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So kannst du endlich mit deiner vergangenen Beziehung abschließen

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So kannst du endlich mit deiner vergangenen Beziehung abschließen

Eine erfolgreiche Trennung ist nicht nur eine äußere Tatsache, sondern ein tiefes, emotionales Prozess, der von früheren Erfahrungen mit Trennungen geprägt ist – besonders aus der Kindheit. Menschen, die als „Trennungskinder“ begonnen haben, erleben oft starke Ängste vor der Selbstständigkeit und der Möglichkeit, eine neue Beziehung einzugehen. Glaubenssätze wie die Idee, dass nur ein Kind geliebt werden kann, oder die Überzeugung, nie wieder jemanden finden zu können, verknüpfen sich mit diesen traumatischen Erlebnissen und behindern die emotionale Heilung. Der Schlüssel liegt nicht in der Dauer, sondern in der inneren Verarbeitung: alte Verletzungen, Ängste und ungesunde Überzeugungen müssen gelöst werden, um ein starkes, wertvolles Eltern- oder Paarverhältnis zu bauen. Dazu gehört ein respektvolles, wertschätzendes Verhalten gegenüber dem Ex-Partner sowie eine tiefere Selbstreflexion – zum Beispiel über eigene Anteile an der Beziehungskrise. Selbstvertrauen, das durch Selbstliebe und persönliche Wachstumsprozesse entsteht, ist entscheidend, damit eine neue Beziehung sich aus der Stabilität des Fundaments entwickeln kann. Online-Formeln zur Dauer der Trauer oder Verletzungen sind irreführend und missorientieren; die Wiederherstellung erfolgt durch innere Transformation, nicht durch Zeitrechnungen. So entsteht eine gesunde, nachhaltige Grundlage für eine zukünftige Beziehung, die nicht durch Vergangenheit geprägt ist.

