogen auf eine alte Podcast-Folge von uns. Wie machen wir selbst das, dass wir in einen offenen Rahmen für tiefgehende Gespräche in unserer Beziehung befinden? Also Hintergrund ist, dass wir sagen ja, dass wir die Reflexionsgespräche wöchentlich einführen und in der Podcast-Folge haben wir gesagt, das machen wir auch. Und da war die Frage, ob das so ist, ob wir das genau so selber durchführen, wie wir quasi das auch bei den Paaren einführen. Ja, ich glaube, das ist natürlich so ein bisschen die Unterscheidung auch, ob man jetzt akut in der Krise ist oder nicht in der Krise ist. Also. Und bei Paaren, die akut in der Krise sind, ist es natürlich essentiell wichtig, das wirklich auch immer zu machen. Wir, würde ich sagen, machen es auch. Also das Organisationsgespräch führen wir eigentlich jede Woche. Manchmal ein bisschen gestückelt, also Teil 1, Teil 2, dass wir immer sonntags eine Runde machen und mittwochs abends. Ja. Weil das ist immer so auch unser Plan vom Einkaufen und unsere Woche teilt sich dann nochmal so ein bisschen in einen anderen Rhythmus von Montag bis Mittwoch und von Donnerstag bis Sonntag. Und ich würde sagen, wir haben die Reflexionsgespräche ein bisschen anders, also dass wir schon unseren Abende so haben, wo wir sprechen, aber eher nochmal so ein Reflexionsgespräch intensiv haben. Also wirklich deutlich, deutlich länger so in einem Rhythmus. Jetzt muss ich mal überlegen, was schätzt du so alle drei bis sechs Wochen, wenn wir so ein Abend mal momentan, also das ist jetzt unser momentaner Rhythmus, ein Abend oder einen Tag zusammen haben, wo wir ein Baby starten. Ich wollte gerade sagen, ich hatte jetzt an alle drei, vier Monate gedacht, wo wir dann tatsächlich auch nochmal richtig tief reingehen, wenn unser Sohn mal einen Tag unterwegs ist. Ja, das ist momentan, aber würde ich sagen, schon alle eher drei bis sechs Wochen, nicht alle drei bis vier Monate. Aber nicht, dass wir da so richtig tief ins Gespräch gehen, würde ich sagen. Das hängt halt immer so ein bisschen darauf an, was man hat. Wenn wir jetzt natürlich ein Babysitter haben, wir gehen abends auf ein Konzert, dann ist es was anderes. Deswegen. Ja, genau, so meinst du das, ja. Aber wenn wir jetzt mal so einen Tag haben, wie jetzt zum Beispiel nächste Woche. Ja, Samstag. Wo wir so einen ganzen Tag zusammen haben und wo wir auf jeden Fall an diesem Tag auch Phasen haben, wo wir nichts vorhaben, klingt so doof, aber wo wir irgendwie spazieren gehen oder irgendwo sitzen und etwas trinken, dann sind das unsere Phasen, wo wir auf jeden Fall in der Tiefe eigentlich immer einsteigen und uns halten. Und die Gespräche innerhalb der Woche abends sind natürlich komprimierter. Und der Vorteil ist natürlich, wenn man ein recht stabiles Fundament miteinander hat, dass man diese Gespräche eben auch überall sozusagen führen kann. Wir können auch irgendwo in einem Café sitzen, gucken aufs Wasser und können dann über einige Themen direkt sprechen, weil kaum Gefahr da ist, dass irgendein Thema hochkommt, was besonders negativ emotional ist. Und wo man sagt, oh, da haben wir jetzt gerade Menschen um uns herum, das würde nicht gehen. Das ist natürlich wie mit allen Dingen, sobald man merken würde, dass das so nicht funktioniert und man nicht zwischendurch die Themen gut geklärt bekommt, dann würde man das natürlich auch einführen. Ja, genauso wie so ein Tipp ja auch immer ist, Dinge aufzuschreiben. In seinem Journal-Signaltagebuch mache ich auch alles und du auch, aber eher phasenweise. Also immer dann, wenn man so merkt, da läuft wieder was, was nicht so stimmig ist. Okay, dann jetzt ein bisschen mehr aufschreiben, sich sortieren, reflektieren, gucken, wie man es wieder verändern kann, dass wieder Stimmigkeit kommt. Und wenn man so merkt, oh, ist wieder alles so im Flow, im Fluss passt alles, dann kann man das auch wieder ein bisschen verlassen. Aber das hängt immer davon ab, eben wie stabil ist das Fundament miteinander. Vielleicht nochmal bei uns unser Aspekt ist, wir haben so kleine Rituale innerhalb der Woche. Wie zum Beispiel, dass wir immer morgens, außer einer von uns hat jetzt um 8 Uhr schon ein Coaching, was ja nicht immer so ist, aber sonst machen wir es immer so, dass wir morgens meistens um 20 nach 8 rum nochmal eine Viertelstunde telefonieren. Also ungestört telefonieren wir beide wirklich nur und da auch viele Sachen schon mal so klären, die jetzt irgendwie ganz kurzzeitig passiert sind, am Abend vorher, am Morgen und so weiter. Also nochmal so ein paar Sicherheitsmöglichkeiten. Sicherheitsböden einbauen, die das einfach auch nochmal ermöglichen auszusprechen, was man gerade fühlt und was so die Gedanken sind. Ja, was sehr gut auch funktioniert, es ist ein total gegenteiliges Thema, nämlich sich auch Rituale, Zeiten, Phasen rauszunehmen, wo man sich quasi wie verbietet miteinander zu sprechen. Also zum Beispiel, das nenne ich immer wieder gerade auch in Sprechstunden und Coachings und so weiter, unsere Morgenroutine vom Aufwachen bis hin unseren Sohn zu sprechen. Genau, also gar nicht, sondern wirklich einfach das durchzuziehen, wenn was schlecht läuft, läuft was schlecht, dann versuchen wir möglichst, dass das in dem Moment wieder ein bisschen besser läuft oder wir damit leben und dann das im Nachgang zu besprechen, wenn wieder Rahmen und Bereitschaft passend sind. Weil ganz häufig merkt man, wenn man drinsteckt, ist nicht der richtige Moment, das kann man lieber später reflektieren, mit