Schizoaffektive Störung 2.0 - Interview mit einem Betroffenen
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Henning Taube teilt in einem umfassenden Gespräch seine persönlichen Erfahrungen mit schizoaffektiver Psychose, die er seit 1990 erlebt. Anfangs sah er seine Symptome als real und realitätsbezogen, wobei er erst 2001 die Krankheitseinsicht erlangt. Drogen wie LSD und Speed spielten eine entscheidende Rolle bei der Auslösung und Verstärkung seiner Psychose. Seine ersten Klinikaufenthalte waren belastend durch unfreundliche Behandlung und fehlende Informationen, doch der Kontakt zu anderen Patienten und der Humor half ihm, sich zu integrieren. Er gründete eine Selbsthilfegruppe, um Angehörige und Betroffene zu unterstützen und das Stigma um psychische Erkrankungen zu verringern. Für ihn ist ein offener Umgang mit der Krankheit entscheidend – besonders in Beruf und Freundschaften – und er betont, dass echte Empathie und Verständnis der Polizei und der Gesellschaft wichtig seien. Die Medikamente, obwohl belastend, sind für ein funktionierendes Leben mit Familie und Beruf unerlässlich. Er rät, sich an Selbsthilfegruppen, Therapien und soziale Kontakte zu halten und betont, dass eine Krankheit nicht automatisch zu Isolation führt. Seine Geschichte zeigt, wie ein lebenswertes Leben trotz schwerer Phasen möglich ist, wenn Betroffene Unterstützung, Würde und Verständnis erhalten.
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Jung und Freudlos, eurem Podcast
aus der Uniklinik Freiburg, genauer gesagt aus der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie.
Heute sitzen wir hier ausnahmsweise nicht in unserem Medienraum, sondern in der Bibliothek
am Computer und neben unserer Stammbesetzung, die da wäre, Moritz, der neugierige, fragstellende
Medizinstudent, Sebastian, weltbester Assistenzarzt in unserer Klinik, ich, irgendeine Fachärztin
in unserer Klinik, Ismene, jetzt habe ich vergessen, wie der Satz begonnen hat, also
neben uns dreien ist heute ein Gast per Skype zugeschaltet, ein ganz besonderer Gast, der
uns heute von seinen Erfahrungen mit seiner schizoaffektiven Störung berichten wird.
Hallo Henning, herzlich willkommen.
Genau, hallo, hier ist Henning Taube aus Hannover, in der Nähe von Hannover, ich bin 50 Jahre
alt, habe seit 30 Jahren die Diagnose schizoaffektive Psychose und wollte mich hier mal vorstellen
bei euch.
Super, das freut uns extrem und du bist ja zusätzlich…
Du bist ja zusätzlich Buchautor, hast zwei Bücher geschrieben, also eines über schizoaffektive
Störung und eines über Psychose an sich, ist das richtig?
Also ich habe erstmal ganz viel geschrieben, ich schreibe seit meinem 20.
Lebensjahr, das hat mit Gedichten angefangen, weil ich nicht mehr wusste, wohin mit meiner
Fantasie und so hat sich das Schreiben entwickelt, also ich habe eigentlich nicht danach gesucht
oder habe mir gesagt, ich muss jetzt schreiben, das kam zu mir und durch die erste Psychose,
die ich mit 19, 20 hatte, 1900.
Da habe ich so viel erlebt, dass ich das aufschreiben musste, damit ich über das, was ich erlebt
habe, dass ich das vergessen konnte und an das Nächste denken, also weil so viel passiert
ist, da habe ich angefangen zu schreiben.
Super und dadurch bist du natürlich auch erfahren, weil du auch Lesungen gibst und
auch auf den Lesungen berichtest, wie es dir ergangen ist.
Darüber hinaus bist du auch schon im Fernsehen aufgetreten, warst glaube ich im SWR zu Gast
und hast auch dort über deine Erkrankung gesprochen.
Es gibt auch ein längeres Interview von der Zeit mit dir.
Genau, von der Zeit und im SWR, im Radio war ich auch mal bei Leute.
Ich möchte an die Öffentlichkeit gehen, weil ich enttabuisieren möchte und das Stigma,
das liegt immer auf uns, auf uns Schizophrenen, Psychotikern, Psychoseerkrankten und heute
würde ich was anderes sagen, im Fernsehen, im Radio, in der Zeitung, heute würde ich
da mit einem ganz großen Stichwort sprechen.
Also nicht mehr nur humorvoll und weil es ist wirklich eine schwere Diagnose, die mich
schon seit 30 Jahren begleitet und so viele Menschen isoliert auf die Straße bringt zum
Teil und irgendwie kriegen wir wenig Gehör.
Total spannend, dann gucken wir mal, was heute bei rauskommt bei unserem Interview.
Aber woran kein Gast vorbeikommt, ob nun jetzt per Skype oder nicht, sind unsere Oder-Fragen.
Wir steigen im Podcast immer ein.
Oder-Fragen, die, naja, vielleicht zumindest Teilaspekte deiner Persönlichkeit ergründen
sollen.
Du darfst die einfach ganz spontan beantworten.
Wir würden dir die jetzt stellen und danach können wir uns den vielen Inhalten widmen.
Ich glaube, ich habe die Ehre anzufangen.
Die ist auf Englisch.
Ich hoffe, das geht.
Henning, fly high, go low oder meet in the middle?
Zur Zeit.
Darfst du spontan entscheiden, ja.
Zur Zeit oder was dir am liebsten ist?
Zur Zeit bin ich auf dem Boden.
Und fliege aber auch mal ganz gerne hoch.
Go low ist nicht so cool.
Aber das ist doch eine gute Mischung.
Okay.
Ich habe eine Frage, die sich auf unsere aktuelle Wetterlage bezieht.
Sturmhaube, Stirnband oder Stinkstiefel?
Dann eher Stirnhaube, weil es weht hier mächtig.
In Hannover.
Das kann ich mir vorstellen.
Einfach Sturmhaube und Stirnband.
Wir nehmen unsere Folge gerade zu Zeiten von Sabine auf.
Für die Hörer da draußen, die das ein bisschen in der Vergangenheit hören.
Stimmt.
Okay, mir kommt die Ehre zuteil, dir die dritte Frage zu stellen.
Chatverlauf, Telefonhörer oder Briefumschlag?
Gerne Briefumschlag.
Das wird ja immer weniger mit den Briefen schreiben.
Aber bevor ich meinen Blog. hatte, habe ich ganz viele Briefe geschrieben an Freunde und Hunderte von Seiten.
Und ich finde das so schön, mit der Hand zu schreiben oder auf einer alten Schreibmaschine und da auf jeden Fall Briefumschlag.
Also ganz traditionell, klassisch, sehr schön.
Ja, immer wieder gern.
Henning, haben wir dich zu tausend Prozent kennengelernt durch unsere drei Fragen?
Nee, ich glaube nicht.
Okay, schön, dass du da auch ehrlich bist.
Ich glaube, die den Anspruch haben ja auch nicht mit den drei Fragen.
Dann versuchen wir dich jetzt vielleicht auf andere Art und Weise noch ein bisschen kennenzulernen.
Genau.
