Richtig Feedback geben in der Beziehung: So klappt es!
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Feedback geben ist ein zentrales Element für eine gesunde, harmonische Beziehung, doch es wird häufig falsch verstanden oder als Vorwurf wahrgenommen. Die größte Gefahr liegt in der Verwendung von Worten wie „immer“ oder „nie“, die auf die Identität des Partners ablaufen und zu einer Konfliktspirale führen. Ein entscheidender Voraussetzung ist ein stabiles Fundament und die offene Bereitschaft beider Partner, Feedback zu geben und zu akzeptieren. Ohne diesen Rahmen entstehen Verletzungen, Wut und Abweisung. Die wertschätzende Haltung, die objektive Beschreibung des Verhaltens, die Ausdrückung der eigenen Gefühle und der Wunsch für die Zukunft sind die vier Schritte eines wirksamen Feedback-Prozesses. Wichtig ist, dass beide Partner in sich hineinspüren, ob sie den Wunsch tatsächlich umsetzen können, und wenn nicht, offen kommunizieren. Eine Verletzung entsteht, wenn Feedback nicht erfüllt wird, was zu Vertrauensverlust, Abwehr und langfristigen Konflikten führt. Feedback ist nicht nur eine Kommunikation, sondern ein Baustein für Zugehörigkeit, Sicherheit und gegenseitige Verantwortung. Wenn dies nicht funktioniert, führt es zu emotionalen Spiralen, Affären oder Trennungen. Daher ist es notwendig, den Rahmen, die Energie und die Bereitschaft zu klären, bevor Feedback gegeben wird – und nach dem Gespräch, um sicherzustellen, dass es verstanden und respektiert wurde.
Und bist du offen für Feedback?
Ja, momentan schon.
Dann ist deine Haarsträhne, habe ich beobachtet, die hängt so raus.
Das irritiert mich.
Ich wünsche mir, dass du es da so hinter machst.
So ist dein innerer Monk jetzt befriedigt.
Genau, das ist mein innerer Monk.
Ja, das ist ein wichtiger Punkt.
Erstmal die Bereitschaft und den richtigen Rahmen zu haben,
wenn man Feedback geben möchte.
Wir wollen uns ja damit beschäftigen,
wie denn Vorwürfe nicht mehr entstehen
oder wie ich Dinge nicht mehr als Vorwurf empfinde.
Denn meistens ist es ja eher ein Feedback, was gegeben wird,
was hilft, etwas zu verändern, zu optimieren.
Aber ganz häufig kommt ein Feedback
und vor allen Dingen der Wunsch, den man gibt, als Vorwurf an.
Das wollen wir uns heute näher anschauen.
Feedback geben ist für uns ja enorm wichtig.
Ich bin letztens mal in dem Live-Call gefragt worden,
wie oft wir uns denn so Feedback geben und so weiter.
Sehr spannend.
Habe ich auch gesagt, eigentlich andauernd.
Ich würde schätzen, ein paar Mal am Tag.
So Kleinigkeiten, wo man auch gar nicht mehr nach so einem Rahmen fragt,
weil man dann weiß, da ist so die Bereitschaft für da,
aber auch größeres Feedback, wo man nach Bereitschaft fragt.
Ich würde auch sagen, dass wir das sehr häufig machen,
weil wir natürlich auch ganz viele Punkte haben in dem Alltag,
wo wir uns nicht mehr nach dem Rahmen fragen.
Wo wir in Berührung kommen.
Also natürlich als Familie, als Paar, gar keine Frage,
aber ja auch beruflich arbeiten wir ja auch eng zusammen.
Und ich glaube, dadurch ist es noch wichtiger,
dass wir uns schnelle, gute Rückmeldung geben,
gute Feedbacks geben, damit sich da nichts anstaut.
Das ist vor allen Dingen, glaube ich, auch eine Übungssache.
Also von außen betrachtet, glaube ich,
wirkt das vielleicht auf manche Menschen ein bisschen anstrengend,
wie oft wir das machen oder sehr genau.
Aber wir empfinden das ja beide als eher entlastend und entspannend,
wenn man das dann gleich raushaut.
Ja, solange man es raushaut und nicht dem anderen um die Ohren haut,
ist das in Ordnung.
Naja, und man merkt eben, man braucht tatsächlich als Paar
erstmal ein stabiles Fundament, ehe man zusammen dann auch arbeiten kann.
Weil ansonsten vermischen sich die Ebenen
und dann fange ich an, im Arbeitskontext ein Feedback zu geben
und bekomme noch schlechte Gefühle aus dem mangelnden Beziehungsfundament
oder vom Streit von gestern.
Das darf nicht passieren.
Ja, wenn du jetzt dabei bist, bist du im Podcast der Lebensidealisten.
Ich bin Florian.
Ich bin Ina.
Wir sind Paartherapeuten und Coaches
und helfen euch raus aus der Krise hinein in eine glückliche und harmonische Beziehung.
Du sagtest ja schon, Feedback geben ist etwas, was man gut täglich machen kann.
Also da geht es ja um Alltagssituationen, um Routinen, um Verhaltensweisen,
wo sozusagen ein Störgefühl auftritt, wo man das Gefühl hat,
das fühlt sich jetzt gerade nicht stimmig an oder ich möchte das gerne loswerden,
weil ich merke, in mir drin entsteht irgendwie eine Unstimmigkeit.
Und ja, wir finden das ganz spannend, weil wir in den Coachings auch immer wieder merken,
was für eine Herausforderung es ist, für Paare in diese Feedback-Atmosphäre reinzukommen
und nicht. Dieses Ping-Pong-Spiel von Vorwürfen anzustoßen.
Das beginnt ja eigentlich schon damit,
dass die Abgrenzung zwischen Feedback und Verletzung lösen schwierig ist.
Oder was sind Bedürfnisse?
Wann darf ich etwas wünschen?
Wann braucht es vielleicht sogar eine Forderung?
Diese Abgrenzung, die ist ja häufig gar nicht innerlich so da.
Und dann wird alles vermengt.
Und dann macht es schlechte Gefühle, dass man es ausspricht.
Und dann entsteht das Problem,
dass man durchs Feedback-Geben sein Ziel gar nicht erreicht.
Es entsteht keine Veränderung, keine Entlastung, die man sich vielleicht wünscht.
Man merkt, dass man beim anderen gar nicht so durchdringt,
sondern eher noch, dass vielleicht ein Streit entsteht mit dem Resultat,
dass man sich häufig zurückzieht, noch weniger Feedback gibt,
noch mehr Situationen entstehen, die ein Störgefühl machen, die unstimmig sind
und man in eine Konfliktspirale hineingerät
oder auch in eine. eine Unzufriedenheitsspirale, ne?
Ja, ich habe gerade diese Woche ein paar im Coaching gehabt,
da war das auch das Thema,
dass er gesagt hat, irgendwie habe ich das Gefühl,
wir sind wie Konkurrenten.
Also, wenn ich dir etwas sagen möchte,
weil ich denke, dir könnte das helfen,
oder ich möchte etwas sagen, was mir aufgefallen ist,
was bei mir irgendwie so eine Unstimmigkeit gemacht hat,
dass du wie in so einem Wettkampf dann gegen mich antrittst
und mich als Konkurrent siehst,
von wegen, du weißt das ja immer,
alles besser, war ja klar, dass der Fehler jetzt wieder bei mir liegt
und das fand ich ganz spannend,
dass nochmal, dass die beiden nochmal das so hervorgebracht haben
und er gesagt hat, ich möchte überhaupt nicht in diese Rolle reinrutschen,
aber was ist der andere Weg?
Ich kann jetzt auch nichts sagen,
das macht bei mir auf Dauer auch irgendwie ein unstimmiges Gefühl
und ich müsste das ja auch immer, wie wir es nennen, ja deckeln,
also ich müsste irgendwann ja mal sagen,
okay, spreche ich es nicht aus, lass es so stehen, ist jetzt auch gut.
Das hält man nicht lange aus,
weil dann entstehen auch Unstimmigkeiten,
dass man nachher in so einem Alleingefühl kommt
und nicht mehr im Biergefühl ist.
Aber das ist so eine Sache, die ich häufiger schon hatte,
dieses durch Vorwürfe in einen Wettkampf zu kommen.
