Willkommen zu "Like" für "The Tried Wife". Jeden Tag gibt es ein gesundes und leckeres Essen direkt zum Feierabend des Mannes. Du musst dich unterordnen, du musst also. Herzlich krass an, aber du musst immer respektieren. So wenn eine Mann in Zahlung trifft und sagt, "Hey, so machen wir das, dann macht ihr das so." So was hat ihr Safe auch schon mal auf eurer Foyou Page. "Tried Wives". Sie wirken so ein bisschen aus der Zeit gefallen. Da geht's dann nur um Küche, Kinder und klassische Geschlechterrollen. Und ist ja logisch, dass das dann im Jahr 2026 für Aufmerksamkeit sorgt. Und für Gegenreaktionen. Die "Tried Wives" auf Social Media sind keine traditionellen Hausfrauen. Sie verkaufen nur das Bild davon. Alternative Familienbilder, Regenbogenfamilien, Familien ohne Kinder oder Menschen, die wenig verdienen und sich so ein Lebensstil gar nicht leisten könnten, haben hier alle Samt keinen Platz. Ich denke mir das schon. Wie konnte diese Rückkehr zu traditionellen Rollenbildern ausgerechnet jetzt zum Hot-Take werden? Nach etwas, wo nach sich Leute sehen, um das herauszufinden, haben wir mit Karo gesprochen, die genau das lebt. So die traditionellen Werte, die geben einem schon ein Stück weit Orientierung und auch Stabilität im Alltag. Bei der Recherche haben mich echt viele Zahlen ziemlich überrascht. Zum Beispiel fast jede fünfte Frau in Deutschland zwischen 20 und 30 Jahren findet ein klassisches Rollenbild mittlerweile gut. Also die Idee, dass Frauen sich vor allem um die Kinder, den Haushalt und die Familie kümmern. Das finde ich schon krass, da hat sich echt was verändert. Da ist in der Tat ein Wandel festzustellen, hinterm gewissen Tratte-Zönerisierung. Wir wollen für euch herausfinden, woher dieser Wandel kommt, was er bedeutet und ob er auch gefährlich werden kann. Die Algorithmen sind eben sehr kräftig, um man wird da drei ingesaugt, dann in so einem Welt und natürlich ist das gefährlich. [Musik] Ich bin Julian Stoper und das ist Wissen Weekly. Der Podcast, der traditionell euer Wissensvermittler ist. Hier klären wir die Diskussion, die sonst am Küchentisch oder in Kommentarschbalten geführt werden. Mit Hilfe der Wissenschaft. Dafür lesen wir Studien, sprechen mit Expertenen und mit den Menschen, die das Thema wirklich betrifft. Heute geht es um die Frage, wird die Gesellschaft wirklich immer konservativer? [Musik] Wissen Weekly wird euch präsentiert von der Techniker Krankenkasse. [Musik] Wie konservativ wir selbst sind, das haben wir zuerst mal hier im Team diskutiert. Gibt es etwas, dass du an deinem Lebensstil konservativ oder traditionell findest? [Musik] Das bin ich mit meiner Kollegin Lena Bammert, die diese Folge her recherchiert hat. Und im Markt schon, ich fand es gar nicht so leichte Antwort darauf zu finden. Weil ich würde von mir eigentlich schon sagen, dass ich eher progressiver bin und auch ein ziemlich modernes Leben für. Aber mir ist dann doch noch was eingefallen. Ja, ich halt auch immer die Tür auf. Also auch wenn wir aus dem Haus rausgehen und meine Freundin ist eigentlich eher unten an der Haustür, dann springe ich immer die drei letzten Treppenstufe im Runter und reiß noch die Tür auf. Also das stecke ich auch noch drin. Ja, wirklich. Auch wenn meine Kollegin mich ja einfach schamlos auslacht, ich steh dazu. Ich find's einfach höflich und irgendwie habe ich das halt so gelernt. Aber klar, es ist schon auch ein kleiner konservativer Move. Habt ihr Sachen, bei denen ihr eher oldschool seid, schreibt uns das gerne mal in die Kommentare. Aber schauen wir uns das doch mal genauer an. Konservativ zu sein, bedeutet aus soziologischer Perspektive erst mal nur ein Beharen auf Tradition. In der Politik, in der Gesellschaft, in der Kultur. Oder eben im eigenen Leben. Nur zwischen "Ich schenk mal einer Freundin gerne Blumen" oder "Halt ihr gern die Tür auf" und "Ich hätte gerne eine Treadwife um meine Frau muss kochen, waschen putzen", liegen dann doch noch einige Welten. Und um diesen Unterschied klarzumachen, sollten wir erst mal klären, was genau hinter dem Phänomen "Treadwives" steckt. "Treadwives" sind so Frauen, die sich bewusst für die Rückkehr zum zu konservativen Geschlechterrollen entscheiden, nach Hause Frauen mutter sind. Sich oft auch ihrem Ehemann unterordnen. Ich glaube, es kann man auch so sagen. Und irgendwie auch sehr viel Brotbacken ist mir aufgefallen. Stimmt. Ja, die haben richtig viel Brot zu Hause. "Treadwife" Influencerinnen präsentieren auf Social Media ein vermeintlich idyllisches, heiles Familienbild. Und das bedeutet in diesem Fall zurück in die 50er Jahre. Der Mann ernährt die Familie und trifft die Entscheidungen, die Frau kümmert sich um Haushalt, Kinder und Sauerteig. Und diese Inhalte sind seit ein paar Jahren immer erfolgreicher auf Social Media. Die Prominentesten und extremsten Beispiele kommen nach wie vor aus den USA. SD Williams und Naras Smith erreichen mit ihren Kanälen Millionen von Zuschauer*innen. Naras Smith flüstert zum Beispiel gerne Rezepte in ihren Videos. Für Butter, Süßigkeiten from scratch oder natürlich auch Sauerteig. Es geht aber nicht nur um Essen, sondern eben auch um die Ehe und wie man sich darin zu verhalten hat. Bei SD Williams finden sich zum Beispiel Tipps, wie man als Frau mehr Verantwortung im Haushalt übernehmen kann. Spoiler, einfach weniger Lohnarbeit. Zu einer guten "Treadwife" er gehört auch, was der Ehemann sagt, ist dem Zweifelgesetz. Denn Unterordnung ist für eine funktionierende Familie "Key". Warum ausgerechnet so ein Content gerade auf Social Media durch die Decke geht, haben wir mal eine Expertin gefragt. Katja Rost ist Soziologie-Professorin an der Uni Zürich und hat schon viel zu sozialen Netzwerken und digitaler Soziologie geforst. Und sie hat ein sehr interessantes Bild hinter ihrm Arbeitsplatz hängen, als wir sie zum Interview treffen. Aber kein Plut, ja, also ich meine, es hat natürlich eine Bedeutung, aber es ist Farbe. Schaut mal gerne jetzt im Video Podcast. Ich finde, dass sie aus wie ein Baby, das sich aus trotz dem Stock in den Kopf gerammt hat. Aber schreibt mir mal gerne eure Analyse in die Kommentare. Jetzt aber zurück zum Thema. Für Katja Rost sind die Frauen, die sich auf Social Media als "Treadwife" inszenieren, vor allem erst mal eins. Clever. Im Endeffekt haben die ihn magt, für sich entdeckt. Das muss man ganz klar sagen, ja? Ja, richtig gehört. Auch beziehungsweise gerade Social Media entkommt dem Kapitalismus nicht. TikTok, ein Markt. Instagram, ein Markt. Und wie jeder Markt werden auch die Social Media-Plattformen von Angebot und Nachfrage bestimmt. Und das haben sozusagen die TradeWives sehr intelligent übersetzt, weil der Markt war ja völlig ununter besetzt. Und als solche verdienen sie sich teilweise auch wirklich eine goldene Nase. Es gibt Schätzungen, nach denen zum Beispiel "Narasmith", also eine der bekanntesten TradeWive-Influencerinnen in den USA, allein durch ihren TikTok-Kanal, 200.000 Dollar im Monat verdient. Also grundsätzlich gilt erst mal, TradeWives müssen wie alle Influencer*innen auffallen. Sonst würden sie schlicht und einfach kein Geld verdienen. Und das geht zum Beispiel so. Wie ihr wisst, arbeite ich als Haus vor den ganzen Tag. Ich kümmere mich um die Eingräufe und bereite meinen Mann alle Frühstück zu. Heute gab es natürlich wieder Blinis mit leckerem Kavya. Das ist Maliska. Und sie habt ihr am Anfang der Folge schon kurz kennengelernt. Ja, ich bin Karo, 29 Jahre alt. Ich lebe auf der wunderschönen Insel Mallorca und mein Kenntmisch auf Social Media als Malista. Karo promoted ihren konservativen Lifestyle deutlich weniger extrem als ihre Kolleginnen in den USA. Das Label TradeWive will sie deshalb auch gar nicht haben. Ihr Content als Maliska ist für sie mehr als nur eine Strategie. Ja, ich glaube bei Maliska denken viele, dass sie viel backt, viel kocht, viel zu Hause ist. Und ja, so ein bisschen auch nur für den Mann lebt. So ein bisschen naiv vielleicht auch durchs Leben geht. Aber trotzdem ist er lieb und sehr humorvoll. Und das überschneidet sich natürlich mit mir. Also ich sage dann immer für mich ist es jetzt keine Kunstfigur. Karo