Spezial: Homeoffice vs. Büro - Was ist besser für UNS?
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Die Diskussion dreht sich um die Vor- und Nachteile von Homeoffice gegenüber der Büroarbeit, ausgelöst durch die Schwierigkeiten von Unternehmen wie Google, Mitarbeiter nach der Pandemie zurückzuholen. Studien, etwa der Stanford-Universität von 2015, belegen Produktivitätssteigerungen im Homeoffice durch weniger Pausen und niedrigere Fluktuation. Allerdings zeigen sich auch Nachteile: soziale Isolation, der Verlust informeller "Flurgespräche" und die Verschmelzung von Beruf und Privatleben (Entgrenzung), die zu längeren Arbeitszeiten führt. Die Harvard-Studie 2021 fand etwa fast 50 Minuten längere tägliche Arbeitszeiten im Homeoffice. Die optimale Lösung ist individuell verschieden und hängt von der persönlichen Situation und Präferenz ab (Segmentierung vs. Integration nach der Boundary-Theorie). Während viele Arbeitnehmer Homeoffice-Anteile beibehalten möchten, wünschen sich Arbeitgeber oft mehr Präsenz für Unternehmenskultur und Innovation. Letztlich gibt es keine pauschale Antwort, und die konkrete Ausgestaltung bleibt eine Verhandlungssache.
Transcription
5543 Words, 35017 Characters
[Musik] ARD Sebastian, mach doch mal kurz die Augen zu. Traumreis oder was? Stellt dir dein Büro vor. Wow! [Lachen] Entspannung stellt sich ein! Okay, dieses Büro hat jetzt aber plötzlich ein Fitnesscenter, ein Pool. Oh, sehr besser. Eine Kegelbahn, man kann massagenbuchen. Wir reden immer noch hier von einem Büro, ja. Wir reden von einem Büro, allerdings das von Google. Also, von der Firmenzentrale von Google. Das sieht tatsächlich so aus, ja. Ja, da sieht es tatsächlich so aus. Aber bevor das jetzt hier eine Werbeveranstaltung wird, dahinter steckt natürlich jetzt nicht, hey, wir lieben unsere Mitarbeiter. Sondern das Konzept ist eher, das Büro ist besser als jedes zu Hause. Und darum gehe ich eigentlich nur noch zum Schlafen nach Hause. Okay, verstanden und alle arbeiten am Ende irgendwie mehr, weil die Umgebung so cool ist, dass man auf gar keinen Fall mehr gehen will. Mhm. Funktioniert das? Das hat auf jeden Fall funktioniert. Bis eben Corona kamen, da mussten dann auch bei Google alle ins Homeoffice. Okay, aber Corona ist ja quasi vorbei, so was wie. Und man kann ja wieder ins Büro. Ja, aber genau jetzt hat Google tatsächlich ein Problem. Und damit sind die auch nicht alleine. Das geht ganz vielen Unternehmen so. Die Angestellten kommen nämlich nicht mehr zurück ins Büro. Also seit über einem Jahr gibt es eine Anwesenheitspflicht bei Google von drei Tagen in der Woche. Aber irgendwie hält sich da keiner so richtig dran. Ja, und deshalb hat Google jetzt gedroht, dass die Angestellten, die sich nicht drei Tage im Büro blicken lassen, dass die damit rechnen müssen, dass sie ein schlechteres Arbeitszeugnis bekommen. Lasst meine Ansage, warum diese heftige Reaktion. Na ja, die Personalschefin von Google sagt, man fühle sich den Kolleginnen und Kollegen ja doch stärker verbunden, wenn man ins Büro käme und das gäbe auch durchaus zitat magische Flurgespräche. Und überhaupt so drei Tage im Office und zwei im Homeoffice damit verbinde man doch zitat das Beste aus persönlicher Anwesenheit mit den Vorteilen der Heimarbeit. Wer kennt sie nicht? Die magischen Flurgespräche. Ganz ehrlich, das klingt alles so ein bisschen nervollt und oberflächlich. Und ich kann schon auch verstehen, dass man gerne von so Hause arbeitet. Homeoffice hat ja schon viele Vorteile, keine Pennelei mehr. Das Nähr, das kostet Zeit, das kostet Geld, das schlecht für die Umwelt zum Beispiel. Ja, aber es hat eben auch eine Menge Nachteile. Also man ist zum Beispiel viel eher bereit, auch lange nach der offiziellen Arbeitszeit noch mal eben schnell ein paar Mails zu checken und zu beantworten. Dann sieht man die Kollegen eben nur noch in der Videoschalte. Da geht schon einiges verloren, also ich sag nur bei Quarks. Zum Beispiel ist das tatsächlich passiert, dass eine Kollegin plötzlich in die Kamera gewunken hat und gesagt, hat in der Videoschalte so ja, Leute, heute ist mein letzter Tag. Ich wollte mich noch verabschieden und alle so her, wie so. Ja, ich gehe doch in Elternzeit, stand auf und hatte auf ein mann diken Babybau. Keiner hat's mitgekriegt. Ich erinnere mich auch noch dran, habe ich auch nicht mitbekommen. Und das ist wirklich krass. Wenn du neun Monate langen Menschen einfach nur quasi von der Brust aufwärts siehst und den Rest eben nicht. Ja, da kann sich was ändern. Da kann sich was ändern. Beim Ein- oder Andern. Das ist übrigens wie der Trams aus dem Quarks. Siehst schön, dass du da bist. Und wir wollen heute schauen gemeinsam, was wir und die Wissenschaft aus diesem Sozial-Experiment ich mache Anführungszeichen, das bringt nichts im Podcast. Corona mitnehmen können, was sind die Erkenntnisse, Homeoffice oder Büro. Was ist wirklich besser für unsere Produktivität, auch für die der Firmen. Und was ist am Ende vor