In dieser Jubiläumsfolge zum 300. Mal „Psychologie to go“ blicken Frank-Hartieruti und Christian auf sechs Jahre Podcast zurück. Ohne Pausen und Urlaub entstand der größte deutschsprachige Psychologie-Podcast, der mittlerweile auch zu Radio- und TV-Formaten wie dem „Psycho-ABC“ (WDR) und „Familientherapie“ (ARD) führte. Die Moderatoren bedanken sich bei den Hörerinnen und Hörern, die durch ihre Treue und Resonanz diese Entwicklung ermöglicht haben.
Anschließend widmen sie sich dem Schwerpunktthema Selbstwert. Aktuelle Studien (2020, 2022) belegen, dass ein stabiler Selbstwert der wichtigste Schutzfaktor für psychische Gesundheit und Resilienz ist. Selbstwert wird definiert als inneres Gefühl, okay und liebenswert zu sein – unabhängig von Leistung oder äußerer Anerkennung. Besonders problematisch ist ein rein leistungsabhängiges Selbstwertgefühl: Bei Misserfolgen oder Fehlern droht ein emotionaler „Crash“. Als nachhaltige Lösung wird Selbstmitgefühl vorgestellt – ein freundlicher, annehmender Umgang mit sich selbst, ähnlich wie mit einem geliebten Menschen. Wer nach Fehlern nicht selbstkritisch zerfleischt, sondern sich tröstend und motivierend anspricht (z. B. „Aufstehen, weitermachen“), entwickelt ein stabileres Selbstbewusstsein und erholt sich schneller. Die Folge betont, dass wahre innere Sicherheit nicht durch Perfektionismus, sondern durch eine liebevolle Beziehung zu sich selbst entsteht.
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Episode Psychologie Togo. Das ist dein Podcast für hilfreiche Gedanken und Impulse, direkt aus meiner psychotherapeutischen Praxis. Hallo und danke fürs Einschalten. Das ist Psychologie Togo. Ich bin Frank-Hartieruti und heute ist eine besondere Folge. Und zwar als ich die letzte Podcast Episode hochgeladen habe, habe ich im Backend so zu sagen gesehen, dass die letzte Folge die 299ste war, die ich da hochgeladen habe. Und das macht die heutige Folge zur 310 Folge Psychologie Togo. Und ich bin nicht so ein Zahlenmensch. Ich habe das überhaupt noch nie im Blick gehabt, all die Jahre. Aber jetzt ist es mir halt aufgefallen. Ich wollte es jetzt auch nicht weg ignorieren. Und deshalb wollten wir aus dieser heutigen Folge auch was besonders schönes machen. Weil 300 ist schon auch eine Zahl. Eine große Zahl. Eine dreie Stelle gezahlt. Eine runde Zahl. Ja, so. Und ich hab gehört, so was feiert man. Also, Hallo Christian. Hallo Schönheit. Heute machen wir mal alles richtig. Die Leute beklagen sich, wenn du mich nicht Schönheit nennst. Jetzt ist es irgendwie vorher, gab es immer Beschwerden. Wenn du's tust, jetzt gibt es Beschwerden, wenn du's nicht tust. Also heute machen wir in der Jubiläumsfolge mal alles richtig. Ja, möglicherweise gibt es auch schon Beschwerden. Weil, wenn man in seinem jeweiligen Podcast brausar guckt, da steht gar nicht 300, da steht meist eine höhere Zahl, 304, 308 oder so was. Hä? Aber wie kann das? Ja, du hast Sonderfolgen gemacht. Du hattest Sonderfolgen, die außerhalb der Reihe gelaufen sind. Ah. Und je nachdem wieder eigene Browser zählt, kommt das mit dazu oder nicht. Richtig, die Folge, die richtige 300ste Folge ist das heute. Okay. Und das haut auch ziemlich gut hin, denn wenn das Jahr vorbei ist, machst du das bereits seit genau sechs Jahren. Das ist wirklich krass. Also, ich hab dazu genau zwei widersprüchliche Gefühle, das eine Gefühl sagt, kann ich sein? Ich sehe mich noch so wie gestern unter unserem Wohnzimmer Tisch sitzen. Ja, das war der Wahnsinn. Mit dem daher eure 50 Ansteck-Mikrofon. Ich hab die Kissen aus der Couch rausgebaut und hab dich eingemauert, damit damit das Hound etwas besser würde. Mhm. Kommt mir vor wie gestern. Und gleichzeitig kann ich mich schwer überhaupt nur zurück erinnern an eine Zeit ohne Podcast. Also, es ist ja jetzt schon wirklich eine geraume Zeit, dass ich oder wir beide Sonntags hier zu hören sind. Jeden Sonntag. Wir hatten keine Pausen, kein Urlaub. Im Gegenteil, du hast es gerade schon gesagt, manche machen wir noch einen Chip hier draufgelegt und Sonderfolgen veröffentlicht. Und inzwischen dreht sich so vieles um den Podcast, dass es mir schwerfällt mich zurück zu erinnern als es ihn nicht gab. Vielleicht können wir kein Überzogenen, einen ganz kurzen Rückblick machen, was passiert ist. Also angefangen, praktisch, komplett ohne professionelles Equipment. Und wenn wir ehrlich sein, auch in sechs Jahren ist das so wahnsinnig friebesser nicht geworden. Ja, gut im Mikrofon ist es dazu gekommen. Aber wir haben seit ein paar Wochen zum ersten Mal überhaupt so eine Art Studio uns eingerichtet, mit Schallschutz unter der Decke, Dickenvorhängen und du hast sogar hier einen Teppich an unsere Wand geklöpelt, möchte ich sagen. Was sich daraus entwickelt hat, denn mittlerweile, das sage ich jetzt mal in aller Bewunderung, ist Psychologie to Go, der größte Bekannteste Kessenteilspodcast in deutschsprachigen Raum. Und alles Mögliche ist dazugekommen. Du hast beim WDR eine kleine Sendung bekommen, das Psycho-ABC. Ich mache euch einen Link in die Schallnode und du bist mittlerweile die WDR2 Psychologien und ganz häufig im Radio mit so klein. Stimmt. Stimmt, ja. Aber auch zusammen haben wir ja Sachen gemacht, dadurch, dass du ja auch oft hier bist, duften auch wir beide zusammen, was für den WDR machen. Und das hieß Psychologie "To Do" und gerade auch noch in diesem Jahr kommen noch andere spannende Sachen, wo wir dann nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen sind. Wir sind kürzlich häufiger mal gefragt worden, ob man uns bald mal