Transcription

4230 Words, 25926 Characters

German
Herzlich willkommen zu dieser Podcast-Folge der Lebensidealisten. Mein Name ist Florian. Ich bin Ina. Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen Paaren raus aus der Beziehungskrise hinein in eine glückliche Beziehung. In dieser Folge soll es darum gehen, wie du mit einer vergangenen Beziehung nachhaltig abschließen kannst. Denn regelmäßig hängen Menschen noch in alten Beziehungen fest und sind daher noch gar nicht wirklich offen für die neue Beziehung und das belastet die neue Beziehung. Und wir wollen schauen, wie das funktioniert, dass eine Trennung nachhaltig funktioniert und man sich lösen kann. Ja, eine Trennung löst ja viele Gefühle aus, was ja auch total normal ist. Also bei vielen Liebeskummer. Also Unsicherheit, Ängste vielleicht. Und ja, das ist natürlich schwierig, auch etwas loszulassen nachhaltig, wenn diese Gefühle erstmal aufkommen. Bei manchen vergehen die Gefühle schnell, also die unguten Gefühle nach einer Trennung. Und man hat das Gefühl, man ist auch relativ schnell wieder offen für etwas Neues. Und manche Leute hängen einfach auch ein bisschen länger an der alten Partnerschaft, nehmen viele ungute Gefühle aus der Partnerschaft mit, kommen viel ins Grübeln vielleicht. Und die können natürlich dann ganz anders. Oder viel schwerer in eine neue Beziehung starten. Ja, also was kann man tun, um besser in eine neue Beziehung zu starten, haben wir uns gefragt. Und da ist die erste Frage, warum es überhaupt manchen Personen schwerer fällt, eine Trennung zu verarbeiten und anderen leichter. Also was machen die anders, denen es leichter fällt? Genau, also es hängt ja häufig damit zusammen, dass, also typabhängig, wie Trennung einem fällt, also abhängig. Ob es mir schwer fällt oder weniger schwer fällt. Und das ist, glaube ich, ganz entscheidend davon abhängig, wie meine Trennungserfahrungen bisher im Leben waren. Also gab es prägende Ereignisse in meinem Leben, die das Thema Trennung mir schon mal ausgelöst haben. Wie zum Beispiel die Trennung der Eltern. Gab es Trennungsereignisse in meiner Kindheit, Jugend, die mich nachhaltig geprägt haben. Und so gehe ich natürlich auch dann im Erwachsenenalter, wenn ich mich selber trenne oder der Partner, die Partnerin sich von mir trennt, dann mit Trennung um. Also es können ja auch Dinge sein, die ein Muster auslösen. Die gar nicht jetzt, man direkt auf eine Trennung beziehen würde, aber die in dieses Muster, in diesen ähnlichen Schmerz hineinfallen. Also zum Beispiel nehmen wir jemanden, der im Kindergarten vier Jahre alt ist und gerade angekommen hat, Freunde gefunden und wird dann aufgrund eines Umzugs, was auch immer, da rausgerissen. Und bekommt auf einmal das Gefühl, ich war gerade zugehörig und jetzt werde ich von denen getrennt. Jetzt muss ich woanders hin und muss was Neues starten. Und vielleicht ist sogar der Start im neuen Kindergarten nicht so gut. Sondern es verknüpft sich, verankert sich damit auch noch, okay, ich werde aus was Gewohntem rausgerissen und starte was Neues, was nicht gut funktioniert. Das wäre natürlich vielleicht wiederum anders, wenn man aus dem alten Kindergarten rausgerissen wird zwar, aber man auf einmal total viele neue Freunde findet und das richtig gut funktioniert und man sich noch viel wohler fühlt. Dann würde man vielleicht sogar mit einer positiven Erfahrung am Ende rausgehen und könnte dadurch für sich mitnehmen, okay, was Neues zu starten kann auch gut sein. Genau, es geht eigentlich immer um die Begleitung. Also wie gehe ich mit der Trennung um? Ich glaube auch, was viel mit reinspielt sind Erwartungen, also unerfüllte Erwartungen bei Trennung. Dass ich immer dachte, es wäre so und so und dann verlief es anders. Und dass manche Menschen deswegen auch die Ängste entwickeln. Es fällt mir schwer, mich zu trennen, weil ich weiß ja nicht, was danach kommt. Vielleicht nicht so genau den Fahrplan zu haben, genau. Wir haben da ein Beispiel aus einem Coaching, was das sehr gut verdeutlicht und wo einige, einige dieser Muster da waren, ne? Ja, das ist ein sehr, sehr sympathisches Paar gewesen. Das habe ich auch immer noch in Erinnerung. Das Paar war bei dir. Genau. Aber er war im Einzelcoaching bei mir. Genau, das hat sich so ein bisschen aufgeteilt. Ich glaube aber auch, wir haben zusammen mit dem Paar