Dr. Thomas Hofmann shared the case of a patient who suffered from severe and persistent nausea and vomiting. Despite numerous medical tests, the cause remained elusive until a possible connection to cyclic vomiting syndrome was explored. Treatment involving migraine prevention medication and acute management resulted in a substantial reduction in the patient's symptoms. The patient's condition significantly improved within four weeks of starting the new therapy, providing hope for long-term relief from her debilitating symptoms.
Transcription
3650 Words, 23180 Characters
Das war für Sie mit das Kreatenste und dass Sie das auch hatte, Sie nichts gegessen hatte, ich hab so wenig gegessen, ich hab schon gar nichts mehr gegessen und trotzdem musste ich spucken, trotzdem war mir so übel. Das ist ein Auf- und Abwarme. Das habe ich aber in der ersten Zeit nicht so wahrgenommen, wie dann am Ende, als es immer dramatischer wurde und die Lebensqualität immer mehr beeinträchtigt war. Sie hatte eingefallende Wangen und man merkte, man merkte, auch sie wurde zunehmend depressiver verstimmt. Sie war sowieso ein Mensch, der nicht viel spricht. Aber was man eben klar merkte, war auch der Gesichtsausdruck, wurde immer trauriger und dann kam es zu der Einsitzung, wo sie sagte, ich mag auch nicht mehr leben. Und das war dann, wo alle Alarmglocken angingen. Ärztinnen und Ärztes sollen Leben retten, die sollen Krankheiten erkennen und leiden heilen. Aber was ist, wenn sich eine Krankheit nicht so leicht erkennen lässt? Was wenn Rätselhafte beschweren, ist den Medizinerinnen und Medizinern schwer machen, die Ursache eine Erkrankung zu finden? Dann kann man nur hoffen, dass man Expertinnen und Experten an seiner Seite hat, die dran bleiben, die nicht nachlassen, bis sie sie endlich gefunden haben. Die Diagnose der Sternpodcast. Ich bin Annika Geisler, Ärztin und Redakteuren und beim Stern für die Rubrik die Diagnose verantwortlich. Hier erzählen Medizinerinnen und Mediziner von ihren ungewöhnlichen Fällen. Mein heutiger Gesprächspartner ist Dr. Thomas Hofmann, Facharzt für Anestesie und Spezialist für Schmerztherapie. Er leitet das Schmerzzentrum Westfalen in Dortmund. Als Kind hat er gerne im Medikamentenschrank seiner Großmutter herumgestöbert und die Beipackzettel gelesen, erzählte er mir. Später studierte er Medizin. Die Leidenschaft für die Schmerztherapie hat ihn erst relativ spät während seiner Ausbildung gepackt. Dafür dann umso stärker. Wir sprechen heute über eine Patientin, der immer wieder plötzlich schrecklich übel wird. Keiner findet den Grund, so geht das über Jahre. Ja, der Beginn war, dass die Patientin mir vorgestellt wurde, als eine Patientin, die Schmerzen nach einer Leistenbruchoperation hatte. Und es ist gar nicht selten, dass im Rahmen solche Leistenbrucheinkriffe, auch wenn die minimalinversiv durchgeführt werden, also so, wie man das heute macht, mit Bauchspiegelungsverfahren, das dann Nerven in der Bauchwand verletzt werden. Und das kann auch zu lang anhaltenden, manchmal auch lebenslang anhaltenden Schmerzen führen. Und das waren die Schmerzen, die ich zunächst behandelt habe. Der Erstkontakt war im Jahr 2007, wo man ansehen kann, dass einem die chronischen Schmerzpatienten sehr lange treu bleiben. Diese Schmerzen waren dann mit einer konventionellen Behandlung, also tatsächlich mit einem sogenannten Schmerzflaster, wo ein starkes Schmerzmittel über die Haut über drei Tage abgegeben wird, einigermaßen gut zu behandeln. Die Patientin war zufrieden, erschien einmal im Quartal bei mir in der Sprechstunde. Und da war eigentlich nicht viel zu verbessern. Und dann