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Trauer zerstört Beziehung und verstärkt die Distanz? So findet ihr aus der Krise!

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Trauer zerstört Beziehung und verstärkt die Distanz? So findet ihr aus der Krise!

Trauer und Tod sind zentrale, empfindsame Themen, die in langfristigen Beziehungen oft eine tiefgreifende Wirkung haben. Die Folge beleuchtet, wie Partner im Trauerprozess miteinander umgehen können, insbesondere bei Fehlgeburten oder frühen Sterbeereignissen, wo unterschiedliche Wahrnehmungen zu Konflikten führen. Es wird betont, dass Trauer nicht linear verläuft, sondern in Wellen auftritt und oft Jahre dauert – wobei die individuelle Verarbeitung von Prägungen, Erwartungen und emotionalen Grenzen abhängt. Gemeinsame, offene Kommunikation, das Respektieren von Grenzen und die Anerkennung von Gefühlen sind entscheidend, um Vertrauen und Bindung zu erhalten. Professionelle Hilfe wird empfohlen, wenn die Trauer dauerhaft und überwältigend ist, zum Beispiel wenn ein Rückzug in das Leid langfristig bleibt. Die Verarbeitung führt schließlich zu einer neuen Lebenswahrnehmung, in der Freude, Dankbarkeit und positive Erinnerungen an gemeinsame Zeit eine zentrale Rolle spielen. Der Verlust wird innerlich nicht als vollständige Abwesenheit, sondern als ein Bestandteil des Lebens und ein Platz in der persönlichen Geschichte angesehen. So kann die Beziehung nicht nur überleben, sondern sich durch die Herausforderung stärker verbinden.

