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Stimmigen Kompromiss finden: Warum echte Lösungen oft jenseits der Mitte liegen! #286

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Stimmigen Kompromiss finden: Warum echte Lösungen oft jenseits der Mitte liegen! #286

In diesem Podcast werden die tiefgreifenden Folgen fauler Kompromisse in Partnerschaften aufgezeigt. Viele Paare vertrauen darauf, dass der „Klügere“ nachgibt, um Konflikte schnell zu beenden – doch dies führt oft zu einem „Lose-Lose“-Ergebnis, bei dem beide emotional benachteiligt sind. Der Artikel zeigt auf, dass echte Stimmigkeit nicht im Mittelweg oder in einem oberflächlichen Kompromiss liegt, sondern durch die Anerkennung der individuellen Bedürfnisse und Gefühle beider Partner entsteht. Ein zentrales Prinzip ist das Wiederherstellen eines „Wir-Gefühls“, bei dem beide Seiten gemeinsam verantwortlich für Entscheidungen sind und sich gegenseitig wertschätzen. Beispiele aus der Alltagstherapie, wie etwa Restaurant- oder Urlaubswahl, verdeutlichen, wie kleinste Entscheidungen die Grundlage für langfristige Beziehungen bilden. Der Fokus liegt nicht auf der Ausgleichung von Rechten, sondern auf dem Verständnis hinter Wünschen und dem Erkennen früherer verletzter Muster. Durch ehrliche Reflexion, gemeinsame Kommunikation und die Wertschätzung von Gefühlen können Paare eine dauerhafte, glückliche und harmonische Beziehung aufbauen. Diese Herangehensweise wird besonders wichtig, wenn Beziehungen jahrelang durch verdrängte Konflikte geprägt sind – und wenn beide Partner bereit sind, auf die Gefühle und Bedürfnisse einzugehen, statt nur auf die Auflösung von Streit zu achten.

