Trauer zerstört Beziehung und verstärkt die Distanz? So findet ihr aus der Krise!
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Trauer und Tod sind zentrale, empfindsame Themen, die in langfristigen Beziehungen oft eine tiefgreifende Wirkung haben. Die Folge beleuchtet, wie Partner im Trauerprozess miteinander umgehen können, insbesondere bei Fehlgeburten oder frühen Sterbeereignissen, wo unterschiedliche Wahrnehmungen zu Konflikten führen. Es wird betont, dass Trauer nicht linear verläuft, sondern in Wellen auftritt und oft Jahre dauert – wobei die individuelle Verarbeitung von Prägungen, Erwartungen und emotionalen Grenzen abhängt. Gemeinsame, offene Kommunikation, das Respektieren von Grenzen und die Anerkennung von Gefühlen sind entscheidend, um Vertrauen und Bindung zu erhalten. Professionelle Hilfe wird empfohlen, wenn die Trauer dauerhaft und überwältigend ist, zum Beispiel wenn ein Rückzug in das Leid langfristig bleibt. Die Verarbeitung führt schließlich zu einer neuen Lebenswahrnehmung, in der Freude, Dankbarkeit und positive Erinnerungen an gemeinsame Zeit eine zentrale Rolle spielen. Der Verlust wird innerlich nicht als vollständige Abwesenheit, sondern als ein Bestandteil des Lebens und ein Platz in der persönlichen Geschichte angesehen. So kann die Beziehung nicht nur überleben, sondern sich durch die Herausforderung stärker verbinden.
Wir beschäftigen uns in unserem Podcast ja regelmäßig mit belastenden Themen.
In dieser Folge geht es um das Thema Trauerbewältigung, Sterben, Tod, Fehlgeburten.
Das heißt, wenn diese Themen dich stark triggern, weil dort unverarbeitete Dinge in dir vorliegen,
dann würde ich empfehlen, diese Folge nicht zu hören oder zu sehen.
Beziehungsweise, wenn dich das Thema doch intensiv interessiert, weil es auch für deine Beziehung wichtig ist,
dann schaut und hört diese Folgen begleitet durch Personen, die euch nahestehen.
Und dann sollte das in euch etwas auslösen und triggern, ihr entsprechend begleitet werden könnt.
Wir haben heute ein sensibles Thema und da kommt man ja nicht dran vorbei, wenn man eine langjährige Beziehung führt.
Irgendwann im Laufe der Beziehung wird es zu Trauerfällen kommen.
Und da ist die Frage, wie geht die Beziehung, wie geht man gemeinsam damit um?
Wir haben ja auch schon einige Trauerfälle bei uns gehabt.
Haben wir gerade mal reflektiert.
Bei mir zwei Omas und ein Opa.
Der andere Opa ist schon gestorben.
Da hatten wir noch keine Beziehung miteinander.
Und bei dir deine Schwester und dein Vater, ne?
Ja.
Deine Omas und Opas waren vorher schon alle verstorben, ne?
Ja, die waren vorher schon alle verstorben, genau.
Da hast du niemanden kennengelernt.
Und genau, 2014 ist meine Schwester verstorben und 2022 mein Vater.
Und der Tod von meinem Vater ja auch relativ frisch ja noch, ne?
Eine Trauer, die noch nicht so lange her ist.
Und die uns als Paar, würde ich sagen, in der Gegenwart am meisten noch begleitet, ne?
Oder in Erinnerung ist.
Ja, mit meinen Omas und Opas ist auch schon sehr lange her.
Und da muss man ja auch anders nochmal sagen, die waren ja auch schon sehr alt.
Das ist dann irgendwann ja der Lauf der Zeit.
Die Schwester, die war ja gefühlt. Die war ja gefühlt noch nicht dran.
Nein.
Das war ja viel zu früh.
Ja.
Und dein Vater ja eigentlich auch nicht.
Ja.
Wenn man in den 60ern heutzutage stirbt, ist es ja eigentlich zu früh.
Ja.
Eigentlich fehlen dir ja locker 10, eher 20 Jahre, die man ja normalerweise noch hätte.
Aber ich habe das Gefühl, dass in unserer Beziehung die Trauer schon öfters ja auch,
oder das Sterben und der Tod eine Rolle gespielt hat.
Also gerade, was ich mitbringe aus meiner Familie, gab es ja leider auch schon einige Situationen, ne?
Sei es der Krankheitsweg.
Mit meiner Schwester, wo wir ja auch schon ein paar Jahre zusammen waren,
der ja auch sehr intensiv war, wo wir beide uns ja auch als Paar viel mit dem Thema sterben.
Wie ist es so früh zu sterben?
Denn auch natürlich so die Ehe von meiner Schwester zu sehen,
wie ist das für den Partner, wenn jemand stirbt?
Das haben wir ja auch als Paar so miterlebt.
Und dann auch noch Krankheiten, wenn ich jetzt an meinen Bruder denke.
Da gab es ja auch in unserer Beziehung schon ein, zwei Momente, wo der in Lebensgefahr war.
So die Notfälle meinst du?
Genau.
Genau.
Genau.
Genau.
Genau.
Wo man aber auch wieder, finde ich, sich auch schon mit einer so einer Vortrauerphase mal beschäftigt und sagt,
okay, das ist jetzt hier in einem Bereich, wo es einfach auch vorbei sein könnte.
Und natürlich der doch recht plötzliche Tod, muss man sagen, von meinem Vater,
der wiederum ja auch schon in einigen Situationen im Leben war, wo er ja kurz davor war, mal zu sterben.
Und wir uns deswegen, glaube ich, als Paar auch schon öfters über Tod und Sterben,
unterhalten haben.
Aber rückblickend würde ich sagen, war es denn doch krass, als es denn vor zwei Jahren passiert ist und er dann wirklich gestorben ist.
Und in dieser Folge soll es darum gehen, was macht das mit der Beziehung und wie kann man das gemeinsam durchlaufen, durchleben, diese Phase und sich vielleicht auch gegenseitig unterstützen und das begleiten.
Und vielleicht auch, was resultiert so daraus?
Wie geht man damit um?
Zum Beispiel, als deine Schwester dann 2014 gestorben ist.
Das haben wir ja dann auch überlegt, dass wir andere Entscheidungen treffen und vielleicht manchmal ein bisschen risikofreudiger werden zugunsten, sich lebendiger zu fühlen und mehr zu erleben.
So das Thema der Tod als Ratgeber, wie unser Ausbildungsleiter Dieter Bischop auch öfters ja schon erwähnt hat.
Was macht der Tod mit einem, der Tod als Ratgeber?
Was nimmt man mit für sich?
Ja, wenn ihr es an dieser Stelle zuhört, seid ihr im Podcast.
Der Lebensidealisten angekommen.
Mein Name ist Florian.
Ich bin Ina.
Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise hinein in eine glückliche und harmonische Zukunft.
Ja, das Thema.
Trauer haben wir auch häufiger mal in Coachings.