Ruhe und dann gute Lösungen finden und sagen, hey, folgender Aspekt ist heute Morgen nicht so gut gelaufen, fassest du das auch, was wollen wir vielleicht da? Aber man muss daraus lernen, was wir morgen anders machen. Es ist viel besser, als in dem Moment zu versuchen, irgendwas anzugehen und zu lösen. Und ich finde es halt auch sehr gut, dass wir das dann erstmal unter uns klären in unserem Telefonat, was meistens ja dann so 20 nach 8 oder so stattfindet. Also man hat dann jeder so mal so eine halbe Stunde gehabt, drei, vier Stunden gehabt, damit das sackt und dann kann man darüber erstmal, können wir beide erstmal drüber sprechen, ist ja die Frage, ob es ein Thema zwischen uns ist, was morgens schwierig war oder zwischen uns. Unserem Kind und uns oder wie auch immer. Aber dass wir beide erstmal in Austausch gehen können und uns spiegeln können und sagen können, Mensch, du heute Morgen, ja, ja, musst du auch mal so und so sehen oder das und das hat gehakt, bevor wir so einen Mithörer haben, der unsere gesamten Gedanken und Emotionen abbekommt, sondern wir uns erstmal so ein bisschen auch runterholen können und stärken können für den Tag. Und dann auch entscheiden können, sprichst du das nachher an mit ihm oder soll ich nochmal heute Nachmittag ins Gespräch gehen, damit sich da nichts anstaut. Und ich finde es auch einfach schön. Das Gefühl von Verbindung nochmal mehrfach am Tag zu haben. Natürlich sind das vielleicht so Tür und Angel Gespräche, aber es kommt ja darauf an, wie die aufgebaut sind. Also wenn wir zum Beispiel telefonieren, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir unterbrochen werden, relativ gering morgens. Das heißt, es fühlt sich schon gar nicht mehr nach so einem kurzen Gespräch an. Da ist auch eine gewisse Ruhe bei uns beiden dabei. Klar können wir uns jetzt nicht sehen, aber das ist schon mal was Besonderes. Und abends einfach auch so dieses Gefühl zu haben, man kann auch einmal in Verbindung gehen, wenn Ruhe eingekehrt ist. Ja, und wenn wir dann eine Betreuung für unseren Sohn haben, dann nutzen wir auch selber sehr gerne das, was wir auch als Tipp mitgeben. Wir laufen ja auch sehr gerne durch die Wälder oder am See entlang und dabei kann man sich eben auch wunderbar unterhalten, kommt in tiefe Gespräche hinein. Die Natur wirkt beruhigend, man kommt mehr zu sich, kann dann über tiefere Themen einfach sich miteinander gut austauschen, weil es ein sehr schöner Rahmen ist. Aufschreiben, haben wir eben schon kurz gesagt, dass man eben dann wirklich auch sich reflektiert, Dinge aufschreibt. Ich habe zwei Notizbücher, eins für Unstimmigkeiten, Unzufriedenheiten, Strategien und Co. im Beruflichen, eins für alles, was so privat ist, damit man das auch ein bisschen voneinander trennt und auch das Berufliche reflektiert, weil beides ist ja wichtig. Also man kann das durch Notizbücher sozusagen trennen und durch manche andere Dinge, aber im Gefühl bin ich ein Mensch. Also ich bin ein Mensch, ich bin ein Mensch, ich bin ein Mensch, ich bin ein Mensch. Gefühl zumindest, weil wenn ich bei der Arbeit unzufrieden und gestresst bin, ist auch privat meine Zündschnur kürzer und andersrum, das bedingt sich immer, ich kann Stress und Frust nicht gesichert bei der Arbeit lassen, das kann ich im Kopf probieren und ein bisschen geht es auch, aber wenn man mal ehrlich zu sich selbst ist, wenn ich jetzt nach Hause komme und hatte einen richtig guten Arbeitstag, habe richtig tolle Gespräche geführt, habe denen richtig gut geholfen und komme mit richtig guter Laune nach Hause, dann habe ich doch eine viel längere Zündschnur, wenn mal irgendwas Unstimmiges läuft, als wenn ich schon ganz viel Stress und Ärger mitbringe und da schon halbwegs alles schief gelaufen ist, dann können wir uns doch innerlich gar nicht dagegen wehren, dass dann ein, oh nicht das hier auch noch jetzt, ich wollte zumindest, jetzt wollte ich hier zumindest mal meine Ruhe finden, mein Arbeitstag war schon so scheiße, also das können wir nicht abgrenzen, deswegen, das sind gute Möglichkeiten, in die Tiefgründigkeit zu kommen, dieses Aufschreiben auch, dass man sich selber reflektiert, und da immer wieder ganz wichtig, handschriftlich aufschreiben, das sorgt nochmal dafür, dass mehr Kreativität im Gehirn freigesetzt wird, durch dieses Handschriftliche, das hat mehr Wert, wenn es aufgeschrieben ist, als wenn es in den Computer getippt ist, und aufschreiben, sich sortieren, drin rummalen und so weiter, das hilft total gut. Wenn ihr merkt, dass ihr eher so Podcasts und Bücher und Co. konsumiert, aber nicht so richtig ins Handeln kommt, dann meldet euch sehr gerne bei uns für ein telefonisches Erstgespräch, denn Wissen aufbauen alleine ist gut, aber ins Handeln kommen ist immer nochmal was anderes, das ist wie beim Sport, man kann sich natürlich online ganz viel über Übungen, Trainings und Co. an Wissen aneignen, aber der Effekt entsteht erst dann, wenn man es auch macht, und wenn man da Schwierigkeiten hat, ins Tun zu kommen, dann kann man sich einen Trainingsfreund suchen, oder einen Trainingskurs, wo man einen festen Termin hat, einen Personal Trainer, das, was einem hilft, und so ist das hier auch, wenn ihr merkt, ihr eignet euch ganz viel Wissen an, aber es ist gar nicht so einfach, das in den Alltag zu transportieren, oder ihr habt auch schon manche Hürden aufgebaut, aufgrund zu vieler Verletzungen, die ihr mit euch rumschleppt aus der Vergangenheit, dann lasst uns gerne