Transcription

7154 Words, 42464 Characters

German
Wir beschäftigen uns in unserem Podcast ja regelmäßig mit belastenden Themen. In dieser Folge geht es um das Thema Trauerbewältigung, Sterben, Tod, Fehlgeburten. Das heißt, wenn diese Themen dich stark triggern, weil dort unverarbeitete Dinge in dir vorliegen, dann würde ich empfehlen, diese Folge nicht zu hören oder zu sehen. Beziehungsweise, wenn dich das Thema doch intensiv interessiert, weil es auch für deine Beziehung wichtig ist, dann schaut und hört diese Folgen begleitet durch Personen, die euch nahestehen. Und dann sollte das in euch etwas auslösen und triggern, ihr entsprechend begleitet werden könnt. Wir haben heute ein sensibles Thema und da kommt man ja nicht dran vorbei, wenn man eine langjährige Beziehung führt. Irgendwann im Laufe der Beziehung wird es zu Trauerfällen kommen. Und da ist die Frage, wie geht die Beziehung, wie geht man gemeinsam damit um? Wir haben ja auch schon einige Trauerfälle bei uns gehabt. Haben wir gerade mal reflektiert. Bei mir zwei Omas und ein Opa. Der andere Opa ist schon gestorben. Da hatten wir noch keine Beziehung miteinander. Und bei dir deine Schwester und dein Vater, ne? Ja. Deine Omas und Opas waren vorher schon alle verstorben, ne? Ja, die waren vorher schon alle verstorben, genau. Da hast du niemanden kennengelernt. Und genau, 2014 ist meine Schwester verstorben und 2022 mein Vater. Und der Tod von meinem Vater ja auch relativ frisch ja noch, ne? Eine Trauer, die noch nicht so lange her ist. Und die uns als Paar, würde ich sagen, in der Gegenwart am meisten noch begleitet, ne? Oder in Erinnerung ist. Ja, mit meinen Omas und Opas ist auch schon sehr lange her. Und da muss man ja auch anders nochmal sagen, die waren ja auch schon sehr alt. Das ist dann irgendwann ja der Lauf der Zeit. Die Schwester, die war ja gefühlt. Die war ja gefühlt noch nicht dran. Nein. Das war ja viel zu früh. Ja. Und dein Vater ja eigentlich auch nicht. Ja. Wenn man in den 60ern heutzutage stirbt, ist es ja eigentlich zu früh. Ja. Eigentlich fehlen dir ja locker 10, eher 20 Jahre, die man ja normalerweise noch hätte. Aber ich habe das Gefühl, dass in unserer Beziehung die Trauer schon öfters ja auch, oder das Sterben und der Tod eine Rolle gespielt hat. Also gerade, was ich mitbringe aus meiner Familie, gab es ja leider auch schon einige Situationen, ne? Sei es der Krankheitsweg. Mit meiner Schwester, wo wir ja auch schon ein paar Jahre zusammen waren, der ja auch sehr intensiv war, wo wir beide uns ja auch als Paar viel mit dem Thema sterben. Wie ist es so früh zu sterben? Denn auch natürlich so die Ehe von meiner Schwester zu sehen, wie ist das für den Partner, wenn jemand stirbt? Das haben wir ja auch als Paar so miterlebt. Und dann auch noch Krankheiten, wenn ich jetzt an meinen Bruder denke. Da gab es ja auch in unserer Beziehung schon ein, zwei Momente, wo der in Lebensgefahr war. So die Notfälle meinst du? Genau. Genau. Genau. Genau. Genau. Wo man aber auch wieder, finde ich, sich auch schon mit einer so einer Vortrauerphase mal beschäftigt und sagt, okay, das ist jetzt hier in einem Bereich, wo es einfach auch vorbei sein könnte. Und natürlich der doch recht plötzliche Tod, muss man sagen, von meinem Vater, der wiederum ja auch schon in einigen Situationen im Leben war, wo er ja kurz davor war, mal zu sterben. Und wir uns deswegen, glaube ich, als Paar auch schon öfters über Tod und Sterben, unterhalten haben. Aber rückblickend würde ich sagen, war es denn doch krass, als es denn vor zwei Jahren passiert ist und er dann wirklich gestorben ist. Und in dieser Folge soll es darum gehen, was macht das mit der Beziehung und wie kann man das gemeinsam durchlaufen, durchleben, diese Phase und sich vielleicht auch gegenseitig unterstützen und das begleiten. Und vielleicht auch, was resultiert so daraus? Wie geht man damit um? Zum Beispiel, als deine Schwester dann 2014 gestorben ist. Das haben wir ja dann auch überlegt, dass wir andere Entscheidungen treffen und vielleicht manchmal ein bisschen risikofreudiger werden zugunsten, sich lebendiger zu fühlen und mehr zu erleben. So das Thema der Tod als Ratgeber, wie unser Ausbildungsleiter Dieter Bischop auch öfters ja schon erwähnt hat. Was macht der Tod mit einem, der Tod als Ratgeber? Was nimmt man mit für sich? Ja, wenn ihr es an dieser Stelle zuhört, seid ihr im Podcast. Der Lebensidealisten angekommen. Mein Name ist Florian. Ich bin Ina. Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise hinein in eine glückliche und harmonische Zukunft. Ja, das Thema. Trauer haben wir auch häufiger mal in Coachings. Also gerade muss ich sagen, nachdem ich diesen Trauerfall in der Familie hatte oder wir in der Familie hatten, kamen, und ich glaube, das ist kein Zufall, das soll manchmal im Leben so sein, kamen ein paar Paare auch bei mir ins Coaching, die nicht hauptsächlich das Problem der Trauer hatten, aber wo das auch ein Bestandteil war. Warum eine Distanz da war, wo Enttäuschungen und Verletzungen waren. Und das ist auch so. Der Grund, warum wir uns jetzt entschlossen haben, in dieser dunklen und düsteren Jahreszeit das Thema Trauer mal dazuzunehmen. Und es ist auch ein wichtiges Thema. Ich glaube, Trauer und Tod ist in unserer Gesellschaft, so ist mein Eindruck, immer sehr weit weg. Und man ist immer so ein bisschen überfordert und auch so ein bisschen überrascht, wenn man diese Bubble Sterben, Trauer eindringt, wie heftig das doch ist und was für eine Traurigkeit in einem drin sein kann. Und natürlich dann auch, wie geht man als Paar damit um? Und das finden wir dann ja in der Arbeit wieder, wenn wir dann die Zeitlinie durchgehen und alte emotionale Verletzungen lösen, die noch in einem drinstecken, die man verdrängt hat, dann kommen wir eben immer wieder auch auf solche Dinge. Meistens für die Beziehung und auch für die Person selbst. Also durchaus gibt es da noch was nachzuverarbeiten bei der Traurigkeit. Ja. Entweder war keine Zeit dafür da, es gab keinen Raum dafür, es gab so viele andere Dinge. Es war in der Partnerschaft nicht okay. Wir haben gerade letztens, ich weiß gar nicht, haben wir drüber gesprochen oder war es im Coaching? Doch, wir haben drüber gesprochen. Es ging darum, dass man ja gefühlt auch eine Frist hat, bis der dann Traurigkeit erlaubt ist. Ja. Und ab dann ist das so, jetzt muss man doch auch mal drüber hinweg sein, jetzt muss auch mal gut sein. Und wenn man dann in dieser ersten Phase vielleicht so viel zu tun hat. Wenn man dann familiär, dass dafür kein Platz ist, dann hat man innerlich das Gefühl, ich habe keine Zeit, keine Erlaubnis, keinen Raum, traurig sein zu dürfen. Und wenn man dann eine gewisse Zeit hat verstreichen lassen und möchte dann Traurigkeit verarbeiten oder dann kommt das hervor in diesen Momenten, weil man es ja verdrängt hat, dann ist so häufig das Feedback, Mensch, jetzt ist er doch schon zwei Jahre tot, jetzt ist er auch mal gut, jetzt reicht es doch auch mal mit der ganzen Traurigkeit. Irgendwann musst du doch mal losgehen. Und was meine Erfahrung auch ist, dass man ja auf so eine Situation als Paar auch nicht so vorbereitet ist, dass man sagt, okay, ich ziehe jetzt den Zettel da raus und ich verhalte mich in der Trauer so und so und erwarte von dir, wenn so etwas