Insbesondere dann, wenn man den anderen auf der Identitätsebene erwischt,
wenn man eben nicht das situative Verhalten beschreibt
und sagt, was einen stört,
sondern wenn man so Signalworte schon mal reinbringt,
immer oder nie.
Du bist, das triggert dich auch schon viel an.
Wenn das eben in Bereiche geht, wo man sagt oder andeutet,
durch immer und nie, dass der andere unzuverlässig wäre,
unflexibel, die Aufgaben nicht erledigt, nichts verändert,
also wenn das auf die Identitätsebene rutscht,
weil da verteidigen wir uns natürlich sehr stark.
Wenn du mir sagst, nie bringst du den Müll raus
und das signalisiert mir unterbewusst,
du willst mir damit sagen, dass ich unzuverlässig bin,
ich aber habe auf Identitätsebene, bei mir stehen,
ich bin zuverlässig, dann werde ich das massiv verteidigen
und vor allen Dingen schon mal in die Beweisführung gehen
und sagen, naja, also letzte Woche Dienstag habe ich den Müll rausgebracht
und das hat wunderbar geklappt.
Also nie stimmt schon mal nicht.
Und jetzt streiten wir uns auf einmal um dieses Wort nie
und gehen da in so eine Beweisführung
und dann sage ich vielleicht noch,
und du vergisst ja auch manchmal was oder nicht.
Und schon sind wir in der Rhetorik gefangen.
Dass wir auf einmal uns über diese Begrifflichkeiten streiten,
nie, immer und Beweisführung stattfinden lassen,
dann geht es auf einmal um Recht und Unrecht
und auf einmal finden wir keinen Weg mehr.
Sehr viele Paare wissen nicht, wie man richtig Feedback gibt.
Die wenigsten wissen es intuitiv.
Intuitiv würde ja bedeuten,
ich habe es irgendwie bei den Eltern beobachtet und abgeschaut
und noch weniger haben eine richtige Methodik gelernt.
Es gibt zwar diverse Kommunikationsstrategien,
Seminare und Möglichkeiten
und viele haben es schon mal beruflich mit Kommunikation
und entsprechenden Workshops vielleicht zu tun gehabt,
aber dennoch ist das Feedback geben in den meisten Fällen
eher etwas, was nicht gut funktioniert,
weil der Weg meistens falsch gelernt wurde.
Wenn ihr in dieser Podcast-Folge seid
oder auch schon viele Podcast-Folgen von uns gehört habt
und euch diese Podcast-Folge spannende, hilfreiche Impulse liefert,
dann lasst doch sehr gerne eine Bewertung da
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Oder wenn ihr bei YouTube zuschaut,
freuen wir uns sehr über ein Abo von euch.
Dann verpasst ihr auch die nächsten Folgen nicht,
die euch ebenfalls spannende Beziehungsimpulse liefern werden.
Kommen wir doch mal zu den Punkten,
die Paare schon mal versucht haben,
beim Thema Feedback geben,
die sie ausprobiert haben,
die aber nicht wirklich eine Wirkung erzeugt haben.
Es gibt diverse, in Anführungsstrichen,
bewährte Methoden, die man online findet.
Ja, Schule ja auch.
Schule, Studium, Ausbildung, finde ich.
Da gibt es ja auch so ganz tolle Feedback-Regeln.
Naja, und da ist es natürlich so,
dass jeder von sich und seiner Methodik,
wie wir natürlich auch,
behaupten, dass sie funktionieren.
Und das gibt sicherlich,
kann man die anderen Methodiken auch nutzen.
Und die sind auch manchmal in manchen Situationen
bestimmt nützlich, wertvoll und helfen.
Ich glaube aber, unser Ansatz,
der funktioniert in jeder Situation gut.
Und das ist eine sehr sichere Methodik,
um nicht in diese Vorwurfsrolle hineinzurutschen.
Ja, welche Methodiken kennst du so?
Also die Methodik, die ich am meisten kennengelernt habe,
ist die Sandwich-Methodik.
Also wir fangen an mit einer positiven Sache,
dass ich dir ein positives Feedback für irgendwas gebe.
Das ist sozusagen der Deckel.
Und dann komme ich mit der Mitte, mit der Kritik
oder mit dem eigentlichen negativen Feedback.
Damit wir aber nicht negativ aus dem Gespräch rausgehen,
schiebe ich nochmal,
den Boden hinterher vom Sandwich mit etwas Positivem.
Ja, da haben wir im Meeting dazu herzlich gelacht auch,
mit so Beispielen dann, wo man sagt,
Mensch, ich mag deine Haare, aber deine Nase ist schief.
Aber deine Beine sind auch in Ordnung.
Also es ist irgendwie. Ja, das Ding ist halt ja,
selbst wenn du Sachen pufferst von oben und unten,
ist ja immer noch wichtig, was nehme ich aber mit.
Nur weil du mir am Ende etwas Positives,
sagst, macht es das davor ja nicht wieder.
ja gut. Es ist
aber natürlich etwas, was zackig geht und
schnell geht und was man sich gut merken
kann und wo man ja
oftmals zu das geführt hat, aber ich habe auch zwei
Sachen positiv gesagt.
Es ist ja nur eine Sache negativ, aber
zwei Sachen sind positiv. Ich finde, das ist so eine
perfekte Strategie für Menschen,
denen es einfach sehr schwer fällt,
Feedback zu geben, die ein bisschen
unsicher sind, wie das aufgenommen wird
und die auf jeden Fall aber was Positives
zum Abschluss wollen, weil sie wieder die Harmonie möchten.
Und da
wird gerne so eine Methodik genommen.
Ich finde sie verwirrend,
weil du kommst ja mit drei Dingen auf mich zu.
Aber ich mache ja erstmal auf.
Ich soll die Mitte irgendwie finden und soll jetzt für mich
rausfiltern, was du eigentlich meinst.
Ich würde mir auch ein bisschen
ich würde mich nicht
ganz ernst genommen auch irgendwie fühlen, glaube ich,
wenn du so das machen würdest, weil
ich würde mich fragen, warum
zwei gute Sachen, eine schlechte Sache,
was willst du mir jetzt genau sagen?
Kannst du mir das nicht direkt sagen? Was ist der
Veränderungswunsch? Also möchtest
du das irgendwie decken
zwischen, also ich wäre da verwirrt.
Ja, ich glaube, das ist so ein bisschen auch der Ansatz, dass man
die Stärken stärker
hervorhebt und sozusagen die Schwächen
nicht auslässt, aber
ja. Warum wird das normalerweise
gar nicht gebraucht? Weil wir davon ausgehen,
dass jeder Mensch in guter Absicht
handelt. Das heißt, wenn
jemand auf mich zukommt und mir ein Feedback
gibt, dann hat derjenige
eine gute Absicht, wenn er mir
das Feedback gibt und mit der Verhaltensweise,
die ich vorher gezeigt habe,
die jetzt wieder gefeedbackt wird,
hatte ich auch eine gute Absicht.
Das heißt, eigentlich gibt es nur
Gutes um mich herum. Ich brauche
also diesen Sandwich
gar nicht. Ich kann sofort
die Mitte sagen, wenn ich die
Bereitschaft erfragt habe, das wird also gar nicht
gebraucht, sondern macht
das Ganze eher schwammig und
birgt die Gefahr,
dass man gar nicht zum Ziel kommt.
Weil am Ende höre ich was Gutes
und vielleicht dann höre ich das Gut am Anfang, in der Mitte
das verdränge ich, weil das war ja doof und das am
Ende ist wieder gut und gehe jetzt mit einem guten
Gefühl raus und sage, jo, alles klar.
Naja, was entsteht da für ein Gefühl, finde ich,
das kennst du vielleicht ja auch noch, dass man manchmal sonst
das Ding hat, dass man denkt, ja, jetzt wird
eine positive Sache gesagt, aber jetzt kommt
das große Aber halbwegs.
Da muss jetzt ja noch was Negatives kommen,
weil das
würde euch jemand nicht so alleine stehen lassen.
Naja, und ich kann irgendwann das Gute vielleicht gar
nicht mehr annehmen, weil irgendwann sagst du, ja,
und das ist hier und so, spiele ich schön von dir.
Und jetzt kommst du aber eigentlich.
Was verpackt sie da gerade?
Will sie mir gleich noch bestimmt wieder was Schlechtes sagen?