wandelte sich das vor fünf Jahren etwa, dass sie anfing zu beschreiben. Er wäre immer so furchtbar übel. Ihr will ja immer übeln. Sie ist mittlerweile Anfang 70, 72 Jahre alt. Und damit man eine Idee hat, wie lange ich diese Dame habe, auf welchem Lebensalter sozusagen. Und das charakteristische ist, wurde nichts gefunden. Also man hat sich bemüht, natürlich alles mögliche zu diagnostizieren, was dem Magen-Narmtrakt angeht. Erst mal musste ausgeschlossen werden, dass das an dem Schmerzflaster lag. Das war natürlich der Verdach, den Kollegen, die Patientin als nicht Schmerztheraporten gesehen haben, zunächst hatten. Weil stark wirksame Schmerzmittel wie die in dem Flaster auch übelkeit verursachen können, aber eben nicht nach so langer Zeit noch. Und es wurden eben Markspiegelungen gemacht. Das wurden Darmspiegelungen gemacht. Die Patientin bekamen Preparate verschrieben gegen Übelkeit auch von mir. Und ich dachte, na ja, gut irgendwie musste er ja helfen. Aber das Problem ließ sich einfach nicht lösen. Und das verdichtete sich mit der Zeit soweit, dass die Patientin kaum noch Essen mochte, dass sie Gewicht abgenommen hatte. Ich hatte sie dann empfohlen an eine Klinik in Dettmold, wo sich die Gastroenterologen, also die Spezialisten für Magen-Darmerkrankungen, sehr auch auf seltenere Ursachen oder seltenere Unverträglichkeiten gegenüber Nahrungsmitteln spezialisiert haben. Und die haben sie regelrecht auf den Kopf gestellt und haben dann auch so ein, zwei Sachen gefunden, die man an der Nahrungsaufnabe oder an der Dett, die man hat so ändern konnte. Aber letztlich brachte das auch gar nichts. Also sie hatte eine leichte Laktose in Toleranz und auf eine leichte Froktose in Toleranz. Das haben ja viele. Aber selbst, wo alle in der Familie draufgeachtet haben und sie selbst natürlich, dass sie nichts ist, wozu viel von diesen möglichen Auslösern drin ist, es blieb dabei, die Übelkeit kam immer wieder. Sie kannten die Patientin also über viele Jahre und hatten sie mit diesem Schmerzflaster versorgt, das konnte sie gut vertragen. Nun haben sie gerade gesagt, es kam eine Übelkeit dazu und viele der ärztlichen Kollegen, den Frau auch zu tun hat, sie sagt, vielleicht kommt es von diesem Schmerzmittel. Können sie das erst mal erklären, wie hängt das zusammen Schmerzmittel? Denken man ja, dann sind die Schmerzen weg oder werden weniger? Ja. Warum wird einem da vielleicht schlecht? Das sind diese starken Schmerzmittel, die wir auch als Opioide bezeichnen. Diese Substanzen haben in den Teilen des Nervensystems, wo die Übelkeit ausgelöst und erbrechen gesteuert wird. So muss man es sagen. Auch Wirkung, in dem Sinne, dass sie zunächst mal in der Anfangsphase, wenn man sie gibt, die Übelkeit auslösen können. Nachhinein, wenn sie länger gegeben werden, wirken sie eher Übelkeitsdämpfend. Aber zunächst, man halben ganz viele Ärztinnen und Ärzte im Kopf. Aha, ich gebe so einen Opioid und dann wird den Patienten übel. Und so war auch der Flex vieler Kollegen, die diese Patientin gesehen haben, dass die die Übelkeit einfach auf das Flaster zurückgeführt und dann geraten haben, das müssen wir mal wegnehmen. Und das haben Sie ja gerade erklärt, am Anfang, wenn man so einen Schmerzflaster oder einen Schmerzmedikament so ein starkes bekommt, kann schon Übelkeit auftreten, vielleicht auch in der ersten Zeit. Aber die Patientin hatte das ja viele, viele Jahre oder einige Jahre, wenn ich sie richtig verstanden habe. Das wäre also gar nicht passend gewesen. Nein, das war auch für mich ganz klar, dass das nicht die Ursache war. Von daher musste es einfach weitergehen zu gucken, wo kommt das denn