wieder live sehen kann. Und ja, das können wir für 20/26 schon mal einen Aussicht stellen. Erst wenn wir auf einen Podcast-Festivals eingeladen, dann wird es eine Bühn-Tour geben, wieder mit uns beiden. Und mich kann man schon diesen Winter auch in der ARD-Mediateg sehen. Das Format wird heißen Familientherapie. Und ich bin jetzt schon total gespannt, wie es euch gefallen wird. Stand jetzt ist, dass das ab dem Fittenswölften in der ARD-Mediateg erscheinen wird. Ja, es wird aber auch im analogen Fernsehen laufen. So viel weiß ich schon. Ich denke, wir machen euch einfach ein paar Highlights unten in die Show-Nodes mit rein. Ja, weil es gibt immer noch Leute, die sagen, "Oh, ich hätte mir Frankard Dunkelharrich vorgestellt." Oder hätte nicht gedacht, dass Christian Bart hat oder so was. Also, wenn uns wirklich bisher nur in Anführungsstrichen aus diesem Podcast kennst und mal gerne Gesichter dazu hättest, dann schauen wir mal in die Links. Aber ich pack auch ein paar andere Podcast-Heylights mit rein, denn du warst ja bei "Mazihilche", du warst bei "Stärfane Giesinger" in "Giesbot", du warst bei "Erdico von Kirti". Wir haben unheinend auf diesem Weg, bisher her so viele spannende, interessante, freundliche Menschen kennengelernt. Das stimmt. Dass der Wahnsinn, also es ganz toll. Wir sind unfassbar glücklich darüber. Ja, und sehr, sehr dankbar und natürlich, wäre nichts davon möglich oder auch nur denkbar, ohne halt Menschen, wie dich, liebe, zuhörerin oder lieber zuhörer, die, Sonntags immer wieder einschalten, die uns abonniert haben, die uns nette Kommentare darlassen. Und so dafür sorgen, dass der Podcast auch immer noch immer wieder neu entdeckt wird von Menschen. Das ist wirklich ein absolutes Geschenk. Vielen Dank dafür. Und weil das letztendlich nur an euch hängt, haben wir nochmal rekapituliert, woraufs am meisten Resonanz gab, woraufs die meisten Nachfragen gab, oder vielleicht auch was euch mit am wichtigsten war. Und diese Themen haben wir heute in dieser besonderen Folge mal zusammengefügt und würden gerne ein bisschen Input geben, zu dem, was euch nicht nur scheinbar ganz doll am Herzen liegt, sondern was nachweislich auch zu den wichtigsten psychologischen Themen gehört. Und zwar sind es die Themen. Selbstwert und selbstbewusstsein und das Thema "Nein" sagen, wir haben uns auch nochmal neue Forschungen dazu angeguckt und neue Strömungen. Und dabei ist uns sozusagen einmal mehr bewusst geworden, dass diese Themen natürlich nicht so isoliert im Raum stehen, sondern dass die ohnehin irgendwie zusammengehören. Und das werdet ihr im Laufe der heutigen Podcast-Episode bestimmt auch merken. 2020 ist eine Studie als Schienen der Universität in Tontheim. Und die Forschenden dieser Studie haben sich angeschaut, was denn die stärksten Schutzfaktoren für mentale Gesundheit sind und haben dabei den Selbstwert identifiziert. Also die Frage, wie wir uns selber bewerten, was wir glauben, was unser Wert ist, ob wir uns für Wertvollhalten oder nicht. Und dass der empfundene Selbstwert, ein Prediktor, also eine Faktor für die vorher sage, von Resilienz es. Und Resilienz wiederum ist die Fähigkeit, Belastungen in den Fall selische Belastungen abzufedern. Das heißt nicht, dass keine kommen und, es heißt auch nicht, dass man starter gegen Gegenhält, sondern Resilienz bedeutet, dass man federt. Man hat eine Belastung und nach der Belastung kommt man wieder in den Ausgangszustand. Und damit das gut funktioniert, braucht es einen stabilen Selbstwert. Ich habe auch eine große Übersichtsarbeit gefunden, die es auch noch recht frisch von 2022. Und die kam ebenfalls zu dem Schluss, was du sagst, dass ein gutes Selbstwertgefühl sich für praktisch alle Lebensbereiche positiv auswirkt. Also Menschen mit einem guten Entakten Selbstwertgefühl führen zufriedenstellendere Beziehungen. Sie haben häufig bessere Bildungs- oder auch berufliche Erfolge und sie sind mental gesünder. Und das gilt für alle Altersgruppen, alle Geschlechter und eben auch in verschiedenen Ländern. Das war eine große Übersichtsarbeit, die auch Studien aus verschiedensten Ländern betrachtet hat. Man kann sagen, es gibt sowas wie einen universellen Zusammenhang zwischen einem positiven Gefühl, sich selbst gegenüber und allen möglichen Parametern, wo man sagen würde, die sind wichtig für ein gelingendes Leben. Und jetzt weiß man, dass verschiedene seelische Schieflagen beispielsweise eine Depression. Als Symptomatik haben, dass sie das Gefühl des eigenen Selbstwert reduzieren. Und das ist dann so ein bisschen Teufelskreis. Das heißt, macht mir die Depression ein reduzierten Selbstwert, ist die Wahrscheinlichkeit, depressiv zu sein, wie dann stutt weit erhöht. Egenwohnen diesen Teufelskreis muss man aber einmal ansetzen und das durchbrechen. Also du meinst, ein niedriges Selbstwertgefühl macht anfälliger führt zum Beispiel Depression und ungekehrt, Depression schwächt das Selbstwertgefühl. Und das ist der Teufelskreis ja. Fakke aber, sagt mir ganz kurz, dass wir uns nicht verstehen. Was verstehst du unter Selbstwertgefühl? Ja, also im Deutschen wird das, glaube ich, einigermaßen Synonym verwendet, Leute sprechen von selbst, Wertgefühl, sich sprechen von selbst, Sicherheit, sie sprechen von selbst, bewusst sein. Und das alles sind leicht verschiedene Nuancen. Aber wenn wir von selbst Wert sprechen, dann meinen wir üblicherweise das, was in unserem Kern, in unserem Innersten das Gefühl gibt, dass wir okay sind, dass wir liebenswert sind, dass unser Wert sowieso feststeht, ganz unabhängig von Leid.
