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Refugium - Psychische und soziale Hilfe für Menschen mit Fluchterfahrung

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Refugium - Psychische und soziale Hilfe für Menschen mit Fluchterfahrung

Das Refugium in Freiburg ist seit 2018 eine psychosoziale und medizinische Beratungsstelle für Menschen mit Fluchterfahrung, die kostenfrei und vertraulich beraten wird. Das Team besteht aus Psychologinnen, Sozialarbeiterinnen und anderen Fachkräften, wobei auch niedergelassene Psychotherapeuten stundenweise mitwirken. Die Arbeit orientiert sich an komplexen Lebenssituationen und psychischen Symptomen wie Depressionen, Ängsten oder traumatischen Erlebnissen, die häufig durch Flucht, Entwurzelung oder langwierige Asylverfahren entstehen. Obwohl die Beratung von entscheidender Bedeutung ist, stehen lange Wartelisten und mangelnde Kapazitäten im ambulanten Gesundheitswesen als Hauptbarriere. Sprachmittlung erfolgt durch geschulte DolmetscherInnen mit klarem Gesprächssetting und Ich-Form-Übersetzung, um Vertrauen und Authentizität zu gewährleisten. Die Mitarbeiterinnen erleben tiefgreifende Einblicke in Fluchtgeschichten und politische Entwicklungen, was ihr Weltbild beeinflusst und eine stärkere Sensibilität für Menschenrechtsverletzungen fördert. Der größte Wunsch der Arbeit ist eine dauerhafte und ausreichende Finanzierung sowie eine Erhöhung der personellen Kapazitäten, um komplexe Fälle effizient zu behandeln. Außerdem wird betont, dass alle Menschen mit Fluchterfahrung gerecht und gleichberechtigt behandelt werden sollen, unabhängig von Herkunft oder Komplexität. Das Refugium arbeitet eng mit anderen psychosozialen Zentren in Deutschland zusammen, z. B. über die bundesweite Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAF), und bietet auch Unterstützung für ehrenamtliche und finanzielle Mitwirkung. Die Arbeit wird als wertvolle und bedeutungsvolles Engagement beschrieben, das nicht nur individuelle Stabilität fördert, sondern auch die gesellschaftliche Aufmerksamkeit für Flucht- und Migrationsthemen stärkt.