Wir haben am Freitag eine Folge veröffentlicht, wo wir versucht haben, aus der ärztlichen Perspektive zu erklären, was eine schizoaffektive Störung ist.
Die erste Frage wäre, hast du diese Folge zufällig gehört?
Habe ich noch nicht gehört.
Habe ich gestern erst vom Freund gehört, dass ihr die Folge aufgenommen habt.
Leider nicht.
Okay, dann können wir dich nicht nach deinem Urteil fragen.
Also jetzt im Nachhinein.
Nur um schon mal ein bisschen zu spoilern, Henning.
Wir haben uns sehr schwer getan, die schizoaffektive Störung so zu erklären, dass wir sie selber auch überhaupt richtig verstehen.
Oder sie zumindest ordentlich abzugrenzen.
Jedenfalls haben wir so, wir werden jetzt nicht mehr so ganz auf die Inhalte von der Folge eingehen können.
Aber uns hat vor allem auch so ein bisschen deine Perspektive zur schizoaffektiven Störung interessiert.
Schade, dass du sie nicht gehört hast.
Sonst hätten wir jetzt noch ein bisschen.
Ja, ich auch.
Ja, aber kann ja noch kommen.
Genau.
Was ist denn so deine Erfahrung?
Erklärung für diese Erkrankung?
Du kannst das doch bestimmt ganz gut oder kurz zusammenfassen.
Also der Anteil der Schizophrenie sieht so aus, dass er mit Wahnvorstellungen, Stimmen, Hören, optische, akustische Halluzination, dass das zusammenhängt.
Und das Affektive steht eher, dass viel aus dem Affekt heraus passiert.
Größenwahn, manisch zu sein, euphorisch, hocheuphorisch zu sein.
Was wunderbar ist.
Und dann eben danach meistens das Depressive.
Es gibt diesen Mischzustand, den kenne ich, dass man zum Beispiel eine Stunde manisch ist, zehn Minuten depressiv, zwei Stunden manisch, fünf Stunden depressiv.
Und das kann über mehrere Wochen gehen.
Ich kenne es aber auch, dass ich wochenlang manisch bin und dann folgt eine derbe Depression über bis zu einem Jahr hatte ich.
Und es ist ein chemischer Vorgang im Gehirn.
Es werden Botenstoffe ausgeschüttet.
Das wisst ihr ja alles als Ärzte.
Zu viel Dopamin, noch andere Botenstoffe wie Adrenalin.
Und das muss durch die Medikamente eben, bin ich der Meinung, reguliert werden.
Also ich denke, das wisst ihr besser als ich, wie es chemisch im Gehirn aussieht.
Aber ich glaube, du hast das sehr gut erklärt.
Und dieses Wechselspiel aus Himmel hoch jauchzend, dann schwer depressiv.
Plus der psychotischen Symptome.
Und du hast, glaube ich, gerade bei deiner Vorstellung auch schon gesagt, seit wann die schizoabjektive Störung bei dir diagnostiziert ist, oder?
Ich glaube, du musst es kurz nochmal für mich wiederholen.
Genau, das war 1990, Drogeninnoziert.
Also ich habe mit 16 angefangen zu kiffen.
Dann bin ich zu härteren Drogen übergegangen, wie Speed, also Amphetamine, LSD, mexikanische Pilze.
Und man kann schon sagen. Dass mich das aus diesem harten Alltag rauskatapultiert hat.
Und ich habe es genossen am Anfang.
Und nachher war ich psychisch so abhängig, auch schon allein von Cannabis, dass ich davon nicht weggekommen bin.
Und irgendwann hat alles in meinem Kopf verrückt gespielt.
Also hoch euphorisch, psychotisch geworden.
Also 1990 ist es richtig losgegangen, 89, 90.
Jetzt haben wir in der Folge darüber gesprochen, dass die Diagnose eher eine Längsschnittdiagnose ist.
Also über einen gewissen Verlauf oder über eine Verlaufsbeobachtung hinaus entsteht.
Wie war das denn bei dir?
War das relativ schnell im Raum gestanden, die schizoaffektive Störung?
Oder hast du auch erst eine andere Diagnose vielleicht gehört?
Wie war das?
Also das erste Mal habe ich überhaupt in der Klinik das Wort Psychose gehört.
Und wir wurden damals 1990 eben überhaupt nicht aufgeklärt.
Es gab keine Gespräche, es gab keine Therapieansätze in der Klinik.
Wir wurden vollgepumpt mit Medikamenten, Methaldol ohne Ende, sodass sich der ganze Körper verkrampft hat.
Und ich glaube. Die erste Diagnose war schon schizoaffektive oder paranoide Schizophrenie,
weil ich jedenfalls. Das kann sein, dass die erste Diagnose Schizophrenie, also paranoide Schizophrenie war.
Aber dann war es eben die schizoaffektive Psychose.
Es ist ja auch schwer, eine Diagnose zu stellen, wenn man. Ich wurde gefragt, ob ich Stimmen gehört habe.
Gleich, dass die Frage, die wird jedem gestellt, der mit einer Psychose in die Klinik kommt.
Und eigentlich hatte ich keine Stimmen gehört bei der ersten Psychose.
Aber ich hatte dann doch gesagt, ich habe eine Stimme gehört.
Aber das war wirklich eine reale Stimme. Und dann hatte ich eben diese Diagnose.
Also ich glaube, wir haben auch versucht in unserer Folge so ein bisschen zu erklären, dass wenn man mal in der Klinik ist, dass das ja schon irgendwie ein relativ fortgeschrittenes Stadium eigentlich ist. Und vor allem fängt ja für uns als Klinikärzte unsere Wahrnehmung erst an. Aber viele Betroffenen, das hast du ja auch gesagt, die fangen schon mit ihrer Erkrankung weit, weit davor an.
War dir denn eigentlich anfangs überhaupt bewusst, dass das jetzt irgendwie eine Störung ist? Oder wie hast du das am Anfang verstanden?
Nee, überhaupt nicht. Also so im Nachhinein, wenn ich jetzt so reflektiere, kann man sagen, dass ich seit meinem zehnten Lebensjahr depressiv bin.
Mein Vater hat uns damals verlassen und den habe ich über alles geliebt. Und das war so für mich so mein Gott. Und dann ist er gegangen und meine Eltern haben sich scheinen lassen. Da war ich zwölf und man kann wirklich sagen, dass ich depressiv war zu der Zeit.
Und aus dieser Depression.
Ist irgendwann die Manie gekommen. Also erst mal durch Drogen. Dann war ich glücklich, war selbstbewusst und so weiter. Wir waren ganz viele Freunde. Aber dass ich krank war, dass ich wirklich in eine Psychose gerutscht bin, dass ich dachte, ich bin der König, der Weltherrscher, ich bin Jesus. Das war für mich wirklich real. Also ich war es in dem Augenblick. Da gab es gar keine Zweifel. Alle anderen waren total krank oder haben es nicht geraubt.
Und ich konnte nicht verstehen, warum rafften die das alle nicht? Ich weiß es doch. Und also die Krankheitseinsicht, die kam in der Phase gar nicht. Das hat echt gedauert.
Weißt du noch, wie lange das gedauert hat, bis die kam?