Leistungen oder Errungenschaften, auch unabhängig von Bestätigung von Außen. Also das ist sozusagen das, was wir auch fühlen, wenn wir allein auf einer einsam Insel sein würden, ohne dass uns jemand lobt oder bestätigt oder eine Gehaltserhöhung gibt oder auf die Schulter klopft. Also im Kern sicher mit mir selber zu sein, ohne dass ich Bedingungen erfüllen müsste. Aber dieses Bewusstsein ist veränderlich, sonst müssten wir ja nicht drüber reden. Ja genau, zumal das ja auch verschiedene Facetten hat, also das dreht sich zum einen darum, wie ich mit mir selber umgehe. Auch zum Beispiel, ob ich in der Lage bin, mir selber mit selbst mit Gefühl zu begegnen, wenn es mir nicht gut geht oder wenn was schief gegangen ist. Also es geht bei selbstwertgefühlt tatsächlich um Verhalten und denken über mich selbst, aber es geht auch um die Interaktion mit anderen, kann ich da selbst bewusst auftreten, kann ich meine Interessen vertreten, kann ich was fordern und was ablehnen, kann ich anderen auf Augenhöhe begegnen, all diese Sachen und weil das Selbstwertgefühl im Grunde so in allen Lebensbereichen Rolle spielt, kann man das auch überall ein bisschen trainieren und verbessern. Ein guten Teil des Selbstwertgefühls macht auch die Erkenntnis und das Bewusstsein der eigenen Selbstwirksamkeit aus. Und hilfreich ist es dabei, natürlich, wenn wir Dinge bewirken, die zu Erfolg führt oder zu irgendwas, was wir uns erhofft haben oder das irgendwie anders positiv auf uns zurückschlägt. Und selbstwirksamkeit, das klingt immer so groß, aber tatsächlich ist das zum Beispiel, glaube ich, einer der positiven Effekte bei Menschen, die kreativ sind oder handwerklich begabt oder gerne gärtnern. Es bedeutet ja letztlich nur, dass man zu tiefst die Erkenntnis verinnerlicht hat, ich kann was, das, was ich mache, bewirkt was, es hat ein Effekt und ich sehe Resultate sozusagen. Und zu sehen, dass ich was bewirke, ist total relevant. Wir beobachten ja auch in unseren Gesprächen und Therapien immer wieder, dass Menschen ein bisschen darunter leiden, dass sie nicht sehen, dass zum Beispiel ihre Arbeit nicht abgeschlossen ist, in dem Sinne. Kein richtiges Ergebnis hat, das ist sogar bei mir immer so ein bisschen so gewesen, ich habe dir erzählt, ich habe mir immer vorgestärkt, ich könnte bei der Post Briefe stämpeln, dann würde ich sehen, wenn die Arbeit erledigt ist und ich hätte einen Stapel und ich habe auch die Rückschenkollegen immer ein bisschen beneitet, wenn man was zunet, das ist der Redigt. Unsere Prozesse dauern lange und länger. Ja, ja und das stimmt. Also wenn man sehr viel Zeit verbringt mit Prozessen, die kein direkt abrechenbares Ergebnis haben, dann kann das dazu führen, dass man sich selber als nicht so wirksam erlebt oder wenn man nur sehr langfristige Ziele verfolgt, wo man vielleicht zwar behalig am Ball bleibt, aber eigentlich nicht direkt irgendwie merkt, dass etwas, was man getan hat, sinnvoll war oder so. Dann kann das schon ganz wichtig sein für ein positives Selbstwert erleben, dass man zum Beispiel heckelt oder schnell wachsenden Basilikum pflegt oder so. Nee, alle. Das ist dein persönliches Beispiel. Ja, ja. Aber ich meine nur, Selbstwirksamkeit als ein Bestandteil von Selbstbewusstsein ist eine wichtige und manchmal unterschätzte Sache. Und ich habe jetzt zwar gesagt, dass es Dinge sind, die erfolgreich ablaufen, das ist aber in der Gesamtheit gar nicht richtig. Die Idee, dass alles, was man anpackt, erfolgreich sein muss, dass das von der Folge krögt sein muss und ich davon dann ein besseren Selbstwert und ein größeres Selbstbewusstsein bekomme, dies falsch. Nachweislich muss man gelegentlich mindestens scheitern. Also machen und scheitern, denn du brauchst unbedingt, dein Kopf braucht unbedingt die Erfahrung, dass du auch das Scheitern aushältst. Das gehört auch zu deinem Selbstwert. Das ist so interessant, was du sagst, weil da ein Aspekt hineinkommt, der glaube ich vielen Menschen noch einigermaßen neu sein dürfte und dessen große Kraft für unser Selbstbewusstsein vielen Leuten wirklich umbekannt sein dürfte. Und das ist das Thema Selbstmitgefühl. Und da muss man vielleicht ein bisschen um die Ecke denken, um zu verstehen, inwieweit die Fähigkeit mit sich selbst freundlich und antelnehmend und liebevoll zu sein, inwieweit das auf das Selbstbewusstsein wirkt. Aber es ist so, wie du sagst, wir haben ja nicht in unserem Leben dauernd nur Erfolge, sondern Menschen, die was tun, machen halt auch Fehler. Oder scheitern oder haben Misserfolge. Und da scheint es tatsächlich für ein stabiles Selbstwertgefühl super entscheidend zu sein, wie du damit umgehst. Also bedeutet, dass ein gutes Selbstmitgefühl zu haben, so wie mit einem Freund umzugehen. Genau. Also es kann ich so sehr gefühl in dem Sinne, sondern durchaus der Umgang mit mir selber, wie ich mit mir spreche. Ja, genau. Also es ist ja so, unser Selbstwertgefühl ist und das ist sicherlich auch gesellschaftlich bei uns stark verankert. Nicht nur bei uns, ich würde denken, das ist mal zumindest in den westlichen Nationen sehr überwiegend so, dass unser Selbstwertgefühl stark gekoppelt ist an Leistung und Leistungsfähigkeit. Und es spricht ja auch per se erst mal nichts gegen Leistungsfähigkeit. Der Punkt ist nur, wenn das die einzige Seule ist, auf der unser ganzes Selbstwertgefühl ruht, dann ist das natürlich fragil. Denn was passiert, wenn ich meine Leistungsfähigkeit einbüße oder wenn ich ein Fehler mache oder scheitere oder so? Und das erleben dann viele Menschen als richtigen Crash. Weil sie wirklich verinnerlicht haben, sie sind nur gut, wenn sie gutes leisten. Und dann kommt es halt ganz stark darauf an, ob du dann noch dazu neigst, dich gleichzeitig noch von innen her zu zerfleischen, sozusagen, weil du stark perfekt zünistisch bist, weil du ungenächtig mit dir bist, weil du Regie des Standards hast, deren Einhaltung du von dir selber vordest und so, also wenn da so ein Leistungsabhängiges Selbstkonzept auf Regie des Strenge-Inneres muss da trifft, dann hält das nur so lange, wie du wirklich leistest, ablieferst, 100 Prozent gibst. Kann ich das so verstehen, dass mein durchaus dynamisch sich verändern des Selbstwertgefühl ein Anteil hat, der gleich bleibt, da weiß ich, was ich wert bin, das bleibt auch erstmal so, das habe ich auch von vielleicht zu