darüber sprechen, wie wir euch auf dem Weg optimal unterstützen können, euch da zur Seite stehen. Und ich finde immer bei allen Gesprächen, die man in einer Partnerschaft führt, und wenn man auch auf die Qualität achtet, also wann fühlt man sich besonders verbunden mit der anderen Person, wann kann man besonders gut über Gefühle reden, dann darf man auch immer auf die persönlichen Lebensabschnitte so ein bisschen schauen. Also, welche Herausforderungen habe ich gerade im Leben, die das einfach schwer machen, also rein organisatorisch. Wenn ich kleinere Kinder habe, ist es schwieriger, so Momente vielleicht zu finden, weil dann ist es, ja, werde ich häufiger unterbrochen, oder habe immer ein Kind auf dem Arm, oder einfach so ein ganz anderes Leben noch, dann ist es vielleicht auch schwieriger, die Tiefe zu finden durch Unterbrechung, da kennen alle Eltern wahrscheinlich auch, es ist immer schwierig, wenn man gerade so einen Gedanken hat, und Kindern, ne, ist es einfach auch egal, ich meine, die wissen ja auch nicht, was man spricht, die kommen reingeplatzt und das Bedürfnis ist dann super wichtig in dem Moment, und dann ist man erstmal raus aus der Tiefe, vielleicht aus, da hat der Gedanke erstmal wieder verloren, muss wieder neu ansetzen, und dann ist das auch schwierig, da finde ich, das zu halten. Und das immer so zu sehen, wo stehen wir gerade im Leben, und was wird gerade gebraucht? Es gibt ja immer, finde ich, Phasen, da braucht man das ganz intensiv, gerade wenn man noch andere herausfordert, wie vielleicht auch gar nicht die Beziehung betreffen, ne, ich hatte gerade letzte Woche auch ein Paar, wo es auch darum ging, dass er gerade beruflich sehr viele Entscheidungen treffen muss, und auch mit ihr einfach sehr gerne im Austausch ist über berufliche Dinge, und dann rückt der Fokus in so einem Gespräch natürlich auch mal schnell auf das Berufliche, ne, dass man dann eher da Sachen bei der Arbeit reflektiert zusammen, sagt, Mensch, hast du daran gedacht und daran gedacht, und dann verlässt man automatisch durch diese Außenbelastung schnell die Gefühlsebene, und geht eher in so einen, für eine Fokussebene, Fokussebene, organisatorische Ebene, und das ist auch eine Zeit lang okay, weil das kann auch ein Punkt der Verbundenheit sein, aber diese Gleichzeitigkeit dann auszuhalten, zu sagen, wir sind beide bemüht, wir beide möchten gerne diese Verbundenheit haben, aber gerade in unserer Lebensphase müssen wir halt schauen, wie wir das umsetzen können, ne, manche haben kein Netzwerk, da ist es auch noch schwieriger. Man kann dann versuchen, nochmal einen Schritt zurückzutreten, und quasi ein Gespräch darüber führen, warum einem diese tiefkundigen Gespräche schwerfallen, und was man tun, lernen, verändern kann, damit die vielleicht leichter werden. Und da gibt es ja auch wieder verschiedene Bestandteile, die das erschweren. Das erste könnte der Rahmen sein, dass der Rahmen nicht passt, ne, wie du schon hast, Kinder in der Nähe und wach, also lieber schauen, dass man es abends macht, dann wäre man bei Bereitschaft, Energie raus, das wäre zweiter Punkt gleich, dann gibt es andere Dinge, also Rahmen, im Rahmen, die dann vielleicht nicht passend sein können, die auch häufig eben, wenn wenn, die Kinder noch wach sind, wenn man, oder auch wenn man Verletzungen hat, ne, und das passiert zum Beispiel beim Grillen mit Freunden, ist das nicht der richtige Rahmen, darüber zu sprechen, und so weiter. Das zweite ist die Bereitschaft, also habe ich innerlich ausreichend Energie, sind meine Grundbedürfnisse erfüllt, ich habe nicht krassen Hunger, ich muss nicht dringend auf Toilette, ich bin nicht völlig gestresst vom Tag, ich habe ausreichend Energie zur Verfügung, also habe ich so die Bereitschaft, und habe auch das Gefühl, ja, lass uns das Thema angehen, ich bin da offen für, wenn da die Bereitschaft nicht da ist, das ist auch häufig ein Punkt, warum dann Druck entsteht, man möglichst schnell daraus will, man, obwohl es unstimmig ist, trotzdem Dingen zustimmt, Hauptsache das Gespräch endet schnell, und so weiter, also, wenn die Bereitschaft nicht da ist, ist die Wahrscheinlichkeit für Konstruktivität, für Tiefgang eher gemindert, was macht man, wenn die Bereitschaft nicht da ist? Man macht sich einen Termin. Genau, weil man muss ja ganz ehrlich sein, wenn wir jetzt mal scharf und schauen, wir sind komplett andere Menschen, was unsere Regulation des Nervensystems angeht. Wenn wir beide aufeinander abends treffen, also je nachdem, je nach Uhrzeit natürlich, wenn wir jetzt einen perfekten Abend haben, es ist ruhig, alle, die schlafen sollen schlafen und so weiter, dann ist es ja was anderes, wenn du auf die Uhr guckst und denkst, so 20 Uhr, jo, da bin ich noch fit, ne? Aber es ist ja eher selten so, und trotzdem hat ja jeder von uns eine andere Regulation abends, und ich finde so, mein Gefühl ist, wenn wir abends aufeinander treffen, auch teilweise unterschiedlich jetzt von der Uhrzeit, ja, aber wir haben eine ganz andere Energie. Also du bist eher der Mensch, der abends sich gerne durch sich selbst reguliert, am gewissen Punkt, wo der soziale Tank, wie du sagst, immer ist dann schon voll, und ich könnte eigentlich abends so, also wenn mich jemand, glaube ich, um 20, 30 anruft und ich bin jetzt nicht den Tag total müde, ich könnte immer noch was trinken gehen. Ich kann immer noch in Austausch gehen, ich bin da eigentlich immer noch recht kommunikativ unterwegs, aber es ist für