Transcription

7447 Words, 48912 Characters

German
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Jung und Freudlos, deinem Podcast aus der Uniklinik Freiburg und zwar der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Ja, heute sitzen wir in unserer Zweierbesetzung zusammen, um euch zwei weitere Studiogäste vorzustellen, aber ganz kurz zu uns. Wir zwei, das sind einmal Ismene, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie an der Uniklinik hier in Freiburg und ich selber bin Sebastian, auch Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Und bei uns zu Gast sind heute Natascha und Lisa. Natascha und Lisa arbeiten bei dem Verein Refugium, der getragen wird vom Caritasverband Freiburg-Stadt und vom Verein Refudox. Das Refugium ist seit November 2020 Mitglied der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer. Und genau das ist es auch, wo wir uns heute mit thematisch beschäftigen wollen. Hallo Natascha und Lisa, herzlich willkommen. Hallo, hallo, vielen Dank. Darf ich euch fragen, ob ihr euch vielleicht ganz kurz einmal vorstellen wollt? Ja, gerne. Also mein Name ist Natascha und ich arbeite als Psychologin im Refugium. Jetzt seit ungefähr drei Jahren mittlerweile und freue mich heute hier zu sein. Sehr schön. Und mein Name ist Lisa, ich bin Sozialarbeiterin und arbeite seit anderthalb Jahren im Refugium und ich freue mich auch. Vielen Dank. Wir freuen uns erst recht, dass ihr heute hier seid, um mit uns über eure Arbeit zu sprechen. Aber vorher. Bevor wir zu den eigentlichen Themen kommen, mit denen ihr euch auskennt, müsst ihr erst mal durch das Stahlbad der Oder fragen. Mit uns. Mit uns. Bist du so gnadenlos und fängst an? Ich fange an mit Natascha. Fluchtgedanke, Fluch der Karibik oder Flaschendrehen? Fluchtgedanke? Jetzt im Augenblick. Nee, jetzt im Augenblick nicht. Aber ich hatte das Gefühl gestern Abend so, dass ich hatte ein langes Wochenende und hatte dann das Gefühl, es wäre irgendwie toll, jetzt zu verreisen und länger weg zu sein. Das hat sich schon lang angefühlt, aber nicht lang genug. Das kann ich verstehen. Ja, ich glaube, den Gedanken kennen wir. Das ist Urlaubsreife, Persona. Ja? Ja. So viel solltest du jetzt gar nicht von dir selber verraten, Ismene. Nicht? Na gut. Okay. Es geht nicht um mich gerade. Keine Gratis-Information für unsere HörerInnen. Sorry, mach weiter. Lisa, falsche Bungee oder Downhill? Gute Frage. Das ist eine fiese Auswahl, wenn man nicht auf Dopamin steht. Auf Adrenalin. Ja, auf Adrenalin, Dopamin. Dopamin kriegt man ja auch. Also dann vielleicht am ehesten Downhill. Gute Wahl. Gute Wahl. Warum? Weil ich gerne in der Natur unterwegs bin und oft mit dem Fahrrad. Vielleicht nicht in der Kombination, aber was kommt dann? Du musst einfach nur schnell den Berg runterfahren, dann hast du schon einen Downhill. Hauptsache kein freier Fall. Alles klar. Okay. Ismene, machen wir A, B, B, A, sonst ist das so unfair von der Verteilung her. Dann würde ich jetzt nämlich eben nochmal Natascha fragen. Ja? Mach das. Schlauchboot, Wanderschuhe oder Heißluftballon? Naja, zu meinem Fluchtgedanken. Jetzt ist das Schlauchboot ganz gut, weil ich mir vorgestellt habe, an den See oder ins Meer zu fahren. Und ja, hoffentlich irgendwann dieses Jahr auch machen werde. Okay, dann wünschen wir dir noch ein knallrotes Gummiboot im Verlauf der Zeit. Okay, dann Lisa. Auffangen, einfangen oder fangen spielen? Also dann vielleicht am ehesten auffangen, wenn ich jetzt an unser kommendes Gespräch denke und ja, doch, auffangen. Sehr gut, Menschen auffangen. Gut, ja, kann ich nachvollziehen, fangen spielen. Wer macht das schon noch heutzutage? Ja, also absichtlich. Wer macht das noch absichtlich? Wer macht das schon noch? Menschen mit Kindern vielleicht. Okay, dann frage ich jetzt wieder Natascha, aber warum heißt es ein komplexer Algorithmus? Natascha, eingebettet, Bettenburg oder Flussbett? Oh, bei dir zieht es sich aber thematisch durch. Ich nehme aber eingebettet. Eine überraschende Antwort. Ja, ja, tatsächlich hat es mich einfach sofort angesprochen, ich glaube, weil ich es mit Wohlbefinden assoziiert habe und mit Geborgenheit, ohne Bezug zu meinem Urlaub dieses Mal. Das ist gut. Ja, kann ich auch nachvollziehen alles. Okay, Lisa, Gesprächsstoff, Baumwollstoff oder Leinenklamotte? Was war das zweite nochmal? Baumwollstoff. Dann nehme ich Baumwollstoff. Baumwollstoff. Weil ich doch ganz gerne ab und zu an der Nähmaschine sitze. Echt? Na, dann passt das ja hervorragend. Sehr gut. Vielen Dank, Moritz. Geschulte jungen FreudloshörerInnen haben sicher erkannt, dass das wieder ein kleiner freundlicher Gruß von Moritz war, der uns die Oder-Fragen geschickt hat. Ja, der heute eben bedauerlicherweise arbeiten muss und deswegen nicht bei uns dabei sein kann. Aber zum nächsten Mal hoffentlich wieder. Genau, jetzt haben wir euch ein bisschen kennengelernt und können übergehen zum Fachlichen, würde ich sagen. Ja, unbedingt. Sebastian hat ja schon kurz Refugium vorgestellt und gesagt, was es grob ist. Aber so richtig wollen wir das natürlich jetzt von euch hören, was Refugium ist und was ihr dort macht. Und zuerst aber mal, seit wann gibt es denn Refugium? Das Refugium gibt es jetzt seit März 2018. Da haben drei Kolleginnen von uns begonnen und mittlerweile sind wir sowohl personell als auch räumlich sehr, sehr gewachsen. Haben uns fast verdoppelt, sowohl was unsere KollegInnen anbelangt, als auch was die Räume anbelangt. Was heißt gewachsen? Kann man das grob sagen? Ja, man kann es tatsächlich eher nur grob sagen. Wir sind acht Personen, die gerade dort hauptamtlich arbeiten, allerdings nur mit Teilzeitstellenanteilen. Das heißt insgesamt haben wir nicht acht volle Stellen, sondern im Fachbereich, also abgesehen vom Sekretariat, so vier bis fünf Stellen aktuell. Und wir arbeiten aber auch mit niedergelassenen Psychotherapeuten. PsychotherapeutInnen und PsychiaterInnen zusammen. Und deswegen ist das Team eigentlich noch größer und noch heterogener fachlich und auch personell. Super, da kommen wir glaube ich nochmal drauf zurück, wie das dann strukturell funktioniert. Ich habe ja vorhin schon den Verein Refudox genannt, dass er einer eurer Träger ist, neben dem Caritasverband. Der Caritasverband, denke ich, das ist hin und nicht bekannten katholisch-kirchlicher Sozialträger. Aber was ist denn dieser Refudox-Verein? Refudox hat sich 2015 schon gegründet, also schon als das Refugium noch nicht mal in Planung war hier in Freiburg. Und es ist ein Verein von mehreren Ärzten und Ärzte in unterschiedlicher Fachrichtungen, die im Jahr 2015, als ja sehr viele geflüchtete Personen nach Freiburg und Deutschland kamen, sich zusammengetan haben, um eigentlich sehr viel aufsuchende ehrenamtliche Arbeit zu machen in der Gesundheitsversorgung. Das heißt, die haben zuerst so vor Absprechstunden angeboten in Unterkünften, wo geflüchtete Personen gewohnt haben damals. Oder Impfaktionen durchgeführt zum Beispiel. Und da die sehr bedarfsorientiert arbeiten und mittlerweile die Arbeit, also die enge Arbeit am Mensch selbst sozusagen nicht mehr geleistet werden muss, sondern in der Regelversorgung weitgehend geleistet werden kann, ist davon jetzt übrig geblieben von diesem Engagement, dass sie eine Koordinierungsstelle für Facharzttermine haben, wo eine Kollegin von uns, die auch am Refugium angebunden ist, Facharzttermine vermittelt und da auch Dolmetschen damit vermitteln kann zu den Terminen. Hier in Freiburg und die ist eben im Refugium hauptamtlich tätig und sonst sind aber die Refugees, also die Ärztinnen und Ärzte noch ehrenamtlich initiativ tätig. Und zuletzt sind sie auch wieder zurück zu ihrer ursprünglichen Arbeit gegangen, weil die Corona-Impfungen durchgeführt haben in Unterkünften und für andere Personen, denen der Zugang verwehrt war oder nicht so einfach Zugang hatten zu Impfungen. Genau, das heißt bedarfsorientiert arbeiten die auch heute noch praktisch, aber auch viel auf anderen Ebenen. Und auch auf politischen Ebenen zum Beispiel. Okay, gut, dann bin ich ja dem nicht kenntlich gemachten Anglizismus mal voll auf den Leim gegangen und habe das sehr deutsch ausgesprochen. Refudox, nicht