Also gerade muss ich sagen, nachdem ich diesen Trauerfall in der Familie hatte oder wir in der Familie hatten, kamen, und ich glaube, das ist kein Zufall, das soll manchmal im Leben so sein, kamen ein paar Paare auch bei mir ins Coaching, die nicht hauptsächlich das Problem der Trauer hatten, aber wo das auch ein Bestandteil war.
Warum eine Distanz da war, wo Enttäuschungen und Verletzungen waren.
Und das ist auch so.
Der Grund, warum wir uns jetzt entschlossen haben, in dieser dunklen und düsteren Jahreszeit das Thema Trauer mal dazuzunehmen.
Und es ist auch ein wichtiges Thema.
Ich glaube, Trauer und Tod ist in unserer Gesellschaft, so ist mein Eindruck, immer sehr weit weg.
Und man ist immer so ein bisschen überfordert und auch so ein bisschen überrascht, wenn man diese Bubble Sterben, Trauer eindringt, wie heftig das doch ist und was für eine Traurigkeit in einem drin sein kann.
Und natürlich dann auch, wie geht man als Paar damit um?
Und das finden wir dann ja in der Arbeit wieder, wenn wir dann die Zeitlinie durchgehen und alte emotionale Verletzungen lösen, die noch in einem drinstecken, die man verdrängt hat, dann kommen wir eben immer wieder auch auf solche Dinge.
Meistens für die Beziehung und auch für die Person selbst.
Also durchaus gibt es da noch was nachzuverarbeiten bei der Traurigkeit.
Ja.
Entweder war keine Zeit dafür da, es gab keinen Raum dafür, es gab so viele andere Dinge.
Es war in der Partnerschaft nicht okay.
Wir haben gerade letztens, ich weiß gar nicht, haben wir drüber gesprochen oder war es im Coaching?
Doch, wir haben drüber gesprochen.
Es ging darum, dass man ja gefühlt auch eine Frist hat, bis der dann Traurigkeit erlaubt ist.
Ja.
Und ab dann ist das so, jetzt muss man doch auch mal drüber hinweg sein, jetzt muss auch mal gut sein.
Und wenn man dann in dieser ersten Phase vielleicht so viel zu tun hat.
Wenn man dann familiär, dass dafür kein Platz ist, dann hat man innerlich das Gefühl, ich habe keine Zeit, keine Erlaubnis, keinen Raum, traurig sein zu dürfen.
Und wenn man dann eine gewisse Zeit hat verstreichen lassen und möchte dann Traurigkeit verarbeiten oder dann kommt das hervor in diesen Momenten, weil man es ja verdrängt hat,
dann ist so häufig das Feedback, Mensch, jetzt ist er doch schon zwei Jahre tot, jetzt ist er auch mal gut, jetzt reicht es doch auch mal mit der ganzen Traurigkeit.
Irgendwann musst du doch mal losgehen.
Und was meine Erfahrung auch ist, dass man ja auf so eine Situation als Paar auch nicht so vorbereitet ist, dass man sagt, okay, ich ziehe jetzt den Zettel da raus und ich verhalte mich in der Trauer so und so und erwarte von dir, wenn so etwas Schlimmes passiert, dass du das und das machst, sondern das ist ja, denn in dem Moment ist man so geschockt, traurig in einem Ausnahmezustand, je nachdem natürlich, wer das ist, wer der Trauerfall ist in einem Leben.
Und man hat ganz viele Bedürfnisse, die man klar ausspricht, vielleicht auch Unterstützung, aber auch ganz viel, was man nicht ausspricht und was aber man sich vielleicht wünscht und da gibt es so ganz viel Zwischengeräusche.
Ich finde, das ist so eine sensible Phase und das ist für viele Paare auch ganz schwierig und das kann ich auch total verstehen, sich da zu verbinden.
Wenn ich jetzt zum Beispiel an unsere Situation denke, als mein Vater gestorben ist, das ging alles innerhalb eines Tages, das ging sehr schnell, am nächsten Morgen saßen wir zusammen beim Bestatter.
Und das war irgendwie wie so ein Traum, wo wir uns irgendwie nicht rausbewegen können, so ein schlechter Traum, wo man denkt, okay, man kommt kaum zum Sprechen, man ist traurig, man muss Entscheidungen treffen, man muss sich kümmern, aber irgendwie will man auch sich mit dem anderen verbinden, also so ganz wie ambivalente Gefühle in einem und wo man irgendwie die Hoffnung hat, der andere trägt endlich die Zeit durch, obwohl der andere natürlich meistens auch in einer bestimmten Phase der Trauer natürlich selber auch drin hängt.
Ja, bevor wir gleich mal zu den Herausforderungen für die Beziehung kommen, hier mal kurz der Hinweis, wenn ihr vielleicht schon mehrere Folgen von uns gehört habt und hört auch diese bis zum Ende und ihr nehmt für euch gute Impulse mit, dann freuen wir uns sehr, wenn ihr bei Apple oder Spotify eine Bewertung hinterlasst und wenn ihr bei YouTube diese Folge seht, dann schreibt doch gerne was in die Kommentare oder abonniert unseren Kanal.
Ja, auf jeden Fall.
Ja, auf jeden Fall.
hunderte Kilometer entfernt und hat sich einmal im Jahr alle zwei Jahre vielleicht mal
sehen, ab und zu telefoniert.
Es gab zum Geburtstag und zu Weihnachten
ein Päckchen, aber eigentlich ist da
keine so richtige tiefe Bindung entstanden.
Und jetzt
fragt sich der eine, Mensch,
das war doch nur
deine Oma. Warum ist das denn
so schlimm für dich? Und der andere
sagt, hey, das ist deine Oma.
Du musst doch tief traurig sein.
Das ist doch so eine wichtige Person
in deinem Leben, weil die einfach
so unterschiedlich dann sind, wie die
Bindung ist und entsprechend
muss die
Trauer dann unterschiedlich verarbeitet
und das kann für Missverständnisse
sorgen, das kann zu Konflikten
führen, Unverständnis kann da sein
und da muss man aufpassen,
dass man dem anderen
quasi sein Gefühl lässt.
Wir haben jetzt bei Trauer
meistens über Personen gesprochen,
die ja schon auf der Welt
waren. Großes
Thema ist aber auch das Thema Fehlgeburt,
was ja auch gar nicht
wenig Paare leider mal
begleitet.
Und auch da kann es
zu Problemen
und Missverständnissen kommen, weil
die unterschiedliche Wahrnehmung auch da ist.
Für den einen,
meistens auch für die Frau, die
ist mit dem Kind meistens ja auch am Anfang der
Schwangerschaft schon eng verbunden.
Und für den Mann ist das dann eher
etwas Medizinisches noch.
Und ich hatte schon ein paar Fälle im Coaching,
wo die Frau gesagt hat, das hat eine Verletzung
gemacht, dass du so ganz
anders mit der Fehlgeburt umgegangen bist,
wie ich damit umgegangen bin.
Ich habe das Gefühl gehabt, für dich war das noch
kein Kind, es war kein Baby.
Das war wie so ein Eingriff
und dann ist das Kind nicht mehr da.
Naja gut, da kommt ein nächstes
Jahr vielleicht und
das ist auch häufiger mal ein Thema im
Coaching, der Umgang mit Fehlgeburten.
