Sozialarbeiterinnen in der Psychiatrie spielen eine zentrale Rolle als koordinierende und unterstützende Fachkräfte, die die vielfältigen Lebenssituationen ihrer Patientinnen adressieren. Ihre täglichen Aufgaben umfassen die Abklärung von Finanzen, Wohnungsproblemen, beruflichen Perspektiven sowie die Organisation von Versicherungen und Mietverhältnissen. Sie fungieren als „Schaltstellen“ zwischen Patienten und Institutionen, stellen aber klar, wo sie Grenzen ziehen, z. B. bei therapeutischen oder rechtlichen Fragen, und verweisen auf entsprechende Fachkräfte. Ein häufiges, aber sensibles Thema ist der Umgang mit ungeöffneten Briefen und finanziellen Forderungen, die durch Scham und Unsicherheit beeinträchtigt werden. Die Arbeit ist vielfältig und erfordert ständige Aufklärung und Weiterbildung, ebenso wie eine tiefgreifende Kenntnis der Sozialgesetze. Die ambulante Anbindung nach Entlassung ist entscheidend, um eine nachhaltige Wiedereingliederung zu fördern – dies wird jedoch durch lange Wartelisten und fehlende Ressourcen erschwert. Obwohl Sozialarbeiterinnen im Allgemeinen unterbezahlt sind, wird ihre Berufstätigkeit als kreativ, bedeutungsvoll und lebenswichtige Arbeit wahrgenommen. Der Podcast gibt einen Einblick in das tägliche Leben und die herausfordernden Aspekte der Arbeit und betont die Notwendigkeit einer verbesserten Finanzierung und Unterstützung für ambulante Dienste, um eine nachhaltige Behandlung und Wiedereingliederung zu gewährleisten.
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Episode von Jung und Freudlos, eurem Podcast
aus der Psychiatrie und wir senden wieder aus der Uniklinik Freiburg, Klinik für Psychiatrie
und Psychotherapie.
Genau, wir sitzen heute zu viert hier, ihr habt bestimmt schon erkannt, dass Sebastian
heute dabei ist, unser Lieblingsoberarzt aus einer kleinen psychiatrischen Klinik im Schwarzwald.
Tief drin.
Und wir haben zwei Gästinnen aus unserer Klinik, ist quasi ein Heimspiel für uns alle,
wir kennen uns schon, es handelt sich um Claudia und Sabine, zwei Mitarbeiterinnen aus unserem
Sozialdienstteam in der Psychiatrie.
Auf vielfache Anfrage möchten wir heute nämlich mit euch sprechen über den
Sozialdienst in der Psychiatrie.
Hallo Claudia, hallo Sabine, schön, dass ihr da seid.
Hallo.
Hallo zusammen, vielen Dank für die Einladung.
Genau.
Schön, dass ihr gekommen seid.
Ismene, jetzt hast du dich selber gar nicht vorgestellt.
Oh ja.
Ich glaube, es ist obsolet, aber ich mache es kurz.
Ismene, unsere Fachärztin für Psychiatrie des Vertrauens an der Uniklinik in Freiburg
und auch Heimspielerin heute.
So ist es.
Ja.
Fühlst du dich gleich sicherer?
Es wäre mir jetzt nicht aufgefallen, dass ich nicht vorgestellt war, ich habe vielleicht
ein Aufmerksamkeitsproblem.
Das macht nichts.
Okay.
Moritz ist heute leider nicht dabei, hat uns aber einen Gruß dargelassen in Form von sechs
taufrischen Oder-Fragen.
Ja.
Denn ich weiß nicht, ob ihr mal eine Folge von uns gehört habt.
Wenn ja, dann wisst ihr, was jetzt euch blüht, nämlich, dass wir euch ein bisschen besser
kennenlernen wollen, indem wir euch tiefschürfende Deep Talk-Fragen stellen.
Richtig.
Ich würde gleich mal den Anfang machen, Sabine.
Aufgelistet, eingeloggt oder abgeheftet?
Abgeheftet.
Ja, du bist abgeheftet.
Ich bin total abgeheftet.
Wir versuchen uns kurz in einer Interpretation deiner Antwort, warum denn abgeheftet?
Einfach abgeheftet.
Ich bin ganz gut organisiert und strukturiert und ganz analog abgeheftet.
Ach so.
Also nicht so eher, ich fühle mich heute abgeheftet, sondern so.
Nein, ganz.
Heute bin ich richtig abgeheftet.
Nein, ich glaube, das ist eine gute Ressource für eine Sozialarbeiterin.
Abgeheftet ist absolut das, was wir brauchen.
Weil wenn ihr nicht den Überblick behaltet.
Werder.
Werder.
Okay, Claudia.
Bleistift, Spitze, Federhalter oder Filzstift?
Bleistift, Spitze.
Ist nicht gefährlich?
Nein, das ist auch speziell für hier.
Das brauche ich fast nur bei der Arbeit ganz hilfreich durch die vielen Terminverschiebungen
und das chaotische Alltagsgeschäft, dass man das wegradieren kann und dann kein Gesudel entsteht.
Hm, auch sehr strukturiert.
Aber hallo.
Die nächste Frage zielt eigentlich auch in die gleiche Richtung, Sabine.
Organisiert, sozialisiert oder klimatisiert?
Klimatisiert wäre super.
Ja.
Sind wir leider nicht.
Nein.
Sozialisiert würde ich mal sagen, bin ich.
Und was war das Erste?
Organisiert.
Organisiert.
Ja.
Versteht sich von selbst.
Es würde ja sehr zu deiner ersten Antwort passen, oder?
Ich bin organisiert.
Wunderbar.
Das Einzige, was fehlt, ist wirklich klimatisiert.
Claudia, angesprochen, abgesprochen oder unausgesprochen?
Unausgesprochen und abgesprochen.
Du darfst eigentlich nur eins aussuchen.
Ach so, schade.
Wenn ich ehrlich bin.
Dann gerne abgesprochen.
Abgesprochen ist dir lieber als unausgesprochen?
Ja, natürlich.
Weil du so ein Teamplayer bist.
Ja, natürlich.
Und wenn man alles im Team abspricht.
Das ist auch eine ganz wichtige Voraussetzung für hier.
Und da ist unausgesprochen ja ganz giftig.
Das stimmt.
Und jetzt nehmt ihr mir schon wieder das Thema für die nächste Frage vorweg.
Sabine, Teamarbeit, Arbeitstier oder Streichelzoo?
Teamarbeit.
Teamarbeit.
Ich hab's erwartet.
Es geht in eine gewisse Richtung.
Gut.
Kann hilfreich sein hier.
Ja, absolut.
Claudia, letzte Frage.
Rundgang, Umgang oder Ausgang?
Ausgang.
Für dich oder für deine Patientinnen?
Für mich.
Das heißt, du träumst davon, dass wir hier bald fertig sind und du dann wieder rausgehen kannst?
Nein, ich mag Ausgang ganz gerne und verstehe das immer sehr gut, wenn die Patienten danach streben.
Ja, das verstehe ich auch.
Ja gut, jetzt haben wir doch ein bisschen einen Eindruck davon bekommen.
Wie jeder von euch klingt, weil wir sind ja ein Audio-Medium und haben euch wahrscheinlich ziemlich gut kennengelernt.
Genau. Und wenn ihr bereit wärt, dann würden wir gleich ganz tief in die Inhalte einsteigen.
Noch tiefer.
Ja, richtig.
Claudia, Sabine.
Da schafft man nicht.
Versuchen wir es doch mal.
Ihr beide seid im Sozialdienst tätig.
Was habt ihr eigentlich für eine Ausbildung?
Genau, wir haben ein Studium, ein Fachhochschulstudium.
Wir haben noch das alte, da war das in Sozialarbeit und Sozialpädagogik getrennt mit Diplom.
Aber jetzt ist es ja einfach Bachelor und man kann auch ein Master machen und nennt sich Studium der Sozialen Arbeit.
Was kann man denn alles machen mit dem Studium?
Also ich ziele so ein bisschen darauf ab.
Ihr habt euch jetzt für Sozialarbeiterin in der Psychiatrie entschieden.
Hätte es da irgendwie noch Alternativen gegeben?
Letztendlich sämtliche, ich sage jetzt mal, sozialen Problemgruppen, die es da gibt, auch im Gemeinwesen.
Da gibt es ja in Stadtteilen soziale Arbeit, in Stadtteilen, so Stadtteilbüros, die ganzen Zielgruppen, die ich gerade schon gesagt habe.