erreicht mit ihrem Hausfrauen Content Zehntausende von Menschen und spricht ganz offen darüber, dass ihr konservative Werte wichtig sind. Auf ein modernes Leben will sie dann aber trotzdem nicht verzichten. Ich bin gebildet, ich hab studiert, ich bin ehemann zipiert, ich bilde mich auch nach wie vor immer wieder weiter. Und ja, nutze so eigentlich alle Möglichkeiten, die uns Frauen heute offen stehen. Und das ist so ein bisschen so, das ist wie ich das Vereine. Egal ob man das jetzt TradeWive oder moderne Hausfrauen enden, die Nachfrage nach Content von konservativen Influencerinnen scheint dazu sein. Und das ist ja der spannende Punkt, weil was bedeutet das dann? Also kann es wirklich sein, dass ich immer mehr Menschen nach einem traditionellen Leben sehen? Mit dieser Frage hat sich auch das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung beschäftigt. In den Jahren 2021 und 2023 haben die Forscher in den knapp 2700 Frauen im Alter von 20 bis 30 Jahren nach ihren Einstellungen zu weiblichen Rollenbildern befragt. Das Ergebnis? Ergebnis, knapp ein Fünftel der Fünftel.
Frauen in Deutschland wünscht sich offenbar so eine Art von "Tradwife Life". Meine Kollegin Lena Bammert hat sich diese Studie mal genauer angeschaut. Also es bedeutet konkret, dass die Frauen die Mutterschaft als Lebenszieht ansehen, die Zuständigkeit für Haushalt und Familie bei den Frauen explizit sehen und vor allem auch daran glauben, dass Frauen von Natur aus eine bessere Eignung für solche Dinge haben. Also begab da darin sind sich im Haushalt und Kinder zu kümmern, einfach inherend. Ja, verrückt. Okay, ich kling jetzt gar nicht so, aber ich war wirklich ziemlich überrascht. Denn dafür, dass Frauen von Natur aus begab da für Haushalt und Kinder Erziehung sind, gibt es keinerlei wissenschaftliche Belege. Trotzdem werden auch heute noch Mädchen eher zu Fürsorge erzogen, Jungs eher zu Unabhängigkeit. Und das ist ein weltweites Phänomen. Laut einer UniZef-Studie von 2016 leisten Mädchen weltweit rund 40 Prozent mehr unbezahlter Hausarbeit als Jungen. Eine französische Langzeitstudie aus dem Jahr 2024 zeigt übrigens, dass dieser Unterschied schrumpft, wenn der Vater mehr im Haushalt hilft als die Mutter. Diese klassischen Geschlechterrollen sind also nicht angeboren, sondern gelernt. Aber man muss schon auch sagen, laut der Bip-Studie wollen junge Frauen größten Teils weg von diesem Klischees. Insgesamt dominiert bei jungen Frauen schon ein egalitäres Rollenbild. Also knapp zwei Dritte wünschen sich schon eine gleichberechtigte Aufteilung in der Beziehung. Und trotzdem scheint in unserer Gesellschaft gerade was im Gange zu sein. Das zeigt auch eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung aus dem Jahr 2025. Das hat auf Basis von repräsentativen Daten aus mehr als 80 Ländern untersucht, wie sich die Einstellung zu Geschlechterrollen über die Jahrzehnte verändert haben und ein Equality Index veröffentlicht. Die Befragten mussten dafür verschiedene Statements bewerten. Zum Beispiel die Universitätsbildung ist für jungen wichtiger als für Mädchen. Oder Männer sollten bei Jobknapheit mehr Recht auf einen Job haben als Frauen. Das Ergebnis für Deutschland, die Geschlechterrolleneinstellungen, sind seit dem zweiten Weltkrieg zwar konstant moderner geworden. Dieser Prozess hat sich in den letzten Jahren allerdings deutlich verlangsamt und könnte laut Studie sogar zum Stillstand kommen. Bezogen auf die ganze Welt sprechen die Forscher*innen sogar von einem Umkehrprozess. Jüngere Generation antworten nicht mehr automatisch moderner als ältere Generation. Also kurz gesagt, sie werden teilweise traditioneller als ihre Eltern. Auch Katja Rost spricht von einem Wandel hin zur Traditionalisierung. Was nicht heißt, dass quasi jetzt alles was in der Vergangenheit war, so eines wiederkommt, sondern es ist interessant, dass eine Kombination stattfindet und insofern auch eine Innovation aus alten Sachen, die sich wieder bewusst raus sucht. Weil man sagt, die haben eigentlich gut getan. So schlecht war es gar nicht. Und