Und auch da die Missverständnisse, die daraus entstehen,
häufig in diesen Zwischentönen.
Also, dass man nicht miteinander
spricht, dass jeder denkt,
naja, der andere fühlt das auch so.
Wie du gerade
sagtest, es ist ja nur
die Oma oder es ist
ja nur die und die
Schwangerschaftswoche.
Man hat ja noch gar nichts gesehen.
Also da sind ja auch ganz viele verletzende
Sachen, die da gesagt werden können,
wo man sagt, oh, hätte ich jetzt nicht
von dir gedacht. Da geht es auch wieder so um diese
Menschenkenntnis, die man in der Beziehung
denkt, übereinander zu haben.
Das ist sicherlich
herausfordernd, die Situation, weil
für den Mann ist das alles noch sehr
abstrakt. Natürlich sieht man Bilder
und ab einem gewissen Moment hört man
einen Herzschlag. So richtig greifbar
wird es, wenn der Bauch mehr da ist und man
zu dritt spürt, dass da
wirklich Leben drin ist, weil es ja
insgesamt irgendwie schwierig
zu greifen ist, dass in einem ein neuer
Mensch entsteht, aus einem selber heraus.
Und
da müsste man betrachten, wie sieht man
das aus unserer Coaching-Brille
und aus unserer Systematik?
Nämlich ab dem Moment, wo
quasi der Schwangerschaftstest
Ja sagt oder das der Gynäkologe
bestätigt, würden wir
sagen, dass Elternpaar besteht.
Ab dem Moment ist man schon Eltern
geworden. Deswegen
ist es eben so, dass man in unserer
Methodik ganz streng genommen auch
nachher sagt, dass jeder ja auch einen
Platz bekommt. Zum Beispiel
haben wir im Umfeld
der Coaches ein Paar,
die hatten auch eine Fehlgeburt
und das war das erste
Kind und
jetzt gibt es inzwischen
zwei lebende Kinder
und das sind Kind 2 und 3 und die
sagen, sie sind Eltern von drei Kindern.
Nur eines davon ist eben
nicht auf der Welt. Und das
ist eben dieses Ein-Platz-Geben,
wozu wir auch vielleicht nachher nochmal kommen,
wenn es allgemein ums Trauerverarbeiten geht.
Das ein Part bei uns ist,
den Menschen einen Platz zu geben innerlich,
auch wenn sie nicht mehr physisch
auf der Welt sind. Ja, du hast das
erwähnt. Wir saßen
dann am nächsten Tag schon beim Bestatter
und das bedeutet Trauer
oder solche Trauerfälle gehen ja auch
mit weiterführenden Belastungen
einher, bei der
sich dann wieder viele
Erwartungen auch
ergeben. Die Erwartung,
wie unterstützt mein Partner mich?
Wie viel Zeit nimmt er sich?
Nimmt er sich spontan
dafür Urlaub? Was passiert?
Geht er einfach weiter zur Arbeit?
Ich muss die Dinge alleine regeln.
Vielleicht auch Enttäuschung, wenn man
merkt, oh Mann, meine Eltern
haben gar nichts geregelt.
Jetzt muss ich alles entscheiden.
Da sind ja viele Belastungen,
die noch zusätzlich kommen, neben der
Trauer, um was man sich auf einmal alles
kümmern muss, wenn man alles
benachrichtigt. Und da sitzt man
davor so Fragen wie, sollen wir
jetzt eine Anzeige in der Zeitung schalten
oder nicht? Und dann überlegt man sich
und hört dann so,
Visitenkartengröße kostet
500 Euro. Da denke ich so, was?
500 Euro für eine Visitenkarte? Krass.
Und dann überlegt man sich,
wie würde er das denn
wollen? Und wie viele Menschen kennt er, die
diese Zeitung bräuchten, um davon zu erfahren
und die das begleiten wollen würden?
Und macht das Sinn? Oder kennen wir vielleicht
alle Menschen, die man benachrichtigen müsste?
Und wir würden alle, für die das
relevant ist und die bei der Trauerfeier dabei
sein wollen würden, könnten wir die
auf direktem Wege benachrichtigen.
Und das sind alles so Dinge,
über die man sich dann nach und nach Gedanken machen muss.
Und ich finde immer, das sage ich auch
immer im Coaching, Trauer kann einen
dicht zusammenbringen oder auseinanderbringen.
Weil es ist wie
so ein neues Projekt, hart gesagt,
was so entsteht, meist ja
zum Glück oder leider
spontan.
Und in dieses Projekt muss
man zeitlich bedingt sofort einsteigen.
Also man kann ja nicht sagen,
jetzt gehe ich nicht zum Bestatter,
mache ich erst in anderthalb Wochen, das passt mir besser,
weil ich bin jetzt erstmal traurig, die Chance hast
du ja nicht.
Und das ist zum Beispiel etwas, was ich
manchmal schwierig finde, wenn man
halt so ein Basisgefühl hat,
wie wir das nennen, was hochkommt.
Traurigkeit, Wut,
Enttäuschung,
Überforderung, also Angst.
Und man
möchte eigentlich den
Rückzug machen, aber man
kann es nicht machen und
fühlt sich dann ja hilflos und
hat dann natürlich auch Erwartungen an den Partner.
Also jetzt zum Beispiel
ganz persönlich die Situation,
dass wir zusammen nochmal in die Wohnung
von meinem Vater gefahren sind und
dann die Sachen, was er da anziehen
soll, zum Bestatter gebracht haben,
da war ich in dem Moment total
überfordert. Da habe ich gedacht so, okay,
ich kann ja jetzt nicht
zum Kleiderschrank gehen und da die Sachen raussuchen
und ich kann, also ich konnte das nicht.
Ich habe in dem Moment gedacht so, das ist für mich jetzt
hier ja gerade unpassend.
Ich auch so ein bisschen so Wut,
ich will das jetzt auch gar nicht, das geht mir jetzt ja
alles zu schnell, aber es musste
gemacht werden und da fand ich das zum Beispiel
auch dann so
verbindend, dass du da standst und gesagt hast,
als ich sagte,
ich kann das nicht und du gesagt hast, okay,
dann nehme ich das raus und das du in die Hand
genommen hast und gesagt hast, okay, wir müssen
jetzt was aussuchen, wir machen das jetzt
so und so, ich habe schon das und das zusammengepackt.
Also wenn man nicht mehr
sprechen kann oder wenn man sagt so, ich kann das
jetzt nicht, dass der andere dann
auch die Zwischensignale
wie Rückzug und so weiter oder
Überforderung wahrnehmen kann.
Aber das ist, glaube ich, ganz, ganz schwierig,
weil das ganz
viel mit dem Fundament der Beziehung zusammenhängt,
wie tief hat man das Verständnis für
einander, was ist die eigene Prägung zum
Thema Trauer, wenn du jetzt eine starke
Prägung hättest bei dem Thema Trauer, dann würde dich
mein Verhalten in dem Moment ja total antriggern.
Das wäre eine mega Herausforderung für uns beide,
dann würden wir beide da stehen und werden überfordert.
