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Selbsthilfe(gruppen)

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Selbsthilfe(gruppen)

Selbsthilfegruppen sind ein wichtiger Bestandteil des Gesundheitssystems, bei dem Menschen mit ähnlichen Erkrankungen oder Problemen zusammenkommen, um sich gegenseitig zu unterstützen. Im Gespräch mit Bernarda Däufel, Leiterin des Selbsthilfebüros in Freiburg, wird deutlich, dass es eine große Vielfalt an Gruppen gibt – von chronischen Krankheiten bis zu psychischen Störungen und Sucht. Die zentrale Idee ist die Selbstständigkeit: Die Gruppen sollen Menschen helfen, sich selbst zu organisieren und nicht auf Experten angewiesen zu sein. Die Selbsthilfegruppen fördern Selbstwirksamkeit, soziale Kompetenzen und ein Gefühl der Wichtigkeit, was besonders bei Menschen mit isolierenden Erkrankungen von großem Nutzen ist. Obwohl die Gruppen im ländlichen Raum schwerer zu finden sind, gibt es in Deutschland überall Selbsthilfeangebote, oft auch gefördert durch Krankenkassen. Der Zugang ist unverbindlich und kostenlos, und viele Menschen suchen Gruppen bereits vor der Diagnose oder nach der Behandlung. Angehörige können ebenfalls teilnehmen, was die Unterstützung für die gesamte Familie ausweitet. Die Dauer des Engagements ist individuell, und es wird empfohlen, zunächst nur kurz zu testen, bevor man sich vollständig engagiert. Selbsthilfegruppen sind nicht nur ein emotionaler, sondern auch ein praktischer und sozialer Raum, der Menschen hilft, ihre Ausgangspositionen zu verändern und neue Wege der Lebensführung zu finden. Die Botschaft ist klar: Menschen sollen sich trauen und in Kontakt mit anderen treten – ein Schritt, der oft als wesentlicher Teil des Heilungsprozesses gilt.