Da gibt es vielfältige Einsatzmöglichkeiten, Arbeitsmöglichkeiten.
Das ist ein sehr vielfältiger Beruf, kann man letztendlich sagen.
Also wir hätten auch ins Gefängnis gehen können, da gibt es Sozialarbeiterinnen.
Wir hätten Arbeit mit Frauen, Arbeit mit Migrantinnen, Schuldnerberatung.
Also es ist ein Riesenspektrum letztendlich.
Also im Grunde seid ihr überall dort eingesetzt, wo Unterstützung für Menschen notwendig ist, die ihr dann auch leisten könnt.
Wie seid ihr denn jetzt zur Psychiatrie gekommen?
Also bei mir natürlich zufällig eher, weil ich direkt nach dem Studium hier durch private Bekanntschaft eine Urlaubsvertretung gemacht habe für drei Monate.
Und als dann zwei, drei Jahre später hier eine Stelle neu geschaffen wurde oder frei wurde, wurde ich angerufen.
Die Stelle wurde mir vorgeschlagen oder mir angetragen und da habe ich mich beworben.
Und bevor du die Urlaubsvertretung gemacht hast, hattest du da schon mal irgendwie eine Art Praktikum in der Psychiatrie gemacht oder andere Kontakte?
Oder war es die einzige Stellenausschreibung, die du gefunden hast?
Nein, nein, tatsächlich in einer Landesklinik für Psychiatrie in Nordrhein-Westfalen.
Ah ja, im Studium.
Im Studium, genau, da wird man ja auch immer, das ist ja an den Fachhochschulen so üblich, dass man das ja praxisorientiert.
Und da war ich eben in so einem Landesklinikum in Nordrhein-Westfalen.
Und daher war das für mich einfach, hier drei Monate nur mal kurzfristig zu arbeiten, weil ich mich da ganz rasch einarbeiten konnte.
Ist das dann bei eurem Studium dann so wie bei uns in der Medizin, dass ihr verpflichtend auch in der Psychiatrie eingesetzt werdet oder könnt ihr das noch frei aussuchen?
Also jetzt, wenn wir hier jetzt einen Vertrag haben, dann haben wir den Vertrag für überall, aber natürlich im Sozialdienst.
Also wir könnten auch.
Wir könnten auch theoretisch in der Neurologie eingesetzt werden, wenn du das meinst oder was.
Du sprichst jetzt vom Arbeitgeber.
Genau.
Ich habe mich dafür interessiert, wenn ihr eben noch euch in eure Studienzeit zurückversetzt und diese Praktika macht, müsst ihr dann in der Psychiatrie ein Praktikum machen?
Also das heißt, hat nicht notwendiger jeder von euch schon mal Kontakt gehabt zur Psychiatrie?
Nee, man kann es tatsächlich aussuchen.
Also aber es ist natürlich sinnvoll, sich das zu, also ein Gebiet, wo wir vorhin schon genannt haben, das kann man sich aussuchen.
Und wir haben aber natürlich, also.
Hätte auch ins Gefängnis gehen können oder eben Arbeit mit Frauen oder so.
Aber also ich habe relativ früh gewusst, dass ich in die Psychiatrie will und habe tatsächlich hier schon mein Praktikum gemacht.
Und dann war das kein Problem, dass ich gesagt habe, ich möchte es gerne hier machen.
Also ich glaube an einzelnen Hochschulen oder bei einigen Hochschulen ist so, dass du manchmal auch so einen Studienschwerpunkt hast.
Das war früher zumindest so.
Das war bei mir nämlich tatsächlich Arbeit mit psychisch Kranken und Suchtkranken.
Und in einem der Praktika muss man dann auch diese Zielgruppe bedienen.
Okay.
Und Sabine, also du hast gesagt, du wusstest das schon früh.
Wie kamst du auf die Idee, in die Psychiatrie zu gehen?
Genau.
Also ich habe eigentlich eben erst mal angefangen, Psychologie zu studieren, zwei Semester.
Und dann war es aber so, dass ich schon gemerkt habe, dass ich eigentlich was mit Menschen zu tun haben will.
Und dachte im Psychologiestudium, habe ich erst mal festgestellt, hatte ich nicht so.
Klar hat man ja viel Statistik und so und viele Fälle, die man so analysieren muss.
Aber egal, auf jeden Fall war es so, dass ich dann.
Gesehen habe, okay, wo führt der Weg hin und habe dann gemerkt, nee, eigentlich will ich was anderes machen.
Und habe dann eben, habe dann nochmal gewechselt für soziale Arbeit und habe dann einfach aber schon gemerkt, dass ich in dem Bereich bleiben will.
Und habe mir dann wirklich ganz gezielt einfach gesucht, okay, das Praktikum in der Psychiatrie zu machen.
Spannend.
Und dann hat es mir so gut gefallen und dann hatte ich total Glück, dass ich direkt noch da war.
Ich war noch gar nicht fertig, habe ich tatsächlich gleich hier eine Anstellung bekommen.
Also ich habe gefeiert und Diplomarbeit geschrieben sozusagen.
Gleichzeitig.
Ach super.
Sehr gut.
Jetzt kommen wir mal zur Arbeit.
Was sind denn in eurem täglichen Alltag so eure Hauptaufgaben?
Also ich fange mal an.
Natürlich ist es so, wir haben ja dieses Instrument, dass wir erstmal eine Sozialanamnese auch erstellen.
Dass wir die Patienten einfach in den ersten zwei Wochen sehen.
Und dann können wir an dem anhand, was wir abfragen, alle Felder, die uns betreffen, Wohnarbeit, Finanzen und so weiter.
Da können wir dann sehen, wo es was für uns zu tun gibt.
Dass wir das relativ früh eigentlich.
schon sehen und dann fängt die arbeit an und da so die ganzen felder die wir abfragen sind
eigentlich auch unsere Arbeitsbereiche, also auch ein relativ breites Spektrum.
Willst du mal noch differenzierter was dazu sagen?
Also im Konkreten geht es dann darum, wenn man so eine Erhebung macht,
so in so einem Erstgespräch, dass man da mal sammelt, was könnten denn so Themenbereiche sein,
dass man dann natürlich auch hierarchisieren muss.
Es gibt manchmal so ungeklärten Krankenversicherungsschutz, so Basics,
die da natürlich ganz on top sind, weil sonst kriegen die Rechnungen aus über den stationären Aufenthalt.
Dann muss man sowas natürlich gleich zu Beginn klären.
Und das hängt oft auch tatsächlich mit den Leistungen zum Beispiel von der Agentur für Arbeit zusammen,
dass wenn da noch irgendwas im Schweben ist, dass dann die Krankenkassen noch keine Zusagen machen.
Das erfahren wir manchmal auch über die Verwaltung.
Dann ist der Aufschrei immer groß in der Klinik und dann müssen wir natürlich sofort die Patienten aufsuchen
und dann fragen, was ist da los oder wo hakt es und dann so ein bisschen Recherche betreiben.
Okay, also das heißt Versicherungen, Einkommen, Wohnen.
Ärger mit Vermieter, Ärger am Arbeitsplatz.
Das sind ja oft dann so die Anlässe auch, die alles immer noch verschlimmert haben
und die dann irgendwie zu einer Aufnahme, zu so einer chaotischen Situation geführt haben.
Und dann muss man da tatsächlich Gespräche suchen oder Regelungen treffen oder Mietzahlungen organisieren,
Nachzahlungen leisten, Verhandlungen treffen und so weiter.
Das klingt nach einem ziemlich umfangreichen Tätigkeitsfeld bei unseren Patientinnen,
die ja häufig in ziemlich schwierigen Situationen sind.
Situationen zu uns kommen schon eine Weile, sich um nichts mehr kümmern konnten.
Gibt es denn umgekehrt über irgendwelche Aufgaben, für die ihr nicht zuständig seid,
wo ihr sagt, das ist was, da kann ich jetzt nicht weiterhelfen oder das ist grundsätzlich ein Problem,
da bin ich aber nicht zuständig für?
Also der Bereich des therapeutischen Arbeitens finde ich total wichtig,
dass man da einfach eine Grenze zieht und sagt, das können wir gar nicht, also wollen wir auch gar nicht machen.
Das ist auch das, was manchmal angefragt wird von Praktikantinnen, die kommen und sagen
und eigentlich Interesse haben am therapeutischen Arbeiten.
Und wir sind eher so.
