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Rätselhafte Entzündung breitet sich aus - Die Spur führt ins Wohnzimmer

38m 25s

Rätselhafte Entzündung breitet sich aus - Die Spur führt ins Wohnzimmer

Markus Sandler, ein 48-jähriger Bauingenieur, bemerkt Anfang 2022 nach einem kleinen Haushaltsunfall eine schmerzhafte Schwellung an seinem rechten Ringfinger. Statt zu heilen, breitet sich die Entzündung auf weitere Finger und das Handgelenk aus. Sein Hausarzt diagnostiziert zunächst eine Sehnenscheidenentzündung und behandelt mit Ruhigstellung und Cortison, doch der Zustand verschlechtert sich. Ein MRT zeigt eine große entzündliche Masse auf dem Handrücken. Als sich auch knotige, unter der Haut liegende Veränderungen am Unterarm bilden, kommt der Verdacht auf rheumatoide Arthritis auf. Ein Rheumatologe beginnt eine entsprechende Therapie mit Immunsuppressiva, doch auch diese schlägt nicht an. Über Monate hinweg kann Markus seine rechte Hand nicht benutzen, was seine Arbeit als selbstständiger Bauzeichner massiv einschränkt und ihn sowie seine Familie zunehmend verzweifeln lässt. Die eigentliche Ursache seiner mysteriösen Symptome bleibt vorerst ungeklärt.

Transcription

6621 Words, 41453 Characters

German
* Musik * ARD Sounds. * Musik * Ich hab dann noch an mehr Stellen so Knötchen bekommen. Von Stecknade-Kopfgroß bis Erbsengroß. Schwer zu beschreiben. Das ist irgendwas kmutiges halt unter der Haut. Ja, man macht sich Gedanken. Das ist gruselig. Stell durch das mal vor. Im Tag ist es entdeckt, die am Arm ein paar Knötchen. Die Knötchen sind klein und fühlen sich hart an. Am nächsten Tag sind es schon mehr geworden. Die alten sind über Nacht gewachsen. Kurz darauf ist euer Unterarm voll mit roten Knotigen Knubeln. Das ist Markus Sandler passiert. Es hat ihm und seiner Frau Tina verständlicherweise Angst eingegärgt. Wenn ihr wissen wollt, wie das Ehepaar am Ende ist, dann bleibt dran. Ich verrat schon mal so viel. Die Ursache ist überraschend und hat mit was zu tun, was wir von euch zu Hause haben. Bevor wir hier schon zu viel verraten. Hallo und herzlich willkommen zu neuen Folgen unseres Abenteuer Diagnose Podcasts. Ab heute findet ihr bei ARD Sounds wieder alle zwei Wochen einen neuen spannenden Krimi aus der Welt der Medizin. Falls ihr neu reinhört, wir sprechen über Menschen mit mysteriösen Symptom und über Erzten und Ärzten, die wie die Diktive nach der richtigen Diagnose fanden. Manchmal sind es aber auch die Erkrankten selbst, die irgendwann die Fahndung in die Hand nehmen. Ich bin Anke Christian, ich bin Medizin-Redaktoren beim NDR und ich lobe euch hier durch die Geschichte. Heute zu Gast bei mir ist Volker Ahrend. Ihr habt ihn schon gehört. Er hat den Faller recherchiert und sich mit Markus Sandler, seiner Frau Tina und den Beteiligten Erzten unterhalten. Hallo, Volker. Danke. Lasst uns mal direkt mit einem Ministackprief der Sandas starten. Okay, also Markus Sandler lebt mit seiner Frau Tina und seinen beiden Kindern in Elmshorn. Das ist in der Nähe von Hamburg um, er ist 48 Jahre und selbstständiger Bauingenieur. Seine Frau Tina ist 47, Steuerberaterin und arbeitet, wenn ich das alles richtig verstanden habe, meist von zu Hause aus. Markus hat dagegen eine kleine Firma aufgebaut, der hat sechs Mitarbeiter und da fährt er auch jeden Tag hin. Im wesentlichen Zeichnet, der mit seinen Kollegen Schallschutz und Bewährungspläne für große Bauprojekte. Was sind denn Bewährungspläne? Bewährung kenn ich nur aus einem ganz anderen Kontext. Ja, also ich hab's mal nachgeschlagen. Und das ist wohl so, dass man da die Lage und Form und auch die Menge von Betonstalf in so Stahlbeton teilen, kalkuliert. Auf jeden Fall brauchen wir dafür ein 3D-Programm am Computer und das ist schon eine ziemlich spezielle technische Angelegenheit. Markus ist auch durch und durch Techniker. Das werden wir im Laufe der Geschichte schon noch merken. Gibt's denn sonst noch irgendwelche Hobbys, was wir wissen sollten, über ihn und seine Frau? Ja, die beiden sind begeisterte Ruderer. Das machen Sie ja schon seit ein paar Jahren, die nehmen auch an Wettkämpfen teil. Und Markus hat außerdem noch ein zweites Hobby, wofür er viel von seiner Zeit hergibt. Und zwar ist es das Tabletopspielen. Tabletopspielen, was muss ich mir darunter vorstellen? Kann ich vorher auch nicht. Und ich hab's auch ganz ehrlich immer noch nicht richtig verstanden, wie ich das funktioniert. Aber im Prinzip spielen halt zwei Spieler an einer großen Holzplatte zusammen. Darauf haben die Landschaften aufgebaut, Flüsse, Seen, Berge und so weiter. Und haben so kleine Figuren mit denen, die dann auf dieser Platte gegeneinander kämpfen. Okay. Die Figuren, das sind so graue Rohinge. Und die Spieler malen diese Rohinge in der Regel in Wochenlanger Vereinarbeit selbst an, bevor sie überhaupt mit denen in den Krieg ziehen. Okay, ich kannte zwar diesen Begriff Tabletop nicht, aber ich erinnere mich dunkel, dass mein Bruder am Studium auch mal so eine