uns beide, glaube ich, nicht der Moment, wo wir in tiefe Gespräche also zwei, drei, vier Mal die Woche eindringen würden, sondern das ist eher so, wir können natürlich sprechen, so ein bisschen oberflächlich und wie war der Tag und so weiter, das geht ja immer, aber wo wir jetzt so richtig tiefe Themen aufmachen, das ist nicht der Moment von uns beiden jedenfalls. Das kommt drauf an, wie natürlich der Tag inhaltlich war, wie du schon sagst, wie viel ich schon von meinen Worten des Tages verbraucht habe, weil da kommt eben hinzu, wie man sich reguliert, wie man auch regeneriert, und deswegen habe ich ja auch nicht so viele Paare, die ich betreue, dass ich nicht zu viel Kommunikation am Tag habe, dass noch was übrig bleibt für den Abend, und da sieht man wieder diese Verbindung aus Arbeitstag, Work-Life-Balance und Leben, wenn ich jetzt weiß von mir, dass ich introvertiert regeneriere, das heißt Gespräche mit Menschen, die entladen meinen Akku, selbst wenn sie Spaß machen, dann entladen sie trotzdem meinen Akku und füllen ihn nicht auf, das ist bei dir andersrum. Dir machen sie Spaß und sie laden deinen Akku auf. Bei mir entladen sie den Akku, das heißt, wenn ich das von mir weiß, macht es Sinn, dass ich mein berufliches Setting versuche so zu gestalten oder zu wählen, ich kann natürlich als Selbstständiger besser gestalten, aber auch wenn ich angestellt bin, auch gucke, dass ich dort möglichst ein Setting finde und wähle, was mir Spielräume für den Abend übrig lässt. Wenn ich hier den ganzen Tag Gespräche führe und jeden Abend dadurch leer nach Hause komme und keine Worte mehr übrig habe, das wird nicht gut werden, gerade in der Kombination, dass du eben andersrum tickst, wenn du jetzt auch introvertiert regenerieren wirst, dann wären wir vielleicht ja beide im Abend leer und würden sagen, high five, wir reden nicht, geht uns beiden gut damit, aber auch dann hätten wir ja ein Problem, auch dann müssten wir irgendwie dafür sorgen, dass wir trotzdem irgendwann miteinander sprechen können, zum Beispiel ist deswegen dieses 8.20 Uhr Gespräch, das ist für uns deswegen gut, weil da ist, da habe ich noch eine ganze Reihe von Worten, die ich nutzen kann. Das ist die erste in der Reihe und dann passt das, das ist gut, das muss man von sich wissen, dass man für sich selber auf sich selber schauen, auf sich selber achten, und eben auch gucken, was kann ich für mich tun, lernen, verändern, dass ich abends nach Hause komme und ich habe als introvertiert regenerierender Mensch noch Worte übrig, ich habe noch soziale Möglichkeiten übrig. Genau, weil das hat wiederum nichts damit zu tun, manchmal auch kann ich eigentlich überhaupt über Gefühle sprechen, sondern da sind wir ja bei dem Punkt der Bereitschaft, sondern es kann ja sein, dass du, oder du kannst ja gut über deine Gefühle sprechen, aber dass halt das nicht der richtige Zeitpunkt ist. Und dann kann bei mir ja sonst schnell auch die Brille entstehen, dass wir nicht in die Tiefe kommen in dem Gespräch, dass du über deine Gefühle nicht sprechen kannst, weil der Zeitpunkt einfach nicht der richtige ist. Weil die Bereitschaft nicht mehr da ist, weil schon was verbraucht ist. Gleiches gilt auch mit Entscheidungen und Willenskraft, das ist auch endlich bei den meisten Menschen. Also wenn ich tagsüber diverse Entscheidungen getroffen habe, viele kennen das vielleicht, wenn man selbst oder Partner ist, Führungskraft, Unternehmer, selbstständiger Manager und man hat tagsüber super viel entschieden, dann kommt man nach Hause und der andere fragt, Mensch, wir wollen ja ins Restaurant, wo möchtest du hin? Und das ist mir völlig egal. entscheide, ich mache alles mit. Für den Tag ist einfach der Entscheidungsraum verbraucht. Es gibt keine Entscheidung mehr, die zu treffen sind, das ist egal. Willenskraft genau das Gleiche. Wenn ich am Tag schon diverse Aufgaben im Job hatte, die Willenskraft fordern, bei mir wären das jetzt so Themen wie Belege raussuchen, die noch verloren gegangen sind für die Buchhaltung oder so. Solche Sachen, die echt Willenskraft erfordern. Und am Abend wäre noch irgendetwas, wo du dann sagst, Mensch, lass uns nochmal das und das raussuchen, wo ich so krass, das hat ich echt keine Willenskraft mehr für. Ich habe heute schon so viele Dinge gemacht im Job, wo ich kann mich dazu nicht mehr aufraffen. Dann ist auch die Willenskraft irgendwann verbraucht, auch da wieder den Tag bestenfalls zu versuchen, so zu gestalten, dass man natürlich Aufgaben hat, die Willenskraft braucht und es wird immer was dabei sein, was einem keinen Spaß macht und man trotzdem tun muss, aber davon möglichst nicht zu viel. Und so passt das dann mit der Bereitschaft. Also jetzt haben wir Rahmen und Bereitschaft quasi geklärt. Jetzt geht es natürlich vielleicht nochmal um andere Aspekte. Habe ich die Fähigkeiten? Genau. Also habe ich Zugang zu meinen Gefühlen? Kann ich die fühlen? Da gibt es manchmal schon einen Weg, der versperrt ist. Kann ich die verbalisieren? Habe ich den passenden Wortschatz dafür? Manchmal ist das nicht so da, wenn man das in der Kindheit nicht so hatte. Das können ja auch gesonderte Gefühle sein. Also ich habe zum Beispiel bei mir gemerkt, dass mir der Zugang zu meinen Gefühlen, zu Traurigkeit und Angst deutlich leichter fällt. Als zum Beispiel zum Thema Wut. Und Wut ist einfach auch ein Thema, was im Elternsein sehr präsent mal ist. Und dass ich das am Anfang gemerkt habe, als unser Sohn ganz klein war, das Wut