In den Sozialgesetzbereichen tätig und wenn ich jetzt zum Beispiel auch was mit Ehe und Scheidung oder so betrifft,
kommt ja auch vor, dann ist es schon so, dass ich merke, okay, ich muss wirklich genau gucken,
dass ich im Rechtlichen bleibe und da eher dann Verweis auf Rechtsanwälte zum Beispiel oder so.
Also da gibt es halt so einfach Bereiche, wo ich sage, okay, das darf ich nicht überschreiten,
darf ich auch sowieso nicht vom Rechtlichen her und da muss ich dann einfach gucken, vermitteln,
wer wäre wirklich zuständig und wo geht es hin halt.
Ja, ich habe auch immer das Gefühl, wenn ich so eurer Arbeit zuschaue,
das ist oft so ein Jonglieren mit den Informationen und den verschiedenen Anlaufstellen, Behörden und so weiter.
Da habt ihr den Überblick und eben müsst, glaube ich, extrem oft sagen, hierhin, dahin und seid so eine Schaltstelle.
Ja, oder auch eine Kooperation, also dass wir halt sagen, okay, vielleicht gibt es Ärger mit der Agentur für Arbeit oder am Jobcenter
und dann schalten wir uns ein und können gucken, okay, was können wir.
Wirklich regeln oder vielleicht auch, dass wir Dinge schneller hinkriegen können
oder nochmal halt einfach so ein Bindeglied zu sein, zwischen all denen.
Ich weiß nicht, ob es stimmt, aber ich würde mal die Vermutung in den Raum stellen,
dass eure Berufsgruppe vielleicht diejenige ist, von der die wenigsten Laien wissen, dass es die auch gibt in der Psychiatrie.
Ich glaube, viele wissen, es gibt Ärzte, es gibt Krankenschwestern, Pflege-Innen, Psychotherapeut-Innen,
die in der Psychiater-Innen-Gesundheits-Gesundheits-Gesundheits-Gesundheits-Gesundheits-Gesundheits-Gesundheits-Gesundheits-Gesundheits.
Deswegen fände ich es, glaube ich, ganz gut, wenn ihr uns mal erzählt, wie ihr da in das therapeutische Team eingebunden seid.
Also sitzt ihr in eurem Zimmer und macht euer Ding oder wie arbeitet ihr zusammen mit den anderen Gesundheitsberufen?
Also wir sind natürlich eingebunden in die Stationsteams oder auch in das Ambulanzteam.
Uns gibt es ja auch in der Ambulanz und bringen dort unsere Fragestellungen oder unsere Beiträge, die halt auch wichtig sind,
dass man eben weiß, da gibt es ein Mordsproblem mit der Erwerbsminderungsrente und das treibt die Patientin total um.
Das müssen die Therapeuten, die Ärzte, Ärztinnen und Therapeutinnen wissen.
Das ist wichtig und die Info kommt dann meistens von uns, häufig von uns.
Und da bringen wir uns ein, mitunter auch in den. Oberarztvisiten, mitunter eben in den Besprechungen, in den Angehörigengesprächen,
in manchmal auch gemeinsame Patientengespräche mit den Therapeutinnen und Ärztinnen.
Da sind wir dann auch drin und beteiligt.
Genau, also wir arbeiten auch gar nicht auf jetzt Zuruf oder auf Antrag oder so,
sondern sind eben im Team mit dabei und unsere Vorschläge und unsere Ideen können da genauso mit einfließen,
wie von allen anderen Berufsgruppen auch.
Finde ich auch übrigens das sehr Schöne an der Arbeit.
In der Multiprofession.
In der Multiprofession in deinem Team zu arbeiten.
Das heißt, du würdest sagen, das funktioniert auch gut, diese Teamarbeit.
Meistens funktioniert es gut.
Ihr habt vorhin einen ganzen Haufen an Tätigkeitsfeldern und Problembereichen genannt, in denen ihr tätig seid.
Gibt es denn so einige Dinge, wo ihr sagt, das sind so unsere Top Five,
das sind die häufigsten Sachen, mit denen wir immer wieder zu tun haben?
Ich glaube, es ist tatsächlich so, weil wir haben uns ja schon mal ausgetauscht,
dass es so ein bisschen stationsabhängig ist, was ja auch so ein bisschen krankheitsbedingt ist und so.
Ich habe tatsächlich am allermeisten damit zu tun,
dass es darum geht, wie geht es mit der Arbeit weiter.
Und dann geht es echt so um Neuorientierung oder Umorientierung oder Arbeitgebergespräche
oder eben auch zu gucken, wie kann es in der Arbeit weitergehen oder geht es überhaupt noch weiter.
Also ich würde sagen, in meinem Bereich, wo ich jetzt im Moment bin, ist das wirklich so on top.
Kannst du uns kurz erklären, in was für einem Bereich du arbeitest, Sabine?
Genau, ich bin ein Teil auf der Depressionsstation.
Da gibt es ja verschiedene Therapiekonzepte, in dem einen Therapiekonzept mit eingeschlossen
und habe noch einen Teil.
In der Ambulanz, wo ich tätig bin, da habe ich dann alles.
Okay, das heißt, du hältst den Kontakt zu den Arbeitgebern und unterstützt die PatientInnen dabei.
Mit dem ganzen Bereich beschäftigt, ob es überhaupt Arbeit gibt, ob es da weitergehen kann,
ob es überhaupt noch geht, ob es eine Neuorientierung bedarf oder bei jungen Leuten,
wie es überhaupt da weitergehen kann und so weiter.
Also das ist auch so, würde ich sagen, das ist mein on top.
Aber ich glaube, bei dir ist es anders.
Also bei mir ist es so.
Du bist ein ganz großer Klassiker geworden im Laufe der Jahre.
Das nimmt auch zu, ungeöffnete Briefe, Desorganisation,
dass die PatientInnen da so ein bisschen unter Druck geraten, gelinde gesagt,
mit den ganzen Anforderungen des Alltags zurechtzukommen.
Und dann werden Briefe nicht mehr geöffnet aus Angst, was steht da drin, aus Sorge.
Da steht bestimmt eine Geldforderung drin, mache ich gar nicht auf.
Und dann häuft sich das an.
Und manchmal muss ich wirklich fragen, wie viele Tüten, wie viele Einkaufstaschen voll sind das ungefähr.
Ach du Schande, das ist ja ein Haufen.
Genau, das ist dann oft auch realistisch.
Dann sagen die, ja, vielleicht so zwei, drei Tüten.
Gab auch schon mal mehr, aber so im Schnitt sind es zwei, drei Tüten.
Und dann setzt ihr euch an den großen Tisch und leert die Briefe aus und öffnet einen nach dem anderen?
Okay, wie lange ist man dann da dran?
Viele Wochen.
Also wir haben dann ein, zwei Termine vielleicht pro Woche.
Wir haben ja auch unterschiedlich Pensum.
Auch mit anderen Patienten.
Und dann sitzt man da schon eine Weile dran.
Und sprechen wir da eher von jungen Patienten oder ist das über alle Altersgruppen ein zunehmendes Problem?
In den letzten Jahren sind es eher jüngere.
Aber es sind schon auch quer durch alle Altersstufen.
Ist ja interessant, dass du da so eine Dynamik drin siehst.
So eine persönliche Theorie, woher das kommen könnte.
Ja, ich glaube, die Gesellschaft, die verändert sich.
Die verändert sich durch die sozialen Medien.
Und wenn dann,
wenn analoge Briefe nach Haus kommen und man muss im Rechtsgeschehen irgendwas tätigen im Alltag,
wirklich was tun, Überweisung tätigen.
Das ist auch Verstehen, um was geht es eigentlich?
Oder auch den Brief verstehen.
Geht es um eine Forderung vom Arbeitsamt oder geht es um eine Fragestellung?
Das muss geklärt werden.
Das ist manchmal, das gab es schon immer natürlich, die Verständnisfragen.
Aber ich glaube, dass da auch schon die ganzen Medien mit zu tun haben,
dass im tatsächlichen Alltag man da manchmal nicht mehr hinterherkommt.
Okay und bist du dann auch befugt, jetzt mit den einzelnen Briefen,
keine Ahnung, Überweisungen durchzuführen oder ähnliches?
Wie sieht denn deine Hilfestellung dann konkret aus?
Nein, das will ich natürlich nicht.
Die Patienten und Patientinnen müssen mit mir das erst mal dann sortieren.
Oft sind es ja irgendwie so fünf Mahnungen, also zu einer Sache sozusagen.