gestartet, meine ich, ganz am Anfang. Nee, ich kenne sie nicht. Nee? Okay, dann habe ich das falsch in Erinnerung. Ja, es sind ja ein paar mehr Paare manchmal schon bei uns. Ja, auf jeden Fall ein ganz, ganz sympathisches Paar. Und ich erinnere mich gerne auch an das Coaching zurück, weil das war wirklich, das war wirklich eine ganz tolle Gesprächsatmosphäre beim Coaching und einfach auch ein toller Weg, den die beiden gemacht haben. Also vielleicht noch mal kurz zum Paar. Erzähl vielleicht mal was, worum es geht. Genau, ich erzähle jetzt mal, worum es geht. Also schön, dass dir das Coaching so viel Spaß gemacht hat. Ich schwöre mir jetzt von unbekannten Menschen. Aber erzähl doch mal, worum es ging. Ja, genau. Also die beiden haben sich halt relativ früh in der Jugend kennengelernt und haben eine sehr, ich glaube, 20 Jahre zusammen. Und die haben sich bei uns gemeldet, weil es ging darum, eine Trennung zu begleiten. Also sie hatte schon einen neuen Partner. Man muss dazu sagen, sie haben eine gemeinsame Tochter, Grundschulalter. Und es ging darum, wie man die Trennung sozusagen hinbekommt, wie beide positiv aus der Trennung herausgehen können, weil ihm es sehr, sehr schwer gefallen ist, von der Beziehung loszulassen. Also er wollte die Trennung definitiv am Anfang nicht. Das hat auch immer wieder betont, dass er das alles gar nicht möchte. Für sie war das aber, sie waren schon ein-, zweimal getrennt, muss man sagen, in der Beziehungszeit. Aber für sie war das jetzt klar, sie möchte, sie möchte die Trennung und sie möchte aber, weil die sich halt schon so lange kennen seit der Jugendzeit und ja, auch sich als Menschen einfach sehr mögen und sich sehr gut kennen, möchte nicht, dass es nachteilig für ihn vor allen Dingen auch so stark verläuft, dass er so schlecht aus der Trennung rauskommt. Und natürlich auch, weil sie ein gemeinsames Kind haben und dauerhaft dann im Kontakt sind, ne? Ja. Und ihr fiel die Trennung natürlich auch schwer, muss man sagen. Sie saß da jetzt nicht und ihr fiel das super leicht, weil sie ja auch das Leid bei ihm sehen konnte, ne? Ja. Nun muss man, glaube ich, dazu sagen, dass er sich, der Trennung, nicht einfach nur so versperrt hat, sondern da wirklich deutliche Ängste und Sorgen Sein Leben war vorbei. Genau, ja. So wie er es formuliert hat. Also das ist für ihn wirklich das allerschlimmste Szenario, wo er jetzt eingetreten ist. Genau, er war bei mir im Einzelcoaching und dann ist das ja so ein typischer Punkt, also warum ist die Trennung so schwer zu verarbeiten, für ihn ja auch überhaupt so schwer anzunehmen. Einerseits war der Punkt, dass er nie wirklich alleine war, also er ist von, ich weiß nicht, hat er bei seiner Mutter gelebt, genau, die Eltern haben sich getrennt, das war so der erste Punkt, ne? Genau, er ist selber Trennungskind. Also er ist selber Trennungskind, hat das erlebt, er hat bei seiner Mutter weitergelebt und hat aber nie wirklich alleine gelebt, weil er dann direkt mit der Frau jetzt, über die wir gesprochen haben, also mit seiner Frau zusammengezogen ist. Ja, sie haben sich mit 16, 17 schon kennengelernt, man ist sehr, sehr früh, also 16, 17, 18 irgendwie kennengelernt und dann Anfang 20 schon dann zusammengezogen, ne? Genau, also es fehlte quasi einmal die Vorstellung, wie es ist, überhaupt mal alleine eine Zeit zu leben. Es fehlte die Selbstsicherheit, dass er alleine leben kann und das alles funktioniert, auch wenn niemand mit dabei ist und dann war das so, dass der starke Wunsch natürlich da war, dass das eigene Kind eine Trennung nicht erlebt, ne? Aus der eigenen Prägung und Erfahrung heraus, weil er halt eben nicht erleben durfte, dass, wenn sich die Eltern trennen, dass das Liebespaar sich trennt, aber die Eltern gemeinsam ein starkes Elternpaar bleiben können, hier ist leider auch das starke Elternpaar mit der Trennung verloren gegangen und das ist das, was für Kinder meistens prägend ist, ne? Dass dieses starke Elternpaar, was zusammen gemeinsame Werte vertritt und immer noch für die Erziehung sorgt, dass das geht. Das Liebespaar ist meistens ein i-Tüpfelchen obendrauf, das ist richtig gut, wenn es da ist, aber ist nicht zwingend erforderlich und dann gab es verschiedene Überzeugungen, die sehr hinderlich auch waren. Das eine ist, dass man nur einen Menschen lieben kann, auch auf Kinder bezogen, man