das verbindet dann auch mit modernen Entwicklungen, dort, wo es eben hinpasst. Also, wir sind als Gesellschaft nicht auf dem Weg straight in längst vergangenen Jahrhunderte. Aber immer mehr Menschen holen sich bewusst konservative Bausteine zurück in ihr Leben. Um zu verstehen, warum das so ist, kommen wir noch mal zurück zu Caro. Als Caroje Abbie macht und ins erwachsenen Leben einsteigt, ist sie noch weit weg von einem klassischen Tretweif leben. Ich hatte so die üblichen Ziele, die man, glaube ich, als junge Frau, dann auch hart, dass man seine Schule gut beendet, dass man studiert, seinen Bachelor und vielleicht seinen Master macht und seine eigene Wohnung hat, sein erstes Auto. Und dann hatte ich das alles und saß dann meine ersten Wohnung und dachte, ja, aber irgendwie fühlt es sich nicht an, als hätte ich gerade alles. Caro ist ärgeizig. Ihre Eltern kommen aus der Ukraine und Caro hat das Gefühl, sich besonders anstrengt zu müssen. Sie entscheidet sich dazu, gemanistig und sport zu studieren. In meiner Kultur ist natürlich auch sehr viel Disziplin und Leistungsstruktur. Von mir wurde auch immer viel abverlangt. Ich habe eigentlich immer nur ein Ziel nach dem anderen gesehen. Ich hatte meine Eignungsprüfung für die Uni schon bestanden. Da hatte ich nicht mal meine Abitur in der Tasche. Caro zieht weiter durch, beendet ihr Studium und beginnt ihren ersten Job als Lehrerin an einer Grundschule. Dann hatte ich das alles und saß dann meine ersten Wohnung und dachte, ja, aber irgendwie fühlt es sich nicht an, als hätte ich gerade alles. Karriere, höher, schneller, weiter. Das ist plötzlich keine Option mehr. Irgendwas fehlt Caro. Nee, also das kann es nicht gewesen sein. Jetzt muss man mal was anderes machen. Und sie macht jetzt eine richtig großen Schritt. Mit 25 hat sie genug Geld angespart und entscheidet sich für ein komplett neues Leben. Sie kündigt ihren Job als Lehrerin, packt ihre Taschen und zieht auf die Insel Mallorca. Denn ja, das, was ihr am Hintergrund von Caro die ganze Zeit schon sehen könnt und vielleicht auch hört, das ist wirklich das Meer. Und neben Meeresgeräuschen und Entschleunigung findet Caro noch etwas auf Mallorca. Sie lernt ihren Freund kennen. Auch da wieder ganz klassisch erdmich in einem Lokal angesprochen, war ich auch sehr froh darum, dass mal auch Dating nicht unbedingt wieder über eine Dating-Plattform funktioniert, wie das so ist. Und die beiden merken schnell, dass sie auch weiben, was ihre Vorstellung von einer Beziehung angeht. Ich weiß, dass mein Partner sich um die Finanzen kümmert und dass sich dann nicht unbedingt irgendwie. Ich muss mir da keine Sorgen machen. Das ist natürlich auch für mich unheimlich befreiend. Ich hab letztes Jahr mein Buch geschrieben und wusste, dass ich das problemlos in Ruhe machen kann und dass er mich da extrem unterstützt. Er weiß, dass wenn er nach Hause kommt, dass immer irgendwas warm ist auf dem Tisch steht. Und ja, es ist einfach so eine gegenseitige Verlässlichkeit, die extrem schön ist. Caro und der Partner sind mittlerweile seit vier Jahren ein paar und wo noch zusammen. Gemeinsam führen sie sogar eine Marketingagentur. Wie viel Caro dort genau in der Woche arbeitet, weiß sie nicht. Aber eins ist klar. In ihrer Beziehung ist Caro diejenige, die sich primär um den Haushalt kümmert. Und das zeigt sie auch auf Social Media. Am Anfang allerdings noch ohne große Reichweite, sondern hauptsächlich für Freundinnen und Familie. Irgendwann habe ich den gesagt, du keh aber warum laufen Themen besser als andere? Und warum sind manche Videos auch besser als andere? Und da habe ich mich einfach ausprobiert und gesagt, du keh, ich schau mal. Und da gab's diesen Dr. Etka Sound mit einer Frau hat zwei Lebensfragen, was soll ich kochen und was soll ich anziehen. Und ich fand es unheimlich amüsant, habe immer auch sehr, ja, hab das Ganze mit humor genommen und dann so die Sachen hochgeladen. Also so eine Art Pessiflage auf das Olle Dr. Etka Ding. Wie wissen, ja, eine Frau hat zwei Lebensfragen, was soll ich anziehen und was