her, dass hier immer wieder übel wird. Es konnte dieses Flaster nicht sein. Wie hat denn die Patientin ihn gegenüber, bzw. vielleicht war sie ja auch mal von einem Angehörigen oder einer Angehörigen begleitet, diese Übelkeit beschrieben? Man kennt das ja selber von sich, man hat einen flauen Magen oder es ist einem wirklich ganz, ganz schlecht. Oder man ist kurz vor dem Erbrechen. Da gibt es ja viele Facetten und Abstufungen. Können sie das ein bisschen beschreiben, bitte, wie sie ihr damit ging? Ja, also es war erst war so, dass sie sagte mir es irgendwie immer so übel. Und zunächst schien es auch so zu sein, dass das eben etwas ist, was dauernd da ist und dann würde man natürlich an irgendeiner Erkrankung denken oder eine Störung, die dauerhaft so einen Brechreiz hervorruft. Aber nachher in den Betrachtet war es so, dass sie doch eher davon sprach, dass das ein Auf- und Abwarm ist. Das hab ich aber in der ersten Zeit nicht so wahrgenommen, wie dann am Ende, als es immer dramatischer wurde und die Lebensqualität immer mehr beeinträchtigt war. Musste sie denn auch abgesehen davon, dass hier Übel war, auch sich übergeben oder spucken oder sich erbrechen, kam es dazu auch? Ja, dazu kam es auch. Das war für sie mit das Quellenste. Und dass sie das auch hat, wenn sie nichts gegessen hatte. Ich hab so wenig gegessen, ich hab schon gar nichts mehr gegessen und trotzdem musste ich spucken und trotzdem war mir so übel. Und was dazu kam, das hat mich auch sehr berührt, dass war eine Patientin ja sehr zurückhaltend und sehr leidensfähig war. Also allein von ihrer Grundhaltung her, dass man eben nicht viel jammer hat und sich nicht immer gleich beschwert, sondern erst mal dankbar dafür ist, dass man überhaupt am Leben ist. Also klingt jetzt ein bisschen übertrieben. Aber sie war eben kein, die ihr leiden so vor sich hergetragen hat, sondern eher jemand, dem man danach fragen muss, Mensch, wie schlimm ist es denn eigentlich? Ist es nicht doch schlimmer als ich es mir sagen? Haben Sie denn der Dame ein Mittel verschrieben, als Sie das erfohren, dass die Übelkeit bremst? Es gibt der Antiemetiker oder ein Antiemetikum, was man dann einsetzen kann oder auch verschiedene Arten. Haben Sie es damit probiert, hat das was genutzt? Ja, aber dazu muss man sagen, das ist ein kleiner fährde Fuß bei uns im Gesundheitssystem. Wenn Sie unter Übelkeit leiden und Sie wollen an Medikamente gegenbekommen, dann stellen Sie fest, dass viel von dem, was wirksam ist, gar nicht für Kassenpatienten auf Rezept erhältlich ist, sondern gekauft werden muss. Ein großer Teil der Antiemetiker, die auch wirksam sind, gelten als Mittel gegen Lifestyle-Erkrankung, sprich Reiseübelkeit, sowas in der Richtung und müssen selbstgetragen werden. Die Substanzen, die es gegen Übelkeit gibt, sind wiederum sehr potent, aber leider auch potent im Sinne von das Nebenwirkung ausgelöst werden können. Deswegen ist man da etwas eingeschränkt. Sie hat dann von mir das Mittelmetoklopamit bekommen, was sie auch geholfen hat, wobei ich aber immer im Kopf hatte, auf lange Sicht muss man immer gucken, treten Nebenwirkung auf die Zwarselten, aber dann sehr gravieren sein können. Andere Rezeptfreiemittel gegen Übelkeit haben geholfen, aber da war eben das Problem, dass die Patientin sie immer selber kaufen musste. Das ist kein Weg oder nur wir seltenwege, die übergesetzliche Versicherung erstatten zu lassen. Nun wurde sehr, sehr umfänglich untersucht, wo diese Übelkeit herkommen könnte. Das haben Sie am Anfang uns erzählt. Sagen Sie bitte noch mal, was da alles gemacht worden ist. Es war so eine Fülle, dass ich doch noch mal nachfragen