Transcription

6865 Words, 41061 Characters

German
Das sagen ja auch ganz viele Menschen in einer Partnerschaft, dass wenn sie faule Kompromisse eingehen und immer wieder Streitigkeiten haben zu bestimmten Themen und es gibt da keine Lösung, dass das so viel Energie kostet, weil das Thema nicht beendet ist, weil es ein fauler Kompromiss ist oder weil man da nicht wirklich weiterkommt oder dass es richtig die Distanz immer weiter bringt, dass man sagt, ja, was verbindet uns denn noch? Wenn wir jetzt davon ausgehen, der Klügere gibt nach, wenn wir das nehmen würden, also einer von beiden lässt sich auf einen faulen Kompromiss ein, um den Streitgrad zu beenden, dann wird aber das, was daraus folgt, für beide eine Lose-Lose-Situation. Für beide wird es nicht gut werden. Anstatt sich in der Mitte zu treffen, geht es darum, überhaupt zu sagen, hey, bevor wir uns darüber streiten, lass uns doch eine Lösung finden, die für beide stimmig ist. Die kann in der Mitte liegen, die kann aber auch ganz woanders liegen. Letzte Woche haben wir darüber gesprochen, warum viele Paare immer wieder über die gleichen Themen streiten, weil sie keine tragfähigen Lösungen finden und stattdessen oft oberflächliche Kompromisse schließen. Wir haben dazu einen ganz entscheidenden Tipp genannt, um erste Veränderungen anzustoßen und Muster zu erkennen. Heute zeigen wir in der Tiefe, wie du einen wirklich stimmigen Kompromiss findest, der nicht einfach nur ein Mittelweg ist. Sondern eine individuelle Lösung, mit der ihr beide euch langfristig wohlfühlt und Beziehungsprobleme, zumindest was das Thema Kompromisse finden, anbelangt, dauerhaft hinter euch lassen könnt. Ihr seid im Podcast der Lebensidealisten. Mein Name ist Florian. Ich bin Ina. Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise hinein in eine dauerhaft glückliche und harmonische Beziehung. Erinnerst du dich daran, ob du irgendwie explizit von irgendwem beigebracht bekommen hast, was ein Kompromiss ist? Was ein Kompromiss bedeutet, wie Kompromissfindung funktioniert? Oder ist das einfach nur vorgelebt worden, oder erinnerst du gar nichts darüber, irgendwie was mal gelernt zu haben, direkt? In meiner Erinnerung ist das so, wie ich aufgewachsen bin, dass da immer so beim Thema Kompromiss finden so mitgeschwungen ist, von wegen: "Wir müssen jetzt hier einen Kompromiss finden, weil es muss ja weitergehen." Und dass das immer so, auch gerade habe ich noch so eine Erinnerung in der Grundschule, wenn es so Streitigkeiten gab oder auch, ich bin mit vier Geschwistern groß geworden. Dass es immer so gar nicht um die Lösung ging, sondern so darüber war: "Wir müssen jetzt einen Kompromiss finden." Und dass ich das manchmal so schwierig fand, weil ich mich dann immer so unter Druck gesetzt gefühlt habe, weil mir klar war: Ich muss in diesem Moment jetzt eine Lösung finden. Und man gerade als Kind ja manchmal keine Idee hat, wie die Lösung sein kann. Und ich das manchmal ein bisschen platt empfunden habe und dachte, ich muss ja vielleicht erst mal runterkommen oder ich bin doch total wütend oder es ist total ungerecht. Und ja, ich möchte das ein bisschen. Bisschen unter Druck gesetzt gefühlt habe. Und wenn ich dann überlege, das ist, glaube ich, auch ein Anteil, den ich da mitgenommen habe, meine Jugendzeit oder auch meine erste längere Partnerschaft, dass ich das auch schwer aushalten konnte, dann keinen Kompromiss zu finden, weil ich noch diese Prägung mit hatte, dass man ja im Guten auseinandergehen muss sofort, weil ein Konflikt da ist. Und das zum Beispiel mit meiner Ausbildung als Erzieherin fand ich das auch mal spannend. Wir hatten eine Lehrerin, die immer so darauf gedrängt hat, im Kindergarten bei Kindern zu sagen: "So, und jetzt habt ihr das. Habt ihr euch doch wieder vertragen. Jetzt gebt euch mal die Hand." Und das fand ich immer schon damals so komisch, weil wenn man das jetzt im Kindergarten beobachtet, sind die Kinder ja im Alter von meist ein bis sechs Jahren. Dieses Entschuldigen und Handgeben kommt sehr mechanisch und auch ja auf Anleitung. Aber das Gefühl dazu ist ja gar nicht da. Und die Wirkung muss man ehrlich gesagt sagen, ist ja auch nicht langanhaltend. Das ist ja so ein bisschen, als wenn wir der Partnerschaft sagen würden: "So, jetzt ist auch mal gut. Jetzt küssen wir uns und jetzt ist in Ordnung." Das hat ja keinen Effekt. Die brauchen sich meist noch nicht die Hand geben, weil in den nächsten drei Minuten spielen die auch wieder gut miteinander. Genau, aber das war immer so symbolisch für die Lehrerin, immer so von wegen so ein bisschen Sportlermäßig, Shake Hands und so. Aber das habe ich manchmal als negativ empfunden. Ich weiß nicht, wie du das empfunden hast, so Kompromisse finden? Ich glaube, das steckt bei vielen auch bei Streitigkeiten, bei Gefühlen wie Wut, Ärger, Angst, Traurigkeit, also Weinen und so weiter. Da war, glaube ich, bei uns viel. Dieses Gefühl durch die Eltern und Großeltern, der Streitkonflikt soll einfach schnellstmöglich stoppen, ob die Lösung des Ganzen wirklich zufriedenstellend für alle Seiten ist oder ob dann wirklich das Fundament stabil geblieben ist oder man es wieder stabilisiert, das war nachrangig irgendwie, ne? Und dann weiß ich immer noch der Spruch, wenn ich im Gefühl hatte als Kind, eigentlich ist der Kompromiss, den wir gerade geschlossen haben, gar nicht so stimmig für mich, dann wurde mal gerne nachgeschoben, naja, der Klügere gibt ja nach. Und das war dann nochmal so, als Mädchen dann ja auch, naja gut, ne? Dann bin ich ja die Klügere, aber im Gefühl war ich nicht die Klügere, sondern mein Gefühl war das nicht quitt. Na guck mal, da haben wir so drei Sachen Richtung Kompromisse finden, ne? Was viele haben ist, sich in der Mitte treffen, der Klügere gibt nach und ich habe zum Beispiel noch das Thema mit drin, wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Ah ja, das kenne ich auch, der Spruch, ja. Dann streiten sich zwei und anstatt für die eine Lösung und einen Kompromiss zu finden, wird denen quasi das Spielzeug weggenommen und jemand anders darf damit spielen. Also das heißt, so ganz, ganz komische Ansätze, um Lösungen und Kompromisse zu finden, die alle eher nicht in Richtung Stimmigkeit führen, sondern eher in Richtung ein fauler Kompromiss. Einer oder alle fühlen sich schlecht. Und bei dem der Klügere gibt nach, ist es ja irgendwie so ein bisschen so eine Vertröstung von wegen, auch wenn mein Gefühl jetzt nicht gut ist, ich bin ja der Klügere und kann mich so ein bisschen im Gefühl erheben über die andere Person. Aber auch gerade das ja in einer Partnerschaft, wenn man das jetzt mal auf eine Partnerschaft überträgt, ja sehr schwierig ist. Also Augenhöhe mäßig ist das ja schwierig zu sagen, ja okay, ich habe dir jetzt nachgegeben, weil ich bin ja die Klügere. Du kannst das ja sowieso, mit dir kann man Konflikte nicht