Representation von Menschen mit Behinderung in Film und Medien - mit Matilda Jelitto
28m 19s
In dem Podcast-Interview spricht die Content-Creatorin Wartil über die unzureichende und oft klischeehafte Darstellung von Menschen mit Behinderungen in der Film- und Medienbranche. Ausgangspunkt ist ihr eigenes Projekt "Ein Händchen für Repräsentation", ein Social-Spot, der bekannte Filmszenen (wie aus "Matrix" oder "Titanic") mit Darstellern mit sichtbaren Handfehlbildungen neu inszeniert. Ziel ist es, stereotype Vorstellungen zu brechen und eine normalisierte Sichtbarkeit zu schaffen. Wartil kritisiert, dass vorhandene Filmcharaktere mit Behinderungen häufig eindimensional als Opfer oder zur "Aufklärung" für ein nicht-behindertes Publikum geschrieben werden, anstatt als vielschichtige Persönlichkeiten mit verschiedenen Lebensaspekten. Ein weiteres Problem sieht sie in der Besetzungspraxis, bei der Rollen von Menschen mit Behinderungen oft mit nicht-behinderten Schauspielern besetzt werden, was die strukturelle Ausgrenzung behinderter Künstler verstärkt. Sie plädiert dafür, Behinderung als Teil der Identität zu zeigen, ohne sie stets in den Mittelpunkt zu stellen, und so eine inklusivere Medienlandschaft zu fördern.
Hi, herzlich willkommen im Wartezimmer. Mein Name ist Doria und in diesen Podcast reden wir gemeinsam über alle mögliche Themen, die Menschen mit chronischer und psychischer Erkrankungen betreffen können. Hallo und herzlich willkommen im Wartezimmer. Ich bin heute hier mit einer Content-Kreaterin aus Berlin, die ein Statement für Inklusion in der deutschen Film- und Medium-Franche setzt. Hi, Wartil, da. Hallöchen, ich freue mich hier zu sein. Ich freue mich auch sehr. Du warst ja erst vor ein paar Tagen auf der Tinkon im Berlin. Magst du erzählen, was das ist und was halb du dort warst? Ja, super gerne. Ich wurde von der Tinkon angefragt, ob ich nicht in Vortrag halten möchte, über die Darstellung von Menschen mit Behinderungen in Film, TV und Comedy. Und die sind auf mich aufmerksam geworden, weil ich auf meinen Social Media-Kanälen dazu ganz auf Reals und TikToks poste, wo ich Darstellungen von Menschen mit Behinderungen kurz analysiere und hatte da in den Wochen davor über Felix Lobrecht gesprochen aus einem Comedyprogramm oder auch mal über die Discounter. Und das sind beides Videos gewesen, die so relativ viral gegangen sind. Und genau das ist dann irgendwie bei denen angekommen. Dann hatten die total Lust, mich sprechen zu lassen und ich hatte total Lust dazu sprechen und diese Gelegenheit zu erhalten und konnte es dann auch noch ein bisschen ausbauen. Weitere Film-Sequenzen mit reinnehmen und auch mal ein bisschen länger reden als nur so 90 Sekunden Real und TikTok-Länge. Und ich habe sehr genossen, das mal mitzunehmen diese Experienz. Ich war dann nämlich noch nie irgendwie Republikatien. Und ja, total cool. Okay krass, dann ist ja richtig ready für die Folge heute. Und da geht es ja vor allem um Appliismus in der Filmbranche und da bin ich ja selbst auf dein Projekt gestoßen, ein Händchen für Repräsentation. Magst du da erzählen, warum es geht? Ah, genau. Ein Händchen für Repräsentation ist ein Social-Sport-Projekt, das ich damals konzipiert habe, weil ich mich beworben habe bei dem Förderpreis, der Deutschen Werbefilm Akademie, und ich dachte mir so, okay, was ist denn so ein Thema, über das ich was sagen kann oder wo ich irgendwie Experten verbinden. Also ja, klar, irgendwie meine Handfehlbildung. Und das ist dann irgendwie so entstanden, weil ich früher, als ich so 10 oder 11 war, als ich ja inner mich noch richtig krass an diesem Moment, ich stand da vom Fernseher und ich weiß nicht, ob Fernseherwerbung lief, oder dann doch eine Serie. Aber in dem Moment kam so meinem Kopf, also Schauspielerin kannst du jedenfalls nicht werden. Und gar nicht, weil ich jetzt, also ich hatte da auch gar nicht aktiv, den Wunschauspielerin zu sein, aber das ist mir auf einmal so gekommen. So, das ist der Kojero Weg, der steht dir nicht offen. Und zwar, weil Schauspielerin halt 10 Finger hatten in der Regel und ich habe das auch erstmal gar nicht so