muss, weil es ja wirklich eine ganze Latte von Untersuchungen war, wo letztlich nur ein paar Kleinigkeiten rausgekommen sind. Ja, es waren diese Untersuchungen, die als Standard jeder Patient bekommt, und man wird erst mal zu einer Margenspiegelung weiter empfohlen. Da wird geguckt, liegen Anzeichen für eine Margenschleinbeteenziligung, ein Geschwürer oder andere Kankungen vor. Und natürlich wurde dann umgekehrt auch eine Darmspiegelung gemacht, um zu sehen, ob es irgendwo anders im Verdauungstrakt an Halspunkte dafür, dass sich da was entwickelt, was Übelkeit auslösen kann. Gerade die Margenspiegelungen sind mehrfach gelaufen, ohne dass ein Behandlungsbedürftiges Ergebnis dabei rausgekommen ist. Und die Patientin lag auch schon bei uns im Haus stationär, zur Abklärung, auf der internistischen Klinik, ohne dass man eine Ursache finden konnte für diese Übelkeit. Und dann gab es eben diese Klinik von Lersbach in Dortmold. Und da waren dann auch ganz komplexe Sachen gemacht worden. Die Patientin wusste also eine kleine Sondeschlucken, mit der man aufzeichnen kann. Wie lange dauert es eigentlich, bis etwas verschluckt wurde, dann am Enddarm wieder austritt. Und dabei gab es dann auch die Möglichkeiten, zu messen, wie sind die Säurebasen-Verhältnisse, also bestimmte chemische Eigenschaften, des Margensaftes oder des Dündarmsaftes, während diese Kapsen sich so ganz langsam wieder Richtung Ausgang, wenn man das so sagen will, bewegt. Aber das ergab auch nichts, was irgendwie Therapiewürdig gewesen wäre. Und so blieben dann eben die ganzen Untersuchung auf Nahrungsmittel, Unverträglichkeiten auf mögliche Allergien, die aber auch bis auf diese Laktose und Fructose leichte Unverträglichkeit nichts erwarten. Wie lange zog sich das Ganze denn so über Wochen, über Monate? Die ganzen Untersuchung insgesamt zu, das zog sich über Jahre. Das zog sich über letztlich drei Jahre, wenn ich das retrospectiv betrachte. Wenn ich mir vorstelle, drei Jahre leidet man unter Übelkeit, muss sich auch erbrechen oder spucken, versucht, bestimmte Lebensmittel wegzulassen. Macht die Eten ist ganz wenig und es wird trotzdem nicht besser. Das verändert ja auch den Körper, also nicht nur den Körper natürlich. Ich nehme an die Patientin hat abgenommen, sondern auch das macht ja psychisch ganz viel mit einem. Also könnt ihr zum einen erzählen, bitte, wie sich der Körper verändert hat, bei so wenig Essen und dauernd der Übelkeit und wie es eher psychisch ging. Also, man sah definitiv, in dem letzten Jahr, bevor dann in Anführungszeichen das rettende Mittel gefunden wurde, dass sie abgenommen hatte. Sie hatte eingefallende Wangen und man merkte, auch sie wurde zunehmend depressiver verstimmt. Sie war sowieso immer ein, oder ist sowieso ein Mensch, der nicht viel spricht. Aber sie hatte über Jahre immer wieder mal, wenn sie bei mir war ein Lächeln auf dem Gesicht, als das mit der Übelkeit noch nicht der Fall war. Und die Schmerzen, die ich ursprünglich behandelt hatte, gut im Griff waren, da lächerte sie, wenn sie kam und bedankte sich. Und dann kam eben dieser Umschwung mit diesem Erbrechen, das nicht mehr weggehen wollte. Und dann wurde sie auch immer von ihrer Tochter begleitet, die dann versucht hat, noch mal diesen Leinstruck zu übersetzen, wo die Mutter nicht genug spricht. Oder wo sie selbst nicht genug deutlich wurde, wie schlecht es ergeht, zu sagen, die geht es wirklich schlecht und die du hast, doch das und das, das darf sich im Doktor ruhig erzählen, dass es dir so schlecht ging. Also da war dieses, was ich vorhin angedeutet habe, dieses eher zurückhalten in seiner Leidensäußerung sein. Da war