allen Dingen besser für mich, also für uns persönlich. Ich bin sowas ja ein Sonntag. Tach. Quarks daily, speziell. Ein Thema wissenschaftlich geprüft. Julia, jetzt wird es garantiert auch eine ganze Menge Leute geben, die sagen, "Ey, was ein Luxusproblem. Ich kann in meinem Job gar nicht im Homeoffice arbeiten." Ja, klar. Ist das so? Nicht jeder kann überhaupt im Homeoffice arbeiten. Handwerkerinnen, Pfleger, Feuerwehrleute. Das sind natürlich Berufsgruppen, bei denen Homeoffice eher schwierig ist. Ja. Oder wenn dann überhaupt nur an einigen Tagen. Aber vor den Erfahrungen mit Corona galt das nahezu auch in jedem Bürojob. Denn bei uns in Deutschland da waren es in den Jahren 2017 bis 2019. Ja, immer nur so 11 bis 13 Prozent der Arbeitnehmer, die mal von zu Hause ausgearbeitet haben. Ja, und plötzlich ändert sich das ganz radikal. Also in den Lockdowns. Da haben je nach Branche bis zu 75 Prozent der Beschäftigten von zu Hause ausgearbeitet. Das ist ein Unterschied, ja. Und es gab plötzlich eine gesetzliche Homeoffice Pflicht. Das heißt, Arbeitgeber mussten bei Büroarbeiten oder vergleichbarer Tätigkeiten grundsätzlich die Möglichkeit zum Arbeiten im Homeoffice anbieten. So fern jetzt nicht zwingende betriebliche Gründe dagegen. Und man muss ja auch sagen, es war ja auch irgendwie eine ganz gute Erkenntnis für viele, also wohl für Arbeitgeber, Innen- als auch für Arbeitnehmerinnen. Weil im großen und ganzen hat das ja alles funktioniert, oder? Ja, kann man so sagen. Es waren natürlich ein bisschen häulprig am Anfang. Mit diesen Videokonferenzen der Ausstattung, Internetverbindung, wissen wir alle. Aber eigentlich ist das ja auch gar nicht so verwunderlich. Denn schon aus der Zeit vor Corona wusste man, dass die Mitarbeiter zu Hause nicht nur Netflix gucken und die Wäsche warten, sondern dass die Arbeit tatsächlich gemacht wird und zum Teil sogar mehr erledigt. Und da ist es natürlich auch klar, dass viele darin Geschmack gefunden haben, von zu Hause aus zu arbeiten, wenn auch nicht alle. Also ich habe es eben schon gesagt in der Corona, weil ja im Grunde auch irgendwie so ein verstecktes, großes Sozialexperiment. Und na ja, hat viele von uns dann eben mal kurz Vollzeit ins Homeoffice verfrachtet, ob man das und wollte oder nicht. Jetzt ist ja schon länger vorbei mit Lockdowns und diesem ganzen Kram. Und in vielen Firmen versucht man sich jetzt eben wieder neu zu sortieren. Und ja, die Frage schlecht hin ist, eben sollen wir jetzt zurück ins Büro oder? Na ja, eben nicht. Darum müssen wir drüber sprechen. Durch Arbeit der nächste Woche, dann übrigens im Homeoffice. Kann man das noch so sagen? Ja, kann man schon. Aber das wäre dann schon ein entgegenkommenes Arbeitgeber. Denn die Homeoffice Pflicht, die ist ja schon vor über einem Jahr im März 2022 ausgelaufen. Ja, zwar wurde und wird in der Politik weiter darüber diskutiert, ob es eben ein Recht auf Homeoffice geben soll. Aber bis er hat der Arbeitgeber das sogenannte Weisungsrecht. Das heißt, er darf bestimmt, wo man arbeitet. Und wer von uns jetzt im Homeoffice arbeitet und wie viel wir im Büro sind, ist also immer so ein bisschen aushandeln zwischen den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen und der Firmenleiter. Na, umso wichtig ist es jetzt hier so Grundlagen zu schaffen, um damit diskutieren zu können, was Homeoffice bringt. Also nicht nur mir, sondern ein Zweifel auch der Firma. Und wo ich vielleicht das Büro und die Kollegen in Eichtern auch sogar brauche. Was wusste man denn schon vor Corona über das Thema Homeoffice? Also was das bringt und so? Ja, auch wenn viele Chefin und Chefs das damals gar nicht so gerne gehört haben, schon vor Corona haben Studien gezeigt, dass im Homeoffice sogar produktiver gearbeitet wird. Also ganz bekannt ist da eine Studie der Stanford-Universität aus dem Jahr 2015. Die haben eine große chinesische Reiseagentur in Shanghai untersucht, mit rund 16.000 Mitarbeitern. Und die Firma hat damals nach Möglichkeiten zur Gewinnmaximierung gesucht und die Idee war eben, Büroflächen einzusparen. Und dann hat der CEO so ein Testballon gestartet. Es wurden 500 Callcenter-Mitarbeiter im Unternehmen ausfindig gemacht, die so prinzipiell Lust auf ein zeitlich begrenztes Homeoffice-Experiment hatten. Diese 500 wurden dann per Los in zwei Gruppen aufgeteilt, also randomisiert, wie sich das eben für ein gutes Experiment gehört. Und die eine Gruppe von 250 Mitarbeitern hat dann die folgenden neuen Monate an vier Tagen pro Woche von zu Hause aus telefoniert. Die anderen 250 sind weiter ins Großraumproo gegangen. Alle Teilnehmer sind exakt im selben Workflow gefolgt und haben eben die einlaufenden Kundenwünsche in der gleichen Schicht von 9 bis 17 Uhr beantwortet. Und auf diese Weise unterscheiden sich eben die beiden Gruppen tatsächlich einzig und allein hinsichtlich ihres Arbeitsortes. Und was, dann haben wir denn dabei rausgekommen? Also das Ergebnis übertrafft tatsächlich die künsten Erwartungen. Die