anders klären. Ich bin ja die Klügere, also gebe ich nach, ist schon in Ordnung, ich kann das verkraften. Ja, also irgendwie überhaupt nicht stimmig, ne? Automatisch heißt das, dass derjenige, der bekommt, was jetzt beide wollten, das ist der Dumme. Ja, genau. Das Zusammenhängen, das passt alles irgendwie nicht. Aber es war ja damals einfach die Sprüche, die man in unserer Generation häufig einfach mitbekommen hat. Wie normal waren, da hat keiner sich drüber aufgeregt oder es war nicht komisch, das war einfach so. Man müsste alles einfach ein bisschen wandeln, so ne? Das weiß man eben noch nicht. Aber es geht eigentlich darum, dass man erstmal bereit ist, überhaupt mal wertschätzend zu verhandeln und zu schauen, wie können wir Stimmigkeit erzeugen. Deswegen finde ich auch immer ganz schön, wenn ich das sehe, dass wir zu Hause einen Konflikt haben mit unserem Sohn und wenn ich merke, er geht in so eine Blockade rein und bewegt sich gar nicht mehr, was Richtung Kompromiss oder Blickwinkel ändern, dass du dann immer gerne betonst, dass wir nicht gegen ihn sind, sondern dass wir für ihn sind, dass wir ein Team sind und dass wir zusammen für alle eine Stimmung haben. Und dass wir eine stimmige Lösung finden wollen und dass nicht im Gefühl entsteht, okay, wir sind jetzt irgendwie Feinde und versuchen dich jetzt zu überzeugen. Ja, das kommt ja so aus diesem Eltern-Kinder-Thema und Führung und Verantwortung. Verantwortung zum Beispiel für seine Gesundheit. Und natürlich fühlt er uns als Eltern in diesem Augenblick für das, was er jetzt gerade möchte als Gegner, weil dieser aktuelle Wunsch so groß ist und nicht sehen kann. Welche langfristigen Auswirkungen das hat und ihn da wieder zurückzuholen und zu sehen, hey, das geht nicht darum, dass wir einfach nur dir was wahllos verbieten wollen, sondern es geht darum, dass wir eine andere Lösung finden müssen zusammen, die aber nicht negativ sich auf deine Gesundheit langfristig auswirkt zum Beispiel. Und dann dieses Thema Verantwortung für Gesundheit hervorzuheben. Also im Grunde immer dieses Thema Herz und Schwert in Einklang bringen. Schwertseite ist jetzt eine Grenze, Herzseite. Eigentlich, weil ich dich liebe und dir Gutes möchte. Aber die Grenze fühlt sich natürlich in dem Moment für ihn trotzdem doof an. Dann haben wir noch den zweiten Punkt, der Klügere gibt nach. Das müsste man eigentlich wandeln in derjenige, der mehr Denkgefühl gerade noch zur Verfügung hat. Also der noch mehr Kapazitäten gerade im Kopf zur Verfügung hat. Der andere, der schon vielleicht weiter tiefer in seiner Wut, in seinen Basisgefühlen drin steckt und das nicht mehr sehen kann, dass wir aus dem Modus gerade rauskommen sollten. Das heißt, der, der noch mehr Denkkapazitäten gerade zur Verfügung hat, in diesem Augenblick, der sagt, hey, wir haben die wertschätzende Haltung verlassen. Wir sind gerade in so einem verletzenden Modus. Lass uns mal gucken, wann war es gut. Lass uns mal im Gespräch ein paar Minuten zurückgehen, das einmal klären, dass wir wieder zurückfinden in die wertschätzende Haltung und dann wieder richtig gut weiterverhandeln können. Das würde ich eher dahin wandeln, so der Klügere gibt nach. Ja, Monate, Wochen, manchmal Jahre eine Verletzung machen, da eine wertschätzende Haltung einzunehmen im Gespräch, sondern dass da die Fronten manchmal so verhärtet sind, dass man gar nicht mehr sprechen möchte oder sprechen kann und dann so verzweifelt ist, dass man denkt, dieses Thema könnte uns komplett auseinandertreiben. Also dass man eher weit weg ist von einem Kompromiss, sondern eher Richtung Trennung schon schaut, wenn man sagt, ich kann mir schon fast gar nicht mehr vorstellen, dass wir da überhaupt uns annähern können. Ja, weil das meistens bei kleinen wie bei großen Themen dann schon schiefgelaufen ist und dadurch dann immer mehr ein. Ein Ich-Du-Gefühl und eben dieses Gegnergefühl, was du auch eben beschrieben hast, entsteht anstelle von einem Wir-Gefühl. Wir können gemeinsam gut kommunizieren, gute Lösungen finden. Immer mehr Themen werden ausgespart. Da würde mich mal interessieren, ob da jemand bei den Zuhörern, Zuschauern schon mal so ein Thema hatte. Also habt ihr schon mal Themen gehabt in der Beziehung, die ihr gar nicht mehr nennen könntet? Wenn ja, welche? Auch spannend fände ich die Frage, was habt ihr denn über Kompromisse so gelernt? Habt ihr da konkrete Erinnerungen, ob das euch wirklich irgendwie explizit beigebracht wurde? Denn ich kann mich jetzt nicht bei mir daran erinnern, dass Lehrer oder Eltern sich so richtig mit mir hingesetzt haben und mir so richtig erklärt haben, wie jetzt ein Kompromiss funktioniert. Ich kann mich an eine Situation sehr gut aus meiner Kindheit erinnern. Wir hatten damals eine Fahrgemeinschaft, das musste in der Grundschulzeit gewesen sein, im Winter, mit zwei anderen Kindern, die zusammen mit mir an der Spielstraße da gewohnt haben, wo immer ein Elternteil, also eine Mutter früher, zur Schule gefahren ist. Und damals gab es einen Kindersitz, der so aufgebaut wurde, der vorne sitzen durfte. Also zwei Kinder hinten und der eine besondere Kindersitz, keine Ahnung, ob der von drei Müttern zusammengekauft worden ist, weil das dann günstiger ist, der durfte vorne sitzen. Und da gab es immer tierisch Streit drüber, wer in diesem Kindersitz vorne sitzen durfte. Und irgendwann haben die Eltern dann beschlossen, dass immer die Mutter, die fährt, das Kind vorne auf dem Beifahrersitz sitzen darf, mit dem besonderen Kindersitz. Und das wurde wirklich exzessiv bis zur letzten Minute ausgereizt, also dass das Kind, was den Tag vorher drin war, noch den Kindersitz auf dem Beifahrersitz gepackt hat. Und in dem Moment durfte erst das andere Kind sich auch vorne hinsetzen. Teil affig, aber damals war es ja so. Und auf den ersten Blick hört sich das ja nach einem Kompromiss an, nach einer Lösung. Das hat auch so zwei, drei, vier Wochen gut geklappt. Dann war das aber so, dass es nicht mehr ausgeglichen war, wie gefahren worden ist. Das habe ich auch sofort so im Öko-Check mäßig als erste Konsequenz im Kopf gehabt. Aber was ist denn, wenn die eine Mutter ein paar Tage mehr übernimmt und dadurch bei den Kindern dieses ausgewohne Gefühl auf einmal verloren geht? Genau, und dann war das irgendwie so, wir haben den Kompromiss, oder die Eltern haben den Kompromiss geschlossen, für die war das auch okay, weil die hat das nur genervt, dass wir Kinder da so rummeckern jeden Morgen, wer vorne sitzt. Und dann war das so, dass nach ein paar Wochen dann die eine Mutter irgendwie zwei Tage gefahren ist und die andere einen Tag und die andere auch zwei Tage. Und das Kind, was halt nur einmal vorne sitzen durfte, fühlte sich natürlich total benachteiligt, weil es ja gar keine Chance hatte, länger vorne zu sitzen. Und da wurde, ehrlich gesagt, dann drüber hinweggegangen. Ja, und das