das eher Leidensverlänger. Gut, dass die Tochter dabei war, dass uns noch mal so mitgeteilt hat. Aber was man eben klar merkte, war auch der Gesichtsausdruck, wurde immer trauriger. Und dann kam es eben zu der Einsitzung, wo sie sagte, ich mag auch nicht mehr leben. Was war dann, wo alle Rahmenblocken angingen? Das ist ja erschreckend, wenn eine Patientin vor ihnen in der Sprechstunde sitzt, kann ich mir vorstellen und erzählt, dass sie so jetzt hier Gedanken habe. Wie haben sie denn darauf reagiert? Das ist ja doch erstmal, was dann im Raum steht. Wie sind sie damit umgegangen? Ja, das war etwas, was mich sehr berührt hat in dem Moment, gerade weil ich die Patientin schon so lange kenne. Und weil ich selber mich auch ein Stück weit hilflos gefühlt hatte, etwas anzubieten, was nun die Beschwerden lindern konnten. Und glücklicherweise war es aber dann im gleichen Moment so, dass der rettende Gedanke kam, kurz nachdem sie das geäußert hatte. Das war dann also in der gleichen Sitzung, sodass dann keine Zeit verloren gegangen ist effektiv. Wie ging es denn dann weiter? Ich glaube, es kam zu der überraschenden Wendung, gar nicht bei einer großartigen Untersuchung als nächstes bei ihnen, sondern eigentlich bei einem Gespräch. Wenn ich das richtig aus unserem Vorgespräch erinnere, erzählen Sie doch mal bitte von der Episode, was da passiert ist. Ja, das war der Tag, an dem Sie davon sprach, dass diese Übelkeit immer wieder mal kommt und geht und kommt ganz plötzlich und dann ist sie wieder weg und sie hat doch gar nichts gemacht. Sie hat ganz vorsichtig gegessen und trotzdem ist die Übelkeit plötzlich wieder da. Und dann ist wieder mal gar nichts. Und dann hat sie dabei auch mal so Kopfschmerzen. Und in dem Moment habe ich mich, ich weiß nicht, warum zurück erinnert, an etwas, was ich zu einer Erkrankung gelesen habe, die man als zyklisches Erbrechen bezeichnet. Wo Menschen also tatsächlich unter anfallsartiger Übelkeit leiden und dann wieder Phasen durchnehmen, wo gar nichts ist. Und man findet nichts, man untersucht, sie haben keine Nahrungsbettelunfertränklichkeiten, keine Erkrankung im Augendarmtag, nur eben immer wieder dieses plötzlich anfallsartige Einsätzen von Übelkeit, über eine gewisse Zeit, die dann von selber wieder verschwindet. Nicht ohne dass der Leidensdruck erheblich ist da doch klar. Sie haben sich dran erinnert an dieses Wort oder an diesen spezialaustrukt zyklisches Erbrechen. Wie haben Sie weitergemacht, haben Sie begonnen zu recherchieren? Was haben Sie rausgefunden? Ich hatte beim zyklischen Erbrechen irgendwann mal etwas gelesen, davon, dass es Parallelen gibt zur Auslösung von oder in der Entstehung. So muss man sagen, von Migräne ertatten. Warum das mit ausgerechnet hängen geblieben ist, kann ich nicht mehr sagen. Aber ich hatte mal in irgendeinem Zusammenhang bei der Literatur zu Migräne-Entstehung einen Lebensatz gelesen, dass man für zyklisches Erbrechen zum Beispiel auch ein Entstehungsmechanismus vermutet, der dem der Migräne-Entstehung irgendwo verwandt ist. Und das war der Augenblick, wo ich entschlossen hatte zu sagen, gut, dann versuchen wir es in diese Richtung, das könnte passen. Und das passiert wie, also weiß man dann ein bisschen mehr bei der Migräne. Ist glaube ich ja schon einiges bekannt, ist das dann beim zyklischen Erbrechen ähnlich, dass das Bodenstoffe machen oder wie muss man sich das vorstellen? Also, eigentlich ist es so, dass man nicht genau weiß, wie das zyklische Erbrechen entsteht. Und es sind vor allen Dingen Erkenntnisse, die man aus der in Anführungszeugen ausversehen, Anwendung von Migräne-Vorbeugemitteln gewonnen