Also ich hatte ja 1990, dann von 1990 bis 1998 hatte ich Ruhe. Dann kam die zweite Psychose und da habe ich es immer noch nicht eingesehen, obwohl das wieder so ein derbes Ding war.
Und ich habe dann auch immer, ich habe dann wieder angefangen zu kiffen und konnte nicht aufhören, bin wieder psychisch total abhängig gewesen.
Und ja, also dann die richtige Krankheitseinsicht hatte ich erst 2001, also elf Jahre später, als ich so eine derbe Psychose hatte mit solchen, solchen unglaublich krassen Stimmen, dass mir das wirklich so eine Angst eingejagt hat, dass ich eingesehen habe.
Und jetzt nimmst du regelmäßig Medikamente. Du willst das nie wieder haben.
Okay, wow.
War das echt ein langer Zeitraum.
Was wir auch noch gesagt haben oder so ein bisschen gemutmaßt vielleicht haben, dass wenn man so stark betroffen ist von der Erkrankung, dass immer auch das Umfeld relativ viel merkt.
Du hast jetzt gerade gesagt, du selber hast es gar nicht als Krankheit oder so einen Zustand wahrgenommen, sondern für dich war das wirklich real in dem Moment.
Was haben denn vielleicht deine Angehörigen oder dein näheres Umfeld zu dir gesagt?
Haben die dich darauf aufmerksam gemacht und gesagt, du Henning, wir haben das Gefühl, da verändert sich gerade was bei dir?
Meine Freunde so, das waren alles selber Kiffer. Die, die, die haben vielleicht gesagt, er ist durchgeknallt oder so, haben das gar nicht so richtig wahrgenommen.
Aber meine Freundin, ich hatte zu der Zeit eine Freundin, die war 17 damals. Ich war 20, Anfang 20 oder Ende 19.
Und die, die hat das natürlich, die hat das natürlich gemerkt, als ich ihr gesagt habe, ich werde berühmt, ich werde weltberühmt und sie meinte, du wirst nie berühmt.
Und irgendwann hat sie dann gemerkt, dass mit mir was nicht stimmt.
Dass alles nicht real ist, was ich sage. Aber ich habe ihr natürlich nicht geglaubt. Das war ein totaler Kampf für sie, für mich gegen sie, von ihr gegen mich.
Und sie wollte mich immer in die Psychiatrie bringen. Und ich bin dann abgehauen, bin meinen eigenen Weg gegangen, war mit anderen Freunden wieder zusammen.
Und die haben alle gemerkt, dass irgendwas nicht stimmt. Aber ich hatte keinen Kontakt zu meinen Eltern, also zu meiner Mutter. Und da war es schon schwierig.
Hast du zu dem Zeitpunkt eigentlich gewusst, dass es eine Behandlung gibt für den Zustand, den du hast?
Also man hat es dir ja wahrscheinlich gesagt, deine Freundin hatte dir damals gesagt, geh mit mir in die Klinik. Wie klang das für dich?
Also meine Freundin dachte, ich bin auf LSD hängen geblieben. Und mir kann nur ein Psychiater helfen. Aber die wusste auch überhaupt nicht, was mit mir los ist.
Und ich habe natürlich, ich bin durchgedreht, als sie gesagt hat, ich muss zum Psychiater, ich muss vielleicht in eine Klinik.
Und ich bin ja auch so oft aus der Klinik am Anfang abgehauen, bis ich drei Depotspritzen Haldol innerhalb von einer Woche durchgebracht habe.
Und gar nichts mehr ging, weil die Kliniken voneinander nichts wussten und die Ärzte, dass ich schon da eine Spritze und da eine Spritze und noch eine Spritze bekommen habe.
Und nee, also das habe ich überhaupt nicht, das wollte ich überhaupt nicht wahrhaben.
Da du jetzt das Thema Drogen erwähnt hast, wir haben versucht, unseren Hörerinnen und Hörern in der Vorgeschichte auch schon mal zu erklären, es gibt drogeninduzierte Psychosen und es gibt Schizophrenie.
Es gibt auch die schizoaffektive Störung. Gab es dann einen Zeitpunkt, wo du die Drogen alle weggelassen hast und wo sich dann gezeigt hat, ob die Störung besser wird, die Psychose oder nicht?
Also 2001 habe ich den letzten Joint geraucht, weil ich dachte, wenn ich stehen bleibe, dann bleibt die Erde stehen und wollte gerade wieder losgehen, weil das hatte ich 1998 in der Psychose.
Da bin ich drei Tage und drei Nächte fast durchgelaufen.
Und da habe ich gemerkt, halt, das ist nicht real. Stopp. Also lass das auf jeden Fall mit den Drogen. Und das war 2001. Und 2003 hatte ich dann noch eine Psychose und 2007.
Und man kann auch sagen, letztes Jahr hatte ich auch Größenideen wieder. Aber nicht so derben. Das intensiviert das alles, wenn man kifft. Und so, das intensiviert ja auch die Gedanken, egal was es für Gedanken sind.
Es sind depressive oder manische. Es ist einfach, es ist viel intensiver und extremer alles. Bei mir jedenfalls. Also mich macht das Kiffen auch nicht pragmatisch und platt und ich kann es zur Entspannung nicht, also ich muss dann raus und mich weiß ich nicht mit Vögeln unterhalten oder so Kram.
Das heißt, die Drogen haben das Ganze verstärkt, aber nicht ausgelöst quasi oder nicht alleine zumindest.
Ohne Drogen gab es bei dir Phasen, wo dann wieder mehr Symptome kamen?
Ja, auf jeden Fall.
Okay.
Okay. Mich würde sehr dein Weg in die Psychiatrie interessieren. Du hast jetzt gesagt, du bist mehrfach irgendwie in psychiatrischen Kliniken in Berlin gewesen. Wie bist denn du da jeweils hingekommen?
Von 87 bis 90 habe ich in Berlin gewohnt und meine Freundin wohnte in Hannover. Und die erste Klinik war tatsächlich Berlin Urbankrankenhaus.
Das war ein Landkreis.
Das war ein langer Weg. Also ich dachte, meine Freundin ist krank und deswegen muss ich jetzt in diese Klinik und sie da reinbringen ins Krankenhaus, damit sie gesund werden kann. Ich habe gar nicht gesehen, dass ich der Kranke bin. Und es ging wirklich so weit, dass der Psychiater, es war erstmal im Klinikum Steglitz, ganz normales Krankenhaus und der hat wirklich mir geglaubt, weil meine Freundin war dermaßen am Ende und verzweifelt.
Und dann habe ich gesagt, ja, also dann hat er gefragt.
Wer ist hier eigentlich der Kranke oder die Kranke? Und naja, dann habe ich, dann hat eine Psychiaterin dazugeholt, die war zufällig im Haus und der habe ich vertraut und dann habe ich ausgepackt, dass ich mich in den Augen meiner Freundin spiegeln kann und sie eigentlich ich werden sollte und diese ganzen Inhalte, dass sie mich vergiften, also das haben auch ganz viele Psychoseerkrankte, die denken, sie werden vergiftet, dass auch das und dass sie vergiftet ist, dass man sie mit Drogen vermittelt hat.
