Go back

Sexualisierte Gewalt im Karneval – was wir alle dagegen tun können

31m 32s

Sexualisierte Gewalt im Karneval – was wir alle dagegen tun können

Edelgard ist eine Kölner Initiative, die sich gegen sexualisierte Gewalt an Frauen, Mädchen und queeren Personen im öffentlichen Raum richtet, besonders im Karneval. Die Psychologin Andrea Albert, die beim SKF das Gewaltschutzzentrum leitet, erklärt im Podcast, dass Edelgard aus mehreren Bausteinen besteht: „Schützende Orte“ wie Geschäfte oder Kneipen mit geschultem Personal, ein mobiles Infoteam und eine telefonische Beratung. Diese Angebote sind bewusst niedrigschwellig, da die Polizei einen Strafverfolgungszwang hat, der nicht immer im Interesse der Betroffenen ist. Stattdessen steht die Rückgabe von Kontrolle im Vordergrund: Betroffene erhalten Wahlmöglichkeiten, z. B. ob sie eine Anzeige erstatten möchten oder nicht. Auch medizinische Hilfe oder anonyme Spurensicherung können vermittelt werden. Die Initiative sensibilisiert die Gesellschaft dafür, dass sexualisierte Gewalt kein Randphänomen ist, sondern viele Frauen und queere Personen betrifft – oft in Situationen mit vielen Zeugen, die jedoch häufig nicht eingreifen. Umstehenden wird geraten, Betroffene direkt anzusprechen und ihnen Entscheidungen zu lassen, statt über sie hinweg zu handeln. Alkohol wird oft fälschlich als Ursache genannt, doch die Gewalt existiert auch ohne ihn. Edelgard möchte Strukturen hinter der Gewalt sichtbar machen und alle Menschen – besonders Männer – in die Verantwortung nehmen, hinzuschauen und zu handeln. Die positive Resonanz zeigt, dass das Thema im Karneval zunehmend ernst genommen wird.