hat. Das man sagt, okay, da scheint es einen gemeinsamen Weg zu geben, was die Entstehung bei der Erkrankungsbilder angeht, auch wenn sie nicht miteinander direkt verwandt sind. Und über den kann man eben so wie auf die Migräne-Entstehung, dann auch auf die Entstehung von Anfällen von zyklischen Erbrechen Einfluss nehmen. Wie haben Sie weitergemacht? Nach dieser Erkenntnis oder nach diesem Erkenntnis kann man es ja gar nicht nennen, aber nach dieser Idee oder dieser Einglebung? Ich habe mir vorgenommen, gleich in die Folien zu gehen, sage ich mal. Und habe der Patient in einen Vorbau gepräparat, einen Antikörperpreparat zur Vorbogung von Migräne verschrieben. In ihrem Fall eines, was man alle drei Monate als Kurzinfusion gibt. Und gleichzeitig ihr die Möglichkeit gelassen über einen Migräne-Terapi-Mittel, also ein Mittel, das Migräneker und Migränekerinnen im Anfall einsetzen, statt Kopfschmerzen, dann eben ihre Übelnkeitsanfälle zu behandeln. Das auch als Spritze, die Sie sich selbst setzen kann, um einfach ganz klar sich herzustellen, dass alles das, was sie zu sich nimmt, oder was ihr Körper dann zu sich nehmen muss, auch drin bleibt. Also nicht, dass sie einen Mittel nimmt, was sie runderschlubbt. Und dann ist ja möglicherweise übel, und sie bricht es wieder aus, sondern das sollte dann direkt quasi im Körper drin sein. Da gibt es die Möglichkeit, das als Spritze zu verabreichen, solche Anfallsmedikamente, die sogenannten Triptane oder als Nasenspray. In diesem Fall habe ich jetzt die Spritzen genommen, aber ich könnte mir vorstellen, in Zukunft, dass ich hier auch ein Nasenspray anbieten kann. Und wie war die Wirkung? Wann haben Sie Sie wieder gesehen, was hat Sie erzählt? Die Wirkung war nach vier Wochen durchschlagend. Die Patientin kam lächelt in die Sprechstunde, vorsichtig lächelt erst mal. Die Tochter war dabei und sagte, mutigät es schon viel besser. Die Übelkeitsanfälle hatten deutlich nachgelassen. Es war nur noch ein bisschen, und tatsächlich hatte sie auch schon mal also eine Migräne, Therapie-Spritze, eine Triptanspritze verwendet und gemerkt, dass damit der Übelkeitsanfall auch dann am Ende komplett unterdrückt werden konnte. Was mir wichtig war, weil gerade in solchen Zusammenhängen natürlich der Placebo-Effekt enorm groß sein kann, dass diese Wirkung auch über einen längeren Zeitraum anhält. Deswegen bin ich auch ganz froh, dass die Patientin erst vor vier Wochen noch bei mir war und lächelte und mit Gewicht zunahme und einer Schilderung in der Deutich gewässerten Beschwerdysituation wieder auftauchte, um sich ihre nächste Infusionen geben zu lassen. Also über ein halbes Jahr ist ein Placebo-Effekt schon schwierig durchzuhalten. Ist ja schön, kann ich mir vorstellen, wenn Sie dann als Arzt in der Sprechstunde sehen, das lächeln, was Sie von früher kannten, was Sie dann über viele Monate und teilt es ja auch Jahre gar nicht mehr gesehen haben, weil der Leidensdruck so groß war, ist zurückgekehrt und ganz, ganz langsam und in Schritten geht es der Patient besser. Das muss ja doch irgendwie ein schönes Auffanandertreffen gewesen sein, kann ich mir vorstellen. Ja, auf jeden Fall, das ist letztlich das, was in der Schmerztherapie ja eher die Ausnahme darstellt. Das muss man sagen, weil wir dem Großteil der Patienten nicht zu einer beschwerde Freiheit, sondern nur zu einer Linderung verhelfen können. Und das ist immer auch etwas, was man als Therapeut aushalten muss, dass man eben jeden wirklich so helfen kann, wie man möchte. Wenn es damals so passiert, ist das natürlich für ein selber auch eine Belohnung. Was weiß man denn über das psychische