zu begleiten, das war für mich echt eine Aufgabe, weil das ein Gefühl war, zu dem ich wenig Zugang zu mir hatte. Also klar war ich auch mal wütend. Nicht, dass ich nicht wütend auf etwas war vorher, aber diese Wut zu begleiten oder auch das Gefühl, so wütend zu sein, weil das Kind irgendwas macht, das war nochmal ganz neu für mich. Das habe ich glaube ich erst so durch das Elternsein nochmal für mich entdeckt, diese Wut selber zu regulieren, runterzufahren, Techniken zu haben, damit ich meine Wut in den Griff bekomme, um die andere Wut zu regulieren. Genau. Und das ist glaube ich etwas, was man dann auch, was ich auch schwer mit dir im Gespräch hätte besprechen können, meine Wut, was jetzt viel besser geht, wenn mich etwas wütend macht, weil ich jetzt eher einen Zugang dazu habe. Und ich glaube, das haben ganz viele Menschen, dass sie nicht immer komplett keinen Zugang zu ihren Gefühlen haben, aber manche Gefühle einfach auch nicht so präsent sind, weil ja, ich glaube, vielleicht ist es auch so ein bisschen ein Ding von Frauen oder Mädchen in ihrer Entwicklung, dieses Wütendsein nicht auszuleben in der Kindheit und Jugend, sondern eher auch diese andere, das andere Spektrum von Traurigkeit, Angst, so etwas eher. Also es ist mir schon oft in Coachings aufgefallen, dass Wut auch eher ein anderes Gefühl ist. Ja, es ist ja auch eine Frage, wie deine Eltern damit umgegangen sind. Wenn jetzt die Eltern Wut auch immer wieder ja eigentlich verbieten und sagen, sei nicht so wütend, sei nicht laut, mach das nicht, mach dies nicht, sei nicht wütend, hör auf zu schreien und immer wieder sagen, Wut ist nicht in Ordnung, dann willst du natürlich als Erwachsener auch keine Wut mehr haben, weil die war ja nicht in Ordnung. Und wenn man weint, ist das schon eher in Ordnung. Das ist schon angenehmer zu begleiten, weil da kannst du trösten. Genau. Das fühlt sich ein bisschen verbinden, da an, wenn jemand weint, weil Wut auch eher distanzierend ist. Also wenn Kinder auf einen wütend sind, dann wollen sie ja auch meist erstmal nicht umarmt werden, bis das Gefühl nachlässt und sich in Traurigkeit wandelt und dann geht wieder Nähe. Deswegen ist Traurigkeit da eher so ein bisschen angenehmer für die meisten in der Begleitung. Deswegen haben viele Eltern eben Traurigkeit eher zugelassen. Auch wenn wir da auch durchaus gehört haben, wein doch nicht, du musst doch nicht traurig sein. Bis du verheiratet bist, ist das wieder weg und so weiter. Also auch da kennen wir ja diese gut gemeinten Dinge, die aber durchaus immer dazu führen, dass man ein bisschen den Draht zu seinen Gefühlen verliert. Aber ich habe das glaube ich heute auch noch in Anteilen. Also gerade so, wenn man so einen wilden Jungen hat, als Kind, der sich auch reiben muss. Also da wird ja schon die Reibung gerade zu dir gesucht im Sinne auch von Körperlichkeit. Also dieses ja, ich kann das besser, schneller Kräfte messen, Arm drücken, Ding so. Also so dieses ich möchte mich spüren und möchte Papa auch nochmal gucken, wie weit ich gehen kann. Du kannst mir gegen das Bein drücken, das tut mir nicht weh und so. Also das ist zum Beispiel etwas, das merke ich. Das kann ich jetzt schon deutlich besser über die Jahre aushalten. Aber das finde ich immer noch anstrengend. Das sind immer noch so Momente von ja, was heißt Wettkampf nicht? Wie kann man das sagen? So dieses. Wie du es beschrieben hast, war schon gerade Wettkampf eher. Das steckt da ja schon drin. Also das habe ich einfach gar nicht in mir drin. So dieses kämpfen wollen und gucken wollen und wer kann das schneller. Also alles auch wirklich im spaßigen Rahmen. Wir haben jetzt gar nicht Wut ausgelöst von Emotionen. Aber das finde ich manchmal anstrengend, weil die Lautstärke dann ja auch hochfährt und weil ich denke so, oh nein. Das fängt ja meistens immer klein an. Dass dann einer vorbeigeht und dann boxen gegen Arm und Haar und Tier. Also das wird gesucht. Das braucht er ja auch. Ich denke, das ist was Hormonelles. Hat vielleicht sicherlich irgendwie mit dem Testosteron zu tun und sorgt einfach dafür, dass man da für dieses körperliche affiner ist, als dann manchmal fürs Sprechen. Oder einfach diese Reibung gebraucht wird. Oder sich einfach auch mal so die Energie, die im Körper so drin ist, sich entladen muss. Ich meine, wenn man da jetzt stundenlang in der Schule rumsitzt und die ganze Zeit kooperiert und in sich eigentlich Bewegungsdrang verspürt. Prechts hat mal gesagt, das Schulsystem ist nicht die artgerechte Haltung für Jungs oder für Kinder allgemein, aber ich glaube auch speziell für Jungs. Ja, das ist halt so. Sie sitzen da und eigentlich haben sie Bewegungsdrang und wollen machen und irgendwann muss ich das ja mal entladen. Und ich glaube, das tut dann sehr gut, wenn dann der Papa dafür offen ist und dann sagt, du, dann lass uns kämpfen. Ja, und das kontrolliert dann dieses Gefühl entladen. Und das ist überall gut. Ob das so ist, dass man auf den Fußballplatz geht und sagt, Mensch, ich bin im Tor und er schießt mal hart drauf. Ob wir auf dem Squash-Feld standen und wir sagen so, wir hauen jetzt mal die Bälle mal so stark wie wir können und du siehst richtig, wie sich da Energie entlädt und das raus muss. Und ich glaube, das ist was, was bei vielen Jungs, zumindest bei unserem Jungen, ganz stark gebraucht wird, was aber auch viele Paare bei uns berichten, dass die Jungs das brauchen, so dieses körperliche. Und das ist etwas, wo wir auch rausfinden mussten, unser