Transcription

4916 Words, 30170 Characters

German
sehr gerne, wenn man was wahrnimmt und sich nicht sicher ist melden. Und gemeinsam sozusagen mit der beraterin am Telefon vielleicht sortieren. Und was ja auch immer möglich ist, ist Personen anzusprechen und zu sagen, sagt mal, ist gerade für dich in Ordnung oder auch da vielleicht schon zu überlegen, kann man der Person eine Wahlmöglichkeit geben, soll ich mich zu dir stellen oder soll ich jemanden holen. Auch da hat man ja die Möglichkeit vielleicht direkt einer Person wieder kontrolle über eine Situation zu geben, in der man sehr einfach eigentlich so zwei Wahlmöglichkeiten zum Beispiel aufzeigt, dass könnte man machen. Bist der Nubbelbrennt? Sehr kölner Karnevalspodcast. Herzlich willkommen bei Bist der Nubbelbrennt, der Karnevalspodcast. Ich bin so viel von Rheinlanden und ich habe heute wieder einen ganz tollen Gast für euch dabei. Andrea Albert ist Psychologin und Teil des Teams von Edelgard, die sich stark machen für die Sicherheit vor allem von flinter Personen im Karnevals. Großes Thema, über das es sich auf jeden Fall lohnt, zu sprechen. Ich bin froh, dass du heute bei mir bist, herzlich willkommen. Andrea, danke schön und auch vielen Dank für die Einladung. Du bist Teil des Teams rund um Edelgard. Bevor wir gleich erklären, was Edelgard eigentlich ist für die Zuhören und Zuschauer, die das vielleicht noch nicht kennen, vielleicht kannst du durch einmal ganz kurz vorstellen, wie so dein Wärtergang ist, beziehungsweise, was machst du beruflich und warum bist du Teil dieser Initiative? Sehr gerne. Ich bin Psychologin und leite beim SKF. Das ist der Sozialdienst-Katholischer Frauen in Köln, das Gewaltschutzzentrum. Und da habe die Fachbratungsstelle für Sexarbeiterin und zum Gewaltschutzzentrum gehört seit letztem Jahr auch das Projekt Edelgard, was wir gemeinsam mit der Diakonie Michael Zofen und uns in der Koordinierungsstelle zusammen leiten aktuell. Und das heißt, ich bin auch nur Teil des Teams und eigentlich sind in der Koordinierungsstelle Hannah und Lisa, sag ich mal, die Personen, die die Hauptarbeit machen. Und genau, Edelgard ist schon vor zehn Jahren entstanden aus einer Initiative heraus. Das ist die Kölner Initiative gegen sexualisierte Gewalt an Frauen. Und da sind ganz viele unterschiedliche, unterschiedliche Vereine drin. Zum Beispiel das Frauenberatungszentrum, aber auch die Diakonie der SKF, der Notruf für gewaltigte Frauen und andere. Und wir haben sich zusammengeschossen, um das Thema sexualisierte Gewalt im öffentlichen Raum sichtbarer zu machen. Und genau, das ist Edelgard, Edelgard hat unterschiedliche, sagen wir mal so, Bausteine, auf die wir uns ja, auf die Fuß, das ist unter anderem Edelgard Mobil jetzt in den Karneball im Einsatz oder auch in anderen Großveranstaltungen. Dann gibt es die schützenen Orte, die auch ein ganz, ganz wichtiger Teil von Edelgard sind, weil genau Edelgard nicht nur wir in der Koordinierung stellen, sondern das sind dann viele und auch über die Stadt verteilt. Das kann eine Apotheke sein, das kann eine Firma sein, das können aber auch knalten sein, Restaurants, die schützende Orte werden. Das heißt, dort sind Mitarbeiter*innen geschult, wie sie auf Menschen reagieren können, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind. Also betroffenen, die sich das Wort melden können und ein erst mal sicheren Anlaufort finden können. Wie ergänig so ein Ort. Da haben wir ganz banal eigentlich so ein Sticker für den Eingang, aber es gibt auch die Edelgard Map, da kann man über unsere Website schauen, dass es so quasi verbunden, dass man direkt gucken kann, wo es der nächste schützende Ort aktuell, dass es mit Google Maps verbunden ist, man dann auch die Öffnung sei, ob das in der Nähe sein könnte und offen ist, weil das ja natürlich auch nicht gut, wenn man irgendwie betroffen ist. Und dann steht man vorverschlassene Tür. Genau, dieser Aufkleber, den du gerade bannand hast, ich habe den schon ganz oft wahrgenommen, in einem möglichen Bereich, eben genau, wie du das sagst, in der Gastronomie, in irgendwelchen Geschäften hängt, da teilweise auch meistens an der Tür sehr sichtbar ist, rund groß ist das gezeichnete Gesicht einer Frau darauf, dass auch gleichzeitig so euer Logo ist. - Mhm, genau. - Und zum Logo gibt es jetzt aktuell auch noch mal eine Veränderung, weil wir das Logo genommen haben und es auch noch mal verfielfältigt haben, um sich bei zu machen, dass Edelgard viele ist, also dass wir einfach unterschiedliche Personen Edelgard sind. Super initiativ. Also auch dieses Prinzip, ich sag mal ein bisschen so selbsthilfe, mehsterig, anderen Menschen beizubringen, wie reagiert eine März? Wenn ich jetzt zum Beispiel ein Geschäft habe, oder ein Gastronomiebetrieb und ich sag, oh, das klingt irgendwie interessant, da würde ich gerne mit unterstützen, was muss ich dann tun? - Am besten schreibt man eine E-Mail, info.edelgard, [email protected]. Nee, punktköln mit Tobi. - Okay, genau. Das ist unsere Website, aber vielleicht können wir das ja