Phase hatte. Und ganz begeistert, solche kleinen Figuren bepinselt hat. Ich glaub, das war Warhammer oder so. Ja, das ist mir auch begegnet. Und zwar haben wir für die Fernsehfolge von dieser Geschichte in einem Laden gefilmt, wo sich alles um diese Tabletopspiele dreht. Und da gibt's wenn eine voll mit diesen grauen Figuren. Und das sind fändersie Figuren dabei. Unter anderem diese Warhammer-Geschichten. Dann gab es aber auch Enterpreisfiguren, krieg ich der Sterner und so weiter. Also es ist kein Ende abzusehen sozusagen. Im ersten Geschoss waren dann sogar auch diese Platten aufgebaut. Da waren mehrere Spieler immer dran. Und die haben sich dann einfach miteinander gebett. Wobei, dass jetzt nichts körperliches ist oder so, sondern die gehen damit würfeln und Maßbindern an. Aber wie das genau funktioniert, wie gesagt, das habe ich nicht verstanden. Klingt auf jeden Fall lustig. Und ich finde es ja immer total klasse, wenn wir neben den medizinisch spannenden Geschichten auch noch so einen kleinen Einblick in so unterschiedliche persönliche Welten kriegen. Aber jetzt müssen wir bei aller Faszinationen für dieses Tabletop-Universum mal wieder die Kurve zum Fall kriegen, wie ging es dann da los? Okay, also das geht los bei einem kleinen Umzug innerhalb des Hauses der Familie sahen. Und zwar ist das im Januar 2022. Da soll die ältere Tochter das Zimmer mit der Mutatina tauschen. Die hatten ein großes Home-Muffilist. Das Zimmer von der Tochter ist ein bisschen kleiner. Und beim Umräumen der Möbel ist es dann passiert. Wir hatten irgendwelche Renovierungsarbeiten. Und ich weiß nicht, dann war die Vermutung, dass man sich den Knöchel gestoßen hat. Denken Sie auch mal irgendwie gegen. Denk sie nichts weiter dabei. Und jetzt tut das heute ein bisschen weh. Okay, so weit, so banal erst mal. Das kennen wir, glaube ich, alle. Man stößt sich irgendwo oder klemt sich den Finger ein. Dann gibt es eine kleine Quetschung. Oder vielleicht auch mal ein Blut der Guss unter der Haut. So was kühlt man und schon den Knöchel. Und dann ist man nach einem paar Tagen durch mit dem Thema. Aber so ist es eben nicht. Also bei Markus ist wohl der Ringfinger an der rechten Hand betroffen, der wird ein bisschen rot und ist auch schmerzempfindlich. Aber in den nächsten Tagen breitet sich diese merkwürdige Quetschung dann weiter aus. Es zog dann auch auf zwei weitere Gelenke, auf das Ansatz gelenk vom Ringfinger und auf das nächste Gelenk vom Kleinfinger. Jetzt wird's interessant. Das ist jetzt nicht unbedingt, was typisch bei Quetschungen ist. Schmerzen in den Fingern oder Händen bei Bewegungen. Die können auch auf eine Überlastung hindeuten. Das wäre was häufig. Aber in seltenerem Fällen auch auf eine systemische Entzündlicherkrankung. Wie räumert es zum Beispiel? Markus geht mit seiner Hand auf jeden Fall zum Arzt. Der hat auch gleich diese Überlastung im Visier als als sich die Hand anguckt. Allerdings vermutet er nicht, dass das vom Renovieren kommt, sondern er tippt auf Markus Sanders Job. Der Doktor heißt Thomas Schwarz und der hält das Ganze für eine beginnende Sinnscheinenentzündung. So weit ich weiß, ist er selbstständig als Bauzeichener. Und das hat eben gut reingepasst. Kann man sich vorstellen, hat viel gemacht, viel gearbeitet. Und dadurch seine Hand überlastet. Und dann kann es zu einer Funktion zu ein Schränkung kommen, zu einer Entzündungsreaktion des Körpers. So ein Bauzeichener macht 6000 Klicks im Schnitt am Tag und hat irgendeine Statistik herausgefunden. Das war Markus Sanders selbst. Und ich finde, da hört man schon ein bisschen den Technikart raus. Auf jeden Fall mit Herz für Statistik. Ja. Kommen wir noch mal zum Verdacht-Senenscheinenentzündung. Die Sänscheiden sind die Höhlen, die die Seen umgeben. Und durch Dauerbelastung können diese Höhlen gereizt werden und sich entzünden. Und dann schwellen sie an, um die Sehne bei Bewegungen nicht mehr gut gleiten. Und das macht Schmerzen, aber es kann auch zu Schwellungen, zu Druckschmerz und zur Rötungen an den Gelenken kommen. Die Therapie ist verhältnismäßig einfach. Die betroffene Hand oder der betroffene Finger wird ruhig gestellt. Und es können Entzündungshemme Medikamente eingesetzt werden. Wie war das bei Markus Sanders? Genau so. Markus kriegt einen Zinkleinenverband an die rechte Hand und zusätzlich verschreibt Thomas Schwarz eben Kottison Tabletten. Allerdings bringt das beides nicht. Also eher im Gegenteil. In den nächsten Wochen nimmt das ganze dann massiv vorm Mann. Es fing dann am Handgelenkansatz dick zu werden. Wenn ich mir das so vorstelle, die Entzündung wandert, erst war es nur ein Finger, dann mehrere Finger, jetzt geht es bis zum Handgelenk. Was hat der Hausarzt dazu gesagt? Als er gesehen hat, dass seine Behandlung offenbar nicht anschlägt. Der schickt Markus jetzt so eine Mautopäde. Und der Eutopäde wird darum, setz das Kottison sofort ab und verschreibt Markus ein Plastikschiene, damit er seine Handhörn auch wirklich nicht mehr