wahr? Hab ich gar nicht bemerkt. Ja, sehr gut. Okay, Lisa, was ist denn eure Arbeit bei dem Refugium? Was kann man sich darunter vorstellen? Also wir sind, also es nennt sich Psychosoziale und Medizinische Beratungs- und Koordinierungsstelle für Menschen mit Fluchterfahrung. Oder Fluchthintergrund. Und praktisch beraten wir Kinder, Jugendliche, Erwachsene oder auch Familien kostenfrei, vertraulich, bei Wunsch auch anonym und unabhängig vom Aufenthaltsstatus und der Herkunft. Und bei Bedarf eben auch mit Sprachmittlung. Also mit Übersetzung. Genau. Und das Hauptziel ist eine umfassende Beratung und Begleitung. Mit dem Ziel psychischer und sozialer Stabilisierung. Das war der Zettel. Plopp. Genau, also dazu gehört einfach, dass wir niederschwellig sind und dass wir eine Einschätzung der aktuellen Situation vornehmen und klären, was ist der Unterstützungsbedarf. Dazu gehört eine erste psychosoziale Stabilisierung, aber auch eine psychiatrische Abklärung ist möglich. Und da wird es ja interessant für uns. Aus der psychiatrischen Richtung. Also verstehe ich das richtig, dass es bei euch schon. viel um psychosoziale Gesundheit und damit auch psychische Gesundheit geht. Und das wäre dann ein Unterschied zu den Refugee-Docs, die alle Fachrichtungen vermitteln. Habe ich das grob richtig verstanden? Genau, also im Refugee-Doc sind wir auf die psychische, psychiatrische Versorgung eingekränzt und die Refugee-Docs bestehen teilweise auch als Ärzte in einer anderen Fachrichtung, also zum Beispiel Gynäkologie, was jetzt bei uns nicht vertreten ist. Und das ist nur insofern vertreten, dass wir in die Regelversorgung vermitteln. Das heißt dann zu GynäkologInnen in Freiburg. Okay, spannend. Also ihr beratet und wir haben schon erfahren, du bist Natascha Psychologin, du bist Sozialarbeiterin, Lisa. Das heißt, da kommen verschiedene Professionen zusammen für die Beratung. Wie setzt sich euer Team denn darüber hinaus zusammen? Gibt es noch andere Berufsgruppen? Genau, also unser internes Team quasi besteht aus PsychologInnen. PsychologInnen, SozialarbeiterInnen, einer Erziehungswissenschaftlerin und Verwaltungsfachkräften auch. Und dann hatten wir, glaube ich, vorhin schon mal drüber gesprochen, es gibt eben auch das erweiterte Team. Dem gehören eben PsychotherapeutInnen und PsychiaterInnen auch noch an, die eine eigene Praxis haben und eben stundenweise bei uns sind. Genau, und das gehört jetzt eben noch gerade dazu zu unseren Aufgaben, eben auch Vermittlung zu anderen NetzwerkpartnerInnen oder niedergelassenen PsychotherapeutInnen. Und auch traumapädagogische Interventionen gehören so zum Alltagsgeschäft dazu. Okay. Ich bin ja immer heilfroh, wenn ich das höre, dass es eben Menschen gibt, die sich in dem Bereich engagieren, für so eine Gruppe von Personen, die es so unglaublich schwierig haben wie Geflüchtete. Allerdings ist das Problem ja eigentlich auch immer das liebe Geld. Arbeitet ihr jetzt ehrenamtlich da oder wie werdet ihr überhaupt finanziert? Also wir arbeiten überwiegend nicht ehrenamtlich. Ich hatte ja schon gerade erzählt, die RefugeeJobs. Wir arbeiten ehrenamtlich in überwiegenden Ehrenamtlich, aber wir sind alle angestellt. Auch die Personen, die in Freiburg niedergelassen sind, können bei uns über die Krankenversicherung abrechnen, wenn sie stundenweise bei uns tätig sind. Es ist aber nicht so, dass man eine Krankenversicherung haben muss, um im Refugeen beraten zu werden. Also wir können auch Personen ohne Krankenversicherung und unabhängig des Aufenthaltsstatus, also zum Beispiel auch illegalisierte Personen beraten, die nicht versichert sind. Genau, das heißt, wir sind angestellt und wir sind eben finanziert. Also durch öffentliche Gelder und auch durch Spenden. Man braucht keine Krankenversicherung, also nicht zwingend, hast du gesagt. Okay, das wäre nämlich die nächste Frage gewesen, die ich dann überspringe. Als wir euch angefragt haben, das ist ja schon ein paar Wochen her, da ist klar geworden, ihr seid auch ganz schön busy momentan, oder? Und das hatten wir auch erwartet in Anbetracht der Situation. Aber könnt ihr vielleicht mal erzählen, wie das momentan bei euch aussieht? Habt ihr mehr Anfragen, als ihr stemmen könnt? Oder ist das alles noch kompensiert? Also es ist schon so, dass wir eigentlich eine konstant hohe Anfrage haben. Das eigentlich die letzten Monate, fast Jahre. Also mit der Corona-Pandemie hat sich das schon nochmal verändert. Und zum Beispiel auch mit der Situation letztes Jahr in Afghanistan. Da haben wir schon auch einen Anstieg bemerkt. Aber grundsätzlich haben wir eine Warteliste und damit ist verbunden, eine Wartezeit über mehrere Monate überhaupt bis zu einem Erstgespräch bei uns. Wahnsinn, das ist doch lange. So wie in der Uni. Okay, und das heißt eben aber auch, eure Arbeit hat nicht erst jetzt im Februar 2022 angefangen mit dem Krieg in der Ukraine, sondern das hat schon vor vielen, vielen Jahren begonnen. Das waren auch Ereignisse wie die Machtübernahme der Taliban, die dann für euch eben auch spürbar mehr Arbeit bedeuten. Okay, wenn ihr jetzt geflüchtete Menschen beratet, was gehört für euch zu so einer Stabilisierung eigentlich dazu? Also zuerst ist es so, dass wir versuchen, so einen Überblick über die gesamte Situation zu verschaffen. Wir sind ja auch verschiedene Fachrichtungen, versuchen auch ein Auge drauf zu werfen auf die Situation von allen Fachrichtungen, also Psychologie, Psychiatrie und soziale Arbeit. Und dass wir dann eben Fokus darauf haben, Personen erstmal darüber aufzuklären, ja, welche Symptome gibt es denn? Und woher können diese Symptome kommen, die sie gerade erleben? Dass wir abklären, gibt es denn einen Behandlungsbedarf? Gibt es eine Behandlungsmotivation? Dass wir auch schauen, ja, welche weiteren Problematiken gerade vorherrschend sind. Also oft sind das gar nicht vordergründig die klassischen psychischen Symptome, die man sich jetzt vorstellt nach einem traumatischen Ereignis zum Beispiel, sondern oft ist es bei uns so, dass ganz andere Themen zuerst mal an der Tagesordnung sind. Also dass Personen auch wegen ganz anderen Belastungen vorstellig werden, die meistens ziemlich. die ziemlich komplex sind und auch miteinander verwoben sind, also die auch Schule, Familie und Arbeit betreffen können. Und dann in einem weiteren Schritt schauen wir eben auch, okay, wie können wir denn jetzt praktisch, also ja, wie können wir kurzfristig helfen, über Psycho-Edukation hinaus, das heißt über die Aufklärung hinaus, dass wir schauen, okay, welche Übungen kann man denn machen, um Stresslevel zu senken. Dass wir mit den Personen auch darüber sprechen, welche Strategien es gibt, um mit bestimmten Symptomen umzugehen zum Beispiel. Ja, genau, genau, genau, genau. Und das ist auch, das ist auch ein sehr interessantes Thema. Und das ist auch ein sehr interessantes Thema. Bewegung und was gegen Schlafstörungen und Ängste möglich ist zu ergreifen. Das heißt, das ist so diese erste Abklärung, die wir vornehmen. Es klingt so. Ja, ja, es klingt so. Klingt so, wollte ich gerade sagen, als wäre das nicht alles in einem Gespräch möglich, oder? Wie oft darf man denn dann kommen? Genau, es ist nicht in einem Gespräch möglich und es ist auch sehr heterogen. Deswegen habe ich auch gerade so versucht, in meinen. so meine Klienten gerade im Kopf durchzugehen. Das ist wirklich sehr wichtig. Das ist wirklich sehr heterogen und es sind auch häufig viele Gespräche. Also wir vermitteln, also primär ist eine unserer Hauptaufgaben auch weiter zu vermitteln in bestehende Angebote, zum Beispiel ambulante Psychotherapie. Da das oft aber aufgrund von sehr langen Wartezeiten, die ja glaube ich in ganz Deutschland bekannt sind mittlerweile, gar nicht so reibungslos funktioniert und auch nicht so kurzfristig, gibt es Personen, die auch über diese Abklärung hinaus, also Abklärungen sind jetzt zum Beispiel drei bis fünf Termine, auch sehr viel länger bei uns angebunden sind. Also das können auch bis zu 20 oder 30, 30 Termine sein, oft auch bei verschiedenen Kollegen und Kolleginnen, also nicht nur bei einer Person von uns und auch über eine lange Zeitdauer hinweg. Also es ist tatsächlich auch