bewertet für mich, weil das nicht so am ich schade oder ob ich schlecht, sondern mehr einfach so einen Fakt, okay, wie, dass ich jetzt nicht gut im Klettern bin oder deshalb nicht klappt in meinem Leben, also ja, und Schauspielerin kannst du auch nicht werden. Und dann ist mir das eben letztes Jahr wiedergekommen, dieser Erinnerung, und ich habe mir so was, das ist eigentlich für Bullshit, dass ich die nicht da gedacht habe, natürlich, also so funktioniert das ja erstens nicht. Und habe dann so ein bisschen länger darüber nachgedacht, bin dann darauf gekommen, woran kann es liegen und ja, klar, weil man sich selber halt einfach nie gesehen hat. Ich sag immer so schön ja die einzige Repräsentation, die ich hatte, war Nemo, der halt da diese eine kleine Flosse hatte und sonst halt nichts. Und dann natürlich stellt man sich deshalb auch gar nicht als Möglichkeit für sich selber vor, in diese Branchen vorzustoßen. Und daraus ist dann dieses Konzept entstanden, was eben ein Social-Spot, also Social-Spot kann man sich ein bisschen vorstellen, wie so ein Werbespot, aber für ein soziales Anliegen und zwar für mehr mediale Sichtbarkeit, für Behinderung und in dem Fall eben ganz konkreten Filbildungen. Und ich möchte berühmte Szene in der Filmgeschichte neu inszenieren und in diesen Szene stehen halt überall so Hände im Vordergrund, also zum Beispiel in Matrix, wo Morpheus die Pillen zeigt und so enthüllt, oder in Titanic in dieser speise Autosex Szene, wo diese Hand runterschleib, an der Scheibe, wo die so beschlagen ist. Und wir haben da eben so ein paar Gebrainstormt und was die alle vereint ist eben nicht nur, dass da die Hand im Vordergrund steht, sondern auch, dass die, also dieses gesellschaftliche Verständnis von Behinderungen heraus fordern, weil also zum Beispiel so erotig und ja Sexleben und irgendwie selbstbestimmt das Ausleben von Sexualität, tut man nicht so unbedingt mit Menschen mit Behinderungen irgendwie verknüpfen, aus irgendeinem Grund, weil eventuell was mit Abelismus auch so tun oder ganz ursprünglich hatten, wie auch mal noch eine James Bond Szene drin, die wir jetzt aber mit 'ner Great Gatsby Szene ersetzt haben, aber da, weil dann auch so die, die dahinter so dieser coole Aufreißer scharmen, ist auch was, was man meistens nicht irgendwie assoziiert mit einer Person mit Behinderung, aber warum eigentlich nicht, und wir wollten dann eben ganz bewusst dieses Szene nehmen, die so ein bisschen off-throne, um jetzt ja manchmal ein Englischismus mit reinzuwerfen. Und man sich ein bisschen ja vielleicht vom Kopf gestoßen fühlt zuerst als nicht betroffene zuschauener Person, also die Idee ist so ein bisschen so, ah, hätte ich gar nicht erwartet, dass der jetzt diese Hand kommt und vielleicht auch erst mal die erste Reaktion voll komisch oder ein bisschen fanny und dann war man aber da so eben in diesem Moment abgeholt werden, so warum findest du das fanny und warum findest du das seltsam oder komisch, weil ich find es einfach komisch und seltsam, dass ich mich gar nicht entfernen sehe bisher und dann soll das so ein super Cut werden, mit einfach die Szene so nacheinander geschnitten und relativ ja mit Pays und Geschwindigkeit dahinter und dann am Ende kommt so ein Abbinder mit eben genau so einem Catchphrase auf dem Punkt bringt. Ja, das ist so die Grundidee und wir haben jetzt von paar Tagen auch eine Förderung bekommen für dieses Projekt und ja Eigenanteil fließt natürlich auch noch ganz leise ich mit da rein und ich arbeite mit einer Produktionsfirma aus Hamburg mit ja zusammen und so langsam kommt es so ein bisschen entfahrt und wenn jetzt alles gut läuft, also toll, toll, toll, dann können wir jetzt so in den nächsten Monaten auch drehen. Oh wow, okay, ja super starkes Projekt und ich finde es auch cool, dass man das mit so ekonischen Filme ziehen verbindet, weil man hat auch direkt als Zuschauer in da so eine Konnektion, was du mit der Repräsentation sagst fühle ich total. Also ich habe auch das Gefühl bei Menschen mit chronischen Krankheiten, dass das Leben in Film falsch dargestellt wird, z.B. wenn der Hauptcharakter oder die Charakterin