auch irgendwie noch mal verlinken oder. - Packen wir mit any Show Notes rein? - Genau. Genau, da könnt man einfach eine E-Mail hinschreiben und dann würden Hannah und Lisa sich zurückmelden und dann das weitere Prozedere einfach erklären, dass man halt in Austhosch kommt, dass Mitarbeiter eine geschult werden. Das ist ja auch ein Teil von Edelgard, es ist halt Edelgard informiert, also dass wir auch generell und breiter auch über sexualisierte Gewalt aufklären. Und dann wäre das weitere Prozedere so, genau das Menschen geschult werden und dann bekommt man auch so eine Notfalltasche und halt diesen Sticker. Und genau wäre dann ein schützener Ort. Das heißt, das ist gerade das ganz schön angesprochen, der eine Baustein ist der schützener Ort. Der andere Baustein ist das Thema Information. Genau, aus jeden Fall, das ist sehr wichtig bei dem Thema sexualisierte Gewalt im öffentlichen Raum. Das ist so wichtig. Als Frau, wenn ich mit ein Freundin darüber rede oder mit weiblichen Familienmitgliedern oder weiblich gelesenen Personen, ich kenne so viele, die schon in irgendeiner form sexuelle Übergriffe erlebt haben. Wenn ihr im Leben mir geht es selber auch so, das ist für mich etwas, wo ich genau weiß, das ist Teil unserer Realität. Sollte man nicht davon ausgehen, dass auch in Zeiten von Social Media Kommunikation, wo ja solche Themen auch inzwischen viel größer und viel breiteren Masse zugänglich sind. Das angekommen ist, dass das ein grundsätzliches Thema ist oder seht ihr da immer noch Aufklärungsbedarf? Ja, das auf jeden Fall noch weitere Aufklärungsbedarf. Natürlich ist es vielleicht schon durch auch Mietubewegung und ähnliches mehr in öffentlichen Fokus geraten. Aber grundsätzlich dadurch, dass wir ja immer noch an dem Punkt sind, dass es sehr viele Übergriffe gibt und passiert, dass wir sehen, dass auf jeden Fall Luft nach oben und sollte auf jeden Fall nicht sich so zusagen darauf auf ausgeruht werden, dass das Thema schon in den Medienpräsent ist, weil es reicht nicht, dass es in den Medienpräsent ist, es muss auch vor allen Dingen in den Handlungen der einzelnen, sagen wir jetzt mal, Täterpersonen vor allem angekommen. Das reicht ja, und es ist ja auch ein strukturelles Thema, tatsächlich sexualisierte Gewalt. Es bringt auch nicht so viel, sich auf einzelne Situationen oder Täter zu fokussieren, sondern es ist wichtig, die Strukturen dahinter aufzudecken und das auch zu besprechen und zu sagen, was welche Arten von Strukturen machen, sexualisierte Gewalt im öffentlichen Raum, denn möglich, weil das passiert ja auch häufig nicht ganz nur, sag ich mal, in eins zu eins Situationen, da sind häufig andere Menschen dabei, auch diese Verantwortung zu sehen, also als Menschen, die Sachen erleben zum Beispiel, ich sehe es, oder war schon oft zum Beispiel in der KVB, es ist mir jetzt mal gerade so als Beispiel aufgefallen, wo es tatsächlich häufiger zu sexualisierter Gewalt und Übergriffen kommt, und dass ich mir da wünschen würde, dass es nicht immer, sage ich jetzt mal weiblich gelesenen Personen sind, die auch was sagen oder eingreifen und es bemerken, sondern dass wir dahin kommen, dass wir als Gesamtgesellschaften, damit meine ich jetzt dann explizit Männer, dass auch wahrnehmen und dafür braucht es aber diese Sensibilisierung und dieses Gesprächs darüber und was bedeutet, dass für mich als einzelne Betroffene dieses gegenseitige Verständnis sozusagen unter auch die Verantwortung zu sehen, weil es hat ganz viel halt auch mit Verantwortung übernahmen zu tun, und es ist ja auch weiß nicht, im Kanuval fällt mir da das ein oder so generell bei Großveranstaltungen als das Thema Alkohol wird ja immer gerne so vorgeschoben und dann wird dann als Begründung genommen für sexualisierte Gewalt, aber sexualisierte Gewalt findet ja auch ohne Alkohol statt, deswegen hinkt es da ein bisschen und finde ich es auch tatsächlich nicht so ein schönes Männerbild davon auch so gehen, wenn dann alle Intemps sind dann. Ja, ich würde auch sagen, dass das so verantwortlich ist. Genau, wie ein Frau auch dafür Verantwortung trägt, was was sehr tut und dass man eben das nicht absprechen kann, meine Alkoholisiert ist so. Jetzt hast du ja gerade das Thema KVB, öffentliche Situation, viele Leute sind dabei schon angesprochen. Das ist natürlich so ein Thema, weil man über den Kölner Kahnweil redet, über Großveranstaltungen, aber wir konzentrieren uns sehr auf das Thema Kahnweil. Das man sagt, das ist ein großes, buntes Fest. Alle kommen zusammen, Gemeinschaft, Glück. Das ist was sehr positiv gefärbtes. Auch für mich natürlich auch sehr viel mit meiner Identität zu tun hat, wie bei vielen Leuten entkönnen. Und jetzt kommt ihr da mit einem harten Thema und sagt, "Ja, momentmal, Freunde." Aber das ist ja nicht immer und für alle gleichermaßen das gleiche Erlebnis, sondern es gibt nun mal leider auch im Kahnweisch schwierige Situationen. Hast du das Gefühl, dass es da Raum gibt, dafür dass ihr über solche Themen informiert, dass ihr das anspricht, auch das Edelgarten zwischen so eine