Hause mitbekommen. Also das Gefühl, dass du geliebt bist, sozusagen. Ja, super, wenn du das hast. Ich glaube, jeder hat das, die Frage ist nur in welchem Ausmaß. Und dazu kommt ein Stück weit sozial abhängiges Leistungsbild. Also wie sehen mich die anderen, wie werde ich bewertet, wie gut schneidigt, man muss es sagen, auch im Vergleich vielleicht ab. Genau, und dieser Anteil ist aber nach meiner Beobachtung, zumindest jetzt mal bei den Menschen, die vielleicht gleichzeitig auch mental angeschlagen sind. Und das sind ja nur die Menschen, mit denen wir viel sprechen. Bei denen ist es eben nicht so, dass die dieses unverbrüchliche, bedingungslose Selbstwertgefühl haben, dass ihnen, sag ich bin auf jeden Fall, liebenswert, whatsoever. Ich bin gut, ich muss niemanden was beweisen, das ist bei denen häufig nicht sehr stark ausgeprägt und dafür eben dieses Leistungsabhängige, kontextabhängige, bewertungsabhängige. Was ja dann dazu führt, dass jemand versucht, sehr viel zu leisten, was dann wiederum zum Beispiel dazu führen kann, über das zu gehen, was eigentlich ja möglich ist. Genau, so und jetzt um nochmal auf das Selbstmittgefühl zurückzukommen, es hat sich gerade erst in jüngerer Vergangenheit noch mal dieser Zusammenhang gezeigt, dass Menschen, die im Falle von Fehlern, von Scheitern, von nicht so gut abschneiden, von irgendwas schaffen, freundlich mit sich selbst zu sein. Erstens motivierter sind, schneller wieder aus Löchern rauszukrabbeln, Dinge neu anzugehen, es nochmal zu versuchen und, dass sie insgesamt selbstbewusster sind, weil sie sich eben nicht verdammeln und verurteilen und so metaphorisch gesprochen noch auf sich selbst drauf treten, während sie schon am Boden liegen, sondern weil sie so, wie du gesagt hast, mit sich selber umgehen, wie sie mit einer Person umgehen würden, die sie lieben. Okay, ja, das bedeutet nicht kritikfrei und alles ist toll, sondern im besten Wort Sinne freundlich. Ja, genau und das finde ich nochmal interessanten Gedanken und auch irgendwie nochmal so ein bisschen eine andere herangehensweise, also übliche Selbstbewusstseins, Boosts, also klar, du kannst mit einer Körpersprache arbeiten, klar, du kannst mutige Sätze lernen oder sowas, aber es kommt mir tiefer gehender und nachhaltiger vor, sich wirklich um ein gutes Verhältnis mit sich selbst zu bemühen und darüber von innen her und eben unabhängiger auch von von äußerem Feedback eine gute Beziehung zu sich zu haben. Das ist vielleicht so eine innere Selbstsicherheit, die sich dadurch aufbaut und die ist eben nicht durch Perfektionismus und durch Ansprüche und durch Leistungsdenken und so setze wie wenn ich was mache, mache ich es richtig oder was ich mache, mache ich zu 100% oder so, das ist nicht das, sondern es ist so eine Anerkennung, ich bin Mensch, ich gebe mein bestes Jahr, aber ich kann auch Fehler machen, ich kann auch scheitern und ich bleibe trotzdem wertschätzend und freundlich mit mir selbst. Also würdest du mir raten den inneren Satz zu ändern, wenn ich was mache, mache ich 100% dich zu, wenn ich was mache, versuche ich es so gut, wie es geht zu machen. Ja und vor allem der Dialog danach. Was ist wenn du es nicht gemacht hast? Was ist wenn es nicht. geklappt hat. Das ist das Entscheine. Wie gehst du dann mit dir um? Sagst du dann, ich bin so ein Versager, ich jetzt besser machen müssen. Ich bin enttäuscht von mir, überhaupt bin ich eine ganze Enttäuschung als Person oder hast du ein positives Selbstgespräch, freundlich, motivierend, tröstend. Das sagt, na ja, es hat dieses Mann nicht gereicht oder es hat jetzt einfach nicht geklappt. Ich sag dann zu mir, so Digger, aufstehen grünchen Richten, weiter machen. Ja, wenn du Digger als freundliche Zeichnungsjährigen über Jörg Guth. Mit DEGA. Ja, dann ist das dann, lass ich das als positives Selbstgespräch gelten. Das grünchen darf ich das mal sehen. Das hier schaut es virtuell. Ja, so wichtig. Also es fand ich einfach noch mal ein interessanten Aspekt im Hinblick auf Selbstwertgefühl, sich dem Thema mal ganz anders zu näher, nämlich über die Fragestellung. Ja, wie gehe ich denn eigentlich selbstkritisch die ganze Zeit mit mir um oder erodiere, ich möglicherweise selbst die ganze Zeit meine Selbstachtung, meine Würde, indem ich wahnsinnig unfreundlich mit mir bin und gar kein Mitgefühl für mich habe. Sollte das der Fall sein, kann man da daran drehen, über so ein für dich eher ungewöhnlichen Winkel. Es gibt ja einen relativ bekannten Effekt, der mit Reziproziität zu tun hat und zwar dass die Selbstbeobachtung durchaus auch unser Bewusstsein bestimmt. Das sein bestimmt das Bewusstsein. Wenn ich mich beobachte, wie ich den Getur auch, wie ich mit mir rede, kriegt meine Identität, kriegt man Geist ein Gefühl davon, wer ich bin. Und das betrifft zum Beispiel auch ganz stark Grenzen zu setzen. Du hast seine wundervolle Metapher mehr mal gesagt, das Grenzen sind wieder eigene Gartenzauen. Ja und wer bin ich sozusagen, wenn ich entweder meinen Gartenzauen ständig runtertrampeln lasse oder gar nicht erst einen Gartenzauen gesetzt habe, das macht was mit meiner Identität und unser Ich, aber auch unsere Energie, unsere Kraft reserven, unsere zeitlichen, unsere finanziellen Ressourcen, alles was wir sozusagen als Person mitbringen, also letztlich eben, wir als Mensch brauchen auch ein bisschen Schutz. Und ich finde, wenn man das so versteht, so wie man seinen Grundstück mit einem Gartenzäunchen schützt, so darf man auch und sollte man auch sich selbst schützen. Und das hat nichts agressives, nichts kaltes, nichts böses, nichts egoistisches, sondern das ist einfach fürs menschliche Mithainander, ein ganz wichtiges Signal. So hier ist meine Grenze, hier ist mein Gartenzauen. Ich liebe diese Metapher mit dem Gartenzauen. Wenn du zum Beispiel darauf achtest oder auch bestest, dass man deine Gartenzauengrenzen einhält, impliziert das ja, dass dahinter etwas zu bewahren, das zu beschützen, das ist. Zeigst du gar keine Grenze? Könnte dein Geist, könnte dein Bewusstsein vielleicht glauben, da ist gar nichts beschützen zu wertes. Also du meinst auch so, dass ich mir selber gebe, wenn ich so Endgrenz bin und jeder von mir sozusagen alles nehmen, alles kriegen kann, wenn ich nie nein sage, ist das ein Signal an mich selbst, da ist nichts wertvolles zu schützen. Man könnte diese