Ja. Und dann kann ich das Gute gar nicht mehr hören.
Also schwierig. Ist etwas,
was eher nicht so gut
funktioniert. Dann gibt es noch
die Sag-Es-Methode, die letztendlich ja fünf
einzelne Steps so hat.
Man spricht aus, was man
beobachtet hat, benennt sein
Gefühl.
Ich kenne die ganzen Steps jetzt nicht im Detail.
Ich kann es dir sagen, ich habe es aufgemacht nochmal eben.
Mach nochmal. Ich sag, na, also das erste
ist, dass die Sichtweise ansprechen,
denn die Auswirkung beschreiben, also für
mich heißt das, blablabla.
Also S-Sichtweise, A-Auswirkung.
G-Gefühle benennen.
E-Wie erfragen, also
erfragen, wie der andere das sieht. Und S-
Schlussfolgerung. Genau.
Lösung. Okay.
Ja, wir nutzen die Methodik auch nicht,
obwohl sie in großen Teilen
schon Übereinstimmung findet.
Dass man spricht,
was man beobachtet hat, dass man seine
Gefühle äußert, dass man
schaut, wie der andere das wahrgenommen hat
und dass man eine Schlussfolgerung,
das nennen wir halt anders, das ist bei uns
der Wunsch dann am Ende. Aber so vom
Grundsatz her geht das schon eher
in die richtige Richtung, wo man sagen
kann, das ist eine Methodik, die schon passt.
Je nachdem,
ob man eben noch den richtigen Rahmen erfragt,
schaut, ob man in der Bereitschaft ist,
denn das ist ja auch ein häufiger Fehler,
dass man nicht nach Rahmen
und Bereitschaft fragt,
oder wenn man das irgendwie so fragt,
oder auch nur implizit fragt, dass man
das nicht zulässt, wenn der andere
sagt, ich bin gerade gar nicht offen.
Oder man sich selbst eben auch gar nicht reflektiert
und ausspricht, ich bin gerade
gar nicht offen für Feedback.
Wenn ich mit meinem Gedanken noch völlig woanders bin,
im Stress,
bin noch im Konflikt mit einem Kunden,
das Gespräch mit dem Vorgesetzten
lief heute schlecht und ich bin da
gedanklich voll involviert,
dann kann ich Feedback nur schwer annehmen.
Dann werde ich eher aus
dieses Gefühl damit hineinmischen
und dann wird es schwerer werden.
Ich finde, das ist eigentlich einer der
wichtigsten Bestandteile,
dass der Rahmen nicht vergessen wird.
Wie kommen wir zueinander?
Ist der andere bereit dafür?
Also, wenn ich mich
jetzt zurückerinnere in meinem Leben,
sind die meisten Feedback-Situationen daran
gescheitert, dass eigentlich rückblickend
der Start
gar nicht stimmig war, darüber zu sprechen.
Dass da gar keine Bereitschaft
war, dass sie nicht erfragt worden ist.
Ja, und gerade wenn das vielleicht eh schon
ein bisschen kriselt,
dann ist Feedback zwischen Tür und Angel
meistens besonders schwierig.
Dann braucht es erst recht den
richtigen Rahmen. Feedback zwischen Tür
und Angel, mal so kurz nebenbei,
geht dann besonders gut, wenn eben der Rahmen
passt, also in Form von
unser Fundament ist stabil genug,
um das mal zwischendurch zu machen.
Wenn aber dort Triggerpunkte
sind, alte Verletzungen da sind,
dann ist natürlich die Gefahr groß, dass man
dort in so etwas reintrifft
und entsprechend dieses Gespräch
zwischen Tür und Angel in einem
Konflikt, in einem Streit
landet, für den man gerade gar nicht die Zeit
hat und auch nichts zu sagen,
lass mal zurückgehen, man war es mal gut, anscheinend
haben wir gerade eine Verletzung getroffen, sind
gar nicht mehr beim Feedback.
Das habe ich auch, das war eine Ausbildung
als Erzieherin
damals, auch in Erinnerung,
dass das ein großer
wichtiger Teil war, diese Tür und
Angel Gespräche, zum Beispiel im Kindergarten,
dass die einfach extrem
anfällig dafür sind, dass
das Feedback eher als Verletzung
empfunden wird, weil
das wuselig ist, es fallen
nur ein paar Sätze, der andere fühlt sich
natürlich, weil Kinder Sachen triggern einen als
Eltern immer an und dann
gerät man in Missverständnisse,
dann kommt das gar nicht bei dem anderen so an, man nimmt
nur einen Teil des Gesprächs mit und letztendlich
geht man raus und sagt, was sollte das denn jetzt?
Ja, man hat dann nur so
Fetzen, die man mitbekommt. Genau, man wird
unterbrochen vielleicht noch, weil dann noch zwei Kinder
zwischendurch ankommen und noch eine Frage haben
und dann kommt meistens so was, ich wollte das auch nur
ganz kurz ansprechen, wir müssen uns dann noch mal
in Ruhe sonst zusammen hinsetzen.
Ja, schön, Deckel aufgemacht,
Leid verbreitet
und dann geht man nach Hause
als Elternteil dann
und denkt sich so, hm.
Ja, weil dann vielleicht viele Dinge interpretierbar
gewesen sind. Genau, man macht sich vielleicht Sorgen.
Bis die Klarheit hat, es entstehen Sorgen,
neue Fragen, Impulse,
man bekommt die dann im Nachgang nicht so schnell
geklärt, wann ist das nächste Mal
der Rahmen da, diese Dinge zu
erfragen, zu klären, das ist nicht
einfach, ne? Ja, es passt eigentlich genau
in den nächsten Punkt, so vages,
ungenaues, interpretierbares,
Feedback, wo man nicht präzise
kommuniziert und der andere
nicht genau weiß, wie er
handeln soll, was gemeint ist,
eher in mehr Fragen als
in Klarheit gestürzt wird.
Das ist natürlich auch ein Punkt, der
häufig schiefläuft, der nicht funktioniert.
Gerade wenn die Situation emotional
aufgeladen ist zwischen zwei
Menschen, ist das einfach auch schwierig,
wenn es dann so eine Schwammigkeit gibt, ne?
Und das erlebe ich
immer wieder in Coachings bei Menschen, die
so eine starke oder
diesen starken Drang nach Harmonie haben,
dass die immer so Ansätze machen,
mal Feedback zu geben, aber eigentlich möchten sie
oder können sie kein Feedback geben, weil sie
brauchen ja diese starke Harmonie und dann ist
das Feedback so schwammig, dass
der andere sich dadurch provoziert
fühlt.
Und dann gibt es den Anteil der
Ich-Botschaften, der ist natürlich
grundsätzlich nicht verkehrt,
das aber
kommt darauf an, wie man ihn anwendet. Auch der
ist halt sehr fehleranfällig,
wenn ich daraus einfach nur passiv
setze, statt aktive Sätze, zum Beispiel
baue in Ich-Botschaften, dann ist
auch wieder ein Problem. Also statt zu sagen,
du bist rücksichtslos,
sage ich, ich habe mich rücksichtslos behandelt
gefühlt, ist am Ende das
Gleiche, weil
beides hat eine Schlussfolgerung, in
beidem kann man einen Vorwurf raushören,
dann bringt an der Stelle die Ich-Botschaft
auch nicht wirklich viel
Entlastung.
Das bleibt das Gleiche, also
das heißt, bei den Ich-Botschaften
muss man schon genauer schauen, was dahinter steckt,
wie das gemeint ist, und es
darf eben keine Schlussfolgerung geben,
wir brauchen weitere Bestandteile,
damit die Ich-Botschaften eben auch
wirklich so ankommen, wie sie gemeint sind.
Ja, aber was wird man auf so einen Satz antworten,
als Partner, Partnerin?
Ich habe mich rücksichtslos behandelt
gefühlt, würde der andere sagen, du willst mir jetzt
damit sagen, dass ich ein rücksichtsloser Mensch bin, oder was?
Also das kommt
ja irgendwie sonst als nächsten
Impuls häufig dann hervor, ne?