bewegen kann. Ich hatte nämlich den Eindruck gehabt, dass die Erze dachten, dass er trotzdem einfach weiter gearbeitet hat und seine Hand nicht wirklich geschont hat. Und wahrscheinlich lagen sie damit auch richtig. Schließlich Markus selbstständig. Klar, mit einer eigenen Firma kann man sich nicht einfach krank schreiben lassen, sondern man muss natürlich zusehen, dass der Laden irgendwie weiterläuft. Mit einer kompletgeschehenden rechten Hand muss Markus jetzt aber aussetzen. Könnte er seine 6000 Klicks damit noch irgendwie bewerkstelligen? Nee, das ging nicht mehr. Und das war auch tatsächlich eine massive Einschränkung für ihn. Also Markus ist recht zender und er konnte die Maus jetzt nur noch mit links bedienen. Und das ist gerade bei so komplizierten 3D-Programm natürlich alles ziemlich schwierig. Also Zeichnen und so Sachen konnte er eigentlich gar nicht mehr. Er war jetzt nur noch mit administrativen Sachen beschäftig und im Wesentlichen mit telefonieren. Hat er den wenigstens das Gefühl, dass dieses komplette Ruhestellen der rechten Hand was gebracht hat? Weiß ich auch nicht genau. Also sicher ist aber, dass es dadurch nicht besser wurde. Als Markus nämlich das nächste Mal beim Orthopäden ist und der den Verband abnimmt, um sich die Hand anzusehen, ist er irritiert. Und zwar ist quasi im Verborgenen die Entzündung über den kompletten Handrücken gewachsen. Im März war das dann schon, dass ich so eine richtige Entzündungsplase noch auf dem Handrücken hatte. Man fängt ja schon an zu zweifeln, ob das wirklich eine sehensteine Entzündung ist. Meint er mit Entzündungsplase, dass sich da so eine Art Eiterblase gebildet hat? Also wie ich das verstanden habe, ist das keine klassische Eiterblase gewesen, sondern es fühlte sich eher so ein bisschen hart und knottig an, was er da auf dem Handrücken hatte. So oder so ist das für eine sehenscheine Entzündung ungewöhnlich und sollte im Grundsinn jetzt noch mal intensivere Diagnostik zu betreiben. Genau, so hat der Orthopäte auch gesehen und schickt Markus mit seiner Hand jetzt ins MRT. Und was dabei rauskommt, ist ziemlich beeindruckend. In dem MRT wurde dann festgestellt, dass die Entzündung auf dem Handrücken mittlerweile in der Ausdehnung hatte in längst Richtung von 70 mm in der Breite von 35 mm und in der Tiefe von 7 mm. Ich finde es beeindruckend, dass Markus sich das so genau gemerkt hat. Da kommt vermutlich wieder der Bauzeichner durch. Ich such gerade nachher, nach einem guten Vergleich, um ein Gefühl für die Ausdehnung zu bekommen. Ich würde sagen, diese Entzündung auf dem Handrücken war in etwa fast so groß wie eine EZ-Karte. Schon sehr ausgedehnt. - Das kommt ungefähr hin. Als der Haus als Thomas Schwanz, das sieht es ja auch geschockt. Und eben ist klar, dass da irgendwas Ärzere hinterstecken muss, dass er einfach weiter in die Tiefe gehen muss. Als nächstes geht er so vor, er nimmt Markus an der Blut ab und lässt es auf Entzündungsmarker kontrollieren. Das macht Überlastung oder Sehnschein, Entzündung ist angesichts dieser Mertebel da vom Tisch. Der neue Verdacht ist eine Entzündung. Da muss man immer auch an eine Infektion mit Erregern denken. Zum Beispiel mit Bakterien, da gibt's Staphylococcusaurios. Das ist zum Beispiel der häufigste Erreger, der Hautabzesse und Eiterbollen macht. Aber es gibt auch Strebdokokken, die in Frage kommen, die zum Teil Wundrosen mit Schwellungen und Rötungen und Schmerzen auch auf dem Handrücken verursachen können. Hinweise darauf lassen sich im Blut finden. Wie sahen Markus Werte in dieser Blutuntersuchung aus? Unaufällig. Da Thomas Schwan sich sich mehr von versprochen. Durch mehrfache Blutatnahmen haben wir danach gefahren. Wir haben keinerlei Entzündungszeichen gehabt. Das macht eine Backtäielle vor allen Infektionen extrem unwahrscheinlich. Üblicherweise, wenn sich so eine Schwellung durch ein Bakterium auslöst, hat man ex-orbitant hohe Entzündungszeichen. Das explodiert förmlich. Das bringt den Hausarzt zu dem Schluss, um eine Infektion mit Bakterien handeln kann. Was hält er für die Ursache? Das kann er zu dem Zeitpunkt nicht sagen. Trotzdem muss er auf der anderen Seite akut was tun, damit sich diese merkwürdige Entzündung nicht weiter ausbreitet. Er hat sich zu einem pragmatischen Ansatz entschieden. Und macht noch mal einen Versuch mit Cortison. Mit dem Entzündungshemmer schlecht dem. Diesmal gibt er das per Infusion und in der deutlich höheren Dosis. Ich hab immer prill für 8 Tage Cortison mit. Es wurde nicht wirklich besser. Am Anfang hat er noch den Eindruck gehabt, dass die Entzündung zurückgeht, aber nach zwei Wochen fängt die Beuhr auf dem Handrücken an zu wachsen. Auch sein Haus, als weiß er, am langsamen wirklich nicht mehr was da los ist. Es war für mich sehr unbefriedigen, weil er immer wieder wenig auf die Therapie angesprochen hat. Mit Cortison probiert, mit Ibuprofen probiert. Ibuprofen ist nicht nur ein Schmerzmittel, sondern in höhere Reduzierung auch ein Entzündungshemmer. Ich