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Spezial-Folge: So findet ihr heraus, was eure Familie unter Hitler getan hat

12m 53s

Spezial-Folge: So findet ihr heraus, was eure Familie unter Hitler getan hat

In dieser Spezialausgabe der Lage erklärt der Spiegel die Veröffentlichung einer digitalisierten Mitgliederkartei der NSDAP mit rund 10 Millionen Datensätzen. Die Kartei, bestehend aus einer Zentral- und einer regionalen Gau-Kartei, wurde von den Amerikanern nach dem Krieg gerettet, mikroverfilmt und im US-Nationalarchiv aufbewahrt. Seit Februar ist sie online zugänglich und wurde vom Spiegel mit einer KI aufbereitet, um die oft schwer lesbaren Karten auszulesen. Nutzer können nach Vorfahren suchen, indem sie Name, Beruf oder Geburtsdatum eingeben. Die Treffer zeigen die Originalkarte und eine maschinelle Abschrift, ergänzt durch Analysen zum Beitrittszeitpunkt und Links zu Entnazifizierungsakten. Die Historikerin Eva-Maria Schnur betont, dass die Kartei nicht vollständig ist – etwa 10-20 % der Karten gingen verloren, und die KI kann Fehler machen. Ein fehlender Eintrag bedeutet daher nicht, dass ein Vorfahre kein Nazi war, und ein Eintrag nicht automatisch, dass er Täter war. Die Kartei dient als Ausgangspunkt für weitere Recherchen, etwa bei Stadt- oder Bundesarchiven. Ziel ist es, die oft verdrängte NS-Vergangenheit in Familien aufzuarbeiten und zu verstehen, wie leicht autoritäre Systeme entstehen können. Der Spiegel lädt die Community ein, bei der Verbesserung der Datenbank zu helfen.