Und dann habe ich gesagt, ja, ich bin freiwillig hier in der Psychiatrie, das gibt es doch gar nicht, wieso bin ich freiwillig in der Psychiatrie und so, ich muss die Welt retten, was soll ich hier?
Also Zeitverspätung.
Zeitverspätung und dann bin ich eben nach Hannover getrampt und meine Freundin war total erschüttert, dass ich da aufgetaucht bin und dann war es ein längerer Weg noch, bis ich dann in Hannover nach Langhagen in die Klinik gegangen bin erst und da dachte ich auch, ich bin fehl am Platz, bin geflüchtet, habe mich nach Zeichen gerichtet, da war ein Vogel, der hat sich irgendwie im Flur verfangen, so eine Drossel und ich dachte, das ist ein Zeichen, du musst jetzt fliehen und ich habe mich total nach Zeichen gerichtet und bin zufrieden.
Zweimal abgehauen, dann haben sie mich da nicht mehr aufgenommen, hatte aber schon zwei Heil-Durch-Spritzen drin in Berlin und in Langhagen und dann ging gar nichts mehr irgendwie.
Dann habe ich noch im Gesundheitsamt eine Spritze gekriegt und dann habe ich gesagt, jetzt bring mich nach Wunsdorf und da war ich dann fünfeinhalb Monate, also zweieinhalb Monate auf der geschlossenen, ohne Krankheitseinsicht, nicht aufgeklärt und so weiter.
Das hört so ein bisschen raus, dass gerade die anfänglichen Erfahrungen nicht freiwillig waren.
Überhaupt nicht.
98 auch noch nicht, also acht Jahre später auch nicht freiwillig.
Ja, kannst du was dazu sagen, wie du das im Nachhinein beurteilst?
Also man kann sich ja vorstellen, wenn man gerade keine Einsicht hat und nicht versteht, warum man behandelt werden soll, dass man wahnsinnig wütend ist auf diejenigen, die versuchen einen zur Behandlung zu drängen oder die einen vielleicht sogar in der Klinik zurückhalten, obwohl man sich nicht krank fühlt.
Genau, also 1990 ging es, da war ich nicht so aggressiv.
Aber 1998, da war ich sehr aggressiv, verbal vor allem und da hat man mir auch einen richterlichen. Beschluss übers Fax
reingewirkt. Da wurde ein Richter
übers Fax angeschrieben, ich hätte eine Ärztin
tätig angegriffen, aber die mussten irgendwie
handeln. Ich habe keine Ärztin
tätig angegriffen, aber es wurde
behauptet, damit
die überhaupt eine Handhabe
gegen mich hatten, weil ich war ganz klar
selbstgefährdend. Ich bin über Zugschienen
gelaufen, kilometerlang und
dachte, überall sind Kameras und alles wird
gefilmt und
ich kann eigentlich, also
für mich ist im Nachhinein
die Klinik,
also ein Flughafen, wo ich
landen kann und ich habe keine Angst mehr vor der
Klinik. Ich bin froh, dass es sowas
gibt. Klar, es ist
wirklich
krass, viele psychisch Kranke haben schlechte
Erfahrungen gemacht und ich
auch mit Pflegern,
gerade früher, heute hat sich da
viel geändert, aber ich bin
dankbar, dass es einfach Kliniken gibt
und dass die Medikamente inzwischen auch
viel besser sind als Hidol oder
Fluansol oder sowas.
Du hattest ja auch
dann immer wieder Kontakt mit der Polizei,
wenn du eben in Kliniken
gekommen bist.
Wir haben hier eine Passage in deinem Buch gefunden.
Darf ich die eben mal vorlesen?
Ja, klar.
Also, jetzt dämmert es mir. Jetzt ist alles
klar. Eine Aussage. Und
ob ich eine Aussage machen werde.
Meine Freunde, Kumpels und Verbündeten werden
mich bis in alle Ewigkeiten feiern.
Durch mich, durch meine Aussage,
durch meine Macht wird Cannabis in
allen Ländern der Welt legalisiert werden.
Nur deswegen bin ich hier im Polizeirevier.
Meine Freunde dürfen von nun an
bekifft Auto fahren. Dürfen so viel
Dope bei sich haben, wie sie wollen.
Was für eine herrliche Aussicht.
Alle Menschen, die wegen des Verstoßes von Cannabis
im Knast sitzen, wird man nach meiner
Aussage auf der Stelle freilassen.
Wie in Amsterdam wird es in Deutschland,
in Berlin und Hannover zuerst
Rauchcafés geben.
Alle Rocker, die ich kenne, der ganze Club
und noch etliche andere werden
ein eigenes Café bekommen.
Das war ein Moment, als du bei der
Polizei saßt und dazu aufgefordert
wurdest, dich zu äußern.
Erinnerst du dich da noch dran?
Ich erinnere mich an alles.
Ich muss sagen, dass die
Psychosen, die ich hatte, ganz
klar waren, die sind wie
so ein LSD-Trip oder
so ein Kokstag. Da kann man sich auch
noch an alles erinnern.
Dadurch, dass ich gleich
nach dem Psychosen angefangen habe, alles aufzuschreiben,
weil ich schreien musste, um
das zu verarbeiten. Das war für mich eine gute
Therapieform. Da kann ich mich sehr gut da
an erinnern. Und ich habe diesen Polizisten
so vertraut und
dachte, ja, durch mich,
also ich hatte euphorische
Höchstgefühle, dass durch mich alle
Freunde und keiner muss mehr
als Schlosser auf dem Bau
arbeiten. Alle kriegen so ein Rauchcafé und
da liegen dann die Kekse drin und die werden
nicht feiern, die Rocker und so.
Dann habe ich eben alle Namen genannt
von allen,
die mir eingefallen sind.
Auch von denen, die nicht kiffen, die sollten natürlich
auch ein Rauchcafé bekommen.
Und im Nachhinein ist das auch ganz
lustig. Aber
in Berlin wurde eine Razzia eingeleitet.
In Hannover, die haben alle Vorladungen
bekommen. Dann hieß es auf Verrat steht
die Todesstrafe. Ich konnte nicht 20 Jahre.
Also ich möchte heute, es sind
auch welche zu den Hells Angels
eben übergegangen. Ich möchte heute immer
noch manchen nicht begegnen, weil
das konnte natürlich überhaupt keiner
erahnen, was da in mir
vorgegangen ist. Die dachten alle, der Verräter,
der hat hier ausgepackt und jetzt
kriegt er auch für Fresse. Also das
aber der
Polizist, der, der, das
war mein Freund, das war mein Verbündeter und ich
dachte Polizei, mein Freund und Helfer und
hier bin ich sicher und ja
und ja, hab mich, hab
mich da sicher gefühlt.
Also die Geschichte
zeigt das so dermaßen plastisch.