hab nicht so häufig erlebt, dass er beide Mittel einsetzt und so gar nichts passiert. Neder ist ja auch schon ein bisschen verzweifelt. Das Ganze wird sogar noch schlimmer. Als Markus irgendwann wieder in seinem Hobbykeller sitzt und umständlich versucht mit der linken Hand einen von diesen kleinen Figuren zu bemahlen, rutscht sein Hemden ein bisschen hoch. Und da entdeckte sie zum ersten Mal. Ich hab dann noch an mehr Stellen so knürchen bekommen. Und damit sind wir in die Folge gestartet. Jetzt lass uns das noch mal aufdrüsseln, Volker. Zu knottigen Veränderungen unter der Haut. Da kann es aus ganz unterschiedlichen Gründen kommen. Manche Menschen neigen zum Liebhomen, das sind so fettgeschwulste. Andere haben Entzündete-Teilbrüsen, das wären zwei häufige und harmlose Erklärungen. Bei Markus liegt der Gedanke auf der Hand, das es mit der Entzündung zu tun haben muss. Möglicherweise breitet sich unter der Haut weiter aus und das wäre dann schon ziemlich spug, würde ich sagen. Ja, auf alle Fälle ist auch der Haushaltszimlich geschockt. Als Markus in diese Knötchen am Arm noch zeigt. Und trotzdem bringen Thomas Schwahn diese Knötchen auch ein Schritt weiter. Denn es gibt da eine Krankheit und verdächtigen, der sich unter Umständen genauso zeigt, mit solchen Knötchen. Das haben sich so knubbelgebildet. Das sind aus hier Räumagnoten. Gut, die Idee Räumagnoten, das sind feste meist schmerzlose Knötchen unter der Haut. Die treten typischerweise bei Menschen mit Räumatuhider-Attritis auf, also mit Gelenkräumer. Das ist eine chronische Krankheit, dabei greift das eigene Immunsystem, die Gelenk innen haut an. Und das führt zu geschwollenen, schmerzenden Gelenken. Aber 20 bis 30 Prozent der Patientinnen und Patienten mit Räumatuhider-Attritis entwickeln zusätzlich. Auch entzündliche Knötchen im Bindegewebe oder Fettgewebe unter der Haut. Die sind meistens so erbsten groß oder vielleicht noch ein bisschen größer, gut tastbar. Bilden sich auch gerne mal an den Unterarm. Also alles wie bei Markus. Und deshalb schreibt Thomas Schweins Markus auch sofort eine Überweisung zum Räumatologen. Um abklären zu lassen, ob vielleicht ein Räumahinter den Rätselhaften Entzündungen in seiner Hand steckt. Was ein ganz neuer und total guter Gedanke ist, wenn das stimmt, dann ergeben sich vielleicht noch neue Behandlungsmöglichkeiten mit Räumamidikamenten. Und so betritt Markus ein paar Wochen später. In Hamburg, die Praxis der Räumatologin, so haben El Nava Becker. Allerdings muss man schon sagen mit gemischten Gefühlen. Ich bin dahin gegangen und hab gedacht, wenn das Räume ist, wäre ziemlich durft, weil Räume nicht heilbar ist und nicht die Vorstellung nicht mochte, dass ich bis zu meinem Liebesende Räume hab und Medikamenten nehmen muss. Es war schon so eine relativ frustrierende Vorstellung. Das Gefühl kann ich total gut nachvollziehen. Niemand möchte gerne chronisch krank sein. Was hat die Räumatologin den herausgefunden? Leidet er wirklich an gelenkräumar? Das ist auch für sie, zu dem Zeitpunkt nicht 100 % zu beantworten. Zum einen ist das so, diese Bäulen auf dem Arm von Markus Hand und Arm, die passen für die Spezialistin gut zu dem gelenkräumar verdacht. Deshalb prüft sie auch sofort, ob die Räume marker in seinem Blut erhöht sind. Räume marker sind Laborwerte im Blut, die auf einer erräumatischen Erkrankung hinweisen, dazu gehören neben bestimmten Entzündungswerten. Auch Autoantikörper, also Antikörper, die sich gegen eigenes Gewebe richten. Was kommt bei Markus raus? Die Räume marker sind nicht erhöht. Aber damit ist der Räume verdacht nicht automatisch vom Tisch. Wie mir die Räumatologin Nava Becker damals im Interview erzählt hat. Dann gibt es eben auch das Räume. Das haben wir schon häufiger. Das so genanthesionigative Räume zeigt sich nix im Blut, keine Entzündung gar nix weiter. Und trotzdem entwickeln die Patienten, räumatische Beschwerden haben Schmerzen, haben Schwellungen. Und da müssen sie handeln. Und mit Handeln meint sie, sie will auf Verdacht hin eine Therapie starten. Genau. Also sie geht erst mal davon aus, dass Markus ein untypisch Verlaufen des Gelenkräume hat und verordnet eben die entsprechende Therapie. Bei Räume geht es um die Unterdrückung der Autoimmun-Reaktion und dafür wird oft auch Kortison eingesetzt. Das hat Markus ja ohnehin schon bekommen. Und dazu dann noch weitere Immun-Suppressive-Medikamente. Und die kriegt Markus diesmal in deutlich höhere Dorsierungen als vorher und auch über einen längeren Zeitraum. Ich bin im vier Wochen Ritmus da gewesen. Ich fäng an mit 5 Milligramm Kortisonen, 5 Milligramm am Tag. Plus alle. einmal die Woche diese 15 Milligramm MTX. Wenn ihr unseren Podcast regelmäßiger hört, dann kennt ihr MTX vielleicht schon, dass da geht's um das Medikament Metotrex-Hard, das moduliert das Immunsystem und gehört auch zur Basistherapie bei Gelenkräumer. Wenn der Verdacht bei Markus also stimmt, müsste es ihm mit dieser Therapie irgendwann besser