Produktivität der Homeoffice-Mitarbeiter lag ums Satte 13 % über Jena der Kontrollgruppe im Büro. Das ist nicht spätestens dann alle Chefinnen und Chefs gesagt haben, so jetzt nur noch Homeoffice, ne? Aber worhin hat's gelegen? Zum einen hat die Homeoffice-Gruppe weniger Pausen gemacht und sich auch seltener krank gemeldet, was schon allein die Nettoarbeitszeit um 9 % erhöht hat. Zum anderen haben die Telefonarbeiter zu Hause in der selben Zeit mehr Anrufe erledigt, die waren also tatsächlich produktiver. Interessant war auch noch die sonst sehr hohe Fluktuation unter den Callcenter angestellten, sank bei denen, die im Homeoffice gearbeitet haben, um die Hälfte. Und das spart natürlich eine Menge Einarbeitungskost. Aber da kann man sich ja wirklich fragen, warum da nicht schon viele lange Vor Corona-Homeoffice eingeführt haben und dann hier die teuren Gebäude verkauft haben oder sich Miete gespart haben. Na ja, sagen wir so, es ist komplex. Der besagte chinesische Chef hat das dann tatsächlich erst mal allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern angeboten, um von zu Hause zu arbeiten. Allerdings wollte fast die Hälfte der Beschäftigen, die eben im ersten Experiment im Homeoffice gearbeitet hatten, dann doch lieber ausschließlich in der Firma arbeiten. Weil sie eben den Kontakt zu den Kollegen vermisst haben und auch deren moralische Unterstützung beim Umgang, zum Beispiel mit schwierigen Kunden. Ja, und sie wurden von den Führungskräften auch eher übersehen, was natürlich schlecht für die Karriere ist. Ja, der CEO hat dann entschieden, jeder kann eben selbst entscheiden, ob er oder sie im Brot aus dem Homeoffice arbeitet und dadurch stieg die Produktivität sogar um rund 25 Prozent. Also nicht die schlechteste Entscheidung, wie es scheint. Nee. Jetzt hast du gesagt, hier bei uns in Deutschland waren vor der Pandemie gerade mal so 11 bis 13 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ab und zumal im Homeoffice. Wie hat sich das jetzt verändert? Das Münchner Ivo Institut für Wirtschaftsforschung hat immer Pril bei einer Umfrage festgestellt, knapp ein Viertel der Beschäftigten arbeitet im Moment zumindest teilweise von zu Hause und die meisten wollen auch nicht mehr darauf verzichten. Ja, auf Unternehmerseite wünschen man sich dagegen wieder mehr Präsenz im Büro. Das Argument ist da oft ja so eine Unternehmenskultur, Innovation, große Durchbrüche. Also was findet eben nur statt, wenn man physisch zusammen ist. Und in den meisten Unternehmen wird deshalb derzeit so ein Kompromiss gefahren. Also meistens hat man sich so auf 2 bis 3 Präsenz Tage pro Woche geeinigt. Aber es ist natürlich auch ein bisschen wie bei Google. Also die Diskussion, wie konsequent das jetzt eingehalten wird. Die wird glaube ich in allen Firmen weiterhin geführt. Wie viel oder wie wenig Homeoffice gut für mich ist, für die Firma, für das Team, ja, überall Diskussion. Das musst du wissen. Also Homeoffice ist inzwischen jetzt nichts mehr total exotisch. Aber weißt die Wissenschaft nach den Corona-Jahren jetzt, was jetzt besser für mich ist? Also für mich persönlich Homeoffice oder Büro? Also eine eindeutige Antwort der Wissenschaft gibt's darauf nicht. Es kommt ja auch immer darauf an, wie wir dieses besser definieren. Also für meine Psyche, für mein Familienmanagement, meine Zeit, meine Arbeitszufriedenheit. In Corona, da gab es eine sehr medienwirksame Studie, in der die Erfahrungen mit Homeoffice abgefragt worden sind. Und die Befragten haben auch da ganz klar gesagt, dass sie produktiver sind, dass sie sich effizienter fühlen, weil sie eben daheim konzentrierte arbeiten können und Zeit sparen. Und auch durch den Wegfall der Arbeitswege. Ja, auf der anderen Seite aber haben sich auch viele über schwierige Kommunikation mit den Kolleginnen und Kollegen beschwert, über die schwierige Trennung von Arbeit und Familie. Und da sieht man, es kommt einfach auf ganz viele individuelle Faktoren an dabei. Und das ist eben auch das Problem bei vielen Studien. Es wurden zwar sehr, sehr viele Leute befragt. Aber oft wurde dabei eben nicht unterschieden, in welcher Lebenssituation sich die Befragten gerade befinden. Und dann ist natürlich eine Vergleichbarkeit eigentlich nicht gegeben. Ja, sehr klar. Ich meine, jemand mit Kindern, der findet das Homeoffice wahrscheinlich aus ganz anderen Gründen angenehm, als jemand, die oder der keine Kinder hat. Weil man sich den Stress spart, irgendwie im Stau zu stehen und man guckt auf die Uhr und weiß, die Kita macht gleich zu Paniksteigt in einem Aufauf. Auf der anderen Seite ist es im Büro natürlich auch ganz angenehm, weil man dann eben von zuhause weg ist, keiner nervt, man Ruhe hat in Ruhe arbeiten kann. Genau, also je nachdem wir alte Kinder gerade sind, das ist sehr entspannt sein ins Büro zu fahren. Es kommt eben sehr auf die Motive für das Homeoffice an und auf die familiäre Situation, die berufliche Position, die Karrierevorstellung und auch darauf, wie