ist doch genau das, was ich meinte, dass unsere Eltern, Großeltern dazu neigten, einfach nur eine schnelle Lösung zu finden, damit unser Gefühl aufhört, damit wir nicht nerven, damit so die Belastung rausgeht, aber gar nicht so geguckt haben, was dann echte Stimmigkeit darin bedeutet. Und dann geht's weiter. Dann geht's ja schon los, dass, wenn man sowas startet, kann das ja sein, dass eines, zwei oder alle drei Kinder schon mit einem Mangelgefühl starten und sagen: Ja, das machen wir ab jetzt, aber bis, aber die letzten Monate sind ja gar nicht fair gelaufen. Ich durfte so gut wie nie vorne sitzen. Eigentlich müsste ich ja zwei Wochen vorne sitzen. Genau. Also eigentlich brauche ich erst mal einen Ausgleich für diese Zeit, bevor ich mich auf diesen neuen Kompromiss und den Versuch richtig einlassen kann und wenn dann dieses Kind. Was eh schon so ein Mangelgefühl der Vergangenheit mit da reinbringt, dann das Kind ist, wo die Mutter zwei Wochen lang nicht fährt und dann zwei Wochen, dann ist das Thema schnell erledigt. Und das war halt schwierig. Also ich gehörte, ich war nicht das Kind, was nur einmal die Woche gefahren worden ist, aber das war halt schwierig, weil unterschwellig wurde, war das Thema dann ja wieder offen und ich hatte als Kind schon Mitleid mit dem Kind, was nur einmal vorne sitzen durfte, war aber auch sehr froh, dass ich es nicht war, ne, weil ich war so ein Mangelgefühl. Ich war froh. Ich hab wenigstens meine zwei Mal, wo ich vorne sitzen darf und dann haben immer manche Mütter dann aber so unterschwellig immer versucht, von wegen so, na, aber guck mal, der arme Junge, der darf nur einmal die Woche, kannst du den nicht heute Vormittag doch vielleicht einmal fahren lassen? So und dann, letztendlich fing dann dieser ganze Kompromiss wieder an, weich zu werden, weil ja keine Eltern sich untereinander abgesprochen haben, wer nochmal eine Sonderregelung gemacht hat und das war eigentlich dann wieder das Thema, aber nur so manipulativ unterschwellig. Ja und so sehen wir halt, wie ein fauler Kompromiss dann aussieht und dass der dann manchmal eine oberflächliche Lösung anbietet, aber in der Tiefe keine echte Lösung und dass die Risse im Fundament sich dadurch nicht verändert haben, aber auch sich häufig dann nicht richtig lösen. Und was ist aber das Ergebnis dann, wenn man im Auto sitzt, einer sitzt vorne und freut sich zwar, die anderen sitzen hinten und denken, so ein Scheiß, ne, sind wütend auf den und als Kind kannst du das noch einigermaßen trotzdem genießen, dass du vorne sitzt. Aber als Erwachsener mit dem Bewusstsein und so weiter, was das dann systemisch auch macht, sitzt du vorne und fühlst und merkst, oh, die hinten, die sind wütend und die wollen gleich nicht mit mir spielen oder mit mir was machen. Genau, weil dem passt halt nicht, der Klügere gibt nach, weil deine Emotionen, ja, wenn du denn da sitzt, trotzdem sind, oh, ich wollte das aber gar nicht, ich wollte ja vorne sitzen. Und das ist sehr häufig auch in einer Paarbeziehung so, wenn wir einen faulen Kompromiss eingehen, es ist ja nicht so in dem Moment, in dem wir sagen: "Okay, ich bin jetzt ein Kompromiss, ich bin jetzt ein Kompromiss eingegangen, es ist okay so", dass das wirklich okay ist. Sondern wir sind ja als Menschen so aufgebaut, dass wir bewusst und unbewusst schon unsere Rechnung schreiben und beim nächsten Mal gucken, dass wir zum Vorteil kommen und wir das ungute Gefühl mitnehmen. Also typischerweise so was wie, wenn ein Paar sich streitet, kurz bevor sie irgendwo hinfahren. Sie sind mit Freunden abends verabredet, Babysitter ist organisiert, da sind gewisse Erwartungen an den Abend und dann kommt es zu Streitigkeit, kurz bevor man losfährt, die Kinder sind quakig und sagen: "Oh, wann kommt ihr wieder?" und "Nee, ich will das nicht" und was auch immer. Und dann geht man einen Kompromiss ein, sagt man: "Ja, okay, dann machen wir das so und so" und dann sitzt man im Auto und die Stimmung ist so komplett auf Nullpunkt, weil man sich erst mal so resetten muss und dann ist es ja nicht, dass man dann den Kompromiss, dem man gerade sozusagen eingegangen ist, einfach so sagt: "Ja gut, das ist jetzt in Ordnung", sondern es schwingt ja was mit, wenn es nicht stimmig ist. Und dann sitzt man da und denkt so: "Super, jetzt haben wir schon einen Babysitter, jetzt sitzen wir im Auto, ich habe mich so gefreut auf diesen Abend, etwas Leckeres zu essen, und es ist ja auch mal ein Lebensmoment, man kommt mal raus" und es fühlt sich nicht so an, wie es sich anfühlen sollte. Und wieder habe ich nachgegeben: "Nur zur Harmonie oder zum Wohle aller", das ist schwierig. Da kommt dann, finde ich, nochmal ein ganz wichtiger Punkt zum Tragen, denn nur für die Harmonie und zum Wohle aller, das funktioniert aber im Regelfall so nicht. Ich bringe mal das Beispiel mit dem Restaurant so: Wir beide überlegen, wohin gehen wir essen, ich sage Grieche, du sagst Italiener. So, jetzt versuchen wir einen Kompromiss zu finden und das geht nicht so gut und man merkt, die Stimmung wird schlechter, immer mehr Anspannung zwischen uns und wir merken, oh, das geht auch langsam in die Richtung, wo dieses ganze Projekt Essen gehen gefährdet werden könnte, dass irgendwann gleich die Stimmung so kippt, dass einer von beiden sagt: "Ich bin jetzt ganz raus". Was passiert? Einer von beiden, der Klügere, gibt nach und sagt: "Ja, dann lass uns zum Italiener gehen". Und innerlich ist es aber unstimmig. Ja, und dann… Weiter hin zum Griechen. Genau, und das ist so geil, dass du das gerade sagst, weil ich hatte gerade vor ein paar Wochen, so flach, wie es ja so ein Beispiel ist, wirklich das im Coaching, und da hat die Frau, es war nämlich eine Verletzung, der Mann saß im Restaurant und wollte da nicht hin, wo sie waren, hat die Karte aufgemacht, hat reingeguckt, die Frau wusste sofort, was sie wollte, weil sie wollte ja auch dahin, und er guckte dann sehr interessiert und lang in die Karte und sagte: "Na Schatz, findest du nichts oder weißt du schon, was du nimmst?" Und er hat dann: "Pff, ja…" Und das ist ja genau der Punkt. Da sitzen wir beide in unserem Beispiel beim Italiener, du wolltest da hin, ich nicht. Ich habe jetzt nachgegeben und jetzt bist du da voller Freude und denkst so: "Oh cool, Karte und so weiter, da habe ich Lust drauf, ja, und ich finde nichts, dann kommt der Kellner so spät, ich musste schon eine Viertelstunde warten, dann ist dies nicht vorweg gebracht worden, dann habe ich eine Cola Zero bestellt, kriege ich aber eine Cola geliefert, das heißt, jeder Makel, der irgendwie da ist, springt mir sofort immer wieder voll ins Auge und zeigt mir… Unstimmiger Kompromiss, du wolltest das nicht, scheiß Entscheidung, du willst hier nicht sein, Qualität ist schlecht, Essen schmeckt nicht, unser Gespräch wird immer schlechter, ne, wir kommen immer mehr auf diese negativen Aspekte