SpaceX: Bilanzielle Schwerkraft gilt auch für Elon Musk
8m 11s
Die heutige Ausgabe des Handelsblatt-Morning-Briefings beleuchtet mehrere wirtschaftliche und politische Themen. Zunächst wird der Kurssturz der SpaceX-Aktie thematisiert: Nach einem kurzzeitigen Höhenflug fiel der Wert unter den Ausgabepreis, was die Risiken von Hoffnungswerten verdeutlicht. Analysten und Banker wie Jamie Diamond hatten zuvor euphorische Prognosen abgegeben, obwohl SpaceX keine Gewinne erwirtschaftet und hohe Refinanzierungsbedarf hat. Im Übernahmegeschäft plant Uber laut Financial Times ein 12,5 Milliarden Euro schweres Angebot für Delivery Hero; zur Vermeidung von Marktüberschneidungen sollen türkische und andere europäische Töchter abgestoßen werden. Die KfW will unter ihrem Chef Stefan Wintels die Start-up-Förderung auf den Mittelstand ausweiten und ein neues Wagniskapital-Programm auflegen. Chinas Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal nur um 4,3 Prozent – das schwächste Wachstum seit Jahren; die Tech-Wirtschaft trägt kaum bei, was Xi Jinpings Strategie infrage stellt. Trotz Milliardenausgaben für WM-Werbung nahm jeder sechste deutsche Zuschauer keine Werbung wahr; Levi’s erzielte mit einer kreativen Aktion enorme Reichweite. Deutschland verfehlt seine Klimaziele: Bis 2030 drohen Strafzahlungen von bis zu 38 Milliarden Euro. Abschließend wird das Paradoxon deutscher Geschäftsreisender thematisiert: Trotz günstiger Bahntickets nutzen sie die Bahn seltener als Franzosen oder Briten.
* Musik * Das Handelsblatt-Morning-Briving von Sven Pranger. Gelesen von Peter Hofmann. Guten Morgen, allerseits. Heute ist Donnerstag der 16. Juli. Und das sind unsere Themen. Space X. Bilanziere schwerkraft gilt auch für Elon Musk. Mittelstand, ein Banker und die Wachstumsformel für Deutschland. Klimaziele. Deutschland drohen Milliarden Strafen. Nach einer kurzen Unterbrechung geht es gleich weiter. Bleiben Sie dran. Digitalisierung, wenn ich das schon höre. Jetzt muss ich mich neben meiner Arbeit auch noch um die Cloud kümmern. Missen Sie doch gar nicht. Ach so, machen Sie das sein für mich. Nee, aber Wohr davon Business. So ist es. Wir haben die passende Cloudlösung für jedes Unternehmen. Von der Migration ist zum laufenden Betrieb. Zusammen für Ihr Business. Wohr davon. Together we can. Space X. Nicht alles, was zum Mond will, fliegt auch hoch. Diese Erfahrung hat gestern Elon Musk gemacht. Die Aktie seines Raumfahrt- und KI-Unternehmen Space X ist nach einem explosionsartigen Start vor einem Monat. Gestern endgültig wieder in den Bereich gekommen, in dem die Gesetze der bilanziellen Schwerkkraft gelten. Die Aktie hat am Mittwoch zeitweise bei 132,50 Dollar notiert, also spürbar unter den 135 Dollar Ausgabe-Preis und sehr deutlich unter dem zwischenzeitlichen Höchstpreis von um die 200 Euro. Sie hat am Ende bei 135,27 geschlossen. Das lenkt den Blick nicht nur auf die bisher so euphorischen Anleger, sondern vor allem auch auf jene Bank, Chefs und Analysten, die sich zuletzt von Marktstrategen zu Fanboys des Elon Musk wandelten. JP Morgenschef Jamie Diamond etwa hat persönlich für ein Investment geworben und er hat Musk als Edison unserer Zeit bezeichnet. Analysten großer US-Banken haben nach vergangener Woche kurz Ziele von 300 Dollar und mehr binnen eines Jahres-Poffizieid. Dabei war