Einerseits wie
wie man sich in
der manischen oder schizomanischen Phase
fühlen kann und zum anderen auch, wie gefährlich
das für einen selbst werden kann, selbst wenn
du in dem Moment sicherlich nicht die
psychiatrischen, formalen Kriterien für eine
Eigengefährdung erfüllt hast, hast du dich ja
wirklich in eine richtig miese Situation
gebracht. Ja, also
es ist nur ein Freund übrig geblieben,
kann man sagen und alle anderen
haben sich von mir abgewendet und keiner wollte was,
wollte mehr was mit mir zu tun haben
und das waren
ja, das, das, das,
das waren kleine Dörfer,
so die Dorfrocker eben
und da, da wohnte meine
Freundin, meine damalige in einem
so einem Dorf und mein
meine Mutter und
meine ehemaligen Freunde, ich konnte mich
dann nirgends mehr sehen lassen und
meine Mutter hat die Wohnung in Berlin
gekündigt
und dann musste ich zurück nach
Hannover, also ich war mit allem
total überfordert und
ja und
ich war für alle der Verräter, für die
besten Freunde, für alle, also
auch wenn es jetzt eine Situation ist, die
für dich auch sehr, sehr
zum Nachteil ausgegangen ist, einfach dadurch,
dass du diese Aussage gemacht hast,
ist ja trotzdem
der Weg in die Klinik sehr wichtig,
teilweise für manche Betroffene auch
über die Polizei. Was, was hat
dir eigentlich gut getan oder
was möchtest du jetzt zum Beispiel Zuhörenden
da draußen sagen,
die mit Menschen mit
offensichtlichem Psychose-Symptomen in Kontakt
kommen oder auch Polizisten, die vielleicht zuhören,
was tut eigentlich Betroffenen gut in
so einer Situation und was ist ein Verhalten,
was eher hilfreich als bedrohlich
ist? Also erstmal
die Polizisten werden inzwischen geschult,
es gibt Trialoge, Trialogveranstaltungen,
das heißt Betroffene,
Angehörige, Profis,
zu den Profis gehören eben, gehört ihr,
die Ärzte, die
Pfleger und ein Trialog
ist erstmal ganz wichtig, damit die Polizisten
überhaupt erstmal aufgeklärt werden,
wie gehe ich mit so einem Psychose-Erkrankten
um, wenn der in die Ecke gedrängt
wird und wirklich
Paranoia hat und denkt,
der IS oder irgendwer ist hinter ihnen her
oder wie es bei mir war, der Papst,
der Vatikan und
dann baut man solche Ängste auf und wenn
dann noch zwei oder drei Polizisten sich
vor einem aufbäumen und
rumschreien oder aggressiv werden,
dann können wirklich Dinge passieren,
die nicht passieren
würden, wenn die Polizisten ein bisschen
mit Einsicht, ein bisschen mit
Gefühl und sagen würden,
nun, also man
muss, man sollte auf
einen Psychotiker, einen Psychose-Erkrankten
mit Verständnis zugehen
und sagen,
wirklich, auch wenn der Polizist
in dem Moment lügt oder sagt,
wir wissen, dass Sie der
Auserwählte sind, aber
nun kommen Sie doch, wir
zeigen Ihnen, wo der Weg weitergeht, kommen Sie mit
uns, vertrauen Sie uns, wenn das
irgendwie möglich ist, dann hat man
den eigentlich auf
der Seite und
kann ihn vielleicht mitnehmen.
Aus dem Affekt
heraus können wirklich böse Dinge
passieren, wenn man sich in die Ecke gedrängt fühlt,
wenn man Angst verspürt
und
also ich kenne das von mir,
und
hier im Psychose-Erkrankten
in der ersten Phase kann man
kaum Krankheitseinsicht,
das kommt so überraschend,
man wird so überrumpelt und es
kommt so plötzlich,
dass man da, also da kann ich
gar keinem den Rat geben, aber
das Wichtigste ist dann wirklich Krankheitseinsicht zu
Selbsthilfegruppen, Trialoge,
Therapie, ich mache seit 10 Jahren
Verhaltenstherapie, wirklich dranbleiben,
und
vielleicht auch mal
nach dem Sinn der Psychose
gucken und aus der Schwäche eine Stärke zu machen,
also das ist so das,
was ich sagen kann,
dass das, ja,
und dazu stehen und
sagen, okay, ich habe das jetzt
und wahrscheinlich wird es mich mein ganzes
Leben lang begleiten, so ist es ja fast
immer und ich muss damit jetzt
versuchen umzugehen.
Du hast auch schon gesagt, dass du bei deinen ersten
Krankenhausaufenthalten zum einen
eine schlechte Erfahrung gemacht hast mit den
Medikamenten, die es damals gab,
dass die nicht gut verträglich waren
und dass dir auch Informationen
gefehlt haben. Gab es
denn was, was in diesen ersten
Klinikaufenthalten
trotz allem hilfreich für dich war
und was war das am ehesten?
Ich war zweieinhalb
Monate auf der geschlossenen,
sehr depressiv dann, bis ich
langsam gerafft habe, halt, du bist
nicht Jesus, du musst nicht die Welt retten,
das ist eine Krankheit, du bist nicht
von ganz oben nach ganz
unten, vom Himmel in die Hölle
und was mir dann geholfen
hat, obwohl ich schon 20 war,
ich wurde
in die Jugendpsychiatrie
verlegt
und zwar waren da 14
bis 18-Jährige, weil
die gedacht haben, die Ärzte, die müssen
mich irgendwie aus der Reserve locken, ich habe mich nur noch
in mein Zimmer zurück,
in mein Zimmer zurückgezogen und das war gut,
die haben gelebt, die haben Scheiße
gebaut, die waren albern und
irgendwann haben die mich dann da rausgebracht,
diese Jugendlichen und
das war richtig gut
und was dann
wieder schlecht war, dass ich wieder in eine Depression
gerutscht bin und
nach fünfeinhalb Monaten mit schweren
Depressionen entlassen worden bin und
gut war,
was ich aber nicht wahrgenommen habe,
die Ärztin damals hat schon gesagt, sie müssen in Therapie,
sie brauchen eine Psychotherapeutin, aber
das will man nicht hören als 20-Jähriger,
also ganz selten,
oder sie müssen, Selbsthilfegruppen gab es
da noch nicht so, es war noch nicht so verbreitet, aber
was geholfen hat,
das waren natürlich die anderen Patienten,
wir waren
so zu dritt oder zu viert
und wir hatten alle eine Psychose und
das hat
geholfen und Humor,
also Lachen hilft
auf jeden Fall und die Medikamente
eben irgendwann,
wenn sie nicht mehr so hart sind,
wenn man erstmal unten ist und das pendelt sich
so ein bisschen ein.
Super, wir hören das ganz oft.
dass die Kontakte zu anderen Patientinnen und Patienten
für viele das Hilfreichste sind an der ganzen Krankenhausbehandlung.
Es ist interessant, dass du die gleiche Erfahrung gemacht hast.
Ja, auf jeden Fall.
Im Raucherraum ist es am besten.
Gibt es bei euch noch einen Raucherraum?
Ja, klar.
Ja, natürlich.
Ja, also wo ich war, da wurde der abgeschafft.
Nur noch auf der geschlossenen, ne?
Und der Raucherraum ist wirklich am wichtigsten.
Ja, also wir haben einen auf der geschlossenen
und zwei Raucherpavillons draußen.
Aber da geht es immer lebhaft zu.
Ja, genau.