möglich, wieder zu uns zurückzukommen, wenn ein Jahr dazwischen eine Unterbrechung war aus irgendeinem Grund. Das heißt, oft kommen Personen auch dann, wenn Bedarf ist, wenn irgendwas vorgefallen ist, wenn irgendeine Krise wieder auftaucht und nicht unbedingt kontinuierlich wöchentlich, sondern oft auch höher frequent. Und welche psychischen Zustände. Erlebst du eigentlich bei deiner Arbeit? Was, welchen psychischen Zuständen befinden sich deine Klienten? Um sich das vielleicht noch mal vorstellen zu können. Also so die Symptome, warum Personen bei uns vorstellig werden, sind also auch sehr heterogen. Also Vorrangig haben wir eigentlich Personen, die sich anmelden aufgrund von Schlafstörungen, von depressiven Symptomen, Traurigkeit, auch vielen Ängsten. Es kann auch panische Zustände geben, dissoziative Zustände. Es gibt häufig auch Personen mit Suchtproblematiken, häufig auch mit Suizidgedanken. Und wie die Leute dann bei uns ankommen, ist aber auch sehr verschieden. Also wir haben Klientinnen, die wirklich sehr sortiert ankommen, schildern können, welchen Bedarf sie haben. Manche haben auch schon Therapien gemacht. Das heißt, sie wissen auch so, auf welches Setting sie sich einstellen können. Andere wiederum sind komplett apathisch oder wirken weggetreten. Manche sind auch wütend und eher so. Also agitiert. Wir erleben auch, dass Personen manchmal vorwurfsvoll sind, dass sie das Gefühl haben, sie werden irgendwie gar nicht richtig gesehen. Und es gab noch keine Stelle, die ihnen wirklich helfen konnte. Oder alle Unterstützung, die sie bisher aufgesucht haben, hat irgendwie nicht zu dem geführt, was sie erwartet haben. Und wie die dann bei uns ankommen, ist dann auch so unerwartet oder unangemeldet. Manchmal mit Kindern, manchmal mit der ganzen Familie, manchmal sehr desorientiert, sodass wir manchmal auch sehr lange unsere Beratungsstelle suchen, auch schon beim zweiten. Oder dritten Termin noch. Manche stehen auch einfach so vor der Tür plötzlich, obwohl wir eigentlich nur geplante Termine möglich machen können. Das heißt, es ist schon auch da. Also man weiß nicht so ganz wirklich, was man erwarten kann, wenn man ein Aufnahmegespräch hat. Ist es denn so, dass die meisten Betroffenen euch selber finden? Oder werden sie auch oft vermittelt von anderen Behandlern oder Anlaufstellen? Also häufig ist es so, dass tatsächlich über die Sozialdienste in den Unterkünften oder es Integrationsmanagement oder ehrenamtliche Personen quasi die Brücke geschlagen wird zu uns. Also wir haben vielleicht noch mal so zum Ablauf ganz kurz eben eine telefonische Anmeldezeit zweimal in der Woche, wo entweder Personen sich selber anmelden können oder eben dritte Personen. Und da ist es schon häufig, dass das dann über dritte Personen läuft. Ja, typischerweise so als dritte Person. Also zum Beispiel ehrenamtliche Paten oder eben SozialarbeiterInnen in den Unterkünften zum Integrationsmanagement. Okay. Oder auch manchmal tatsächlich auch gesetzliche Betreuung oder zum Beispiel LehrerInnen, SchulsozialarbeiterInnen. Also es kann ganz unterschiedlich sein, ja. Ja. Jetzt hast du, Natascha, ja schon ein bisschen erzählt, in was für psychischen, psychiatrischen Zuständen die Leute bei euch ankommen. Ich kann mir vorstellen, dass im psychosozialen Bereich ihr auch mit ganz schönen heftigen Schicksalen und wirklich ausgeprägten psychosozialen Problemen konfrontiert werdet. konfrontiert seid. Gibt es denn da Aber irgendwie besonders häufige Themen oder besonders typische Probleme, mit denen ihr konfrontiert seid? Also das ist ganz unterschiedlich. Wirklich so unterschiedlich wie Menschen sind, sind eben auch so die Erfahrungen und Schicksale. Also angefangen von den Fluchtgründen, von den Erfahrungen im Heimatland, die ganz unterschiedlich sein können. Dann eben die Erfahrungen auf den Fluchtwegen. Nur ein Beispiel zu nennen ist das Mittelmeer. Und dann natürlich, was fast alle tragen, ist eben diese Entwurzelungserfahrung, diese grammatische Veränderung der Lebenssituation. Also wenn man sich das vorstellt, man verlässt das komplette Umfeld, alle Bezugspersonen in der Familie oder auch Freunde, Arbeitsstelle, Studium. Genau, das haben einfach alle erlebt. Und dann in Deutschland angekommen ist es häufig schon auch so, dass die unsichere Lebenssituation prägt, dass die offenen Asylverfahren, die langen, wirklich über manchmal Monate und Jahre dauernde Asylverfahren, das natürlich beeinflussen. Was auch dazu gehört, ist dann die Angst vor einer Ablehnung von dem Asylverfahren oder auch Abschiebungen. Schwierige Wohnsituationen, wo es nicht die Möglichkeit gibt, sich zurückzuziehen, zur Ruhe zu kommen. Dann gibt es auch je nachdem, also aus welchem Heimatland. Man kommt, welche sogenannte Bleibeperspektive es gibt und wie auch der Stand im Asylverfahren ist, ist eben auch eingeschränkt. Wie ist der Zugang zu Sprachkursen, zum Arbeitsmarkt, finanzielle Schwierigkeiten, kulturelle, sprachliche Verständigungsschwierigkeiten oder auch nochmal, um zurückzukommen, eben die Trennung von der Familie. Also es gibt ganz viele, die auch sehr lange auf den Familiennachzug warten. Man wird schon beim Zuhören gestresst. Das sind ja wirklich so fundamentale Stressoren. Und auch komplizierte Dinge. Also wenn ich mir jetzt überlege, wie ich das selber behandeln soll, würde ich echt denken, wow, das ist ganz schön speziell. Das sind ja auch echt Fragestellungen, wo man sich in gewissen Sektoren und Bereichen auskennen muss, die ich persönlich nicht kenne. Und wie gelangt ihr zu solchen Wissen? Habt ihr da auch spezielle Schulungen, die euch da nochmal weiterhelfen? Was ist die Lebenssituation? Was ist das ganze Kulturelle? Auch das ganze Sozialhilfesystem in Deutschland für Geflüchtete organisiert, etc. pp.? Also wir haben durch unseren Ausbildungshintergrund eben auch schon, also sagen wir, diverse Wissensbereiche. Also gerade unsere SozialarbeiterInnen kennen sich natürlich gut mit allen gesetzlichen Voraussetzungen zum Beispiel aus. Wir machen dann viele Fortbildungen eher im Hinblick auf Traumata, gar nicht unbedingt fluchtspezifisch. Also wir haben auch, wir nehmen auch an Kongressen oder Fortbildungen zu Trauma und Flucht und Migration zum Beispiel teil. Aber auch da ist es eher. Es ist eher so, dass wir relativ breit versuchen, uns aufzustellen und es auch nicht unbedingt alle Fragestellungen oder alle Thematiken so fluchtspezifisch sind, sondern die Symptomatiken ja zumindest begrenzt auch generalisierbar sind. Also nicht individuell generalisierbar, aber über verschiedene Kulturen hinweg, auch wenn es da manche Unterschiede gibt. Aber die Gemeinsamkeiten der Symptomatik und Behandlungsmöglichkeiten sind größer als die Unterschiede. Und wir können uns eben auch fallspezifisch mit Supervisionen austauschen. Aber was du eben angesprochen hast, abgesehen von allem, was man sich irgendwie aneignen kann, ist es eben schon so, dass man oft auch mit Lebensumständen konfrontiert ist, die eben nicht veränderbar sind oder so komplex sind, dass das ein ganz, ganz langwieriger Weg ist und da auch viele äußere Hürden halt vorhanden sind, die auch wir nicht beeinflussen können, trotz unseres Wissens und trotz unseres Netzwerks, das wir uns aufgebaut haben. Ich frage mich, wenn ihr mit so einem komplexen Fall konfrontiert seid, also vielleicht eine Person, die schon im Heimatland psychisch vorerkrankt war, vielleicht auch nicht, und dann aber schon im Heimatland großem Stress ausgesetzt war, auf der Flucht schlimme Sachen erlebt hat, auch jetzt hört der Stress nicht auf, wie kriegt man da den Fuß in die Tür? Was sind eure ersten Schritte, um da überhaupt zu einer Stabilisierung zu kommen oder ins Gespräch zu kommen? Also ich glaube, vieles passiert auch von allein in der Situation, weil die Personen, die bei uns sind, ja sich auch schon dafür entschieden haben, unsere Beratung aufzusuchen. Und damit haben wir schon den Fuß in der Tür, meistens auf jeden Fall. Und es gibt einfach die Gelegenheit, dass wir unser Angebot darstellen können und die Person auch ihre Fragen stellen kann und sich einfach mal, ja einfach auch für sich selbst erleben kann, ob es der Person