schon da klar, dass Space X vor allem ein Hoffnungswert ist, der weniger von der Substanz als von den Träumen seiner Anleger lebt. Weder wird das Unternehmen in den nächsten Jahren Gewinne erwirtschaften, noch gelten die ausgerufenden technologischen Ziele als realistisch. Zudem muss Space X in den kommenden Jahren 700 Milliarden Dollar refinanzieren, die es nicht hat. Nun ist es nicht so, dass auch ein solches Unternehmen auf Dauer kein gutes Investment ist. Auch Visionen können sich irgendwann monetarisieren. Musk hat das mehr als einmal bewiesen, aber der unmutmlicher Klein-Aktionäre, der sich gestern angesichts der Kursentwicklung geäußert hat, der mutet seltsam an, dass die Anteile eine Wette sind, war absehbar. Es ist eben wie in der Raumfahrt nicht jeder, der zum Mond will, ist für Höhenflüge eignet und manchmal klappt es erst beim 4. Start das gilt für Raketen, Tüftler wie für Raketen-Aktionen. Delivery Hero Der US-Fahrdienst-Uber will laut der Kollegen von der Financial Times heute ein rund 12,5 Milliarden Euro schweres Übernahmeangebot für den Berliner Essens-Lieferdienst Delivery Hero vorlegen. Deren Aktionäre sollen 41 Euro je Aktioner-Geboten bekommen. Die Aktion von Delivery Hero waren zuvor im X-E-Trah-Handel um etwas mehr als 2% auf etwas über 38 Euro abgebrökelt. Die Berliner hatten bereits am Dienstag bestätigt, dass man mit Uberschtreche. Damit sich Uber an dem Deal nicht verschluckt, sind für die folgegrößere Umbauten geplant, um zu große Überlappungen mit dem Geschäft des Tochterunternehmens Uber-Eats zu vermeiden, das ebenfalls Speisen aus Restaurants ausliefert, wolle Uber die türkische Tochter E-Mex-E-Peti, sowie Lieferdienst den anderen europäischen Ländern an einen Investor abgeben, so hieß es gestern Abend. Mittelfstand. Hat dieser Mann gefunden, wo nach mittlerweile schon die zweite Bundesregierung sucht, eine "Bachstumsformel" für Deutschland? Stefan Windels ist Chef der Bundes-Eigenden KfW. Er will die High-Tech-Start-Abförderung seiner Bank auf den Mittelfstand ausweiten. Mein Kollegen Sebastian Matis und Jasmin Osman hat er gesagt, dass diese Kombination die Deutschlandformel für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit sein könnte. Bestimmte Förderprogramme, mit denen die KfW bislang vor allem Start-ups mit Eigenkapital finanziert hat, sollen ab Mitte nächsten Jahres auch innovativen Mittelständlern offen stehen. Außerdem legt die Bank ein neues 400 Millionen Euro-Großes-Programm auf, mit dem sie innovative Voransätze im Wagniskkapital unterstützen will. China. China's Wirtschaft ist im zweiten Quartal für ihre Verhältnisse extrem schwach, um nur 4,3 Prozent gewachsen. Das ist das langsamste Wachstum seit mir als drei Jahren. Vor allem die starken Exporte haben einen noch geringeren Anstieg verhindert. Das kann nicht darüber hinwegteuchen, dass Kai und Heiteck weniger stark Wachsen als China gerne glauben macht. Zwar will Start- und Partei-Chef Xi Jinping, China hier weltweit führend machen, doch das ist bisher wenig mehr als Fassade, analysiert mein Shanghaier Kollege Martin Benning auf. Kai trage nur 0,2 Prozentpunkte zum Wirtschaftswachstum bei. Er beobachtet eine K-Wirtschaft mit zwei Ästen, die traditionelle Wirtschaft nach unten, die Tech-Wirtschaft nach oben. Das speitet die Gesellschaft in Gewinner und Verlierer. Nun