Ja, ist ja auch eine Unterstellung,
beziehungsweise damit geht so eine gewisse,
vermutete Bösartigkeit einher,
ich würde rücksichtslos handeln,
also rücksichtslos würde ja auch wieder
Egoismus bedeuten, also ich denke
nur an mich, das heißt, da gehen so ganz viele
Dinge los, wo man denkt, so fühle ich
mich gar nicht, ich fühle mich nicht
rücksichtslos, und es war nie
in meinen Gedanken drin,
aktiv zu sagen, als ich
mir überlegt habe, wie ich handle,
ich mache das rücksichtslos.
Das war nie in den Gedanken drin,
nie zu sagen, warte mal, ich könnte jetzt
natürlich auch was Gutes für ihn da tun, ne,
ich bin heute mal rücksichtslos,
ich mache heute nur was für mich, scheiß auf Ina,
das passiert nicht, das sind keine
aktiven Gedanken, die man hat,
wenn man solche Gedanken aktiv hat,
dann ist man sehr, sehr,
sehr weit in der Konfliktspirale,
dann muss man, dann reden
wir nicht mehr über Feedback, dann reden
wir über emotionale Verletzungen lösen,
aus der Krise rausholen und über Beziehungen
retten, dann sind wir an einem anderen Punkt
angekommen. Genau, weil du sagtest
vorhin ja auch positive Absicht, die positive
Absicht könnte einfach ja ganz egoistisch für
sich selbst sein, aber dann
ist man in dem Sinne ja nicht
immer rücksichtslos.
Also dann hat man das ja nicht getan, weil man
bewusst rücksichtslos sein möchte,
sondern man hat es für sich getan.
Und das ist ja ein großer Unterschied.
Ob ich jemandem im Gedanken
Schaden zufügen möchte sozusagen
oder ob ich für mich handel.
Und dann kommen wir nochmal zu
einem allerwichtigsten Punkt, den du
schon hervorgebracht hast, aber
nochmal so der Vollständigkeit halber, das Probierenpaare.
Selbst wenn man
eine Methodik hat, mit der
Feedback geben sauber funktioniert,
und das gut ankommt,
dann fragt
fast kein Paar oder fast
kein Mensch nach Bereitschaft.
Einmal zu checken,
bist du gerade offen dafür,
dir ein Feedback von mir anzuhören?
Oder ist der Rahmen,
der Zeitpunkt, sind deine
Ressourcen gerade nicht in der Lage,
das wohlwollend
entgegenzunehmen und anzuerkennen?
Dann braucht es, dass dieser
Rahmen erstmal hergestellt wird.
Dann macht es eben wirklich, trotz
aller Perfektion in der
Methodik und allem Wohlwollen
macht es dann keinen Sinn. Dann geht es häufig
schief. Ja, manche sagen dann auch
im Coaching, naja, aber für mich,
ich weiß gar nicht, wieso
kann der Rahmen denn jetzt, oder war der Rahmen
denn nicht gut? Wir waren doch ganz entspannt,
wir saßen auch entspannt auf der Couch,
als ich dir das gesagt habe. Oder
für mich habe ich jetzt gedacht, das
wäre jetzt der richtige Moment gewesen, weil
die Kinder haben gerade so
gut miteinander gespielt. Also das ist auch
ganz viel Interpretation. Das ist der
richtige Rahmen ist, aber jetzt wurde halt dich konkret
gefragt. Und
auch wenn man ein Paar ist,
was eng miteinander ist,
so kann man ja doch nicht Gedanken lesen
und darf man trotzdem nochmal nachfragen.
Und das kann man ja auch mit
erwähnen. Man kann ja sagen, hey, ich habe gerade das Gefühl,
wir haben gerade einen passenden Rahmen,
dass ich dir mal kurz Feedback geben kann.
Bist du gerade offen? Genau.
Und dann sagt der andere, nö, bin ich nicht.
Ich bin gerade gedanklich voll woanders.
Geht gerade gar nicht.
Und dann ist das etwas, was man
annimmt und was gut ist.
Das ist gut, dass der andere gesagt hat,
nein, ich bin gerade nicht bereit.
Denn es würde sehr wahrscheinlich,
wenn er sich nicht reflektieren würde
und über sein Gefühl
hinweg ginge, dass er sagt,
ich bin bereit. Und ist es
eigentlich gar nicht, dann geht es am Ende
schief und man weiß nicht so recht, warum.
Also an der Stelle lieber ein Nein hören
und gemeinsam überlegen,
wie und wann man bereit
sein wird, dann
mit der Energie,
mit den Ressourcen, mit dem passenden Rahmen,
mit ausreichend Zeit
Feedback geben, gerade wenn es
was Wichtiges ist. Wir erleben
jeden Tag in unseren Live-Calls und auch
in den Coachings, was passiert,
wenn man eben nicht Feedback
gibt, beziehungsweise
wenn man Feedback gibt und das
kommt nicht an, wenn es einfach schief
läuft. Wir wollen mal so ein paar
Sachen auflisten oder so ein paar
Folgen aufzeigen, die
passieren. Dann kann man selber schon mal
reflektieren, befindet man sich schon an dem Punkt,
oder nicht, beziehungsweise
kann das für sich dann einfach nochmal
besser zuordnen.
Was häufig passiert ist, dass
sich Kleinigkeiten, wo man eigentlich
sich kurz und gut ein
Feedback geben könnte, anstauen
und es dann so ein Berg wird.
Also, dass man nicht mehr eine konkrete Situation
eigentlich sagen kann, wo man gerne ein
Feedback geben möchte, sondern, dass man das
Gefühl hat, boah, wo soll ich anfangen?
Wann hört das auf? Ich habe ja
so einen Berg. Wenn ich jetzt damit anfangen
würde, dann müsste ich dich im Gefühl
für alles kritisieren oder
für alles ein Feedback geben.
Ich fühle mich schon bei allen
Punkten eigentlich verletzt. Also, es ist so was,
das
bringt es jetzt eigentlich noch, da überhaupt
das Thema aufzumachen.
Und da ist es halt häufig etwas, wenn sich
das anstaut. Das haben sich
eigentlich an der Stelle Unstimmigkeiten und
Störgefühle schon zu Verletzungen entwickelt,
weil man diese ganzen
Punkte so aufgestaut hat,
dass man wirklich ein Gefühl jetzt bekommt,
eine emotionale Verletzung bekommt,
wenn sich das Verhalten wiederholt.
Vielleicht auch, wenn man schon eine ganze Zeit lang
Feedback ausgesprochen hat und merkt,
es ändert sich nichts. Man hat resigniert.
Das sind ja alles so Dinge, die
dann dazu führen, dass man eben immer mehr aufstaut
und sich das zu den anderen
Konflikten, die man auch noch hat,
Unstimmigkeit überwerte,
zwischenmenschlich klappt das gerade nicht,
kommt dann noch dieser Faktor
mit dazu. Deswegen gibt es
fast kein Erstgespräch,
in dem nicht gesagt wird,
als Ziel, wir möchten
unsere Kommunikation verbessern.
Ja, weil was passiert natürlich,
wenn man Sachen aufstaut?
Häufig ist es so, dass einer
sich dann immer mehr zurückzieht,
andere Gesprächspartner sich sucht.
Man sagt, wir beide
können ja nicht miteinander sprechen, ich kann dir
kein Feedback geben, wir streiten uns sofort.
Wenn ich dir eine Sache sage, du nimmst das gleich
mega persönlich, du gehst
total hoch, dann sprechen wir mit meiner
Freundin, mit meinen Eltern, wen auch immer,
mit der Nachbarin.
Dann ist es natürlich so, dass die Gespräche
untereinander recht oberflächlich sind.
Und das berichten ja auch sehr viele Paare
in der Krise, dass sie sagen,
also ganz ehrlich,
wir leben zwar zusammen, aber
dass wir uns nochmal tiefgründig
unterhalten, wir unterhalten uns über Sachen
hier im Ablauf,
verwaltungsmäßig, über die Kinder,
aber ich weiß gar nicht, was soll ich denn
noch für ein Thema ansprechen, wir streiten uns ja gleich.
Also Feedback, wenn ich jetzt
weiß, ich gebe dir heute Abend Feedback, dann ist der Abend gelaufen.
Dann bist du so beleidigt, dann bist du
für gar nichts mehr offen, dann sage ich,
hebern dich jetzt.
Ja, da haben sich dann Brillen aufgebaut, über den anderen.