Da muss man erst mal so sortieren und dann, wenn es viele Geldforderungen sind,
überlegen, was die Sabine vorhin gesagt hat, ob man einen Schuldnerberater vielleicht auch einschalten muss,
wenn das jetzt einen Rahmen sprengt oder ob man dann sagt,
okay, das sind insgesamt vielleicht Forderungen von 2000 Euro, das gibt das Konto her.
Da muss man jetzt halt peu à peu die Überweisungen tätigen
und dann mit den Patientinnen tatsächlich überlegen, wie kann man jetzt die Überweisungen machen?
Gibt es eine App dazu? Gibt es Online-Banking? Gibt es Überweisungsträger aus Papier noch?
Da muss man dann wirklich so ein bisschen Teaching machen.
Okay, und das heißt, manchmal sitzt du auch daneben bei den Überweisungen und hilfst ganz aktiv.
Ja klar, das wird dann gemeinsam, oder ich muss sagen, das war ein Mordswechsel, als es vor ein paar Jahren diese IBANs gab,
diese L-langen Ziffern, bei natürlich einer schweren Erkrankung, das muss man ja immer dazusehen,
mit Mordskonzentrationsproblemen, da musste ich manchmal die IBANs selber eintragen,
weil die Patienten das nicht geschafft haben, diese L-lange Zahlenkolonne.
Also die 26-stellige Nummer führt auch nicht selten zu Überforderungen.
Absolut.
Genau, das ist so dieses, was ich gemeint habe mit dem Alltag, da ist plötzlich dann die Überforderung da, es kommt dann irgendwie daher gerauscht.
Okay, ja, das ist eindrücklich. Danke.
Ich habe gerade überlegt, wir haben jetzt von jeder von euch einen Top-Thema.
Gibt es denn noch andere, die kurz darauf kommen, die wir noch erwähnen sollten an der Stelle, ohne jetzt die Liste unendlich lange machen zu wollen?
Also wir haben natürlich alles in dem Bereich finanzielle Abklärung, also Finanzen anzugucken, Bezüge zu bekommen, ergänzende Leistungen und so. Das sind natürlich Bereiche, die sind auch so ein Klassiker, mit denen wir zu tun haben. Wo kommt das Geld her? Was kann noch dazukommen? Ist es zu wenig? Ist es zu viel?
Ich stehe so nach dem Motto, ich habe eine Rente, wie viel darf ich noch nebenher dazu verdienen? Das ist sehr kompliziert. Es ist sehr gut, dass ihr davon Ahnung habt.
Ja, oder kann ich noch Wohngeld beantragen? Kann ich noch zu meinem Krankengeld, das bei 300 Euro liegt, ergänzende Leistungen haben? Wie kann ich überhaupt weiter da kommen? Also der ganze Bereich Finanzen, der würde ich sagen, ist auf jeden Fall ganz klassisch.
Und dann natürlich zu diesem beruflichen Part, berufliche Perspektive oder Umschulungen besprechen. Natürlich auch stufenweise wieder Eingliederung, ganz klassisch. Beim eigenen Arbeitgeber dann langsam wieder einsteigen nach einer längeren Erkrankung. Das ist auch so ein richtiger Klassiker.
Diese Frage immer nach dem Schwerbehindertenausweis immer pro und contra nochmal abzuwägen, bringt das was. Gerade wenn man einen Arbeitsplatz hat, das ist auch so ein Klassiker, finde ich.
Und natürlich auch der ganze Bereich Wohnen, wobei das hier in Freiburg ein bisschen frustrierter Klassiker ist. Also eher so, natürlich geht es darum, okay, ich möchte eigentlich meine Wohnsituation ändern und wie kann das überhaupt hier gehen mit diesem Wohnungsmangel und vor allem diesen überteuerten Wohnungen. Und das ist schon auch sowas von Bereich, wo man sagt, okay,
wir können gar nicht so viel machen, weil wir oft von außen von den Bedingungen einfach gestoppt werden.
Und der Zeitraum von so einem stationären Aufenthalt ist ja meistens nicht lange genug für eine erfolgreiche Wohnungssuche.
So ist es.
Muss man ja eher Jahre investieren.
Genau.
Jetzt habt ihr, finde ich, ganz interessant Themen mit euren PatientInnen, die ich mich teilweise in meiner Therapie nicht traue anzusprechen. Gerade Thema Finanzen. Ich finde, das ist noch schambehafteter für mich als Therapeut als beispielsweise Sexualität.
Es ist irgendwie noch schwieriger, meine Patienten zu fragen, wie viel Geld haben sie eigentlich? Sind sie stark verschuldet? Wie viele ungeöffnete Briefe bei ihnen liegen so rum? Es ist ja für die ein wahnsinnig sensibles, schambehaftetes Thema. Kommen die überhaupt gerne zu euch?
Also ich würde mal sagen, das ist auch das Schöne an der Arbeit, dass die schon, also die meisten an dem Punkt sind, wo sie sagen, sie brauchen einfach Hilfe. Also diese Erkenntnis muss vielleicht schon ein Stück weit voraus, aber die gesteht man sich ja schon vielleicht auch ein Stück ein, wenn man in der Psychiatrie dann einfach ist und dass wir dann Hilfe bieten können.
Ist natürlich irgendwie gut und deswegen finde ich schon, dass die meisten eigentlich total motiviert sind oder froh sind, wenn sie einen Termin bei uns bekommen können und wir dann die Unterstützung und die Hilfe auch geben können. Und in der Anamnese haben wir zum Beispiel einfach diese Frage nach den Finanzen und ich merke immer auch, dass die Frage Finanzen, dann haben sie größere Schulden, für mich die schwierigste Frage ist, aber ich habe auch oft erlebt, es kommt darauf an, wie sensibel ich sie stelle, dass es eigentlich ganz gut läuft.
Also das ist wirklich was, was ich finde, was erst im Laufe der Zeit oft kommt. Das sagt mir niemand im Erstgespräch. Also das ist glaube ich schon sehr schambehaftet und das kriegt man einfach in der Therapie dann mit, es sei denn, es sind Menschen, die schon öfters diese Hilfe in Anspruch genommen haben und dann einfach kommen, jetzt ist es mal wieder soweit. Aber eigentlich ist es so, dass das wirklich lange dauert und ein Vertrauen braucht, ein Aufbau von der Beziehung auch. Und das ist ja schon was wirklich, was auch schambehaftet ist, dass sie das eigentlich nicht mehr hinkriegen.
Ich glaube, dass es wichtig ist, dass ihr wirklich planmäßig mehrere Kontakte habt, um euch kennenzulernen. Was es nicht reicht zu sagen, wenn es ein Problem gibt, dann gehen sie doch zum Sozialdienst, sondern dass ihr proaktiv die PatientInnen kennenlernt.
Genau, das haben wir ja mal, also im Rahmen von dem Qualitätsmanagement war sehr klar, okay, was können wir eigentlich machen, dass wir nicht nur so auf Zuruf am Ende, oh ja, Entlassung, was steht da alles noch an, sondern wirklich zu sagen, in den ersten zwei Wochen gucken wir, wo es vielleicht auch schon im Argen ist.
In dem Argen liegt und das hat natürlich, finde ich, einiges verändert.
Und man muss sagen, da bin ich selber immer wieder überrascht, auch nach all den Jahren, dass die PatientInnen das auch schätzen, die freuen sich immer, ach, das ist halt nett, dass sie auf mich zukommen, ach, das ist ja toll, dass sie mich da so Sachen fragen, also kuriose Sachen in Anführungszeichen, aber das hat seine Berechtigung und das finden wir gut, weil oft ist es tatsächlich ja so, dass die PatientInnen da Probleme mit haben und dann sagen die auch, ich habe da keine Probleme, aber ich kann mir gut vorstellen, dass es Menschen gibt, die damit Probleme haben, gut, dass sie fragen.
Und das sehen wir ja tatsächlich wirklich alle, also um wirklich zu gucken, bei wem ist wirklich was zu tun und da gibt es natürlich auch, weil da ist es alles gut und dann gibt es natürlich welche, wo dann gleich klar wird, okay, da und da und dann können wir frühzeitig tätig werden und frühzeitig viele Termine ausmachen.
Wann hattet ihr diese Änderung im Vorgehen beschlossen? Wie lange ist das jetzt schon?
Bestimmt zehn Jahre her.
Schon viele Jahre, okay.