Erbrechen ansonsten? Noch wer bekommt das, wie häufig ist das? Und gibt es noch andere Medikamente, die helfen könnten, was können Sie uns damit geben? Also das psychische Erbrechen als sehr seltene Erkrankung befällt häufiger Frauen als Männer. Ansonsten gibt es gar nicht viel epidemiologische Daten dazu, muss man sagen. Bei der Therapie ist man über lange Zeit letztlich darauf angewiesen, gewesen, einfach nur Medikamente gegen Übelkeit zu verordnen, so, wie ich es bei der Patientin anfangs auch getan habe. Und erst seit einigen Jahren existieren tatsächlich auch in der wissenschaftlichen Literaturarbeiten, die zum Beispiel beschreiben, dass man Migräne-Behandlungsmedikamente, also tryptane beizüglichen Erbrechen mit Erfolg einsetzen kann. Es ist also eine seltene Erkrankung und man weiß nicht viel darüber außer, dass sie eben immer wieder auftritt und, ja, woher sie kommt, ist unbekannt. Und ich glaube, was man an dem Fall ganz gut sieht oder was Sie uns auch erzählt haben, ist, dass es eben nicht die, ich sage jetzt mal, außergewöhnliche Laboruntersuchung war, oder die außergewöhnliche Aufnahme eines Körperteils, wo man was gesehen hat, sondern, dass es ja eigentlich letztlich im Gespräch die Wendung gab. Und da ja auch gar nicht in einem Explicit, ich weiß nicht, dreimal wiederholten Satz der Patientin, sondern eigentlich in dem Lebenssatz. Ja, das ist richtig. Und letztlich kann man das auch als Plädoye verstehen für eine zuhörende Medizin, weil jede Information, die wir bei ein gutes Gespräch gewinnen, kann unendlich wertvoll sein, wertvoller als jeder Apparato-Untersuchung, die es auch gibt. Das gehört natürlich alles zusammen. Aber leider hat sich die Medizin in eine Richtung entwickelt, wo erst mal die Apparate Diagnose die ganzen Vordergrund steht und die zuhörende Medizin ziemlich weit hinten. Das war die Diagnose. Ich bin Annika Geisler. Bleiben Sie gesund. Bis zum nächsten Mal. Die Diagnose. Der Stern Podcast. Copyright WDR 2020
Podcast Summary
Key Points:
Dr. Thomas Hofmann discusses a patient with chronic nausea and vomiting.
Patient underwent extensive medical examinations to identify the cause of her symptoms.
After years of investigation, a potential link to cyclic vomiting syndrome was considered.
Treatment with migraine prevention and acute medication showed significant improvement in the patient's condition.
Summary:
Dr. Thomas Hofmann shared the case of a patient who suffered from severe and persistent nausea and vomiting. Despite numerous medical tests, the cause remained elusive until a possible connection to cyclic vomiting syndrome was explored.
Treatment involving migraine prevention medication and acute management resulted in a substantial reduction in the patient's symptoms. The patient's condition significantly improved within four weeks of starting the new therapy, providing hope for long-term relief from her debilitating symptoms.
FAQs
Die Patientin litt unter anhaltender Übelkeit, Erbrechen, Gewichtsverlust, und depressiver Verstimmung.
Es wurden Magen- und Darmspiegelungen, verschiedene Tests auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien sowie weitere komplexe Untersuchungen durchgeführt.
Die Untersuchungen und Behandlung zogen sich über einen Zeitraum von drei Jahren hin.
Der Patientin wurde ein Antikörperpräparat zur Vorbeugung von Migräne verschrieben, sowie ein Mittel zur Behandlung von Übelkeitsanfällen.
Nach vier Wochen zeigte die Behandlung eine deutliche Besserung der Übelkeitsanfälle, und die Patientin berichtete über eine spürbare Verbesserung ihres Zustandes.
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