Schlimmes passiert, dass du das und das machst, sondern das ist ja, denn in dem Moment ist man so geschockt, traurig in einem Ausnahmezustand, je nachdem natürlich, wer das ist, wer der Trauerfall ist in einem Leben. Und man hat ganz viele Bedürfnisse, die man klar ausspricht, vielleicht auch Unterstützung, aber auch ganz viel, was man nicht ausspricht und was aber man sich vielleicht wünscht und da gibt es so ganz viel Zwischengeräusche. Ich finde, das ist so eine sensible Phase und das ist für viele Paare auch ganz schwierig und das kann ich auch total verstehen, sich da zu verbinden. Wenn ich jetzt zum Beispiel an unsere Situation denke, als mein Vater gestorben ist, das ging alles innerhalb eines Tages, das ging sehr schnell, am nächsten Morgen saßen wir zusammen beim Bestatter. Und das war irgendwie wie so ein Traum, wo wir uns irgendwie nicht rausbewegen können, so ein schlechter Traum, wo man denkt, okay, man kommt kaum zum Sprechen, man ist traurig, man muss Entscheidungen treffen, man muss sich kümmern, aber irgendwie will man auch sich mit dem anderen verbinden, also so ganz wie ambivalente Gefühle in einem und wo man irgendwie die Hoffnung hat, der andere trägt endlich die Zeit durch, obwohl der andere natürlich meistens auch in einer bestimmten Phase der Trauer natürlich selber auch drin hängt. Ja, bevor wir gleich mal zu den Herausforderungen für die Beziehung kommen, hier mal kurz der Hinweis, wenn ihr vielleicht schon mehrere Folgen von uns gehört habt und hört auch diese bis zum Ende und ihr nehmt für euch gute Impulse mit, dann freuen wir uns sehr, wenn ihr bei Apple oder Spotify eine Bewertung hinterlasst und wenn ihr bei YouTube diese Folge seht, dann schreibt doch gerne was in die Kommentare oder abonniert unseren Kanal. Ja, auf jeden Fall. Ja, auf jeden Fall. hunderte Kilometer entfernt und hat sich einmal im Jahr alle zwei Jahre vielleicht mal sehen, ab und zu telefoniert. Es gab zum Geburtstag und zu Weihnachten ein Päckchen, aber eigentlich ist da keine so richtige tiefe Bindung entstanden. Und jetzt fragt sich der eine, Mensch, das war doch nur deine Oma. Warum ist das denn so schlimm für dich? Und der andere sagt, hey, das ist deine Oma. Du musst doch tief traurig sein. Das ist doch so eine wichtige Person in deinem Leben, weil die einfach so unterschiedlich dann sind, wie die Bindung ist und entsprechend muss die Trauer dann unterschiedlich verarbeitet und das kann für Missverständnisse sorgen, das kann zu Konflikten führen, Unverständnis kann da sein und da muss man aufpassen, dass man dem anderen quasi sein Gefühl lässt. Wir haben jetzt bei Trauer meistens über Personen gesprochen, die ja schon auf der Welt waren. Großes Thema ist aber auch das Thema Fehlgeburt, was ja auch gar nicht wenig Paare leider mal begleitet. Und auch da kann es zu Problemen und Missverständnissen kommen, weil die unterschiedliche Wahrnehmung auch da ist. Für den einen, meistens auch für die Frau, die ist mit dem Kind meistens ja auch am Anfang der Schwangerschaft schon eng verbunden. Und für den Mann ist das dann eher etwas Medizinisches noch. Und ich hatte schon ein paar Fälle im Coaching, wo die Frau gesagt hat, das hat eine Verletzung gemacht, dass du so ganz anders mit der Fehlgeburt umgegangen bist, wie ich damit umgegangen bin. Ich habe das Gefühl gehabt, für dich war das noch kein Kind, es war kein Baby. Das war wie so ein Eingriff und dann ist das Kind nicht mehr da. Naja gut, da kommt ein nächstes Jahr vielleicht und das ist auch häufiger mal ein Thema im Coaching, der Umgang mit Fehlgeburten. Und auch da die Missverständnisse, die daraus entstehen, häufig in diesen Zwischentönen. Also, dass man nicht miteinander spricht, dass jeder denkt, naja, der andere fühlt das auch so. Wie du gerade sagtest, es ist ja nur die Oma oder es ist ja nur die und die Schwangerschaftswoche. Man hat ja noch gar nichts gesehen. Also da sind ja auch ganz viele verletzende Sachen, die da gesagt werden können, wo man sagt, oh, hätte ich jetzt nicht von dir gedacht. Da geht es auch wieder so um diese Menschenkenntnis, die man in der Beziehung denkt, übereinander zu haben. Das ist sicherlich herausfordernd, die Situation, weil für den Mann ist das alles noch sehr abstrakt. Natürlich sieht man Bilder und ab einem gewissen Moment hört man einen Herzschlag. So richtig greifbar wird es, wenn der Bauch mehr da ist und man zu dritt spürt, dass da wirklich Leben drin ist, weil es ja insgesamt irgendwie schwierig zu greifen ist, dass in einem ein neuer Mensch entsteht, aus einem selber heraus. Und da müsste man betrachten, wie sieht man das aus unserer Coaching-Brille und aus unserer Systematik? Nämlich ab dem Moment, wo quasi der Schwangerschaftstest Ja sagt oder das der Gynäkologe bestätigt, würden wir sagen, dass Elternpaar besteht. Ab dem Moment ist man schon Eltern geworden. Deswegen ist es eben so, dass man in unserer Methodik ganz streng genommen auch nachher sagt, dass jeder ja auch einen Platz bekommt. Zum Beispiel haben wir im Umfeld der Coaches ein Paar, die hatten auch eine Fehlgeburt und das war das erste Kind und jetzt gibt es inzwischen zwei lebende Kinder und das sind Kind 2 und 3 und die sagen, sie sind Eltern von drei Kindern. Nur eines davon ist eben nicht auf der Welt. Und das ist eben dieses Ein-Platz-Geben, wozu wir auch vielleicht nachher nochmal kommen, wenn es allgemein ums Trauerverarbeiten geht. Das ein Part bei uns ist, den Menschen einen Platz zu geben innerlich, auch wenn sie nicht mehr physisch auf der Welt sind. Ja, du hast das erwähnt. Wir saßen dann am nächsten Tag schon beim Bestatter und das bedeutet Trauer oder solche Trauerfälle gehen ja auch mit weiterführenden Belastungen einher, bei der sich dann wieder viele Erwartungen auch ergeben. Die Erwartung, wie unterstützt mein Partner mich? Wie viel Zeit nimmt er sich? Nimmt er sich spontan dafür Urlaub? Was passiert? Geht er einfach weiter zur Arbeit? Ich muss die Dinge alleine regeln. Vielleicht auch Enttäuschung, wenn man merkt, oh Mann, meine Eltern haben gar nichts geregelt. Jetzt muss ich alles entscheiden. Da sind ja viele Belastungen, die noch zusätzlich kommen, neben der Trauer, um was man sich auf einmal alles kümmern muss, wenn man alles benachrichtigt. Und da sitzt man davor so Fragen wie, sollen wir jetzt eine Anzeige in der Zeitung schalten oder nicht? Und dann überlegt man sich und hört dann so, Visitenkartengröße kostet 500 Euro. Da denke ich so, was? 500 Euro für eine Visitenkarte? Krass. Und dann überlegt man sich, wie würde er das denn wollen? Und wie viele Menschen kennt er, die diese Zeitung bräuchten, um davon zu erfahren und die das begleiten wollen würden? Und macht das Sinn? Oder kennen wir vielleicht alle Menschen, die man benachrichtigen müsste? Und wir würden alle, für die das relevant ist und die bei der Trauerfeier dabei sein wollen würden, könnten wir die auf direktem Wege benachrichtigen. Und das sind alles so Dinge, über die man sich dann nach und nach Gedanken machen muss. Und ich finde immer, das sage ich auch immer im Coaching, Trauer kann einen dicht zusammenbringen oder auseinanderbringen. Weil es ist wie so ein neues Projekt, hart gesagt, was so entsteht, meist ja zum Glück oder leider spontan. Und in dieses Projekt muss man zeitlich