zu sprechen, dann sagst du vielleicht irgendwann: "Ja Mensch, Florian, was ist denn los, du hast doch zugestimmt, zum Italiener zu gehen, jetzt machst du ja alles schlecht, der Abend läuft doch nicht schön so…" Genau, denn so war es etwas wie: "Du hast dem Abend gar keine Chance gegeben, seitdem wir hier sitzen, ist es doch schon nicht gut, das sehe ich dir doch an…" Das heißt, was ist das Fazit? Wenn wir jetzt davon ausgehen, der Klügere gibt nach, wenn wir das nehmen würden, also einer von beiden lässt sich auf einen faulen Kompromiss ein, um den Streit gerade zu beenden, dann wird aber das, was daraus folgt, für beide eine lose-lose-Situation, für beide wird es nicht gut werden, das heißt, auch derjenige, der dann seinen Willen bekommt, auch der wird keinen Spaß haben. Beide sind Verlierer. So ein bisschen, finde ich, jetzt machen wir ganz kurz einen Switch. So wie, wenn ich sage, ich verzeihe dir etwas, aber bin nachtragend, also dann ist es halt auch schwierig, wenn ich etwas verzeihen möchte oder verzeihe, aber gleichzeitig dir im nächsten Streit immer wieder einen Vorwurf mache, weil dann widerspreche ich dem und kann auch gar nicht dieses neue Gefühl, für das wir irgendwie so eine Verbindung schaffen wollten, halten. Du hast das Verzeihen im Kopf gemacht, aber nicht im Gefühl. Genau. Und so ist es ja beim Kompromiss auch, ich habe dann den Kompromiss im Kopf gemacht, weil ich aus der Situation rausgehen will. Aber ich habe es nicht gefühlt und gehe da halt mit hin. Das sagen ja auch ganz viele Menschen in einer Partnerschaft, dass wenn sie faule Kompromisse eingehen und immer wieder Streitigkeiten haben. zu bestimmten Themen und es gibt da keine Lösung, dass das so viel Energie kostet, weil das Thema nicht beendet ist, weil es ein fauler Kompromiss ist oder weil man da nicht wirklich weiterkommt oder dass es ja richtig die Distanz immer weiter bringt, dass man sagt, ja, was verbindet uns denn noch, wenn wir da keine Verbindung drin haben? Jetzt haben wir so kleine Alltagsbeispiele für die Kompromisse genommen. Das erleben wir natürlich auch in ganz anderen Dimensionen. Also wo es natürlich wirklich herausfordernd wird, sind nachher Kompromisse beim Thema Wohnort, Hauskauf, Kinder bekommen, heiraten. Also da sind durchaus auch Paare bei uns, die in diesen großen Fragen faule Kompromisse eingegangen sind. Umzug haben wir auch gar nicht selten aufgrund des Jobs. Genau, dass wir gerade wohnen. Genau, Umzüge. Dass mal jemand sagt, ja, es war vom Denkgefühl die richtige Entscheidung. Du hattest Argumente, aber es fühlte sich eigentlich nicht gut an. Ich habe denen zugestimmt, aber ich habe das nicht gefühlt. Ja, dann ist immer so ein Dir-zu-Liebe-Habe-ich-aufgegeben-Gefühl da drin. Und das macht es dann, dass das geht manchmal eine Zeit lang gut. Solange das Fundament noch passt und so der Austausch okay ist und man an einem Strang zieht. Aber wenn das kippt, dann wird es schwierig. Und dann kommt auch irgendwann, dass man das. dann auch immer wieder zur Last legt. Dann wird das so ein Dauerbrenner. Hey, du musst mehr Gas geben. Du musst dich mehr bemühen. Deinetwegen habe ich XY aufgegeben. Und das ist etwas, was wir vermeiden wollen. Wenn ihr das Gefühl habt, dass wir gerade über euch sprechen und ihr habt einige faule Kompromisse in eurer Beziehung und euch fällt das sehr schwer, an den Punkt zurückzugehen, dann war es mal gut, das aufzuarbeiten und in der Gegenwart neue, stimmige Kompromisse. Also die Basis, um mal zu beginnen, ist überhaupt mal eine ehrliche Reflexion erstmal und dann auch Kommunikation über die wahren Bedürfnisse, Wünsche und Erwartungen, die man hat. Wir sprechen viel zu häufig über die Positionen, die man dann vertritt. Und dann geht es um Meinungen und Rechthaben. Aber es ist viel angenehmer, wenn man über die wirklichen Hintergründe, also die echten Wünsche und Beweggründe spricht. Zum Beispiel, nehmen wir wieder das kleine Thema Italiener Grieche, könnte man überlegen, was ist dein Bedürfnis, deine Idee dahinter? Vielleicht hast du ja einen besonderen Gedanken. Und dann sagst du vielleicht, ja, da gibt es gerade eine Aktionswoche. In dieser Woche gibt es dort Pizza XY mit einem besonderen Belag. Und das wollte ich schon immer sagen. Immer mal ausprobieren. Ah, okay. Das ist das Bedürfnis, warum dir das für diese Woche so wichtig ist. Das ist das, was dahinter steckt. Ja, weil es schützt natürlich auch vor Interpretation. Weil sonst hat man natürlich schnell die Interpretation, das schlägst du ja nur vor, weil. Du möchtest nicht, dass ich beim Griechen so viel Uso trinke. Oder du möchtest das nicht, weil keine Ahnung was. Also wir sind ja sehr schnell bei Interpretation, dass wir denken ja gerade in einer langjährigen. Partnerschaft. Ich kenne dich ja. Ich weiß ja genau. Manchmal auch einfach so eine Pauschalisierung. Alles, was ich vorschläge, bist du immer erst mal dagegen. Genau. Also manchmal auch so ganz, ganz pauschal. Der zweite Punkt ist, dass man erst mal auch den faulen Kompromiss mal anerkennt und hinterfragt. Also zu überlegen, welche Kompromisse sind wir denn in der Vergangenheit erst mal eingegangen? Und ja, wo hat sich herausgestellt, dass einer von uns unzufrieden zurückgeblieben ist? Also das Gefühl hat. Ich bin ja als Verlierer rausgegangen. Gab es so etwas? Also was für ein Muster haben wir denn bei unseren Kompromissen, die wir bisher geschlossen haben? Das ist immer super interessant, auch im Coaching zu sehen, dass sich das häufig wiederholt, dass man sagt Okay, und da bin ich in einen unstimmigen Kompromiss eingegangen und da auch und da auch und ganz häufig auch die andere Seite sagt so Okay, das war mir gar nicht bewusst. Ich dachte, es wäre für dich in Ordnung gewesen. Ich habe dich doch da und da noch mal gefragt und sich da ein Muster aufgebaut hat, wo man ja manchmal gar nicht so klar drauf geschaut hat. Das ist doch schon häufiger passiert und wir haben da Positionen eingenommen, die so eine gewisse Eigendynamik entwickelt haben. Entweder ein Muster oder das einfach diese Vorverletzung und Erfahrung in den aktuellen Kompromiss einfließen. Also nehmen wir wieder das Restaurant Beispiel. Du sagst Italiener besondere Aktionswoche. Also das heißt, ich bekomme jetzt ein Bedürfnis mit und das kann ich auch sogar sehen. Und ich habe eigentlich gar keinen besonderen Wunsch beim Küchen gerade. Ich bin nur eingefallen. Aber ich kann anerkennen, dass das eigentlich ein legitimer Grund ist und ich hätte auch Bock, das auszuprobieren sogar. Jetzt kann es passieren, dass aber mit der Vorerfahrung, dass ich die letzten drei Kompromisse, die wir finden wollten, immer zurückstecken musste und irgendwie Deins bevorzugt. Wir haben irgendwie sind wir auf Deins gekommen und haben Deins gemacht. Dann kann es eben wieder. Du hast das in der letzten Folge, glaube ich, genannt. Was war