Transcription

2090 Words, 13246 Characters

German
* Musik * War mein Opa eigentlich in der NSDAP. Was hat meine Familie in der Nazizeit gemacht? Viele Deutsche stellen sich auch Jahrzehnte Nachkriegsende diese Fragen. Bisher waren sie nicht leicht zu beantworten. Das ändert sich jetzt, denn worüber ein vielen Familien bis heute geschwingen wird, lässt sich jetzt leichter recherchieren als je zuvor. Ich bin Regina Steffens und ihr hört eine Spezialausgabe der Lage. Heute geht es um Millionen Mitgliedskarten der NSDAP. Die hat der Spiegel aufbereitet. Bei Spiegel.de könnt ihr eine Katzei durchsuchen und euch ein persönliches Dosea erstellen lassen. Bevor er jetzt aber direkt loslegt, erklären Susmita ab aus der Dokumentation des Spiegel und Eva Maria Schnur, leiterin des Geschichtsressors, wie das Tool eigentlich genauffunktioniert. Hallo Susmita, hallo Eva Maria. Hallo, hallo Regina. Schön, dass ihr da seid. Susmita, der Spiegel hat da ganz schön viele Daten ausgewertet. Man könnte fast sagen, es ist ein Datenschatz, oder? Um was geht's? Ja, es sind tatsächlich Millionen von kleinen Schätzen, wenn man so will, Millionen von Dateien. Das ist die Mitgliederkartei der NSDAP. Und die besteht im Grunde aus zwei Teilen, einer so genannten Zentralkartei und einer Gaugkartei. Das war einfach eine regionale sortierte Kartei, wo die Menschen noch mal nach den Ortsgruppen gegliedert waren. Und die liegen jetzt nicht nur auf Mikrofilmen, irgendwelchen Achiven, sondern sie sind digitalisiert und bei uns ganz leicht durchsuchbar gemacht. Und diese Mitgliedskarteien, die kommen aus dem US-National-Archiv. Warum daher und warum waren die eigentlich noch nicht früher zugänglich, Eva Maria? Die Nazis wollten 1945, also am Kriegsende, die ganze Kartei eigentlich vernichten. Die wurden dann gerettet, weil in München jemand mitgedacht hat und gesagt hat, die vernichtigt jetzt nicht, sondern ich gebe die an die Amerikaner. Und ungefähr 80 bis 90 Prozent dieser Mitgliederdatei hat überlebt. Die sind dann eben in Berlin gewesen, in so genannten Berlin-Docke-Mann-Center und sind dann nach der Wiedervereinigung dem Bundesarchiv übergeben worden. Die sind vorher aber schon von den Amerikanern Mikro-Verfilmt worden. Also das sind so bestimmte Filmaufnahmen, wo man einfach sehr viel Bilder auf kleine Filme bekommt, die man dann mit speziellen Geräten eigentlich angucken kann und in die USA in die National-Archives gebracht worden. Und da lagen sie, sind offenbar digitalisiert worden. Und im Februar haben die National-Archives das veröffentlicht. Warum sie das jetzt getan haben, weiß keiner so ganz genau. Die Daten sind auch im Bundesarchiv. Man konnte die davor auch schon einsehen, aber eben nicht übers Internet, sondern man musste dann Antrag stellen und konnte dann speziell die Daten anschauen von eigenen Vorfahren oder Angehörigen. Also was jetzt passiert, es hat ein Archiv einfach alles ins Internet gestellt, ohne große bürokratische Hörden kommt man daran. Diese Daten, die haben wir uns beim Spiegel jetzt sozusagen gegriffen. Man spricht etwa von 10 Millionen deutschen Frauen wie Männer, die bis 1945 der NSDAP beigetreten sind. Was kann man jetzt in der Kartei, die wir erstellt haben, Susmita, alles rausfinden? Ja, du kannst viele Dinge, die auf diesen Kartei-Karten standen, nach denen kannst du suchen. Meist sind es vor und Nachnahme, die ausgefüllt sind, Beruf, Wohnort, das Geburtsdatum und wenn du nicht weißt, das ist ja häufig so gerade in der Generation, wo es nur noch der Uroper ist, der Partei Mitglied ist. Du weißt vielleicht noch den Geburtstag, aber nicht das Jahr, dann kannst du auch immer nur Teile eingeben. Nur den 19. Mai oder sagt 19.11 bis 19.12. Und was für ein Dusier kann man dann bekommen, wenn man die Maske genutzt hat? Wenn du dann treffer hast und du klickst den an, dann siehst du zum einen die Karte marginal. Und das häufig, denke ich, das kann ich gar nicht lesen, aber zum Glück ist eben das, was die KI ausgelesen hat, steht links daneben. Damit fängt es an, kannst du gucken, ob sie, genau, kannst du ein bisschen rätzeln, ob das alles stimmt. Und zusätzlich ist eine kleine Analyse da, ob deine Vorfahren eher zu denen gehört, die früh eingetreten wird oder spät. Du siehst das in der Gesamtverteilung, falls es endnazifizierungsakten gibt, haben wir sie verlinkt. Also nur dort, wo sie online zugänglich sind, muss man unbedingt dazusagen. Du kannst im