Habt ihr denn den Eindruck, dass die meisten PatientInnen realistische Erwartungen haben an euch oder haben die überhaupt gar keine Idee, wenn ihr sagt, ihr seid vom Sozialdienst, was ihr jetzt vorhabt?
Also ich würde schon sagen, viele haben eine Idee, weil sie vielleicht auch schon Berührungen hatten mit SozialarbeiterInnen und manche haben aber auch wirklich falsche Vorstellungen und denken dann, wir sind so eine, ich sage das jetzt mal böse, so eine kostenlose Rechtsberatung und das sind wir natürlich nicht.
Das dürfen wir auch nicht. Also dass man da jetzt so einen Anwalt sparen könnte für eine Trennung und Scheidung und wie geht es dann alles und so, das dürften wir gar nicht, das dürfen wir gar nicht und das machen wir auch nicht.
Also da muss man auch wirklich dann bei seinen Themen bleiben, dass man dazu berät, wie läuft sowas ab und wo findet man dann Beratung, rechtsanwältliche, rechtliche Beratung, aber halt nicht.
Also eine Einkommenssteuererklärung könnt ihr mir nicht entfertigen.
Ich habe da eine steuerliche Frage.
Da geht bei mir der Rollladen runter.
Aber das ist eher die Ausnahme und im Prinzip wissen die das auch und eigentlich finde ich, dass die Erwartungen doch relativ realistisch sind.
Manchmal ist es einfach auch so, dass halt vielleicht die Erwartung ist, mach mal und unser Anspruch ist ja schon auch Hilfe zur Selbsthilfe, dass wir einfach sagen, okay.
Wir gucken, was wir zusammen machen können und wie es dann auch von alleine wieder weitergehen kann und dann ist halt die Haltung vielleicht manchmal einfach dann von der Erwartung her zu hoch, dass wir es alles erledigen.
Darum geht es nicht.
Aber ich finde, die meisten sind motiviert, da dran zu arbeiten und mitzumachen.
Und das ist auch immer ein ganz toller Effekt zu sehen, wenn es dann wieder funktioniert.
Am Anfang mit einer schweren Erkrankung können die nicht selber bei ihrer Krankenkasse anrufen und irgendwas regeln und beim zweiten oder dritten Termin geht das dann aber auch schon.
Wo wir dann immer wieder ermuntern und sagen, wollen Sie selber reden oder wie machen wir es?
Oder mit Lautsprecher, wir reden beide und dann geht es mit jeder Woche besser.
Und diese Selbstwirksamkeit, die sie dann erleben, das ist natürlich dann auch super, das tut denen gut und da geht es natürlich vielleicht so ein bisschen ins Therapeutische.
Wollte ich gerade sagen, seid ihr vielleicht doch ein bisschen verhaltenstherapeutisch tätig.
Schön. Gibt es denn Dinge, die ihr als besonders herausfordernd erlebt in eurem Alltag?
Ich habe darüber schon nachgedacht und habe eher gedacht, dass es wahrscheinlich so ist.
Dass es eine Persönlichkeitsstruktur ist von den Patientinnen eher.
Also dass es da, glaube ich, unterschiedliche Sachen gibt und wir auch ja alle im Team unterschiedliche Typen sind.
Und ich finde eigentlich eher das herausfordernd, dass ich dann manchmal merke, ich komme mit manchen, da geht es einfach gut und da fließt es und da klappt es gut von der Hilfe und mit den anderen ist es sperrend.
Das finde ich eigentlich eher herausfordernd.
Genau und weiß nicht, was du herausfordernd findest?
Nein, ich habe herausfordernd.
Ich möchte jetzt nicht abgeklärt klingen.
Aber es gab mal neulich so eine Urlaubsvertretung am Rosenmontag und da habe ich gedacht, Urlaubsvertretung Rosenmontag, das ist geschenkt, das mache ich mit links, da wird nichts kommen und wenn, dann werde ich das abwiegeln irgendwie.
Und dann war das eine richtige Herausforderung, weil das ein ausländischer Patient war, der seine Studiengebühren nicht bezahlt hat, dadurch exmatrikuliert wurde, dadurch seinen Aufenthaltstitel nicht mehr hatte, der Angst hatte, weil ja auch hier immer vor dem Gelände ist.
Die Polizei dann auch Patienten vielleicht mal bringt oder begleitet und der dann richtig Angst hatte, dass da die ihn jetzt holen und mitkriegen, dass er da keinen Titel mehr hat und das am Rosenmontag Vormittag, wo man weiß, am Nachmittag arbeitet ja sowieso keiner mehr und dann war die Pflege aufgeregt und dann hatte ich zwischen 8 und 12 Uhr richtig zu tun.
Mit einem Patienten.
Mit einem Patienten in der Vertretung, einen Vertretungstag, wo es darum ging, die Ausländerbehörde halt noch zu erreichen vor Mittag.
Wo halt am Nachmittag dann irgendwie so Feierlichkeiten beginnen und das war, fand ich jetzt so eine Herausforderung im Alltag und sowas ist aber natürlich auch wahnsinnig spannend, so als Einzelfall zu sehen, was für Unglücksbausteine da aneinander sich reihen können, um dann zu so einer Eskalation zu führen und da war wirklich in Not der Patient.
Ein sozialpsychiatrischer Notfall.
Genau, das haben wir schon auch mal. Ich hatte auch mal einen norwegischen Patienten, der war tatsächlich auch nicht krankenversichert und die auf der norwegischen Behörde, da konnten aber tatsächlich auch irgendwie kommunizieren.
Komischerweise kein Englisch und dann ist mir eingefallen, dass eine Freundin von mir Norwegisch kann und die habe ich echt geholt.
Die ist dann gekommen und wir haben das zusammen geregelt und haben es hingekriegt, den zu krankenversichern und das ist natürlich dann auch irgendwie toll.
Also ist das super, wenn man dann einfach merkt, okay, da kommt man irgendwie hin und kriegt das irgendwie geregelt.
Das ist tatsächlich aller Ehren wert, dafür hat man sich ja fast eine Medaille verdient.
Noch den norwegischen Dolmetscher organisiert, nicht schlecht.
Lösungen sind bei euch wahrscheinlich immer wieder mal gefragt, oder?
Genau.
Da werden ja die Sozialarbeiter oft als Feuerwehr bezeichnet in allen Branchen jetzt in der Gesellschaft,
dass die halt dann irgendwie so löschen müssen und schnell mal Stellen geschafft werden, um irgendwas zu regeln.
Und so ist es bei uns halt auch.
Da wirft eine Patientin im Eifer des Gefechts oder in so einer Rage das Handy gegen die Wand.
Das ist dann kaputt und dann ist er nicht mehr erreichbar und das muss man irgendwie regeln.
Da werden wir dann angerufen.
Und dann geht ihr ein neues Handy kaufen.
Genau, weil wir nicht so viel Geld haben.
Die, die das Geld haben.
Wir haben den Topf mit dem Geld.
Also das werden wir auch mal von der Ambulanz angerufen, dass dann da ein Patient da steht, der nicht mehr nach Hause kommt.
Und ob wir dir nicht irgendwie ein Ticket kaufen könnten.
Das wusste ich gar nicht, dass ich euch dann anrufen könnte.
Nein, aber wo wir wirklich helfen können, das muss man jetzt schon mal sagen, ist, wenn Patienten,
die tatsächlich, und es gibt immer noch wirklich sehr, sehr arme Menschen, die dann hier kommen
und quasi eine Garnitur zum Wechseln dabei haben und mehr nicht an Klamotten.
Und da haben wir zum Glück einen sehr guten Draht zu den Freiburger Kleiderläden oder auch zum Freiburger Kleiderladen,
die uns dann auch für Nicht-Freiburger gestatten, da eine kurze Bescheinigung zu schreiben,
dass die dann tatsächlich nochmal an Wechselkleider kommen.
Das ist sehr erfreulich und da gab es schon sehr, sehr viele dankbare Patientinnen, die gesagt haben,
endlich habe ich mal mehr als zwei T-Shirts.
Das ist manchmal richtig tragisch.
Was mir noch einfällt als Herausforderung, finde ich dann eher so im Team,
weil wir es vom multiprofessionellen Team haben, weil wir dann doch einfach oft die sind,
die dann halt so diesen Realitätscheck machen müssen, weil die Ärztinnen so tolle Ideen haben,
was irgendwie auch immer super ist und was sich toll anhört.
Und wenn es dann so in Richtung der Patient braucht oder die Patientin braucht eine Vision,
dann ist es total gut, weil es super ist und ich sitze dann da und sage,
und ich muss den Realitätscheck machen.