Hast du denn später auch mal die Erfahrung gemacht
von einer Selbsthilfegruppe oder so ein bisschen auch deinen Weg dann dazu,
deine Geschichte mit anderen zu teilen,
wenn du selber die Erfahrung gemacht hast?
Okay, das hat mir super gut getan, sich mit Leuten auszutauschen,
die das Gleiche oder Ähnliches erleben.
Ja, also ich habe die Selbsthilfegruppe Über den Berg
in Hannover 2011 ins Leben gerufen.
Und die wird so gut angenommen.
Ich habe die Selbsthilfegruppe für Betroffene und Angehörige gegründet,
weil die Angehörigen stehen oft vorm riesigen Scherbenhaufen
und wissen überhaupt nicht,
wie sie mit ihren Partnern, Kindern, Eltern umgehen sollen.
Und das ist total hilfreich,
dass die aus der Sicht eines Betroffenen mal hören,
wie ist das eigentlich in der Psychose?
Was passiert da?
Und warum erreiche ich den nicht?
Und der Austausch ist enorm wichtig.
Und wir lernen auch alle, also zweimal im Jahr versuchen wir,
einen Profi einzuladen, Ergotherapeuten, Psychologen, Psychiater.
Und das klappt eigentlich immer ganz gut.
Dialog ist ganz wichtig und da muss mehr getan werden, finde ich.
Jetzt stehst du natürlich mit Haus, Frau und Kind
an einem Platz in deinem Leben,
den du wahrscheinlich in Krankheitsphasen
nicht für möglich gehalten hättest, oder?
Also in der Klinik hatten wir, ich meine, es war 2001,
meine schlimmste Psychose.
Da hat mir ein Pfleger gesagt, sie wollen doch noch eine Familie gründen.
Und das habe ich überhaupt nicht verstanden,
wie der da drauf kommt, dass ich eine Familie gründen könnte.
Und das war so fremd, so weit weg für mich.
Und da habe ich nie dran geglaubt.
Und das war, ja, nee, 2004 habe ich dann meine Frau kennengelernt.
Bis 1999 war ich mit meiner Ex-Freundin zusammen.
Dann war ich fünf Jahre alleine, also hatte nur mal zwischendurch eine Freundin.
Und was mir immer geholfen hat, das waren,
alte Freunde sind zurückgekommen, soziale Kontakte,
Freunde, mit denen bin ich heute noch zusammen,
die kiffen mich, die kiffen mich, die kiffen mich.
Die kiffen immer noch, aber sollen sie machen.
Die kenne ich seit 35 Jahren.
Und Freundschaften, soziale Kontakte,
also das kann ich auch noch jedem Psychoseerkrankten mit auf den Weg geben
und jedem Depressiven irgendwie rauskämpfen
und ins Café gehen und versuchen, Kontakte zu knüpfen.
Weil so viele sind isoliert, leben für sich,
kommen da nicht mehr raus und das ist ganz schwierig.
Du hast vorhin gesagt, dass,
weil auf Menschen mit einer Psychose immer noch ein ziemlich großes Stigma lastet,
wie hast du denn oder welche Taktik hast du gewählt,
als du deine heutige Frau kennengelernt hast?
Bist du da gleich offen mit umgegangen?
Hast du gesagt, übrigens, da gibt es noch was oder wie war das bei dir?
Also wir haben uns in der Tagesklinik kennengelernt.
Ich habe mich vorgestellt 2004 und habe gesagt,
ich bin seit 2004, seit 15 Jahren, habe ich mit Schizophrenie zu tun.
Morgens in der Morgenrunde.
Einen Tag später hat sie mich eingeladen zu sich
und bei ihr war es lieber auf den ersten Blick.
Und dann hat sie sich informiert.
Also sie hat eine andere, sie war wegen Depressionen da
und anderer psychischer Probleme.
Und sie hat sich dann gleich informiert, hat gegoogelt Schizophrenie
und das hat mich so überwältigt, dass sie keine Angst davor hatte,
sondern sich damit auseinandersetzt und guckt, was ist das eigentlich?
Und was macht das?
Und dann haben wir ganz viel. Wir haben ganz viel gesprochen und jetzt sind wir seit 16 Jahren fast zusammen,
haben einen siebenjährigen Sohn und sie hat immer noch damit mit mir zu kämpfen,
wenn ich meine Hochs habe, wenn ich erzähle.
Also letztes Jahr sind auch wieder Dinge aus dem Affekt passiert,
so ein paar, dann müssen wir drüber sprechen und im Gespräch sein.
Und sie hat mich jedenfalls nicht stigmatisiert.
Sie hat sich damit auseinandergesetzt und wollte mich haben.
Hat sie gekriegt.
Auf jeden Fall macht deine Geschichte sehr viel Mut,
dass es trotz schwerer Krankheitsphasen dann auch wieder bessere Zeiten geben kann.
Du sagst allerdings auch, dass du immer wieder mal Episoden erlebst,
Hochs und Tiefs.
Hast du denn einen Tipp für Betroffene, wie man damit umgehen kann,
mit so einer Erkrankung, die immer mal wieder an die Oberfläche kommt
und bei der man nie so richtig weiß, wie geht es jetzt weiter?
Also ein riesiger Vorteil ist und was wirklich schön ist,
wenn man einen Partner hat, der mit im Boot sitzt und der nicht verurteilt,
der nicht sagt, du spinnst schon wieder, komm ey,
oder viele werden von den Partnern verlassen.
Und das tut total gut, das ist sehr hilfreich.
Eine Therapie, eine Verhaltenstherapie oder was auch immer für eine Therapieform,
tiefenpsychologisch, psychoanalytisch,
was einem auch immer helfen mag, für Psychose vielleicht nicht Psychoanalyse,
aber Verhaltenstherapie, wie gehe ich mit dem Alltag um,
wie gehe ich mit Konflikten um, wie komme ich aus manchen Situationen raus.
Und eine Verhaltenstherapie ist sehr zu befürworten auf jeden Fall.
Und Freunde, Eltern, wenn man sie noch hat,
haben ja auch viele keine Kontakte mehr durch die Krankheit.
Das ist ja gerade das Rad, wie es sich eben dreht,
dass man den Kontakt zu seinen Eltern, zu seiner Familie verliert,
weil man oft Sachen tut, die man hätte lieber nicht tun sollen.
Aber Gespräche, also Gespräche, Schreiben, Tagebuch schreiben,
gute, wenn man in der Depression ist, vielleicht gute Sachen aufschreiben,
die einem widerfahren sind am Tag, so Kleinigkeiten.
Was ich gelernt habe, weil ich ganz tief in der Depression war öfter,
was ich wirklich gelernt habe, das ist, dass ich mich über Kleinigkeiten
freuen kann, wenn ich mir ein neues T-Shirt kaufe oder über eine Blume
oder über den Sonnenaufgang oder ein schönes Telefongespräch.
Sich bewusst machen halt, da sind kleine Freunden
und das baut einen wieder nach und nach auf.
Das ist echt wahnsinnig schön, wie du das so berichten kannst, Henning.
Und auch so wortreich. Ich kann es mir richtig vorstellen.
Man merkt, dass du viel schreibst.
Jetzt nochmal zu den Medikamenten. Du hast ja auch gesagt,
anfangs war das ein ganz schwerer Kampf.