oder whatever ein komplexes Krankheitsbild hat in dem Film, dann rennt man zum Arzt und dann werden alle Untersuchungen gemacht und die Arzt sagen, wir werden rausfinden, was es ist und in real life und man irgendwie solche Probleme hatten zum Arzt geht, dann sagen sie halt so, nimm ab und macht ja mehr Ausdauerspolz und das war's dann auch. Ja, und diese Arztpatienten Kommunikation ist auf jeden Fall nicht so, wie sie in Serien dargestellt wird. Man fühlt sich ja so total abgefährt, also das kann ich mir vor allem, wenn man dann erst mal nicht weiß, was es ist, also ich kann das gar nicht, ich habe keine chronische Krankheit richtig, deswegen kann ich das nicht so relate, aber ich hatte mal eine Phase, da wusste ich nicht gegen was ich allergesspinn oder was ich nicht vertrage beim Essen und hatte so Reizdarm zum Thomo und es hat auch super lange gedauert und die waren alle so ja dann ja vielleicht weil du vegan bist oder so stelle ich nicht so an, das ganz normal irgendwie, dass man mal ein Blebe auch hat, aber ich weiß so nicht, also so wie ich das habe, ist das nicht normal und dann irgendwie so nach Monaten mal rausgefunden, dass ich eine Soja und Verträglichkeit habe und mit Veganismus so gepairt, bis man da mal drauf kommt, weil man ist ja echt viel Soja, was für ein Fluch. Ja, ich habe auch das Gefühl irgendwie, das ist eher so eine kleinere Sache, aber so charakterienten Filmen, die irgendwie so Unverträglichkeiten haben, sind immer so die Ekiites so, weil es so sein. Ja, generell bei Menschen einfach andere Bedürfnisse haben oder mehr Bedürfnisse wird es immer gleich als super anstrengend und nervig, ja ja habe ich auch in meinem Vortrag darüber gesprochen, dass so ein ganz typisches Klischee in den Menschen mit Behinderung entstehen werden ist halt diese Opferrolle und dazu gehört halt auch so ja, sie sind auf Opferungsbereitschaft und das Mitleid und die Hingabe der nichtbehinderten Personen in dem Umfeld halt angewiesen, damit sie irgendwie ein einiger maßes schönes Leben können und das spielt ja ja auch total mit rein. Ja, voll, ja sagst du eigentlich zu Menschen mit Behinderung als Filmcharakter, wo die Behinderung der Schwerpunkt ist, beauf wirkt es ja so, dann als wäre die Person quasi oder der Charakter nur abgebildet, umso Menschen mit Behinderungen abzedecken in Film, findest du das problematisch oder kommt das für dich auf die Situation drauf an? Also erstmal muss man ja sagen, es ist schön, dass überhaupt Figuren mit Behinderung geschrieben werden, weil das ist auch überhaupt nicht selbstverständlich. Es gab so eine Studie von Weber und dreht man aus dem Jahr 2017, ich habe das noch im Kopf wegen meinem Vortrag, die mal so untersucht haben, wie viele Charaktere in Seifen opan, also wirklich so GZSZ und alles, denn in Behinderung oder mit Behinderung dargestellt werden und das waren so 0,4 bis 5% je nachdem ob es eine private Produktion oder eine öffentlich-rechtliche Produktion und es kommt halt dem Gesamtbevölkerungsverhältnis von Menschen mit Behinderung überhaupt nicht nah, also fast jeder 10. Menschen in Deutschland hat eine Behinderung und 0,4% ist was ganz anderes und deswegen wenn mal jemand in eine Serie schreibt mit einer Person, mit einer Behinderung, ist es ja erstmal was positives und irgendwie eine Entwicklung, die wir sehen, aber ich habe ganz oft das Gefühl, also das was du jetzt gerade angesprochen hast, dass das dann aber keine Figuren sind, die für Menschen mit einer Behinderung oder für Zuschauer*innen mit Behinderung geschrieben werden, sondern für nichtbehinderte Zuschauer*innen, um also ein bisschen ja Infoarbeit irgendwie zu leisten, so okay, also das ist jetzt eine Behinderung, die gibt es, so sieht es aus, aber es werden halt total stereotype meistens bedient. Also ich beilege mir gerade, wie werden das wenn man jetzt ein Charakter schreibt, wo diese Storyline mit der Behinderung im Vordergrund steht, ist jetzt aber vielleicht nicht so klicchehaft ist, dann würde ich sagen okay, das ist halt einfach dann wirklich Info, also Infoarbeit so für nichtbehinderte, aber das sollte halt auch nicht nur