sehr sichtbare Komponent ist und keiner kann, weil wie ist da die Resonanz? Also die Resonanz für dich sagen, ist erstmal durchweg ganz gut und positiv. Vor allem die Infotimes. Wir haben ja im Kahnweil so aufgezeigt, dass wir quasi Infotimes haben, die rumgehen gehen und ansprechbar sind und auch noch mal Kärtin verteilen und sagen, wie sind die Erreichbarkeiten? Und dann haben wir noch die telefonische Erreichbarkeit zu bestimmten Zeiten, also nicht rund um die Uhr. Das ist auch ganz, ganz wichtig, das zu sagen. Die Zeiten werden dann aber auch immer zum Beispiel auf der Website, Instagram und so weiter vorher gezeigt. Und dann auch in Megalite-Kampagnen. Und da können dann, also das ist vielleicht immer so wichtig, dass bei den hinten am Telefonende sitzen Beraterin, also geschulte Personen, die damit umgehen können, wenn betroffene Personen anrufen können und die Infotimes sind vor allem, da um Aufmerksamkeit zu generieren. Und genau das ist da, wo wir eigentlich auch durchweg dann positive Resonanz bekommen, wo sich Menschen freuen, ah, ja, das habe ich schon gehört. Oder ich habe mir die Nummaschen abgespeichert. Genau, das ist dann immer richtig schön. Und wir gehen ja auch vorher noch, also, bevor. - Der Straßenkampag. - Ja, bevor der Straßenkana-Wall losgeht. Vor dem Donnerstag noch mal in Kneipen und hängen auch noch mal Plakate auf, informieren, sah. Also, das ist auch sichtbar. Also da geht's ja ganz viel um Sichtbarkeit. Ich schon das Gefühl, dass es im Karneval das Thema schon auch sichtbarer wird. - Mhm. - Und das ist ein ganz wichtiger. jahrpunkt, damit wir halt mehr darüber sprechen und halt auch dieser Perspektivexel möglich ist. Oder sich auch vielleicht vorzustellen für viele Personen. Ah, ja, okay. Frauen, Flinterperson, Quirremen Menschen haben. vielleicht eine andere Realität im Karneval, als die die ich selber erlebe. Mhm. Jetzt könnte man ja sagen, aber da wir reden ja über Straftaten am Ende des Tages. Jetzt mal abgesehen davon, dass es natürlich für die betroffene Person eine schlimme, traumatisierende Erfahrung ist. Es ist eine Straftat. Dafür ist doch die Polizei zuständig. Warum ist das so wichtig, dass es dann eine Anlaufstelle, wie Edelgart gibt, für betroffene Persune? Ja. Das hat auch mehrere Gründe unter anderem. Vielleicht auch ganz klar noch mal die Rolle der Polizei. Die haben ja den Strafverfolgungszwang. Das heißt, sie müssen, wenn sie eine Straftat erzählt bekommen, müssen sie diese dann verfolgen. Und das ist aber nicht das, was alle Betroffenen von sexualisierter Gewalt als erstes brauchen oder vielleicht auch möchten. Und mit diesem, sag ich mal, nie es schwelligen Anlaufstelle, wo man erst mal mit seiner Erfahrung, mit dem erst mal sein kann, ohne das gesagt wird, jetzt müssen wir aber hier eine Anzeige aufnehmen. Oder vielleicht auch, ich muss jetzt aber noch mit der Tatperson sprechen. Das kann ja auch Polizei hat da ja einen anderen Auftrag. Und wir können erst mal parteilig annehmen. Okay, die ist gerade das und das passiert. Und Sicherheit geben und vielleicht auch Kontrollmöglichkeit über die Situation zurückgeben, indem wir nicht sagen, jetzt kommt eine Anzeige und alles, was danach passiert. Das ist ja auch, genau darüber informiert, das ist ja auch Teil der Bratung tatsächlich oder ein großer Teil der Bratung zu überlegen, möchte ich das anzeigen, oder nicht, weil wir auch dann darüber reden, was bedeutet, dass auch in weiteren Verlauf und. Das heißt, ihr seid auch so ein bisschen verteiler Stationen, ne? Also, dass wenn man sich bei euch meldet und sagt, mir ist irgendwas passiert, Übergriff, egal in welcher Form, dass man euch auch fragen kann, und ihr sagt, okay, hier gibt es eine Anlaufstelle. Vermittelt ihr die Aune Richtung medizinischer Anlaufstelle? Auf jeden Fall, zum Beispiel, wenn es darum geht, anonyms Spuren zu sichern oder ähnliches, würden wir dahin vermitteln, oder natürlich auch ins Krankenhaus, wenn das nötig wäre. Oder. Es kann ja auch sein, dass jemand sagt, da hat jetzt schon mal gut getan, das Gespräch. Und dann würden wir sagen, ja, und wenn noch was ist meldet, ist du dich nochmal oder vielleicht kommt die Person ja auch gar nicht aus Köln. Auch super, gerade im Köln, ganz ganz viele. Versuche. - Genau, Besucher in. Zu sagen, ja, vielleicht schon mal eine Adresse rauszusuchen, wo kannst du dich dann in deiner Stadt melden und da noch mal über sprechen und dann vielleicht auch noch überlegen, eine Anzeige zu machen oder später online oder nicht. Und wir sind da total ergebnisoffen und versuchen, vor allen Dingen mit troffenen, wieder die Kontrolle zurückzugeben, sehen wir ihn halt verschieden Optionen einfach geben. Dieses Wissen, ich kann selber was entscheiden. Und da vorher wurde mir eine Entscheidung abgenommen, das ist, glaube ich, total wichtig zu erklären, dass das gerade in der Situation, wo man ja ein Kontrollverlust erlebt hat, auch so ein tolles Wort, was so im Kern, weil jetzt vielleicht da eine anderen Stelle vorordnen würde. Und es sagt, ich gebe dir das