bedingt sofort einsteigen. Also man kann ja nicht sagen, jetzt gehe ich nicht zum Bestatter, mache ich erst in anderthalb Wochen, das passt mir besser, weil ich bin jetzt erstmal traurig, die Chance hast du ja nicht. Und das ist zum Beispiel etwas, was ich manchmal schwierig finde, wenn man halt so ein Basisgefühl hat, wie wir das nennen, was hochkommt. Traurigkeit, Wut, Enttäuschung, Überforderung, also Angst. Und man möchte eigentlich den Rückzug machen, aber man kann es nicht machen und fühlt sich dann ja hilflos und hat dann natürlich auch Erwartungen an den Partner. Also jetzt zum Beispiel ganz persönlich die Situation, dass wir zusammen nochmal in die Wohnung von meinem Vater gefahren sind und dann die Sachen, was er da anziehen soll, zum Bestatter gebracht haben, da war ich in dem Moment total überfordert. Da habe ich gedacht so, okay, ich kann ja jetzt nicht zum Kleiderschrank gehen und da die Sachen raussuchen und ich kann, also ich konnte das nicht. Ich habe in dem Moment gedacht so, das ist für mich jetzt hier ja gerade unpassend. Ich auch so ein bisschen so Wut, ich will das jetzt auch gar nicht, das geht mir jetzt ja alles zu schnell, aber es musste gemacht werden und da fand ich das zum Beispiel auch dann so verbindend, dass du da standst und gesagt hast, als ich sagte, ich kann das nicht und du gesagt hast, okay, dann nehme ich das raus und das du in die Hand genommen hast und gesagt hast, okay, wir müssen jetzt was aussuchen, wir machen das jetzt so und so, ich habe schon das und das zusammengepackt. Also wenn man nicht mehr sprechen kann oder wenn man sagt so, ich kann das jetzt nicht, dass der andere dann auch die Zwischensignale wie Rückzug und so weiter oder Überforderung wahrnehmen kann. Aber das ist, glaube ich, ganz, ganz schwierig, weil das ganz viel mit dem Fundament der Beziehung zusammenhängt, wie tief hat man das Verständnis für einander, was ist die eigene Prägung zum Thema Trauer, wenn du jetzt eine starke Prägung hättest bei dem Thema Trauer, dann würde dich mein Verhalten in dem Moment ja total antriggern. Das wäre eine mega Herausforderung für uns beide, dann würden wir beide da stehen und werden überfordert. Und das entscheidet eben genau darüber, also kann ich das Gefühl des anderen zulassen, kann ich dann sehen, ob eine Unterstützung gebraucht wird oder nicht und kann natürlich auch dieser Hilfewunsch und die Erwartungen, kann das verbalisiert werden, also kann jemand das offene aussprechen und sagen, wie es ihm wirklich gerade innerlich geht, wozu er sich in der Lage fühlt und wozu nicht, kann jemand für sich selber dann auch seine Grenzen wahren und sagen, da ist gerade meine Grenze, das schaffe ich gerade mental nicht und könntest du ab dem Moment übernehmen oder ist man eher so gestrickt, dass man durchziehen muss und irgendwann kommt dann so die große Flut der Emotionen eher später, weil man erstmal in so einem funktionalen Modus ist. Ja, gegenteilig, kann natürlich dann das Gefühl entstehen des Alleinseins, wenn die Erwartungen nicht erfüllt werden oder was auch entstehen kann ist, dass jemand lösungsorientiert begleitet und die ganzen sachlichen Themen sozusagen alle mitregelt, die zu regeln sind, aber die emotionale Begleitung fehlt und jemand sich emotional nicht abgeholt fühlt und das ist auch etwas, was dann regelmäßig zum Konflikt führt, dass der eine im Rahmen seiner Möglichkeiten und Ressourcen alles reingegeben hat, nämlich sachlich geholfen hat und sagt, Mensch, ich habe doch so viel getan, kannst du das nicht sehen? Und der andere sagt, naja, ich habe mir eigentlich noch was anderes gewünscht. Ich wollte eigentlich mehr emotional bei der Traurigkeit begleitet werden und das fehlte mir. Das ist sehr häufig im Coaching, finde ich, so bei der Thematik, dass zum Beispiel im Thema Fehlgeburt die Frauen sich häufig alleine fühlen mit dem Thema und ich schon, das fällt mir spontan zweimal ein, die Situation hatte, wo der Mann gesagt hat, wieso warst du denn alleine? Ich habe dich doch dahin gefahren, ich habe gewartet, ich habe dich wieder abgeholt, ich habe mich bei der Arbeit deswegen freigedommen. Also wie du schon sagst, dieses, ich habe ja geholfen, und sie sagt, ja, du hast mich hingefahren und hast mich vor der Praxis da rausgelassen und du hast mich abgeholt, aber wir haben darüber nicht gesprochen und das im Gefühl, denn als alleine sein oder alleine im Gefühl sein abgespeichert worden ist. Also es geht bei der Frage wieder darum, was ist der Liebespaar-Moment. Und beim Liebespaar möchte man eben diese emotionale Begleitung haben und die emotionale Tiefe und wenn das jetzt jemand Fremdes, ein Taxifahrer machen würde, ein Uber-Fahrer, ein Chauffeur, was auch immer, der würde einen eben hinfahren, auf einen warten und zurückbringen, würde das also quasi auch sachlich begleiten, aber das ist eben nicht das, was wir von unserem Liebespartner wünschen in der Situation auch. Das ist auch eine sehr nette Geste und das ist auch gut und das kann man anerkennen, wenn derjenige sich dafür Zeit nimmt, vielleicht auch Urlaub nimmt und so weiter, aber von unserem Liebespartner wünschen wir uns doch noch etwas mehr. Und nicht zu unterschätzen ist die Folge, dass daraus eben eine Verlustangst entstehen kann und man noch längere Zeit mit dem Thema zu tun hat, vielleicht auch sein Verhalten ändert. Sein Verhalten in manchen Situationen ist vielleicht risikobewusster, limitiert vielleicht die Kinder mehr, weil man Sorge hat, es könnte was passieren, ist vielleicht auch in der Beziehung teilweise anders unterwegs. Das hatte ich auch schon mal im Coaching, da hatte auch eine Frau ihren Vater verloren und hatte daraufhin eine Verlustangst entwickelt und war ganz besorgt um die Kinder, dass den Kindern was passiert. Und das war für den Mann am Anfang auch verständlich so, ganz frisch. Nachher hat er das aber als starke Belastung für die Familie empfunden, weil er gesagt hat, vor einmal habe ich so Horrorszenarien gehört von dir, was mit den Kindern passieren könnte, warum dir die Sorgen machst. Und das hat mich dann auch ins Leid gebracht. Weil ich dann auch drüber nachgedacht habe, oh Gott, wie wäre das denn, wenn und eigentlich will ich mich damit gar nicht so auseinandersetzen. Und ich habe dich dann nochmal in der Trauer, das fand ich auch sehr berührend, nochmal als ganz andere Menschen kennengelernt. Also er hatte gesagt, er hatte immer gedacht, sie würde anders damit umgehen. Das hat sie immer sehr wütend gemacht, weil sie gesagt hat, wie hast du denn gedacht, reagiere ich, dass mir das egal ist. Da war so ganz viel so, was denkst du denn, soll ich mich jetzt zusammenreißen? Denkst du jetzt, ist alles wieder gut? Und dann hat er gesagt, nee, das glaube ich nicht, aber ich hätte nicht gedacht, dass dich das so überwältigt. Und dass das so lange geht. Ja, das sind so die zwei Dinge, wozu man eigentlich gar kein Gefühl vorab äußern kann. Man weiß gar nicht, wie es sich anfühlt, Eltern zu werden, wenn man es nicht erlebt hat. Und man weiß nicht, wie es sich anfühlt, wenn ein nahestehender Verwandter stirbt. Weil das eben auch etwas völlig Abstraktes ist, bis es dann eintritt und dann bleibt es immer noch abstrakt. Gefühlt sind die Menschen dann irgendwie eher im Urlaub oder unterwegs. Das dauert