soll ich kochen? Alter, das ist so ein crazy Sound. In dem Video sieht man Caro Kaffee an den Estespringen, der vollgedecktes mit selbstgebackenem Kuchen. Ihr checkt den Weib. Der Sound unter Caro's Video stand übrigens aus einer Dr. Etka Pudding-Werbung aus den 1950er Jahren. Und dann mehr als 70 Jahre später geht Caro's Video dazu viral. Allein auf TikTok hat es mehr als 1,7 Millionen Views. Das hat mich im ersten Moment auch total erschreckt. Aber da habe ich auch gemerkt, okay, irgendwie bekommt dieses Thema in extrem vielen Gesellschaftschichten anklangen. Ja, ja, ist ja auch irgendwie klar, wenn man einen sehr sexistischen Werbespruch unter seine Videos legt, polarisiert das natürlich voll. Und bringt Klicks. Also, ich fasse noch mal zusammen. Während 62 Prozent der Frauen eine gleichberechtigte Partnerschaft favorisieren, geht auf Social Media, Shred Wife Content viral. Und auch wenn diese Videos zum Teil bewusst provozieren, findet sich in den Kommentaren auch sehr viel Zustimmung. Ich finde das schon crazy. Warum fühlt sich fast jede fünfte Frau von klassischen Rollenbildern aus den 50er Jahren angezogen? Was genau macht das Leben als Hausfrau oder Shred Wife wieder so attraktiv? Kennt ihr das auch? Ihr liegt im Bett seit eigentlich müde, aber der Kopf fährt plötzlich 8-terbahn und rattert als Gaps kein Morgen. Genau bei solchen ein- oder durchschlafproblemen unterstützt die Techniker Krankenkasse ihre Versicherten mit einem wissenschaftlich fundierten Online-Schlaftraining. 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weil ich auch in meinen Lebensstil und akzeptiere die anderen und möchte aber eben das auch meiner jetzt nicht altmodisch oder irrelevant abgetan wird. Man könnte also sagen, "Tradwifes sind aus trotz entstanden", trotz Wifes also. Spaß beiseite, was Professor Rostmeint ist, dass jeder Trend immer auch ein Gegentrend verursacht. Auf Social Media und in gesellschaftlichen Diskursen ging es eben lange darum, dass moderne Frauen alles schaffen können, wenn sie nur wollen. Job, Mutterschaft, erfüllte Partnerschaft, gesunder Körper, #GurlBoss. Per See ist das ja auch nichts schlechtes, nur in seiner extrem formen ging auch dieser Trend zu lasten der Frau. Sagt so zu Login Rost. Da wurde ja auch den Frauen was vorgegaukelt, was total real, ein fernder Realität ist. Also jede Frau, die ich Samakajerin in irgendeiner Artenweise macht oder das versucht zu verbinden, auch mit Familie und solchen Sachen, die weiß, was das für eine Quattratur des Kreises ist. Da draußen auch so eine idealisierte Vorstellung zu zeigen, ist auch falsch. Auch Karo, die ja selbst sehr ärgert sich ist, kennt den Druck, die perfekte Frau sein zu müssen. Ich glaube, Frauen von heute müssen einfach oder müssen laut Gesellschaft müssen, sie alles erfüllen. Sie müssen gut aussehen, Sport machen, zum Pilates gehen, laufen gehen, Skinkher betreiben, acht Stunden schlafen, eine liebevolle Partnerschaft für den Kinder haben. Und dann aber auf der anderen Seite natürlich auch erfolgreich sein, vielleicht sogar Führungspositionen einnehmen. Und wenn man all diese Aufgaben mal runterlässt, dann ist es ja wirklich der absolute Wahnsinn, was von Frauen heute abverlangt wird. Und natürlich, wenn man dann ein Rollenbild sieht, was so diesen ganzen Stress, diesen ganzen Leistungs- und Erwartungsdruck einmal rausnimmt, das man dann sagt, ja, das gibt einem irgendwo auch ein Stück weit Ruhe. Dieser Druck auf Frauen ist real und kommt vom Partriärchert. Jetzt gibt es verschiedene Möglichkeiten damit umzugehen. Man kann sich gegen das Partriärchert aussprechen und bei diesen ganzen Rollenerwartungen nicht mitmachen. Zum Beispiel, indem man nicht seine ganze Freizeit danach ausrichtet, sein Körper möglichst zu optimieren. Oder indem man seinem Partner klar macht, auch du musst im Haushalt helfen und auf die Kinder aufpassen. Und der muss dann eben auch mitziehen. Treadwifes haben aber eine andere Antwort gefunden. Sie sagen, aus diesen traditionellen Rollenbildern auszubrechen, ist ganz schön anstrengend. Viel