Idee zumindest entwickeln, ich sag nicht das auf jeden Fall, aber für viele Leute fühlt sich das wirklich so an, dass es etwas unrechtmäßiges sei, dass sie zum Beispiel ihre Zeit oder ihre Energie für sich selbst verwenden möchten oder auch ihr Geld, also egal was, das fühlt sich für manche Menschen tatsächlich so an, wie es würde es ihnen selbst nicht zustellen. Und die Metapher mit dem Gartenzauen, die kann man ja so ein bisschen ausweiten. Also wenn man jetzt sagen würde, man hat halt einen Grundstück mit Obstbäumen und einem kleinen Gemüsefeld und vielleicht noch einem Gewächshaus, wo zu jeder Jahreszeit auch ein paar Tomaten wachsen und so und man kümmert sich darum und das sind die eigenen Ressourcen. Also alles, was du so hast und wo von du profitierst, was du aber theoretisch auch teilen könntest, aber du brauchst halt auch was davon für dich selber, so wie aus deinem eigenen Gemüse und Obstgarten. Und jetzt hast du keinen Zaun, dann führt das zu Miesen Missverständnissen, es könnte nämlich sein, dass dann einfach jemand denkt, das ist ein Selbstflückgarten. Das könnte mir sozusagen passieren und dann sehe ich da einfach nur ein Baum, halt das für öffentliches Gelände, geht dahin und flückt mir Sachen. Ja. Ehrlich gesagt ist, dass mir gegenüber ziemlich gemein, dass du mir nicht gezeigt hast, wo Grenzen sind. Ein guter Dreh, ja genau. Also mir ist das tatsächlich schon mal passiert. Ich versuche die ganze Zeit mich zu erinnern, wo das war, aber ich habe tatsächlich mal ihr tümlich geglaubt, dass sei ein Selbstflückgarten. Ich kenne das aus so manchen Städten, die in so Burgreben oder so so Gärten angelegt haben. Ich liebe das und ich gehe dann da nraschen, aber doch nicht, wenn ich einfach nicht gesehen habe, dass das ein Privatgelände ist, dann ist mir warm sind, ich peinlich, ich möchte nicht jemanden was wegnehmen, was gehört. Ja, genau. Und das ist das, was auch passieren kann, wenn man nicht nein sagt, wenn man keine Grenze zeigt, dass man auch jemand anders in eine doge Situation bringt. Es ist nämlich peinlich. Wir beide sind ja mittlerweile auch Arbeitgeber schon einige Zeit und wir brauchen von unseren Mitarbeitern unbedingt das Signal, wo Grenzen sind. Wir wollen auf keinen Fall drüber gehen, das wäre auch blöd, weil wir sehen das allein moralisch schon so, aber es wäre gleichzeitig auch total dumm, jemanden zu belasten über seine Möglichkeiten hinaus, das führt zu nichts gut um. Irgendwann ist der Baum Karl und es gibt keine neuen Früchte mehr. Ja, genau. Also das bedeutet unter dem Strich, dass wenn man Nein sagen und Grenzen setzen, ein bisschen neu denkt, nämlich nicht, wie ich gerade sagt, da ist etwas Gemeins oder egoistisches oder etwas wohl ran Leute anstoßen, sondern wenn man es sieht, als ein völlig normales, zwischemenschliches Signal, an dem sich alle orientieren können, dann ist es auch gar nichts Schlimmes mehr Nein zu sagen. Genauso wenig, wie es Schlimm ist, um Datenzaun ums eigene Grundstück zu machen. Das hat einen Türchen, du kannst jederzeit entscheiden, wen du reinlässt oder wen du was gibst oder mit wen du teilst, aber du entscheidest über dein Grundstück und genau so entscheidest du über deine Ressourcen. Das ist nicht fies, da wird niemand Sauer oder enttäuscht sein, sollte auf jeden Fall nicht. Haha. Ja, gut Sauer sind die Leute, die vorher das als Selbstfluggarten gesehen haben, und sich immer schön bedient haben. Die sind vielleicht kurz Sauer. Es gibt auch welche, die ein solches Bedürfnis nach deinem Obst haben, dass sie über das kleine Zeunchen, dass du da gemacht hast, einfach drüber steigen. Ja, das höre ich ganz oft, ganz oft sagen Leute zu mir. Ja, ich sage ja, nein, aber es hört keiner drauf. Ja, die Grenze zeigen, ist die eine Sache. Die Grenze auch durchsetzen, eine ganz andere. Nur nein zu sagen, aber dann keine Reaktion zu zeigen, wenn jemand da drüber geht. Der hat eben keine echte Grenze gesetzt, der hat kein Zaun gezogen, sondern nur um die Einhaltung einer Grenze gebeten. Ja, das stimmt. Also ich finde, das Thema so spannend ist ja wahrscheinlich auch keine Neuigkeit. Also zum Thema Nein sagen, habe ich ja sogar ein Buch geschrieben und einen Online-Kurs gemacht und es gibt auch eine Checkliste mit den zehn besten Tipps zum Nein sagen, wie man sich dem Thema sozusagen mal annähern kann. Das machen wir auch in die Show Notes. Aber als Gedanken wollten wir auf jeden Fall heute schon mal da lassen, dass ein Nein nicht nur ein ganz normales zwischenmenschliches Signal ist, sondern es ist eben auch das, was dich und dein Selbst und auch dein Selbstwertgefühl und deine Achtung schützt. Das ist kein Rad, um deinen Garten eine Mauer zu ziehen. Nur eine Mauer führt häufig dazu, dass keine Licht mehr an die richtigen Stellen kommt und auch nichts mehr wechselt. Also nicht isolieren, das richtige Maß zu finden, die stark mal Nein sagen muss und sollte, die sehr und wie viele Menschen man einleden sich an den eigenen Ressourcen zu bedienen, dieses richtige Maß zu finden ist immer eine Aufgabe, das ist eine ganze Lebensaufgabe. Klar ist nur, dass weder die Mauer noch keine Grenzen zu setzen, richtig ist. Ich möchte das mit den Metafahren jetzt nicht überstrapazieren, aber ich habe noch ein hilfreiges Bild sozusagen. Ja bitte. Was das auch so ein bisschen entstressst vielleicht. Und zwar hast du uns ein Staubsauger-Roboter. Gekauft. Ja. Und dieses Gerät, das jetzt hier mit uns gemeinsam lebt, kommt ja mit einer Gebrauchsanweisung. Also das braucht ja Nummer allerlei, um so zu funktionieren, wie es gedacht ist. Ja, ja tatsächlich. So, bist du jetzt beleidigt über die Gebrauchsanweisung. Sagst du, dass es eine Unverschämtheit, wie kann es mir so klar sagen, was es will und was es nicht will? Nein Gott sei Dank. Eben, eben. Da steht genau drin, wo man Flüssigkeiten reintun soll und wo er nicht, ob da putzmittel rein soll oder nicht. Wie das aufgeladen werden möchte, wie die App funktioniert und dann sind wir uns doch alle einig. Das ist ein Hinweis, so können wir miteinander leben, der Staubsauger-Roboter und wir. Wir müssen uns einfach an die Regeln halten, die der mitbringt, dann kommen wir klar. Ja, der sagt mir immer was er braucht, was gewechselt werden muss und selbst wenn ich deswegen die Augenrolle. Ist es gut, dass es gemacht hat? Ja, genau. Und