gehen. Müsste, aber so ist es leider nicht. Markus Frautina hat das damals ziemlich gut auf den Punkt gebracht. Kurzfristig gab es dann eine Verbesserung durch Medikamente. Und dann wurde es wieder schlimmer. Und dann noch ein neues Medikament oder die Dosis wurde erhöht. So wurde kurzfristig besser. Und dann war immer die Frustration, wenn der Schmerz halt wieder kam. Also Markus steckt damals quasi in der nicht endenwollenden Ruhlungsschleife, so könnte man das sagen. Und das setzt ihm natürlich auch seelisch immer mehr zu. Wie lang gingen denn dieses Auf- und Ab? Das war schon knapp sechs Monate. Also etwa von Juni bis Dezember 22. Und blieb die ganze Zeit die rechte Hand in der Schiene, sodass Markus nicht arbeiten konnte? Genau, die war permanent durchgestellt. Zeichen konnte er jetzt schon seit einiger Zeit nicht mehr. Aber inzwischen fällt ihm auch der Gang ins Büro immer schwerer. Er blagt oft zu Hause schon sich. Für die Arbeit, die liegen gebleben, musste er ein paar mal sogar ein Freibruf lang engagieren. Da wird ihm langsam klar, dass das Ganze auch irgendwie zu einer existenziellen Bedrohung für ihn, seine Familie wird. Man macht sich halt Sorgen. Also das ist schwer zu geschrieben, das Gefühl, aber es ist einfach so, "Naja, wie soll das bloß noch Renten?" Denkt man dann irgendwann. Klar, das würde mir in der Situation auch schlaflose Nächte machen. Und es ist ja nicht nur die Arbeit. Ich hatte vor ein paar Jahren mal einen Gang-Glion am Handgelenk, da konnte ich für eine Weile meine Rechte hand nicht mehr bewegen. Das hat mich wirklich innerhalb kurzer Zeit total verrückt gemacht. Das fing beim Zähneputzen morgens an, eine Haare war schon eine Kaffee-Kano-Hochheben, die Schnürsenkel zu binden. All diese selbstverständlichen Bewegungen gehen dann einfach nicht mehr. Irgendwann ist Markus dann sogar so weit, dass er versucht, sich woanders Hilfe zu holen. Er macht einen Termin beim Zahnarzt aus, dass er in der Hinterstecken könnte. Das ist es aber nicht. Er geht in eine Naturhaltpraxis und versucht es dort mit alternativen Therapien, aber auch die bringen nix. Aber lass uns zurückkommen zu seiner Räumatologin. Wie hat die den reagiert, als sie gemerkt hat, im Laufe dieser sechs Monate, dass ihre Medikamente keine durchschlagene Wirkung zeigen? Sie hat Markus wirklich nach dem Stand der Dinge behandelt. Sie geht davon aus, dass es sich um Geringräume handelt. Das ist der Medikamente immer weiter erhöht, bis die Irgendwann Wirkung zeigen. Das ist die Idee. In das entspricht den Empfehlungen bei Gelenkräumer muss man sich an die optimale Dosis langsamerrandtasten. Nicht alle Patienten sprechen sofort oder gleich gut auf diese Basismedikamente an. Markus war es schon ziemlich auch, dass er auch bei der höheren Dosierung gar nix passiert. Das hat auch die Erfahrt nach Erzden, nach sechs Monaten Therapien. dazu gebracht, das Ganze noch mal zu hinterfragen. Als dann auch unsere Antiolymatikart nicht funktioniert haben. Da war mir klar, jetzt müssen wir schneiden. Wir müssen Gewäbe entnehmen. Wir müssen Gewäbis zu logi haben, um zu sehen, was da los ist. Okay, das ist eigentlich kein Standard vorgehen, aber in unklaren, ungewöhnlichen Fällen kann so eine Gewebeprobe sinnvoll sein. Patologen können eine solche Probe unter dem Mikroskop untersuchen und daraus wertvolle Schlüsse ziehen. Sie schauen zum Beispiel danach, welche Art von Zellen sind da, welche Zellen lösen, die Entzündung aus, ist da vielleicht doch irgendwie ein Erregernachweisbar. Gleichzeitig verstehe ich, dass Dr. Elner Wabacker damit so lange gewartet hat, denn in die ohnehin schon entzündete Hand jetzt auch noch reinzuschneiden, hat eben auch Risiken, die Hand kann stark bluten. Sie kann sich nach dem Eingriff infizieren. Es kann sich eine große Nabe bilden. Das sind ja alles Dinge, die man möglichst vermeiden will. Stimmt, aber Markus und die Roma-Tologen sind jetzt an einem Punkt, wo sie bereit sind, diese Risiken kauft zu nehmen. Also macht Markus einen Termin in der Hand hierherubi. Und wie lief die Proben in Name und was haben die Patologen dann herausgefunden? Dazu kommen wir ein bisschen später, weil vorher noch was passiert, was Markus auf eine völlig neu und auch auf eine völlig unerwartete Spur bringt. Und zwar fängt das Ganze mit einem Besuch von einem Kollegen aus Lübeck an. Der kommt bei ihm kurz vor Weihnachten im Büro vorbei, um ihm ein kleines Geschenk zu überreichen. Und bei diesem Besuch ändert sich überraschend alles. Dann hat er meine bandagierte Hand gesehen, dann hat mich gefragt, was hast du denn gemacht? Und dann hab ich ihm so einen kurzen Abriss geschildert. Wie lange ich dann schon dran rumhühner. Und dann fragte ich mich direkt auf den Kopf zu Hass und Aquarium. Oh, okay. Eine Frage, die Markus in der Situation wahrscheinlich sehr überrascht hat. Aber ich könnte mir vorstellen, bei dem ein oder anderen von euch macht es vielleicht jetzt schon Klick. Hat Markus in ein Aquarium? Er hat und zwar, er