Umkehrschluss nicht sagen, wenn ich keinen Link habe, dann geliegen keine Akten vor. Eva Maria, du hast es schon ausprobiert. Was kam raus? Ich habe meine beiden Opa's gefunden und tatsächlich wusste ich, dass vorher nicht, dass die beide in der NSDAP waren. Und was hat das mit dir gemacht? Es hat mich jetzt nicht erschüttert. Ich habe damit gerechnet. Ich glaube, jeder, der vorfahren hat, die in der Zeit zwischen 30 und 45 in Deutschland gelebt haben oder in den deutschen Gebieten sollte damit rechnen, da irgendwas zu finden. Ich glaube, es ist nicht unwahrscheinlich, was zu finden. Ich finde es aber eher interessant, wie auch in der Familie damit umgegangen wurde. Also, dass das einfach nicht Thema war, auch bisher keiner Wuste offenbar. Und das ist, glaube ich, recht typisch für den Umgang in vielen Familien mit dieser Nazivverdankenheit. Dass da, im Diffuse, Geschichten kursieren, das zwar irgendwie einer. Ich mein Opa hat aus dem Krieg erzählt, aber aus dem Krieg halt, also von Bomben und Bunkern und ähnlichen, aber dass er in der Partei war. Das hat keiner. Also, ich weiß nicht, ob es mein Mutter gewusst hat. Die kann ich nicht mehr fragen, aber ich glaube, dass sie es nicht gewusst haben. Es gibt auch viele Studien darüber, dass prozentual mehr Deutsche denken. Mein Vergangenheit, meine Familienangehörigen, waren im Widerstand, aber der echte Anteil ist eigentlich viel geringer, der er die tatsächlich im Widerstand waren. Warum ist es wichtig, sich 81 Jahre nach Kriegsende damit heute zu beschäftigen? Zum einen, weil es nachwirkt. Also, die Frage, was haben meine Vorfahren damals gemacht? Es ist für mich alleine schon aus Redlichkeitsgründen wichtig. Wir reden viel über Erinnerungspolitik, wie Gedanken der Opa. Aber das bleibt eine Lehrstelle, wenn man sich nicht klar macht, was war eigentlich bei mir in der Familie los. Da hängen ja noch Sachen dran. Es gab ja ganz viel Arisierungen, so genannte. Das heißt, zum Beispiel, Besitz von Familien, die jüdischen Familien, die umgebracht wurden, wurde versteigert bei öffentlichen Versteigerungen. Da wurde Silber versteigert, da wurden Möbel versteigert. Natürlich wurden Häuser arisiert. So ganz viel Reichtum, ganz viel Besitztymer, die in deutschen Familien vorhanden sind. Oder zumindest ein beträchtlicher Teil könnte aus solchen Versteigerungen kommen. Es stellt sich schon mal die Frage, woher kommt das Familienselber? Oder woher kommt die schöne Biedermayer-Komode? Das sind natürlich alles Fragen, die sich damit aufdrängen. Die ich interessant finde, den nachzugehen. Dann kommt natürlich noch mal die ganz aktuelle Frage dazu. Wir sind aktuell in der Zeit, wo Demokratiefheinde aufwenden haben. Natürlich fragt man sich, wie konnte das damals passieren? Die Tatsache, dass da offensichtlich keine Monster am Werk waren, alle Deutsche, Opa, Oma, Ura, Opa, die eigene Familie. Ich finde, es ist schon ein ziemlich wichtiger Hinweis darauf, dass das eben nichts ist, was irgendwelche verrückten Extremisten gemacht haben, sondern was eben relativ leicht offenbar passieren kann. Und das sollte uns für heute sehr zu denken geben, finde ich. Und Teil der Geschichte ist auch, dass bei diesen rund 10 Millionen Mitgliedern auch nicht alle interessierten tatsächlich in der Partei waren. Es gab Wartelisten, Aufnahmestops, Österreicher und Zudetendeutsche duften. Erst ab 1938 Mitglied werden. So es miter, wenn man, gehen wir noch mal zu unserer Suchmaske, unserem Tool auf Spiegel.de zurück. Wenn man sich dann nicht findet, die eigenen Familien angehörigen, kann man dann ausschließen, dass niemand aus der Familie in der NSDAP war? Ja, das wäre schön, wenn das so einfach wäre. Tatsächlich gibt es mehrere Gründe, warum das nicht so ist. Es sind, um mal damit anzufangen, von den rund 10 Millionen Parteimitgliedern, die es gab, weiß man, dass zu 80, 90 Prozent dieser Menschen irgendeine Karteikarte existiert in den Achiven und hoffentlich auch in der digitalisierten Form. Aber es ist nicht vollständig. Das liegt daran, dass die Nationalzezelles eine Ebenkurs-Vorkriegsenterteilweise auch in einzelnen Regionen, in sogenannten Gaunen, versucht haben, die Karteien zu fändigen, also wie in Salzburg, weiß ich zum Beispiel, sind nur noch sehr unvollständig erhalten, genauso manche Buchstaben. Dort ist es gelungen, die fast vollständig zu fändigen, dazu gehören K und L, zum Beispiel. Und dann kommt natürlich noch das Kleine Abenteuer