Und das
entscheidet eben genau darüber, also kann
ich das Gefühl des anderen zulassen,
kann ich dann sehen,
ob eine Unterstützung gebraucht wird oder nicht
und kann natürlich auch
dieser Hilfewunsch
und die Erwartungen, kann das verbalisiert
werden, also kann jemand das offene
aussprechen und sagen,
wie es ihm wirklich gerade innerlich geht,
wozu er sich in der Lage fühlt und wozu
nicht, kann jemand für
sich selber dann auch seine Grenzen
wahren und sagen,
da ist gerade meine Grenze, das schaffe
ich gerade mental nicht
und könntest du ab dem Moment übernehmen
oder ist man eher so gestrickt, dass man durchziehen
muss und irgendwann
kommt dann so die große
Flut der Emotionen eher später,
weil man erstmal in so einem funktionalen Modus
ist. Ja, gegenteilig,
kann natürlich dann das Gefühl entstehen des
Alleinseins, wenn die Erwartungen
nicht erfüllt werden
oder was auch entstehen kann
ist, dass jemand lösungsorientiert
begleitet und
die ganzen sachlichen Themen sozusagen alle
mitregelt, die zu regeln sind,
aber die emotionale
Begleitung fehlt und jemand sich emotional
nicht abgeholt fühlt und das
ist auch etwas, was dann regelmäßig zum Konflikt
führt, dass der eine
im Rahmen seiner Möglichkeiten
und Ressourcen alles reingegeben hat,
nämlich sachlich geholfen
hat und sagt, Mensch,
ich habe doch so viel getan, kannst du das nicht sehen?
Und der andere sagt, naja, ich habe
mir eigentlich noch was anderes gewünscht. Ich wollte eigentlich
mehr emotional bei der Traurigkeit
begleitet werden und das fehlte
mir. Das ist sehr häufig im Coaching,
finde ich, so bei der Thematik,
dass zum Beispiel im Thema Fehlgeburt
die Frauen sich häufig alleine
fühlen mit dem Thema
und ich schon, das fällt
mir spontan zweimal ein,
die Situation hatte, wo der Mann gesagt hat,
wieso warst du denn alleine? Ich habe dich doch
dahin gefahren, ich habe gewartet, ich habe dich
wieder abgeholt, ich habe mich
bei der Arbeit deswegen freigedommen.
Also wie du schon sagst, dieses, ich habe
ja geholfen,
und sie sagt, ja, du hast mich hingefahren und hast mich vor der
Praxis da rausgelassen und du hast mich abgeholt,
aber wir haben
darüber nicht gesprochen
und das im Gefühl, denn als alleine
sein oder
alleine im Gefühl sein abgespeichert
worden ist.
Also es geht bei der Frage wieder darum, was
ist der Liebespaar-Moment.
Und beim Liebespaar
möchte man eben diese emotionale Begleitung
haben und die emotionale Tiefe
und wenn das jetzt jemand
Fremdes, ein Taxifahrer machen würde,
ein Uber-Fahrer, ein Chauffeur, was auch
immer, der würde einen eben hinfahren,
auf einen warten und zurückbringen,
würde das also quasi auch sachlich
begleiten, aber
das ist eben nicht das, was wir von unserem
Liebespartner wünschen
in der Situation auch.
Das ist auch eine sehr nette Geste
und das ist auch gut und das kann man
anerkennen, wenn derjenige sich dafür
Zeit nimmt, vielleicht auch Urlaub nimmt und so
weiter, aber von unserem
Liebespartner wünschen wir uns doch noch etwas
mehr. Und nicht zu unterschätzen
ist die Folge, dass
daraus eben eine Verlustangst
entstehen kann und
man noch längere Zeit
mit dem Thema zu tun hat,
vielleicht auch sein Verhalten ändert.
Sein Verhalten in
manchen Situationen ist vielleicht
risikobewusster,
limitiert vielleicht
die Kinder mehr, weil man
Sorge hat, es könnte was passieren,
ist vielleicht auch in der Beziehung teilweise
anders unterwegs.
Das hatte ich auch schon mal im Coaching, da hatte
auch eine Frau ihren Vater verloren
und hatte daraufhin eine Verlustangst
entwickelt und war ganz besorgt
um die Kinder, dass den Kindern was passiert.
Und das war für den Mann am Anfang
auch verständlich so, ganz frisch.
Nachher hat er das aber als starke
Belastung für die Familie empfunden,
weil er gesagt hat, vor einmal
habe ich so Horrorszenarien gehört
von dir, was mit den Kindern passieren könnte, warum dir die
Sorgen machst.
Und das hat mich dann auch
ins Leid gebracht.
Weil ich dann auch drüber nachgedacht
habe, oh Gott, wie wäre das denn, wenn
und eigentlich will ich mich damit gar nicht so
auseinandersetzen.
Und ich habe dich dann nochmal in der Trauer,
das fand ich auch sehr berührend, nochmal als ganz
andere Menschen kennengelernt.
Also er hatte gesagt, er hatte immer
gedacht, sie würde anders damit umgehen.
Das hat sie immer sehr wütend gemacht, weil sie gesagt hat,
wie hast du denn gedacht, reagiere ich, dass mir das egal
ist. Da war so ganz viel so, was denkst
du denn, soll ich mich jetzt zusammenreißen?
Denkst du jetzt, ist alles wieder
gut?
Und dann hat er gesagt, nee, das glaube ich nicht, aber
ich hätte nicht gedacht, dass dich das so
überwältigt.
Und dass das so lange geht.
Ja, das sind so die zwei
Dinge, wozu man eigentlich gar kein
Gefühl vorab äußern kann.
Man weiß gar nicht, wie es sich anfühlt,
Eltern zu werden,
wenn man es nicht erlebt hat. Und man weiß nicht,
wie es sich anfühlt, wenn ein
nahestehender Verwandter stirbt.
Weil das eben auch etwas völlig
Abstraktes ist, bis es dann
eintritt und dann bleibt es immer noch abstrakt.
Gefühlt sind die Menschen dann
irgendwie eher im Urlaub
oder unterwegs. Das dauert so lange,
bis das ankommt, dass jemand
wirklich nicht mehr erreichbar ist
und nicht einfach nur unterwegs ist.
Und ich denke, das
kann man vorab
sich nicht überlegen, wie denn der
andere mit Traurigkeit denn umgeht.
Weil man es eben für sich selber auch nicht wirklich
weiß. Und deswegen
sollte man da gar keine Erwartungen eigentlich haben,
sondern einfach das nehmen, was da
kommt. Und das ist okay,
was da gebraucht wird.
Ich hatte mal eine Hebamme im Coaching,
das ist schon ein paar Jahre her. Und die hat mal gesagt,
und da habe ich wirklich jahrelang noch drüber nachgedacht,
manchmal ist es ja so, dass was auch
im Coaching gesagt wird von den Paaren,
die das mitbringen, berührt einen ja auch, denn so
im Nachgang. Und sie sagte,
ihrer Erfahrung nach ist Geburt
und Sterben die beiden
Vorgänge im Leben halt immer
noch so eine magische Welt, wo wir noch
keine vollkommenen Erklärungen
haben, warum etwas
passiert, wie etwas passiert, wie unsere
Gefühle sind. Also da haben wir keine Kontrolle
drüber in dem Sinne.