Transcription

6396 Words, 39039 Characters

German
Hallo und herzlich willkommen bei Jung und freudlos, eurem Podcast aus der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg. Ja und die Temperaturen steigen, die Sonne brennt am Himmel und sie brennt vor allem auf das Dach unseres kleinen Dachstudios. Wir sitzen zu viert zusammen. Ich stelle euch kurz mal die bekannte Runde vor. Da ist einmal unser frischgebackener Arzt Moritz, der uns mit seinen Fragen durch die Gegend leitet. Unsere auch noch, naja schon ein bisschen altbackene, aber eigentlich auch noch relativ frischgebackene Fachärztin Ismene arbeitet an der Uniklinik Freiburg. Klinik für Psychiatrie und Psychiaterapie. Mein Name ist Sebastian, ich bin Assistenzarzt an derselben Klinik und wir haben heute eine Gästin bei uns mit dem Namen Bernarda Däufel. Hallo, herzlich willkommen. Hallo, ja, dankeschön für die Einladung. Sehr gerne. Du leitest seit 1993 das Selbsthilfebüro in Freiburg. Du bist von Ausbildung Sozialpädagogin und koordinierst die verschiedenen Selbsthilfegruppen, die es hier in Freiburg und in der Umgebung gibt. Wir haben dich heute bei uns. Wir haben dich heute eingeladen, um mit dir über Selbsthilfegruppen zu sprechen und freuen uns sehr auf dieses spannende Thema. Ich freue mich auch. Ich freue mich auf das Gespräch mit euch. Super. Unser Podcast hat die Tradition, jede Gästin, jeden Gast mit drei Oder-Fragen zu begrüßen, um sozusagen Charakterzüge von dir kennenzulernen. Die darfst du einfach total impulsiv aus dem Moment heraus beantworten und wir würden so der Reihe um fragen und du darfst dann die passende Antwort für dich auswählen, okay? Okay, genau. Eine Auswahl aus drei Dingen. Selbstbestätigung, Selbstständigkeit oder Seelsorge? Selbstständigkeit. Ein erklärtes Ziel von dir? Oder für die Leute? Oder passt am besten? Offen sein. Offen sein für andere. Offenheit. Perfekt. Okay, ich mache weiter. Gesprächsrunde, Telefonhörer oder Faxgerät? Telefonhörer begleitet mich ziemlich viel im Alltag. Das kann ich mir vorstellen. Ja, okay. Fax dir noch? Wir haben noch eins. Wir besitzen noch eins. Aber das ist nur, nur möglich, einen Fax zu schicken, wenn unser Drucker auch an ist. Und der ist nicht immer an. Ah, ja. Okay. Und dann verschwindet es im Äther. Ja, genau. Also keine so gute Methode. Glaube ich auch noch nicht, aus dem Gesundheitssystem wegzudenken, das Fax, ne? Nee, das ist ja noch nicht. Schwierig. Nee, es gibt auch immer noch Sachen, wo das ganz wichtig ist. Okay. Okay, dann die letzte Frage für dich, die ist jetzt vielleicht ein bisschen abstrakter. Vis-a-vis, Zahn um Zahn oder Ohr an Ohr? Ohr an Ohr. Passt eigentlich zum Telefonhörer. Genau. Ein Ohr am anderen. Ja. Perfekt. Kann man sich Ohr an, ja doch, Ohr an Ohr unterhalten am Telefon tatsächlich. Ja, also man könnte es auch so versuchen, ob es jetzt so ganz natürlich ist, wenn man so Ohr an Ohr hängt, weiß ich nicht. Versuchen könnte man es. Gut. Du und deine experimentellen Fax. Ja, Mann. Haben wir dich jetzt schon ganz gut kennengelernt, Bernarda? Gut. Fehlt noch der ein oder andere Fakt wahrscheinlich. Weil es ja auch sehr arbeitsbezogen ist. Ja, das stimmt. Mal schauen, ob wir noch schlauer werden. Gut. Sebastian hat es schon gesagt, du leitest das Selbsthilfebüro hier in Freiburg und für die Region Breisgau-Hochschwarzwald, also gar nicht so klein eigentlich die Region. Vielleicht kannst du uns zum Einstieg einmal erklären, um was sich dein Büro sozusagen eigentlich kümmert. Was ist euer Ziel? Unser Ziel, also das ganz große Ziel, das übergeordnete Ziel ist eigentlich dieses Thema Selbsthilfe in Gruppen, also wo sich Menschen zusammentun, weil sie das gleiche Thema haben, weil sie sich mit anderen treffen wollen, bekannter zu machen. Und eigentlich am liebsten die Botschaft an alle Menschen zu bringen, wie gut es tun kann. Also wie gut es tun kann, sich mit anderen Betroffenen zu treffen und gemeinsam sich auszutauschen. Genau, um diesen Austausch geht es, um diesen Erfahrungsaustausch. Und das ist, wie gesagt, das große Ziel und es gibt natürlich kleine Ziele. Und die kleineren Ziele sind im Prinzip, dass wir eine Anlaufstelle sind, eine Vermittlungsstelle. Also einfach Menschen kommen, anrufen und sagen, ich suche eine Selbsthilfegruppe zu dem und dem Thema, gibt es da was? Und ich gebe dann die Kontaktdaten raus oder jemand anruft und sagt, ich habe das oder das Problem. Also heute hatte ich zum Beispiel einen Anruf von einer Frau, die mit einer psychisch kranken Mutter aufgewachsen ist und da eine Selbsthilfegruppe sucht. Dann gibt es nicht so wirklich was, also was da passt. Und dann versuche ich. Also die Arbeit irgendwie zu klären, was könnte es denn sonst noch sein? Also wo könnte es hinpassen? Was war denn sonst noch? Oder ist es sinnvoll, eben Psychotherapie oder in einen anderen Bereich zu gehen oder in eine begleitete Gruppe auch von Psychotherapeuten? Die Menschen müssen dann die Schritte weitermachen. Also das ist nur praktisch mein Einstieg. Und der zweite Schwerpunkt dieser Arbeit ist einfach, Menschen zu helfen, Gruppen zu gründen, also neue Gruppen zu gründen. Und das läuft. Von Beratung, wie kann das passieren? Also wie kann so eine Gruppe überhaupt entstehen? Über, dass ich mit denen Öffentlichkeitsarbeit mache, dass ich die ein Stück weit begleite am Anfang, aber wirklich nur die ersten Treffen oder nur ganz am Anfang. Und dann ziehe ich mich aus den Gruppen zurück, sonst fangen die ganz schnell an, sich auf mich zu verlassen, dass ich das mache. Und die Idee ist schon, sich selber zu organisieren. Also das ist immer hinter dieser Selbsthilfe-Idee. Punkt Selbstständigkeit. Ja, genau. Findet sich wieder. Ist denn Selbsthilfegruppe gleich Selbsthilfegruppe oder gibt es da verschiedene Sorten und Arten? Also es gibt sogar sehr unterschiedliche Sorten und Arten. Darum ist es auch immer so schwierig, wenn Menschen denken, sie wissen eigentlich, was das ist, Selbsthilfegruppen. Also alle haben zum Beispiel schon mal von den anonymen Alkoholikern gehört. Jeder, der schon amerikanische Filme angeguckt hat, kennt diese Szene, wo jemand aufsteht und sagt, ich bin Alkoholiker. Oder ich bin Jim und ich bin Alkoholiker und ich bekenne mich dazu. Das ist ja dieses Grundprinzip von den anonymen Alkoholikern. Aber es gibt so viele andere Arten von Selbsthilfegruppen. Also die anonymen Gruppen oder die A-Gruppen, da gibt es auch noch ganz viele andere. Also da gibt es zum Beispiel die anonymen Esssüchtigen, die Emotions Anonymous, die anonymen Spieler. Also es gibt so verschiedene Themen, diese anonymen. Aber es gibt auch zum Beispiel, ein ganz großer Teil von den Selbsthilfegruppen sind Gruppen zum