Das heißt, wir haben so eine Vorahnung, wie derjenige sich verhalten
wird, wenn ich Feedback gebe.
Und man muss nochmal ganz deutlich sagen,
dieses Kompensieren mit Freunden
zum Beispiel, das bringt für
die Beziehung natürlich gar nichts,
sondern verhärtet die Situation.
Wenn ich meinem Freund erzähle,
was du immer alles für blödsinnige
Sachen machst, dann wird
sich daran gar nichts ändern.
Aber du hast vielleicht Zugehörigkeit als Gefühl.
Ja, da haben wir eine Läster-Gemeinschaft.
Ja.
Und er sagt vielleicht auch, ja, meine Frau ist auch blöd.
Und wir sagen, oh cool, wir haben alles blöde Frauen.
Aber das hilft unserer Beziehung
überhaupt nicht.
Im Gegenteil,
dann verschärft sich sogar das Bild.
Dann fangen wir an zu sagen,
dann gehen wir auf einmal auf so eine Rolle,
Frauen machen immer sowas.
Schieben das diesem Frauenbild auf einmal zu
und sagen, ja, bei mir ist es
sogar noch schlimmer. Dann denke ich vielleicht noch,
oh ja, ich mecke anscheinend auf hohem Niveau.
Andere haben es ja noch schlechter getroffen als ich.
Ich hatte das letztens, da war ich beim Einkaufen
und da haben zwei Frauen vor mir
über ihre Männer gesprochen und
wie soll ich das jetzt nicht sagen?
Wie blöd die doch sind.
Und dann sagte
die eine Frau zu der anderen, naja,
was Besseres findest du auf dem Markt aber auch nicht.
Da habe ich gedacht, so ein geiles Argument
zu sagen, bleib doch im Leid.
Nimm es doch nicht so schwer.
Wenn du die Auswahl
hättest, das wäre auch nicht besser.
Ja, und dann sagt die andere
darauf, ja, stimmt, hast du recht.
Man weiß ja auch nicht, wer als nächstes kommen würde.
Ja, was für eine aussichtslose Situation.
Schade, ne?
Anstatt dann einfach mal unseren Podcast zu hören
und was zu verändern.
Das ist ja immer die Situation, wo ich dahinterstehe und denke so,
nee, Ina, du bist jetzt
hier bei Edeka an der Kasse.
Keine Visitenkarte.
Du hast keinen Auftrag.
Es ist natürlich traurig,
wir nehmen das jetzt so spaßig
jetzt auf, aber
eigentlich steckt dahinter ja totale
Resignation, dass man sagt so,
ja, ich hab das Problem auch,
du auch, du, die Susi auch und die Tina
auch.
Beschwer dich mal nicht, wir sitzen alle im gleichen Boot und
wir sehen uns alle mit Ende 50
vielleicht zusammen, weil da haben die Männer
auf Ausflüge meistens keinen Bock mehr
und dann sitzen wir alle zusammen in unseren Hotels
und stoßen an und
ja. Ja, vor allem muss man überlegen, dass das eben auch
eine emotionale Verletzung bei dem Mann macht,
wenn er davon etwas mitbekommt an der Stelle,
weil es eben Ausschluss ist.
Es wird über ihn geredet.
Aber das sagen die Frauen ja machen, die Männer
bestimmt ja auch.
Das können die ja auch so denken und sich das so begründen,
aber trotzdem ist es ja so und möchte
man das dann, dass die Männer das auch tun
oder will man eigentlich viel mehr miteinander sprechen
und seine Themen klären und in eine bessere
Beziehung kommen, denn
man sollte immer beachten, dass man
über den anderen nur so spricht,
als wäre er mit dabei.
Man darf faktisch über den anderen meistens
sprechen, Florian hat dann
einen Geburtstag, wird auf keinen Fall eine
Verletzung machen, das ist faktisch oder
sozusagen mit Erlaubnis, dass der andere
sagt, hey, du kannst über dieses Thema
auch mit deiner Freundin sprechen, das ist stimmig
für mich. Genau und ich finde auch
ganz stark ist es dann die Haltung, die innere
Haltung, mit der man über die Person
spricht. Also bin ich
immer noch wertschätzend oder
bin ich eigentlich,
dass ich mir erhoffe in dem Gespräch,
dass der andere oder die andere Person mit auf
meiner Seite ist und wir reden zusammen
schlecht über die andere Person. Ja, vielleicht
habe ich ja die Freigabe und der Partner
sagt, Mensch, sprich doch mal mit dem oder derjenige,
mit dem Ziel,
sich auszutauschen. Ja.
Vielleicht hast du ein paar in der Umgebung, die haben
schon mal eine Paartherapie bei den
Lebensidealisten gemacht, das läuft jetzt bombig bei denen
und man spricht mit denen und sagt,
Mensch, wie ist denn das bei euch gewesen?
Wie war das bei euch auch so, bevor
ihr die Paartherapie gemacht habt?
Und wie hat sich das verändert?
Was waren die Hebel? Dann ist das was ganz anderes,
das ist zielgerichtet, positiv
gestimmt, man möchte vom anderen vielleicht
Impulse bekommen, lernen
oder auch Bestärkung
erfahren, aber nicht so eine
Lästergemeinschaft bilden, wo man
sich einfach nur gegenseitig
das Leid verstärkt.
Und viele berichten ja auch in unseren Coachings,
dass sie sagen, wenn man erstmal in so einer
Konfliktspirale drin ist und sich alleine
fühlt, also in dem Gefühl, ich kann
nicht mehr aussprechen, was ich denke,
was mir wichtig ist, was ich gern geändert
haben möchte,
dann merkt man das auch körperlich
an einem gewissen Punkt, also dass man
schlecht einschlafen kann,
viel Kopfschmerzen hat, so ein Gedankenkarussell,
weil man immer wieder vielleicht auch nach einer Lösung sucht.
Dass man merkt, man hat viele Berichten auch,
sie angefangen haben, sie konnten
schlechter was essen, hatten Magenschmerzen,
sie hatten das Gefühl,
sie tragen sozusagen diese ganzen
Konflikte vor sich her und das sammelt
sich bei Menschen immer in unterschiedlicher Art und
Weise. Das merken wir auch, wenn wir
Verletzungen auflösen im Coaching. Jeder
Mensch hat eigentlich mal so ein, zwei
Körperschwerpunkte, wo er Unstimmigkeit
spürt. Also bei
sehr vielen ist das, finde ich, so der
Hals-Brust-Bereich.
Da zieht sich ja alles zusammen. Ich habe das
Gefühl, ich habe so ein Kloß im Hals.
So ein Druck auf der Brust,
so eine enge, andere sagen
wieder so, es fühlt sich an wie so Steine im
Bauch, im Magen, so eine
schwere oder Last auf den Schultern oder
und das ist halt in dem Moment auch so,
dass wir halt körperliche Symptome bei einem
gewissen Grad in der
Konfliktspirale der Unstimmigkeit entwickeln,
die häufig, wenn
man dann sich nicht Hilfe holt
oder eine Lösung findet, immer mehr werden
und man das aber so empfindet,
dass man sagt, oh, jetzt fühle ich mich auch noch körperlich
so schlecht, wo das meist einfach
auch die Konsequenz dadurch ist.
Ja, dadurch kann in der Folge
wiederum Ärger und Wut
entstehen darüber, dass man diese Gefühle
abbekommt und dass es einem immer schlechter
auch geht und
das führt dann zu einer weiteren Distanzierung,
weil man diese Gefühle ja
nicht haben möchte, bis hin zu,
dass man
intensiver sich als Paar reflektiert
und überlegt, passen wir zusammen?
Genau, so das Gefühl, du tust mir nicht
mehr gut. Warum können wir nicht miteinander
kommunizieren? Sind wir vielleicht gar nicht
kompatibel miteinander?
Ihr seht, Feedback geben ist kein triviales
Thema, sondern ein elementarer, wichtiger
Punkt in eurer Beziehung,
der durchaus dazu führen kann, dass eure
Beziehung sehr harmonisch verläuft, aber auch
in eine Konfliktspirale mündet.