kann nur ein Kind lieben, deswegen gab es kein zweites Kind bei den beiden und. Ja, die Liebe reicht nur für ein Kind, ne? Man muss sagen, auch die drei haben eine sehr, sehr starke Verbindung untereinander auch, mit dem Kind auch und ja. Und er war der Überzeugung, dass er nie wieder jemanden finden könne, der ihn so gut kennt wie seine aktuelle Frau, weil die natürlich seit 20 Jahren zusammen sind und sich in der Kindheit bereits kennengelernt haben. Ja. Ja, was haben wir gemacht? Wir haben alte Verletzungen erstmal gelöst, also die Trennung der Eltern, als Kind alleine sein und sich nicht mehr auf beide verlassen können, die Eltern nicht mehr als starkes Elternpaar zu erleben, das setzt natürlich Triggerpunkte, die dann wiederum Ängste auslösen und sorgen. Das haben wir gemeinsam mit der Systemempowering-Methode gelöst, haben die Eltern erst mal innerlich gestärkt, haben dafür gesorgt, dass die Eltern dann seine Verletzungen, die entstanden sind, lösen können. Das passiert alles innerlich. Und dann haben wir neue Überzeugungen gebildet, neue Glaubenssätze. Das ging natürlich dadurch dann ganz gut, dass er seine Eltern stark hinter sich hat und stark sehen kann und die Verletzungen, die Prägungen gelöst sind und ja, konnten daraus dann die Überzeugung entwickeln auch, dass für das Kind die beiden als starkes Elternpaar wichtig sind und dass wir dadurch auch beim Kind dafür sorgen können, dass es gut, gesund und mit wenig negativen Prägungen aufwächst und nicht die Ängste und Sorgen erlebt, wie er sie erlebt hat und dass einfach dieses starke Elternpaar so wichtig ist. Das hat gut funktioniert. Du hast das dann weiter begleitet. Genau, wir sind dann ja noch sozusagen weitergegangen. Wir haben die Verletzungen untereinander noch gelöst, also was bei den beiden natürlich durch ihre Beziehungsgeschichte aufgetreten ist, Verletzungen, das haben wir gelöst. Damit sie auch ein starkes Elternpaar sein können. Genau, weil es ging natürlich, klar, wie bei vielen Paaren oder vor allem bei Eltern ja darum, auch Lösungen zu finden. Wir brauchten ja auch praktische Lösungen. Also wie ist so ein Umgang mit dem Kind in Zukunft? Was für ein Umgangsrecht möchte gelebt werden vom Vater? Ihm war das sehr wichtig, dass er das Gefühl hat, nicht erst nur so ein Wochenend-Daddy, sondern er möchte wirklich aktiv daran beteiligt sein, weil sie halt auch so eine enge Verbindung haben. Und natürlich kann man sagen, ja, muss man dafür ins Coaching gehen und so weiter. Aber es gibt ja rechtliche Bestimmungen, wie ein Umgang aussieht, zwischen Vater und Kind, Mutter und Kind. Aber das ist ja oftmals nicht die Ebene, die einen glücklich macht und die Verletzungen löst. Weil wenn ich dann einfach sage, ja, dein Umgang ist so und so, alle zwei Wochen das Wochenende und einen Tag die Woche oder so. Und es fühlt sich für die anderen dann nicht stimmig an. Denn es sind ja immer wieder die Verletzungen, die jede Woche, man sieht sich, man macht Übergaben, die immer wieder dann aufgerissen werden. Und wir haben auch gemerkt im Coaching, dass es manchmal nur ganz kleine Stellschrauben braucht, damit sich das für alle rund anfühlt. Also einfach mal zu sagen, okay, was ist dir wichtig im Umgang mit deiner Tochter? Ja, mir ist wichtig, ich möchte sie auch morgens mal zur Schule fahren. Ja, da hat sich rausgestellt, das wäre für sie sogar eine Entlastung. Weil sie ja auch frühmorgens anfängt zu arbeiten. Also wir konnten ganz tolle Lösungen finden, die natürlich so im rechtlichen Rahmen, weil das natürlich ganz allgemein formuliert ist, damit jeder Elternteil sich da wiedersehen kann, gar nicht so individuell möglich ist. Ja. Und vor allen Dingen haben wir auch darüber gesprochen, um Werte, wie möchte man als Eltern, was für Werte möchte man vertreten, dem Kind gegenüber, aber auch sich selber, was fühlt sich passend an. Und da kam der Vorschock dann nachher auch von ihm zu sagen, mir ist es mal wichtig, dass wir einmal im Monat zusammen Armut essen. Und dass wir das Kind gemeinsam ins Bett bringen und dass wir uns beide als Eltern ein paar hinsetzen und mal über Dinge sprechen, die das Kind betreffen. Und das fühlte sich für sie auch total stimmig an, weil wir auch die Verletzungen vorab gelöst haben. Und das war ganz toll, weil man richtig gemerkt hat, dass das Elternpaar wächst und dass das