Thema chronische Erkrankung. Das ist eigentlich auch eine alte Gruppe. Also die anonymen Gruppen sind auch relativ, gibt es auch schon sehr lange. Aber die Gruppen zu chronischen Erkrankungen, die haben so in den 80er, 90er Jahren ihren Aufschwung gehabt. Also Frauen nach Brustkrebs, Prostatakrebs, Multiple Sklerose. Muskelkranke und so weiter. Da ist es oft so, dass diese Gruppen sehr gut organisiert sind. Die sind zum Teil auch Vereine oder sind einem Verband angeschlossen, Bundes- oder Landesverband. Was einfach Vorteile hat, weil die dadurch viele Infos kriegen, viel gutes Infomaterial. Also diese Verbände machen gutes Infomaterial und geben das dann über die Gruppen auch weiter. Und trotzdem läuft in den Gruppen auch noch das, was diese Essenz von Selbsthilfegruppen ist. Also ich treffe jemand anderen, der genau das Gleiche empfindet, der genau das Gleiche hat wie ich und fühle mich verstanden. Das ist eigentlich so diese Grundidee von den Selbsthilfegruppen. Und ja, der dritte Schwerpunkt in den Selbsthilfegruppen, wenn man es so aufteilt in größere Gruppen, dann ist es der Suchtbereich auch. Also da ist, der ist ja auch sehr gut erforscht. Also da weiß man, wie wichtig es ist für Suchtkranke, dass sie nach der Therapie oder nach dem Klinikaufenthalt in eine Selbsthilfegruppe, in eine Selbsthilfegruppe gehen, wie das stabilisieren kann, wie das deren Leben stabilisieren kann. Und zunehmend gibt es eben auch Gruppen zum Thema psychische Erkrankungen. Kleine Gesprächsgruppen, die sind oft sechs bis acht bis zwölf Personen, also gar nicht sehr groß, treffen sich auch relativ im engen Rhythmus, also wöchentlich und sprechen eben über das, was die Depression im Alltag mit ihnen macht zum Beispiel. Also wenn ich jetzt das Thema, das Beispiel Depressionen, von dem, da gibt es auch Borderline, es gibt Psychose, soziale Ängste, sind wahrscheinlich noch mehr, also die jetzt nicht so spontan einfallen. Das sind also eine ganze Menge Selbsthilfegruppen. Welche Arten von Selbsthilfegruppen werden jetzt denn hier am Selbsthilfebüro in Freiburg angeboten? Ich würde grundsätzlich nicht von Angeboten sprechen, weil ich begleite die Gruppen, das heißt oder im Prinzip begleite ich sie nicht mal, sondern sie laufen selbstständig. Also wenn sie nur an bestimmten Punkten kommen, also zum Beispiel wenn die einen Raum suchen, wenn sie auch finanzielle Fragen zur Finanzierung haben, wenn sie was Besonderes machen wollen, wenn es auch mal Probleme in der Gruppe gibt, wenn sie irgendwie neue Impulse in die Gruppe wollen oder so, dann kommen die. Also ich biete die Gruppen nicht an und ich kann eher sagen, ich habe Kontakt, also ich habe Kontakt mit den Menschen, die mich in der Gruppe befinden. Also ich habe Kontakt mit den Menschen, die mich in der Gruppe befinden. zu Gruppen und auch mal mehr und mal weniger. weniger. Also es gibt Gruppen, die ich am Anfang zum Beispiel begleitet habe, die ich auch dann gut kenne. Also da entsteht natürlich auch so ein persönlicher Kontakt, weil ich auch mal nachfrage, wie läuft es denn jetzt und so. Und es gibt Gruppen, die sind sehr selbstständig, die habe ich im Verteiler. Ich weiß, dass es die gibt, aber die laufen irgendwo in Freiburg oder in der Umgebung und ja, da gibt es dann ganz wenig Kontakte, die sind einfach sehr selbstständig. Jetzt haben wir schon gehört, dass es also wirklich eine ziemlich große Bandbreite an Selbsthilfegruppen gibt, die angeboten werden. Was sind denn deiner Erfahrungen nach Situationen, wo Menschen tatsächlich nach einer Selbsthilfegruppe suchen und was erhoffen sich die Menschen vielleicht von so einer Selbsthilfegruppe? Manchmal, also es ist auch natürlich sehr unterschiedlich. Wie fast immer, ja. Das haben wir hier auch schon öfter diskutiert. Genau, genau. Also es gibt eben, wenn jemand eine Diagnose kriegt, eine Diagnose von einer Erkrankung, wo man weiß, er ist da jetzt lebenslang dran erkrankt, er ist chronisch krank, er wird da damit leben müssen, dann stellen sich da ja zum Teil viele Fragen. Manchmal ist es so, dass Menschen dann erstmal in dieses Medizinsystem reingeraten und dann kommt erstmal Behandlung. Also wenn man jetzt das Beispiel nimmt, zum Beispiel eine Frau mit Brustkrebs, die kriegt plötzlich diese Diagnose, das ist, eine Welt bricht zusammen, weil mit dem hat man vielleicht auch nicht gerechnet. Man rechnet nie damit, dass es einen selber trifft, sondern es trifft immer die anderen und dann kann es sein, also das ist wirklich, die Menschen sind sehr unterschiedlich, wie sie mit sowas umgehen. Also es kann sein, dass dann jemand sagt, ich will jetzt unbedingt mit jemandem reden, der das auch hat oder der das auch überwunden hat oder man kommt in dieses medizinische System rein und hat erstmal überhaupt nichts, also denkt nichts, lässt sich da einfach behandeln, gibt sich da einfach rein und dann nach der Behandlung oder wenn die ganze Behandlungsmarathon im Prinzip dann vorbei ist, dann fängt man an zu überlegen, also was ist da mit mir passiert und dann gibt es natürlich auch Angst vor Rückfall und so und da ist oft der Punkt, wo Menschen in Selbsthilfegruppen gehen. Aber es gibt eben auch die, die ganz früh den Kontakt zu Selbsthilfegruppen suchen, also es gibt zum Beispiel so ein Projekt von Menschen mit Kehlkopfoperationen, da gehen die Betroffenen schon vor der Operation in die Klinik und sprechen mit denen, die operiert werden, das ist ja eine ziemlich einschneidende Operation, weil die dann nicht mehr, zum Teil nicht mehr reden können oder nur noch mit diesen Geräten da und da gehen die in die Klinik und sprechen vor der Operation mit den Betroffenen, um da Angst zu nehmen, um einfach zu zeigen, das Leben geht trotzdem weiter. Man ist vielleicht nicht mehr ganz derselbe oder dieselbe, aber es geht weiter. Ja und dann gibt es noch viele andere Motivationen, in Selbsthilfegruppen zu gehen, was auch immer ganz interessant finde, ist zum Beispiel Leute, die in, also gerade Menschen mit psychischen Erkrankungen, die in Rehakliniken waren, die erzählen oft, dass das, was ihnen am meisten geholfen hätte, war das Gespräch mit den anderen Patienten und das wollen die wieder. In der Selbst-, also es ist natürlich so, dass der Schutzraum in der Rehaklinik oder auch im Krankenhaus, denke ich, ein besonderer ist und in der Selbsthilfegruppe muss man dann wirklich aktiv werden, man muss da wirklich aktiv hingehen, man muss zuverlässig dahin gehen, also man muss wirklich viel bringen. Das alles hat man natürlich in der Reha einfach so vor der Tür, also hat man einfach, aber äh, das suchen viele wieder und darum schließen sie sich in der Selbsthilfegruppe an. Und es gibt natürlich welche