so lange, bis das ankommt, dass jemand wirklich nicht mehr erreichbar ist und nicht einfach nur unterwegs ist. Und ich denke, das kann man vorab sich nicht überlegen, wie denn der andere mit Traurigkeit denn umgeht. Weil man es eben für sich selber auch nicht wirklich weiß. Und deswegen sollte man da gar keine Erwartungen eigentlich haben, sondern einfach das nehmen, was da kommt. Und das ist okay, was da gebraucht wird. Ich hatte mal eine Hebamme im Coaching, das ist schon ein paar Jahre her. Und die hat mal gesagt, und da habe ich wirklich jahrelang noch drüber nachgedacht, manchmal ist es ja so, dass was auch im Coaching gesagt wird von den Paaren, die das mitbringen, berührt einen ja auch, denn so im Nachgang. Und sie sagte, ihrer Erfahrung nach ist Geburt und Sterben die beiden Vorgänge im Leben halt immer noch so eine magische Welt, wo wir noch keine vollkommenen Erklärungen haben, warum etwas passiert, wie etwas passiert, wie unsere Gefühle sind. Also da haben wir keine Kontrolle drüber in dem Sinne. Und sie sagt, und das ist ihrer Erfahrung nach so schwer für die Menschen, weil wir doch so viel eigentlich schon in Kontrolle haben. Aber diese ganz krassen Lebenserfahrungen mit so viel Emotion, da kann so viel passieren. Unser Sohn hat letztens versucht, zu ergründen, was denn gewesen wäre, wenn wir uns früher oder später für ein Kind entschieden hätten, ob dann, wenn das früher oder später gewesen wäre, ob das auch er geworden wäre. Also ob auch seine Identität dabei für ihn rausgekommen wäre, oder ob da eine andere Identität entstanden wäre zu einem anderen Zeitpunkt. Finde ich sehr spannend, die Frage. Gibt es natürlich gar keine Antwort drauf. Das hätte mich jetzt interessiert. Was war deine Antwort darauf? Naja, für ihn war natürlich die Antwort, dass das auch dann eher entstanden wäre. Ja. Genau. Aber das weiß ich natürlich nicht. Keine Ahnung, wer dann entstanden wäre, wenn das jetzt sechs Monate früher gewesen wäre oder drei Jahre später. Naja, aber man ist ja in unterschiedlichen Lebensphasen im Leben. Und ich glaube auch, wo man unterschiedliche Prägungen hat oder unterschiedliche Themen hat. Ich glaube schon, dass das so einen als Mutter und Vater beeinflusst, wie man ist. Aber natürlich von der Persönlichkeit, wie das Kind ist, das glaube ich auch. Das ist gleich, ja. Ja, das ist ja eine Q&A-Folge. Wir haben so die fünf meisten Fragen, die im Coaching auftreten und die auch online gesucht werden, mal zusammengestellt und wollen da heute mal näher drauf eingehen. Die erste Frage ist, was kann man tun, wenn der Partner leidet? Wie unterstütze ich optimal? Das ist gar nicht so eine leichte Frage, weil ich finde, da fehlt eigentlich noch so ein bisschen Inhalt. Also, wenn der Partner oder die Partnerin leidet, ist immer auch die Frage, ist so etwas wie ein Trauerfall jetzt gerade ganz frisch oder ist das etwas, was schon etwas länger her ist, wo man ein bisschen Abstand so hat. Ich finde, daran orientiert sich häufig auch die Hilfe. Also, wenn etwas ganz frisch passiert ist und ich möchte dem helfen, weil der ganz akut im Leid ist, dann ist es natürlich in erster Form immer wichtig, ganz akut da zu sein. Also, wirklich in Präsenz auch da zu sein und einfach auch den anderen, zu beobachten, zu schauen, was sind die Erfahrungen, die ich bisher hatte, was dem anderen gut getan hat und was kann ich vielleicht anbieten? Wenn ich wüsste, zum Beispiel, du bist jemand, der gerne, wenn es ihm nicht gut geht, in den Arm genommen wird, dann wäre das wahrscheinlich auch etwas, was ich in dem Moment erstmal machen würde. Also, in den Arm nehmen, ein Gespräch anbieten, aber auch einfach da sein, begleiten, dem anderen das Gefühl geben, dass er sicher ist oder sie sicher ist, damit die Trauer auch zugelassen werden kann. Das ist so eine akute Situation. Also, es geht ja immer um die Anerkennung vom Leid. Wenn jemand in der Trauer ist und das jetzt schon ein bisschen länger her ist, finde ich, kann man noch andere Dinge tun. Da ist es sowas wie zum Beispiel zusammen zum Friedhof gehen oder zusammen nochmal dahin gehen oder anbieten, wo die Person schöne Erinnerungen hat mit der verstorbenen Person, ob man da nochmal hinfahren möchte und auch einfach fragen, was kann ich für dich tun? Was wird gebraucht? Brauchst du gerade Entspannung? Brauchst du gerade Abwechslung? Wonach ist dir? Also, flexibel zu sein und sich auf den anderen komplett einzulassen und nicht zu deckeln, wie wir das nennen, nicht zu sagen, ja, es ist mal gut, wollen wir jetzt ins Kino gehen? Kino lenkt dich doch ab. Genau, ablenken ist natürlich immer das Thema verdrängen. Das kann natürlich zwischendurch mal gebraucht werden, aber es geht ums Verarbeiten und dafür dem Partner Raum geben, Raum organisieren, vielleicht mal die Kinder eine Zeit lang übernehmen, dass da wirklich Raum ist zum traurig sein und zum Verarbeiten. Die zweite Frage ist, was kann man tun, damit man sich als Paar im Trauerprozess nicht verliert? Kommunikation. Also sich regelmäßig darüber austauschen, wie das Gefühl ist, wo man gerade steht, das gemeinsam reflektieren und eben auch das Thema innerhalb der Beziehung nicht tabuisieren. Das ist ja eine häufige Frage, die man innerlich hat. Spreche ich das nun nochmal an und triggere damit vielleicht wieder die Trauer oder spreche ich das einfach an und wir reden darüber, wie es denn gerade ist? Also dass manchmal so der Zweifel endlich ist, es besser, das auszusprechen und nochmal zu thematisieren und zu fragen oder ist es besser, das ruhen zu lassen und eher nicht nochmal nachzuhaken, weil ich was triggere und da wir ja verarbeiten und nicht verdrängen wollen, sind wir fürs Aussprechen. Aussprechen, was ist, das thematisieren und dann im Zweifelsfall lieber begleiten und wieder fragen, was brauchst du? Wo stehst du? Soll ich dir ein bisschen mehr Raum geben? Traurig zu sein? Brauchst du Unterstützung? Sollen wir etwas Gemeinsames unternehmen, um die Verarbeitung vielleicht zu fördern? Gemeinsam mal zum Grab fahren? Gemeinsam, was du eben auch schon sagtest, so Erinnerungsmomente. Was braucht es, um die Trauer zu verarbeiten? Vielleicht auch mal ganz offen fragen, ob das okay ist, wie man sich bisher verhalten hat. Oder ob andere Erwartungen da sind. Weil vielleicht ist derjenige, der gerade in diesem Trauerprozess ist, auch nicht so umsichtig und ist ja auch sehr mit sich vielleicht gerade beschäftigt und kann auch nicht alles so gut ausdrücken. Wie ist das denn für dich? Hast du das Gefühl, ich habe dich so in dem Trauerprozess gut begleitet? Wünschst du dir was anderes von mir? Fehlt dir etwas? Einfach mal zu fragen, ob alles gut ist, wie es gerade läuft oder ob man was verändern soll. Ob sich der andere etwas anderes wünscht von einem. Worauf man dann eingehen kann. Und das gilt natürlich auch für gemeinsame Trauer, zum Beispiel bei Fehlgeburten, dass man das eben auch nicht tabuisieren sollte, sondern gemeinsam darüber spricht. Da ist häufig natürlich die Herausforderung, dass wir unterschiedlich geprägt sind. Der eine möchte verdrängen, möchte sozusagen Gras drüber wachsen lassen, der andere vielleicht mehr verarbeiten. Und der Weg des Verarbeitens ist aus unserer Sicht der bessere. Denn das Verdrängen funktioniert nicht nachhaltig. und das fällt