sich dann auch gut für beide anfühlte. Ich finde, was ganz wichtig ist, dieser rechtliche Rahmen, der gebildet wird, das ist für mich so ein Notfallrahmen eher. Der regelt das Nötigste. Aber der regelt nicht, dass es allen Beteiligten richtig, richtig gut geht. Und dem Kind vor allen Dingen auch. Auch dem Kind. Also es ist nur fürs Mindestmaß gedacht. Und warum konntet ihr so auf der Beziehungsebene und auf der Sachebene überhaupt die Dinge so gut klären und solche Dinge vereinbaren, weil ihr das Fundament halt gemeinsam hergestellt habt, dass es ein starkes Elternpaar bleiben kann. Und was mir auch gerade noch eingefallen ist, ich dachte, es wird auch erforderlich, dass die letztendlich starke Partner danach finden, weil natürlich die neuen Partner auch damit zurechtkommen müssen, dass die beiden ein starkes Elternpaar sind, eine starke Verbundenheit haben und nicht in diesem typischen Streitmodus drin sind. Also nicht, dass man, man kann da nicht gemeinsam über den Ex-Partner, den Vater des Kindes, die Mutter des Kindes irgendwie lästern. Das funktioniert dann alles nicht und das wird alles nicht gebraucht und ist dann Fehler am Platz. Deswegen wird auch ein starker neuer Partner oder eine starke neue Partnerin gebraucht. Genau und es ging ja auch so weit in dem Coaching, dass ein großes Bedenken oder ein Thema ja auch, weil er ja vor allen Dingen schwer von der Beziehung loslassen konnte, war auch, wie sagt man das denn dem Kind? Also wie sollen wir denn unserem Kind sagen, unserer Tochter sagen, dass wir uns trennen möchten, wenn einer von uns beiden doch gar nicht die Kraft hat, selbst die Trennung durchzuführen? Oh, das klingt nach einer neuen Podcast-Folge. Ja, genau. Das war aber auch sehr spannend und das nochmal ganz kurz reingeworfen, das habe ich auch mit begleitet, also das haben wir vorher besprochen. Wie sagt man das kindgerecht dem Kind, dass man sich trennt? Wie fängt man Gefühle auf? Wie kann man sich gegenseitig als Elternpaar in dem Moment auch stützen, wenn einem vielleicht die Stimme wegbricht oder man merkt so, oh Gott, jetzt kann ich das doch nicht und wir haben alle Szenarien so ein bisschen individuell vor durchgespielt und das lief auch sehr gut ab, fühlte sich beide auch sehr wohl. Also falls ihr uns vielleicht noch nicht kennt, warum machen wir das überhaupt? Warum kann Ina das? Also wir sind nicht nur ausgebildete Coaches und lösen emotionale Konflikte und Verletzungen, sondern Ina ist gelernte Erzieherin, hat Soziologie und Pädagogik mit Schwerpunkt auf psychologische Beratung studiert, von daher ist der Bezug zu Familien und Kindern halt sehr gut und ein Verständnis dafür, wie man so etwas mit Kindern gut löst, natürlich noch mal was anderes, als wenn ich mit meiner einfachen Coaching ausbilde. Naja. Genau. Was sind eure Top 3 Tipps zum Verarbeiten einer Trennung? Also der erste ist aktiv mit einer Trennung auseinandersetzen und diese erstmal annehmen. Das ist schwer, haben wir im Coaching-Beispiel eben erlebt. Es kann sehr schwer sein, das anzunehmen und sich damit auseinanderzusetzen, aber das ist der erste Schritt, um überhaupt die nächsten Steps gehen zu können, dass man sagt, ich nehme das an. Also diese Nicht-Annahme im Coaching-Beispiel, dass er gesagt hat, ich will das nicht, ich nehme das so nicht an. Genau, er ist im Kampf drin geblieben, in einer in dem Fall sehr, sehr starken Hoffnung und so weiter und obwohl das rational eigentlich alles klar war, also der Kopf, der hat das schon alles verstanden. Genau, sie hatte einen neuen Partner schon. Genau, aber das Gefühl hat nicht mitgespielt. Ja. Loslassen, keine Rache, nicht weiter verletzen, das ist ja auch oft ein Gefühl, was in einer Trennung hochkommt. Also ich kann den anderen nicht loslassen, ich muss immer wieder Nachrichten schreiben, ich muss ihn stalken in den sozialen Medien, ich kann von dieser Beziehung einfach nicht lassen, weil ich möchte was behalten oder auch im anderen Fall, wenn man im Streit auseinander geht, so das letzte Wort haben. Der andere soll auch noch mal ins Leid gehen. Also dieser Rache-Gedanke ist ja dochmals bei vielen dann vorhanden, wenn man selber so stark verletzt ist, manche machen das dann ja auch gerne über Kinder aus ihrer eigenen Verletztheit, positive Absicht für sich natürlich, aber da gibt es schon sehr, sehr schlimme und