hilft oder nicht. Und dann glaube ich, dass in ganz, ganz vielen Fällen es auch erstmal darum geht, mit der Person das auszuhalten. Also die Symptomatik auszuhalten oder die Geschichte, die dahinter steht oder auch die aktuelle Lebenssituation, die oft im ersten Gespräch als allererstes angepasst wird. Und gar nicht unbedingt, wie man sich vielleicht so klassischerweise vorstellt, dass es um die Geschichte im Herkunftsland oder den Fluchtgrund oder ähnliches geht, sondern es geht oft um Belastungen, die gerade aktuell sind. Und darüber aber auch, glaube ich, schaffen wir es auch Vertrauen aufzubauen in ganz vielen Fällen. Und so, dass die Personen sich auch immer weiter öffnen. Ja, also ich denke auch, dass auf jeden Fall so die Beziehungsarbeit dazu gehört, dass wir eben anbieten, eine Beziehung. Also die, die vertrauensvoll ist, die verlässlich ist, die Schutz ausstrahlt und wo es dann auch geht, um eine Beruhigung, Orientierung zusammenzuschauen, was so die nächsten Schritte sind und was, denke ich, auch wichtig ist, dass jemand, der eben so massive Entgrenzungserfahrungen gemacht hat, dass es da einfach einen stabilen Rahmen gibt. Und ich denke, dass wir das schon bieten können. Und das wird, also was, denke ich, auch ein wichtiger Punkt ist, dass es so um die Selbstwirksamkeit der KlientInnen geht und dass das eben zurückerlangt werden kann. Ja, nachvollziehbar vor dem Hintergrund vieler Geflüchteter, die eben wenig Selbstwirksamkeit und wenig Kontrolle eigentlich wahrscheinlich haben konnten in der Vergangenheit. Was erlebt ihr eigentlich in der Versorgung so als mit die größte Hürde? Also ich denke, eine große Hürde ist unsere lange Warteliste. Leider die mit wirklich langer Zeit, mehreren Monaten, die ganze Zeit verbunden ist, um eben zum ersten Termin überhaupt zu kommen. Und dann ist eine oder sind auch die Hürden eigentlich so die Themen, die ich eben schon benannt habe. Also das Asylverfahren, was lange dauert, was auch maximale Hilflosigkeit auslöst, wieder die Wohnsituation, die geprägt ist von Enge und Lautstärke, kein sicherer Ort darstellt, aber auch eben der Zugang zum Gesundheitssystem, das gerade am Anfang einfach auch nicht ganz einfach ist. Das heißt, wenn man ein paar Monate auf eurer Warteliste stand und dann möchtet ihr die Person gerne weiter überweisen, zum Beispiel in eine Psychotherapie oder in eine andere Fachrichtung, dann dauert es wieder wahrscheinlich einige Monate. Ja, also tatsächlich, weil ja die Psychotherapie-Kapazitäten sowieso ausgeschöpft oder erschöpft sind. Und wir, also wir hatten ja gerade schon darüber gesprochen, dass unsere Klienten oft schon als sehr komplexe Fälle wahrgenommen werden und auch sind teilweise, also angefangen bei der Symptomatik und dann geht es weiter mit der Lebenssituation, die vorherrscht. Und dadurch auch die Übernahme in Psychotherapie manchmal noch da, also es stellt halt nochmal eine Hürde dar, für viele ambulante PsychotherapeutInnen viele schwere und komplexe Fälle zu übernehmen. Und dazu kommen dann aber auch noch andere Faktoren, wie dass wir oft mit Dolmetscher-Infrastrukturen, vermitteln und das auch nicht für alle ambulanten PsychotherapeutInnen vertraut ist, dass gerade so Migration, Trauma, auch kultursensibel und diskriminierungsfreie Arbeit auch in den Ausbildungen nicht unbedingt Bestandteil ist. Das heißt, ja, da kommen noch viele andere Hürden auf, also jetzt speziell bei unseren KlientInnen dazu, die ja jeder von uns erleben würde, wenn wir einen Psychotherapie-Platz suchen würden. Ja, klar, wir können, glaube ich, aus der täglichen Erfahrung sagen, dass das selbst. Und selbst PatientInnen mit einem eigentlich sehr einfachen Thema und mit fließenden Deutschkenntnissen und wenig psychosozialen Problemen drumherum sich ja schon wirklich schwer tun, weil es einfach das System überlastet ist. Ja, kann man sich gar nicht vorstellen, wie es dann ist, wenn man sich völlig neu orientieren muss und die Sprache nicht kann. Und ich kann mir schon auch vorstellen, dass es Berührungsängste gibt bei vielen BehandlerInnen, denn das Stichwort Dolmetscher, das kennen wir auch so ein bisschen, aus der Notfallversorgung, das ist ja auch tatsächlich außerhalb der Komfortzone für PsychiaterInnen, PsychotherapeutInnen, denn man kann sich einfach nicht direkt unterhalten. Und das würde mich auch interessieren, wie eure Erfahrungen damit sind, weil ihr habt ja wahrscheinlich viele übersetzte Gespräche. Und da würde mich mal interessieren, was eure Tipps sind, damit man trotzdem ein möglichst natürliches Gespräch führen kann. Also ja, genau. Wir arbeiten schon häufig auch mit Sprachmittlung. Und also ich denke, was wichtig ist, dass man sich bewusst macht, dass einfach das Gesprächssetting, das Beratungssetting ein anderes ist, dass einfach eine Person mehr dabei ist und dass das auch vorbesprochen wird, also mit der Sprachmittlerin oder mit dem Sprachmittler, dass das besprochen wird, was Inhalt des Gesprächs ist, Ablauf des Gesprächs. Und häufig ist, denke ich, auch wichtig, nochmal die Rolle zu besprechen, dass da wirklich nicht auch von der Sprache Sprachvermittlung, Ergänzungen, Tipps oder so mit einfließen, sondern dass das tatsächlich eine reine Sprachvermittlung ist und das eigentlich auch so gut es geht eins zu eins übersetzt werden sollte, das in Ich-Form übersetzt wird und also ganz praktisch auch so die Sitzordnung kann man so ein bisschen anpassen, dass klar ist, dass eben der Berater, die Beraterin oder Therapeutin den Gesprächsverlauf inne hat. In Ich-Form heißt das dann, die ÜbersetzerInnen sagen, wenn der Patient sagt, es geht mir schlecht, dann sagen sie auch, es geht mir schlecht und sagen nicht, es geht ihm schlecht. Genau, ja. Also es ist eins zu eins übersetzt, genau, in Ich-Form dann. Und ich denke, was auch noch wichtig ist, dass man einfach einplattet, dass das Gespräch länger dauert. Absolut, genau. Es muss immer noch durch eine Person mehr durchfließen. Wie sind denn dann eure Erfahrungen unter Anwendung dieser Tipps mit den Gesprächen bei Sprachvermittlung? Würdet ihr sagen, dass das ist gleichwertig? Ist das nach wie vor ein Problem, wo ihr sagt, puh, da brauchen wir irgendwie noch viel mehr Dolmetschende, die spezifischer geschult werden in dem Thema? Was sind da eure Erfahrungen? Also wir haben die ideelle Situation hier in Freiburg, dass wir auf geschulte DolmetscherInnen zurückgreifen. In ländlicheren Regionen weiß ich von anderen Zentren, dass sie da mehr Probleme haben, also weil die einfach, also die haben erstens nicht so einen großen Pool an SprachmittlerInnen, was die Sprachen anbelangt und auch dort sind dann nicht unbedingt alle geschult. Manche machen das auch ehrenamtlich und sind auch deswegen dann nicht geschult oder machen das für Angehörige und damit ist eben keine Professionalität gegeben. Aber in unserer Arbeit erlebe ich so, dass es sehr gut klappt und dass, glaube ich, auch manchmal so die Überwindung ist einfach auszuprobieren. Dass das Thema größer ist, als es dann tatsächlich ist. Also natürlich, es ist nicht genau gleich, wie wenn man zu zweit das Gespräch führt, aber die dritte Person gerät auch irgendwie in den Hintergrund im Gespräch und es klappt durchaus. Und es gibt auch Studien, die zeigen, dass das klappt und dass Psychotherapie auch wirksam ist mit einer dritten Person. Und ich glaube, ich finde immer ganz wichtig, sich auch vor Augen zu führen, was denn wäre, wenn man sagt, okay, man ist nicht offen dafür, das auszuprobieren. Das würde halt bedeuten, dass der betroffenen Person die Psychotherapie verwehrt. Weil gerade die Personen, die psychisch belastet sind, auch oft nicht schaffen, so schnell Deutsch zu lernen, wie andere das schaffen. Zumal es ja sowieso super schwierig ist, eine neue Sprache zu lernen, unter den Umständen nicht geplant zu haben, jetzt in Land auszuwandern oder zu wissen, wohin man auswandern wird. Ja, deshalb glaube ich, dass die positive Wirkung davon immer noch überwiegt gegenüber dem, dass es natürlich eine außergewöhnliche Situation ist oder nicht die, die man sich wünschen würde. Möglicherweise ja auch nicht die Patienten. Die Patientin oder der