aber ist der oberer Arm auch noch besonders schwach ausgeprägt. Das stellt Xi's ganzen Ansatz in Frage. Marketing. Rund 10,5 Milliarden Dollar geben Unternehmen weltweit zusätzlich für Werbung rund um die Fußball WM aus. Und doch sagt jeder, sechste deutsche Zuschauer ihm sei gar keine WM-Werbung begegnet. Wie es besser geht, zeigt ausgerechnet eine Verliererin der FIFA-Regeln. Liewalschefin Michel Gass musste das Sponsoren-Logo ihrer Jeansmarke am Stadion von Santa Clara abkleben lassen. Und sie hat die weißen Planen kurzerhand zum Motiv ihrer Kampagnen gemacht, der Effekt rund eine Milliarde Impressions, die meist geteilt ist Social Media Kampagne der Firmengeschichte. Inzwischen verkauft Levi sogar T-Shirts mit dem abgeklebten Logo. Die wirksamste Werbefläche dieser WM, sie war keine. Klimaziele. Deutschland stößt deutlich mehr CO2 aus als geplant. 2025 sind die Emissionen gegenüber dem Vorjahr um gerade einmal 0,1 Prozent gesunken. Das nationale Klimaziele minus 65 Prozent bis 2030 gegenüber 1990 würde in diesem Tempo ebenso verfehlt wie die EU-Verpflichtungen in Deutschland. Nach Projektion des Umweltbundesamts überschreitet Deutschland seine CO2-Obergrenzen bis 2030 um 255 Millionen Tonnen CO2-Equivalente. Das könnte teuer werden. Laut Handelsblatt Research Institute belaufen sich die Klimakosten im drastischsten Fall auf bis zu 38 Milliarden Euro, je nach Entwicklung des CO2-Preises. Klimaschutz ist tatsächlich teuer. Kein Klimaschutz, allerdings auch. Reisen. Zum Schluss schauen wir in den EC10-15 der deutschen Bahn, in dem heute große Teile ihres Morning-Greifings entstehen, damit gehöre ich europaweit gesehen zu einer kleinen Gruppe. Laut Zahlen des Geschäftsreisebrokers Náwaren, weißengeschäftsreisende aus Deutschland mit etwas mehr als 70 Prozent ein der niedrigsten Anteile an Inlandsreisen mit der Bahn in Europa auf. Fanfakt, die beliebteste Zugstrecke für Dienstreisen ist Berlin München, die unbeliebteste Berlin Düsseldorf. Deutschland ist ein faszinierendes Paradoxon, schreibt Náwaren-Deutschland-Manager Michael Riegel dazu. Obwohl Bahntickets hier mit gerade einmal 0,18 Euro pro Kilometer zu den günstigsten in Europa zählten, nutzten deutsche Geschäftsreisende die Bahn deutlich seltener als Franzosen und Briten. Wobei ich dieses Paradoxon gerne aufzulösen helfe, zw.d. meine Dienstreisenquote mit der Bahn bei nahezu 100 Prozent allerdings kann ich den Kostenvorteil nicht bestätigen. Zu den 18 Cent pro Bahnkilometer kommen regelmäßig sowie heute größere Sommen hinzu Weihnachtverpasten anschlössen, nur UBER oder Taxi bleibt. Ich wünsche Ihnen lauter passende Anschlüsse heute. Ihr Sven Brange. Wenn sich entscheidet, wie es mit Gas weitergeht, seien Sie dabei auf der Handelsblatt-Jahrestagung Gas 2026 in Berlin. Treffen Sie führende Köpfe aus Gaswirtschaft, Politik und Industrie und diskutieren Sie die zentralen Fragen rund um Versorgungssicherheit, Transformation und neue Märkte. Nutzen Sie zusätzlich den neuen Wasserstoffspezialtag am Vortag. Jetzt anmellen unter Handelsblatt-Gas.de und 15 Prozent sparen mit dem Vortelscode Podcast26 nur für kurze Zeit.
Podcast Summary
Key Points:
SpaceX-Aktie fällt unter Ausgabepreis, nachdem sie kurz zuvor Höhenflüge erlebt hatte; Analysten und Banker wie Jamie Diamond hatten zuvor enthusiastische Prognosen abgegeben.