grausame Sachen, was man machen kann und wenn man dann mal ehrlich und vielleicht später noch mal neutral auf den Zusammenhang und auf die Situation guckt, bringt ein Rache im Leben nicht weiter. Rache ist ein kurzfristiges Gefühl, so ein bisschen so eine kurzfristiges, vielleicht auch eine Art Glücksgefühl, aber die negativen Konsequenzen, die daraus entstehen, sind deutlich größer und es ist halt nicht nachhaltig. Ich werde dadurch nicht zufriedener, ich bekomme meine Verletzung dadurch nicht weg. Ich verschiebe es nur. Genau, die eigene Verletzung bleibt. Das ist vielleicht ein wichtiger Grundsatz, den man einfach anbringen kann, weil viele ja auch dann mit Freunden, mit der Familie vielleicht schlecht über den Partner oder die Partnerin sprechen und dadurch ja auch dann, gerade wenn man lange Zeit zusammen ist, andere Bindungen kaputt gehen können. Also so eine Trennung kann ja dadurch größer werden, dass, wenn man sich trennt, man sich damit auch vielleicht automatisch von der Familie des anderen trennt, die dann wegfällt. Freundeskreis. Vielleicht vom Freundeskreis, der eher dem anderen sich zugehörig fühlt. Und da ist ganz wichtig, dass man nicht schlecht über den anderen redet. Also nicht lästern, sondern man kann sich eines immer so als Grundregel ganz gut merken, dass man über den Partner oder die Partnerin oder in dem Fall den Ex-Partner, Ex-Partnerin so spricht, als wenn derjenige mit im Raum wäre. Also nur wenn das in Ordnung wäre, derjenige ist mit im Raum und das wird bei dem kein schlechtes Gefühl machen, dann ist das okay. Meistens ist es okay, über Fakten zu sprechen, weniger oder über seine eigenen Gefühle, oder seine eigenen Gefühle und weniger, dass man über den anderen urteilt oder interpretiert, was der andere falsch macht, was auch immer. Ja und dann kann man nochmal für sich prüfen, ob wirklich die Trennung das größte emotionale Problem gerade ist oder ob es vielleicht ganz andere Ängste und Sorgen sind, die eine Rolle spielen oder andere Glaubenssätze. Also bei unserem Coaching-Beispiel würde ich sagen, die Trennung war nur ein Teilproblem. Ein Hauptproblem waren Glaubenssätze, Prägungen aus der Kindheit, Ängste alleine zu sein, die Angst nicht wieder jemanden zu finden, der zu einem passt. Also da war die Trennung zwar so die Spitze des Eisbergs und hat aber ganz viele andere Dinge ins Rollen gebracht. Also ganz viele andere versteckte Prägungen vielleicht, die bis daher, versteckte Ängste, die sonst im Leben nicht hervorkommen. Wenn ich gar nicht weiß, kann ich alleine sein, kann ich meinen Alltag so bestreiten. Bei manchen ist es ja auch finanzielle Ängste. Das ist ja auch ein großer Anteil zu sagen, okay, ich kann mich schwer trennen, ich kann mich schwer lösen, weil ich hatte ja immer so eine finanzielle Sicherheit dadurch. Wie wird es in Zukunft sein? Ja, genau. Genau, dann ist ja die Frage, woran erkennt man nun, dass man bereit für die neue Beziehung ist, dass man die Dinge nicht mit in die neue Beziehung hineinträgt. Wir wollen ja am liebsten erreichen, dass man am Anfang einer Beziehung so auf dieser Fundamentsebene stabil ist und dadurch die neue Beziehung wieder mit Leichtigkeit und vollem Vertrauen starten kann. Ja, und ich glaube das ist erstmal so ein Gedankenspiel als erstes, dass man sich überlegt, kann ich mir jemanden in meinem Leben vorstellen wieder? Auf Partnerschaftsebene? Fühlt sich das erstmal grundsätzlich für mich stimmig an? Also fühlt sich das stimmig an, dass ich wieder in einer Beziehung lebe? Ja. Also darf der andere bei mir im Leben einen Platz haben? Oder ist irgendwas in mir drin, was sagt, nee, da ist noch gar kein Platz frei? Die Frage sich zu stellen. Ein zweiter Punkt, der so eine Bereitschaft signalisiert, ist unsere Erfahrung nach, wie man sich dem Ex-Partner oder der Ex-Partnerin gegenüber verhält. Wenn man da in einem respektvollen, wertschätzenden Verhalten, ist und sei es gar nicht, weil man sich nicht Also wenn man jetzt Elternpaar bleibt, dann trifft man sich und kann das am wahrhaftigen Verhalten sehen. Oder halt rein, wie ist es gedanklich? Also sind meine Gedanken über den Ex-Partner, die Ex-Partnerin respektvoll, wertschätzend? Oder sind meine Gedanken eher abwertend, immer noch vielleicht von eventuellen Rachegedanken geprägt oder wie auch immer? Oder sehr leidvoll. Wenn ich bei