zurück. Genau, hier sind deine Optionen. Ja, und das ist genau super wichtig, grade, wenn es darum geht, okay, wie wird auch mit dem Erlebten, wie wird das weiter verarbeitet? Das ist also so, wenn man jetzt Richtung Trauma denken würde. Oder es ist diese erste Reaktion von, ich kann wieder Kontrolle bekommen über die Situation, ist super, super wichtig für alles, was danach kommt. Und da, um da wieder vielleicht den Kreis zu schließen, das kann Polizei nicht leisten, weil das aber auch nicht ihr Auftrag ist. Also es ist jetzt auch keine Erwartung an die Polizei, keine Erwartung an das Ordnungsamt oder so, ne? Das ist einfach nicht, dass, wo viel die ausgebildet sind, oder was deren Aufgabe ist. Gibt es so einen Moment, der bei dir besonders hängen geblieben ist, wo du sagst, wie da merkst du, dass auch, wie für dich nochmal deine Arbeit für Edelgart, warum das so wertvoll ist? Ja, also tatsächlich irgendwie fand ich es nach dem 11.11. Richtig schön zu hören. Also wir haben super viele, so, wie sieht ein Kerzchen irgendwie verteilt? Und das waren irgendwie, ich weiß jetzt grad leider nicht die Zahl, was waren so unmengen und dass man irgendwie weiß, okay, wir haben an unmengen von einzelnen Personen, haben wir die erreicht und darüber gesprochen. Also das finde ich irgendwie so ein, ja, schon auch ein schönes Gefühl, dass man so, ja, das wahrnimmt, dass es genommen wird und darüber gesprochen wird, und dass Menschen sich aber auch freuen, oder wir positive Rückmeldungen kriegen, natürlich. Also das ist immer schön. Ja. Du hast das gerade schon angesprochen, dass auch das Thema Sensibilisierung ein wichtiges ist, damit im Zweifelumstehende halt auch anders reagieren. Wenn ich jetzt gar nicht mittelbar betroffen bin, also erst mal, wenn meine Frage, kann ich mich auch brauche melden, wenn ich ein Mann bin und sehe, eine Frau wird eingekriffen und ich weiß nicht, was ich tut. Es gibt ja auch Menschen, die dann nicht wissen, was sie tun. Und das Thema, ja, kommt immer wieder rein, auch irgendwie unschön von bestimmten Seiten, ja, und was ist, wenn ich jetzt ein Mann bin und betroffen bin? Bei uns könnte ich natürlich grundsätzlich dann auch in der Situation, alle betroffen. Warum richten wir unser Angebot vor allen Dingen für Frauen, Mädchen und Querepersonen, weil die statistisch gesehen einfach mehr betroffen sind. So, das ist erstmal das eine. Natürlich kann sich, also sehr gerne, wenn man was wahrnimmt und sich nicht sicher ist melden und gemeinsam, sozusagen mit der Beraterin am Telefon vielleicht sortieren. Und was ja auch immer möglich ist, ist, Personen anzusprechen und zu sagen, es ist gerade für dich in Ordnung oder auch da vielleicht schon zu überlegen, kann man der Person eine Wahlmöglichkeit geben, soll ich mich zu dir stellen oder soll ich jemanden holen. Auch da hat man ja die Möglichkeit vielleicht, direkt in einer Person wieder Kontrolle über eine Situation zu geben, in der man sehr einfach eigentlich so zwei Wahlmöglichkeiten zum Beispiel aufzeigt, das könnte man machen. Und natürlich immer, ja, genau, auch für die Beraterin auch, wenn man man ist und was sieht, wo man sich nicht genau sicher ist. Aber ich glaube grundsätzlich miteinander reden, ist auch schon, dann auch schon in der Situation helfen einfach zu können. Gibt es so ein Checklist, die man sich so merken kann? Also ist jetzt nicht ganz das Gleiche, aber ich habe mir gemerkt, bei meinem Erselfokurs vor 238 Jahren bewusst sein Atmung poolt, ist wie Bub-Dement. Es kann man sich merken, das muss man checken, wenn jemand auf dem Boden liegt oder so um zu gucken, muss ich jetzt wie schnell man krankenwagen was tun. Gibt es da so Punkte, wo du sagen würdest, dass das so ein Checklist auch was tun? Man kann vielleicht nicht tun, es gibt auch immer die Frage, dass ich mich selber angefangen habe. Das ist ja auch so eine Hürde. Habt ihr da so was, wo ihr sagt, das sind so die drei bis fünf Punkte. Damit machst du nichts falsch. Ja, genau jetzt so ganz stark. Da hab ich es jetzt grad nicht, aber zum Beispiel die Beraterin haben tatsächlich auch so eine Checkliste, wo sie nachgucken können, was ich super wichtig finde, ist natürlich. Da sollte sie nicht selber in Gefahr bringen. Klar. Aber wichtig ist halt nicht über die betroffene Person hinweg entscheiden. Also was wir eigentlich eben schon besprochen haben, ich finde, das ist richtig wichtig, darauf zu achten, dass dann nicht dann erneuter Kontrollverlust, oder ich hab was gesehen, ich reindreck zu Polizei. Und die müssen dann handeln. Und ich weiß jetzt gar nicht, ob die Person das so möchte oder nicht. Und da, ja, ich denke mal so, aufeinander aufpassen, vielleicht auch gucken, sind Freundinnen in der Nähe. Und immer wieder mit der betroffenen Person gekoppeln ist es so in Ordnung. Also, das ist, glaube ich, das ist eigentlich am wichtigsten. Ja. Jetzt genau, das wollte ich jetzt noch sagen. Natürlich ist, wenn es wirklich eine gefährliche Situation ist oder so. Und man denkt, so was passiert hier ist, ist natürlich auch immer