Und sie sagt, und das ist ihrer
Erfahrung nach so schwer für die Menschen, weil
wir doch so viel eigentlich schon
in Kontrolle haben. Aber
diese ganz krassen Lebenserfahrungen
mit so viel Emotion,
da kann so viel passieren.
Unser Sohn hat letztens versucht,
zu ergründen, was denn
gewesen wäre, wenn wir uns früher oder
später für ein Kind entschieden hätten,
ob dann,
wenn das früher oder später gewesen wäre,
ob das auch er geworden wäre.
Also ob auch seine
Identität dabei für ihn rausgekommen
wäre, oder ob da eine andere
Identität entstanden wäre zu einem anderen
Zeitpunkt. Finde ich
sehr spannend, die Frage.
Gibt es natürlich gar keine Antwort drauf.
Das hätte mich jetzt interessiert. Was war deine Antwort darauf?
Naja, für ihn war natürlich die Antwort,
dass das auch dann eher entstanden wäre.
Ja. Genau. Aber
das weiß ich natürlich
nicht. Keine Ahnung, wer dann entstanden
wäre, wenn das jetzt
sechs Monate früher gewesen wäre oder
drei Jahre später. Naja, aber man ist ja in
unterschiedlichen Lebensphasen im
Leben. Und ich glaube auch, wo man
unterschiedliche Prägungen hat oder unterschiedliche Themen
hat. Ich glaube schon, dass das so einen als
Mutter und Vater beeinflusst, wie man ist.
Aber natürlich von der Persönlichkeit, wie
das Kind ist, das glaube ich auch. Das ist
gleich, ja.
Ja, das ist
ja eine Q&A-Folge.
Wir haben so die
fünf meisten Fragen, die im
Coaching auftreten und die
auch online gesucht werden, mal
zusammengestellt und wollen da heute mal
näher drauf eingehen.
Die erste Frage ist,
was kann man tun, wenn der Partner
leidet? Wie unterstütze ich
optimal?
Das ist gar nicht so eine leichte Frage,
weil ich finde, da fehlt eigentlich noch so ein bisschen
Inhalt. Also, wenn
der Partner oder die Partnerin leidet, ist immer
auch die Frage, ist so etwas wie
ein Trauerfall jetzt gerade ganz
frisch oder ist das etwas,
was schon etwas länger her ist,
wo man ein bisschen Abstand so hat. Ich finde,
daran orientiert sich häufig auch die
Hilfe. Also, wenn etwas ganz frisch
passiert ist und ich möchte
dem helfen, weil der ganz akut
im Leid ist, dann
ist es natürlich in erster Form immer wichtig,
ganz akut da zu sein.
Also, wirklich in Präsenz auch
da zu sein und einfach auch
den anderen,
zu beobachten, zu schauen, was sind
die Erfahrungen, die ich bisher hatte,
was dem anderen gut getan hat und was kann ich
vielleicht anbieten? Wenn ich wüsste,
zum Beispiel, du bist jemand, der gerne,
wenn es ihm nicht gut geht, in den Arm genommen wird,
dann wäre das wahrscheinlich auch etwas, was ich
in dem Moment erstmal machen würde.
Also, in den Arm nehmen, ein Gespräch anbieten,
aber auch einfach da sein,
begleiten,
dem anderen das Gefühl geben, dass er sicher
ist oder sie sicher ist, damit die Trauer
auch zugelassen werden kann.
Das ist so eine akute Situation.
Also, es geht ja immer
um die Anerkennung vom Leid.
Wenn jemand in der Trauer
ist und das jetzt schon ein bisschen länger her ist,
finde ich, kann man noch andere Dinge tun.
Da ist es sowas wie zum Beispiel zusammen
zum Friedhof gehen oder zusammen
nochmal dahin gehen oder anbieten,
wo die Person
schöne Erinnerungen hat mit der
verstorbenen Person, ob man da nochmal hinfahren
möchte und auch
einfach fragen, was kann ich für dich tun?
Was wird gebraucht? Brauchst du gerade Entspannung?
Brauchst du gerade
Abwechslung? Wonach ist
dir? Also, flexibel
zu sein und sich auf den anderen komplett
einzulassen und nicht zu deckeln,
wie wir das nennen, nicht zu sagen, ja, es ist
mal gut, wollen wir jetzt ins Kino gehen?
Kino lenkt dich doch ab.
Genau, ablenken
ist natürlich immer das Thema verdrängen.
Das kann natürlich zwischendurch mal gebraucht werden, aber es geht
ums Verarbeiten und dafür
dem Partner Raum geben,
Raum organisieren,
vielleicht mal die Kinder
eine Zeit lang übernehmen,
dass da wirklich Raum ist zum traurig
sein und zum Verarbeiten.
Die zweite Frage ist,
was kann man tun, damit man sich als
Paar im Trauerprozess nicht
verliert?
Kommunikation.
Also sich regelmäßig darüber
austauschen, wie das Gefühl ist,
wo man gerade steht, das gemeinsam
reflektieren und eben
auch das Thema innerhalb der Beziehung
nicht tabuisieren.
Das ist ja eine
häufige Frage,
die man innerlich hat.
Spreche ich das nun nochmal an
und triggere damit vielleicht wieder die Trauer
oder spreche ich das einfach an
und wir reden darüber, wie es denn gerade ist?
Also dass manchmal so der Zweifel
endlich ist, es besser, das auszusprechen
und nochmal zu thematisieren
und zu fragen oder ist es besser,
das ruhen zu lassen und eher nicht
nochmal nachzuhaken, weil ich was triggere
und da wir ja verarbeiten und nicht
verdrängen wollen, sind wir fürs
Aussprechen. Aussprechen, was ist,
das thematisieren und dann
im Zweifelsfall lieber begleiten
und wieder fragen, was brauchst du?
Wo stehst du?
Soll ich dir ein bisschen mehr Raum geben?
Traurig zu sein? Brauchst du Unterstützung?
Sollen wir etwas Gemeinsames unternehmen,
um die Verarbeitung
vielleicht zu fördern? Gemeinsam mal
zum Grab fahren? Gemeinsam,
was du eben auch schon sagtest, so Erinnerungsmomente.
Was braucht es,
um die Trauer zu verarbeiten?
Vielleicht auch mal ganz offen fragen,
ob das okay ist,
wie man sich bisher verhalten hat.
Oder ob andere Erwartungen da sind.
Weil vielleicht ist derjenige, der gerade
in diesem Trauerprozess ist,
auch nicht so umsichtig und ist ja auch sehr
mit sich vielleicht gerade beschäftigt und kann
auch nicht alles so gut ausdrücken.
Wie ist das denn für dich?
Hast du das Gefühl, ich habe dich so in dem
Trauerprozess gut begleitet?
Wünschst du dir was anderes von mir?
Fehlt dir etwas? Einfach mal zu fragen,
ob alles gut ist, wie es gerade
läuft oder ob man was verändern soll.