es in dieser? Aus Prinzip? Ja, in der letzten Folge. Genau. Dieses Ausprinzip Thema. Und dann kommt so. Ja. Aber trotzdem nicht. Ja. Ich will zum Kriechen. Und dann ist so dieses. Ich will unbedingt, dass wir jetzt, wenn der Kompromiss schon ein Fauler sein muss, wir den in meine Richtung drehen. Jetzt musst du spüren, wie doof das ist, einen faulen Kompromiss eingehen zu müssen. Genau. Und das macht ja kein Mensch aus Böswilligkeit, sondern aus der Verletzung heraus. Das ist nochmal ganz wichtig so zu sehen, weil man denkt ja immer so. Ist das, was ist das für ein Mensch, der sowas sagt? Das ist aus einer tiefen Verletzung heraus. Ich weiß mir nicht anders zu helfen. Aber ich, ich muss das jetzt so sagen, weil ich muss mich jetzt nach vorne stellen. Das ist jetzt ja auch von mir so genannt. Ja, genau. Also die letzten drei Male. Ja, das ist ja dann manchmal auch so. Aber so sprechen das ja. Manchmal wirst du ausgesprochen. Aber häufig ist das ja ein unerklärliches Gefühl von so einem Druck. So heute bin ich mal dran. Genau. Ja. Vielleicht auch nochmal durch ein bisschen Außeneinflüsse. Das ist ja auch manchmal gerne, dass so ein Kumpel gesagt hat. Na, geht ihr wieder zum Italiener? Hast ja auch nichts zu sagen zu Hause. Na, dann ist es natürlich noch mehr angestachelt. Und dann denkst du, nee, heute Abend. Gehen wir zum Griechen. Wirst du mal sehen. Ich setze mich dann durch. Ja, das heißt, wir nutzen hier die System-Empowering-Methode, um dann wirklich zurückzugehen an den Punkt, wann war es mal gut. Um dort einmal gemeinsam die ja zurückgebliebenen Gefühle, die verdrängt worden sind, die Risse im Fundament zu diesem Thema zu lösen, sodass beide in ein Gefühl kommen, jetzt gerade ist es wieder gut. Und wir können mit einer ganz anderen Freiheit und Kreativität, die dadurch entsteht. In die Kompromissfindung gehen. Und das würde jetzt beim Thema bei uns bedeuten, dass natürlich erst mal Kompromisse allgemein natürlich eine Rolle spielen, weil das häufig innerlich vermischt wird. Aber man könnte jetzt zum Beispiel auch ganz gezielt mal auf das Thema Restaurant-Auswahl gehen. Es wäre aber typisch, dass da auch Dinge reingemischt werden, wie Urlaubsauswahl und andere Dinge, wo man einfach gemeinsam vielleicht was wählt. Und das ist super wichtig, denn wenn wir jetzt dazu kommen, wie man echt was wählt, dann ist es super wichtig, wenn man sich für bestimmte Kompromisse schließt, dann sehen wir, dass das eigentlich ein Kreativprozess ist, in dem man sich begibt. Und für diesen Kreativprozess brauche ich natürlich so ein bisschen innere Freiheit, Lockerheit, Leichtigkeit, um da so reinzugehen. Wenn ich innerlich angespannt, unruhig, belastet bin, vielleicht wütend aus woher, in Kompromissen, dann bin ich nicht kreativ. Und da sind wir schon beim nächsten Punkt, diese individuelle kreative Lösung zu finden und wegzukommen von dieser, das hört sich sehr positiv an, aber goldenen Mitte. Weil die Mitte ist halt nicht immer das, was stimmig ist. Es ist wichtig, wenn man auf die Bedürfnisse schaut, dass man das kombiniert. Weil auch 60-40 kann total stimmig sein. Ganz häufig geht es gar nicht um die Sache, sondern ja immer ums Gefühl. Und da ist dann wichtig, dass man schon mal häufig wegkommt von mein Weg und dein Weg. Gerade wenn man erstmal noch völlig frei ist. Also zum Beispiel, wenn wir jetzt frei überlegen, wo gehen wir essen, dann könnte es ja auch sein, dass uns erstmal fünf Restaurants einfallen, egal wer sie nennt. Die stehen einfach, egal wer sie genannt hat, du, ich, spielt keine Rolle, die stehen einfach erstmal zur Diskussion und zur Auswahl. Und dann fühlt jeder in sich hinein, wo das stimmigste Gefühl ist. Und dann findet man einen Kompromiss. Und dann ist völlig egal, wer das genannt hat. Das ist so, wenn es freier ist. In unserem Beispiel könnte ja auch eine Lösung sein, zu sagen, kann ich sehen, dass da jetzt eine Special Woche für dich ist. Habe ich auch Bock drauf. Lass uns doch Folgendes machen. Wir gehen heute zum Italiener. Und in zwei Wochen, dann gehen wir zum Griechen. Wollen wir das so festlegen? Und dann ist das quasi für heute 100% deins. Und dann in zwei Wochen 100% meins. Aber in Summe wird es dadurch stimmig, dass wir darüber gesprochen haben und uns einig sind. Und sagen, ja, lass uns das so machen. Und da ist, glaube ich, der erste Schritt halt so wichtig. Dieses Bedürfnis dahinter sehen können. Da fällt mir gerade ein, wir haben jetzt auch gerade einen Kompromiss, den wir empfinden sind. Was unsere Urlaubswahl gibt. Was die Urlaubswahl geht für die Osterferien. Da ging es aus gesundheitlichen Gründen. Das Ziel, was wir gebucht haben, geht jetzt nicht mehr. Und wir mussten sozusagen dann jetzt wieder zusammen auch eine Form von Kompromiss finden, zu sagen, okay, was ist dir wichtig? Was ist mir wichtig? Was ist dein Bedürfnis? Was ist mein Bedürfnis? Komplett nochmal ins Brainstorming neu einzusteigen und da dann etwas Gutes zu finden. Und das ist, finde ich, immer das Wichtige, dass man das Bedürfnis dahinter sieht und dass man sich frei macht von man zählt ab oder es müsste jetzt irgendwie, wie sein, sondern zu schauen, was ist denn für beide ein stimmiger Weg und was steckt dahinter? Dieses Abzählen, dieses Aufrechnen, das ist ja Systemgesetz 3, Ausgleichsgesetz. von Geben und Nehmen. Das findet häufig dann statt, wenn Systemgesetz 1 und 2 verletzt worden sind. Also Zugehörigkeit, kein Ausschluss und Anerkennung, Wertschätzung, Respekt. Das heißt, wenn ich dein Bedürfnis sehe und dem dann Vorgang geben kann, dann wäre es im Gegenzug gut, wenn das auf ein bisschen Anerkennung, Wertschätzung stößt. Also das reicht und sagen, hey cool, vielen Dank, dann freue ich mich auf die Specialwoche oder super, dass wir das heute machen können. Also irgendeine Form von Wertschätzung, Anerkennung, ob das eine kleine Umarmung ist oder was auch immer. Irgendwas, was anerkennt, okay, der ist jetzt dann auf mich zugekommen, der konnte mein Bedürfnis sehen und dem Vorrang geben. Das ist stimmig für ihn und in zwei Wochen machen wir es andersrum. Und das ist eben dann so ein wichtiger Punkt, dieses stimmig und stimmig nochmal. Da muss erstmal jeder für sich selber natürlich auch einen guten Draht zu seinem inneren Kompass haben, denn ein stimmiger Kompromiss heißt, dass für mich stimmig und für dich stimmig und ich muss auch darüber reflektieren können, wenn es unstimmig ist. Und dann ist nämlich die Kompromissfrage, die man sich immer stellen kann, darauf läuft es hinaus, was können wir beide tun, lernen, verändern, damit es für uns beide stimmig wird. Das ist die einleitende Kompromissfrage. Und das ist manchmal gar nicht so leicht, als Paar, wenn man kein stabiles Fundament hat, das zu finden. Und das ist häufig auch ein Grund, warum sich viele Paare bei uns melden, zu sagen, ich brauche oder wir brauchen