Patient, weil die muss sich ja auch vor zwei Personen öffnen in dem Moment und vertrauen, dass so übersetzt wird, wie sie es auch gesagt hat. Absolut. Das heißt, es ist natürlich nicht das Gleiche, aber ich höre ein bisschen raus, es ist auch eine Frage der Gewöhnung. Und wenn man offen dafür ist, dann kommt man da auch irgendwie rein. Ja, ja. Okay. Ihr habt oder wir haben schon drüber gesprochen, dass eure Klientin. Und damit auch ihr natürlich jeden Tag einem großen Leid ausgesetzt seid. Es sind bestimmt auch Schicksale, die man vielleicht mal mit nach Hause nimmt oder die einem nachhängen. Habt ihr irgendwie Unterstützung, damit umzugehen? Ja, also wir sind eben ein Team aus mehreren Personen, wo wir immer im Austausch sein können. Entweder in Teamsitzungen, aber auch im Kontakt zu einzelnen KollegInnen, wo man sich austauschen kann oder auch mal Gespräche nachbesprechen. Da haben wir schon auch den Raum. Dann haben wir auch Supervisionen. Wir haben die Möglichkeit eben auch Weiterbildung zu machen. Das heißt, da gibt es auch ein Angebot. Das heißt, ihr habt Supervisionen extra für euer Team. Gibt es denn in dem Rahmen von den Supervisionen, die ihr habt, also eurer Erfahrung nach besonders häufig das Thema, wow, ich habe da gerade Geschichten gehört von Flucht, von Folter, von Kriegszuständen. Die nehme ich jetzt echt mit oder ist das gar nicht so sehr das Thema? Hm, ich würde sagen, dass, also häufiger ist vielleicht noch so die empfundene Hilflosigkeit gegenüber den Geschichten, aber auch gegenüber aktuellen psychosozialen Belastungen ein Thema. Also es fällt mir jetzt auch schwer, das so festzumachen, als jetzt aber die Geschichte an sich. Vielleicht rührt das auch unter anderem daher, dass wir keine Traumatherapie anbieten können. Das heißt, wir gehen nicht so tief in die Traumata rein wie ambulante Psychotherapeuten. In der Traumatherapie das machen würden. Ich hatte ja gerade auch schon angedeutet, dass die dann ja auch verständlicherweise zurückhaltend sind, sehr viele komplexe Fälle oder mit komplexer Traumatisierung zu übernehmen, auch aus dem Grund möglicherweise. Was nicht bedeutet, dass wir von den Geschichten verschont bleiben, aber dass sie dosierter auf uns wirken, möglicherweise als jetzt in der Traumatherapie. Aber ich weiß nicht, was du sagen würdest, Lisa. Ja, und es geht vielleicht doch auch mehr um Situationen. Situationen zu besprechen oder zusammen, also wo es dann mehr um so Fallbesprechungen geht, um so eine kollegiale Fallberatung. Hat oder beeinflusst denn diese Arbeit eure Sicht auf das Weltgeschehen? Weil ihr bekommt sicherlich aktuelle politische Ereignisse hautnah mit als andere. Ja, also ich glaube schon, dass man das so sagen kann, dass einfach Erfahrungsberichte von KlientInnen aus den verschiedensten Ländern so, dass sie auch meinen Eindruck auf jeden Fall beeinflussen oder auch ich Nachrichten anders wahrnehme oder anders einordne, wenn man eben solche Geschichten hört und kennt oder auch abgleicht. Und also was mir dann doch auch immer wieder sehr bewusst wird, ist, in was für einer privilegierten Situation ich in Deutschland hier lebe und was es eigentlich für Grausamkeiten und also wirklich erschreckende Situationen in so vielen Ländern der Welt sind. In so vielen Ländern der Welt gibt. Absolut. Es wird wahrscheinlich einfach spürbarer, wenn man ein persönliches Gesicht vor Augen hat, als wenn man nur die Schlagzeilen liest. Ja, und ich habe auch das Gefühl, man wird auch, man wird ein bisschen desillusioniert, wenn man das hört. Also so zu hören, wie viele Ungerechtigkeiten und Menschenrechtsverletzungen es auf der Welt gibt, die menschgemacht sind, ganz oft und nicht durch andere äußere Faktoren wie Umweltkatastrophen zum Beispiel. Und das irgendwie noch. Also das. Das ist halt irgendwie nochmal anders nach. Und natürlich hören wir das dann in unserer Arbeit auch überproportional oft. Also gerade was, was die ganzen traumatischen Ereignisse betrifft. Ja, und ich glaube, es sind oft einfach auch Berichte von Menschen, die man halt so, wenn man jetzt Nachrichten nicht sehr gezielt liest und sucht, einfach auch nicht erfährt. Kann einen schon auch wütend machen, oder? Es ist Wut und Ärger. Auf die Politik bei euch ein häufiges Thema. Team intern. Ja, auch. Ja, also gerade jetzt, wo ja es auch politisch überrepräsentiert ist gegenüber in der anderen Zeit, in der das Refugium bestand, durch den Ukraine-Krieg, löst es natürlich auch viel, viel im Team aus. Auf jeden Fall. Also sowohl auf den Individualfall bezogen, aber halt auch auf System bezogen. Also das ist so ein gewisser Aufmerksamkeits-Shift, gibt jetzt auf die besonderen Probleme Geflüchteter, während es 2015 noch als Problem, dass die Flüchtlinge überhaupt kommen, gehandhabt wird. Das kann ich glaube ich nachvollziehen an eurer Stelle, wie ihr schon mit Jahren, also jahrelang schon mit Geflüchteten arbeitet und das dann so passiert. Ja, also muss ich auch aus meiner eigenen Erfahrung sagen, einmal Menschen in die Augen zu gucken, der wirklich alles verloren hat durch so einen Krieg, das ist schon ein Erlebnis. Das ist ein Über. Das ist ein Über, der die ganzen Nachrichten und die Schlagzeilen anders denken macht. Aber es gibt ja auch ganz bestimmt positive Seiten an eurer Arbeit. Was gefällt euch denn an eurer Arbeit mit den speziellen Menschen, mit denen ihr zu tun habt, besonders gut? Also was mir sehr gut gefällt, aber ich glaube, das hat auch die Arbeit als Psychologin inne und nicht unbedingt jetzt speziell in unserer Beratungsstelle, dass man einfach in sehr viele Lebenswelten eintaucht und sehr viele Sichtweisen und Haltungen von anderen. Menschen kennenlernt. Ein Kollege von uns hat auch mal eigentlich so ganz schön gesagt, fand ich, dass natürlich haben wir die Besonderheit, dass wir auch viel, viele kulturelle Besonderheiten kennenlernen oder viele Eigenschaften von Personen, die vielleicht noch weiter weggehen von unseren eigenen Erfahrungen und dass er so meinte, naja, das haben andere Menschen nur, wenn sie die Welt bereisen und wir haben es alles, ja, wir lernen das auch durch die Menschen kennen, die wir beraten. Ja, also und ich empfinde. Ich empfinde es schon auch als eine sehr sinnvolle Arbeit. Also ich habe vorher auch in Unterkünften gearbeitet für Geflüchtete und wenn ich so dran denke, finde ich es auch einfach toll, wenn man sieht mit der Unterstützung, was für eine Entwicklung möglich ist und dass eben Menschen ihre Selbstwirksamkeit wieder erlangen und einfach sich Ziele setzen und die auch erreichen können und da so eine Entwicklung möglich ist, ja. Das klingt sehr gut. Und das glaube ich sofort. Also ich glaube, ihr müsst euch wahrscheinlich nie fragen, ob es jetzt sinnvoll ist, heute zur Arbeit zu gehen oder ob ihr lieber. zu Hause bleibt. Okay, was könnten denn Angehörige medizinischer oder therapeutischer oder sozialer Fachberufe tun, wenn sie auch eine Organisation wie EURO unterstützen wollen oder da mitmachen möchten? Wir hatten ja vorhin schon angedeutet, dass wir auch immer dabei sind, unser Netzwerk aufzubauen und fallbezogen sind wir auch ganz viel im Austausch mit anderen Beratungsstellen oder SozialarbeiterInnen. Und wenn es Personen anderer Fachberufe gibt im psychosozialen Bereich, dann ist es eben immer eine Gelegenheit, zu einem psychosozialen Zentrum Kontakt aufzunehmen. Online kann man auch alle psychosozialen Zentren in Deutschland ausfindig machen. Alle arbeiten auch ein bisschen anders, also nicht unbedingt genauso, wie wir es gerade geschildert haben, aber alle sind auch angewiesen darauf, dass sie Unterstützung halt im ambulanten Bereich zum Beispiel haben, weil es eben nicht darum geht, eine Parallelstruktur aufzubauen, sondern es immer darum gehen sollte, eigentlich, dass unsere Arbeit ja dadurch irgendwann erfüllt werden kann, dass im Regelsystem Personen, die jetzt bei uns vorstellig werden, versorgt werden können oder zumindest von uns dorthin vermittelt werden können, wenn wir diese Brücke dann geschlagen haben. Ja, das heißt, es gibt eine Liste, wo man dann schauen kann, wo ist quasi das Äquivalent zu euch in Berlin, in Köln. Ja, also du hattest eingangs