Ob sich der andere
etwas anderes wünscht von einem.
Worauf man dann eingehen kann.
Und das gilt natürlich auch für
gemeinsame Trauer, zum Beispiel bei
Fehlgeburten, dass man das
eben auch nicht tabuisieren sollte,
sondern gemeinsam darüber spricht.
Da ist häufig natürlich die Herausforderung,
dass wir unterschiedlich geprägt sind.
Der eine möchte verdrängen,
möchte sozusagen Gras drüber wachsen
lassen, der andere vielleicht mehr verarbeiten.
Und der Weg
des Verarbeitens ist
aus unserer Sicht der bessere.
Denn das Verdrängen funktioniert nicht
nachhaltig.
und das fällt einem irgendwann
wieder auf die Füße.
Das heißt, gut wäre es, aus dem Verdrängen rauszukommen
und sich für diesen Verarbeitungs- und Trauerprozess zu öffnen
und auch hier wieder gemeinsam als Paar zu reflektieren,
wie kann man das machen, was ist für beide stimmig.
Vielleicht mal in den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden,
wenn der eine den Weg gehen würde, der andere den Weg.
Stimmige Kompromisse schließen, hier ganz wichtig.
Genau, das sind so die Dinge, die hier aus meiner Sicht relevant werden.
Wenn es einen Trauerfall in der Familie oder vielleicht sogar eine Fehlgeburt gab,
wie geht man mit diesem Verlust um als Paar?
Wie spricht man am besten über den Verlust?
Sollte man das tun? Wie oft sollte man das tun?
Was könnte man dort für Ratschläge mitgeben?
Es gibt ein paar Dinge, die kann man beachten,
die aus unserer jahrelangen Erfahrung immer sehr gut helfen.
Wichtig ist, dass man ehrlich zueinander ist
und auch ehrlich ausspricht, was man fühlt.
Also nicht das zu sagen,
was man denkt, was der andere hören will,
sondern wirklich bei sich zu bleiben, bei seinem eigenen Gefühl.
Man sollte zuhören können und den anderen ausreden lassen,
nicht bewerten.
Alle Gefühle, die da aufkommen zum Thema Trauer, Sterben, dürfen sein.
Keiner ist da geübt drin häufig.
Das kann sein, dass da auch alte Gefühle hochkommen
und die dürfen dann einfach auch rauskommen,
ohne dass der andere die Aufgabe hat,
das zu bewerten.
Und wie häufig man darüber spricht,
sollte man an den eigenen Bedürfnissen orientieren.
Da bringt kein Vergleich zu anderen etwas.
Man sollte auf sein eigenes Bedürfnis,
auf seinen eigenen Instinkt hören, was einen gut tut.
Für manche ist das sehr passend,
jeden Tag darüber zu sprechen,
da in die Tiefe einzusteigen,
da viele Spaziergänge zu machen, um das zu verarbeiten.
Für andere ist es so, dass sie sagen,
ein Gespräch reicht mir und ich brauche dann erstmal ein paar Tage
für mich, um darüber zu reflektieren,
um für mich erstmal selber,
wieder meine Gedanken zu ordnen.
Da gibt es kein Richtig und kein Falsch,
sondern man darf da auf sein Herz und sein Bedürfnis hören.
Und der letzte Punkt,
es ist immer wichtig,
wenn einer natürlich eine Grenze setzt,
die auch zu akzeptieren.
Also wenn jemand eine Pause braucht,
wenn ein Rückzug mal da ist,
das zu kommunizieren,
aber auch diese Grenze zu akzeptieren
und zu sagen, okay,
wenn dir das gerade hier alles zu viel ist
oder auch selber vielleicht das Gefühl da ist,
mir ist das alles zu viel,
dann darf man das und sollte man das,
damit bei dem anderen nicht ein ungutes Gefühl
oder ein Missverständnis entsteht.
Die nächste Frage ist,
wie kann man wieder Freude in das Leben lassen,
ohne so das Gefühl zu haben von Schuld?
Na ja gut,
Freude wird wahrscheinlich dann aufkommen,
wenn die Traurigkeit nach und nach verarbeitet wurde.
Und das hat ja nichts mit einem Verrat
oder Schuld in Richtung des Verstorbenen zu tun.
Denn letztendlich,
das ist immer einfach gesagt,
aber so ist es ja auch.
So ist es ja nun mal.
Der Verstorbene wird ja nicht sich wünschen,
dass man selber keinen Spaß mehr im Leben hat
und keine Freude mehr,
sondern das ist uns ja allen bewusst,
dass es dann weitergeht für die anderen,
die zurückbleiben
und die ja trotzdem ein gutes Leben
voller Lebenssinn und Freude haben dürfen,
auch wenn jemand verstorben ist.
Es ist ja auch eine Form von Wertschätzung,
finde ich,
wenn man in Freude vielleicht auch zusammen
als Paar an schöne Momente zurückdenkt,
also nicht nur in Trauer,
sondern auch in Freude und Scherzmacht
und also diese Leichtigkeit
auch in die Trauer mit einbindet.
Ja, dann darf man sich erlauben,
kleine Schritte zu machen
und natürlich auch die Lebensmomente
wieder zurückkehren zu lassen.
Und bei uns in der Methode
oder für unser Verständnis ist es ja so,
dass Verstorbene einen Platz bekommen.
Das bedeutet,
dass wir ihnen innerlich
sozusagen einen Platz geben,
wie so in einem armen Stammbaum,
wie die Toten, die Verstorbenen,
wie Lebendige behandeln
und letztendlich dadurch dafür sorgen,
dass sie nicht einfach nur so weg sind,
sondern innerlich einen Platz haben.
Und das kann man sich vielleicht auch gut vorstellen,
weil wenn man so innerlich hineinhorcht,
dann kann man ja häufig Antworten bekommen,
weil man die Verstorbenen ja trotzdem irgendwie im Ohr hat.
Und gerade wenn die einem sehr nahe standen,
dann kann man ja trotzdem den Opa befragen,
die Oma befragen
und wüsste,
welche Meinung sie normalerweise dazu hätten
oder welchen Ratschlag sie geben würden
oder so was.
Oder denkt dann in Momenten,
wo jemand eigentlich dabei gewesen wäre vielleicht,
an denjenigen
und holt den innerlich dazu.
Und das sorgt dafür,
dass ein anderer Draht innerlich
noch zu den Menschen besteht.
Und das ist auch wichtig für unseren Energiefluss,
denn so aus unserem Bild,
kommt viel Energie aus den Ahnen, aus den Vorfahren.
Und das ist ja in vielen Kulturen auch so,
dass die Toten wie Lebendige behandelt werden,
einen Platz bekommen und gefeiert werden.
Wo eher ein freudiges Ritual ist,
denn die haben ja schließlich dafür gesorgt,
dass wir auf der Welt sind.
Das zeigt zum Beispiel so ein Animationsfilm für Kinder,
Coco, wie heißt der noch genau?
Coco, Moment, ich habe es eben rausgesucht,
nochmal Coco, Lebendiger als das Leben,
wo es genau darum ja auch geht,
dass dann die Toten da einen Platz bekommen,
gefeiert werden
und dass das dann eher ein ganz anderes Ritual ist.