der einzige Zweck sein, sondern vielleicht mal so ein Schritt weiter zu gehen und sich zu überlegen, was hatten das aber für ein Effekt, wenn ich das so inszeniere, dass nur diese Behinderung, die wichtige Storyline ist, weil klar ist vielleicht schön in der nicht betroffene Person erfährt, dann ganz viel, was sie davor nicht wusste und das ist ja auch irgendwo wichtig und schön und schon mal ein Step Forward, aber gleichzeitig wird halt dieses Bild vermittelt von nur die Behinderung, ist relevant im Leben dieser Person und das stimmt einfach nicht. Also ich kann ja auch nur von mir sprechen, natürlich habe ich meine Momente, wo meine Behinderung einfach ganz relevant wird in Situationen, gerade wenn man zum Beispiel Diskriminierung erfährt oder ja ein Ableismus erlebt und wenn es mal um Selbstbildnis geht, klar und deswegen wäre es auch unrealistisch irgendwie die Behinderung gar nicht mit aufzunehmen oder gar nicht so thematisiert. Ja, das wäre ja auch falsch, ja. Aber es gibt halt auch ganz viele Momente, da ist es nicht so relevant, da rückt es in Hintergrund. Ich hab mal meiner Mama früher gesagt, so ja, wenn mich Leute anstehen, also da war ich noch so kleiner, so Pubertätsalter. Ja, wenn mich Leute anstehen, freue ich mich manchmal, ich habe mir Klubabierenden raus oder sowas, weil so mein Kopf gar nicht kam, dass man mich eventuell anstehen könnte, das ist wegen meiner Hand, weil ich es immer gar nicht so aktiv wahrnehme, so, ah ja da ist jetzt was anderes an mir und ich laufe die ganze Zeit 24/27 durch die Welt und weiß, dass so, ah da ist jetzt was anderes für mich, ist es sehr meine Normalität, dass meine Hand so aussieht. Ja, voll. Und andere, die das vielleicht dann halt mal nicht kennen und nicht sehen, gucken da mal, aber ich assoziere das auch nicht immer so damit. Und gerade wenn man so im Coming-of-age-Bereich ist und vielleicht mal eine Figur mit Behinderung schreibt, dann ist es halt meistens einfach die Hauptstoryline, aber guess what, auch Jugendliche Behinderungen haben, ein Liebeskummer oder Probleme in der Schule, die sie irgendwie erleben. Und das sind auch relevantes Storylines, die man erzählen kann und da kann ja natürlich auch, also das überschneidet sich ja manchmal gerade auch so im Liebesleben, wird weil die Behinderungen relevant, aber halt nicht die ganze Zeit. Ja, ja voll, also ich kann auch eine sagen, so als Betroffene ist es ein Teil meiner Persönlichkeit, aber macht mich ja nicht komplett als Person aus. Ich finde es mal schön, wenn es relevant wird, thematisch, die Behinderung aufgegriffen wird im Plot und ansonsten erst mal einfach nur mit der Bayes. Jetzt weg von Menschen mit Behinderung, aber auch eine marginalisierte Gruppe wo es immer noch Repräsentation geht, da habe ich noch nicht auch ein Reel drüber gemacht oder mein Aufhänger war eben genau das Thema Hunter Schäfer, die keine Transrollen mehr spielen möchte, weil sie eben auch in ähnliche Erfahrungen dahingehend macht. Und ein positives Beispiel finde ich, also Euphoria hat auch einige Kritikpunkte so an sich, aber den Umgang mit dieser Transrollen, auch wegen dem Regisseur, fand ich aber super, weil das wurde nicht irgendwie weggekattet oder gar nicht thematisiert, aber man hat das gesehen, so okay, das ist eine Figur, die ja eine Transfrau ist und da gab es zum Beispiel so sehen, wo man sieht, wie sie sich, wie sie die Hormone einnimmt, aber das wurde halt nichts zum Hauptplot gemacht, sondern das war ja was ganz anderes bei Tools in der Serie, das heißt man hat es mitbekommen und man hat diese Repräsentation sozusagen so impliziet oder neben Baye gehabt und dann hatte man eine viel komplexere und facettenreichere Figur. Ja, dann habe ich auch eine ganz spannende Frage, in zwar Filmcharaktere mit Behinderung, die von nicht behinerten Schauspieler innen gespielt werden, was sagst du dazu? Ah, das ist auch eine gute Frage und ich habe mir da auch mal Gedanken darüber gemacht, weil so ein Beispiel, das mir dann direkt in den Kopf kommt, ist der Charakter Joe aus Schloss einstein, weil ich finde, dass es eigentlich eine Figur, die ganz, ganz, ganz