Solltet ihr also an einem
Punkt sein, wo ihr merkt, das bekommen
wir kommunikativ gar nicht auf die Reihe
und wir merken,
wir meiden Feedback oder wenn
wir mal Feedback geben, dann geraten wir
in Streitigkeiten. Wir wissen auch
schon gar nicht mehr, warum das so ist oder
ihr seht auch die Ursachen und seht
die Konfliktspirale, die vorausgehend
passiert ist, aber sagt, wir kommen da
gar nicht mehr ran, das zu lösen. Da sind
wir einfach schon viel zu weit in unseren Gefühlen
drin. Dann meldet euch sehr gerne
bei uns für das telefonische Erstgespräch
und wir schauen gemeinsam
uns euer Thema und euer Ziel an
und wie wir euch am besten unterstützen
können. Wie gibt
man sich also jetzt richtig
Feedback in einer Partnerschaft?
Also eine wichtige Basis,
damit das in Leichtigkeit funktioniert,
die man organisieren kann, ist ein stabiles
Fundament zwischeneinander.
Das ist nun natürlich selten in
der Form gegeben, aber wenn
das da wäre, dann wäre
Feedback eben wesentlich entspannter,
weil diese Gefahr der
Verletzung dabei oder
des Treffens auf Triggerpunkte
und so weiter wesentlich
weniger wäre. Das heißt, man würde dann
erstmal emotionale Verletzungen lösen, die Zeitlinie
aufarbeiten und das Fundament
herstellen. Klar, wenn ich
jetzt kein stabiles Fundament habe,
in der Partnerschaft
und dann anfange Feedback zu geben,
ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich groß,
dass der andere durch eine
tiefe
Verletzung davor vielleicht gar nicht die Offenheit
mitbringt, weil der schon das Gefühl hat, so okay,
was passiert jetzt? Also
da ist nicht so das Gefühl von Sicherheit und Offenheit
da, was man ja auch irgendwie mitbringen
muss für Feedback.
Und da wäre es natürlich wichtig, erstmal alles andere
aus dem Weg zu räumen, um
so eine gute, wertschätzende
Haltung zueinander zu haben.
Weil das ist genau der erste Punkt, wenn man
zum Feedback kommt. Aber nochmal
ein Step davor. Wir brauchen
den richtigen Rahmen. Wir haben es jetzt ein paar Mal schon
erwähnt. Wir brauchen ausreichend
Zeit. Am besten die Handys im
Flugmodus, dass man zwischendurch nicht gestört
wird. Wir brauchen die richtige Energie
und ich dürfe nicht völlig müde vielleicht sein.
Und wir brauchen eben auch, dass
wir gedanklich dafür offen sind und
nicht gedanklich gerade dabei sind
zu überlegen, wie überstehe ich das schwere
Gespräch morgen mit meinem Vorgesetzten
oder ich habe morgen 17 Kunden
Termine, wie soll ich das bloß alles hinkriegen.
Dass man wirklich offen dafür ist gerade
und die Bereitschaft hat, seinen Fokus
darauf zu richten, was nun kommt.
Ich finde auch diesen Rahmen, den du
vorhin ja auch schon beschrieben hast, der ist auch bei
Kleinigkeiten ganz entscheidend.
Also für mich ist es ein großer Unterschied,
wenn ich zum Beispiel Hunger
habe und dann ein Gespräch reingehe,
wo man sagen würde, naja, ist das jetzt deine Hunger?
Oder Durst habe oder
mal auf die Toilette muss oder denke so, okay,
ich muss nochmal ganz kurz runterkommen.
Bei mir ist es zum Beispiel auch
so, dass Kleidung für mich auch
ein wichtiger Punkt ist. Also wenn ich nach Hause komme und denke so,
okay, ich möchte jetzt erstmal mich gern umziehen.
Also möchte ich erstmal gemütliche Sachen
vielleicht anziehen, möchte ich erstmal zu Hause in Ruhe
ankommen und dann bin ich
gesprächsbereit, aber wenn ich dann so überfallen werde,
sag ich mal an der Tür und denke so, oh Gott,
ich muss nochmal mein Pulli ausziehen oder ich bin
nass geworden von draußen, dann
bin ich in so einer ganz anderen Stimmung und dann könnte
so eine Kleinigkeit halt schon dazu führen,
dass da gar keine Offenheit ist,
die gebraucht wird.
Das ist sicherlich ein guter Punkt, sich überfallen fühlen.
Das ist glaube ich nicht nur so, wenn man reinkommt
und sofort, bevor die Begrüßung
womöglich ist, ein erstes Feedback abbekommt,
sondern
dass man eben diesen Rahmen
hat, weil es kann ja auch an allen möglichen
Punkten sein. Ich habe das letzte Mal im Coaching
gehabt, da ging es auch um ein Feedback
dann und jemand hat im Tablet gearbeitet.
Nun wird das Tablet genutzt, um
zu arbeiten, aber auch, um einfach mal sich
zu entertainen. Das heißt, das ist
nicht ganz klar, aber derjenige hat einfach
davon ausgehend, dass das nur Entertaining ist,
gesagt, hier,
ich habe was gemacht und so, guck mal drauf.
Und der andere sagt, nee, ich habe gerade gar keine
Bereitschaft. Und dann sagt, doch, das ist
gerade wichtig, weil gar nicht so gefragt
wurde, quasi, das wäre so stark, bist du
am Arbeiten oder machst du
gerade einfach nur sowas zur Entspannung?
Wenn derjenige sagt, Mensch, ich arbeite
dann, okay, alles klar, ich habe da was,
da möchte ich dir Feedback geben oder da brauche ich
mal einen Input von dir, aber sag Bescheid, wenn
du soweit bist.
Das sind die Missverständnisse, weil wir halt
anfangen zu interpretieren. Ja, und der andere fühlt sich
überfallen, weil der andere natürlich aus
deinem Blickwinkel, für ihn völlig logisch
ist, ich sitze doch hier und arbeite und bin
völlig vertieft und werde da so rausgerissen
aus dem, was ich gerade mache und
muss mich dann gleich gedanklich da wieder einsortieren.
Gut, kommen wir zum Feedback
geben und danach zum Feedback annehmen.
Welche vier Schritte werden gebraucht,
um Feedback zu geben?
Ich hatte ja schon erwähnt,
die wertschätzende Haltung, also
meine innere Haltung
zu der anderen Person im Gefühl.
Kann ich wertschätzen
mit der anderen Person sprechen oder wie wir
schon sagten, bin ich vorverletzt, also
bin ich sozusagen kraftvoll genug, um
jetzt in den Prozess einzusteigen,
in meine Haltung zu dir?
Wenn ich schon merke, dass ich ein eigenes Gefühl
habe, ich möchte jetzt gerne laut sprechen oder
meine ersten Worte kommen schon so mit so einer
Energie hervor, wo ich so denke,
oh, dann bin ich nicht wertschätzend
Haltung drin. Der andere spürt das
und geht entsprechend auch innerlich
auf Konfrontation und das geht
schief. Denn der nächste
Schritt ist, dass ich
Verhalten beschreibe, also das, was ich
beobachtet habe, objektiv,
ohne Interpretation,
ohne Wertung, also
das ist natürlich manchmal
nicht leicht, weil man denkt so, puh,
man hat ja schon einen Grund vielleicht, warum man Feedback
geben möchte, aber einfach zu beschreiben, was
habe ich gesehen, was habe ich wahrgenommen?
Einfach, weil man kann sich vorstellen, es steht
eine Kamera daneben und die filmt das, was
wird die filmen? Oder es steht jemand
emotional Unbeteiligtes
daneben, was würde der beschreiben,
was passiert ist, wenn er die Gefühle nicht hat?
Und das ist auch etwas, muss man ganz klar sagen,
was durch Übung auch immer
und immer besser wird. Das ist so ein Punkt,
den ich ja in der Ausbildung und im Studium
bis zum Ende
hundertefach
gefühlt gemacht habe. Wir haben immer eine
Situation bekommen, gerade mit
Kindern Situationen und wir sollten nur das
Verhalten beschreiben, also wir sollten uns
antrainieren, nicht in Interpretation
und Bewertung zu verfallen,
in Elterngesprächen zum Beispiel,
sondern einfach nur zu sagen, okay, was
habt ihr jetzt wahrgenommen? Und am Anfang
ist es natürlich so, dass man auch,
durch eigene Themen vielleicht angetriggert
ist, da was hinein zu interpretieren oder
zu sagen, ja, und das hat er bestimmt so gemacht
und dann hat er das gemacht, weil das hat ihm Spaß gemacht.