einem irgendwann wieder auf die Füße. Das heißt, gut wäre es, aus dem Verdrängen rauszukommen und sich für diesen Verarbeitungs- und Trauerprozess zu öffnen und auch hier wieder gemeinsam als Paar zu reflektieren, wie kann man das machen, was ist für beide stimmig. Vielleicht mal in den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden, wenn der eine den Weg gehen würde, der andere den Weg. Stimmige Kompromisse schließen, hier ganz wichtig. Genau, das sind so die Dinge, die hier aus meiner Sicht relevant werden. Wenn es einen Trauerfall in der Familie oder vielleicht sogar eine Fehlgeburt gab, wie geht man mit diesem Verlust um als Paar? Wie spricht man am besten über den Verlust? Sollte man das tun? Wie oft sollte man das tun? Was könnte man dort für Ratschläge mitgeben? Es gibt ein paar Dinge, die kann man beachten, die aus unserer jahrelangen Erfahrung immer sehr gut helfen. Wichtig ist, dass man ehrlich zueinander ist und auch ehrlich ausspricht, was man fühlt. Also nicht das zu sagen, was man denkt, was der andere hören will, sondern wirklich bei sich zu bleiben, bei seinem eigenen Gefühl. Man sollte zuhören können und den anderen ausreden lassen, nicht bewerten. Alle Gefühle, die da aufkommen zum Thema Trauer, Sterben, dürfen sein. Keiner ist da geübt drin häufig. Das kann sein, dass da auch alte Gefühle hochkommen und die dürfen dann einfach auch rauskommen, ohne dass der andere die Aufgabe hat, das zu bewerten. Und wie häufig man darüber spricht, sollte man an den eigenen Bedürfnissen orientieren. Da bringt kein Vergleich zu anderen etwas. Man sollte auf sein eigenes Bedürfnis, auf seinen eigenen Instinkt hören, was einen gut tut. Für manche ist das sehr passend, jeden Tag darüber zu sprechen, da in die Tiefe einzusteigen, da viele Spaziergänge zu machen, um das zu verarbeiten. Für andere ist es so, dass sie sagen, ein Gespräch reicht mir und ich brauche dann erstmal ein paar Tage für mich, um darüber zu reflektieren, um für mich erstmal selber, wieder meine Gedanken zu ordnen. Da gibt es kein Richtig und kein Falsch, sondern man darf da auf sein Herz und sein Bedürfnis hören. Und der letzte Punkt, es ist immer wichtig, wenn einer natürlich eine Grenze setzt, die auch zu akzeptieren. Also wenn jemand eine Pause braucht, wenn ein Rückzug mal da ist, das zu kommunizieren, aber auch diese Grenze zu akzeptieren und zu sagen, okay, wenn dir das gerade hier alles zu viel ist oder auch selber vielleicht das Gefühl da ist, mir ist das alles zu viel, dann darf man das und sollte man das, damit bei dem anderen nicht ein ungutes Gefühl oder ein Missverständnis entsteht. Die nächste Frage ist, wie kann man wieder Freude in das Leben lassen, ohne so das Gefühl zu haben von Schuld? Na ja gut, Freude wird wahrscheinlich dann aufkommen, wenn die Traurigkeit nach und nach verarbeitet wurde. Und das hat ja nichts mit einem Verrat oder Schuld in Richtung des Verstorbenen zu tun. Denn letztendlich, das ist immer einfach gesagt, aber so ist es ja auch. So ist es ja nun mal. Der Verstorbene wird ja nicht sich wünschen, dass man selber keinen Spaß mehr im Leben hat und keine Freude mehr, sondern das ist uns ja allen bewusst, dass es dann weitergeht für die anderen, die zurückbleiben und die ja trotzdem ein gutes Leben voller Lebenssinn und Freude haben dürfen, auch wenn jemand verstorben ist. Es ist ja auch eine Form von Wertschätzung, finde ich, wenn man in Freude vielleicht auch zusammen als Paar an schöne Momente zurückdenkt, also nicht nur in Trauer, sondern auch in Freude und Scherzmacht und also diese Leichtigkeit auch in die Trauer mit einbindet. Ja, dann darf man sich erlauben, kleine Schritte zu machen und natürlich auch die Lebensmomente wieder zurückkehren zu lassen. Und bei uns in der Methode oder für unser Verständnis ist es ja so, dass Verstorbene einen Platz bekommen. Das bedeutet, dass wir ihnen innerlich sozusagen einen Platz geben, wie so in einem armen Stammbaum, wie die Toten, die Verstorbenen, wie Lebendige behandeln und letztendlich dadurch dafür sorgen, dass sie nicht einfach nur so weg sind, sondern innerlich einen Platz haben. Und das kann man sich vielleicht auch gut vorstellen, weil wenn man so innerlich hineinhorcht, dann kann man ja häufig Antworten bekommen, weil man die Verstorbenen ja trotzdem irgendwie im Ohr hat. Und gerade wenn die einem sehr nahe standen, dann kann man ja trotzdem den Opa befragen, die Oma befragen und wüsste, welche Meinung sie normalerweise dazu hätten oder welchen Ratschlag sie geben würden oder so was. Oder denkt dann in Momenten, wo jemand eigentlich dabei gewesen wäre vielleicht, an denjenigen und holt den innerlich dazu. Und das sorgt dafür, dass ein anderer Draht innerlich noch zu den Menschen besteht. Und das ist auch wichtig für unseren Energiefluss, denn so aus unserem Bild, kommt viel Energie aus den Ahnen, aus den Vorfahren. Und das ist ja in vielen Kulturen auch so, dass die Toten wie Lebendige behandelt werden, einen Platz bekommen und gefeiert werden. Wo eher ein freudiges Ritual ist, denn die haben ja schließlich dafür gesorgt, dass wir auf der Welt sind. Das zeigt zum Beispiel so ein Animationsfilm für Kinder, Coco, wie heißt der noch genau? Coco, Moment, ich habe es eben rausgesucht, nochmal Coco, Lebendiger als das Leben, wo es genau darum ja auch geht, dass dann die Toten da einen Platz bekommen, gefeiert werden und dass das dann eher ein ganz anderes Ritual ist. Und dadurch hat man eine andere Verbundenheit innerlich gefühlt. Bei uns ist manchmal das Gefühl, derjenige ist dann auf dem Friedhof und ist dann irgendwie weg. Und das ist ja physisch auch so, aber innerlich leben die ja weiter in uns. Mir hat es immer sehr geholfen, um diesen Platz so zu geben, so rein praktisch, dass ich so für mich das Ritual in der Familie so bei uns, eingeführt habe ja, dass wir an den Geburtstagen und den Sterbetagen von den Menschen, die nicht mehr da sind, zusammen was unternehmen, also meistens ja was essen gehen und dann auf die Person nochmal anstoßen, also so diese Wertschätzung in dem Moment haben. Und das ist für mich irgendwie so eine tiefe Form von Anerkennung und auch, dass die Menschen ihren Platz haben. Und ich finde irgendwann ab dem gewissen Punkt muss man für sich selber reflektieren, wann man soweit ist. Dann kann man probieren rauszukommen aus dem, was fehlt mir, aus dem Mangelgefühl und dem, das ist so schade, dass derjenige nicht mehr da ist, hin zu der Dankbarkeit, was man Positives zusammen erlebt hat. Also für die ganzen Momente, die man hatte zusammen, dafür dankbar sein, sich positiv zurückerinnern, also diese positiven Bilder holen und dankbar für das sein, was man gemeinsam hatte. Geht erst ab dem bestimmten Moment, aber dann mehr das Positiv, das Positive der gemeinsamen Zeit hervorheben, als dann sich mit dem Mangel und dem, derjenige ist nicht mehr da und das ist so schade zu beschäftigen. Und da erinnere ich mich an eine Nachricht, als du jetzt gerade den Satz sagtest, habe ich mal nachgeguckt, hat jemand aus unserem Freundeskreis mir eine Nachricht geschickt, damals vor zwei Jahren, als mein Vater verstorben ist. Und das ist eine Nachricht, die fand ich damals, als sie gekommen ist, sehr schön formuliert. Und das ist genau das, was du sagtest. Nämlich, es ging erst darum, dass derjenige gesagt hat, es tut mir leid, ich wünsche dir genügend Zeit, um den Verlust zu betrauern. Viel Freude an den schönen Erinnerungen und die Kraft, um nach vorne blicken zu können. Ja. Und das fand ich sehr berührend damals, weil diese ganzen Aspekte da drin stecken. Genau. Zeit zum Trauern, nach vorne blicken können, irgendwann wieder die schönen Momente erinnern. Genau. Ja, kommen wir zur letzten Frage. Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Dass Trauer natürlich das tägliche Leben erstmal beschäftigt, ist ja völlig normal. Und ich habe mich auch ganz, ganz viel mit irgendwelchen Trauermechanismen vor zwei Jahren nochmal neu auseinandergesetzt, wie man Trauer spürt, wie lang das geht und so weiter. Und da gibt es ja auch verschiedene Theorien darüber, die auch immer wieder verworfen werden. Und meiner Erfahrung nach ist, dass Trauer in Wellenform auftritt. Und dass aus meiner Coaching-Erfahrung nach es gut ist, sich professionelle Hilfe und Unterstützung zu holen, wenn man selber das Gefühl hat, man kommt aus der Trauer nicht mehr raus, man ist so tief im Leid drin, dass man ja eine Limitation im Leben dauerhaft spürt. Das wäre so der Moment, wenn man nicht merkt, okay, es wird besser, ich kann nach vorne schauen, nicht jeden Tag natürlich, noch nicht vielleicht am Anfang, aber dass ich eine Zuversicht habe, dass das Leben für mich weitergehen kann. Ja, so ein bisschen wie eine Heldenreise, das Ganze erst nach unten geht und dann kommt das Tal, aber dann geht es einen Schwung nach oben und dann wird es wieder gut. Das wäre in Ordnung. Aber wenn man merkt, es kommt ins Tal und man verweilt dort längere Zeit, dann macht es Sinn, sich dort begleiten zu lassen, psychologisch. Und da gibt es keinen bestimmten Zeitraum. Man hat ja früher ganz viel davon gesprochen, dass es so ein Jahr gibt, das erste Trauerjahr. Das wurde aber ganz häufig schon widerlegt, weil man halt festgestellt hat, dass das Trauer in Wellen verläuft. Dass es bei den einen elf Monate geht, bei den anderen zwei Jahre und dass es nicht ein Wert ist, den man so messen kann. Und ich glaube, wichtig ist auch der Aspekt, ich hatte damals ja auch mit unserem Ausbilder, Dieter Bischop, mich länger unterhalten, um auch meine eigene Trauer gut zu verarbeiten. Und da sagte er, es hängt auch ganz stark davon ab, mit was für einer Einstellung lebe ich jetzt weiter zum Tod. Lebe ich in dem Gefühl, ich möchte jemandem eigentlich liebsten nachfolgen? Also es macht für mich jetzt auch keinen Sinn. Sinn mehr und am liebsten würde ich auch sterben. Denn es ist eine ganz andere Dynamik, als wenn ich sage, ich bin traurig und ich vermisse jemanden. Und das ist jetzt gerade eine ganz schmerzhafte Situation. Das wäre zum Beispiel auch etwas, wo man näher raufschauen dürfte, wenn man sagt so, ich sehe für mich hier keinen Platz mehr auf der Welt. Genau, haben wir ja auch einen Namen sozusagen bei uns im System Empowering, das ist die Nachfolgedynamik in den Tod. Und das ist ja auch ein Punkt, wenn wir auf professionelle Hilfe schauen, geht es ja nicht nur darum, um die Trauerbewältigung, sondern auch, was macht das mit uns als Paar? Und wenn man sich jetzt vorstellt, dass vielleicht der Partner, die Partnerin auf einmal solche Gedanken vielleicht äußert, das ist ja für einen selber auch sehr verletzend, dass man sagt, okay, anscheinend reiche ich nicht, um vielleicht irgendwie das, dass wir Lebenssinn gemeinsam gestalten, aber auch natürlich Ängste hervorruft. Absolut. Meint derjenige das ernst? Was bedeutet das? Und das kann natürlich auch für denjenigen dann in weiterführende psychische Erkrankungen, Depressionen hineinführen. Deswegen macht es durchaus Sinn, das nach einiger Zeit zu beleuchten und sich dann eventuell eben auch in der Paartherapie Unterstützung zu holen in Form von, dass man gemeinsam diese Thematiken aufarbeitet. Wie wir es eingangs schon sagten, ist das häufig ein Thema, meistens nicht initial, dass jemand deswegen speziell zu uns kommt, aber es gibt eben eine Krise und wenn man zurückblickt, dann wird häufig auch schon im Erstgespräch erwähnt, dass dort auch vor Jahren zum Beispiel der Vater gestorben ist und dann merkt man auch, wenn das erwähnt wird, wir haben das Erstgespräch dann ja per Zoom, dann sieht man auch, okay, das macht was mit der Person, dass es nicht verarbeitet, dann sagen die es meistens auch gerade schon, ich glaube, das steckt irgendwie noch in uns und in mir und da ist noch was und da sind noch Verletzungen auch zwischen uns offen, das sind eben Dinge, die was machen, weil es da auch häufig um die tiefere Bindung und das Vertrauen geht und die Verbundenheit, denn das ist ein emotionaler Ausnahmezustand und wenn der andere nicht so handelt, wie ich es mir gewünscht und erwartet hätte, dann entsteht in mir so eine große Frage, oh Mann, wenn nicht mal in so einem Ausnahmezustand der andere so handelt, wie ich es mir wünsche und mich vollumfänglich begleitet, puh, was ist denn da zwischen uns, also da kommen dann so weitere Zweifel auch auf, weitere Verletzungen und die Frage ins Vertrauen der Zukunft, was ist denn, wenn das und das passiert, dann bin ich dann wieder alleine davor und da entstehen viele Themen, Zweifel, Konflikte und eben Instabilität im Beziehungsfundament, was sich auch dann auf andere alltägliche Lebensbereiche übertragen kann. Ja, das denke ich war es mit der Folge, wir haben mal ein sehr intensives Thema gehabt, fand ich. Ich hoffe, wir haben viele Dinge gut rüberbringen können, weil ich finde das gar nicht so einfach, dass das wertschätzend und für jeden stimmig, glaube ich, rüberzubringen und dann auch zu versuchen, zwar Wissen, neue Blickwinkel und Ansätze zu vermitteln, ohne Gefahr zu laufen, Menschen zu sehr zu triggern mit dem Thema und ohne, dass Menschen, sich bewertet fühlen vielleicht oder sich in ihrer Meinung bewertet oder nicht wertgeschätzt fühlen. Ja, machen wir beim nächsten Mal ein fröhlicheres Thema, dass wir einen kleinen Switch mal machen und wechseln. Schön, dass ihr dabei wart und wir freuen uns dann, wenn ihr in der nächsten Folge wieder bei uns reingeht. Bis zum nächsten Mal. Tschüss.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Trauer und Tod sind empfindsame Themen, die in langjährigen Beziehungen oft als gemeinsame Herausforderung auftauchen.
  2. Die Reaktion auf einen Verlust hängt stark von individuellen Prägungen und der bisherigen Beziehung ab, was zu Missverständnissen und Konflikten führen kann.
  3. Fehlgeburten und frühe Sterbeereignisse verursachen tiefgreifende Emotionen und erfordern gemeinsame, offene Kommunikation.
  4. Es ist entscheidend, dass Partner sich in der Trauer emotional begleiten, Grenzen respektieren und keine Erwartungen vorab stellen.
  5. Trauer verläuft nicht linear, sondern in Wellen – eine dauerhafte Trauer erfordert professionelle Unterstützung.
  6. Der Verlust eines nahestehenden Menschen verändert das Leben und kann zu Verlustangst oder Verhaltensänderungen führen.
  7. Im gegenseitigen Verständnis und Anerkennung des anderen wird der Trauerprozess leichter verarbeitbar.
  8. Freude im Leben kann erst nach der Verarbeitung des Verlustes entstehen und ist ein Ausdruck von Dankbarkeit für gemeinsame positive Erinnerungen.