der KI dazu. Diese ganzen Karten mit künstlicher Intelligenz auszulesen, funktioniert ja praktisch so. Du hast ein Bild von dieser Karteikarte und die KI muss das auslesen. Sowohl die alte Schreibmaschinen schrift, teils verblast, als auch die alteutsche Handschrift. Irgendwo Kreuz und Quere, manchmal über die Felder geschrieben, in sehr individueller Handschrift, auch manchmal verblast, manchmal ein Stempel irgendwo drüber. Und das geht nicht immer gut. Das werde dir, wenn ihr die Datenbank ausprobiert, auch mal entdecken, dass auf der Karte was anderes steht, als ausgelesen wurde, und ihr denkt, wie kann das sein? Das können alles Gründe sein. Und an den Arbeiten wir auch weiter. Wir empfinden das selber als kleines Abenteuer und wir freuen. Und sehr, wenn ihr alle mithilft, wir wollen gerne Community nutzen und die Datenbank weiterzuferbessern. Mir wäre noch eine Sache wichtig zu ergänzen, wenn ich das noch kurz sagen darf. Und zwar, wenn man sich nicht in der Datenbank oder seine Vorfahren nicht in der Datenbank findet, dann kann das einmal an den Gründen liegen, die sie es mitergenannt haben. Aber natürlich auch so ein, dass sie nicht in der NSDP waren. Das heißt aber umgekehrt nicht, dass sie nicht trotzdem Nazis waren. So wie nicht alle, die in der NSDP waren, Nazis im Englisch. die ihre Sinne gewesen sein müssen und auch nicht täter waren. Gibt es natürlich Leute, die zwangsarbeiter beschäftigt haben, die als Soldaten Menschenpartisanen angebliche umgebracht haben, etc. die nicht in der Partei waren. Das heißt, letztlich dieser Fund in der Datenbank ist der Ausgangspunkt für eine weitere Recherche. Auch wenn man jemanden da nicht findet und trotzdem wissen möchte, was war, sollt man weiter suchen und die Tipps kriegt man bei uns auf der Seite auch, wie man dann weiter machen kann. Ja, Eva Maria, das ist ein gutes Strichwort. Vielleicht kannst du uns einen Tipp geben. Man findet tatsächlich seine Verwandten in der Kartei. Man kann sich das so sehen anzeigen lassen. Das habt ihr gerade sehr gut erklärt. Aber wie kann man dann noch weiter machen, wenn man noch mehr rausfinden will? Vielleicht ein erster Schritt. Genau, es macht auf jeden Fall Sinn, alle die Links auszuprobieren, die wir da verlinkt haben. Zum Beispiel eben zu End-Nazifizierungsakten, etc. Es macht immer Sinn, sich als Bundesarchiv zu wenden. Die haben noch eine ganze Menge mehr Akten, zum Teil schon digitalisiert sind. Zum Teil noch nicht. Da kommt man aber meistens nur auf Antrag ran. Da gibt es zum Beispiel Informationen über Wermachtangehörige. Da kann man dann noch feststellen, wo jemand in der Wermacht war, wo der gekämpft hat, wo der möglicherweise verbrechen mitbekommen haben könnte. Et cetera, da muss man sich so ein bisschen die Dinge dann zusammenpuzzeln. Aber man kommt da weiter. Ansonsten kann man natürlich auch immer Kontakt zu Stadtarchiven und Ähnlichem aufnehmen. Meine Erfahrung ist, dass Archive sich grundsätzlich mal freuen, wenn man sich meldet und was von ihnen will. Und auch sehr hilfsbreit sind. Das sagt die Historikerin, aber sprich da auch für alle, die sich damit beschäftigen wollen. Onzus Mitter, du hast es eben schon so schön gesagt, wer jetzt Lust hat, das Ganze auszuprobieren oder da in der eigenen Familiengeschichte recherchieren möchte. Und vielleicht auf kleine Fehler stisst, da kann sich sehr gerne bei uns melden. Wir freuen uns, sowieso zu hören, wie euch die jetzt zugehört haben, dieses Projekt gefällt. Ich werde es gleich ausprobieren. Ihr findet den Link zu der Kartei in den Schornens des Podcasts. Ich sage vielen Dank an Susmita und Eva Maria. Danke schön. Danke für die Einladung, Regina. Ja, danke, dass wir da sein durften. Und alle Hintergrundtexte zur Aufarbeitung der NS-Zeit findet ihr auch noch in den Schornens, das war ein Spezial der Lage. Ich wünsche euch einen schönen Tag. (Dynamische Musik) Ein perfektes Leben ist unmöglich. Aber es gibt viele Wege, gut klarzukommen, Spaß zu haben und zufrieden zu sein. Ich bin Lernekaufgör und fürs Marta-Leben spreche ich jede Woche mit ganz verschiedenen Experten und Experten. Überwünsche, die uns alle beschäftigen. Wie führen wir glückliche Beziehungen oder Leben gesünder? Und wie finden wir unseren Weg durchs Alltagskaus? Antworten darauf gibt es immer Samstag bei "Smarta-Leben", dem Ideen-Podcast vom Spiegel. Bei Spotify, Apple-Podcast oder wo immer ihr gerne hört. (Dynamische Musik) * Musik *