der Arbeitgeber so die Rahmenbedingungen gestaltet. Und das kann sich halt auch total verändern. Also im einem Jahr ist das Homeoffice ideal. Und dann im anderen vielleicht doch eher wieder eine Belastung. Okay, also für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, da kann der Homeoffice Pflicht für das persönliche Empfinden schon auch schwierig sein, aber andersrum, eine Büropflicht, wahrscheinlich dann auch. Ja, das sieht man eben ganz schön an dieser Nummer bei Google, denn die Angestellten finden das natürlich gar nicht gut, wenn man ihn jetzt auf einmal vorschreibt, dass sie wieder ins Büro kommen sollen. Und da hat sich das Mindset schon verändert. Also früher vor Corona, da war Homeoffice eben so exotisch, da hat sich kaum jemand getraut, das irgendwie einzufordern. Ja. Jetzt aber nachdem wir eben alle im Homeoffice waren, da hat sich das total verändert. Viele wollen eben zumindest tagweise im Homeoffice arbeiten und da wundert es auch nicht, dass zum Beispiel die Angestellten bei Disney und Emerson schon Petitionen gestartet haben, weil sie eben fürchten, dass sie wie bei Google zurück ins Büro müssen. Kratokot zurück ins Büro, oder? Jetzt hast du ja eben erzählt, dass das schon die Erfahrung gegeben hat, dass die Menschen vor Corona produktiver sind zu Hause. War das denn während Corona genauso? Also ist Homeoffice unter dem Strich für alle Firmen immer ein Produktivitätsgewinn? Ja, die Arbeit im Homeoffice hat definitiv einen Effekt. Und zwar europaweit und darüber hinaus, nämlich denen. Wir arbeiten auf jeden Fall länger, wenn wir im Homeoffice sind. Das hat eine wirklich große Studie der Harvard-Universität gezeigt. Die haben 2021, also mitten in der Pandemie, 3,1 Millionen Menschen aus 16 Städten auf der ganzen Welt zu ihrem Arbeitsverhalten befragt. Also es war jetzt nicht nur Amerika, sondern auch Europa und Israel. Ja. Und dabei kam raus, dass wir im Schnitt 48,5 Minuten am Tag länger arbeiten, wenn wir im Homeoffice sind. Das ist schon krass, 48,5 Minuten. Also das ist ja jeden Tag in drei, vier Stunden länger. Können die Forschenden herausfinden, woran es liegt? Ja, also es hat sich gezeigt, dass vor allem die Zahl der Mietings zu genommen hat. Also die virtuellen Treffen, die waren zwar insgesamt kürzer als in echt. Aber es waren halt einfach mal geschmeidig 13 Prozent mehr Mietings insgesamt. Okay, das ist natürlich eine Menge mehr, das kann ich auch mehrfig sein. Ja, und auch gemäelt wurde mehr als im Brot. Jetzt nicht total wahnsinnig viel mehr, nur anderthalb mails pro Tag mehr. Aber es zeigt, wenn eben dieser Flurfunk wegfällt und man sich nicht einfach mal abstimmen kann mit dem Kollegen oder der Kollegin, dann muss eben mehr getippt werden, beziehungsweise man muss sich per Video austauschen. Und klar, die Grenze zwischen Beruf und Freizeit verschwimmt halt auch immer mehr, wenn man von zu Hause arbeitet. Das hat die Studie aus Harvard auch gezeigt. Also bei über der Hälfte der Teilnehmenden war es am Ende so, dass sie länger gearbeitet haben als vertraglich vereinbart. Ja, und wenn man dann irgendwie immer im Homeoffice ist, dann ist man ja auch irgendwie jederzeit verfügbar, das kann ja auch passieren. Ja, klar, man sagt nicht einfach tschüss, ich hol jetzt den kleinen aus der Kita geht. Und dann ist man auch für jeden ersichtlich nicht mehr da. Ja. Sondern der Kollege, die Kollegin hat das vielleicht gar nicht auf dem Schirm, dass du Donnerstag eigentlich immer um 15 Uhr feierabend machst. Ja. Und ruf dann halt um 16 Uhr nochmal mit etwas ganz dringendem an, was du dann eben noch mal schnell erledigst. Ja. Ja, also so eine klare Grenze zu ziehen. Das fällt eben den meisten von uns schwer. Das hat auch eine Studie des Branchenverbandes Bitcoin gezeigt, dass fast drei Füttel der Berufstätigen, zum Beispiel auch im Urlaub, erreichbar sind, wenn dienslich was ist. Männer übrigens mehr als Frauen. Das ist schon irgendwie auch echt krass, ne? Gibt's da auch, er kennt so woran das lie. Die meisten glauben eben, dass das von ihnen erwartet wird, erreichbar zu sein. Vor allen Dingen von den Vorgesätzen. Und da steckt jetzt gar keine Dienstanweisung hinter oder so, sondern das ist eher so das Gefühl, dieses innere Pflichtbewusstsein, was das spricht. Manche haben auch Angst, was zu verpassen, wenn sie nicht erreichbar sind. Also man sieht, Arbeit und Freizeit verschmelzen eben immer mehr. Und das ist durch das Corona bedingte Homeoffice schon auch mehr geworden. Und die Fachleute sprechen davon Entgrenzung. Und diese Entgrenzung? Also das Freizeit und Arbeit immer mehr verschmelzen ist wahrscheinlich jetzt keine super gute Sache. Ja, es kann man so gar nicht sagen, denn diese Entgrenzung wirkt sich nicht auf alle Menschen gleich aus. Ein Team um den Psychologen Blake Ashforth hat bereits in Jahr 2000 die so genannte Boundary Theorie entwickelt. Boundary ist Englisch für Grenze. Genau. Und diese Theorie beschreibt eben zwei Strategien. Wie Menschen