Das ist aber alles Interpretation
und Bewertung, sondern wirklich zu
beschreiben, was habe ich mit meinen Augen
gesehen? Und das wäre da
sozusagen der nächste Schritt dann.
Und dann kommen wir zu den entstandenen
Gefühlen, dass ich beschreibe,
wie habe ich mich gefühlt
dabei? Und das ist auch der Punkt,
wo man jetzt unterscheiden würde
zwischen einer emotionalen
Verletzung, die man löst, oder
einem Feedback, was man gibt.
Denn, das sehen wir gleich zum Schluss,
warum das wichtig ist,
wenn ich mich richtig verletzt fühle,
dann brauche ich einen bisschen anderen
Rahmen und dann gehen zwei Schritte anders.
Wenn ich mich nicht
verletzt fühle, sondern das ist eher ein
Störgefühl,
ein Unstimmigkeitsgefühl,
wo man sagt, das könnte anders
optimaler laufen oder
dann, wenn das anders wäre,
dann hätte ich weniger Umstände,
zum Beispiel, dann würde es mir damit einfach
besser gehen, ich wäre schneller und so weiter.
Oder, wenn
du was nicht in den Geschirrspüler einräumst,
dann habe ich die Arbeit, das möchte ich aber nicht
haben, das wäre besser, wenn das auch jeder
für sich macht und jeder räumt das
gleich ein. Also so Optimierungsprozesse,
Störgefühle, aber wenn du
was nicht in den Geschirrspüler einräumst, das verletzt
mich eben nicht. Das macht
nicht das Gefühl von Wut oder
Ärger oder sowas, da kommt nichts
hoch in mir. Außer, dass es
ein Thema, wo es schon Vorverletzungen gibt?
Ja. Dass du auch deine, oder ich
oder wer auch immer, seine Schuhe nicht wegräumt
und das und man schon wieder da was angesammelt
hat, dann kann es natürlich schon eine Verletzung
sein, ne? Ja, oder wenn ich auch schon ein paar Mal Feedback
gegeben habe und du hast das Feedback angenommen und
gesagt, ja, das kann ich sehen, ich ändere das
und das ist nicht passiert, dann kann es natürlich
auch irgendwann eine Verletzung machen, weil irgendwann
macht aber nicht die Sache an sich die Verletzung,
dass da wieder eine Tasse steht
und nicht eingeräumt wurde, sondern
dass ich mich nicht mehr ernst genommen fühle.
Ich gebe Feedback
und du sagst, ja, was machst du? Ich fühle mich nicht mehr ernst
genommen und empfände dich dann als unzuverlässig.
lässt sich in deinen Aussagen, ich verliere Vertrauen zu dir.
Und im letzten Schritt, das
beim Feedback geben eben anders als bei Verletzungen
lösen, darf ich einen Wunsch äußern.
Da kann ich einen Wunsch für die Zukunft
äußern und sagen, in Zukunft wünsche ich mir,
dass jeder von uns seine Tassen
selbst in den Geschirrspüler räumt
und da nichts stehen bleibt. Das würde für uns
alle die Arbeit erleichtern und jeder
kümmert sich so um seine Sachen.
Das sind also die
Schritte, wenn es um Feedback geben
geht. Die vier Stück vielleicht nochmal ganz
kurz zusammengepasst, dass es einmal
die wertschätzende Haltung,
dass die eine Grundlage ist, dann ist
es einmal das Verhalten beschreiben,
was man gesehen hat. Der dritte
Schritt ist das Gefühl zu beschreiben,
was bei mir entstanden
ist dabei und der letzte Schritt
den Wunsch äußern.
Vielleicht nochmal am Rande, warum ist das Gefühl wichtig?
Das Gefühl bringt dem Anderen
die Motivation auch was zu ändern.
Weil man ja nicht möchte, dass sich der Andere
durch mein Verhalten gestört
fühlt oder Unstimmigkeiten
erlebt. Fürs Feedback annehmen
sind die Schritte gar nicht so unterschiedlich.
Wir starten auch wieder mit der
wertschätzenden Haltung. Deswegen
fragen wir eben auch nach der Bereitschaft,
damit der Andere sich auch in die
wertschätzende Haltung begeben kann,
um offen zu sein, Feedback entgegenzunehmen.
Wenn man dann
Feedback bekommt, ist es wichtig, dass man
zuhört und auch aussprechen lässt.
Also den Anderen nicht sofort
unterbricht und sich rechtfertigt.
Das ist ja gerne immer so ein Move,
den man dann macht. Ja, aber. Oder ich habe das ja nur gemacht, weil. Das ist immer für so einen Prozess
sehr hinderlich, weil bei dem Anderen dann
meistens Wut entsteht.
Wenn man erstmal unterbrochen wird, macht das Wut
oder Traurigkeit. Aber auch, wenn
man das Gefühl hat, ich kriege jetzt
mein Gefühl gar nicht auf
die Straße, weil ich davor unterbrochen werde
und der Andere mir sagt, warum er das gemacht hat.
Weil wir gehen ja davon aus, dass jeder Mensch in positiver
Absicht handelt.
Das heißt, na klar hat derjenige in positiver
Absicht gehandelt, aber es ist da
trotzdem ja bei dem Anderen ein Störgefühl
entstanden.
Das heißt, derjenige braucht sich gar nicht zu
rechtfertigen, weil was entscheidend
ist, ist ja, dass bei dem Anderen etwas
ausgelöst worden ist. Egal warum.
Da ist es viel wichtiger, in die
Verantwortung zu gehen.
Vielleicht zu betonen, dass man das Gefühl gar nicht
auslösen wollte.
Oder auch eben dieses Störgefühl
nicht so machen wollte oder diese Unstimmigkeit.
Und dann geht es darum,
für sich innerlich hineinzuspüren,
ob ich den Wunsch erfüllen kann.
Dass es stimmig ist.
Genau, dass es stimmig ist. Also wenn du jetzt sagst,
ich wünsche mir, dass
das Auto, wenn es da steht und du hast
es leer gefahren, auch dann vollgetankt
wird von dir und ich nicht ein leeres
Auto übernehme, weil dich das stört,
dann musst du zuerst zur Tankstelle
fahren und wenn du das nicht weißt,
dann kann das manchmal bei enger Zeitplanung
eben dafür sorgen, dass du zu spät
kommst. Das hat also Folgen für dich.
Dann höre ich den Wunsch von dir,
zu sagen, wenn,
das kann man ja mal auf Wir-Ebene auch betrachten,
wenn einer von uns beiden
in den roten Bereich bei der
Tankfüllung kommt, dann fährt
derjenige zur Tankstelle und stellt dem anderen
das Auto nicht leer hin.
Und dann prüfe ich
als derjenige, der das Feedback entgegen nimmt,
ob ich das wirklich tun kann.
Ist das wirklich stimmig
für mich? Kann ich das umsetzen?
Also will ich das? Kann ich das? Darf ich das
umsetzen? Und wenn ich in mich hineinspüre
und merke,
das kann ich nicht. Ich habe nicht die Fähigkeiten
oder ich will das gar nicht.
Möchte mich da nicht festlegen mit, ich möchte immer noch
diese Spontanität haben.
Also irgendwie sage ich das,
ich will das eigentlich gar nicht oder ich kann das nicht
sicherstellen. Dann sollte ich das aussprechen,
damit das auch dann
entsprechend berücksichtigt wird und man
gemeinsam kreativ überlegt, was können
wir tun, lernen, verändern, damit das stimmig
geht und wir beide ein gutes
Gefühl mit diesem Punkt haben.
Und wenn das stimmig geht, zu sagen,
ja, das kann ich tun. Das ist okay für mich.
Der Weg geht so, ich kann den Wunsch
quasi erfüllen oder wir können das genauso machen.
Aber es ist eben wichtig, dass man
in sich hineinspürt und wenn das nicht geht,
das auch ausspricht. Ja, weil was passiert
sonst, wenn ich das tue? Also wenn ich
einfach sage, ja, mache ich,
um dem anderen den Wunsch zu erfüllen und es
ist für mich nicht leistbar oder ich möchte das nicht,
dann wird man das nicht lange durchhalten.