wenn wir das jetzt noch mal übertragen auf unser zwischendenschliches Mithainander, wenn ich also als Mensch die. Hier zu verstehen Gebes, so passen auf das hier so was wie meine Gebrauchsanweisung. Nicht ansprechen, bevor ich ein Kaffee hatte. * Lachen * * Lachen * Ich hatte deswegen komm ich immer schon mit Kaffee. Ist jetzt ein blödes Beispiel, aber verstehst du, was ich meine? Es ist ja einfach nur hilfreich für alle Beteiligten. Damit mein ich jetzt nicht, dass man Kaprizius sein soll oder dass man wie so manchen Weltstaß nachgesagt wird, sagt so. Ich betrete nur ein Hotelzimmer, das Schnee weiß, ist mit weißem Blumen und weißen Perserkatze auf einer weißen Kaut. Das meine ich nicht. Aber. Feinteater machen. Nee, genau. Es geht ja überhaupt nicht darum, Theater um sich selbst zu machen, sondern um so eine paar Punkte Gebrauchsanweisung, wie ich happy sein kann und du happy sein kannst. Und dann ist doch alles gut. Wenn man das so sieht, dann ist Grenzen, setzen kein Problem, sondern ein Gebot der Fähnis. Und wenn man sich damit auseinandergesetzt hat, wenn man weiß, wo die eigenen Grenzen sind, weiß man auf der anderen Seite unter Umständen auch ganz gut, wo man zum Beispiel Hilfe braucht. Wenn dann der selbst wird, stimmt das Selbstbewusstsein auch ausreichend. Das sollte es um andere Leute um Hilfe mal zu bitten. Dann kann man auch das Selbstbewusst tun. Wir hatten ein ganz tolles Beispiel. Es ist jetzt vor wenig Tagen gewesen, eine Nachbarin hat mich einfach auf dem Parkplatz gesehen, hatte was Schwieres zu tragen und hat ganz normal gefragt. Herr Weiß, könnten Sie mir das bitte in die Wohnung tragen? Ja. Wir kennen es noch gar nicht so gut und ich dachte, so aus dem Nichts, Mensch und Kinder. Das gefällt mir. Es war fair, sie hat mir jede Möglichkeit gegeben, zu sagen, nein, tut mir leid, ist mir jetzt zu knapp vor der Zeit. Schaue ich selber nicht. Mhm. Es war so eine ganz neutrale Frage. Ja. Und ich habe ganz neutral durchgehen können. Kann ich das jetzt machen? Ja, er konnte dich und hab's gemacht. Und jetzt hat sie auch diese Erfahrung gemacht von einer gewissen Wertschätzung, die ich hier deswegen entgegen gebracht habe. Und auch das spielt wieder zurück auf das eigene Selbstwertgefühl. Ja, wir sprechen ja heute über das Selbstwertgefühl und das Nein sagen. Und etwas, was mir jetzt in diesem Kontext natürlich sofort einfällt, sind ja Menschen, die zu diesem sogenannten "Peeple Pleasing" neigen. Die also im Grunde am liebsten gar keine Grenzen aufmachen. Auch wahnsinnig umgehren andere, um Hilfe bitten, sondern im Grunde eher selber so stets zu diensten sind. Nicht nur nicht Nein sagen, sondern sich aus dem eigenen Garten noch die vorbeigehenden Leute mit Äpfeln bewerfen. Ja, nehm hier, nehm das noch von mir. Genau, so ungefragt voraus, eilend, ganz, ganz viel für andere Menschen machen. Und auch da haben wir eine interessante und vielleicht noch nicht ganz. Und vielleicht noch nicht ganz so vertraute Perspektive drauf auf dieses Thema "Peeple Pleasing". Es geht nämlich nicht nur darum, für die betroffenen Menschen, gemocht zu werden oder Kritik zu vermeiden oder auf alle Fälle gut darzustehen, sondern in der neuen Literatur wird diskutiert, ob gerade dieses "Peeple Pleasing" nicht neben dem "Fight", dem "Fight" und dem "Freezmodus", den wir evolutionspsychologisch in uns als mögliche Reaktion auf Bedrohung kennen, als "Forn Modus", ebenfalls in letzter Konsequenz eigentlich eine Überlebensstrategie ist. "Farven" so wie "Rekits". Genau "Farven wie "Rekits". "Forn". Also sich selber schon mal in eine Position bringen, dass mir nichts passieren kann. Es bedeutet einfach, dass man dazu neigt, schnell und vorausallend zu beschwichtigem, überangepasst zu reagieren, ständig zu scannen, wie muss ich denn sein, umgemocht zu werden und auch manchmal fremde Verantwortung zu übernehmen. Ja und das ist halt so tückisch, weil wenn man sich das überlegt, also es bedeutet, Bedrohung abzuwenden oder in gefährlichen, wie auch immer, geateten Situationen letztlich zu überleben, indem man sich wahnsinnig über angepasst zeigt. Also selber nichts fordert, keine Grenzen setzt, wie du gerade gesagt hast, beschwichtig und so weiter. Aber was macht das mit den Aspekten des Selbstwertes von Selbstachtung zum Beispiel? Was ist mit deiner Würde, wenn du dich immer unterordnest und bringt es dir wirklich, dass du dich angenehmer finden oder dass du beliebter bist? Und da weiß man, das passt nicht, das funktioniert nicht. Und wird dadurch für gewöhnlich nicht beliebter. Sondern man wird ausgenutzt. Diese Strategie, unbewusstes Strategie für gewöhnlich, geht zwar häufig auf im Sinne von, man wird nicht so viel angegriffen, nicht hart angegangen, aber häufig wird man nicht besonders gewährt schätzt. Und das wiederum haben wir ja schon besprochen, hat eine Fektofs eigene Selbstwertgefühl. Ja und das ist natürlich ein weiterer tolles Kreis. Wir hatten ja schon gesagt, dass am Beispiel Depression, die Depression mindert dein Selbstwertgefühl und ein vermindertes Selbstwertgefühl macht dich empfänglicher für Depression. Und hier haben wir einen anderen tolles Kreis, also diese reakitsreaktion oder Bambi-Reaktion, die man jetzt vor Reaktionen auch übersetzen möchte. Das ist ja nichts, was die Leute sich jetzt wirklich als bewusste Strategie zu Recht gelegt haben, sondern in der Regel ist das ja eine Reaktion auf wahnsinnig herausfordernde und mutmaßlich, vielleicht sogar wirklich gefährliche Umstände, in denen man die Erfahrung machen musste, wenn ich mich wäre oder wenn ich Nein sage oder wenn ich aufmüpfig bin oder fordern oder frei. Oder wenn ich eben eine Grenze setze, dann wird's schlimmer. Das verschärft meine Situation. Das tut nichts für mich, sondern es macht meine ohnehin schwierige Situation in jeder Hinsicht noch schlimmer und vielleicht noch gefährlicher. Das ist ja letztlich was da drinsteckt. Das ist also eine Überlebensstrategie. Deshalb wird es ja auch in einem Atemzug genannt mit Freeze oder Freit oder Fleit. Und das führt aber letztlich dazu, dass man so starke Antennen nach außen gerichtet hat, notwendigerweise. Also das sind so Menschen, die häufig auch sehr gut die Stimmung lesen können, die schon sehr gut antizipieren können, was das gegenüber jetzt brauchen könnte, womit sich andere wohlfühlen