Arbeit und Privatis verbinden können. Entweder sie behandeln beide Bereiche getrennt oder sie vereinen sie. Also die Fachbegriffe dafür sind eben Segmentierung, also Trennung und Integration. Und das dann Typssache, wie Menschen mit Entgrenzung zwischen Arbeit und Privatung umgeht am Ende? Ja, denn einige integrieren die Lebensbereiche Arbeit und Privatis durchaus gerne. Und erleben das auch gar nicht als negativ. Den kann mehr Homeoffice zum Beispiel gut tun, weil sie das eben besser mit ihren anderen Aufgaben verbinden können und dadurch vielleicht sogar mehr schaffen. Andere dagegen leiden eher unter einer Entgrenzung, also einer Vermischung von beiden Lebensbereichen. Da ist es dann regelrecht entspannt ins Büro zu fahren, weil sich da eben klar trennen lässt. Was mache ich wann und wo? Jetzt hört man ja an diese Diskussionen, ob wir jetzt wieder zurück ins Büro sollen oder auch nicht. Meistens ja auch beide Seiten relativ laut. Die einen, die zurück wollen, die anderen, die das überhaupt gar nicht einsehen, weil sie zu Hause viel mehr schaffen und eben auch dann vielleicht die Entgrenzung für sich nutzen können. Ja, verteilt sich das dann irgendwie gleichmäßig, so 50/50. Also kann man sagen, wie viele Menschen was bevorzugen? Ja, das konnte man sogar schon vor Corona und es verteilt sich definitiv nicht gleichmäßig. Also eine Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat damals schon gezeigt, dass zwei Drittel der Befragten eine Sigmentierung, also eine Trennung der Lebensbereiche Arbeit und Privates bevorzugen. Anders rum kann man sagen, der größere Anteil der Arbeitnehmer erlebt eben diese Entgrenzung als negativ. Bei ihnen verursacht diese starke Vermischung von Beruf und Privatem doch eher Stress und ein Mangel an Erholung. Entsprechend können die gesundheitlichen Folgen da schon gravierend sein. Also das Risiko für Erschöpfungen und Burnout, Konzentrationsschwächen und so weiter, das steigt eben. Das heißt, man kann also richtig körperlich krank werden im Homeoffice, ja? Ja, nicht nur körperlich, sondern auch psychisch, denn diese Entgrenzung zwischen Privatem und dem Beruf, die kann zum Beispiel auch Rollenkonflikte verursachen. Also Psychologensprechen eben von einem Rollenkonflikt, wenn eine Person mehreren Anforderungen aus verschiedenen Lebensbereichen gleichzeitig gerecht werden soll. Klassisches Beispiel, wenn die Tochter mitten in einem beruflichen Telefonat Hilfe bei den Hausaufgaben haben möchte, dann ist es eben nicht möglich, beiden Anforderungen gleichzeitig gerecht zu werden. Also du kannst nicht Mama und Papa sein und im gleichen Moment eben dem Job gerecht werden. Ja, und das führt dann eben oft zu Stress und Streit. Das heißt, ein Grenzung, das kann durchaus alles negative Folgen haben. Und ich meine, das merkt man ja auch selbst relativ schnell. Und trotzdem fällt es einem total schwer, sich dem dann zu entziehen. Also, warum ist es so? Fachleute nennen das die interessierte Selbstgefährdung. Wenn jemand eben trotz besseren Wissen so viel arbeitet, das ist ihm schadet. Egal ob das jetzt im Homeoffice ist oder im Büro. Und für diese interessierte Selbstgefährdung gibt es ganz unterschiedliche Ursachen. Das kann zum Beispiel Altruismus sein. Also als Pflegekraft zum Beispiel weiß ich, dass ich nach 12, 13 Stunden gar nicht mehr so leistungsfähig bin. Aber der Patient braucht eben Hilfe. Also mache ich weiter. Oder ganz banal Karriereambitionen. Auch die können natürlich dazu motivieren, über individuelle Grenzen hinaus zu arbeiten. Oder es kann auch an der Unternehmskultur liegen. In manchen Unternehmen wird eben eine ständige Reichbarkeit gefordert. Oder es gibt eben einfach gar keine Absprachen. Jetzt reden wir schon die ganze Zeit darüber, dass wir mehr oder weniger arbeiten. Oder noch mehr arbeiten. Oder die Grenzen verschmelzen zwischen Arbeit und Privatleben. Aber es gibt ja doch auch noch sowas wie Gesetze. Also zur Arbeitzeit und auch zum Arbeitsschutz und all diese Dinge. Ja, klar, gibts die. Also das Arbeitsgesetz zum Beispiel sieht eine höchste Arbeitszeit am Tag von maximal 8 Stunden vor. Und eine Ruhepause von 11 Stunden bis zum nächsten Arbeitsinsatz. Und laut dem Arbeitsschutzgesetz müssen Arbeitgeber auch mögliche gefahren für die physische und psychische Gesundheit ihrer Mitarbeiter analysieren. Davon ist auch das Homeoffice natürlich nicht ausgenommen. Aber das Gerät natürlich schneller aus dem Blick, wenn die Mitarbeiter eben nicht vor Ort sind. Und neben dem Vermischen von Privatem und Beruflichen ist da ja auch noch der Arbeitsplatz an sich. Ja, klar. So ein Homeoffice kann auch körperlich belasten sein. Weil der Arbeitsplatz ja oft eher improvisiert ist, man sitzt irgendwie krummenschief am Küchentisch mit dem Laptop, auf den Knieen, auf der Couch oder sowas. Ergonomischer Arbeitsplatz und gut für einen Rücken sieht, denke ich anders aus. Außerdem start man natürlich permanent auf den Bildschirm mit diesen ganzen Videokonferenzen