Uber plant offenbar ein 12,5 Milliarden Euro schweres Übernahmeangebot für Delivery Hero; zur Vermeidung von Überschneidungen sollen Teile des Geschäfts abgestoßen werden.
KfW-Chef Stefan Wintels will die Start-up-Förderung auf den Mittelstand ausweiten und ein neues 400-Millionen-Euro-Programm für Wagniskapital auflegen.
Chinas Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal nur um 4,3 Prozent – schwächstes Wachstum seit über drei Jahren; die Tech-Wirtschaft trägt nur minimal bei.
Trotz weltweit hoher Werbeausgaben zur Fußball-WM nahm jeder sechste deutsche Zuschauer keine WM-Werbung wahr; Levi’s erzielte mit einer kreativen Aktion enorme Reichweite.
Deutschland verfehlt seine Klimaziele deutlich; bis 2030 drohen Strafzahlungen von bis zu 38 Milliarden Euro.
Deutsche Geschäftsreisende nutzen die Bahn trotz günstiger Ticketpreise seltener als Franzosen oder Briten; beliebteste Strecke ist Berlin–München.
Summary:
Die heutige Ausgabe des Handelsblatt-Morning-Briefings beleuchtet mehrere wirtschaftliche und politische Themen. Zunächst wird der Kurssturz der SpaceX-Aktie thematisiert: Nach einem kurzzeitigen Höhenflug fiel der Wert unter den Ausgabepreis, was die Risiken von Hoffnungswerten verdeutlicht. Analysten und Banker wie Jamie Diamond hatten zuvor euphorische Prognosen abgegeben, obwohl SpaceX keine Gewinne erwirtschaftet und hohe Refinanzierungsbedarf hat.
Im Übernahmegeschäft plant Uber laut Financial Times ein 12,5 Milliarden Euro schweres Angebot für Delivery Hero; zur Vermeidung von Marktüberschneidungen sollen türkische und andere europäische Töchter abgestoßen werden. Die KfW will unter ihrem Chef Stefan Wintels die Start-up-Förderung auf den Mittelstand ausweiten und ein neues Wagniskapital-Programm auflegen. Chinas Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal nur um 4,3 Prozent – das schwächste Wachstum seit Jahren; die Tech-Wirtschaft trägt kaum bei, was Xi Jinpings Strategie infrage stellt.
Trotz Milliardenausgaben für WM-Werbung nahm jeder sechste deutsche Zuschauer keine Werbung wahr; Levi’s erzielte mit einer kreativen Aktion enorme Reichweite. Deutschland verfehlt seine Klimaziele: Bis 2030 drohen Strafzahlungen von bis zu 38 Milliarden Euro. Abschließend wird das Paradoxon deutscher Geschäftsreisender thematisiert: Trotz günstiger Bahntickets nutzen sie die Bahn seltener als Franzosen oder Briten.
FAQs
Die Aktie fiel unter den Ausgabepreis von 135 Dollar, da Space X ein Hoffnungswert ist, der von Träumen lebt, keine Gewinne erwirtschaftet und 700 Milliarden Dollar refinanzieren muss.
Uber plant ein Angebot von rund 12,5 Milliarden Euro, also 41 Euro je Aktie, für den Berliner Lieferdienst Delivery Hero.
Die KfW will ihre Start-up-Förderung auf innovative Mittelständler ausweiten und ein neues 400-Millionen-Euro-Programm für Wagniskapital auflegen.
Sie wuchs nur um 4,3 Prozent, das langsamste Wachstum seit über drei Jahren, wobei die Tech-Wirtschaft schwach ist.
Levi's machte die weißen Planen zum Kampagnenmotiv, erzielte eine Milliarde Impressions und verkauft T-Shirts mit dem abgeklebten Logo.
Laut Handelsblatt Research Institute könnten bis 2030 Klimakosten von bis zu 38 Milliarden Euro anfallen, da Deutschland seine CO2-Obergrenzen überschreitet.
Chat with AI
Loading...
Pro features
Go deeper with this episode
Unlock creator-grade tools that turn any transcript into show notes and subtitle files.