Sohn ja auch sehr gut gelernt hat, dass das einfach anders zwischen den Eltern auch ist. Dass Dinge, die mit mir in Ordnung sind und wo auch für mich das entweder mir nicht so wehtut, aber für mich der Schmerz auch in Ordnung ist und für dich nicht, dass er das nicht bei dir macht. Gerade heute Morgen hatten wir es wieder, ne? Habe ich irgendwas zu ihm gesagt, was ihn getriggert hat? Momentan haben wir ja gerade so viel Fußball und so weiter. Wer spielt besser? Wer hat gewonnen? Und das ist ja so ein bisschen das Wettkampfding gerade. Und ich habe was gesagt, was ihn getriggert hat. Und dann haut er mir mit der Faust ordentlich auf den Arm. Das ist in Ordnung. Ist alles im Rahmen, was committed ist. Du wusstest ja auch, es kam für dich ja auch nicht überraschend. Nein, ich sehe schon, wie er auf dich zukommt, seinen Schwinger auspackt und so weiter. Das ist dann so. Aber das wäre bei dir nicht in Ordnung. Das macht er auch nicht. Das würde mir auch sehr wehtun. Aber das musst du ja auch lernen. Dass das unterschiedlich ist und dass er mit mir da anders umgehen kann und wir zwischen uns ein anderes Commitment haben als mit dir. Und dass das eben auch besonders ist, das macht er dann ja auch nur mit mir. Das macht er nicht mit anderen Kindern, mit anderen Menschen und so weiter. Das ist zwischen uns und da darf das sein. Das finde ich ganz spannend, weil da mussten wir beide zum Beispiel auch in der Tiefe mal drüber sprechen. Ich weiß, da gab es zwischen uns auch wirklich tiefe Gespräche, weil ich dir auch mein Gefühl dazu geäußert habe, wie sich das für mich anfühlt, wenn ihr das macht und was auch meine Bedenken sind, weil von außen auf mich betrachtet, also bei mir wird es wehtun. Also auch das Verständnis zu haben, okay, wenn du das heute Morgen sagst und du siehst das und ich meine, er hat ja auch schon ordentlich Kraft, aber für dich ist es in Ordnung. Es ist ja auch alles kontrolliert und so weiter, aber trotzdem auch, dass wir uns in dem Gefühl verbinden können, dass ich weiß, dass es bei dir kein ungutes Gefühl war, dass du aber auch weißt, wenn es mir zu viel wird und ich mag das nicht und ich auch weiß, was dein Hintergedanke ist. Also dafür brauchen wir auch viele tiefe Gespräche im Verständnis und da auch die Zeit der Entwicklung von uns beiden so ein bisschen uns dazu verbinden und das nicht komisch zu empfinden oder gegen uns zu sehen. Und das ist so ein bisschen über Gefühle sprechen. Das sind ja verschiedene Themenbereiche. Das ist jetzt Thema Kindererziehung, das ist auch in anderen Lebensbereichen, dass wir einfach ja auch unterschiedlich sind und unsere Gefühle unterschiedlich sind und dass wir nicht ins Interpretieren kommen. Das ist ja immer, finde ich, die Schwierigkeit, dass ich dein Gefühl interpretiere, du mein Gefühl interpretierst. Wir sind ja auch schon jetzt 17 Jahre zusammen. Da ist die Gefahr auch groß zu denken, ich weiß ja, was du denkst und fühlst. Weil du veränderst dich von Jahr zu Jahr, ich verändere mich und klar wissen wir vieles, aber ich bin trotzdem manchmal wirklich überrascht, wenn du etwas berichtest, was bei dir ein Gefühl gemacht hat. Gar nicht eine Verletzung, aber wie du über Sachen denkst manchmal auch oder was für ein Gefühl das gemacht hat. Dass ich mir manchmal denke, okay, in die Richtung hätte ich gedacht, aber diesen Anteil und so weiter hätte ich jetzt anders gedacht. Aber ich finde, das ist ja auch was, was man als ziemlich normal für sich sehen sollte, denn das geht einem selber mit sich selbst ja auch so. Das heißt, ich habe ja die Entdeckung darüber, wer ich bin, wie ich fühle, wie ich handle, habe ich ja auch nicht irgendwie mit 20 abgeschlossen, sondern ich entdecke ja auch an mir selber auch immer wieder neue Seiten, neue Bedürfnisse, Erkenntnisse. Ich lese Bücher und merke, krass, das spiegelt was in mir ein. wieder, das löst was aus. Man macht ein Seminar, irgendeine andere Weiterbildung, schaut Video und verändert sich. Also das heißt, man ist ja auch als Person immer in Nuancen im Wandel und entdeckt ja auch neue Facetten an sich oder kann andere Dinge besser benennen, die einem vorher nicht so bewusst waren und kann dann ja auch nochmal anders reflektiert darüber sprechen. So wie du sagst, dass bei dir durchs Mama-Werden das Gefühl von Wut auch irgendwann wieder mehr hervorkam, weil manchmal eben die Kinder Verhaltensweisen haben, wo man selber Wut aus der Kindheit getriggert bekommt, eigene Wut für sich entdeckt, lernt damit umzugehen, aber auch die Wut im Kind sieht, weil man da mal so eine Dreiviertelstunde Wutanfall hat und so weiter und man merkt, oh krass, wie viel Wut in Menschen stecken können, wenn sie sich hilflos fühlen, sich noch nicht verbal richtig ausdrücken können und da einfach nicht weiterkommen in ihrem Autonomiebedürfnis, was das machen kann. Da ist es, glaube ich, wichtig, dass man sich immer wieder versucht zu verbinden und das ist ja so ein bisschen auch der Grund für viele Trennungen, der so offiziell angegeben wird, so dieses wir haben uns distanziert, jeder geht unterschiedlichen Lebensweg und so weiter, was ja erstmal so oberflächlich politisch korrekt sich anhört, aber was halt genau das aufzeigt, dass Menschen sich im Gefühl verloren haben auf ihren Lebensweg, also dass sie sich, dass es zu wenig Gespräche in der Tiefe gab, weil sie den Weg dahin nicht gefunden haben. Wir haben ja auch schon gesagt, dass man sich vorhin über die Strategien auch gesprochen, dass