schon die BAF erwähnt. Das ist die bundesweite Arbeitsgemeinschaft für Flüchtlinge und Folteropfer. Also kurz BAF. Und auf deren Website findet man alle PSZs, also psychosozialen Zentren, die dort auch Mitglied sind, in ganz Baden-Württemberg und auch für ganz Deutschland. Okay, das wäre nämlich sonst auch noch eine Frage gewesen. Und die heißen dann aber immer ganz anders. Oder es ist jetzt nicht Refugium ABC? Nicht Refugium, aber es gibt zum Beispiel jetzt hier in der Nähe Refugio Villingen-Schwenningen und zufällig auch Refugio Stuttgart. Aber es gibt auch Zentren, die man jetzt nicht erkennt, wo man tatsächlich uns zuordnen würde oder wo man sagen würde, okay, die Namen sind ähnlich. Vielleicht können wir die Liste ja in die Shownotes machen, wenn unser Techniker nickt. Ja, also auch die Trägerschaften sind zum Beispiel verschieden bei allen Zentren. Das heißt, es gibt ein nationales Netzwerk, in dem ihr kommunizieren und auch miteinander euch vernetzen könnt. Gibt es das auch nochmal auf internationaler Ebene zufällig? Weil das ist ja eigentlich eine europaweite Fragestellung, die sich da stellt. Ja, also wir kooperieren nicht europaweit. Ich kenne auch nicht viele Tagungen, die jetzt international sind. Also schon im deutschsprachigen Raum. Da habe ich das Gefühl, ist eine enge Vernetzung. Aber ich bin jetzt überfragt, was das Internationale anbelangt, weil möglicherweise kennen wir auch nicht alles. Und wir sind auch schon sehr regional orientiert deswegen, also auch zum Beispiel mehr auf Baden-Württemberg als jetzt im bundesweiten Austausch, weil wir eben sehr auf regionale Strukturen basieren in unserer Arbeit. Also weil das auch, ja, weil die internationale Arbeit für unsere praktische Arbeit nicht so wichtig ist. Aber klar, für die politische Arbeit und alles ist natürlich enorm wichtig und maßgeblich. Gibt es denn auch was, was private Personen tun können, wenn sie euch unterstützen wollen? Also es kommt darauf an, welche Unterstützung gewünscht ist. Also das als Beispiel bei uns auf der Homepage gibt es eben die verschiedenen Rubriken, was man machen möchte. Also es gibt eben ehrenamtliche Unterstützungsangebote, dann gibt es eben die Kontaktadressen, gibt es für Praktikumsanfragen oder Stellenanzeigen. Also es ist alles eben dort aufgeführt oder eben auch finanzielle Unterstützung ist natürlich auch möglich. Genau und ansonsten denke ich, ist es wichtig, wenn man sich engagieren möchte oder unterstützen möchte, dass man eben schaut in der Stadt oder in dem Landkreis, wo man wohnt und helfen möchte, dass man die Kontakte raussucht, die da involviert sind. Also es gibt eben häufig ehrenamtliche Helferkreise oder Stadtverwaltungen, Landratsämter, Wohlfahrtsverbände, dass man einfach schaut, was gibt es für Angebote und wie passt das zu meinem Unterstützungsangebot zusammen. Super, das finde ich gut. Habt ihr denn den Eindruck, dass es für die psychosozialen Zentren allgemein genug Reichweite gibt, trotz proppevoller Warteliste oder ist da noch Verbesserungsbedarf, was den Kenntnisstand über die Angebote, die ihr habt, angeht? Also ich glaube, dass wir mit Zeit des Bestehens, also seit 2018 schon an Bekanntheit hier in der Region, also hat es zugenommen. Wir haben auch eine Außenstelle in Tittisee-Neustadt, also im Landkreis Presko-Hochschwarzwald und auch dadurch, also durch diese Ausweitung, wo wir noch mal bekannter und versuchen auch uns immer wieder bekannt zu machen, zum Beispiel heute, ob es Lücken gibt in manchen Bereichen, also so im Flüchtlingssozialdienst und bei PsychotherapeutInnen, würde ich annehmen, sind wir sehr bekannt. Aber es kann schon auch sehr gut sein, dass es einzelne Fachbereiche gibt, also berufliche Fachbereiche, wo wir nicht so bekannt sind. Wir versuchen eben durch Fortbildung, die wir auch geben und durch Informationen, die wir auch weitergeben, zum Beispiel an ambulante TherapeutInnen, uns bekannter zu machen und auch nicht nur die Bekanntheit zu steigern, aber auch den Austausch zu steigern und auch Beratung anzubieten am Telefon. Und ihr hattet vorhin gesagt, da wollte ich noch mal nachfragen, dass auch niedergelassene teilweise zu euch kommen und mithelfen. Wenn ich jetzt niedergelassene, was weiß ich, Frauenärztin bin, dann ist es ja wahrscheinlich so, wenn man mitmachen möchte, dann kommen aber die Patienten zu mir in die Praxis. Also für diejenigen, die niedergelassen sind und bei uns stundenweise arbeiten, das gilt für den psychosozialen Bereich, also es sind PsychotherapeutInnen und PsychiaterInnen. Andere Niedergelassene übernehmen dann KlientInnen von uns über diese Koordinationsstelle, die von den Refuge Dogs ins Leben gerufen wurde und können da eben dann auch mit DolmetscherInnen Termine machen. Das heißt, es läuft über die Regelversorgung. Da gibt es jetzt keine Liste von Leuten, die mitmachen und die nicht mitmachen, sondern da werden grundsätzlich alle mit eingebunden. Es gibt oder teilweise Listen eben durch Erfahrungswerte auch, weil unsere Kollegin ja auch weiß, wer am ehesten oder am häufigsten schon KlientInnen übernommen hat oder auch Kapazitäten hat. Das heißt, da gibt es bestimmt Personen, die häufiger KlientInnen von uns übernehmen als andere. Aber es gibt keine offizielle Kooperation oder bei uns vor Ort Sprechstunden für andere Bereiche, also für andere medizinische Bereiche. Okay, aber wir Niedergelassene PsychiaterInnen Wir zwei. Also Niedergelassene PsychiaterInnen und TherapeutInnen könnten sich melden und könnten sagen, hey, ich würde gerne ein paar Stunden mitarbeiten und das ist dann auch kein Ehrenamt, sondern ein Beruf. Also eine Teilstelle oder eine Teilstelle. Ja, also entweder so oder eben wir vermitteln ja auch in die Regelversorgung. Das heißt, es ist für uns auch schon eine große Unterstützung zu wissen, dass jemand im ambulanten, niedergelassenen Setting KlientInnen von uns übernehmen würde, weil das auch nicht so ist, dass wir also es ist nicht die größte Hürde, dass die Personen nicht krankenversichert sind. Meistens sind die krankenversichert. Also das ist kein Problem mit der Abrechnung. Es ist eher ein Kapazitätenproblem. Ja, okay. Ja, das Kapazitätenproblem, was wir leider alle immer wieder kennen und hören. Trotzdem, was habt ihr denn für Veränderungswünsche für die Zukunft? Das ist wahrscheinlich schon der größte Wunsch. Tatsächlich, dass im Gesundheitsbereich, aber auch im Bereich Flucht, dass da einfach größere und stabilere personelle Kapazitäten sind, weil wir ja schon auch sehen, also bei uns läuft ja sehr viel Multiple und Komplex zusammen, was woanders nicht so leicht aufgefangen werden kann. Und das wäre schon für uns für unsere Arbeit mein größter Wunsch. Also und ein größerer Wunsch wäre auch einfach eine gleiche Behandlung und gleiche Rechte für alle Menschen mit Fluchterfahrung. Das heißt, dass sie nicht irgendwie abgelehnt werden wegen Komplexität, sondern dass sie auch behandelt werden? Also das meinte ich jetzt einfach auch so im gesamten größeren Sinne, dass einfach also alle Rechte, die jetzt verändert werden oder Bedingungen, die geschaffen werden, dass das eben für alle Menschen aus allen Herkunftsländern gilt und eben nicht nur für eine bestimmte Gruppe. Ja, verstehe. Und mehr Räume, haben wir vorhin auch besprochen. Also eine schöne Jugendstil-Villa in Freiburg. Ja, stimmt. Ja, das wäre wunderschön. Das war auch ein Team-Wunsch mal vor kurzem. Okay, wird hier mit ans schwarze Brett gehängt. Okay, also ihr da draußen, jetzt habt ihr ein bisschen Input bekommen und könnt mal überlegen, ob ihr noch Kapazitäten habt, das Refugium zu unterstützen. Und ansonsten haben wir es hoffentlich geschafft, mal ein kleines Schlaglicht auf Leute zu werfen, die wirklich eine ganz wichtige und wertvolle Arbeit leisten und das schon seit vielen, vielen Jahren. Und ein herzliches Dankeschön dafür, dass ihr heute gekommen seid und uns berichtet habt, so ausführlich und kompetent. Hat großen Spaß gemacht. Vielen Dank für eure Arbeit und für euren Besuch. Dankeschön euch auch, dass ihr uns das ermöglicht habt heute. Sehr gerne. Ja dann, bis bald. Macht's gut, bis bald wieder. Tschüss. Untertitelung des ZDF, 2020