der Arbeitsstätte von der Person vorbeifahre, kommen dann ungute Gefühle auf. Wenn ich den an der Ampel stehen sehe, denke ich dann so, der Tag ist jetzt gelaufen. Oder wie empfinde ich das, wenn jemand Social Media was postet, eine Statusmeldung bei WhatsApp hat, macht das bei mir gleich wieder Wumms, ein gutes Gefühl. Dann hänge ich da anscheinend irgendwie noch fest. Entweder mit Verletzungen, mit anderen unguten Gefühlen, habe mich noch nicht ganz gelöst. Ja. Dann bin ich wahrscheinlich noch nicht ganz offen für eine neue Beziehung. Ja, das Letzte ist dann Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein. So dieses Thema Selbstliebe. Wie ist es da um mich gestellt? Also habe ich ein gutes Selbstvertrauen, gutes Selbstbewusstsein? Habe ich vielleicht auch für mich reflektiert, welche Anteile hatte ich, dass die alte Beziehung nicht funktioniert hat und kann an diesen Punkten für mich arbeiten? Genau. Wie fühle ich mich eigentlich nach der Trennung? Was brauche ich als Person nach der Trennung? Ist das überhaupt jetzt ein Thema, eine neue Beziehung einzugehen oder ist es vielleicht erstmal das Thema, bei mir selbst zu schauen, was brauche ich, um zu heilen, um mir Gutes zu tun und wieder ein Selbstbewusstsein zu bekommen? Ja. Also dann zum Abschluss. Nehmt euch genug Zeit für die Verarbeitung einer vergangenen Beziehung. Braucht ihr übrigens nicht nach irgendwelchen Formeln online schauen und so weiter. Es gibt verschiedenste verrückte Formeln, die einem sagen sollen, wie lange es dauert, um Liebeskummer zu verarbeiten und sich von einer Beziehung zu lösen. Ich glaube, ich habe sogar einen Rechner gefunden oder so, wo man das wirklich so eintragen kann, wie lange war man zusammen und so weiter. Kann man denn auch wenigstens die Gründe eingeben, warum es auseinandergegangen ist? Nee. Weil ich meine, wenn ich jetzt zum Beispiel mit meinem Partner fremdgehe, das ist eine ganz andere Frage. Das ist eine ganz andere Ausgangslage, als wenn ich sage, Mensch, wir haben uns ein bisschen auseinanderentwickelt, steichender Prozess. Nee, das sind relativ oberflächliche Tests, die man so online machen kann. Aber auch Glaubenssätze. Ich habe gerade gestern im Kennenlerntermin den Glaubenssatz gehört, dass es genauso lange dauert, Konflikte und Verletzungen wieder abzubauen, wie sie aufzubauen. Also die sind jetzt acht Jahre zusammen gewesen und hatten dadurch das Gefühl, es wird acht Jahre dauern, bis man aus diesem Tief wieder rauskommt. Das hört sich ein bisschen wie der Schwangerschaftsgedanke an. Dann sagt ja auch die Frau, ist so und so viele Monate schwanger und so und so viele Monate braucht der Körper denn, um sich zurückzubilden. Ja. Aber das ist ja ein ganz anderes Thema. Das ist ein anderes Thema und kann man ja auch nicht pauschalisieren. Manche sehen nach acht Wochen wieder topfit aus und andere brauchen halt einfach länger. Ja gut, das war jetzt auch auf medizinische Sachen bezogen, nicht unbedingt. Und hier ist es auch so, wenn man den richtigen Weg weiß, dann kann es schneller gehen. Aber diese Glaubenssätze, ich brauche, wenn ich jetzt elf Jahre mit jemandem zusammen war, brauche ich elf Jahre. Um davon loszukommen, das stimmt nicht. Genau. Und dann, warum stimmt es nicht? Weil letztendlich der Kern häufig fehlt, nämlich das Auflösen emotionaler Verletzungen, Prägungen, Ängste und Konflikten, die da waren, reflektieren, was waren meine Anteile, Verantwortung dafür zu übernehmen und sich somit im guten, im Mindestmaß mal innerlich, auch wenn man es real mit dem Ex-Partner, der Ex-Partnerin nicht machen kann, dann zumindest innerlich zu lösen. Ja. Das war ein gutes Schlusswort. Finde ich auch. Ja. Wenn ihr dazu Fragen habt, dann schreibt uns doch sehr gerne eine Nachricht. Zum Beispiel über Instagram, da einfach nach Lebensirrlisten schauen, da findet ihr uns gerne eine Direct Message senden und wir antworten euch. Ansonsten freuen wir uns natürlich sehr, wenn ihr unseren Podcast abonniert und vielleicht sogar bei iTunes eine gute Bewertung für uns hinterlasst. Das würde uns sehr freuen. Das würde uns sehr weiterhelfen, dass wir weiterhin diese Podcast-Folgen für euch aufnehmen können. Genau. Ja. Ansonsten vielen Dank fürs Zuhören. Ja. Sehr vielen Dank und wir hoffen, die Folge hilft euch weiter. Bis bald. Untertitelung des ZDF für funk, 2017