Dann wird man das zwei, dreimal machen
und dann wird man wieder verkacken und
dann sozusagen
entsteht richtig Wut bei dem anderen,
weil man sagt, ich habe das doch angesprochen.
Und du hast gesagt, du machst das. Ja.
Und jetzt machst du es doch nicht.
Und dann fängt man an, dann wird es halt
auch eine Verletzung, wie du vorhin sagtest, wenn man
Feedback gibt und dann wird das nicht erfüllt
und dann fangen wir an, das groß zu machen.
Du bist nicht verbindlich,
nicht zuverlässig, ich kann dir nicht mehr
vertrauen, dann kommen wir auf die
Werte-Ebene ganz schnell. Deswegen ist
es eben ganz wichtig, dass man wirklich in
sich geht und nur, wenn man
das ziemlich sicher umsetzen kann,
sollte man das bejahen. Und
dabei sollten wir weiterhin aber auch berücksichtigen,
dass es natürlich auch eine gewisse
Fehlertoleranz gibt. Wir sind nur Menschen,
dass das dann mal vorkommt, dass sich
dir das Auto in Hektik
hinstelle und das ist doch nicht
vollgetankt. Kann ja passieren.
Ich habe aber jetzt einen Fokus
dafür. Das heißt,
selbst wenn ich das nicht schaffe, dir das
Auto vollgetankt hinzustellen, sollte
ich kommunizieren und sagen, hey Ina,
ich habe es nicht geschafft, es tut mir leid,
das Auto ist leer. Wenn du
morgen zum Termin willst, morgen früh,
bitte fahr zehn Minuten früher los, du müsstest
leider noch tanken.
Und das geht auch nicht bei ein von
dreimal, sondern dann
braucht man schon ein paar
Verhaltensweisen, die
sozusagen auch dem Wunsch entsprechen,
damit man nicht sofort ins Alte
zurückfällt.
Ja, lass zum Thema Feedback geben und annehmen.
Und wenn man das so macht,
dann befördert das natürlich sehr das
Wir-Gefühl, das Gefühl der
Zugehörigkeit. Es schafft Sicherheit.
Ich weiß, der andere
spricht offen aus, wenn ihn was belastet,
wenn ihn was stört, wenn er
Veränderungswünsche hat. Er frisst
nichts in sich hinein, denn
das sind genau die Dinge, die irgendwann,
zu Explosionen führen,
zu Konfliktspiralen werden
oder die irgendwann ein
völlig unerwartetes Verhalten
zutage bringen, mit
anderen in Kombination, das ist nicht nur das Feedback
geben, landen wir irgendwann in so Dingen
wie Fremdgehen, Fremdverlieben, in Affären,
in plötzlichen Trennungen, in
dem Aussprechen, eigentlich
fühle ich gar nichts mehr für dich und der andere
fällt aus allen Wolken, weil man eben
nie Feedback gegeben oder angenommen hat.
Und das sind genau die Dinge,
die solche Szenarien,
schon mal anteilig verhindern. Das ist nicht der einzige
Baustein, aber ein sehr wichtiger Baustein,
um nicht in solche Krisen hinein
zu geraten.
Schön, dass ihr zugehört habt. Wir
freuen uns, wenn ihr einige spannende
Impulse für euch mitnehmen konntet
und jetzt auf diese Art und Weise
übt oder verändert,
nochmal Feedback zu geben und vielleicht
auch neue Energie und neue Hoffnung schöpft,
das mal so zu probieren und sagt,
hey, das ist nochmal ein ganz anderer Ansatz,
so haben wir es noch nie probiert.
Wenn ihr merkt, dass das trotz
dieser Podcast-Folge und der
Impulse, die ihr mitbekommen habt, nicht funktioniert,
dann meldet euch sehr gerne für
das telefonische Erstgespräch bei uns
und wir schauen mal gemeinsam, wie
wir das für euch in eine harmonische,
stimmige Kommunikation entwickeln können.
Bis dann!
Ciao!
Untertitelung des ZDF für funk, 2017
Podcast Summary
Key Points:
Feedback geben ist entscheidend für eine harmonische Beziehung, aber oft wird es als Vorwurf wahrgenommen, besonders wenn es auf Identitätsniveaus wie „immer“ oder „nie“ verpackt wird.
Ein stabiles Fundament und die Bereitschaft des Partners sind vorbedingung für ein erfolgreiches Feedback-Gespräch – ohne diesen Rahmen entstehen Verletzungen und Konflikte.
Die Sandwich-Methode und die „Sag-Es-Methode“ sind weit verbreitet, aber oft wirksame und verständliche Effekte zeigen, weil sie die Abgrenzung zwischen Feedback und Vorwurf verlieren.
Es ist entscheidend, die eigenen Gefühle und die wertschätzende Haltung zu priorisieren, bevor das Verhalten beschrieben und die entstandenen Gefühle kommuniziert werden.
Feedback wird nur dann wirksam, wenn es mit einem klaren Wunsch für die Zukunft endet und beide Partner ihre Fähigkeiten und Grenzen reflektieren können.
Wenn Feedback nicht erfüllt wird, entsteht eine Konfliktspirale, die zu Vertrauensverlust, Unzufriedenheit und tiefen emotionalen Verletzungen führt.
Die wertschätzende Haltung und die klare Beschreibung von Verhalten ohne Interpretation sind grundlegende Schritte für ein gegenseitig vertrauensvolles Feedback.
Auch wenn ein Wunsch nicht umgesetzt werden kann, muss er offen kommuniziert werden, um Vertrauen und gegenseitige Verantwortung aufzubauen.
Summary:
Feedback geben ist ein zentrales Element für eine gesunde, harmonische Beziehung, doch es wird häufig falsch verstanden oder als Vorwurf wahrgenommen. Die größte Gefahr liegt in der Verwendung von Worten wie „immer“ oder „nie“, die auf die Identität des Partners ablaufen und zu einer Konfliktspirale führen. Ein entscheidender Voraussetzung ist ein stabiles Fundament und die offene Bereitschaft beider Partner, Feedback zu geben und zu akzeptieren.
Ohne diesen Rahmen entstehen Verletzungen, Wut und Abweisung. Die wertschätzende Haltung, die objektive Beschreibung des Verhaltens, die Ausdrückung der eigenen Gefühle und der Wunsch für die Zukunft sind die vier Schritte eines wirksamen Feedback-Prozesses. Wichtig ist, dass beide Partner in sich hineinspüren, ob sie den Wunsch tatsächlich umsetzen können, und wenn nicht, offen kommunizieren.
Eine Verletzung entsteht, wenn Feedback nicht erfüllt wird, was zu Vertrauensverlust, Abwehr und langfristigen Konflikten führt. Feedback ist nicht nur eine Kommunikation, sondern ein Baustein für Zugehörigkeit, Sicherheit und gegenseitige Verantwortung. Wenn dies nicht funktioniert, führt es zu emotionalen Spiralen, Affären oder Trennungen.
Daher ist es notwendig, den Rahmen, die Energie und die Bereitschaft zu klären, bevor Feedback gegeben wird – und nach dem Gespräch, um sicherzustellen, dass es verstanden und respektiert wurde.
FAQs
Man sollte zuerst eine wertschätzende Haltung einnehmen, das Verhalten objektiv beschreiben, die eigenen Gefühle nennen und am Ende einen konkreten Wunsch für die Zukunft äußern.
Ein stabiles Fundament schützt vor emotionalen Verletzungen und sorgt dafür, dass Feedback als wertschätzend wahrgenommen wird, anstatt als Vorwurf oder Konflikt.
Ohne Bereitschaft kann Feedback verletzend wirken. Die Frage nach Offenheit schafft Sicherheit und verhindert, dass das Gespräch in einen Konflikt ausartet.
Ein Störgefühl zeigt einen Unstimmigkeitspunkt, der verbessert werden kann. Eine emotionale Verletzung bedeutet, dass sich das Gefühl von Wut oder Vertrauensverlust entwickelt und eine tiefe Abwehr auslöst.
Sie verpacken die Kritik, was zu Verwirrung führt und das wesentliche Feedback-Element – die echte Wirkung – verdrängt oder verschlechtert.
Wenn Feedback nicht in einem stabilen Rahmen gegeben wird, führt es zu Entfremdung, Wut, Fehlinterpretationen und einer Abnahme der Kommunikation, was zu einer Spirale führt.
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