Und dann ist es total gut, weil es super ist und ich sitze dann da und sage,
und ich muss den Realitätscheck machen.
So geht es erstmal gar nicht wie geplant.
Das finde ich auch manchmal eine Herausforderung oder ich für mich als schade in der Rolle,
weil eigentlich denke ich, wow, ich will damit aufspringen und sehe aber die ganzen Realitäten.
Wenn jetzt jemand an den Jobcenter noch angebunden ist, kann er ja auch nicht so einfach umziehen.
Das muss gefragt werden, auch mit einer anderen Wohnung und so.
Und da ist es schon so, dass wir, glaube ich, diejenigen sind,
die manchmal einfach die Stimmung wieder nach unten holen.
Oje, ja, das muss man aushalten können.
Also ihr seid dann diejenigen, die so,
sozusagen die Antidynamik aus den Behörden auch mit in das Team bringen müssen.
Genau.
Ich nenne mich dann immer Miese Petra, die da halt die Realität nochmal so ganz deutlich reinbringt.
Und eine andere Herausforderung übrigens finde ich auch nochmal,
wenn Patienten dann mit ihren Bescheiden kommen von Arbeitsagentur oder Jobcenter oder Rentenversicherung
und wir das dann erklären müssen, warum es nicht mehr Geld gibt oder warum es Kürzungen gibt
oder warum es nicht mehr für die Wohnung geht.
Die halt einfach zu teuer ist, dass wir dann für das Sozial, für die Sozialgesetze irgendwie dastehen,
für die Regierung und die uns da dafür dann anätzen, dass wir das, warum das so ist und dass es so ist,
wo wir das natürlich jetzt in dem Maße nicht zu verantworten haben.
Klar, wir gehen wählen, aber das ist dann manchmal so eine Kritik an uns als Person,
weil wir dafür dann irgendwie zu stehen scheinen.
Das ist das Botenprinzip, der dann abgestraft wird für die Nachricht.
Jetzt habt ihr wirklich viel über Herausforderungen gesprochen.
Was macht euch denn umgekehrt eigentlich Spaß an eurer Arbeit?
Also auf jeden Fall die Arbeit im Team.
Das finde ich super, weil ich einfach denke, man kriegt so viele verschiedene Sichtweisen auch mit und trägt es zusammen.
Und ich finde, es ist auch wirklich total lebendig, auch der Austausch.
Und ich finde auch, dass es echt in dem größten Teil auf Augenhöhe ist,
wie das Beruf von den Berufsfeldern abläuft.
Das finde ich total schön, dass ich auch viele Nebengebiete mitkriege.
Also ich denke, in den 20 Jahren, wo ich jetzt fast da bin, bin ich Medizinerin.
Bin ich schon ganz gut aufgestellt.
Ich würde mich jetzt nicht als Ärztin bezeichnen, klar.
Aber ich kriege da einfach viel mit und das finde ich auch total interessant und total spannend.
Und an der Uniklinik Ehe am Puls der Zeit irgendwie zu sein
und wirklich auch die Neuerungen direkt mitzukriegen, finde ich irgendwie toll.
Und an meiner Arbeit selber, dass ich wirklich sagen kann,
dass ich jetzt die ganze Zeit, dass kaum ein Fall dem anderen gleicht.
Also natürlich gibt es Routinen und da bin ich auch manchmal froh,
wenn ich weiß, ich kann einfach diesen Antrag Schwerbehinderung stellen.
Das ist meine Routine.
Und da muss ich nicht viel denken.
Aber ich kann mich im Prinzip da immer in neue Fälle auch eindenken.
Die sind immer ein bisschen anders.
Also und das Gebiet, das ich abdecke, ist einfach sehr vielfältig und groß.
Und ich muss einfach auch von den Sozialgesetzen her up to date bleiben.
Das heißt, wir müssen uns auch immer wieder updaten in ganz vielen Bereichen.
Also von daher habe ich nie das Gefühl, dass es mir langweilig wird.
Und ich denke, oh Gott, also das finde ich ganz toll an der Arbeit.
Finde ich wirklich super.
Ich kann mich dem nur anschließen.
Ich finde die Arbeit spannend.
Ich denke manchmal, ups, schon Freitag, wenn so eine Woche um ist dann.
Das finde ich nach vielen Jahren der Berufstätigkeit, finde ich das schon bemerkenswert.
Das ist enorm viel wert.
Kurze Nachfrage.
Entschuldigung, Sabine, du hast gesagt, ihr bildet euch fort.
Habt ihr denn dann auch, so wie wir irgendwie unsere Weiterbildungsvorträge oder Kongresse haben,
habt ihr auch solche Veranstaltungen oder lest ihr viel, um up to date zu bleiben?
Also wir müssen uns das selber zusammensuchen.
Also eben.
Also es gibt.
Manchmal auch in der Uniklinik mit den anderen Sozialarbeiterinnen, Fortbildung im Sozialrecht,
was natürlich das ist, wo wir wirklich auch brauchen.
Aber ansonsten müssen wir es uns auch ein bisschen zusammensuchen.
Aber es gibt natürlich viele Ausschreibungen und dann gucken wir einfach, okay, was brauchen wir da und was können wir da machen.
Manchmal auch einfach intern oder wir laden jemand ein, Beamtenrecht zum Beispiel und so Sachen halt, genau.
Ich wollte noch sagen, genau, ich sage wirklich manchmal, auch wenn es sich ein bisschen schon so anhört,
aber es ist eigentlich ein Stück weit wirklich auch so.
Ich glaube, es ist ein Traumtop, weil man wirklich so viele Bereiche hat und es so wenig langweilig wird und man mit Menschen zu tun hat.
Und ja, also ich kann, wir wären alle nicht so lange da, wenn die Arbeit nicht so gut wäre.
Das muss man tatsächlich sagen.
Ihr habt extrem viel Konstanz in eurem Team, oder?
Da geht nie jemand, bevor es sein muss.
Das ist auch ein sehr gutes Zeichen.
Ja, und ihr seid ja auch an einer Stelle, an der man sehr viel bewirken kann und ihr habt tatsächlich die Möglichkeit,
jeden einzelnen Patientinnen und Patienten zu sehen.
Das ist leider halt auch nicht die Selbstverständlichkeit und ich glaube, auch so eine weitere wichtige Schnittstelle ist,
wenn Patientinnen dann aus der Insel der Glückseligen vertrieben werden und so langsam wieder das Leben zu Hause ruft.
Wie könnt ihr denn eigentlich sicherstellen, dass diese ganze Unterstützung, die ihr dann auch bei so einem stationären Aufenthalt geben könnt,
dass das zu Hause weitergeht?
Gibt es da irgendwelche Möglichkeiten?
Also es gibt halt die Anbindung an die ganzen ambulanten Stellen.
Das ist ja auch ein Stück weit unsere Aufgabe zu gucken, dass wir da,
an die ambulanten Stellen und mittlerweile, weil die Patientinnen ja von deutschlandweit kommen, müssen wir dann auch deutschlandweit gucken.
In Freiburg kennen wir das natürlich, das soziale Netz und sind da auch vernetzt.
Auch nach außen halten da die Kontakte und da können wir auch mal irgendwie eher überprüfen, ob das weitergeht und klappt,
weil wir da noch Rücksprache halten oder vielleicht auch zusammen den Termin machen und begleiten.
Aber wir müssen natürlich gucken, wie wir ambulant anbinden können.
Was ist das zum Beispiel dann für eine Anlaufstelle?
Also ganz klassisch der Sozialpsychiatrie.
Sozialpsychiatrische Dienst halt, aber es gibt auch einen Integrationsfachdienst für Menschen mit Schwerbehinderung.
Und dann gibt es natürlich in dem ganzen Bereich Tagesstätten, Betreutes, Einzelwohnen und so Sachen.
Also für die ganzen Bereiche letztendlich gibt es auch so einzelne Fachberatungsstellen für Freizeit, für Wohnen, für Finanzen deckt der SPDI dann mit ab.
Und da gibt es schon viele Angebote, die man natürlich aber auch kennen muss, die man dann den Patienten vorstellen,
muss und das ist dann auch unsere Aufgabe.
Und diese Angebote, gibt es die denn eigentlich flächendeckend?
Ja, überraschenderweise immer wieder.
Teilweise habe ich jetzt gerade in einem Fall mit ziemlich Fahrerei, so auf dem Land.