toll geschrieben ist, weil die Serie genau das macht, wo ich gerade gesprochen habe, also schon auch die Behinderung thematisieren, aber gleichzeitig hat auch alles andere in ihrem Leben, zum Beispiel irgendwie ihre Loveproblems und Leben im Internat und so weiter, aber sie wird halt nicht von wirklich einer Person gespielt, die auch im Rollstuhl sitzt und es finde ich irgendwie schade, gar nicht unbedingt, weil Menschen ohne Behinderung da nicht die Schauspielerischen Fähigkeiten hätten, ich meine, es geht ja eben ums Schauspielen auch erstmal, das gehört ja dazu sich irgendwie in eine Rolle rein zu versetzen, die nicht unbedingt mit seinem eigenen Leben zu tun hat, aber es ist halt auch einfach fakt, dass Menschen Behinderung ist unglaublich schwieriger haben, Fuß in dieser Branche zu fassen. Ich erinnere mich noch, als ich mein Projekt damals bei der DVA, also bei der deutschen Werbe-5-Akendin mit diesem Förderpreis gepitzt habe, da war das auch eine Frage der Jury, so ja, findet man dann aber überhaupt wie Darsteller*innen mit einer Handfilbildung, ja natürlich so, also es gibt wirklich viele talentierte Menschen mit Behinderung da draußen, auch im kreativen Bereich so und dass man denkt, dass es die nicht gibt, ist ja auch Teil des Problems, dass die so unsichtbar sind und wenn ich dann doch eine Rolle habe für eine Figur mit einer Behinderung, dann ist es doch wirklich mal eine tolle Möglichkeit, dann auch diesen Leuten oder den Schauspieler*innen mit Behinderung, den Zugang in die Branche halt zu erleichtern, uns dann halt einer Person zu geben, die keine Behinderung hat, so ja, schwierig, also aus dem Grund sich da eine Problematik, wenn wir jetzt in einer ganz tollen Welt leben würden, einer Utopie, wo es kein Ableismus gibt und alle Menschen sich auf Augenhöhe begegnen und es keine strukturelle Diskriminierung gegenüber marginalisierten Gruppen gäbe, so dann könnte man natürlich sprechen, dass es eigentlich egal ist, ob es jetzt eine Person mit oder ohne Behinderung spielt. Aber so ist es halt eben nicht und man findet wirklich immer eine talentierte Schauspieler*innen mit einer Behinderung für diese Rolle und wenn du sie nicht finde, es hat eigentlich lange genug gesucht und dann gibt doch die Chance dieser Person und versucht doch auch diese Strukturen in der Branche mal aufzubrechen, gerade wenn das bei dir doch auch Thema ist, dann hat man doch auch diese Verantwortung als Produzentin oder als Regisseurin. Vorher was du sagst, die Filmszene ist nicht inklusiv, nicht nur in Deutschland sondern gefühlt weltweit, egal welche Position das betrifft, ob vor oder hinter der Kamera, also ich selbst arbeite ja an dieser Branche und finde es wirklich tough, sich da durchzusetzen, auch als Mensch mit Behinderung. Ich habe auch das Gefühl, dass Menschen in der Medienbranche so komplex haben von zwischendurcharbeiten und scheiß auf Pausen zu geben und immer so Leistungsvergleich und dann kommt ja noch Sexismus oben drauf und ja die Folge haben sich auch ein paar Freunde von mir gewünscht, die selbst so ein bisschen in diesem Bereich stecken, weil sie das selbst beobachten. Ja, Hasselkalter, ne? Also ich glaube das passt ja so gut in diese Branche rein, sind durchziehen ja, wir haben wir haben ganzen Tag gedreht, 17 Stunden, dreht Tag und dann ist ich irgendwie noch auf die Schulterklopfen, aber das ist auch nicht gesund einfach. Und hast du da auch vielleicht schon Pläne, wie du dann deine Produktion zum Socialspart umsetzen möchtest, dass es eben nicht so ist? Ja, das Ding ist dadurch, dass wir ja mit der Finanzierung schauen, schauen müssen, wie man hinkommen, also wieder nicht irgendwie, kann auch nur, wie McDonald's dir mir eine halbe Million Verbung irgendwie rausbar dann können, das ist ja was ganz anderes, sondern da echt so schaut, dass man überhaupt das finanziert bekommt, um das zu drehen, ist man natürlich auch irgendwie halt zeitlich limitiert und kann sich dann nicht eine Woche irgendwie dreizeit nehmen. Aber wir haben das schon so geplant, dass wir uns da jetzt die simpleren Szenen rausgesucht haben, die man zum Beispiel in einem Studio