Menschen, die, die kriegen einfach die Empfehlung, also wie in den Suchtkliniken, äh, da, äh, wird es empfohlen, dass sie in Selbsthilfegruppen gehen sollen und, äh, die Suchtgruppen gehen auch oft in die Kliniken und stellen sich vor, also die sind da vor Ort und stellen sich vor. Genau. Gibt es denn, ähm, neben der Gruppe der Suchterkrankten noch andere äh, betroffenen Gruppen, wo du sagen würdest, ähm, da würde man wirklich grundsätzlich empfehlen, eine Selbsthilfegruppe aufzusuchen? Da hat sich das ebenfalls, ähm, als sehr hilfreich erwiesen? Oh, ich finde, es lohnt sich fast immer, also es ist immer gut, äh, was wir, was, äh, wir so im Moment feststellen ist, äh, dass, äh, auch Menschen, ähm, mit eher seltenen Erkrankungen oder mit, äh, selteneren Problemen auch diesen Kontakt suchen, also dass die, äh, dass, äh, für die ist es vielleicht sogar noch wichtiger, also weil, äh, jemand, der suchtkrank ist, äh, da sagt, da sagt dann irgendjemand, äh, ruf doch mal den, äh, mein Freund irgendjemand an, der ist, war auch suchtkrank und red mal mit dem. Aber, äh, wenn jemand irgendwie ein ganz seltenes Problem hat oder, äh, eine seltene Erkrankung, so leicht, äh, ist es dann nicht, mit jemandem in Kontakt zu kommen und, äh, da wird dann immer auch versucht, äh, eben, ja, jemanden zu finden, mit dem man mal drüber reden kann. Gibt's andersrum denn auch Situationen, wo du sagen würdest, man würde eher abraten von dem Besuch von der Selbsthilfegruppe? Also, dass es vielleicht, äh, Gefahren mit sich bringt oder für die Situation nicht so zweckdienlich ist? Abraten würde ich, glaube ich, nie. Also, ich würde schon immer eher ermutigen, in, in eine Selbsthilfegruppe zu gehen, aber ich würde auch manchmal, ähm, oder ich sag auch manchmal, ähm, also wenn jetzt zum Beispiel jemand kommt und, äh, sagt, äh, mir geht's seit Wochen so schlecht, äh, und ich glaube, ich habe eine Depression, also die, die Menschen gibt's, äh, relativ häufig, dann würde ich, äh, so jemanden nicht unbedingt direkt in eine Selbsthilfegruppe schicken. Ich würde dann sagen, äh, das ist eine Möglichkeit, aber eigentlich geht's erstmal um eine Diagnostik. Also ist es dann eine Depression, äh, ähm, ist es nicht besser, mal in die Therapie, also auch, oder in die Therapie zu gehen, weil, erstens mal sind die Gruppen mit so jemandem überfordert, das können sie nicht und das wollen sie auch nicht, also die wollen keine Diagnose stellen, die wollen auch äh, äh, äh, niemanden haben, der kommt und sagt, ja, vielleicht hab ich, äh, hab ich, genau, einer aus einer Selbsthilfegruppe, der sagt immer, das sind die mit den Depressionchen, haha, das finde ich immer ganz nett, genau, und, ähm, ja, also so, so versuche ich einfach mit den Leuten zu klären, ob's nicht andere Möglichkeiten gibt und, ähm, es, ich denke, es muss auch bestimmte Kompetenzen geben für so eine Selbsthilfegruppen, also für eine Selbsthilfegruppe, das kann ich natürlich nur ansprechen und, ähm, aber es müssen einfach Menschen sein, erstens mal muss man zuhören können, also man muss auch mit den anderen in Kontakt kommen können, also man muss eine soziale Kompetenz haben, also es gibt auch, gerade im psychischen Bereich manchmal Menschen, für die ist das schon schwierig, also für die ist es schwierig, so, äh, mit anderen in Kontakt zu gehen und auch mal anderen zuzuhören und, äh, auch die Problematik von den anderen, äh, zu sehen oder zu hören, genau, das ist einfach wichtig und es ist auch wichtig, ähm, so eine Kontinuität mitbringen zu wollen zumindest, also zu sagen, ich will das wirklich mit der Gruppe und, ähm, ich will da auch was für mich, also ich will was für mich lösen, aber ich will auch ein Stück weit eine Verantwortung, also eine Verantwortung für sich selber und für die Gruppe ist es eigentlich, die, äh, da passiert, aber ich finde auch immer, dass die Gruppen sehr großzügig sind, also die nehmen wirklich äh, mit ganz viel Offenheit, äh, äh, Menschen an und es passieren immer ganz tolle Sachen auch, wie, wie Menschen sich in Selbsthilfegruppen entwickeln, also das ist wirklich gut. Klingt ja wirklich nach einer sehr, sehr spannenden Angelegenheit, wie sieht das denn aus? Ich kann mir ja vorstellen, dass das, ähm, jetzt zum Beispiel gerade im städtischen Raum, wenn ich mir den Flyer angucke vom Selbsthilfebüro, gerade für die Erkrankung Depression, dann sehe ich da also wirklich viele Angebote, auch in der Umgebung, wie ist es denn so im ländlichen Raum, gibt es da auch überhaupt noch Angebote, wie ist überhaupt die Versorgung mit Selbsthilfe, mit Selbsthilfegruppen? Ja, also es ist schwieriger, also, äh, es ist schwieriger, da Gruppen zu finden, es ist auch deswegen schwieriger, weil, äh, Menschen diese Anonymität von der Stadt schätzen und dann lieber in eine Gruppe, in, äh, zu einer Gruppe gehen, die in der Stadt ist, ähm, wir versuchen immer wieder mal, also zumindest in diesen Kleinstädten, also Bad Grotzingen, äh, Schwarzwald, Titisee, sowas, äh, mal Gruppen anzuschieben, ähm, gab's, äh, gab's auch schon, hat eine Weile funktioniert, dann wieder nicht mehr, ähm, ja, der, der ländliche Raum ist da schon schwieriger und es ist auch mit anderen Themen auch, äh, schwierig, also auch, äh, zum Beispiel mit, mit einer chronischen Erkrankung ist es immer noch schwieriger, sich da zu outen, weil man halt eben Angst hat, äh, man trifft jetzt den Nachbarn oder die Bäckersfrau oder so, was aber in Freiburg auch passieren kann, also von daher ist das auch äh, immer. Freiburg ist halt auch ein Dorf. Ja, ein großes, äh, Dorf. Genau. Genau. Wie ist es denn, müssen, äh, Menschen, die eine Selbsthilfegruppe besuchen, da Geld für bezahlen oder und wird das von den Kassen, äh, Krankenkassen unterstützt, ähm, oder wie läuft da die Finanzierung? Genau. Also zahlen müssen die nix, also das ist grundsätzlich ein Angebot, was umsonst ist. Es kann sein, dass eine Gruppe mal Geld einsammelt, weil sie Raummiete zahlen muss, also ein paar Euro, dass dann jedermann ein Euro oder zwei Euro da reinlegen muss. Und es gibt seit ähm, vielleicht 15 Jahren, ich weiß nicht, genau, das wirklich das sehr gute Unterstützungsangebot von den Krankenkassen, äh, das gesetzlich gerechtfertigte geregelt ist, also der Gesetzgeber hat das auf den Weg gebracht, dass die Krankenkassen Selbsthilfegruppen fördern müssen und das heißt, also die Idee dahinter war, dass diejenigen, die sich in Selbsthilfegruppen engagieren, das ist ja auch ein persönliches Engagement, dass die nicht noch Geld drauflegen, also dass sie nicht noch aus ihrem persönlichen Geldbeutel da noch Geld drauflegen und deswegen können die da Anträge stellen. Das läuft über ein Antragsverfahren, was relativ einfach