sie nicht wussten, an welchem Punkt können sie sich am Tag gut erreichen, zu welchen Zeitpunkten, welche Rituale brauchen wir, welche Bereitschaft ist wichtig und immer wieder dran zu gehen, immer wieder zu arbeiten, hinterfragen, warum hast du das so gemacht, was fühlst du dabei? Ich glaube, das ist eigentlich so die Erkenntnis, die wichtig ist, dass man sich nicht verliert im Leben. Und wenn das nicht gut funktioniert, dann einen Schritt zurücktreten und versuch dann zumindest das Gespräch darüber führen zu können, warum das schwer ist, dass man darüber spricht. Und wenn man das jetzt mal so ganz systematisch durchgehen möchte, haben wir die sieben Ebenen der Veränderung, die man von oben nach unten durchgehen kann und schauen kann, ist auf dieser Ebene etwas. Gehen wir die mal kurz durch. Oberste Ebene ist die Umgebungsebene. Das ist das, was wir mit Rahmen eigentlich meinen. Passt der Rahmen. Es ist in der Umgebung, alles in Ordnung, können wir sprechen. Also sind wir zu Hause, haben wir Ruhe und so weiter vielleicht. Das zweite ist Verhalten. Also, wie verhalten wir uns? Also, haben wir die richtige Bereitschaft und sprechen wir wertschätzend? Sitzen wir uns gegenüber? Also, alles, was so das Verhalten betrifft, ist auf der Ebene. Darunter Fähigkeiten. Also, könnte es sein, dass uns bestimmte Fähigkeiten fehlen? Also, Zugang zu den Gefühlen, über Gefühle sprechen, wie wir uns ausdrücken, merken wir ein Gefühl, aber können das gar nicht richtig benennen und so weiter. Also, gibt es da ein Thema auf der Fähigkeitenebene? Jetzt kommen die Tiefen. Ich verliere die Ebenen, wo es schon spannender wird. Habe ich bestimmte Überzeugungen, Glaubenssätze, die das verhindern? Also, zum Beispiel aus einer vorherigen Beziehung mitgenommen und wo ich sage, Reden bringt nichts. Über Gefühle sprechen bringt nichts, das ändert nichts. Habe ich das in der aktuellen Beziehung als Glaubenssatz, als Brille entwickelt? Wir haben schon so viele Gespräche geführt, die führen zu nichts. Oder wir gehen immer schlecht aus Gesprächen raus. Identitätsebene. Ich bin, ich habe Sätze. Ich bin schlecht darin, über meine Gefühle zu sprechen. Wenn ich über meine Gefühle spreche, kann ich verletzt werden. Wenn ich über meine Gefühle spreche, dann xy, also was verbinde ich damit, über meine Gefühle zu sprechen? Wenn ich meine Gefühle zeige, bin ich schwach. Wenn ich als Mann weine, bin ich kein echter Mann. Also, was steckt da drin an limitierenden Glaubenssätzen über mich selbst auf Identitätsebene, die es mir schwer machen oder mir sogar verbieten, in meine Gefühlswelt reinzugehen und darüber zu sprechen? Dann die Sinnebene. Macht das Sinn, über Gefühle zu sprechen? Also, habe ich auf Sinnebene das Gefühl, wenn ich über. meine Gefühle spreche, kann ich eine erfüllendere Beziehung spüren? Oder habe ich das Gefühl, auf Sinnebene. Es macht keinen Sinn, über Gefühle zu sprechen. Das ändert nichts. Das gehört nicht in eine Beziehung hinein. Oder gibt es da irgendwas auf Sinnebene, was das verhindert? Oder sowas zum Beispiel, wenn ich ins Gespräch gehe, dann merke ich immer, ich bin nicht gut genug. Dann sind wir vielleicht schon in der letzten Ebene. Die Systemgesetz-Ebene. Wo wir emotionale Verletzungen und Prägungen aus der Vergangenheit mit uns tragen, die dafür sorgen, dass wir richtig Ängste vielleicht verspüren. Dass wir richtig verhindert sind, da reinzugehen, weil wir verletzt worden sind. Weil wir haben mal uns geöffnet, haben über das Gefühl gesprochen. Und dann sind wir dafür hart verurteilt worden. Ausgelacht worden. Wir haben als Kind irgendwas erlebt. Wir sind bestraft worden dafür von den Eltern, wenn wir einen Willen, ein Gefühl hatten oder sowas. Wir sind nur gelobt und geliebt worden, wenn wir Leistung gebracht haben, funktioniert haben, solche Sachen. Also gibt es dort richtig tiefe, vorgehende Prägungen und Verletzungen, die uns auch verhindern, auf den oberen Ebenen arbeiten zu können. Weil diese Ebenen, die bauen quasi von unten nach oben aufeinander auf. Und wenn ich dort so eine Angst habe, dann verhindert das häufig, dass ich neue Fähigkeiten erlerne. Weil das macht ja keinen Sinn. Weil ich werde es ja nicht anwenden können, weil ja die Angst dazwischensteht. Das heißt, dann kann es gebraucht werden, dass man dort erstmal in diese Themen tiefer eintaucht. Was wir dann typischerweise, wenn man da etwas tiefer liegendes feststellt, im Einzelcoaching macht. Ja, jetzt sind wir diese sieben Ebenen einmal durchgegangen, auf denen man schauen kann. Findet ihr bei uns auch sonst auf der Website, sieben Ebenen der Veränderung. Machen wir natürlich in Paartherapien und im Beziehungstraining richtig intensiv zu schauen, was wird gebraucht, welche Voraussetzungen, um das herzustellen. Das heißt, wenn ihr merkt, ihr möchtet diesen Weg gerne gehen und tiefgründige Gespräche führen, braucht dafür aber eine Begleitung zur Motivation als Sparringspartner, um das Wissen auf die Schnelle zu bekommen, weil in ein Coaching oder Paartherapie zu gehen, ist auch immer anteilig ein Vorsprung. Es geht schneller einfach alles, weil wir natürlich deutlich schneller sehen können, auf welcher Ebene liegt das vor, was können wir tun, damit das sich ändert, der Weg frei wird. Also nutzt das gerne, meldet euch bei uns fürs telefonische Erstgespräch und wir schauen gemeinsam, wie wir euch optimal begleiten können. Vielen Dank fürs Zuhören. Bis zum nächsten Mal. ARD Text im Auftrag von Funk