würden, wie man sie beschwichtigen kann. Und so alle Antennen sind sozusagen nach außen gerichtet. Und das eigene Verhalten ist darauf abgestimmt. Aber die Antennen nach innen, was braucht eigentlich ich? Wie geht's eigentlich mir? Was sind eigentlich meine Bedürfnisse, meine Vorlieben und all das, was ich zum Beispiel in meine Gebrauchsanweisung schreiben würde? Das verkümmer sozusagen. Und das bedeutet für's Selbstwertgefühl, eigentlich, dass das gar nicht erst richtig entwickelt werden kann. Da ist im Inneren nicht viel, worauf man zurückgreifen kann, wenn man nicht gelernt hat, eigene Bedürfnisse überhaupt wertzuschätzen, eigene Anliegen ernst zu nehmen oder auch körperliches Unwohlsein als Signal anzuerkennen und all das. Das Hoffnungsvolle dabei ist allerdings, das ist keine Charakter Eigenschaft, sondern das ist etwas gelerntes. Und alles, was wir gelernt haben, können wir auch wieder umlernen. Ja. Und dafür gehört sicherlich erst mal dazu, dass man sich darüber bewusst wird. Fager, ich behaupte mal, wenn das sehr ausgeprägt ist, ist wahrscheinlich eine therapeutische Begleitung, was das angeht, sinnvoll. Ja. Heißt aber nicht, man könnte selber schon nicht kleine Dinge tun. Und das sind solche Mikrogartenzäune errichten. Und für gewöhnlich damit positive Erfahrungen machen. Genau. Also wenn man von sich selber die Idee hat, ich bin wirklich jemand, der so viel ja sagt, nach da draußen und ja sagt, obwohl ich nein meine und ja sagt, obwohl es mir innerlich total gegen den Strich geht, dann ist das ja sowieso eine gute Idee, in kleinen Schritten zu beginnen, den Gartenzaun. Vielleicht nicht um das ganze Grundstück, aber schon mal, um das eine oder andere Bed herum zu stecken, was da zu sagen. Ich fange mal an, zum Beispiel meine zeitlichen Ressourcen zu schützen. Indem ich nach 19 Uhr keine beruflichen E-Mails mehr beantwortet. Oder das Diensthendi an meinem freien Wochenende auslasse. Oder ich sag auch nein zu mir selber, indem ich sage, mehr als dreimal am Tag guck ich nicht in meine E-Mails. Das sind so Mikro-Nines, wo man nicht konfrontativ mit anderen direkt sein muss, wo man nicht in eine unangenehme Situation kommt oder nicht direkten Konflikt aushalten muss, aber wo man schon mal üben kann, dass diese Kleiden-Neins und diese Kleienzeunchen ein auch bereits schützen. Und keine Katastrophe passiert? Genau. Die nächste kleine Steigerung könnte dann sein, kennst du da zu setzen, wo sie ganz allgemein anerkannt sind. Wenn du zum Beispiel 7 oder 8 Stunden Schlaf brauchst und du wirst darüber hinaus noch irgendwie die gefordert. Es ist völlig ekäte zu sagen, ich kann das nicht mehr schaffen, sonst habe ich zu wenig Schlaf. Du sagst jetzt so, dass es so allgemein anerkannt ist, ist das das? 7 bis 8 Stunden. Ja, das sagt jetzt der Medizite hinter dir, aber ich weiß nicht, ich kam mir vorstellen, dass Menschen in Situationen sind, wo immer noch das Sprichwort gilt, schlafen kannst du, wenn du tot bist. Aber ich finde es total ermutern, dass du sagst, hör, das ist ein Grundbedürfnis, Das sollte allgemein anerkannt sein. Unterschreitet man diese Grenze.
ist es in vielerlei Hinsicht schädlich, nachgewiesen schädlich. Es ist auch nicht besonders förderlich, wenn man diese Grenzen weit überschreitet. Aber sieben bis acht Stunden Schlaf sollte man sich einräumen. Okay. - Und wenn das jemand nicht glaubt, dann kannst du diese Podcastfolge vorlegen. Hab ich so gesagt. Ja, und es gleich ist ja aber auch mit Essen trinken, anderen Grundbedürfnissen, ne? Also man läuft ja auch keinen Marathon, während man schon halb verdurstet ist. Also auf diese Bedürfnisse achtet man manchmal ein bisschen besser. Die sind anerkannt. Aber was du sagst, ist ja, dass wenn wir anfangen, unsere Grenzen zu schützen, dann sollten wir mal mit dem naheliegenden und mit dem kleinen und den kleinen Bereichen anfangen. Hier in kleiner Zahunflog für den Gartenzahun, da in kleiner Zahunflog oder erst mal ein kleines Beet oder erst mal die naheliegenden Sachen, nämlich wirklich körperliche Bedürfnisse erst mal erfüllen und schützen. Und für jeden, der sich eher zu den Peeple-Piesern zählt und der dazu neigt in vorauseilenden Gehorsam schon Dinge zu machen, und die man gar nicht gefragt wurde, ist der erste Rat damit aufzuhören. Also das gilt jetzt vor allen Dingen für Situationen, wo man merkt, dass man durch irgendwas belastet ist, vielleicht weil er denn das so in den Schuss gefallen ist oder weil man es immer schon gemacht hat und Leute inzwischen vielleicht auch erwarten, dass man das tut, dass man das mal hinterfragt. Ist das eigentlich so? Wie ist das denn jetzt zu meiner Aufgabe geworden? Warum mache ich das eigentlich ständig? Und was passiert, wenn ich es einfach mal lasse? Zumal, wenn mich noch nicht mal jemand jemals aktiv darum gebeten hatte. In zweifels Fall wenigstens fragen, ob dieser Wunsch denn tatsächlich besteht. Wir wissen heute auch, dass Peeple-Piesing durchaus zuroll führen kann. Manchmal ist es nämlich so, dass ich etwas ungefragt für jemanden Tore und innerlich schon eine Art Vertrag entsteht, weil ich erwarte, dass in einer anderen Situation mein Gegenüber auch etwas für mich tut. Na ja, normalerweise in sozialen Interaktion klappt das ja auch so ein bisschen zumindest dieses "Vedomier", so ich dir, "Dies sind kooperativ, ich tu was für dich, du tu's was für mich". Erwachsene Beziehungen sind so. Aber wenn ich ungefragt, die ihr was gegeben habe und annehme, da ist jetzt so eine Art zwischen menschlicher Vertrag entstanden, von dem du aber nicht weißt. Und ich in der nächsten Situation erwarte, dass du mir irgendwie was Gutes zurücktust, es aber nicht machst. Weil ich gar nichts davon wusste. Ja, ja, dann bin ich aber sticke ich. Und dann bin ich ein bisschen sauer und das kann dazu führen, dass ich innerlich passiv aggressiv reagiere oder inneren Groll gegen dich hege, von dem du gar nichts weißt. Und ich reagiere auf irgendwas von dir gereizter oder inartig war, und wir kriegen Problem. Und angefangen hat das nur, weil ich eigentlich mehr oder weniger im guten, die was gegeben habe, um das du nicht gebeten hast. Also um bei dem Gartenbeispiel nochmal zu bleiben, du hättest mir jetzt zehnmal hintereinander zu Chini über einen Gartenzahn gereicht, weil deine Pflanzen so wie jedes Jahr komplett ausgerastet explodiert