Und dadurch hat man eine andere Verbundenheit innerlich gefühlt.
Bei uns ist manchmal das Gefühl,
derjenige ist dann auf dem Friedhof
und ist dann irgendwie weg.
Und das ist ja physisch auch so,
aber innerlich leben die ja weiter in uns.
Mir hat es immer sehr geholfen,
um diesen Platz so zu geben,
so rein praktisch,
dass ich so für mich das Ritual
in der Familie so bei uns,
eingeführt habe ja,
dass wir an den Geburtstagen
und den Sterbetagen von den Menschen,
die nicht mehr da sind,
zusammen was unternehmen,
also meistens ja was essen gehen
und dann auf die Person nochmal anstoßen,
also so diese Wertschätzung in dem Moment haben.
Und das ist für mich irgendwie
so eine tiefe Form von Anerkennung
und auch, dass die Menschen ihren Platz haben.
Und ich finde irgendwann
ab dem gewissen Punkt
muss man für sich selber reflektieren,
wann man soweit ist.
Dann kann man probieren rauszukommen
aus dem, was fehlt mir,
aus dem Mangelgefühl
und dem, das ist so schade,
dass derjenige nicht mehr da ist,
hin zu der Dankbarkeit,
was man Positives zusammen erlebt hat.
Also für die ganzen Momente,
die man hatte zusammen,
dafür dankbar sein,
sich positiv zurückerinnern,
also diese positiven Bilder holen
und dankbar für das sein,
was man gemeinsam hatte.
Geht erst ab dem bestimmten Moment,
aber dann mehr das Positiv,
das Positive der gemeinsamen Zeit hervorheben,
als dann sich mit dem Mangel
und dem, derjenige ist nicht mehr da
und das ist so schade zu beschäftigen.
Und da erinnere ich mich an eine Nachricht,
als du jetzt gerade den Satz sagtest,
habe ich mal nachgeguckt,
hat jemand aus unserem Freundeskreis
mir eine Nachricht geschickt,
damals vor zwei Jahren,
als mein Vater verstorben ist.
Und das ist eine Nachricht,
die fand ich damals, als sie gekommen ist,
sehr schön formuliert.
Und das ist genau das, was du sagtest.
Nämlich,
es ging erst darum,
dass derjenige gesagt hat,
es tut mir leid,
ich wünsche dir genügend Zeit,
um den Verlust zu betrauern.
Viel Freude an den schönen Erinnerungen
und die Kraft,
um nach vorne blicken zu können.
Ja.
Und das fand ich sehr berührend damals,
weil diese ganzen Aspekte da drin stecken.
Genau.
Zeit zum Trauern,
nach vorne blicken können,
irgendwann wieder die schönen Momente erinnern.
Genau.
Ja, kommen wir zur letzten Frage.
Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.
Dass Trauer natürlich das tägliche Leben
erstmal beschäftigt, ist ja völlig normal.
Und ich habe mich auch ganz, ganz viel
mit irgendwelchen Trauermechanismen
vor zwei Jahren nochmal neu auseinandergesetzt,
wie man Trauer spürt, wie lang das geht und so weiter.
Und da gibt es ja auch verschiedene Theorien darüber,
die auch immer wieder verworfen werden.
Und meiner Erfahrung nach ist,
dass Trauer in Wellenform auftritt.
Und dass aus meiner Coaching-Erfahrung nach
es gut ist,
sich professionelle Hilfe und Unterstützung zu holen,
wenn man selber das Gefühl hat,
man kommt aus der Trauer nicht mehr raus,
man ist so tief im Leid drin,
dass man
ja eine Limitation im Leben
dauerhaft spürt.
Das wäre so der Moment,
wenn man nicht merkt,
okay, es wird besser,
ich kann nach vorne schauen,
nicht jeden Tag natürlich,
noch nicht vielleicht am Anfang,
aber dass ich eine Zuversicht habe,
dass das Leben für mich weitergehen kann.
Ja, so ein bisschen wie eine Heldenreise,
das Ganze erst nach unten geht
und dann kommt das Tal,
aber dann geht es einen Schwung nach oben
und dann wird es wieder gut.
Das wäre in Ordnung.
Aber wenn man merkt, es kommt ins Tal
und man verweilt dort längere Zeit,
dann macht es Sinn,
sich dort begleiten zu lassen, psychologisch.
Und da gibt es keinen bestimmten Zeitraum.
Man hat ja früher ganz viel davon gesprochen,
dass es so ein Jahr gibt,
das erste Trauerjahr.
Das wurde aber ganz häufig schon widerlegt,
weil man halt festgestellt hat,
dass das Trauer in Wellen verläuft.
Dass es bei den einen elf Monate geht,
bei den anderen zwei Jahre
und dass es nicht ein Wert ist,
den man so messen kann.
Und ich glaube, wichtig ist auch der Aspekt,
ich hatte damals ja auch mit unserem Ausbilder,
Dieter Bischop, mich länger unterhalten,
um auch meine eigene Trauer gut zu verarbeiten.
Und da sagte er,
es hängt auch ganz stark davon ab,
mit was für einer Einstellung
lebe ich jetzt weiter zum Tod.
Lebe ich in dem Gefühl,
ich möchte jemandem eigentlich liebsten nachfolgen?
Also es macht für mich jetzt auch keinen Sinn.
Sinn mehr und am liebsten würde ich auch sterben.
Denn es ist eine ganz andere Dynamik,
als wenn ich sage, ich bin traurig
und ich vermisse jemanden.
Und das ist jetzt gerade
eine ganz schmerzhafte Situation.
Das wäre zum Beispiel auch etwas, wo man näher
raufschauen dürfte, wenn man sagt so, ich
sehe für mich hier keinen Platz mehr auf der
Welt. Genau, haben wir ja auch
einen Namen
sozusagen bei uns im
System Empowering, das ist die Nachfolgedynamik
in den Tod. Und das ist ja auch
ein Punkt, wenn wir auf professionelle Hilfe schauen,
geht es ja nicht nur darum, um die
Trauerbewältigung, sondern auch, was macht
das mit uns als Paar?
Und wenn man sich jetzt vorstellt,
dass vielleicht der Partner, die Partnerin
auf einmal solche Gedanken
vielleicht äußert, das ist ja für
einen selber auch sehr verletzend,
dass man sagt, okay, anscheinend
reiche ich nicht, um vielleicht
irgendwie das, dass wir Lebenssinn
gemeinsam gestalten, aber auch natürlich
Ängste hervorruft. Absolut. Meint derjenige
das ernst? Was bedeutet das?
Und das kann natürlich auch für denjenigen
dann in weiterführende
psychische Erkrankungen,
Depressionen hineinführen.