drehen kann oder ja die jetzt so vom Set, die sein auch nicht so aufwendig sind, dass es zu viel Zeit frisst. Zum Beispiel, wir wollten eigentlich voll gerne die Palpfixchen-Szenen mit reinnehmen, wo die tanzen, weil da ja auch diese Hände so vorkommen ist, nur super tolles Szene eigentlich, aber die machen also die Location in der diese Original-Szenen stattfindet, ist halt, ah, das ist so eine, ja, eine Art tanzbar, ich hab's jetzt auch nicht gerade 100% im Kopf, ob es so ein Deiner ist, nur eine Barber, ja und ein Deiner, ja, auf jeden Fall mit den Lichern im Hintergrund, man sieht halt super viel und das muss man halt alles auffahren, weil es soll ja authentisch diesen Film wieder spiegel und nicht irgendwie so als billige Parodie herkommen auf jeden Fall und das wäre einfach nicht drin gewesen, da erstens so ein Deiner zu suchen und oder, wenn man kein hätte, das irgendwie in einem Studio nachzubauen, so das wird nicht gehen und deswegen sind wir auf diese simpleren Szenen gegangen und die ermöglichen und das hoffentlich dann auch die Drehtage nicht allzu lang zu halten und dadurch, dass sie ja auch immer einzelne Szenen sind, sind vielleicht die Drehtage dann für mich lange und für mein Kameramann so, mit dem ich dann eng bin und er eben auch ganz lust auf das Projekt hat und dann für die Darsteller*innen aber möglich dann reduziert und wirst du eigentlich auch vor der Kamera erscheinen? Nee, ich bin hinter der Kamera auch jeden Fall, ich bin immer im solchen Media immer gerne davor, aber ich mag so diese Position von Konzepte entwickeln, sich zu überlegen, wie möchte ich, dass es visuell erzählt wird und dann auch hinter der Kamera zu schauen, dass eben diese Vision dann entsteht und dann ja irgendwie im Regiebereich dann aktiv zu sein und das auch mein erstes solorische Projekt dann, ich habe davor immer mal so aufgeholfen in so Regieassistenz Position oder halt in der Konzeptentwicklung war ich als mit dabei, aber das ist mein erstes eigenes Ding, mein erstes eigenes Baby und auch so das erste was so, glaube ich, mein Portfolie so richtig repräsentiert und deswegen freue ich mich dann natürlich auch dann nochmal doppelt so drauf und aber auch doppelt so nehmen wir es? Ja, das glaube ich, aber das ist so so cool, hast du eigentlich schon alle Leute am Start oder suchst du noch? Oh, guter Punkt, ich suche nämlich noch, zum Beispiel auch so Castingmässig, ja, ja dann hau mal raus, vielleicht hört ihr jemand mit und sagt hey, da werde ich gern dabei? Ja, ich suche noch ganz dringend jemanden für die Rolle von Morpheus aus Matrix und genau, also ich habe schon so mein kleines Netzwerk, durch den Verein, dem ich aktiv bin und auch durch so ein bisschen das Social Media, aber da habe ich einfach noch niemanden gefunden, weil es eben nicht nur eine Person mit Hanfield Bildung sein soll, sondern auch noch eine schwarze Person und dann eben so, also eine schwarze männliche Person irgendwie im Alter von 18 bis 30 mit einer Hanfield Bildung suche ich, die Lust hat diese Rolle zu spielen von Matrix mit der blauen und der roten Pille und ansonsten die anderen Rollen sind tatsächlich schon besetzt, es hat ganz gut geklappt. Ich suche noch so bisschen Leute, die Lust haben zum Beispiel Statist*innen zu sein, dann am besten eben aus einem Raum Hamburg und für die Spielpartner in manchen Szenen, so ruhig auch noch Leute, also zum Beispiel, genau, wir haben so eine Hunger Games Szenen mit drin und da sieht man einmal den Spielemacher, der so ein ganz kurzen Reaction-Shot, so da suchen wir zum Beispiel noch jemanden da eben auch ohne Hanfield Bildung, also auch die Leute, die jetzt nicht betroffen sind und zuhören und Lust auf sowas hätten und vielleicht irgendwie so aus der Ecke Hamburg, Berlin irgendwie so kommen und da ja sich das vorstellen könnte. Könnte ich gerne meine DMs leiden und euch melden. Kannst ihr auch direkt dein Handel-Droppen? Ich werde dich natürlich verlinken, aber wenn man gerade zuhört, wie du auf Insta heißt? - Auf Insta heißt ich Matilda, JLTT und Matilda ohne Harschreiben. Das ist nämlich so ein Ding, mein Name wird immer mit