Podcast Summary

Key Points:

  1. Der Spiegel hat eine digitalisierte Mitgliederkartei der NSDAP mit etwa 10 Millionen Datensätzen veröffentlicht, die aus dem US-Nationalarchiv stammt.
  2. Die Kartei enthält persönliche Daten wie Namen, Beruf, Wohnort und Geburtsdatum und ermöglicht eine einfache Online-Suche nach Vorfahren.
  3. Die Daten stammen aus Mikrofilmen, die die Amerikaner nach dem Krieg anfertigten, und sind nun erstmals frei im Internet zugänglich.
  4. Eine KI half beim Auslesen der oft schwer lesbaren Karten, was aber zu Fehlern führen kann; die Community kann bei der Verbesserung helfen.
  5. Ein fehlender Eintrag in der Kartei schließt eine NSDAP-Mitgliedschaft nicht aus, da die Kartei unvollständig ist; umgekehrt bedeutet eine Mitgliedschaft nicht zwangsläufig Täterschaft.
  6. Die Recherche in der Kartei kann ein erster Schritt sein, um die eigene Familiengeschichte aufzuarbeiten, gefolgt von Anfragen bei Archiven oder der Suche nach Entnazifizierungsakten.

Summary:

In dieser Spezialausgabe der Lage erklärt der Spiegel die Veröffentlichung einer digitalisierten Mitgliederkartei der NSDAP mit rund 10 Millionen Datensätzen. Die Kartei, bestehend aus einer Zentral- und einer regionalen Gau-Kartei, wurde von den Amerikanern nach dem Krieg gerettet, mikroverfilmt und im US-Nationalarchiv aufbewahrt. Seit Februar ist sie online zugänglich und wurde vom Spiegel mit einer KI aufbereitet, um die oft schwer lesbaren Karten auszulesen.

Nutzer können nach Vorfahren suchen, indem sie Name, Beruf oder Geburtsdatum eingeben. Die Treffer zeigen die Originalkarte und eine maschinelle Abschrift, ergänzt durch Analysen zum Beitrittszeitpunkt und Links zu Entnazifizierungsakten. Die Historikerin Eva-Maria Schnur betont, dass die Kartei nicht vollständig ist – etwa 10-20 % der Karten gingen verloren, und die KI kann Fehler machen.

Ein fehlender Eintrag bedeutet daher nicht, dass ein Vorfahre kein Nazi war, und ein Eintrag nicht automatisch, dass er Täter war. Die Kartei dient als Ausgangspunkt für weitere Recherchen, etwa bei Stadt- oder Bundesarchiven. Ziel ist es, die oft verdrängte NS-Vergangenheit in Familien aufzuarbeiten und zu verstehen, wie leicht autoritäre Systeme entstehen können.

Der Spiegel lädt die Community ein, bei der Verbesserung der Datenbank zu helfen.

FAQs

Die NSDAP-Mitgliederkartei besteht aus einer Zentral- und einer regionalen Gaueinteilung. Die digitalisierten Karten stammen aus dem US-Nationalarchiv, nachdem die Amerikaner sie nach dem Krieg verfilmt hatten.

Auf Spiegel.de gibt es ein Suchtool, in dem du Vor- und Nachnamen, Beruf, Wohnort oder Geburtsdatum eingeben kannst. Auch Teilangaben wie nur der Tag oder Monat sind möglich.

Du siehst die Karteikarte und eine KI-gelesene Version daneben. Zusätzlich gibt es eine Analyse zum Beitrittszeitpunkt und Links zu Entnazifizierungsakten, falls online verfügbar.

Nein, die Kartei ist unvollständig (ca. 80-90 % erhalten) und die KI kann Fehler machen. Zudem waren nicht alle Nazis in der Partei – manche waren trotzdem in Verbrechen verwickelt.

Es klärt die eigene Familiengeschichte und zeigt, dass NS-Verbrechen nicht nur von Extremisten, sondern von vielen normalen Menschen mitgetragen wurden. Das ist auch für die heutige Demokratie eine Lehre.

Nutze die verlinkten Entnazifizierungsakten, wende dich an das Bundesarchiv für Wehrmachtsdaten oder kontaktiere Stadtarchive für weitere Unterlagen.

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