trotzdem gut die Polizei zu holen, wenn es jetzt irgendwie, ja, wenn man sieht, es passiert was wirklich schlimm ist, dass man dann trotzdem, also dafür ist die Polizei auch da so. Also es wollte jetzt nicht, dass es so überkommen will. Involved nicht die Polizei, sondern im Gegenteil, gerade wenn sie schon vor Ort ist und da vielleicht klimares verhindern kann, oder vielleicht auch verhindern kann, dass eine Tatperson, dass bei der nächsten und übernächsten Person noch mal macht, dann ist es ja gut. Nur wenn es jetzt um die betroffene Person geht, dazu gucken, okay, wie kann ich sie unterstützen? Vielleicht sonst auch in der Situation, wenn zum Beispiel Polizei dann da ist, zu gucken, okay, ja, wie kann ich an der Seite sein? Oder wie können wir vielleicht noch mit einer berateren Telefonieren? Oder was wäre jetzt das nächste? Weil auch, sei mal, wenn so eine Maschinerie von jetzt kommt, eine Anzeige und dann kommt das und das auf dich zukommt, kann ja sein, dass es so passiert, dann ist ja trotzdem gut, wenn die Person darüber informiert sind, weil das gibt ja auch noch mal Sicherheit zu sagen, okay, ich weiß jetzt, was als nächstes kommt oder so. Ja, also ich hätte das jetzt so interpretiert. Du sprichst vor allem über diesen berühmten Grenzbereich, wo man denkt, so ist der Typ jetzt unangenehm und da müsste man vielleicht mal so eine Möglichkeit bieten, die Situation zu verlassen. Ja. Oder eher sie eben nicht die klageweitätige aus anderen Situationen. Genau das meine ich. Dass man da Polizei, also hier weiter kann man vielleicht auch selber gar nicht physisch dazwischen gehen, ohne dann auch noch einen in Mitteleidenschaft gezogen zu werden. Jetzt Jetzt haben wir ja viel über das Thema, ich sag mal, zivilgesellschaftliche Verantwortung gesprochen. Also was kann ich tun, als andere Person, die etwas miterlebt. Wie ist denn deine Perspektive auf das Thema Verantwortung veranstellter, Vereine und du hast ja gerade schon gesagt, die habt sehr viele Gastronomen in eurem Netzwerk, auch die sagen wir unterstützen das Thema. Wie kommt das inzwischen an, ist das mein zu der hatzen Umdenken gegeben? Wie ist so deine Wahrnehmung? Doch ich glaube, über die letzten zehn Jahre auf jeden Fall, alleine wenn man, also ich merke das schon auch, wenn man irgendwie jetzt privat weggeht oder so, es wird viel öfter darauf hingewiesen, dass es awarenessstrukturen gibt oder ähnliches. Also es war ja vor allem so das erklären. Was heißt, weil ich nicht viel Leute erwähne, wenn das jetzt immer oder so, was ist denn erwähne, es hat es schon wieder ein komisches Wort. Ja, ich hoffe ich kann das jetzt genau richtig erklären, aber das sind halt dann wirklich so Strukturen, wo sich halt vorher überlegt worden ist. Was machen wir jetzt hier in Räumen, wenn es zu Grenzüberschreitende, oder halt sexualisierter Gewalt kommt? Wer sind Ansprechpersonen, also eigentlich dann auch ähnlich wie jetzt Elgat, wenn dann Personen Bescheid wissen, was gibt's zu tun? Manchmal gibt's auch Teams, die dann ansprechbar sind, die sich vielleicht irgendwie die erkennbar sind. Und manchmal wird auch schon an der Tür, zum Beispiel darauf aufmerksam gemacht, wenn wo ich irgendwie unwohl fühlst oder so, dann kannst du zu der und der Person gehen. Also quasi, dass ich vor Veranstaltungen wo es vielleicht zu sexualisierter Gewalt kommt, Gedanken darüber gemacht wird, also quasi bewusst, wie man dem dann entgegenkommt und wie man es dann genau bearbeiten könnte sein kann. Ist ja ein bisschen unangenehm, ne? Also wenn ich jetzt überlege, ich kann eine Veranstaltung für, weiß ich nicht, anderthalb 2000 Personen im Kerne, weil eine ganz normale Zahl und ich überlegt nicht nur, wie habe ich das bestmöglich Entertainment pro Kram, sondern ich habe das Thema auch mit auf der Tagesordnung. Glaubst du, dass das trotzdem positiv in Effekt hat für die Besucher in der Veranstaltung? Also das kommt und an die Tür, genau den gesagt, wenn dir jetzt was passiert, davor ne, der Hans Jürgen, der da mit dem Rothschall, den kannst du dann auf jeden Veransprechen und der hilft dir. So, tatsächlich der Opener für herzlich willkommen, beste Party des Jahres und ab dafür. Super spannend und ich glaube, das hat ganz viel damit zu tun, ob wir es normalisieren oder nicht. Also ich glaube, das ist eigentlich, ne? Wenn das jetzt einfach in jeder Veranstaltung und auch in jeder größeren Kanewaldveranstaltung einfach der Standard ist, würde wir ja nicht darüber nachdenken, ja, ist das jetzt vielleicht ein bisschen unangenehm oder nicht, sondern hoffentlich auch cool. Hier wird auch darüber nachgedacht, dass es nicht immer für alle ein schöner Raum oder ein sicherer Raum ist oder er ist vielleicht eine ganz lange Zeit schön und sicher und dann passiert was und dann ist das nicht mehr. Ja. Ihr seid als Edelgart, seid ihr Teil des Sicherheitskonzeptes der Stadt Köln, die Stadt Köln kommuniziert auch darüber, über eure Anlaufstellen und so weiter und so weiter. Das heißt, wenn es jetzt auf Kane war losgeht, wird es auch irgendwelche