noch mal mehr. Das geht auf die Augen und es kann natürlich auch psychisch belassen sein. Weil man eben zum Beispiel immer alleine ist oder im Gegenteil. Vor allem während Corona haben das viele festgestellt, permanent den Partner und die Kinder um sich herum hat. Ja, und dann kann man ja schon auch durchaus mal Schwierigkeiten haben, sich überhaupt zur Arbeit aufzuraffen in so einem Umfeld, wo man sich halt sonst eigentlich wohl fühlt. Durchaus. Ja, Arbeitsforschende sagen auch, also die Beziehung zu den Kolleginnen und Kollegen oder auch zu Kunden oder Geschäftspartnern. Das ist ein ganz wichtiger Faktor, der uns bei der Arbeit motiviert. Und diese Beziehungen jetzt auf dem Homeoffice herauszupflegen, ohne den persönlichen Kontakt. Das ist definitiv eine Herausforderung. Und das haben wir sicher auch während Corona alle gemerkt, wenn man eben tausend E-Mails hin und her schicken muss, statt jetzt mal kurz auf den Flur zu reden. Wobei diese Flurgespräche meiner Erfahrung auch ab und zu mal ausaten können, aber das ist ein anderes Thema. Also Motivation, das ist die eine Sache, eine Rückenschmerzen wie andere. Aber hat es denn auch irgendwelche wirklich messbaren Folgen, wenn ich Kolleginnen und Kollegen nicht persönlich treffe? Ja, hat es tatsächlich. Also wir sind zwar produktiver, aber tatsächlich auch messbar und kreativer, wenn wir mit den anderen nur über den Bildschirm kommunizieren. Das haben Forschende von der Columbia University und der Stanford University in einem Versuch gezeigt. Die haben darin die Reale mit der virtuellen Interaktion verglichen. Okay, ich bin auf den Aufbau dieses Experiments gespannt. Also aus 602 Versuchspersonen wurden zufällige Paare gebildet, die sich fünf Minuten lang originelle Verwendungen für ein Produkt überlegen sollten. Und zwar für einen Frisbee oder eine Luftpolsterfolie. Sollte man halt überlegen, wie kann man daraus ein tolles Produkt machen. Fünf Minuten lang haben die überlegt, wozu man das so benutzen kann. Und dann bekamen sie noch eine Minute obendrauf, um die cleverste Idee auszuwählen. Ja und die eine Hälfte der kreativen Paare war dabei zusammen in einem Laborraum und die andere Hälfte war eben per Videoschalte verbunden. Und es hat sich gezeigt, die per Bildschirm verbundenen Paare haben deutlich weniger kreative Vorschläge geliefert, als die die einander persönlich im selben Raum gegenüber assassen. Bei der Auswahl der besten Idee dagegen, da gab es keinen Unterschied. Und das heißt im Umkehrschluss die kreativeren Ideen, die hatten die Paare, die im selben Raum gewesen sind. Genau, ja und diesen Befund haben die Forschenden dann in einem groß angelegen Feldversuch noch überprüft. Ganz entecht haben knapp 1500 Ingenieure aus fünf Ländern in Europa, dem nahen Osten und Südasien. Je eine Stunde lang paarweise Produktideen entwickelt und dann eine davon als innovativen Vorschlag für ihre Firma ausgewählt. Also so richtig, in echt. So richtig, als Job für ihr Unternehmen. Ja und wieder waren die direkt kommunizierenden kreativer als die virtuell verbundenen. Aber hier gab es interessanterweise auch einen Unterschied bei der Auswahl, also die Entscheidung über die beste Idee. Da waren nämlich die virtuell verbundenen tatsächlich besser. Kann man denn sagen, warum das so gewesen ist, also vor allen Dingen auch, warum wir kreativer sind, wenn wir körperlich, also persönlich aufeinander treffen? Ja, das haben die Forschenden natürlich auch versucht, rauszubekommen und haben dazu erst mal die Teilnimmenden befragt. Und dabei rausgefunden, dass die virtuellen Paare sich genauso verbunden und vertraut gefühlt haben, wie jetzt die, die persönlich miteinander in einem Raum waren. Also das kann den Unterschied nicht erklären. Und auch die Untersuchungen von Körpersprache, Mimic und so weiter gaben den Forschenden keine Hinweise darauf, dass jetzt die Videokonferenzen per See, dass da die Kommunikation irgendwie entscheidend anders wäre. Was aber anders war, waren die Blickbewegungen der Probanden. Die hatten nämlich die Forschenden auch aufgezeichnet und haben gesehen, dass die realen Paare öfter in dem gemeinsamen Raum umher gesehen haben. Und sich bei der Ideenfindung offenbar von Objekten, die es im Raum gab, inspirieren ließen. Ja und die, über die Computerschalte verbundenen Teilnehmer dagegen, die haben eben bloß den Bildschirm fixiert. Und jetzt ist eben die Hypothese, dass die virtuelle Kommunikation das Sichtfeld schmälert und man dadurch weniger so out of the box denken kann. Und das Fazit der Studie ist, arbeiten bei denen es eben um die Entwicklung von kreativen Ideen geht, die sollten dann doch besser in persönlicher Runde stattfinden. Und das Aussuchung der besten Idee, das macht man dann wohl eher zumindest nach dieser Studie über den Bildschirm. Da haben wir doch mal eine klare Handlungsanfehlung, ne? Genau. Zusammengefasst heißt das, die Arbeit im Homeoffice, die ist produktiver, aber weniger kreativ. Dem größeren Teil