steht im Wohnzimmer der Sandhalsseiten ein paar Jahre tatsächlich in Aquarium. Das hat sich so zugetragen, als die Kinder, damals unbedingt ein Haus zu haben wollten, haben sich die Sandhals dafür entschieden. Denn Hund braucht so viel Betreuung. Und gegen Katzen ist eine seiner Töchter ein Lärm. Und so kam es eben zu dem Aquarium im Wohnzimmer. Als Markus das damals hört und der Kollege das Aquarium anspricht, ist er wie vor ein Kopf geschlagen. Wie kostet er auf die Idee? Ja, hab ich. Ja, ich hab damals gesehen im Fernsehen. Das war aber Abend vorher Diagnose. Ich freue mich immer total, wenn sich Menschen an unsere Folgen erinnern und die Geschichten jemandem helfen, vielleicht noch mal auf eine neue Idee zu kommen, was ihm oder ihr fehlen könnte. Und an diese TV-Volge mit dem Aquarium kann ich mich natürlich auch noch erinnern. Die ist aus dem Jahr 2012, also schon ein echter Abenteuer der Diagnose klassiker. Kann man so sagen. Aber Markus kennt diese Folge auf alle Fälle nicht. Und als ein Kollege wieder gegangen ist, setzt er sich sofort an den Computer und ruft den Film von damals in der Mediatheke auf. Dann hab ich dem Bericht gesehen und hab nur gedacht, die Beschreibung der Schmerzen, die Beschwerden und auch der Verlauf. Das passt alles eins zu eins. Der Mann, um den es in dieser alten Folge ging, das waren Lehrer. Und er hatte plötzlich eine dicke Beule an der Hand, eine Entzündung, die sich immer weiter ausgebreitet hat. Er wurde dann sogar mehrfach operiert. Ich erinner mich dunkel, dass er irgendwann so eine blitzformige Harry Potter-Narwa auf dem Handrücken hatte. Und damit war er die große Attraktion auf dem Schulauf damals. Kann ich mich auch noch erinnern. Ja, also die Ursache für diese Beule, die der Direktor damals hatte, versteckte sich im Schul-Eigenen Aquarium. Und zwar hat sich der Lehrer da mit einem ganz ungewöhnlichen Keim infiziert. In unserer Folge von 2012 sprechen die Erze von einer absoluten Rarität, so was kommt sie er selten vor, und es müssen auch einige Voraussetzungen erfüllt sein, damit das überhaupt passieren kann. Wie wahrscheinlich ist es, dass Markus sich so einen Keim aus dem Aquarium eingefangen hat? Ja, das ist jetzt die große Frage, die er sich natürlich auch sofort stellt. Er setzt sich am nächsten Morgen mit seiner Frau zusammen, und die beiden machen sich quasi selbst auf Spuren so. Also, sie machen sich erst mal im Internet schlau über diesen Aquarium-Kaim. Und finden dabei raus, es hört sich eigentlich lapida an, aber so ist es. Die erste Voraussetzung für so eine Infektion, es muss ja ein Täter vor Ort gegeben haben. Klar, immer Aquarium mussten erreger gewesen sein, der solche Entzündungen wie beim Markus auslösen kann. Ganz genau. Und in dem alten Abenteuerdiagnosefall waren das Bakterien und zwar eine ganz bestimmte Gattung der Müko-Bakterien. Das ist ja eine große Gattung mit ca. 50 verschiedenen Arten. Die bekanntesten sind das Müko-Bakterium tuberkulose, das ist der Erreger der tuberkulose. Und dann gibt's auch noch das Müko-Bakterium lepre, der Erreger der lepre. Ich hoffe, ich habe das richtig ausgesprochen. Klangut, fand ich. Also, aber in dem Fall von dem Lehrer war das ein viel weniger bekanntes Bakterium, was da die Hauptrolle des Spiels da hat. Warum es sich da handelt, kann man es effektzellogisch, Stefan Schmiedel von der Hamburger Uniklinik kurz erklären. Den hab ich dazu befracht. Das ist ein Süßwasser-Kaim. Der Krankheitsbild, ein Tierreich vor, ruf das also eine Zonose, eigentliche Tierkrankheit. Es handelt sich also um einen Kaim, der normalerweise Fische befällt. Waren die Fische-Markvarium von Markus Sandert in irgendwann mal krank? Fragen sich die beiden natürlich auch überlegen, was hier und dann fällt ihm tatsächlich was ein. War das nachdem Markus im Herbst 2021 ein von diesem bleulich Violet-Schimmern in Kampfischen gekauft hat und im Aquarium ausgesetzt hat, war es so, dass die anderen Fische krank geworden sind. Die Fische sind krank gewesen. Man hat gemerkt, dass die halt nicht so unterraum geschwommen sind und sind es auch mal ein Fisch gestorben. Dann hab ich ein Fisch mit in Aquariumladen genommen und eine Wasserprobe und hab das den Kollegen gezeigt. Und er hat darauf geguckt und er hat mir gesagt, dass Fischtuberkulose in meinem Aquarium drin ist und hat mir ein Mittel gegeben, was sich in das Aquarium reinfund sollte, um die Bakterien loszuwerden. Man kann sich vorstellen, Markus ist jetzt wirklich im Detektivmodus. Der steht auch vom Tisch, geht zu dem Aquarium und drunter ist so ein kleiner Schrank und da sucht er nach dem alten Mittel. Das hat er zum Glück nicht weggeworfen. Und irgendwo in dem kleinen Duktan in der Beschriftung auf der Dösschen steht tatsächlich gegen Befall mit Möko-Bacteriummarinum. Und das ist der Auslöser der Fischtuberkulose. Markus hat jetzt also in Dietz Nummer eins, es war damals tatsächlich ein Keim im Wasser und es waren Möko-Bacterien. Aber das ist alleine reichen natürlich