Summary:

Trauer und Tod sind zentrale, empfindsame Themen, die in langfristigen Beziehungen oft eine tiefgreifende Wirkung haben. Die Folge beleuchtet, wie Partner im Trauerprozess miteinander umgehen können, insbesondere bei Fehlgeburten oder frühen Sterbeereignissen, wo unterschiedliche Wahrnehmungen zu Konflikten führen. Es wird betont, dass Trauer nicht linear verläuft, sondern in Wellen auftritt und oft Jahre dauert – wobei die individuelle Verarbeitung von Prägungen, Erwartungen und emotionalen Grenzen abhängt.

Gemeinsame, offene Kommunikation, das Respektieren von Grenzen und die Anerkennung von Gefühlen sind entscheidend, um Vertrauen und Bindung zu erhalten. Professionelle Hilfe wird empfohlen, wenn die Trauer dauerhaft und überwältigend ist, zum Beispiel wenn ein Rückzug in das Leid langfristig bleibt. Die Verarbeitung führt schließlich zu einer neuen Lebenswahrnehmung, in der Freude, Dankbarkeit und positive Erinnerungen an gemeinsame Zeit eine zentrale Rolle spielen.

Der Verlust wird innerlich nicht als vollständige Abwesenheit, sondern als ein Bestandteil des Lebens und ein Platz in der persönlichen Geschichte angesehen. So kann die Beziehung nicht nur überleben, sondern sich durch die Herausforderung stärker verbinden.

FAQs

Gegenwärtig da zu sein, ihm zuzuhören und seine Gefühle zu akzeptieren, ist entscheidend. Wenn die Trauer gerade frisch ist, ist Präsenz und aktive Begleitung von größter Wirkung. Wenn es länger her ist, können gemeinsame Erinnerungsorte oder offenere Gespräche helfen.

Regelmäßige Kommunikation über die eigenen Gefühle und das Zusammenleben im Trauerprozess ist entscheidend. Es ist wichtig, das Thema nicht zu verdrängen und gemeinsam zu reflektieren, was für beide stimmig ist, um Vertrauen und Verbundenheit aufrechtzuerhalten.

Es ist wichtig, offen über die unterschiedlichen Erfahrungen und Emotionen zu sprechen. Der eine kann verdrängen, der andere verarbeiten – gemeinsam zu reflektieren und aufeinander zuzugehen, ist der Ansatz, der nachhaltig wirkt und Verletzungen vermeidet.

Wenn die Trauer tiefgreifend ist und du dich langfristig mit Leid und Limitationen auseinandersetzen musst, kann psychologische Unterstützung sinnvoll sein. Ein Zeichen dafür ist, dass du nicht mehr nach vorne schaust oder eine dauerhafte Depression beobachtest.

Weil es eine emotionale Ausnahmezeit ist, in der beide Menschen überlastet und verletzt sein können. Die Verletzungen aus der Vergangenheit und die unterschiedlichen Erwartungen an die Unterstützung führen oft zu Konflikten und Unverständnis.

Ja, Freude kann entstehen, wenn die Trauer verarbeitet wird. Der Verstorbene möchte nicht, dass das Leben ohne Freude weitergeht. Es ist eine Form der Wertschätzung, die gemeinsame positiven Erinnerungen in den Fokus zu rücken.

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