Podcast Summary

Key Points:

  1. Das Refugium in Freiburg ist seit 2018 eine psychosoziale und medizinische Beratungsstelle für Menschen mit Fluchterfahrung, die kostenfrei, vertraulich und unabhängig vom Aufenthaltsstatus beraten wird.
  2. Das Team besteht aus Psychologinnen, Sozialarbeiterinnen, einer Erziehungswissenschaftlerin und Verwaltungsfachkräften, wobei auch niedergelassene Psychotherapeuten und Psychiater stundenweise mitwirken.
  3. Die Arbeit ist stark auf Komplexität und Lebenssituationen ausgerichtet, mit häufigen Symptomen wie Schlafstörungen, Depressionen, Ängsten, Suizidgedanken und traumatischen Erfahrungen.
  4. Lange Wartelisten und begrenzte Kapazitäten im ambulanten Gesundheitswesen sind wesentliche Hürden für die Versorgung der Klienten.
  5. Sprachmittlung wird durch geschulte DolmetscherInnen durchgeführt, wobei die Gespräche in Ich-Form übersetzt und die Rolle der ÜbersetzerInnen klar kommuniziert wird.
  6. Die Arbeit fördert Selbstwirksamkeit, Vertrauen und psychische Stabilität durch langfristige Beratung und kollegiale Fallbesprechungen.
  7. Die Mitarbeiterinnen erleben, wie der Kontakt zu realen Fluchtgeschichten und politischen Entwicklungen ihre Perspektive auf das Weltgeschehen verändert.
  8. Der größte Wunsch der Arbeit ist eine bessere, gleichberechtigte und dauerhafte Finanzierung sowie strukturelle Kapazitäten für die psychosoziale Versorgung.

Summary:

Das Refugium in Freiburg ist seit 2018 eine psychosoziale und medizinische Beratungsstelle für Menschen mit Fluchterfahrung, die kostenfrei und vertraulich beraten wird. Das Team besteht aus Psychologinnen, Sozialarbeiterinnen und anderen Fachkräften, wobei auch niedergelassene Psychotherapeuten stundenweise mitwirken. Die Arbeit orientiert sich an komplexen Lebenssituationen und psychischen Symptomen wie Depressionen, Ängsten oder traumatischen Erlebnissen, die häufig durch Flucht, Entwurzelung oder langwierige Asylverfahren entstehen.

Obwohl die Beratung von entscheidender Bedeutung ist, stehen lange Wartelisten und mangelnde Kapazitäten im ambulanten Gesundheitswesen als Hauptbarriere. Sprachmittlung erfolgt durch geschulte DolmetscherInnen mit klarem Gesprächssetting und Ich-Form-Übersetzung, um Vertrauen und Authentizität zu gewährleisten. Die Mitarbeiterinnen erleben tiefgreifende Einblicke in Fluchtgeschichten und politische Entwicklungen, was ihr Weltbild beeinflusst und eine stärkere Sensibilität für Menschenrechtsverletzungen fördert.

Der größte Wunsch der Arbeit ist eine dauerhafte und ausreichende Finanzierung sowie eine Erhöhung der personellen Kapazitäten, um komplexe Fälle effizient zu behandeln. Außerdem wird betont, dass alle Menschen mit Fluchterfahrung gerecht und gleichberechtigt behandelt werden sollen, unabhängig von Herkunft oder Komplexität. Das Refugium arbeitet eng mit anderen psychosozialen Zentren in Deutschland zusammen, z.

B. über die bundesweite Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAF), und bietet auch Unterstützung für ehrenamtliche und finanzielle Mitwirkung. Die Arbeit wird als wertvolle und bedeutungsvolles Engagement beschrieben, das nicht nur individuelle Stabilität fördert, sondern auch die gesellschaftliche Aufmerksamkeit für Flucht- und Migrationsthemen stärkt.

FAQs

Das Refugium ist eine psychosoziale und medizinische Beratungs- und Koordinierungsstelle für Menschen mit Fluchterfahrung. Es bietet kostenfreie, vertrauliche und anonyme Beratung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, unabhängig vom Aufenthaltsstatus oder der Herkunft.

Die Beratung umfasst eine erste psychosoziale und psychiatrische Abklärung, um den Unterstützungsbedarf zu erkennen. Dabei wird auf Symptome, Belastungen und Lebenssituationen eingegangen. Bei Bedarf wird die Person auf andere Angebote wie ambulante Psychotherapie vermittelt.

Das Team besteht aus Psychologinnen, Sozialarbeiterinnen, einer Erziehungswissenschaftlerin und Verwaltungsfachkräften. Zusätzlich arbeiten zeitweise auch niedergelassene Psychotherapeuten und Psychiater, die stundenweise im Rahmen von Kooperationen tätig sind.

Die Arbeit wird finanziert durch öffentliche Gelder und Spenden. Alle Mitarbeiter sind angestellt, und es gibt keine Voraussetzung für eine Krankenversicherung, sodass auch Personen ohne Versicherung oder mit illegalischem Aufenthaltsstatus beraten werden können.

Ja, es gibt eine Warteliste, und die Wartezeit für ein Erstgespräch kann mehrere Monate dauern. Dies ist aufgrund der hohen Nachfrage und der begrenzten Kapazitäten im Gesundheitswesen der Fall.

Gespräche mit Sprachmittlung werden so gestaltet, dass die Übersetzerin oder der Übersetzer die Sitzordnung und den Ablauf besprechen. Die Übersetzung erfolgt in Ich-Form und bleibt ein reines Gesprächsmedium, ohne dass die Übersetzerin oder der Übersetzer mitgeht.

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