nicht. Der Keim muss ja irgendwie die Möglichkeit gehabt haben, in Markus Körper zu kommen. Und das ist erst mal nicht das, was Möko-Bacteriummarinum von Natur aus macht. Nee, für Dessbacterium sind wir als Menschen gar nicht so interessant. Also irgendwas nicht so interessant wie Fische. Genau. Deshalb habe ich den Infektionologen Stefan Schmidl gefragt, was denn für Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit sich ein Mensch mit diesen Keim überhaupt anstecken kann. Er hat das vornermaßen erklärt. Man muss auch eine Eintrittsvorte haben, das heißt zumindest winzig kleine Hautläsionen, vielleicht sogar unsichtbare kleine Raustellen, vielleicht ein kleines exhebende kleine Hautetzündung. Und war da was beim Markus? Wieder überlegen die beiden ein bisschen und wieder fällt ihnen auch dazu was ein. Da gibt es auch eine Spur. Ich kann mich sehr genau daran erinnern, dass ich im Herbst, wie das dann so der Fall ist, draußen die Böscheschneide und wir haben unter anderem ein Feuer dorn im Garten. Und da bleibt es halt nicht aus, dass man sich da einen kleinen Cut von holt. Und genau mit dieser Hand ist dann ungeschützt ins Aquarium gegangen? Ganz genau. Und zwar ist es so, nachdem sich die erste Euphorie bei den Kindern geleist hatte, ist die Aquariumpflege komplett an Markus hängen geblieben. Auch ein Klassikort. Ja, alles. Ja. Und so war es eben auch an dem bewussten Tag im Herbst. Und dann hatte ich noch gesehen, du hast dann Cutt machst du jetzt ein Flaster drüber, auch egal, und hat dann als Schließendes Aquarium sauber gemacht. Und da war dann halt der noch ungeschützte, unverschaffte kleine Cut. Genau an der Stelle, wo es dann auch anfing wie zu tun. Volker, das klingt ja jetzt nach einem vollen Farnungserfolg. Markus und seine Frau Ganserlein haben nirgendlose Indizienkette hergeleitet. Aber das muss jetzt noch ärztlich bestätigt werden. Wie gehen Sie das an? Da steht ja zum Glück sowieso noch die Gewebe in einer Mahmahmhantierung an. Und dem erzählt Markus auch gleich von seinen Verdacht. Und bespricht mit ihm, dass eben eine Probe auf seiner Hand auf dieses Möko-Batterommarinum hingetestet werden soll. Am 22. Dezember 2022 ist es dann tatsächlich soweit. Und der Hand hier rücköffnet die Hand von Markus Sander. Zum einen eben um die zu entlasten von dieser riesigen Schwelle, die ja mittlerweile oben auf dem Hand drücken hat. Und zum anderen um Proben auf der Hand für die Analyse in ein Spezialabor zu schicken. Und Spezialabor muss es sein, weil Möko-Bakterien sich total schwer nachweisen lassen. Das kann nicht jedes Labor, sondern dafür brauche es Experten. Und die sitzen hier in Norddeutschland im Nationalen Referenzzentrum für Möko-Bakterien und das befindet sich in Bostel, eine knappe Autostunde von Hamburg entfernt. Und wie die Proben von dem Hand hier rücken. Nach Bostel kommen ist schon ein kleines Abenteuer. Und zwar hat Markus, nachdem er von dem ambulanten Eingriff aufgewacht ist, sich zusammen mit einem Freund ins Auto gesetzt und die selbst dahingebracht. Das ist der schnellste Weg, um eine Gewebeproben dahin zu kriegen, dass die Vorweihnachten noch anfangen, das zu untersuchen. Und dann bin ich mit meinem Frisch verbundenen Arm und der Blutbodill und am Arm da reinmaschiert in Bostel und habe da meine Gewebeprobe abgegeben. Wow, was für ein Bild. Also ich würde sagen, voller Körper einsatz. Markus wollte es offenbar wirklich schnell wissen. Ein kleiner Beschleunigungsbooster ist sicher auch sinnvoll, denn nicht nur die Postbrauchlange, auch der Nachweis von Möko-Bakterien ist eine ziemlich zeitintensive Angelegenheit. Komm, wir gleichzu. Einmal kurz zu Bostel. Da kümmert sich in Labormediziener um die Proben und er heißt Martin Kuhnz und der ist wirklich ein Spezialist für Möko-Bakterien. Die wichtige, besonders. dass sie sich sehr langsam teilen, dadurch auch sehr langsam wachsen. Und deswegen braucht man ein besonderes Labor, welches besondere Nährmedien zur Anzucht verwendet, und die auch besonders lange begrüttet. Bedeutet, wenn man die Proben dann in einer Petri-Schale mit einer Nährlösung ansetzt, dauert es meist mehrere Wochen, bis darauf Bakterienkolonien sichtbar werden. Dabei kommt es auch auf die richtige Temperatur an. Müko-Bacteriumarienum ist ein kleines Sensibelchen, aber wenn es Marktemperaturen um die 30 Grad, da kannst du optimal wachsen. Wenn es zu kalt ist oder zu warm ist, dann passiert wenig bis gar nichts. Was auch erklärt, warum diese Bakterien bei Menschen gerne die Hände befallen, da ist es deutlich kühler als im Restes-Körpers. Befallen tun sie die Hände in erster Linie, weil da die so offenen Eintrittsforten sind. Aber wenn sie da einmal reingekommen sind, dann können sie sich da viel besser einnisten in der Körpermitte. Ist die Temperatur ungefähr bei 37 Grad. Das ist viel zu hoch für die, aber in den entfernt liegenden Extremitäten Händen und Füßen. Da legt sie bei 30 Grad im Temperaturoptimum für die. Jetzt aber zu wichtigsten