Mit dir. Du hast, glaube ich, irgendwie auch die aversivsten Erfahrungen
mit Medikamenten gesammelt, die man sich dann nur so vorstellen kann.
So Stichwort Haldol, Spritzen. Und hast aber auch am Anfang
des Gesprächs so ein bisschen einfließen lassen.
Das hat sich irgendwann geändert im Laufe deiner Erkrankung.
Wie stehst du heute dazu, jetzt zu deiner Medikation?
Was für eine Rolle spielt das für dich?
Also ich nehme ein Antidepressivo. Dann nehme ich Lamotrigin,
damit ich so, das nimmt so die Spitzen nach unten und oben,
aber gerade nach unten, weil ich bin wohl von Natur aus
ein depressiver Mensch anscheinend. Und dann nehme ich
ein Neuroleptikum, Zyprasidon. Das ist leider so,
das nehme ich vormittags, morgens und abends.
Und es ist leider so, dass mich das total müde macht.
Und ich muss, eine Stunde später muss ich mich hinlegen.
Egal, ob ich es morgens um acht nehme oder mittags um zwölf,
eine Stunde später schlafe ich. Und mein ganzer Tag richtet sich so
nach diesem Mittagsschlaf auf. Das ist eine große Behinderung.
Das klingt tatsächlich, als wäre es eine große Behinderung.
Das klingt tatsächlich anstrengend mit den Nebenwirkungen.
Die Frage ist ja, was würdest du sagen zu unseren Zuhörerinnen und Zuhörern?
Was bringt einen dazu, die Medikamente dann trotzdem,
oder was hilft einem dabei, die Medikamente trotzdem
regelmäßig einzunehmen? Wie wägst du das ab für dich?
Ich habe Verantwortung für meinen Sohn.
Ich habe Verantwortung für meine Frau.
Und das möchte ich, das mache ich aus Liebe, kann man sagen.
Für meine Familie, für die Angehörigen,
für Freunde. Und damit ich dieses Leben, das ich lebe,
auch, also ich genieße mein Leben wirklich.
Und ich kann schreiben, ich kann Autofahren,
ich kann meinen Job machen, ich habe Struktur.
Und dafür nehme ich die Medikamente und dafür brauche ich die Medikamente.
Und ich habe endlich eingesehen,
dass ich auch das Lamotrigin brauche.
Ich habe es versucht, vor zwei Jahren mal zu reduzieren.
Und das ist einfach in die Hose gegangen.
Und ich habe es versucht, vor zwei Jahren mal zu reduzieren.
Und ja, damit ich ein lebenswertes Leben leben kann.
Und genau.
Henning, es macht total viel Spaß, dir zuzuhören.
Ich glaube, man kann extrem viel von dir lernen
und von deiner Schilderung.
Und ich hoffe, dass es denen, die da draußen zuhören
und die vielleicht ja auch selber betroffen sind,
Mut macht, dran zu bleiben an der Behandlung.
Wir können auch nur empfehlen,
wer sie noch nicht kennt, mal in deine Bücher zu schauen
und werden die auch gerne hören.
Wir können die in den Shownotes verlinken.
Henning, ich hatte mir noch eine abschließende Frage ausgedacht,
weil du ja auch angangs erwähnt hast.
Dir ist es einfach auch wichtig, zu entstigmatisieren
und ein bisschen aufzuklären über die Erkrankung.
Was sind denn für dich eigentlich wichtige Dinge,
gerade wenn es um die Entstigmatisierung
von psychischen Störungen geht?
Also ich habe ja die gute Erfahrung gemacht,
dass ich damit immer offen umgegangen bin,
auch bei meinem Arbeitgeber.
Aber das kann eben nicht jeder machen.
Es kommt darauf an, wenn man in einer Freundschaft ist,
rein wird.
wirklich einen harten Job macht und man sagt, man ist psychisch krank
oder wenn man einen harten Job, wenn man einen Job haben möchte
und man ist psychisch krank, dann muss man,
also dann kann man einfach nicht mit der Tür ins Haus fallen.
Wenn man eine Wohnung sucht und man sagt,
man kriegt Erwerbsunfähigkeit oder Erwerbsminderungsrente
wegen einer psychischen Krankheit,
dann kriegt man die Wohnung in den meisten Fällen nicht.
Also ich gehe damit öffentlich um, das tat mir immer sehr gut
und habe auch bei meinem Arbeitgeber gute Erfahrungen gemacht.
Ich arbeite für das Rote Kreuz.
Und ja, die nicht gleich abstempeln und sagen,
hier, guck dir den Durchgeknallten, den Bescheuerten an,
der ist so krank und so crazy und bekloppt,
sondern dass man vielleicht mal auf die Menschen zugeht
und selber mal. guckt, ja, dass die auch wieder ganz normal sind
nach ihrer Krankheitsphase.
Ein gebrochener Arm heilt ja auch.
Und dass man einfach mehr Rücksicht nimmt.
Was würdest du Betroffenen raten
im Hinblick auf offenen oder nicht so offenen Umgang?
Das ist wirklich schwierig zu sagen.
Meine Frau ist auch damit sehr offen umgegangen
und der Arbeitgeber weiß das auch.
Und ich glaube, das ist ein sehr guter Schritt.
Da gibt es kein Patentrezept.
Gibt es einfach nicht.
Wahrscheinlich eine sehr persönliche Frage am Ende.
Das stimmt.
Vielleicht würde ich mich trotzdem noch anschließen
und so ein bisschen den Spieß rumdrehen,
weil wir auch immer versuchen, das Umfeld in den Blick zu nehmen.
Was würdest du denn da raten, betroffenen Angehörigen?
Du hast gesagt, dir hat es immer wahnsinnig gut getan,
wenn es Freunde und Familie gab.
Was würdest du vielleicht Leuten raten,
die selber Umgang haben mit Menschen, die betroffen sind
oder auch die vielleicht gar keinen Kontakt bisher haben?
Also erst mal, wenn man jemanden kennenlernt,
zum Beispiel in einer Partnersuche.
Wenn man einen Partner sucht,
dann würde ich damit in jedem Fall offen umgehen.
Ich würde es nicht verschweigen über Wochen und Monate.
Das habe ich auch gemacht in einer.
Das hat mich wieder an den Rand einer Psychose gebracht,
weil ich dachte, ich muss das verschweigen
und sonst will die Frau nichts von mir und so weiter.
Also da würde ich auf jeden Fall offen mit umgehen und sagen,
man kann das ja vielleicht ein bisschen ironisch verpacken oder so,
also nicht so, wenn man gleich sagt, ich muss dir was sagen,
ich bin wirklich ein depressiver Typ oder ich habe eine paranoide Schizophrenie,
dann hat sich das gleich erledigt.
Aber wenn man sagt, ich habe psychische Erfahrungen gemacht,
also war mal in der Psychiatrie oder,
also ich würde sagen, damit auf jeden Fall offen umgehen,
auch bei Freunden, also gerade wenn man auch wen kennenlernt,
also da bin ich immer dafür, für ein offenes Wort.
Und Ehrlichkeit.
Super, mit Blick auf unsere Uhr, die hier oben läuft,
darf ich die letzte Frage stellen?