von uns fällt es schwer zu Hause, Arbeit und Privatleben zu trennen. Und das Risiko für Stress, für Arbeitssicherheit und so weiter, das steigt. Auf der anderen Seite findet das ein großer Teil von uns gut Arbeit und beruf flexibler zu kombinieren. Und das schafft dann am Ende auch noch mehr weg. Ja, aber wenn wir über die Vor- und Nachteile diskutieren, dann gibt es auch noch andere wichtige Faktoren. So kann man es auch sehen. Andere wichtige Faktoren sagst, welche Effekte hat das Homeoffice dann noch? Zum Beispiel hat der vermehrte Homeoffice-anteil auch Auswirkungen auf die Büro-Nutzung, ne? Also eine Umfrage des IFO-Instituts hat gerade erst gezeigt. Jetzt also nach der Pandemie ist es plötzlich so, dass durch das viele Homeoffice an einem durchschnittlichen Arbeitsstag dreimal so viele Büroplätze unbenutzt bleiben, wie vor der Pandemie. Und das hat natürlich Folgen vor allem für die Innenstädte, sagt das IFO-Institut. Denn in Innenstädten gibt es überdurchschnittlich viele Büros. Und wenn die jetzt eben zum großen Teil leer bleiben, dann machen auch die Geschäfte in den Innenstädten einfach nicht mehr so viel Umsatz. Ja, weil dann irgendwie niemand mehr in der Mittagspause mal eben essen geht oder vielleicht mal kurz mal etwas shoppen. Das Geschenk für Freundin, für Freund, kauft so. Also sind ja Dinge, die hasse vorher dann so erledigt nehmen. Genau, das ist auch schlecht für die Lieferdienste. Für coffee shops Restaurants kleine Läden, die eben von beru Menschen profitieren. Aber den Unternehmen spart es andererseits natürlich kosten, wenn sie weniger Bürofläche brauchen. Und es spart natürlich auch CO2, wenn Energie gespart werden kann und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter außerdem nicht mehr pendeln müssen. Kann man sagen, wie viel CO2 dadurch eingespart wird? Ja, natürlich nicht genau. Das Freiburger Öko-Institut hat in einer Studie 2022 dazu mal folgende Rechnung aufgemacht. Angenommen bis zu 70% der Berufspendler sind während der Pandemie zum Arbeiten zu Hause geblieben. Dann sind so allein im Jahr 2021 insgesamt 38 Milliarden PKW Kilometer nicht gefahren worden. Und wenn man jetzt von rund 200 Gramm CO2 pro Autokilometer ausgeht, ergibt das eine Ersparnis von rund 8 Millionen Tonnen CO2. Nur durch das nicht pendeln tatsächlich. Richtig. Und apropo pendeln, auch das Thema Dienstreisen hat sich natürlich durch das Homeoffice verändert. Vor Corona zum Beispiel waren laut dem Verband des deutschen Reisemanagements 12 Millionen Geschäftsreisende für deutsche Firmen unterwegs. Das waren rund 190 Millionen Dienstreisen jedes Jahr. Ja und während Corona hat man eben gesehen, Video-Schalte funktioniert ja auch, es ist nachhaltiger und für die Unternehmen natürlich auch viel billiger. Aber andererseits der persönliche Kontakt ist eben auch wichtig. Also da ist jetzt noch nicht so ganz klar, ob das jetzt auf das Vor Corona-Niveau zurückgehen wird mit den Dienstreisen oder nicht. Also Homeoffice ist gut oder schlecht für mich ist, das kann man eigentlich nicht so richtig sagen. Es ist eine Typssache, es kann durchaus Vorteile haben. Gerade haben wir noch über die Pennelei gesprochen, die fällt flach, das hat Vorteile für mich und auch für die Umwelt und für das Klima. Ich arbeite effizient, da haben wir eben schon darüber gesprochen. Ich muss aber auch schauen, dass ich ja nicht vereinsame und dann auch wirklich irgendwann feiern mache. Ja, ich denke, das können die meisten von uns so unterschreiben. Für viele ist wahrscheinlich eine Mischform, ideal, mal ins Büro, um die Kollegen zu sehen, gemeinsam kreativ zu sein, mal effizienter von zu Hause ausarbeiten, ohne eben pendeln zu müssen. Und viele Arbeitgeber bieten das ja auch genauso an inzwischen. Da hat durch Corona schon eine normes umdenken Stadt gefunden. Ja und wenn man sich die bisherigen Erkenntnisse ansieht, ist das nicht nur besser für uns, sondern gerade dieser Mix ist eben auch besser für die Produktivität. Aber was kann ich jetzt machen, wenn ich jetzt merke, um Homeoffice möchte ich schon Abend zu machen, aber das mit der Entgrenzung, das fällt mir eben noch schwer. Auch das hat uns Corona gelehrt, denke ich, also ein fester Arbeitsplatz zu Hause hilft auf jeden Fall. Dann sollte man sich Routine angewöhnen, um eben einen echten Arbeitsalltag herzustellen. Es gab ja während der Lockdowns auch wirklich lustige Videos, wo sich die Leute an der Dusstange so festgehalten haben, um so die Fahrt in der U-Bahn zu simulieren. Ja, das mag. Ganz so krass ist es natürlich nicht sein, aber was man eben schon tun sollte, ganz banal, sich tatsächlich am Morgen anziehen. Vielleicht auch vor dem Hochfahren des Computers noch mal ne Rundumblock gehen, als würde man zur Arbeit laufen oder so. Und dann eben die Arbeitszeit auch wirklich einhalten, wirklich auch Pausen einlegen und am Abend auch wirklich den Computer runterfahren statt ihnen jetzt nur zuzuklappen. Und die eigene Erreichbarkeit den Kollegen gegenüber