sind. Und ich sag, ja, okay, nehm die zu Chini und sag, ja, danke. Also ich hab weder darum gefragt, noch gebeten, aber ich nehm die halt gerne die zu Chini ab, warum nicht. Aber in deinem Kopf ist jetzt, boah, ich hab der so oft zu Chini gegeben, wie so gibt sie mir nicht, was von ihren Kirchen ab oder was, so. Du denkst, du bist jetzt ein Deal mit mir eingegangen. Und ich hab aber davon keine Ahnung. Und dann wirst du sauer. Ja, genau, das kann passieren. Okay, also was wir heute im Kontext selbstbewusstsein und Nein sagen, besprochen haben, war zum einen, dass die beiden natürlich irgendwie zusammengehören, die Grenzen, die du setzt, setzt du zu deinem Schutz, damit schützt du dich, deine Ressourcen. Aber auch deine Selbstachtung. Aber du bist doch fährt zu anderen dadurch. Dann haben wir besprochen, dass das Selbstwertgefühl nicht unbedingt auf dem Fust, was man klassischerweise tun würde, nämlich Erfolge einzufahren oder seinen Selbstbewusstsein durch Leistung zu boosten, sondern dass man ganz im Gegenteil mal dahinschauen kann, wie man in seinen schwachen verletzlichen Fehlerhaften-Momenten mit sich selbst umgeht. Selbst mitgefühl scheint sich als valider Faktor, selbstbewusster Menschen herauszustellen. Und falls es noch nicht genug rausgekommen sein sollte, bisher. Selbstbewusstsein im Sinne von sich gut finden sich was trauen. Kommt nicht dadurch, dass man wartet, bis man selbstbewusstet wird, sondern an das rum, selbstbewusster, mutiger wird man, indem man mutiges tut. Dann haben wir über Piepelpleasing gesprochen und Piepelpleasing, das steckt im Namen, ist angenehm, nämlich vor allen Dingen für das Umfeld. Aber wir haben Piepelpleasing heute mal diskutiert im Kontext von einer möglicherweise Überlebensreaktion auf eine sehr belastende Erfahrung im Vorfeld, die einem nahelegt, sich Menschen maximal unterzuordnen, ja, letztlich als Überlebensstrategie, weil man die Erfahrung gemacht hat, wenn ich mich wäre, wenn ich eine Grenze setze, wenn ich etwas forderer oder ein Bedürfnis äußere, wird meine ganze Situation viel schlimmer. Und das trägt den Namen jetzt wie ein Rechitz oder wie ein Bambi und wird diskutiert als eine weitere Überlebensstrategie abgesehen von Fight, Flight oder Freeze. Und dann haben wir noch gesprochen über die zwei Metaffern, den Gartenzauen, den du auf die richtige Höhe bringen sollst und der einen Tor haben sollte und über die Gebrauchsanweisung, die dafür sorgt, dass man gut miteinander arbeiten und leben kann, um die dann gegenüber auch braucht. Weitere Tipps und Ressourcen und überhaupt die ganzen Links zu den Sachen, die wir angekönigt hatten, gibt es wie immer unter dieser Folgenbeschreibung. Und gerade zu dem heutigen Thema haben wir noch richtig, richtig viel. Aber für heute sagen wir erst mal, Danke fürs Zuhören, danke für 300 Folgen zu hören und wir hören uns sehr gerne in der nächsten Woche wieder. Tschüss! Und Christian ist nächste Woche, nicht dabei der muss, glaube ich, mal seinen Halskurion. Ah ja, es tut mir so leid, es ist glaube ich ein des dritten Mal, dass ich erkältet bin, während wir Podcast aufnehmen, das würde ich statistisch bedeuten, einmal alle 100 Folgen. Ja, jetzt ist auskurrieren angesagt. So, bis bald, tschüssi! * Musik *
Podcast Summary
Key Points:
Die 30
Folge „Psychologie to go“ wird gefeiert, mit Rückblick auf sechs Jahre Podcast ohne Pause.
Der Podcast ist der größte deutschsprachige Psychologie-Podcast; es entstanden Formate wie das „Psycho-ABC“ (WDR) und „Familientherapie“ (ARD).
Zentrales Thema ist der Selbstwert
Selbstwert wird definiert als inneres Gefühl, okay und liebenswert zu sein – unabhängig von Leistung oder äußerer Bestätigung.
Ein leistungsabhängiges Selbstwertgefühl ist fragil; bei Misserfolg oder Fehlern droht ein „Crash“.
Selbstmitgefühl (freundlicher Umgang mit sich selbst) ist entscheidend
Praktischer Tipp
Summary:
In dieser Jubiläumsfolge zum 300. Mal „Psychologie to go“ blicken Frank-Hartieruti und Christian auf sechs Jahre Podcast zurück. Ohne Pausen und Urlaub entstand der größte deutschsprachige Psychologie-Podcast, der mittlerweile auch zu Radio- und TV-Formaten wie dem „Psycho-ABC“ (WDR) und „Familientherapie“ (ARD) führte. Die Moderatoren bedanken sich bei den Hörerinnen und Hörern, die durch ihre Treue und Resonanz diese Entwicklung ermöglicht haben.
Anschließend widmen sie sich dem Schwerpunktthema Selbstwert. Aktuelle Studien (2020, 2022) belegen, dass ein stabiler Selbstwert der wichtigste Schutzfaktor für psychische Gesundheit und Resilienz ist. Selbstwert wird definiert als inneres Gefühl, okay und liebenswert zu sein – unabhängig von Leistung oder äußerer Anerkennung. Besonders problematisch ist ein rein leistungsabhängiges Selbstwertgefühl: Bei Misserfolgen oder Fehlern droht ein emotionaler „Crash“. Als nachhaltige Lösung wird Selbstmitgefühl vorgestellt – ein freundlicher, annehmender Umgang mit sich selbst, ähnlich wie mit einem geliebten Menschen. Wer nach Fehlern nicht selbstkritisch zerfleischt, sondern sich tröstend und motivierend anspricht (z. B. „Aufstehen, weitermachen“), entwickelt ein stabileres Selbstbewusstsein und erholt sich schneller. Die Folge betont, dass wahre innere Sicherheit nicht durch Perfektionismus, sondern durch eine liebevolle Beziehung zu sich selbst entsteht.
FAQs
Selbstwertgefühl ist das innere Gefühl, dass man okay und liebenswert ist, unabhängig von Leistungen oder Bestätigung von außen.
Ein stabiler Selbstwert ist ein starker Schutzfaktor für mentale Gesundheit und hilft, Belastungen abzufedern, sodass man nach Rückschlägen schneller in den Ausgangszustand zurückkehrt.
Selbstwert bezieht sich auf den inneren Kern, sich wertvoll zu fühlen, während Selbstbewusstsein das Auftreten und die Fähigkeit umfasst, eigene Interessen zu vertreten.
Selbstmitgefühl hilft, freundlich mit sich umzugehen, wenn man Fehler macht oder scheitert, was ein stabiles Selbstwertgefühl fördert und motiviert, Dinge neu anzugehen.
Indem man Selbstwirksamkeit erlebt, z. B. durch handwerkliche Tätigkeiten, und lernt, sich bei Misserfolgen mitfühlend statt selbstkritisch zu behandeln.
Ein niedriges Selbstwertgefühl macht anfälliger für Depressionen, und Depressionen schwächen wiederum das Selbstwertgefühl, was sich gegenseitig verstärkt.
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