Darfst du, Ismene.
Ja, von mir aus auch.
Genau, wir fragen am Ende nochmal unsere Gästinnen und Gäste,
ob es vielleicht sowas wie eine Take-Home-Message gibt,
die sie unseren ZuhörerInnen mitgeben wollen.
Gibt es irgendwas, was du den Menschen da draußen noch mit auf den Weg geben willst?
Ja, also ihr könnt mich gerne,
ihr könnt mich gerne einladen in Schulen, in Psychiatrien, in Knast.
Ich mache gerne Lesungen, komme gerne mit Leuten, mit den Zuhörern ins Gespräch.
Die Gespräche hinterher geben ja viel mehr als die Lesungen selbst.
Es schlaucht mich auch sehr, also ich bin am nächsten Tag immer noch ziemlich fertig.
Aber einfach melden über euch oder wie auch immer,
über www.henningtaube.de könnt ihr mich anschreiben und ich mache sowas.
Also ich komme gerne zu euch.
Und mache so ein bisschen Drogenprävention, kläre auf, beantworte Fragen,
so ehrlich wie möglich und ja, meldet euch.
Super, Wahnsinn.
Wahnsinn, also vielen, vielen Dank für dieses sehr, sehr interessante, facettenreiche Interview,
was uns einen komplett neuen Blick ermöglicht hat,
den wir so noch nicht hatten bisher in unserem Podcast.
Ja, tausend Dank.
Genau.
Ja, ich bedanke mich recht herzlich.
Schön, dass du zumindest per Skype bei uns warst.
Nicht in unserer Kammer, aber zumindest per Skype.
Ja, aber das funktioniert ja alles ganz gut heutzutage.
Ja, zum Glück, ja.
Genau, dann beenden wir jetzt die offizielle Aufnahme.
Genau, vielen Dank an euch da draußen, dass ihr wie immer zugehört habt.
Ihr habt es gerade gehört, wenn ihr irgendwie noch Fragen und Anmerkungen habt,
auch an Henning direkt, schreibt gerne an uns, wir leiten es dann weiter.
Wir waren sehr froh, dass wir das heute hatten, dieses Gespräch.
Wir hoffen auf noch andere Gespräche mit Menschen,
die von irgendeiner psychischen Erkrankung oder auch von anderen Sachen betroffen sind.
Und naja, auf jeden Fall hören wir uns in zwei Wochen, oder?
Genau, bis bald.
Okay, bis bald.
Tschüss.
Tschüss.
Tschüss.
Tschüss.
Tschüss.
Tschüss.
Podcast Summary
Key Points:
Henning Taube, 50, leidet seit 1990 an schizoaffektiver Psychose und teilt seine Erfahrungen mit Wahnvorstellungen, Manie- und Depressionsphasen sowie der psychiatrischen Diagnose.
Er hat die Krankheit zunächst nicht als Erkrankung wahrgenommen, sondern fühlte sich in manischen Phasen als „real“ und hat erst 2001 die Krankheitseinsicht erlangt.
Drogenkonsum, insbesondere LSD und Amphetamine, trugen zur Auslösung und Verstärkung seiner Symptome bei, und er hat 2001 den letzten Drogenkonsum eingestellt.
Seine frühen psychischen Aufenthalte in Kliniken waren negativ, mit schlechten Medikamenten und fehlendem Verständnis, doch der Kontakt zu anderen Patienten und der Humor half ihm bei der Integration.
Er gründete eine Selbsthilfegruppe für Betroffene und Angehörige, um das Stigma zu enttabuisieren und das Verständnis für psychische Erkrankungen zu fördern.
Er betont, dass offener Umgang mit der Erkrankung – ohne Scham oder Stigma – hilfreich ist, besonders bei Beruf und Freundschaften.
Die Medikamente sind für ihn notwendig, um ein funktionierendes Leben mit Familie und Beruf zu führen, obwohl sie Nebenwirkungen wie Müdigkeit haben.
Er rät, dass Verhaltens-, Selbsthilfegruppen und emotionale Unterstützung entscheidend sind, um mit der Krankheit zu leben und zu kooperieren.
Summary:
Henning Taube teilt in einem umfassenden Gespräch seine persönlichen Erfahrungen mit schizoaffektiver Psychose, die er seit 1990 erlebt. Anfangs sah er seine Symptome als real und realitätsbezogen, wobei er erst 2001 die Krankheitseinsicht erlangt. Drogen wie LSD und Speed spielten eine entscheidende Rolle bei der Auslösung und Verstärkung seiner Psychose.
Seine ersten Klinikaufenthalte waren belastend durch unfreundliche Behandlung und fehlende Informationen, doch der Kontakt zu anderen Patienten und der Humor half ihm, sich zu integrieren. Er gründete eine Selbsthilfegruppe, um Angehörige und Betroffene zu unterstützen und das Stigma um psychische Erkrankungen zu verringern. Für ihn ist ein offener Umgang mit der Krankheit entscheidend – besonders in Beruf und Freundschaften – und er betont, dass echte Empathie und Verständnis der Polizei und der Gesellschaft wichtig seien.
Die Medikamente, obwohl belastend, sind für ein funktionierendes Leben mit Familie und Beruf unerlässlich. Er rät, sich an Selbsthilfegruppen, Therapien und soziale Kontakte zu halten und betont, dass eine Krankheit nicht automatisch zu Isolation führt. Seine Geschichte zeigt, wie ein lebenswertes Leben trotz schwerer Phasen möglich ist, wenn Betroffene Unterstützung, Würde und Verständnis erhalten.
FAQs
Eine schizoaffektive Störung kombiniert psychotische Symptome wie Wahnvorstellungen, Stimmen oder Halluzinationen mit affektiven Störungen wie Manie oder Depression. Es kann zu wechselnden Phasen zwischen euphorischem und depressivem Zustand kommen.
Drogen wie LSD oder Amphetamine können die psychotischen Symptome verstärken oder auslösen, aber sie sind nicht die Ursache für die Störung. Bei Henning Taube hat die Drogenverwendung zu einer Verschlechterung der Symptome geführt, aber nicht die Krankheit ausgelöst.
Die Diagnose wurde 1990 bei einem ersten psychischen Ausbruch gestellt, zunächst als paranoide Schizophrenie, später als schizoaffektive Psychose. Die ersten Ärzte wiesen kein Verständnis für die Krankheit auf und gaben keine ausreichende Therapie.
Für Henning Taube dauerte es bis zu 11 Jahre, bis er die Krankheitseinsicht erlangte. Er erkannte erst 2001 durch eine schwere Psychose mit äußerst intensiven Stimmen, dass er krank war.
Soziale Kontakte, Therapien wie Verhaltenstherapie, Selbsthilfegruppen und das Teilen eigener Erfahrungen sind sehr hilfreich. Auch das Schreiben von Erlebnissen und das Lachen können die Betroffenen stärken.
Man sollte mit Verständnis und Empathie umgehen, nicht aggressiv reagieren und die Angst des Betroffenen ernst nehmen. Eine klare, aber freundliche Kommunikation, wie z. B. dass man „nicht weiß, was passiert ist, aber wir reden darüber“, hilft viel mehr als Menschen abzustempeln.
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