eben möglichst kommunizieren, das ist natürlich auch sinnvoll. Das heißt, auf unsere Frage vom Anfang der Home Office oder Büro, was es wirklich besser für mich ist am Ende die Antwort beides. Für die meisten von uns? Ja, genau. Es gibt natürlich auch Menschen, die kriegen zu Hause den Intern gar nicht hoch und wissen das auch und wollen lieber nur ins Büro. Aber die meisten von uns machen im Idealfall eben eine Mischung aus Form Office und Büro und die Pandemie hat eben sehr deutlich gezeigt, ja, das geht. Und wenn ich ein paar Sachen beachte, dann ist dieser Mix einfach am besten für mich und eben auch für meine Produktivität und davon profitiert dann ja eben auch mein Arbeitgeber. Wo hast du dieses Gespräch vorbereitet Julia? Natürlich im Home Office. Ergonomisch, am Höhenversteller, wann schreibt es? Ich fühlte nein. Ja, am Estisch, aber ich habe immer eine ergonomische Maus, die ich hin und wieder benutze, aber auch nicht konsequent leider. Ja, ich schreibe dann ins Arbeitszeugnis. Sie war stets bemüht. Danke. Aber immerhin, du hast all die Dinge, die du recherchiert hast, also die Studien, über die wir gesprochen haben und die ganzen Daten und Fakten. Die hast du bei uns ins Setz gestellt auf Quarks.de, dann können wir nochmal nachschauen und nachschlagen und nach lesen und die Wichtigsten, die stehen auch hier in den "Show Notes". Also dafür auf jeden Fall. Vielen Dank, Julia, trams aus dem Quarks 7. Sehr gern. Ich bin Sebastian Sonntag. Tschüss!
Podcast Summary
Key Points:
Google und andere Unternehmen haben Schwierigkeiten, Mitarbeiter nach der Pandemie zurück ins Büro zu holen, trotz Anwesenheitspflicht und möglichen Konsequenzen.
Studien zeigen, dass Homeoffice die Produktivität steigern kann (z.B. um 13% in einer Studie), unter anderem durch weniger Pausen und geringere Fluktuation, birgt aber auch Risiken wie soziale Isolation und verschwimmende Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben.
Die optimale Arbeitsform (Homeoffice oder Büro) ist individuell verschieden und hängt von Faktoren wie der Lebenssituation, der Persönlichkeit (z.B. nach der Boundary-Theorie) und der konkreten Arbeitsumgebung ab.
Während der Pandemie arbeiteten Menschen im Homeoffice im Schnitt fast 50 Minuten länger pro Tag, was auf mehr Meetings und eine stärkere Entgrenzung der Arbeit zurückzuführen ist.
Es gibt keinen generellen wissenschaftlichen Konsens darüber, was "besser" ist; es handelt sich um eine fortwährende Aushandlungssache zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern.
Summary:
Die Diskussion dreht sich um die Vor- und Nachteile von Homeoffice gegenüber der Büroarbeit, ausgelöst durch die Schwierigkeiten von Unternehmen wie Google, Mitarbeiter nach der Pandemie zurückzuholen. Studien, etwa der Stanford-Universität von 2015, belegen Produktivitätssteigerungen im Homeoffice durch weniger Pausen und niedrigere Fluktuation. Allerdings zeigen sich auch Nachteile: soziale Isolation, der Verlust informeller "Flurgespräche" und die Verschmelzung von Beruf und Privatleben (Entgrenzung), die zu längeren Arbeitszeiten führt.
Die Harvard-Studie 2021 fand etwa fast 50 Minuten längere tägliche Arbeitszeiten im Homeoffice. Die optimale Lösung ist individuell verschieden und hängt von der persönlichen Situation und Präferenz ab (Segmentierung vs. Integration nach der Boundary-Theorie).
Während viele Arbeitnehmer Homeoffice-Anteile beibehalten möchten, wünschen sich Arbeitgeber oft mehr Präsenz für Unternehmenskultur und Innovation. Letztlich gibt es keine pauschale Antwort, und die konkrete Ausgestaltung bleibt eine Verhandlungssache.
FAQs
Das Google-Büro bietet Einrichtungen wie ein Fitnesscenter, einen Pool, eine Kegelbahn und Massagemöglichkeiten. Das Konzept ist, dass das Büro attraktiver als das Zuhause sein soll, um Mitarbeiter zu längeren Arbeitszeiten zu motivieren.
Seit der Corona-Pandemie bevorzugen viele Angestellte das Homeoffice und kehren nicht freiwillig zurück. Unternehmen wie Google haben Anwesenheitspflichten eingeführt, doch die Einhaltung ist oft gering.
Homeoffice spart Pendelzeit, Kosten und ist umweltfreundlicher. Studien zeigen zudem, dass Mitarbeiter im Homeoffice oft produktiver arbeiten und weniger krankheitsbedingt ausfallen.
Im Homeoffice verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit, was zu längeren Arbeitszeiten führen kann. Zudem leidet der persönliche Austausch mit Kollegen, was Innovation und Teamgeist beeinträchtigen kann.
Vor Corona arbeiteten nur 11-13% der Arbeitnehmer gelegentlich im Homeoffice. Während der Lockdowns stieg der Anteil je nach Branche auf bis zu 75%, und viele möchten auch weiterhin teilweise von zu Hause arbeiten.
Studien, wie eine der Stanford-Universität von 2015, zeigen, dass Homeoffice-Mitarbeiter oft produktiver sind. Allerdings hängt die individuelle Produktivität von Faktoren wie der Lebenssituation und den Rahmenbedingungen des Arbeitgebers ab.
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