Podcast Summary

Key Points:

  1. Eine nachhaltige Trennung erfordert die Verarbeitung tiefgreifender Emotionen und früherer Erfahrungen mit Trennungen, insbesondere aus der Kindheit.
  2. Personen, die sich als „Trennungskinder“ erlebt haben, zeigen oft starke Ängste vor der Selbstständigkeit und der Möglichkeit, eine neue Beziehung einzugehen.
  3. Glaubenssätze wie „nur ein Kind kann geliebt werden“ oder „man kann nie wieder jemanden finden, der so gut kennt“ verhindern ein freies Loslassen und beeinträchtigen die neue Beziehung.
  4. Die Verarbeitung einer Trennung erfolgt effektiv, wenn alte Verletzungen – besonders aus der Elternbeziehung – innerlich gelöst und neue, gesunde Überzeugungen entwickelt werden.
  5. Ein respektvolles, wertschätzendes Verhalten gegenüber dem Ex-Partner ist ein wichtiger Hinweis auf Bereitschaft für eine neue Beziehung.
  6. Selbstvertrauen, Selbstreflexion und die Fähigkeit, eigene Verantwortung für die Beziehung zu erkennen, sind entscheidend für eine gesunde Wiederaufnahme von Beziehungen.
  7. Die Dauer der Verarbeitung ist individuell und wird nicht durch Formeln oder Zeitrechnungen bestimmt, sondern durch emotionale Aufarbeitung und innere Stabilität.
  8. Rechtliche Rahmenbedingungen können das Mindestmaß gewährleisten, doch nicht die emotionale Verbundenheit oder das Wohlbefinden der Beteiligten.

Summary:

Eine erfolgreiche Trennung ist nicht nur eine äußere Tatsache, sondern ein tiefes, emotionales Prozess, der von früheren Erfahrungen mit Trennungen geprägt ist – besonders aus der Kindheit. Menschen, die als „Trennungskinder“ begonnen haben, erleben oft starke Ängste vor der Selbstständigkeit und der Möglichkeit, eine neue Beziehung einzugehen. Glaubenssätze wie die Idee, dass nur ein Kind geliebt werden kann, oder die Überzeugung, nie wieder jemanden finden zu können, verknüpfen sich mit diesen traumatischen Erlebnissen und behindern die emotionale Heilung.

Der Schlüssel liegt nicht in der Dauer, sondern in der inneren Verarbeitung: alte Verletzungen, Ängste und ungesunde Überzeugungen müssen gelöst werden, um ein starkes, wertvolles Eltern- oder Paarverhältnis zu bauen. Dazu gehört ein respektvolles, wertschätzendes Verhalten gegenüber dem Ex-Partner sowie eine tiefere Selbstreflexion – zum Beispiel über eigene Anteile an der Beziehungskrise. Selbstvertrauen, das durch Selbstliebe und persönliche Wachstumsprozesse entsteht, ist entscheidend, damit eine neue Beziehung sich aus der Stabilität des Fundaments entwickeln kann.

Online-Formeln zur Dauer der Trauer oder Verletzungen sind irreführend und missorientieren; die Wiederherstellung erfolgt durch innere Transformation, nicht durch Zeitrechnungen. So entsteht eine gesunde, nachhaltige Grundlage für eine zukünftige Beziehung, die nicht durch Vergangenheit geprägt ist.

FAQs

Es hängt von früheren Trennungsereignissen ab, wie zum Beispiel der Ausgang der Eltern. Menschen, die als Kind Trennungen erlebt haben, haben oft tiefe Ängste und Prägungen, die sich bei einer neuen Trennung wieder aktivieren.

Durch aktive Akzeptanz der Trennung, das Auflösen von Verletzungen und Ängsten sowie das Aufbauen neuer Glaubenssätze, insbesondere solcher, die das Leben alleine oder als Elternpaar positiv erleben können.

Das Verhalten von Rache oder das weiterhin verletzende Verhalten gegenüber dem Ex-Partner, was nicht zur Heilung führt und die eigene Verletzung nur verlagert.

Um die eigenen Verletzungen nicht zu verschärfen und um eine gesunde, dauerhafte Beziehung zu ermöglichen, die auf gegenseitigem Respekt und Wertschätzung basiert.

Wenn man sich selbst reflektiert, ob eine neue Beziehung für sich stimmig ist, ob man respektvoll gegenüber dem Ex-Partner ist und ob man ein gutes Selbstbewusstsein und Selbstliebe entwickelt hat.

Nein, es gibt keine allgemeine Formel. Die Dauer der Verarbeitung variiert individuell und hängt von persönlichen Verletzungen, Glaubenssätzen und der Intensität der Beziehung ab.

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