Hageschrieben, aber erst nur T, deswegen die M-A-T-E-L-D-A-Jout-L-T-T-S-O. Ich glaube jetzt, es halt ist auf jeden Fall keine Missverständnissen ergeben. - Ja, sehr gut. Und eine generelle Frage, hast du Film oder Serienempfehlungen, wo Menschen mit Behinderung nicht ausgebeutet werden? Ja, so "from the top of my head" finde ich das echt nicht einfach, weil ich finde ganz vieles, geht immer ein Klischee darstellung, ich kann. Könnte dir ganz viele Beispiele geben, die ich nicht empfehlen kann. Anschließend, wie gesagt, fand ich es wirklich schön dargestellt. Generell finde ich aber, die Serie ganz schön viele Themen auf, ohne dazu sehr irgendwie in Klischee bereich zu verfallen. Und es obwohl ja eigentlich auch schon älter ist. Ich habe dir aber auch schon lange nicht mehr geguckt, also kann auch gut sein, dass es man hier Sachen gibt, die nicht so top gealtert hat, die hätte ja auch massiv viele Staffeln, also ja, also wirklich auch nicht so sehr irgendwie. Was versprechen, aber daran erinnere ich mir eben noch, was ich das toll fand. Auch ein Charakter, der ganz toll geschrieben ist, ist "tof" in "Avatar" her der Elemente. Es ist ein blindes Mädchen und wirklich, also das empfehle ich extrem. Auch eine Serie, die ich generell empfehle, die auch eben gut gealtert ist und einfach ganz, ganz toll das Writing hat und auch nicht nur, weil es eben der Zeichentrieg Serie für Kinder oder Jugendliche ist, sondern wirklich so durch die Bank weg für die ganze Bevölkerung, wenn ihr den nicht kennt, schade ich euch an. Und welche ich nicht empfehlen kann, was so die Darstellung von Behinderung an geht, ist zum Beispiel "Maxen Hall", die jetzt gar ganz neu rauskam, weil da wird eben diese Opferdarstellung total bedient. Und ich finde es spannend, weil das ist ja eine Buchadaption und ich kenne das Buch nicht, aber ich habe mich mal so ein bisschen mit Leuten ausgetaucht, die das Buch gelesen haben und die gesagt haben ja, dieses Zehnen, wie da vor allem so problematisch sind, die gibt es im Buch gar nicht. Also das war dann ja eine bewusste Entscheidung von diesen Serienmacher*innen, dann dieses Zehnen dann auch mit aufzunehmen, die so "ja, aber habt ihr das nicht irgendwie mal so Testwatchen lassen von betroffenden Menschen". Wie kann man so was falsch adaptieren, das ist echt krass. Also da gibt es ja dann irgendwie so dieses Zehnen, wo so dieses Gebek runterfällt und dann kann ja das nicht auf jedem der Vater im Rollstuhl und es hat dann total verzweifelt und dann kommt die Tochter und macht das für ihn und das halt ja so eine richtig klische Opferrollendarstellung und es gibt es im Buch nicht, das kommt nicht vor. Ich meine klar, man ist es eine das Zehnen, wo so diese Beziehung zwischen Tochter und Vater halt wirklich sehr süß dargestellt wird und man sieht, die haben eine ganz besondere Beziehung miteinander und vielleicht aus diesem Grund kann ich mir vorstellen, dass sie reingeschrieben wurde, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es eine Person reingeschrieben hat, die nicht selber im Rollstuhl sitzt. Ich habe es jetzt nicht gefackt, checkt aber ich geh mal ganz stark davon aus, weil dann hätte man es vielleicht ein bisschen anders lösen können, weil es bestimmt andere Möglichkeiten, eine schöne Vaterchochter Beziehung darzustellen, ohne ein dieser Opferrolle abzudriften. Ich fand es richtig geil, dass du heute hier warst und für alle die gerade zu hören, wie gesagt, schaut auf Insta vorbei und auch auf der Webseite von dem Projekt, das ja glaube ich auch bei deinem Insta verlinkt, oder? Genau, also in meinen sowohl auf TikTok als auch auf Instagram, es ist in meiner Bio verlinkt, das ist die GoFundMe-Seite, also wenn ihr Lust habt, das finanziell zu unterstützen, dann dürft ihr das gerne, aber da steht halt auch die Projektbeschreibung vor allem drin und auch die Konzeptmappe ist verlinkt, das heißt, wenn ihr euch auch nur einfach dafür interessiert und ein bisschen mehr erfahren wollt, ist es auch einfach ein guter Link hat drauf, weil das in Google Doc mit der Konzeptmappe verlinkt. Deshalb schaut unbedingt vorbei und ich kann auch den