jemanden dritten, der uns durch diesen Prozess mal ein bisschen leitet, der uns diesen Rahmen gibt, weil wir sonst nicht bei diesem Thema vorankommen. Ich hatte gerade gestern ein paar, jetzt ziemlich mal Abschluss, da habe ich mich auch sehr doll über eine Bewertung jetzt gefreut, die gesagt haben, wir hatten ein Thema seit zehn Jahren, darüber sind wir seit zehn Jahren nicht ins Gespräch gekommen. Und der Mann war auch sehr skeptisch, was Paartherapie angeht. Und ich liebe ja skeptische Menschen, weil ich glaube, ich wäre selber auch ein sehr skeptischer Mensch oder sowas. Und das war so eine Befreiung in der letzten Sitzung, dass sie gesagt hat, ich bin ein sehr skeptischer Mensch. Und ich glaube, das ist genau der Punkt. Und das ist so schön, dass wir darüber jetzt sprechen konnten und dass wir da eine Lösung gefunden haben, weil es auch da, wir gar nicht ins Detail gehen, aber es ging in einem Streit um zwei, drei Sätze, die anders formuliert werden jetzt, damit sie keine Verletzungen gemacht werden, ein anderes Gefühl machen. Und das ist so entscheidend. Also von außen betrachtet ist es manchmal so ein Minischritt, aber in der Wirkung so groß. Und das sagte auch, und dazu habe ich das von meiner Seite. Und also wie soll so ein Knoten, der dann platzt dadurch. Aber dieses Zusammen darüber ins Gespräch kommen, das war halt nicht möglich. Und wenn dann ein echter stimmiger Kompromiss im Wir-Gefühl zusammengeschlossen wird, hat das zwei riesige Vorteile für die Beziehung, aber auch fürs eigene Leben. Das erste ist, dass man im Wir-Gefühl in gemeinsamer Verantwortung entschieden hat, das zu tun. Und es war für beide stimmig. Wird das beim Italiener, wenn wir da wieder sind, wird das scheiße. Dieses Gericht schmeckt total schlecht. Und das ist so ein bisschen, das ist so ein bisschen kacke. Das ist, wir beide sitzen da. Dann kann man im besten Fall zusammen drüber lachen, was das doch für eine beschissene Special-Woche ist und kann zusammen sagen, wären wir doch nur lieber zum Griechen gegangen. Aber zusammen, wir beide. Im faulen Kompromiss würde ich dir das vorwerfen. Und würde sagen, du mit deiner scheiß Special-Woche. Ich habe gleich gesagt, Grieche ist besser und so ein Mist hier und so weiter. Jetzt schmeckt das Essen nicht. Und das heißt, sobald das im Wir-Gefühl ist, gemeinsame Verantwortung, können wir zusammen sagen, da haben wir uns falsch entschieden. Das ist das Erste. Das Zweite ist, wenn es wirklich stimmig ist, zum Zeitpunkt der Entscheidung mit dem Wissen, was man da hatte, wird man es in der Zukunft niemals bereuen. Man blickt zurück und sagt, mit dem Wissen von heute haben wir uns damals für den falschen Weg entschieden. Wir hätten einen anderen Weg gehen sollen, aber es war damals wirklich stimmig. Von daher passt alles. Aber blicken wir zurück und sagen, ja scheiße, hätten wir damals auf unser Bauchgefühl gehört. Hätten wir dieses Haus gekauft. Hätten wir das und das gemacht. So ein, dann bereut man das. Das heißt, sobald dort ein schlechtes Bauchgefühl ist und man hört nicht drauf oder sobald irgendwie das unstimmig ist und dann können wir es in Zukunft bereuen, ist es für beide stimmig, werden wir in Zukunft zurückblicken und sagen, ja schade, wir hätten auch einen anderen Weg gehen können, aber das war vollstimmig für uns. Das haben wir ja häufig schon, auch wir beide gehabt, dass wir sagten, mit dem Wissen von heute hätten wir uns damals schon für das, was wir hatten. Das war vollstimmig für uns. Und da und da für einen anderen Weg entscheiden können. Aber wenn wir zurückblicken und sehen, wo wir damals standen, sagen wir, ja, aber mit dem Wissen von damals und in der Situation, da war Flexibilität viel wichtiger. Und deswegen ist das völlig in Ordnung, dass wir uns so entschieden haben. Hätten wir natürlich damals schon gewusst, wie sich unser Weg entwickeln wird. Hätte eine Fahrradkette, ne? Aber meistens, ich muss gerade daran denken, du sagst es mit dem, welchen Gefühl geht man raus. Ich hatte letztens eine Situation mit meiner Schwester, da waren wir mit meiner Tante zusammen essen in einem Restaurant. Ich hatte das, glaube ich, rausgesucht und es war nicht so, wie ich mir es gedacht hatte und keiner war böse oder so. Aber es war nach einem Schnitt klar, dass es jetzt nicht der Burner ist, so wie wir uns das gedacht haben. Und dann hat das eher so was Lustiges im Wir-Gefühl übernommen. Das passt jetzt ja auch zu diesem Abend und zu sagen so, ja, nett, wollen wir noch zu McDonald's? Und es ist so, das ist halt diese Verbindung, ne? Also, dass man das Gefühl hat so, ja, hätte gut werden können, war nicht gut. Aber man lässt sich dadurch sein Leben und seinen Abend nicht versauen. Und ich finde, darauf kommt es. Und wenn man jetzt noch mal kurz zu diesem Beispiel mit dem Paar aus dem Kutschen, wo liegt zehn Jahre, zehn Jahre Lebenszeit, da wäre jetzt ziemlich viel Leid erspart gewesen. Aber so ist es manchmal, ne? Es muss der Punkt kommen, dass sich das gut anfühlt, einfach dann die Unterstützung richtig zu holen. Wobei man natürlich auch die zehn Jahre sehen muss, dass es wahrscheinlich dauerpräsent war, das Thema, nicht in den zehn Jahren die ganze Zeit innerlich zu Leid geführt hat. Nein, natürlich immer phasenweise, ne? Aber trotzdem ist es natürlich schade. Das ist ja ein allgemeines Fazit zu Therapien allgemein. Auch zu Paartherapien, dass wir jetzt in unserer Kultur hier häufig zu lange warten. Wir warten, bis wir richtig krank werden, bis wir zum Arzt gehen. Wir warten, bis wir richtig krasse Krisen in der Beziehung haben, bis wir den Paartherapeuten erwägen. Und man könnte das viel früher machen. Und da erinnere ich das Reel, was du mir letztens geschickt hast, wo jemand sagte, wenn ich jetzt in die nächste Beziehung gehe, dann möchte ich mit meiner neuen Partnerin dann direkt in eine Paarberatung starten. Dass wir sofort die Weichen stellen und das Fundament so legen, dass wir eine gute Beziehung zusammenführen können. Ja. Ja, aber das ist leider selten so, weil wir meistens nur Unterstützung uns holen, wenn es uns schlecht geht. In dem Sinne, wenn ihr merkt, dass das bei euch ein Thema ist, ich habe es vorhin schon erwähnt, meldet euch sehr gerne bei uns für das Telefonische Erstgespräch, dass wir einmal gemeinsam schauen können, wie wir euch gut unterstützen können, auf dem Weg Kompromisse zu finden. Also die ganzen Tools drumherum wirklich mit euch gemeinsam zu erarbeiten. Und ins Training zu bringen, euch dabei zu begleiten, aber auch in die Vergangenheit zu reisen, die wir faktisch nicht ändern können. Aber die rückblickenden Gefühle, die können wir verändern und das, was euer Fundament ausmacht, das können wir stabilisieren, sodass ihr im Heute und der Zukunft in der Lage seid, stimmige, nachhaltige Kompromisse zu schließen. Danke fürs Zuhören. Bis bald. Untertitelung des ZDF, 2020