Das muss man dann natürlich schon sagen, aber die gibt es, die Angebote.
Also die gibt es in jedem Landkreis zu mehreren.
Und da gibt es aber je nach ÖPNV-Anbindung dann tatsächlich üble Fahrzeiten.
Die dann natürlich die praktische Umsetzung erschweren, deutlich erschweren.
Okay, ja.
Und es ist halt auch die Frage, ob die Hilfe, also es gibt halt oft bei den Hilfen dann leider lange Wartelisten.
Also es könnte eigentlich noch viel mehr Angebote geben, auch hier in Freiburg.
Und wir müssen dann eher sagen, bis jemand das Angebot tatsächlich ambulant wahrnehmen kann, dauert es vielleicht ein halbes Jahr, weil er auf einer Warteliste steht.
Und das ist natürlich eigentlich eher nur so suboptimal, weil wir es natürlich gerne hätten, dass es direkt nach der Klinik weitergeht, was das hilfreichste ist.
Also unsere junge Frau.
Die sich nicht mehr traut, Briefe zu öffnen und die nächste Briefeflut einfach nur eine Frage der Zeit ist.
Wo kann die sich hinwenden?
Das ist je nach Ausmaß jetzt in meinen Fällen, dass man sagt, da braucht es jetzt wirklich einen Schuldnerberater, eine Schuldnerberaterin,
um da auch pädagogisch langfristig eine Veränderung im Verhalten und auch im Ausgabeverhalten vielleicht, im finanziellen Ausgabeverhalten zu erwirken.
Oder wir regeln es tatsächlich noch von hier aus, dass wirklich alles mal wieder auf Null ist.
Und dann wird natürlich auch besprochen, wie geht man zukünftig mit weiteren Briefen um, die dann vielleicht mit dem Psychiater zu öffnen oder zum Psychiater mitzubringen, so als kleine Erleichterung oder den Psychotherapeuten.
Oder tatsächlich dann eine ambulante Beratungsstelle, dass man dann sagt, dann einmal im Monat Termin beim Sozialpsychiatrischen Dienst und dann die Briefe dahin mitbringen.
Habt ihr zufällig einen Fall in Erinnerung, der euch im Gedächtnis geblieben ist, wo dieser Übergang nicht gut geklappt hat, also wo das vielleicht versäumt worden ist?
ist, aus welchen Gründen auch in
immer diese ambulante Anbindung zu planen oder den Einstieg, den Wiedereinstieg in den Beruf gut zu planen.
Ich habe eher so, dass wir dann, weil ich ja gesagt habe, so einer meiner Gebiete ist auch wirklich so Arbeit zu gucken,
dass es oft ja auch so mit Unterstützung einer beruflichen Reha dann ansteht.
Also eher so ins Beruf leben zu finden, aber wieder mit Unterstützung und Hilfe.
Und da ist es so, dass es einfach oft manchmal wirklich auch bis zu einem Jahr dauern kann.
Und da kam es schon vor, dass die Patientinnen einfach dann auch wieder hier zurückkamen,
wo die Reha noch gar nicht in Gang war, weil es ihnen einfach wieder so schlecht ging, dass sie wieder aufgenommen werden mussten.
Und das wäre natürlich was, was total wünschenswert wäre, dass es viel schneller geht.
Ja, das wäre ja unter Umständen dann vermeidbar, dass nochmal eine stationäre Behandlung erforderlich ist.
Und ich glaube mit der Planung, um nochmal auf die Frage zu kommen, mit der Planung der Entlassung,
da sind ja so viele Berufsgruppen auch involviert.
Dass auch wenn wir irgendwas wirklich jetzt völlig verbaseln und nicht dran denken,
kann man glaube ich zu 100 Prozent sagen, dass einer aus dem Team sagt,
und wie ist das eigentlich da mit hier Anlauf und Anbindung und diesem oder jedem Thema.
Da kann man sich schon, würde ich sagen, ich mich da schon drauf verlassen, dass da wirklich nichts verloren geht.
Und das ist gut, das Team als Sicherungsnetz.
Okay, gibt es denn also. Ich würde jetzt mal daraus ableiten, dass diese Wartezeiten, die es anscheinend ja in allen Bereichen gibt,
sowohl bei den TherapeutInnen als auch bei den sozialpsychiatrischen Anbindungsstellen,
dass die ein Manko sind, wo wir uns alle wünschen würden, dass sich das verändert.
Das ist wirklich eine Quälerei für die Patienten, sagen zu müssen, sie können auf eine Warteliste,
wir können Vorgespräche machen, wir können Anträge stellen und zu Hause müssen sie dann halt rumsitzen und zuwarten,
dass da Entscheidungen, Briefe kommen, Entscheidungen.
Ja.
Ja.
Ja.
Und was könnte sich denn da konkret verändern, damit das für die PatientInnen besser wird?
Also in Freiburg ist es ganz klar, wir könnten eigentlich wirklich noch mehr Anbieter gebrauchen,
also gerade so im sozialpsychiatrischen Dienst und so, da könnten es wirklich mehr, viel mehr Stellen auch sein halt.
Und auch in den Rehas, dass natürlich die ganzen Behördengänge und die Verwaltung,
die da halt dann doch einfach auch oft, da stockt es dann, dass das natürlich irgendwie schneller geht.
Das würde ich mir wünschen.
Das ist halt der Personalabbau in allen Sparten des öffentlichen Dienstes und da sieht man es dann halt.
Das heißt, mehr Stellen habt ihr gesagt im Wesentlichen, oder?
Also vor allem im ambulanten Bereich, wo wir weiter vermitteln können, mehr Organisationen, die sagen, wenn die PatientIn entlassen wird,
dann übernehmen wir das und sind gleich da, weil das wäre ja das, wo man sagen kann, da ist es sinnvoll, weil wenn wir sagen,
ob wir auch irgendwie therapeutisch sind.
Therapeutisch oder so, hilfreich sein können, dann natürlich das Umfeld wieder so gestalten, dass die Entlassung gut gelingen kann.
Wenn wir das Umfeld gut gestalten, dann ist es natürlich nochmal ein anderer Ausgangspunkt.
Wenn die in das gleiche Umfeld kommen wie vorher, kann es halt ganz schnell passieren, dass einfach die Spirale wieder von vorne losgeht.
Und das ist ja eigentlich unser Streben, dass es nach der Entlassung in ein Umfeld kommt, wo man sagt, da kann es besser weitergehen.
Wer ist denn eigentlich für die Finanzierung dieser Stellen verantwortlich? Sind das die Krankenkassen?
Das Familienministerium, die Arbeitsagentur.
Für die Finanzierung von zum Beispiel so ambulanten Hilfen wie zum Beispiel dem Sozialpsychiatrischen Dienst.
Also das ist die Stadt.
Das ist ganz unterschiedlich. Also beim Sozialpsychiatrischen Dienst ist meines Wissens auch ziemlich, die Krankenkassen sind da auch mitfinanziert.
Zum Beispiel, weil die ja auch die Soziotherapie anbieten. Und dann natürlich die Kommunen vor allem für die ganzen.
Die kommunalen Stellen, die ja teilweise natürlich von Vereinen getragen werden, aber natürlich zum Löwenanteil von den Kommunen finanziert sind.
Ist das was, wo sich zum Beispiel auch die Kirchen engagieren?
Ja, klar.
Ja, viele Bereiche.
Okay, also es wäre schön, wenn sich das verbessert. Liebe PolitikerInnen, das ist nicht nur persönlich tragisch, wenn das dann nach der Entlassung wieder bergab geht, sondern ist ja auch gesundheitsökonomisch vollkommen ungünstig.
Richtig, es wird richtig teuer.
Absolut.
Unser Credo.
Gibt es denn etwas, was ihr unseren ja oft auch jungen ZuhörerInnen mit auf den Weg geben möchtet, die vielleicht noch nicht genau wissen, was sie mal beruflich machen wollen, die sich vielleicht selber beruflich umorientieren möchten, die vielleicht potenziell in dieses Metier einsteigen könnten? Habt ihr eine Take-Home-Message?
Also ich glaube, wichtig finde ich immer.
So den Markt kennenzulernen, also Arbeitsgebiete kennenzulernen, Praktika, Praktika, Praktika, ist da mein Credo. Und ansonsten vielleicht einfach mal ein Jahr reisen.
Bin ich auch dafür.