Podcast Summary

Key Points:

  1. Regelmäßige, tiefgehende Gespräche werden durch persönliche Rituale wie morgendliche Telefonate oder gemeinsame Abende gefördert.
  2. Der Rahmen und die Bereitschaft sind entscheidend für tiefgründige Kommunikation – insbesondere wenn man Energie, Ruhe und emotionale Fähigkeiten hat.
  3. Menschen verändern sich im Laufe des Lebens, weshalb es normal ist, sich auf neue Gefühle und Bedürfnisse einzulassen.
  4. Ein fehlender Zugang zu Gefühlen, insbesondere Wut, kann auf frühe Erlebnisse oder familiäre Prägungen zurückgehen.
  5. Die sieben Ebenen der Veränderung helfen, tiefere Ursachen für Kommunikationsprobleme systematisch zu erkunden.
  6. Emotionale Verletzungen aus der Kindheit können Angst und Abweisung verursachen, die das Vertrauen in tiefere Gespräche beeinträchtigen.
  7. Kombiniert mit Notizbüchern und Bewusstsein für körperliche Ausdrucksformen, können Partner ein tieferes Verständnis für sich und ihren Partner entwickeln.
  8. Offene Gespräche sind nicht immer möglich, wenn der Tag viel Stress oder Entscheidungsarbeit verbraucht hat – hier ist der Zeitpunkt entscheidend.

Summary:

Um in der Beziehung tiefgehende, offene Gespräche zu führen, ist es entscheidend, den richtigen Rahmen und die richtige Zeit zu wählen. Regelmäßige Rituale wie morgendliche Telefonate oder gemeinsame Abende schaffen Raum für Reflexion und Verbindung. Der Erfolg hängt stark von der persönlichen Bereitschaft ab – wenn man Energie, Ruhe und emotionale Fähigkeiten hat, sind tiefere Themen leichter zu behandeln.

Menschen verändern sich im Laufe der Zeit, und es ist normal, dass sich Gefühle wie Wut erst später entfalten. Diese Entwicklung kann durch frühe Erlebnisse beeinflusst sein, etwa durch eine familiäre Vermeidung von Wut. Die sieben Ebenen der Veränderung – von Umgebung bis zu emotionalen Prägungen – bieten eine strukturierte Methode, um die Wurzeln von Kommunikationsproblemen zu erkunden.

Besonders tiefgreifende Verletzungen aus der Kindheit können Angst und Abwehr auslösen, die das Vertrauen in emotionale Nähe hemmen. Dazu werden Notizbücher, körperliche Ausdrucksformen wie „Wettkampf“ und die Anerkennung unterschiedlicher Bedürfnisse genutzt. Wichtig ist, dass man nicht versucht, Probleme sofort zu lösen, sondern sich zunächst in Ruhe mit den eigenen Gefühlen auseinandersetzt.

Nur so kann eine dauerhafte Verbundenheit entstehen, die auf gegenseitigem Verständnis und gegenseitigem Wachstum beruht.

FAQs

Durch wöchentliche Reflexionsgespräche, persönliche Rituale wie morgendliches Telefonat oder gemeinsame Abendgespräche, sowie durch das Aufschreiben von Gefühlen und Erlebnissen, um die Kommunikation zu stärken.

Weil sich beide Partner im Laufe der Zeit verändern und neue Gefühle oder Bedürfnisse entwickeln. Ohne regelmäßige tiefe Gespräche kann sich die emotionale Verbindung verlieren.

Durch frühere Erfahrungen mit Verletzungen oder Verbots von Gefühlen, z. B. Wut oder Traurigkeit, die zu limitierenden Glaubenssätzen führen, wie z. B. 'Reden bringt nichts'.

Durch das Aufschreiben von Gedanken und Empfindungen, regelmäßige Selbstreflexion und das Erkennen von persönlichen Grenzen und Bedürfnissen, die vorher nicht bewusst waren.

Umgebungen mit vielen Abläufen wie Kinder oder Wirtschaftsaufgaben können die Tiefe der Gespräche beeinträchtigen. Daher ist es wichtig, ruhige, abgestimmte Zeiten wie Abend oder Wochenende zu finden.

Weil die persönliche Energie, Willenskraft und emotionale Reserven entscheiden, ob ein Gespräch konstruktiv und tiefgründig stattfinden kann oder nicht.

Chat with AI

Loading...

Pro features

Go deeper with this episode

Unlock creator-grade tools that turn any transcript into show notes and subtitle files.