bequemer wär's doch, sich dem einfach wieder hinzugeben. Dass die Rolle der perfekten Hausfrauen natürlich genauso Druck erzeugen kann, wird dagegen oft ausgeklammert. Und klar, diese Rückkehr zur Tradition muss nicht jeder gut finden. Also, wer jetzt zum Beispiel nichts für mich. Aber es ist zumindest eine Entwicklung, die dem Feminismus erst mal nicht widerspricht, sagt Sozologin Rost. Und das ist nicht der untergang der Immansituation. Es gibt genügend Frauen und übrigens auch die Hausfrauen. Also, die sehr immansipiert sind, indem sie zum Beispiel ihr Verträge geschlossen haben. Das denke ich muss mir doch schon den Leuten selbst überlassen. Klar, wir müssen alle selbst entscheiden, wie wir unser Leben führen wollen. Und für einige lautet die Antwort wohl immer häufiger Back to the Roots. Das mit der Gleichberechtigung ist jetzt auch mal gut. Das liegt zumindest eine EBSOS-Umfrage aus dem Jahr 2026 nah. Von 1000 befragten waren 46 Prozent der Meinung, dass in Deutschland hinsichtlich der Gleichstellung von Männern und Frauen schon genug getan wurde. Das ist ein Anstieg von 11 Prozentpunkten im Vergleich zum Jahr 2019. 30 Prozent hatten demnach sogar Angst, dass durch die Förderung der Gleichstellung nun Männer diskriminiert werden. Crazy. Die eine klare Antwort, woher dieser Wandel kommt, die gibt es nicht. Aber die sozialpsychologische Forschung zeigt immer wieder, wenn Menschen starken gesellschaftlichen Wandel oder Unsicherheit erleben, reagieren manche mit einer Hinwendung zu traditionellen Werten und klaren Ordnung. Mit den sozialen Medien oder digitale Sierhung und den entsprechenden Umbrüchen auf dem Arbeitsmarkt im Privatleben oder auch mit den Gleichstellungsthemen, die dann häufig zum Hamsterrag führen für die Beteiligten. Das kann ja auch nicht, das Optimum sein, wo sich dann viele wieder zurückgewenzen, beispielsweise zu Bewusstgewählten, eben geschlechtsspezifischene Arbeitsteilung. Also kurz gesagt, klare Rollen und Definition bieten Sicherheit in stürmischen Zeiten. Die Sehnsucht nach Tradition und Entschleunigung kann sich laut Rost auch außerhalb von Beziehung zeigen. Dass man wieder einen Camping-Orlaub fährt, dass man kleinen Garten hatten, Schrebergarten, das sind alles so Aspekte, die ich sehr konservativ sind, aber die irgendwo, wo die Beschleugigung einfach zu groß war und der Mensch sich einfach simpelersachen auch wünscht. Wie zum Beispiel auch der Mann regelt das Geld, die Frau den Haushalt. Ganz nach dem Motto, wenn jeder weiß, woran er beziehungsweise sie ist, kann die Welt gar nicht so kompliziert sein. Also nochmal kurzer Recap. Die Wissenschaft geht davon aus, dass sich Menschen bei Krisen oder starkem gesellschaftlichen Wandel eher wieder auf konservative Werte besinnen. Das könnte auch den Erfolg der Treadwaffe erklären, die vermeintlich simpelösungen einer schnellen komplexen Welt bieten. Aber wenn die Rollenverteilung in einer Beziehung dauerhaft so gestaltet wird, dass sie die Abhängigkeit der Frau verstärkt, wird es langsam gefährlich. Und das schauen wir uns jetzt mal an. Das muss man sich vorher schon gute Überlegen. Was ist die Options B, die man hat? Also hat man immer die Möglichkeit, wenn es nicht mehr passt, dann auch auszusteigen. Und da sind eben so Vorverträge, die man macht, die auch nur da ja auch beklaufigt sind oder so extrem wichtig. Dass das von beiden eben, also ich sag mal, die Frau verzichtet ja auch auf eine beruflichen Fortschrittkarriere und Gehaltsanstiege und so weiter. Das muss einfach ganz klar geregelt sein, dass das im Fall einer Trennung eben genau nicht zu solchen Abhängigkeitsverhältnissen dafür. Das muss ich dann auch trennen darf und kann. Und das ist der springende Punkt, denn im social media-Universum der Treadwives existieren solche Disklamer nicht. Da sagt niemand, ihr könnt gerne Hausfrauen werden, aber bitte schließt vorher einen guten Ehevertrag ab. Oder, hey, ich präsentier mich gerade zwar als Hausfrau oder Einkommen, verdiene mit diesem Video hier aber Tausende von Euro und habe übrigens auch ein Uniabschluss