ist, aber es ist natürlich eine Hürde, also immer, genau, und die können da von zum Beispiel Geld für Bücher, die sie anschaffen wollen, für auch vielleicht Referenten, die sie einladen wollen, das ist auch eine Möglichkeit, um neue Impulse zu kriegen, dann gibt es auch Gruppen, die machen mal richtige Projekte, also hier in Freiburg ist es zum Beispiel so, dass die Suchtselbsthilfegruppen machen einmal im Jahr, das ist leider jetzt ausgefallen, das wäre morgen, dass die eine ganz große Veranstaltung machen mit einer Theatertruppe, ich weiß nicht mehr, woher die sind, zum Thema Sucht und da auch Schulklassen eingeladen haben, also auch schon in diese Präventionsarbeit mit reingehen, also da ist durch dieses Geld ganz viel möglich geworden und manche Selbsthilfegruppen nutzen das sehr aktiv und machen viel mit und manche Gruppen, die gucken halt, dass sie für ihre eigene Arbeit ein bisschen Geld haben und nutzen das so. Cool, aber das ist ja wertvoll, dass das jetzt so gefördert wird und dass man da auch mehr daraus machen kann, wenn man die Möglichkeiten hat. Genau, genau. Jetzt ist es vorhin schon mal so ein bisschen angeklungen, du hast gesagt, im Dorf sorgt man sich, dass die Bäckersfrau vielleicht auch nebendran sitzt oder irgendwas mitkriegt, wie ist denn deiner Erfahrung nach, wie steht es mit dem Stigma von Selbsthilfegruppen, ist es nach wie vor ein Tabu, da hinzugehen? Schwierige Frage. Ja und nein, also ich finde immer noch, die Selbsthilfegruppen haben einen zu schlechten Ruf für das, was sie eigentlich wirklich Gutes tun und wie gut sie den Menschen tun, also da finde ich immer noch, dass der Ruf eigentlich schlecht ist und dass sich da sowas hält von, die machen Kaffeekränzchen und mehr läuft da sowieso nicht. Ich weiß gar nicht, woher es kommt. Und ich kann immer nur sagen, es ist nicht so und es gibt vielleicht auch mal eine Gruppe, die macht Kaffeekränzchen, das ist aber doch auch okay, wenn das den Menschen, die da kommen, gut tun, dann sollen die doch kommen oder was auch oft ein Argument ist, da wird nur gejammert. Man darf auch mal jammern, wenn es einem schlecht geht, finde ich immer, also man muss nicht immer so tun, als wäre alles in Ordnung. Es darf natürlich nicht dabei stehen bleiben, das ist schon klar, es muss irgendwie was weitergehen, man muss miteinander. Man muss nicht einfach ins Gespräch kommen und man muss da auch raus wollen aus dem, was einen bedrückt oder belastet, aber ja, ich finde Selbsthilfegruppen sind einfach eine ganz große Chance. Wie sehen denn diese Chancen genau aus, die man in so einer Selbsthilfegruppe kriegt? Also was könnte man denn sagen, was ist denn so ein klassischer Erfolg einer Selbsthilfegruppe? Ich denke Menschen, die in Selbsthilfegruppen sind oder die auch in Selbsthilfegruppen sind, die wollen was für sich tun. Also das ist einfach vielleicht schon der gute Anfang. Also man wartet nicht auf die Tablette oder auf den Therapeuten, der einem sagt, wo es lang geht, sondern man sagt, ich muss was für mich tun, ich muss vielleicht auch was verändern in meinem Leben oder eben mit den anderen in Kontakt kommen. Also durch psychische Erkrankungen oder durch Sucht, also das ist ja oft auch mit Scham besetzt und das heißt, die Leute ziehen sich zurück, isolieren sich und aus einer Isolation wieder rauszugehen ist sehr, sehr schwer und Selbsthilfegruppe kann da ein Weg dazu sein. Es ist nicht das aller Heilmittel, das ist es nicht, aber es kann ein Weg sein, da rauszukommen und sich wieder mit Menschen zu treffen. Also die Selbsthilfegruppe bietet ja auch einen Rahmen. Wo man sich zeigen kann, also man muss sich nicht verstecken mit dem, was man vielleicht durchgemacht hat oder mit der Suchtproblematik. Das sind ja zum Beispiel Leute, die ganz unten waren zum Teil, also die vielleicht sogar schon auf der Straße gelebt haben oder so und die können da dann drüber reden, da trauen die sich und das kann einfach ein erster Weg sein oder ein erster Schritt sein, wieder mit anderen in Kontakt zu kommen. Das gehört ja auch ein bisschen was dazu. Man muss die Gruppe organisieren, man muss gucken, dass der Raum da ist, man muss gucken, dass man die anderen zum Beispiel informiert hat, vielleicht einen Flyer drucken, den rausgeben und das dann selber zu machen, das kann einfach für viele auch wieder so einen Auftrieb geben und zu sagen, ich kann ja was und ich bin für andere auch wichtig, auch das ist es, glaube ich, also dass man in dieser Gruppe so das Gefühl kriegt, man ist für jemanden wichtig, für andere und macht da auch was Gutes. Klingt echt so, als gäbe es da ja ganz viele verschiedene Wirkfaktoren in einer Gruppe drin. Ich glaube, das muss man sich auch erstmal bewusst machen, weil es ist nämlich nicht so, dass man nur dort sich ausschütten und jammern kann, sondern eben, wie du schon sagst, man erfährt Selbstwirksamkeit, man kriegt Verantwortung, man kriegt wahrscheinlich aber auch die besten Tipps von den Selbsthilfekunden. Genau, auf jeden Fall, also das ist natürlich auch, das ist einer von den Grundideen auch von den Selbsthilfegruppen, dass man sich gegenseitig erzählt, also wie mache ich das, also zum Beispiel im Rollstuhl irgendwo hinzukommen oder solche Sachen, das waren ja auch mit Ursprüngen von Selbsthilfegruppen für Menschen mit Handicaps, schweren Behinderungen, die da viel voneinander lernen konnten, genau. Wenn man eine Selbsthilfegruppe leiten oder gründen will, muss man da sozusagen irgendwie vom Fach sein, muss man eine Fortbildung gemacht haben oder macht man das tatsächlich primär aus der eigenen Erfahrung heraus? Ja, so ein bisschen Versuch und Irrtum und man lernt da viel draus, also das ist auch so eine Erfahrung, die Menschen lernen da viel, also wie gehe ich mit anderen um, was braucht es auch für andere, was brauchen die auch vielleicht an Fürsorge oder auch nicht oder was brauche ich, also wo grenze ich mich ab, also das ist ja auch Thema. Gruppenverantwortung, weil ich es eigentlich besser finde, wenn das mehrere machen, also wenn eine Gruppe dann von zwei, drei Leuten, dass die sagen, wir übernehmen die Verantwortung oder sogar die ganze Gruppe, also ich sage denen immer, verteilt doch Aufgaben, guckt auch immer wieder mal, verteilt sie wieder neu, dass andere auch in die Verantwortung reinkommen, die Aufgaben sind nicht groß, aber trotzdem ist das ja was, was man nicht hat. Das ist ja was, was das Selbstbewusstsein stärken kann, also ich übernehme da was für die Gruppe, genau. Auch nochmal dieser Aspekt, so Selbstwirksamkeit erfahren, sich selbst beteiligen und zu merken, man hat eben auch eine gewisse Wichtigkeit für so eine Gruppe. Ja, genau, genau, genau und die anderen