Deswegen
macht es durchaus Sinn,
das nach einiger Zeit zu beleuchten und
sich dann eventuell eben auch in der
Paartherapie Unterstützung
zu holen in Form von,
dass man gemeinsam diese Thematiken
aufarbeitet. Wie wir es
eingangs schon sagten, ist das häufig
ein Thema, meistens nicht
initial, dass jemand deswegen
speziell zu uns kommt,
aber es gibt eben eine Krise und
wenn man zurückblickt, dann
wird häufig auch schon im Erstgespräch
erwähnt, dass dort
auch vor Jahren zum Beispiel
der Vater gestorben ist und dann merkt
man auch, wenn das erwähnt wird,
wir haben das Erstgespräch dann ja per Zoom,
dann sieht man auch, okay, das macht was
mit der Person, dass es nicht verarbeitet,
dann sagen die es meistens auch gerade schon,
ich glaube, das steckt irgendwie noch in uns und in
mir und da ist noch was und
da sind noch Verletzungen auch zwischen uns offen,
das sind eben Dinge, die was
machen, weil es da auch
häufig um die
tiefere Bindung und das Vertrauen geht
und die Verbundenheit, denn
das ist ein emotionaler Ausnahmezustand
und wenn der
andere nicht so handelt, wie ich es mir gewünscht
und erwartet hätte, dann
entsteht in mir so eine große Frage, oh Mann,
wenn nicht mal in
so einem Ausnahmezustand
der andere so handelt,
wie ich es mir wünsche und mich vollumfänglich
begleitet, puh, was ist
denn da zwischen uns, also da kommen dann so weitere
Zweifel auch auf, weitere Verletzungen
und die Frage ins Vertrauen
der Zukunft, was ist denn, wenn
das und das passiert, dann bin ich
dann wieder alleine davor und
da entstehen viele Themen,
Zweifel, Konflikte und
eben Instabilität
im Beziehungsfundament, was sich auch
dann auf andere alltägliche Lebensbereiche
übertragen kann.
Ja,
das denke ich war es mit der Folge,
wir haben mal ein
sehr intensives
Thema gehabt, fand ich.
Ich hoffe, wir haben viele
Dinge gut rüberbringen können,
weil ich finde das gar nicht so einfach,
dass das wertschätzend und für
jeden
stimmig, glaube ich, rüberzubringen
und dann auch zu versuchen,
zwar
Wissen, neue Blickwinkel und Ansätze
zu vermitteln, ohne
Gefahr zu laufen, Menschen zu
sehr zu triggern mit dem Thema und
ohne, dass Menschen,
sich bewertet fühlen vielleicht oder
sich in ihrer Meinung
bewertet oder nicht wertgeschätzt fühlen.
Ja, machen wir beim nächsten Mal
ein fröhlicheres Thema,
dass wir einen kleinen Switch mal machen und
wechseln. Schön, dass ihr dabei wart und
wir freuen uns dann, wenn ihr in der nächsten Folge
wieder bei uns reingeht.
Bis zum nächsten Mal. Tschüss.
Podcast Summary
Key Points:
Trauer und Tod sind empfindsame Themen, die in langjährigen Beziehungen oft als gemeinsame Herausforderung auftauchen.
Die Reaktion auf einen Verlust hängt stark von individuellen Prägungen und der bisherigen Beziehung ab, was zu Missverständnissen und Konflikten führen kann.
Fehlgeburten und frühe Sterbeereignisse verursachen tiefgreifende Emotionen und erfordern gemeinsame, offene Kommunikation.
Es ist entscheidend, dass Partner sich in der Trauer emotional begleiten, Grenzen respektieren und keine Erwartungen vorab stellen.
Trauer verläuft nicht linear, sondern in Wellen – eine dauerhafte Trauer erfordert professionelle Unterstützung.
Der Verlust eines nahestehenden Menschen verändert das Leben und kann zu Verlustangst oder Verhaltensänderungen führen.
Im gegenseitigen Verständnis und Anerkennung des anderen wird der Trauerprozess leichter verarbeitbar.
Freude im Leben kann erst nach der Verarbeitung des Verlustes entstehen und ist ein Ausdruck von Dankbarkeit für gemeinsame positive Erinnerungen.
Summary:
Trauer und Tod sind zentrale, empfindsame Themen, die in langfristigen Beziehungen oft eine tiefgreifende Wirkung haben. Die Folge beleuchtet, wie Partner im Trauerprozess miteinander umgehen können, insbesondere bei Fehlgeburten oder frühen Sterbeereignissen, wo unterschiedliche Wahrnehmungen zu Konflikten führen. Es wird betont, dass Trauer nicht linear verläuft, sondern in Wellen auftritt und oft Jahre dauert – wobei die individuelle Verarbeitung von Prägungen, Erwartungen und emotionalen Grenzen abhängt.
Gemeinsame, offene Kommunikation, das Respektieren von Grenzen und die Anerkennung von Gefühlen sind entscheidend, um Vertrauen und Bindung zu erhalten. Professionelle Hilfe wird empfohlen, wenn die Trauer dauerhaft und überwältigend ist, zum Beispiel wenn ein Rückzug in das Leid langfristig bleibt. Die Verarbeitung führt schließlich zu einer neuen Lebenswahrnehmung, in der Freude, Dankbarkeit und positive Erinnerungen an gemeinsame Zeit eine zentrale Rolle spielen.
Der Verlust wird innerlich nicht als vollständige Abwesenheit, sondern als ein Bestandteil des Lebens und ein Platz in der persönlichen Geschichte angesehen. So kann die Beziehung nicht nur überleben, sondern sich durch die Herausforderung stärker verbinden.
FAQs
Gegenwärtig da zu sein, ihm zuzuhören und seine Gefühle zu akzeptieren, ist entscheidend. Wenn die Trauer gerade frisch ist, ist Präsenz und aktive Begleitung von größter Wirkung. Wenn es länger her ist, können gemeinsame Erinnerungsorte oder offenere Gespräche helfen.
Regelmäßige Kommunikation über die eigenen Gefühle und das Zusammenleben im Trauerprozess ist entscheidend. Es ist wichtig, das Thema nicht zu verdrängen und gemeinsam zu reflektieren, was für beide stimmig ist, um Vertrauen und Verbundenheit aufrechtzuerhalten.
Es ist wichtig, offen über die unterschiedlichen Erfahrungen und Emotionen zu sprechen. Der eine kann verdrängen, der andere verarbeiten – gemeinsam zu reflektieren und aufeinander zuzugehen, ist der Ansatz, der nachhaltig wirkt und Verletzungen vermeidet.
Wenn die Trauer tiefgreifend ist und du dich langfristig mit Leid und Limitationen auseinandersetzen musst, kann psychologische Unterstützung sinnvoll sein. Ein Zeichen dafür ist, dass du nicht mehr nach vorne schaust oder eine dauerhafte Depression beobachtest.
Weil es eine emotionale Ausnahmezeit ist, in der beide Menschen überlastet und verletzt sein können. Die Verletzungen aus der Vergangenheit und die unterschiedlichen Erwartungen an die Unterstützung führen oft zu Konflikten und Unverständnis.
Ja, Freude kann entstehen, wenn die Trauer verarbeitet wird. Der Verstorbene möchte nicht, dass das Leben ohne Freude weitergeht. Es ist eine Form der Wertschätzung, die gemeinsame positiven Erinnerungen in den Fokus zu rücken.
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