Posts, dass Social Media Kommunikation geben, die Stadt Köln und Edelgart sind. Ihr gehört aber nicht zur Stadt Köln, sondern ihr seid ein unabhängiger Verein, unabhängiger Initiative und ihr wollt jetzt euch zu einem Vereinetwickeln. Das ist richtig, oder? Genau. Edelgart soll zu einem Verein werden, weil in der, also genau, es ist ja quasi aus der Initiative gegen sexualisierte Gewalt entstanden und die Koordinierungsstellen lang, zum Beispiel, in der Vergangenheit mal beim Frauenberatungszentrum aktuell bei der Diakonie und beim SKF. Und Ziel ist es damit wir nicht immer wieder, also zum Beispiel hat mir letztes Jahr eine sehr schwierige Haushaltssituation, wo dann erst mal genau Edelgart sozusagen vom Ausstand, dann ging es doch weiter, also dass man diese Brüche nicht hat und sich langfristig breiter aufstellen kann, ist die Idee und das ist auch quasi Teil der Förderung auch, umzusetzen, ein Verein zu werden, also Edelgart als Verein zu gründen, um dann zu gucken, okay, natürlich wäre es auch in Zukunft sehr sinnvoll und wichtig, weil wir halt Teil der kommunalen Sicherheitsstruktur, dann zum Beispiel bei so etwas Großen Wiederkane, dass wir auch weiterhin städtische oder kommunale Mittel bekommen und gleichzeitig dann zu gucken, okay, wenn wir in Vereinsen haben, wir vielleicht auch genau weiter, dann noch mal Möglichkeiten, auch andere Arten der Förderung zu gucken oder vielleicht auch Richtung Präventionsarbeit, gerade wenn wir an Edelgart informiert, denken, da vielleicht Geld dazu beantragen, und das ist gerade aktuell auch ein großer Teil von Edelgart, sozusagen von der Arbeit jetzt neben Kaneball und allem, um und dran zu überlegen, okay, wie können wir das in einem Vereinstruktur überführen? Und auch da freuen wir uns zu scheiben, noch Menschen mitmachen möchten, auch hier gerne einfach ein E-Mail schreiben, an Lisa und Hannah, und die würden dann noch mal Infos zurückgeben, wie man sich engagieren kann, wenn man sich engagieren möchte. Und das bedeutet, ihr macht das jetzt ein bisschen größer, dass du ein Bestätigstätest auf mehr Beine, ihr wollt auch gezielt eher anamtliche engagierte Personen gewinnen, die sagen, ich hab da Lust mitzuarbeiten. Das heißt, ihr wachst, das ist schon so der Plan. Ja, auf jeden Fall. Und wenn du sagst, hast du eine Vorstellung davon, wie es jetzt irgendwie vielleicht in zwei, drei Jahren sein könnte, gibt es also eine Perspektive, wo du sagst, das wär total toll, wenn wir das schaffen. Ja, auf jeden Fall, also perspektiveisch wär es natürlich total schön, ja, in der Kölner Stadtgesellschaft sexualisierte Gewalt einfach kein Platz hat, nirgendswo in kein Räumen und auf der Straße und sonstwo, wir sind bekannt. Und wir können mehr Präventionsarbeit vielleicht auch in Schulen machen und genauso großgedacht, wirklich. Und es wird nicht mehr, sag ich mal, ein Frage gestellt, dass bei jeder Großveranstaltung, genau, Elgat oder andere Awarenessstrukturen wir auch immer genau implementiert sind. Und keiner davon geschockt ist, dass man an der Tür vielleicht über sexualisierte Gewalt spricht, beziehungsweise darüber spricht, dass sich Menschen manchmal auch in großen, schönen Festen nicht wohlfühlen. Genau. Ja. Was braucht es dafür? Braucht ihr dafür Unterstützung von der Stadt, braucht ihr dafür Unterstützung aus der Zivilbevölkerung, wenn man das jetzt hört und denkt, ich finde, das ist eine super Sache. Kann man irgendetwas tun, gibt's was Konkretes, wo du sagst, das wär toll. Ja, es bräuchte es auf jeden Fall, beides denke ich mal auf jeden Fall, genau von der Stadt, auch weitergehen Förderung und aber auch durch die Zivilgesellschaft auf jeden Fall. Wie kann man sich einbringen? Natürlich kann man auch, also sich als Person einbringen und ehrenamtlich tätig werden, oder man kann auch natürlich spenden. gerade für die Vereinsgründung wäre das auf jeden Fall schön. Ja, also das sind so die Möglichkeiten, wenn man sich einbringen kann. Ja, vielen Dank. Ich glaube, das ist eigentlich schon ein guter Bogen, um so ein bisschen ein Thema einzusteigen, was man jetzt vielleicht nicht klassisch im Kahnwahl oder im Kahnwahl ins Podcast erwarten würde. Ich danke dir sehr für deine Zeit heute. Ich danke dir sehr, dass du gekommen bist mit diesem Thema und ich wünsche euch wirklich wahnsinnig viel Erfolg mit diesem Projekt. Und ich hoffe, dass wir uns dann vielleicht irgendwann nochmal sehen und gucken, was da raus geworden ist. Ja, super. Vielen Dank. Also ich sage auch, danke für das ganze Edgar-Team natürlich und vielleicht kann das in Zukunft auch genau dann Gespräch mit Hannah und Lisa sein, die sozusagen mehr Hens Onn sind. Genau, danke schön. Das war "Biss der Nobelbrenn". Eine super tolle neue Folge habt ihr heute gehört. Und wir freuen uns natürlich auch über Resonanz zu so einem Thema. Ihr könnt mal kommentieren, ihr könnt uns mal schreiben. Was fällt euch dazu ein? Und ich sag noch, bis bald. "Biss der Nobelbrenn" ist eine Produktion von "Good Will Run" und "The Streaming Factory". "Biss der Nobelbrenn"