ist auch vielleicht ein bisschen Vorbild dann für die anderen, also für die, die neu kommen, die noch am anderen Punkt sind, die sich vielleicht nicht so viel trauen oder so und die sehen dann. Jetzt macht er das einfach, steht da vor der Gruppe und leitet die Gruppe oder tritt sogar irgendwo öffentlich auf, also Leute aus Selbsthilfegruppen, die gehen ja auch vielleicht irgendwo mal zu einer Veranstaltung oder so und zeigen ihre Selbsthilfegruppe oder stellen ihre Selbsthilfegruppe vor und das ist natürlich für andere Betroffene wirklich ganz toll, also dass die sehen, dass das möglich ist, genau. Das heißt also, wenn sich jetzt unter unseren Zuhörerinnen und Zuhörern Menschen befinden. die auch schon nach einer Selbsthilfegruppe gesucht haben und keine passende gefunden haben und sich das zutrauen, sich zusammentun wollen, könnten sich im Prinzip auch an euch wenden und dann das einfach machen. Genau, also jeder kann eine Selbsthilfegruppe gründen. Ich überlege dann immer, macht das jetzt Sinn zu dem oder dem Thema? Also findet man da wirklich genug Leute? Also es muss ja schon immer davon ausgehen, es muss eine bestimmte Anzahl von Betroffenen geben. Also wenn ich jetzt ein ganz seltenes Thema habe, mit zum Beispiel die Angst, von einer Ente beobachtet zu werden. Ja, zum Beispiel. Als besonders exotische Phobie heranstellt. Genau, also sowas ganz seltenes, dann würde ich da schon eher mit Vorsicht dran gehen. Aber bisher habe ich immer noch alles unterstützt, wenn jemand wirklich will und wenn ich das Gefühl habe, da ist auch jemand, der ist auch bereit, Energie reinzubringen. Dann probiert man es einfach und manchmal geht es natürlich, oder öfters geht es natürlich auch schief. Also es gelingt nicht jede Selbsthilfegruppengründung. Und manchmal ist es auch so, es hat auch viele verschiedene Ebenen natürlich, so eine Gruppe. Also manchmal müssen auch die richtigen Leute, obwohl sie das gleiche Thema haben, passt es dann doch nicht, also persönlich auf der persönlichen Ebene. Und man muss dann die Leute finden, die da auch dazu passen und mit denen man auch ein bisschen kann. Also da spielen natürlich auch solche Sachen wie Sympathie und mag man sich und hat mehr Lust auf sich aufeinander einzulassen. Das spielt natürlich alles eine Rolle und das sind schwer einzuschätzende Faktoren auch. Für die Menschen, die jetzt nicht in Freiburg oder im Landkreis Preiskau-Hochschwarzwald wohnen, gibt es denn in anderen Städten oder in anderen Regionen Deutschlands auch ähnliche Selbsthilfebüros, wie es jetzt in Freiburg gibt? Im Prinzip gibt es fast schon in jeder Großstadt auf jeden Fall einen Selbsthilfebüros. Die heißen oft anders, also die heißen zum Beispiel in Stuttgart KISS, also Großbuchstaben KISS, Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe oder KIBIS gibt es auch. Also es gibt noch mehr, fällt mir jetzt nicht alles ein. Muss man dann googeln am besten. Ja, aber es gibt eine super Stelle in Berlin, die heißt NACOS und ist gut zu erreichen unter www.nacos.de. Per? Perfekt, verlinken wir mal beim Podcast, dann kann man es direkt anklicken. Und die haben eine super Adressdatei, also die roten Adressen sind zum Beispiel die Selbsthilfe-Kontaktstellen, also so wie meine Stelle in Deutschland oder wen man da ansprechen kann. Dann gibt es die grünen Adressen, die grünen Adressen sind die Selbsthilfeverbände, also das sind oft diese Verbände zu den chronischen Erkrankungen, die es deutschlandweit gibt. Und dann gibt es noch die blauen Adressen, was auch ganz interessant ist. Da kann man zum Beispiel mit diesen ganz seltenen Fragen oder mit den ganz seltenen Dingen zum Beispiel sich eintragen lassen und sagen, ich will zumindest mal mit jemandem telefonieren, der genau das hat wie ich und kann dann so in Kontakt kommen. Wahnsinn. Das wäre super. Das ist ja wirklich Geheimwissen. Das soll möglichst kein Geheimwissen sein. Genau, das versuchen wir doch mal ein Teil dazu beitragen. Genau. Gab es das jetzt eigentlich in der Corona-Zeit häufiger? Wie viele Gruppen auch per Skype wurden oder telefonisch sozusagen stattgefunden haben? Die haben das erstaunlich schnell, also manche Gruppen, manche auch nicht, aber die haben das erstaunlich schnell hingekriegt und haben sich entweder per Videokonferenz oder Telefonkonferenz zusammengeschlossen und haben das besprochen. Also so schnell war ich nicht. Da waren die Gruppen echt schneller, bis ich mal verstanden habe, was jetzt gerade abläuft, haben die schon angefangen und manche eben nicht. Also das ist natürlich auch ein Problem, die gerade Gruppen, die jetzt mit älteren Menschen zu tun haben, die jetzt nicht unbedingt ein Laptop zu Hause haben oder mit Smartphone so gut umgehen können, die das auch sehr gern wollen, diesen persönlichen Kontakt, für die war es und ist es noch schwierig, weil die auf der anderen Seite wieder zu den Hochrisikogruppen gehören und auch natürlich Probleme haben, sich zu treffen. Genau. Also es gibt da, denke ich, auch wie bei allen anderen, in allen anderen Bereichen auch die Probleme jetzt gerade, die sich nicht so leicht lösen lassen auch. Auf jeden Fall, ja, kann man sich gut vorstellen. Mir ist noch eine Frage eingefallen. Wir haben ja drüber gesprochen, dass es Selbsthilfegruppen für alle möglichen Formen von Betroffenen gibt. Wie ist es denn mit Angehörigen von Betroffenen? Gibt es da auch Selbsthilfegruppen oder würde man das dann anders nennen? Ne, das sind wirklich Angehörigengruppen. Also zum Teil gehen die Angehörigen tatsächlich mit in die Gruppen, also wiederum die chronischen Erkrankungen als Beispiel, da gehen die Angehörigen manchmal mit oder oft mit. Und dann gibt es aber zu verschiedenen Themen auch Angehörigengruppen, also gerade im Suchtbereich gibt es Angehörige, das ist total wichtig für die, also auch sich da auszutauschen oder in Freiburg gibt es zum Beispiel für Menschen mit bipolaren Störungen. Eine Angehörigengruppe, Depressionen gab es bis vor kurzem, die hat sich leider aufgelöst, aber die wird es irgendwann wieder geben. Das ist, glaube ich, einfach zu wichtig. Also das Thema Angehörigen, also es sind ja auch Betroffene, Angehörige sind ja im Prinzip auch mit Betroffenen. Wo ist mir denn gerade noch eine Frage eingefallen? Das ist mir auch noch eine eingefallen, die schiebe ich noch kurz hinterher. Und zwar kann man dann sagen, wie lange gehen die Menschen durchschnittlich zu so einer Selbsthilfegruppe? Gibt es da überhaupt einen Durchschnittswert oder ist das auch wieder super individuell? Es ist total super individuell. Es gibt Menschen, die gehen ein ganzes weiteres Leben dann. Also bei den chronisch Kranken ist es halt so, da gibt es ja immer mal wieder