Kontinent von dir höchstens empfehlen, ansonsten wirst du noch irgendwas sagen. Ich freue mich total, dass ich mit dabei sein durfte und mit dir dieses schöne Gespräch hatte, doch auch ein wichtiges Thema einfach und freue mich, wenn ihr mal bei mir auf den Kanälen vorbei schaut, genau. Alles klar, dann ciao! Ciaoi! Vielen Dank fürs Reihenhören, wenn euch die Folge gefallen hat, dann könnt ihr gerne eine Review hinterlassen und ansonsten bis zum nächsten Mal. Komm rein und setz dich hin, wir sind noch stühlefrei, es tut mir weh zu sagen, doc, das hier füllt sich schon an, wie zweite sein, bin selber nicht gern hier, doch was bleibt mir übrig, so viel unterwegs geniegt man leben nur noch in halt vollen Zügen, die Erfahrung ist mir allzu bekannt, jetzt es ergibt keinen Sinn, wenn sich drüber aufzurägen und auch wenn es mit der Zeit vielleicht nicht einfach am wird, frag ich mein Teil dazu bei, dass wir uns verstehen. Hey, wir sind im Wartezimmer, auch wenn du Able bist, sag kein Able erstmal, sorry, wenn ich dir damit zunagte, digga doch behindert als Beleidigung benutzen ist total bescheuert, was sie gemütlich im Wartezimmer, guck in die Runde und schmied, dass der Besuch hier heute quallen will, dass dieses Elendendort in und da in der Mende des Tages auch regnet und zinnert.
Podcast Summary
Key Points:
Podcast-Gast Wartil diskutiert Ableismus und mangelnde Repräsentation von Menschen mit Behinderungen in Film und Medien.
Ihr Projekt "Ein Händchen für Repräsentation" re-inszeniert ikonische Filmszenen, um mit sichtbaren Handfehlbildungen stereotype Darstellungen herauszufordern.
Kritik an Klischees
Problematik, dass Rollen von Menschen mit Behinderungen oft von nicht-behinderten Schauspielern besetzt werden, was Zugangsbarrieren verstärkt.
Forderung nach mehr Vielfalt und normalisierter Darstellung, wo Behinderung nur ein Aspekt von vielschichtigen Charakteren ist.
Summary:
In dem Podcast-Interview spricht die Content-Creatorin Wartil über die unzureichende und oft klischeehafte Darstellung von Menschen mit Behinderungen in der Film- und Medienbranche. Ausgangspunkt ist ihr eigenes Projekt "Ein Händchen für Repräsentation", ein Social-Spot, der bekannte Filmszenen (wie aus "Matrix" oder "Titanic") mit Darstellern mit sichtbaren Handfehlbildungen neu inszeniert. Ziel ist es, stereotype Vorstellungen zu brechen und eine normalisierte Sichtbarkeit zu schaffen.
Wartil kritisiert, dass vorhandene Filmcharaktere mit Behinderungen häufig eindimensional als Opfer oder zur "Aufklärung" für ein nicht-behindertes Publikum geschrieben werden, anstatt als vielschichtige Persönlichkeiten mit verschiedenen Lebensaspekten. Ein weiteres Problem sieht sie in der Besetzungspraxis, bei der Rollen von Menschen mit Behinderungen oft mit nicht-behinderten Schauspielern besetzt werden, was die strukturelle Ausgrenzung behinderter Künstler verstärkt. Sie plädiert dafür, Behinderung als Teil der Identität zu zeigen, ohne sie stets in den Mittelpunkt zu stellen, und so eine inklusivere Medienlandschaft zu fördern.
FAQs
Der Podcast 'Wartezimmer' behandelt Themen rund um chronische und psychische Erkrankungen und wird von Doria moderiert.
Es ist ein Social-Spot-Projekt, das berühmte Filmszenen mit Händen im Vordergrund neu inszeniert, um mehr Sichtbarkeit für Menschen mit Behinderungen in Medien zu schaffen.
Weil sie hilft, stereotype Darstellungen zu durchbrechen und Menschen mit Behinderungen als vielseitige Personen zu zeigen, nicht nur auf ihre Behinderung reduziert.
Häufig in Opferrollen oder als stereotype Charaktere, bei denen die Behinderung im Vordergrund steht, anstatt sie als Teil einer facettenreichen Persönlichkeit zu integrieren.
Oft werden diese Rollen mit nicht-behinderten Schauspieler*innen besetzt, was den Zugang für talentierte Menschen mit Behinderungen zur Branche erschwert und ihre Sichtbarkeit verringert.
Indem mehr Rollen für Menschen mit Behinderungen geschaffen und mit betroffenen Schauspieler*innen besetzt werden, sowie durch realistischere und vielfältigere Darstellungen jenseits von Klischees.
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