Ich würde sagen, sich auch nicht scheuen, vielleicht auch so in das Arbeitsgebiet zu gehen und wirklich auch zu sehen, wie viel Vielfalt da drin steckt und wollen wir es dann doch nochmal erwähnen, sich vielleicht nicht nur nach der,
Bezahlung zu orientieren.
Ganz schwieriges Thema.
Genau.
Die SozialarbeiterInnen sind die am schlechtesten bezahlten akademischen Berufe.
Das ist so.
Das ist richtig schlimm.
Und gleichzeitig habe ich das Gefühl, seid ihr die Stimmungsmacher in jeder Mittagspause, auf jeder Party, nicht nur in unserer Klinik.
Ich habe sehr viel mit Sozialarbeit.
SozialarbeiterInnen erlebt und Spaß gehabt.
Ja, wenig Geld macht kreativ.
Tatsächlich korreliert da die Bezahlung nicht mit der Lebensqualität.
Also da gibt es natürlich auch Seminare dazu an den Hochschulen.
Die werden natürlich auch belegt von uns.
Nein, Spaß.
Kreativität, Party, das kriegt man alles natürlich schon mit im Studium.
Das nennt sich dann Ästhetik und Kommunikation.
Das haben wir auch studiert.
Habe ich auch.
Habe ich auch im Seminar abgehalten.
Also ich finde schon auch klar, ich sage meinem Sohn immer, das ist natürlich ein Wärter, der will Geld verdienen.
Und dass ich sage, klar ist es wichtig, aber es gibt auch andere Qualitäten und die können auch auf Dauer zufrieden machen.
Und das finde ich schon auch gut zu gucken.
Also das ist schon auch schön, mit Menschen zu arbeiten.
Und das sagt ihr auch als Expertinnen.
Ihr seht ja auch, was eure PatientInnen glücklich macht oder unglücklich macht im Beruf.
Ja, das ist eine schöne Aussage.
Auch wenn es natürlich wünschenswert wäre, dass die Bezahlung irgendwie von so wichtigen Berufsgruppen wie euren, aber da reden wir ja über viele Berufsgruppen gleichzeitig, auch angemessener ist der Bedeutung innerhalb der Gesellschaft.
Und da ist eure Berufsgruppe, denke ich, schon ganz weit oben zur Liste, muss man schon sagen.
Gut.
Ich habe keine Fragen mehr auf dem Zettel.
Wir sind schnell durchgeritten.
Das war wunderschön, dass ihr da wart.
Wir hoffen.
Wir haben unseren HörerInnen da draußen einen kleinen Einblick in eure Arbeit geben können.
Nachfragen leiten wir dann an euch weiter.
Und Geldgesuche.
Auch die Geldspenden, bitte.
Die Geldspenden.
Genau.
Und ich denke, wenn da noch viele Fragen für den ambulanten Bereich sind, insbesondere für den sozialpsychiatrischen Dienst oder ähnliches.
Wir hatten das schon mal vorgesehen, dass wir da auch nochmal versuchen, in die Richtung was zu machen.
Und irgendwann, liebe HörerInnen.
Irgendwann.
Aber bis dahin macht eure Briefe erstmal auf und hört nächstes Mal wieder rein.
Wir freuen uns.
Vielen Dank, Claudia.
Vielen Dank, Sabine, dass ihr bei uns wart.
Ich hoffe, es hat euch gefallen.
Ich hoffe, es hat euch gefallen zu Hause.
Wir wünschen euch noch einen schönen Tag.
Ja, vielen Dank für die Einladung.
Vielen Dank.
Tschüss.
Tschüss.
Tschüss.
Tschüss.
Tschüss.
Tschüss.
Podcast Summary
Key Points:
Sozialarbeiterinnen im Psychiatrie-Sozialdienst übernehmen eine breite Palette von Aufgaben, darunter Finanzabklärungen, Wohnungsprobleme, berufliche Orientierung und die Organisation von Miet- und Arbeitsverhältnissen.
Der Alltag erfordert eine starke Koordination zwischen verschiedenen Institutionen und Behörden, wobei Sozialarbeiter als „Schaltstelle“ zwischen Patienten und Systemen fungieren.
Die Beratung von Patientinnen im Umgang mit ungeöffneten Briefen und finanziellen Forderungen ist ein häufiges und herausforderndes Thema, das oft von Scham und Unsicherheit begleitet wird.
Sozialarbeiter sind nicht für therapeutische Arbeit zuständig, sondern setzen sich bewusst an die Grenzen des Sozialrechts und verweisen auf Fachkräfte wie Rechtsanwälte oder Schuldnerberater.
Die Arbeit ist vielfältig, komplex und erfordert kontinuierliche Weiterbildung, wobei die Berufstätigkeit als herausfordernd, aber auch spannend und erfüllend empfunden wird.
Ein zentrales Ziel ist die ambulante Anbindung nach Entlassung, um eine nachhaltige Wiedereingliederung zu gewährleisten und die Wiederaufnahme des Lebens zu fördern.
Längere Wartelisten bei ambulanten Diensten und fehlende Ressourcen sind ein wesentliches Manko, das nachhaltige Verbesserungen erfordert.
Sozialarbeiter werden als die „versteckten Helfer“ in der Psychiatrie wahrgenommen, deren Arbeit hauptsächlich nicht öffentlich bekannt ist, aber für die Patienten von großer Bedeutung ist.
Summary:
Sozialarbeiterinnen in der Psychiatrie spielen eine zentrale Rolle als koordinierende und unterstützende Fachkräfte, die die vielfältigen Lebenssituationen ihrer Patientinnen adressieren. Ihre täglichen Aufgaben umfassen die Abklärung von Finanzen, Wohnungsproblemen, beruflichen Perspektiven sowie die Organisation von Versicherungen und Mietverhältnissen. Sie fungieren als „Schaltstellen“ zwischen Patienten und Institutionen, stellen aber klar, wo sie Grenzen ziehen, z.
B. bei therapeutischen oder rechtlichen Fragen, und verweisen auf entsprechende Fachkräfte. Ein häufiges, aber sensibles Thema ist der Umgang mit ungeöffneten Briefen und finanziellen Forderungen, die durch Scham und Unsicherheit beeinträchtigt werden.
Die Arbeit ist vielfältig und erfordert ständige Aufklärung und Weiterbildung, ebenso wie eine tiefgreifende Kenntnis der Sozialgesetze. Die ambulante Anbindung nach Entlassung ist entscheidend, um eine nachhaltige Wiedereingliederung zu fördern – dies wird jedoch durch lange Wartelisten und fehlende Ressourcen erschwert. Obwohl Sozialarbeiterinnen im Allgemeinen unterbezahlt sind, wird ihre Berufstätigkeit als kreativ, bedeutungsvoll und lebenswichtige Arbeit wahrgenommen.
Der Podcast gibt einen Einblick in das tägliche Leben und die herausfordernden Aspekte der Arbeit und betont die Notwendigkeit einer verbesserten Finanzierung und Unterstützung für ambulante Dienste, um eine nachhaltige Behandlung und Wiedereingliederung zu gewährleisten.
FAQs
Die Hauptaufgabe besteht darin, eine Sozialanamnese zu erstellen, um die Lebenssituation der Patienten zu verstehen, insbesondere in Bereichen wie Finanzen, Wohnen und Arbeitsmöglichkeiten.
Die häufigsten Themen sind finanzielle Abklärungen, berufliche Perspektiven, Wohnungsprobleme und die Organisation von täglichen Alltagssituationen wie ungeöffnete Briefe oder Mietzahlungen.
Der Sozialdienst ist eng eingebunden in die Stationsteams und Ambulanzteams und arbeitet z. B. in Oberarztbesprechungen oder bei Angehörigengesprächen mit Ärzten und Therapeuten zusammen.
Finanzielle Fragen sind sehr schambehaftet und sensibel, da viele Patienten Angst vor Geldforderungen oder Schulden haben, was dazu führt, dass sie Briefe nicht öffnen oder sich vermeintlich aus der Verantwortung zurückziehen.
Die Arbeit ist motivierend, weil sie auf Augenhöhe mit den Patienten ist, ihnen hilft, selbstständig zu werden, und sie das Gefühl vermittelt, dass ihre Situation wirklich ernst genommen wird.
Herausforderungen sind z. B. die mangelnde Kommunikation mit Behörden, die langen Wartelisten für ambiente Unterstützung oder die Tatsache, dass Patienten oft aufgrund ihrer Krankheit keine Fähigkeiten mehr haben, selbst für einfache Dinge wie Briefe zu sorgen.
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