was Neues. Also das ist für die einfach wichtig wegen der Info, also zu erfahren, was gibt es. Gibt es neue Medikamente, gibt es neue Behandlungsverfahren und so weiter. Und bei den anderen Themen, also Sucht ist auch sehr wichtig. Also die bleiben oft auch sehr lange in der Gruppe. Wenn das in der Gruppe gut läuft, gibt es dann viel Halt und ein persönliches Umfeld, Freundschaft im Prinzip auch. Und ja, bei den anderen Gruppen ist es zum Teil so, also da ist natürlich viel Kommen und Gehen in den Gruppen. Das muss man schon sehen. Also dass Leute dann einfach auch wegbleiben. Oft weiß man es gar nicht so genau, warum sie jetzt nicht mehr kommen. Ist es wirklich alles gut und brauchen sie es nicht mehr? Ja, das weiß man so nicht. Aber es ist schwierig so eine Zahl zu sagen. Das gibt es eigentlich nicht. Kommen und Gehen heißt auf der anderen Seite auch, man kann es sich mal anschauen, wenn man sich nicht ganz sicher ist, ob es was für einen ist. Genau, genau. Man unterschreibt keinen Vertrag. Also man geht da ja nicht hin und sagt, ich komme jetzt die nächsten zehn Wochen und mache da mit und man muss ja auch nichts bezahlen. Also auch das ist kein Aspekt. Also kann man einfach mal gucken. Also das fragen oft Leute auch am Telefon, kann ich da einfach mal reinschnuppern oder so. Dann sage ich denen immer auch, aber am besten ein paar Mal hingehen. Also nicht gleich beim ersten Mal dann sagen, das ist nichts für mich, weil irgendeine Nase mir vielleicht nicht gepasst hat oder ich mich auch fremd gefühlt habe. Es ist ja auch nicht so ganz einfach in eine Gruppe zu gehen. Genau. Und ja, von daher ist es schon gut. Man probiert es wirklich mal aus. Und wenn man dann nach drei oder fünf Mal sagt, bringt mir glaub wenig oder nichts. Und dann kann man ja wieder gehen. Und dann auch gut, wenn man sich verabschiedet und sagt, ich glaube, ich habe für mich entschieden, das nicht zu machen. Aber das sind so diese zwischenmenschlichen Sachen, die oft nicht so gut laufen. Ja gut, haben wir alle Fragen durch? Ja, wir bitten unsere Gäste am Ende immer noch einmal kurz zusammenzufassen, was man sich denn so merken sollte über das Thema Selbsthilfegruppen. Möchtest du da nochmal ein ganz kurzes Resümee ziehen? Für was ganz Wichtiges im Gesundheitssystem die Selbsthilfegruppen oder den Zugang zu Selbsthilfegruppen. Und ich finde, ich würde einfach Mut machen den Menschen, dass sie das mal ausprobieren und in Kontakt gehen mit anderen. Das kann einfach was sehr Wertvolles sein. Und wie gesagt, der Zugang zu den Selbsthilfegruppen, man kann im Internet natürlich auch mal gucken. Das ist immer anonymer und man kann einfach mal gucken, was gibt es da denn. Man kann zum Beispiel auch auf unserer Homepage einfach mal über Suchbegriffe gucken, zu was gibt es Selbsthilfegruppen. Die Homepage wird gerade neu gemacht, kommt erst in den nächsten Tagen oder Wochen. Und kann sich so mal eine Grundinformation holen. Und man kann anonym und man muss keinen Namen sagen, auch bei den Selbsthilfekontaktstellen anrufen und kann fragen. Wie ist das denn mit den Gruppen? Also auf was lasse ich mich ein? Und kann da einfach noch weitere Informationen kriegen, wenn man irgendwelche Bedenken hat. Man kann mit allen Bedenken kann man zu uns kommen und wir versuchen das zu klären. Also die Botschaft sich trauen. Ja, genau. Super. Dann hoffen wir, dass wir da ein paar neue Informationen vermitteln konnten zum Thema Selbsthilfe. Genau. Und Menschen dazu ermutigen konnten, sich in Selbsthilfegruppen zu begeben, weil das ist eine ganz tolle Sache. Ja, lohnt sich. Haben wir heute auf jeden Fall gelernt. Ja, genau. Wunderbar. Ja, vielen Dank Bernarda, dass du da warst und mit uns heute über das Thema gesprochen hast. Vielen Dank, dass ihr zugehört habt und uns so interessante Fragen gestellt habt. Wir haben ja auch ausgelernt, das ist wieder schön. Auf jeden Fall. Genau. Tja Leute, vielen Dank fürs Zuhören, aber jetzt müsst auch ihr euch selbst helfen. Genau. Jetzt sagen wir zum ersten Mal in der Geschichte von Jung und Freudlos nicht bis in zwei Wochen. Ich glaube, das gab es noch nie. Ja, wir haben alle zwei Wochen abgeliefert. Seit anderthalb Jahren, ein klein wenig mehr sogar, haben wir euch ständig mit neuen Folgen am Laufenden gehalten. Ja, und wir haben vor, das auszusetzen. Oh Gott, jetzt bitte kein Herzinfarkt bekommen. Das klingt viel zu dramatisch, Sebastian. Die Wahrheit ist ja, Sebastian möchte gern mit seinem kleinen Campervan die Welt erkunden. Zu Recht, muss man sagen. Und braucht dafür ungefähr bis drei Monate. Ja, wir haben ein bisschen vorgearbeitet. Und wir werden auch noch ein bisschen. Vorarbeiten und sind aber dann im Oktober so richtig wieder für euch da. Das heißt, acht Wochen müsst ihr ohne uns. Genau. Kleine Sommerpause, aber danach sind wir voll fresh. voll gebräunt und voll am Start. Genau, immerhin einer von uns. Du kannst ja da ein bisschen auf uns abfärben. Ja, und du ja auch, ne? Ich arbeite ja jetzt schon dran. Okay, ihr Lieben, also jetzt tatsächlich zwei Wochen Pause von Jung und Freudlos. Zwei Monate, Entschuldigung. Ich habe es schon de-dramatisiert. Also zwei Monate Pause. Aber wir sind schon ganz heiß drauf, weiterzumachen und freuen uns, wenn ihr dann wieder zuhört. Ja, erholt euch gut. Bis dahin. Macht's gut und bleibt uns treu. Euch auch eine schöne Pause. Genau. Danke. Tschüss. Tschüss. Ach, du meinst gar nicht mich. Dann euch auch. Okay, jetzt nochmal für alle und für Mene. Euch da draußen eine schöne Pause und natürlich auch es Mene. Ja, ich will auch eine schöne Pause. Und Mene hat auch eine schöne Pause. Macht's gut. Tschüss. Ciao. Tschüss. Tschüss. Tschüss.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Selbsthilfegruppen ermöglichen Menschen, sich mit anderen Betroffenen zu verbinden und sich gegenseitig zu unterstützen.
  2. Es gibt eine große Vielfalt an Selbsthilfegruppen, von chronischen Erkrankungen bis zu Suchtproblemen und psychischen Störungen.
  3. Die Gruppen fördern Selbstwirksamkeit, soziale Kompetenzen und ein Gefühl der Wichtigkeit für die Gruppe.
  4. Selbsthilfegruppen sind in Deutschland weit verbreitet, insbesondere in Großstädten, und werden von Krankenkassen gefördert.
  5. Es ist wichtig, dass Menschen in Gruppen mit dem Gefühl der Sicherheit und Vertrautheit beginnen, ohne finanzielle oder soziale Druck.
  6. Angehörige können ebenfalls in solchen Gruppen teilnehmen, was die Unterstützung für die gesamte Familie oder Familie erweitert.
  7. Der Zugang zu Gruppen ist offen, unverbindlich und kann über das Internet oder telefonisch erfolgen.
  8. Es gibt keine einheitliche Dauer, da das Engagement individuell und nach Bedarf ist.