in der Tasche. Karo merkt lange gar nicht, wie große Einfluss wirklich ist. Klar, sieht sie, die steigenden Klickzahlen versteht, dass sie als Maliska immer mehr Follower innen bekommt. Aber so richtig bewusst wird ihr das ganze erst als sie mal auf der Straße angesprochen wird. Da kam eine Frau auf mich zu und sagte, du bist doch mal Liska und ich finde das nach wie vor sehr, sehr komisch, wenn Leute mich in der Öffentlichkeit erkennen und sagte dann, ja, und habe sie in den Armen genommen, da haben mich total gefreut, das sie mich angesprochen hat. Und dann sagte sie, du hast mich dazu inspiriert mit meinen Kindern zu Hause zu bleiben. Wow, das finde ich schon ziemlich crazy, aber irgendwie auch ein Kompliment, wenn die Frau mit Karos Content was anfangen kann. Auf der anderen Seite war es aber auch irgendwie so ein kleiner Schock, weil ich dachte, wow, dann hast du wirklich auch Einfluss. Man sagt ja, man benutzt diesen Begriff der Influencerin dann immer so leichtfertig, aber da habe ich zum ersten Mal auch gemerkt, was für ein Impact diese Videos hatten. Und das ist natürlich so ein bisschen erschreckend. Vor allem als diese Frau dann weitererzählt. Sie saß ein Jahr mit den Kindern zu Hause und hat dann gemerkt, dass ihr aber ihren Job auch fehlt und dass sie gerne zurückmächte. Und jetzt ist sie wieder voll im Arbeitsleben drin. Ja, immerhin und auch Karo findet diese Entwicklung ganz cool. Und trotzdem hat diese Begegnung auch was mit ihr gemacht. Natürlich extrem, wenn jemand sich in Social Media vorbild für sein eigenes Leben nimmt, aber wenn es zum Guten führt, warum nicht? Nur was, wenn nicht? Was, wenn es in die Abhängigkeit führt? Schließlich gibt es deutlich extremere Beispiele auf Social Media als Karo, beziehungsweise Maliska. Zum Beispiel in den USA. Der erfolgreiche Chat-Wife Influencerin wie Estee Williams kommt oft aus christlich fundamentalistischen Kreisen. Rufen dazu auf, Trump zu wählen, positionieren sich gegen den Feminismus und sagen ganz offen, die Frau hat sich dem Mann unterzuordnen. Spätestens da ist dann auch Karo raus. Da sage ich, das ist mir ein bisschen too much. Also wenn man dann sagt, man obfert sich wirklich auf und man macht gar nichts anderes mehr. Ist nur noch für den Mann da, ist nur noch für die Kinder da. Vergiss es sich vielleicht auch so ein Stück weit selbst und ist vielleicht auch extrem religiös. Also da denke ich auch, da müssen wir uns auch einfach unsere Freiheiten bewahren und da dürfen wir als Frauen dürfen wir uns einfach nicht selbst verlieren. Egal wie wichtig uns Familie ist. Aber ganz ehrlich, die USA sind ja gerade in vielen Bereichen sehr extrem. Müssen wir uns in Deutschland deswegen wirklich Sorgen machen? Sozologin Katja Rost sagt. Die USA ist immer ungefähr und also Europa 30 Jahre voraus.
in Entwicklungen. Und dann werden eben häufig solche Trends quasi gerade über soziale Medien, also eins zu eins auf vier übertragen. Dass die Chat-Wife-Inhalte aus den USA mittlerweile auch nach Deutschland rübergeschwabt sind, das steht außer Frage. Was genau das für die nächsten Jahrzehnte für unsere Gesellschaft bedeutet, ist allerdings schwer zu sagen. Denn die politischen Auswirkungen sind hier zu Lande noch schlecht erforscht. Aber es gibt ein paar Hinweise auf Zusammenhänge, z.B. zwischen dem Chat-Wife-Trend und der rechten Szene in Deutschland. Die Amadeo-Antonio-Stiftung hat 2023 die Instagram-Profilme von 17 Rechtsextremen Influencerinnen analysiert, darunter Mitglieder der AfD und der Rechtsextremenidentitären Bewegung und untersucht wem diese Profile folgen. Nach den AfD-Größen Ali Sveidel, Björn Höcke und Tino Krupalla landete auf Platz 4 Freyarosi, eine Influencerin aus der deutschen Chat-Wife-Szenen. Da finden sich dann z.B. Rezept-Inspuss für den Ehemann, Fruchtbarkeits-Tipps, wie Trakt kein Pfeu, oder Videos von Spaziergäng im deutschen Land. Das zeigt ja schon, dass Chat-Wife-Fanomen ist nicht per se rechtsextremen. Der rechte Rand scheint aber erkannt zu haben, dass in der Sehnsucht nach konservativen Werten ein politisches