Podcast Summary

Key Points:

  1. Edelgard ist eine Kölner Initiative gegen sexualisierte Gewalt an Frauen, Mädchen und queeren Personen im öffentlichen Raum, insbesondere im Karneval.
  2. Die Initiative bietet „Schützende Orte“ (z. B. Geschäfte, Gastronomie) mit geschultem Personal sowie ein mobiles Beratungsteam und eine telefonische Hotline.
  3. Ziel ist es, Betroffenen eine niedrigschwellige Anlaufstelle zu bieten, ohne sofortigen Strafverfolgungszwang – im Unterschied zur Polizei.
  4. Zentral ist die Rückgabe von Kontrolle an Betroffene durch Wahlmöglichkeiten (z. B. Anzeige oder nicht) und parteiliche, ergebnisoffene Beratung.
  5. Umstehende werden ermutigt, Betroffene anzusprechen und ihnen Entscheidungen zu lassen (z. B. „Soll ich bei dir bleiben oder Hilfe holen?“), ohne selbst Gefahr zu laufen.

Summary:

Edelgard ist eine Kölner Initiative, die sich gegen sexualisierte Gewalt an Frauen, Mädchen und queeren Personen im öffentlichen Raum richtet, besonders im Karneval. Die Psychologin Andrea Albert, die beim SKF das Gewaltschutzzentrum leitet, erklärt im Podcast, dass Edelgard aus mehreren Bausteinen besteht: „Schützende Orte“ wie Geschäfte oder Kneipen mit geschultem Personal, ein mobiles Infoteam und eine telefonische Beratung. Diese Angebote sind bewusst niedrigschwellig, da die Polizei einen Strafverfolgungszwang hat, der nicht immer im Interesse der Betroffenen ist.

Stattdessen steht die Rückgabe von Kontrolle im Vordergrund: Betroffene erhalten Wahlmöglichkeiten, z. B. ob sie eine Anzeige erstatten möchten oder nicht.

Auch medizinische Hilfe oder anonyme Spurensicherung können vermittelt werden. Die Initiative sensibilisiert die Gesellschaft dafür, dass sexualisierte Gewalt kein Randphänomen ist, sondern viele Frauen und queere Personen betrifft – oft in Situationen mit vielen Zeugen, die jedoch häufig nicht eingreifen. Umstehenden wird geraten, Betroffene direkt anzusprechen und ihnen Entscheidungen zu lassen, statt über sie hinweg zu handeln.

Alkohol wird oft fälschlich als Ursache genannt, doch die Gewalt existiert auch ohne ihn. Edelgard möchte Strukturen hinter der Gewalt sichtbar machen und alle Menschen – besonders Männer – in die Verantwortung nehmen, hinzuschauen und zu handeln. Die positive Resonanz zeigt, dass das Thema im Karneval zunehmend ernst genommen wird.

FAQs

Edelgard ist die Kölner Initiative gegen sexualisierte Gewalt an Frauen, Mädchen und queeren Personen im öffentlichen Raum, mit Bausteinen wie dem Edelgard Mobil, schützenden Orten und Informationsarbeit.

Schützende Orte sind geschulte Anlaufstellen wie Apotheken, Kneipen oder Restaurants, die mit einem Sticker gekennzeichnet sind und Betroffenen von sexualisierter Gewalt einen sicheren Ort bieten.

Schreiben Sie eine E-Mail an [email protected]. Das Team meldet sich dann zurück, um Mitarbeitende zu schulen, und Sie erhalten eine Notfalltasche und einen Sticker.

Die Polizei hat einen Strafverfolgungszwang, während Edelgard eine niedrigschwellige Anlaufstelle bietet, die parteilich berät, ohne sofort eine Anzeige zu verlangen, und Betroffenen die Kontrolle zurückgibt.

Ja, sehr gerne. Wenn Sie etwas wahrnehmen und unsicher sind, können Sie anrufen und gemeinsam mit einer Beraterin sortieren, was zu tun ist.

Sprechen Sie die betroffene Person an, bieten Sie Wahlmöglichkeiten an (z.B. 'Soll ich mich zu dir stellen oder jemanden holen?') und vermeiden Sie, über ihren Kopf hinweg zu entscheiden.

Chat with AI

Loading...

Pro features

Go deeper with this episode

Unlock creator-grade tools that turn any transcript into show notes and subtitle files.