Summary:

Selbsthilfegruppen sind ein wichtiger Bestandteil des Gesundheitssystems, bei dem Menschen mit ähnlichen Erkrankungen oder Problemen zusammenkommen, um sich gegenseitig zu unterstützen. Im Gespräch mit Bernarda Däufel, Leiterin des Selbsthilfebüros in Freiburg, wird deutlich, dass es eine große Vielfalt an Gruppen gibt – von chronischen Krankheiten bis zu psychischen Störungen und Sucht. Die zentrale Idee ist die Selbstständigkeit: Die Gruppen sollen Menschen helfen, sich selbst zu organisieren und nicht auf Experten angewiesen zu sein.

Die Selbsthilfegruppen fördern Selbstwirksamkeit, soziale Kompetenzen und ein Gefühl der Wichtigkeit, was besonders bei Menschen mit isolierenden Erkrankungen von großem Nutzen ist. Obwohl die Gruppen im ländlichen Raum schwerer zu finden sind, gibt es in Deutschland überall Selbsthilfeangebote, oft auch gefördert durch Krankenkassen. Der Zugang ist unverbindlich und kostenlos, und viele Menschen suchen Gruppen bereits vor der Diagnose oder nach der Behandlung.

Angehörige können ebenfalls teilnehmen, was die Unterstützung für die gesamte Familie ausweitet. Die Dauer des Engagements ist individuell, und es wird empfohlen, zunächst nur kurz zu testen, bevor man sich vollständig engagiert. Selbsthilfegruppen sind nicht nur ein emotionaler, sondern auch ein praktischer und sozialer Raum, der Menschen hilft, ihre Ausgangspositionen zu verändern und neue Wege der Lebensführung zu finden.

Die Botschaft ist klar: Menschen sollen sich trauen und in Kontakt mit anderen treten – ein Schritt, der oft als wesentlicher Teil des Heilungsprozesses gilt.

FAQs

Das Hauptziel ist es, Menschen zu unterstützen, sich in Gruppen mit anderen Betroffenen zu verbinden und sich gegenseitig auszutauschen, um ein Gefühl der Verständnis und Unterstützung zu erleben.

Ja, es gibt viele Arten, wie beispielsweise Gruppen für alkoholische oder essliche Sucht, chronische Erkrankungen oder psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen.

Ja, die Gruppen sind grundsätzlich kostenlos. Es gibt jedoch gelegentlich eine kleine Gebühr für Raummiete, die von den Mitgliedern gemeinsam getragen wird.

Ja, Krankenkassen fördern Selbsthilfegruppen offiziell, was ihnen Unterstützung für Bücher, Referenten oder Projekte ermöglicht.

Nein, es wird empfohlen, zunächst eine Diagnostik durchzuführen und ggf. Therapie zu suchen, da Gruppen für Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen überfordert sein können.

Ja, es gibt spezielle Angehörigengruppen, beispielsweise für Menschen mit bipolaren Störungen oder Depressionen, wo Angehörige sich austauschen können.

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