Potenzial steckt. Das sieht man auch an der rechten Frauengruppe Lucreta. Auf Insta werden die in Blümchenschürze und mit Flächtfrisur für Heimatreu und Remigration. Rechte Ideologie, but make it "Trade Wife-Trendy". Aber Expertenrost sagt auch, Social Media Trends sind zeitliche Entwicklung und als solche eben auch zeitlich begrenzt. Trends vorlaufen häufig Kloppen für mich. Also die haben eben erst mal ein langsam anstieg und dann extrem anstieg und dann haben sie irgendwann ihren Höhepunkt erreicht. Und danach werden sie abgelöst von anderen Trends. Und so zulogen Rost sagt auch, die Gesellschaft kann besser auf sich selbst aufpassen, als wir denken. Wir sehen ja gerade diese Selbstregulierungspotenzial, in dem zum Beispiel Jugendliche, die heute 11, 12 sind, sagen Social Media als Scheiße. Das will ich nicht. Also hier findet quasi, ich habe mal der Mensch gewöhnt, sich auch an neue Technologien und weiß inwiefern sie ihm gut tun und wo sie ihm nicht gut tut. Und das ist glaube ich eher diese Medienkompetenz. Wahrscheinlich ist es am besten jedes Lebensmodell ab und an zu hinterfragen. Ob das alles auch wirklich in die richtige Richtung läuft. Mir wird ja oft vorgeworfen. Ich kümmere mich dann irgendwie nicht um meine Altersvorsorge oder mach mich total abhängig. Und dann denke ich mir schon, okay, ist es wirklich so? Bin ich denn jetzt wirklich auch abhängig? Und da muss ich einfach ganz klar sagen, das bin ich nicht. Also so frei wie jetzt habe ich mich noch nie gefühlt. Und genau das ist das Problem. Denn viele sehen nur das perfekte inszenierte Bild und glauben, dass dieses Rollmodell ohne Aufwand oder finanzielle Absicherung erreichbar ist. So werden traditionelle Geschlechterrollen romanticisiert und normalisiert, obwohl sie in der Realität oft nur mit erheblichen Einschränkungen und Kompromissenumsetzbar sind. Also die Frauen, die sich auf Instagram als Hausfrauen inszenieren und erfolgreich damit sind, sind immer auch unternehmerinnen. Sie verkaufen einen Lebensgefühl. Klarheit, Struktur, vermeintliche Sicherheit. In einer Welt, die sich ständig verändert, wirkt das für immer mehr Menschen beruhigend und attraktiv. Traditionen gibt halt. Und genau deshalb trifft dieser Content einen nerf. Problematisch wird es, wenn daraus ein idealisiertes Extrem entsteht. Finanzielle Abhängigkeit oder extreme politische Einstellung verschwinden nicht, nur weil sie estätisch inszeniert werden. Was online harmonisch wirkt, ist im echten Leben oft komplexer und wird von diesen Frauen selbst oft gar nicht so gelebt. Weil sie z.B. mit ihrem Content sehr viel Geld verdienen. Karo klärt zumindest in ihren DMs darüber auf, dass sie nicht nur Hausfrau, sondern auch Business-Humannes. Natürlich bekomme ich auch Nachrichten, da sagen Mädchen, ich möchte genau das gleiche Leben führen und dann sage ich, "Ja, aber das ist nicht dieses eine Leben, was du hier siehst und was du dir vorstellen." Sondern da gehört unheimlich viel mehr zu. Die Menschen, die ihren Content einfach nur in den Feed gespielt bekommen, kriegen von dieser Differenzierung aber eben nichts mit. Nächste Woche geht es hier um Overthinking. Und die Frage, wie kommen wir raus aus den Gedankenspiralen? Ja, das kann ein Effekt sein, also ein paradoxer Effekt, dass ich eigentlich aufwand will und dadurch, dass ich aufwand will, grübel ich noch mehr. Folgt dem Podcast, wenn ihr keine weitere Folge verpassen wollt und aktiviert die Glocke. Wenn ihr Feedback habt, schreibt uns gerne eine Mail. An "
[email protected]" oder lasst uns einfach einen Kommentar da. Ich bin Julian Stoper und bedanke mich bei allen, die mit uns bei der Recherche gesprochen haben. Vielen Dank an Caro und Dr. Katja Rost. Wissenweekly, das ist eine Produktion von Spotify Studios in Zusammenarbeit mit Kugel und Nire. Executive Producer Michael Batleski, Redaktion, Lena Bammert, Leerda Kofsky und ich Julian Stoper. Creative Producer Nadine Raber, Produktion, Jonas Schlögel und Mike Schneider. Design, Hannah Wiesner und Julia Bochnik, Line Producer, Sarul Krause Yensch.