Podcast Summary

Key Points:

  1. Faule Kompromisse, die auf Druck und oberflächlichen Lösungen basieren, führen zu einem „Lose-Lose“-Szenario, bei dem beide Partner sich schlecht fühlen.
  2. Der „Klügere gibt nach“ ist ein verletzender Muster, der oft aus Angst vor Konflikten oder Unzufriedenheit entsteht und keine echte Stimmigkeit schafft.
  3. Stimmige Kompromisse entstehen nicht in der Mitte, sondern durch ein Verständnis der individuellen Bedürfnisse und Gefühle beider Partner.
  4. Es ist entscheidend, die echten Motivationen und Wünsche hinter Entscheidungen zu erkunden, anstatt nur Positionen oder Rechthaben zu vertreten.
  5. Die Wertschätzung und die Wiederherstellung eines „Wir-Gefühls“ sind entscheidend, um verletzte Grundlagen zu heilen und langfristige Beziehungen zu stabilisieren.
  6. Manche Paare haben jahrelang auf faule Kompromisse verzichtet, ohne sich auf das wirklich Wichtige – das Gefühl – einzulassen.
  7. Ein echter Kompromiss erfordert innere Freiheit, Flexibilität und eine gemeinsame Verantwortung für die Entscheidung.
  8. Die Beziehung wird stärker, wenn die Partner lernen, miteinander zu wertschätzen und gemeinsam in einem verantwortungsvollen, emotionswahrnehmenden Dialog zu handeln.

Summary:

In diesem Podcast werden die tiefgreifenden Folgen fauler Kompromisse in Partnerschaften aufgezeigt. Viele Paare vertrauen darauf, dass der „Klügere“ nachgibt, um Konflikte schnell zu beenden – doch dies führt oft zu einem „Lose-Lose“-Ergebnis, bei dem beide emotional benachteiligt sind. Der Artikel zeigt auf, dass echte Stimmigkeit nicht im Mittelweg oder in einem oberflächlichen Kompromiss liegt, sondern durch die Anerkennung der individuellen Bedürfnisse und Gefühle beider Partner entsteht.

Ein zentrales Prinzip ist das Wiederherstellen eines „Wir-Gefühls“, bei dem beide Seiten gemeinsam verantwortlich für Entscheidungen sind und sich gegenseitig wertschätzen. Beispiele aus der Alltagstherapie, wie etwa Restaurant- oder Urlaubswahl, verdeutlichen, wie kleinste Entscheidungen die Grundlage für langfristige Beziehungen bilden. Der Fokus liegt nicht auf der Ausgleichung von Rechten, sondern auf dem Verständnis hinter Wünschen und dem Erkennen früherer verletzter Muster.

Durch ehrliche Reflexion, gemeinsame Kommunikation und die Wertschätzung von Gefühlen können Paare eine dauerhafte, glückliche und harmonische Beziehung aufbauen. Diese Herangehensweise wird besonders wichtig, wenn Beziehungen jahrelang durch verdrängte Konflikte geprägt sind – und wenn beide Partner bereit sind, auf die Gefühle und Bedürfnisse einzugehen, statt nur auf die Auflösung von Streit zu achten.

FAQs

Ein fauler Kompromiss ist eine oberflächliche Lösung, die keine echte Stimmigkeit schafft. Beide Parteien fühlen sich dann unzufrieden, weil das Thema nicht wirklich gelöst wurde und emotionale Verletzungen entstehen.

Weil der Kompromiss oft nicht auf den tatsächlichen Bedürfnissen beider Seiten basiert, sondern nur darauf, den Streit zu beenden. Es entsteht ein Gefühl der Unterdrückung und des Mangelgefühls, das später zu Dauerproblemen führt.

Der "Klügere" gibt nach, um den Streit zu beenden, doch das führt zu einer "Lose-Lose-Situation". Beide werden schlechter, weil der Kompromiss nicht stimmig ist und das Gefühl von Verletzung und Ungerechtigkeit bleibt.

Man sollte zunächst die echten Bedürfnisse und Gefühle hinter den Positionen erkunden. Es ist wichtig, gemeinsam in wertschätzenden Gesprächen zu verhandeln, um eine Lösung zu finden, die für beide stimmig und dauerhaft ist.

Ein stimmiger Kompromiss stärkt das Gefühl von Zusammengehörigkeit und Vertrauen. Beide Parteien fühlen sich respektiert und verantwortlich, was langfristig eine glücklichere und stabile Beziehung fördert.

Das Ziel ist, dass beide Partner sich gegenseitig erkennen und respektieren. Die Lösung entsteht aus einer gemeinsamen Verantwortung und dem gegenseitigen Verständnis, nicht aus Druck oder Vermeidung des Konflikts.

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