Fragevorgekonte, dass Labor in Markus Probe denn Müko-Bacteriumarienum nachweisen? Das Markus weiß, dauert es noch mal drei lange Wochen. Dann meldet sich Dr. Kuns bei ihm telefonisch. Die haben drei Proben gemacht, alle drei Proben wurden positiv auf Müko-Bacteriumarienum getestet. Da hatten wir es dann schwarz auf weiß, dass es richtig Freude, die man empfindet oder empfunden hat. Ja, so klingt norddeutsche Freude. Aber ich bin mir sicher, dass es ein toller Moment für Markus und seine Frau war, der beweist, dass sie recht hat mit ihrem Verdacht und ihrer Herleitung. Definitiv. Man kann jetzt wirklich von einer Beweiskette sprechen. Markus neuer Kampffisch. Die Fischteborkolose im Aquarium. Die kleine Fingerverletzung bei der Gartenarbeit. Die Infektion bei der Aquarenenpflege passt einfach alles zusammen. Die Entzündung in seiner Hand und diese merkwürdingen Knobbel sind die Folge einer Krankheit, die sich fischtenkt, die sie es nennt. Was ich auch super spannend finde. Markus Hausarzt hatte ja schon früh den Verdacht, dass es eine bakterielle Infektion sein könnte und hat die Entzündungswerte geschickt, aber weil die nicht richtig erhöht waren, hat er den Verdacht verworfen. Ich habe extra noch mal nachgeschaut. Bei einer Infektion mit Müko-Bacteriumarienum ist es sogar typisch, dass die Entzündungswerte im Blut kaum ansteigen. Das muss man natürlich wissen. Ich muss ehrlich sagen, ich war viele Jahre Aquarihana und kannte die Krankheit bis 2012 auch nicht. Oh, guck mal, ich lerne heute was Neues überdicht. Du hattest auch ein Aquarium. Ich hab mit 12. Das Aquarium meines großen Bruders geärbt, mit zwei Goldfischen. Und ehrlich gesagt, das Sauber machen, das fand ich immer richtig schlimm. Die sah eigentlich gegrügt. Das richten wir hier, je nachdem wie oft man das auch macht. Ich hatte da wirklich viel mit zu tun. Ich bin ja Biologer und man kann sagen, ich hab meine Diploma-Walt quasi nicht im Aquarium, aber über Tiere in einem Aquarium beschrieben. Und zwar ging es dabei kurz und knapp über Gift im Wasser. Wie verschiedene Organismen, dieses Gift anreichern oder ob sie das überhaupt machen. Und alle Versuche dazu fand eben im Aquarium statt. Ich hab auch mein Geld als Student, teilweise als Studentische Hilfskraft im Keller von diesem Institut verdient und hab da Fische gefüttert. Also rein war so standardquare und ich musste die Sauber machen, pfüttern und so weiter. Da war ich garantiert mit einer kaputtem Hand in den Becken. Und ohne Handschuhe? Und ohne Handschuhe. Und deshalb hab ich mal den Kunst damals gefragt, wie sich ausgerechnet Markus Sander infiziert hat und ich und Millionen anderer Aquarihana, die auch mal ohne Handschuhe in dieses Becken lang eben nicht. Das hat er gesagt. Ein bisschen Pechgut dazu. Nicht alle besenden, hol dich seiner Erkrankung, sehen eine Aquariumfossen wie Sander, manche am Glück unter Kranken nicht, andere haben Pechgutter Kranken. Das finde ich jetzt ehrlich gesagt aber auch nicht sehr wohl. Da würde ich doch lieber auf Nummer sicher gehen. Beim Griff ins Becken-Handschuhe anziehen. Und so empfehlen das ja auch die Experten. Jetzt haben wir Markus Geschichte aber noch nicht zu Ende erzählt. Wie ist er die Bakterien in seiner Hand denn los geworden? Also das war noch meine Geschichte für sich. Man könnte auch sagen, der zweite Teil von Markus Ortecee. So, er musste über viele Wochen ein Cocktail aus drei verschiedenen Antibiotika schlucken. Aber er verträgt ihn nicht. Er bekommt diverse Nebenwirkungen so, dass immer wieder ein Antibiotikum von den drei gegen anderes ausgetauscht werden musste. Er kriegt zum Beispiel ein Antibiotikum, das wird bei tuberkulose Erkrankungen eingesetzt. Das heißt Etambutol und bei dem ist es so, dass das bekannt ist für Nebenwirkungen, die auf die Augen gehen. Also bei Markus ist es so, dass er eines Tages nicht mehr richtig gucken kann. Die Sehstellung werden immer heftiger, sodass er schließlich bei Stefan Schmidl, dem Infizilogen aus dem UKE von dem er vorhin schon gehört haben, bei dem Land erdernd. Was man machen muss, wenn solche Sehstellung auftreten ist, man muss sofort das Medikament beenden. Das haben wir dann bei Handsander auch so gemacht. Und die Prognose, das heißt die Aussichten, das Augenlicht, wieder zu erlangen. Dafür gibt es schlechte Vorhersagewerte. Manche Patienten besser sich das über die Zeit wieder. Es gibt aber durchaus Patienten, und das haben wir auch schon selbst erlebt, die auch nach einer kürzeren Behandlungsdauer blinnet sind und wo das Augenlicht überhaupt nicht wieder gekommen ist. Man, also noch mal ein richtig erschreckender und dramatischer Moment für Markus. Mhm. Aber Markus ist wohl gerade noch rechtzeitig zu Stefan Schmidl gekommen. Der setzt das problematische Mittel ab und ersetzt es durch ein anderes Medikament. Und damit kommt Markus gut zurecht. Ein halbes Jahr später hat er sein Augenlicht zurück und die Knötchen an seinem Arm sind komplett verschwunden. Nur am Handrücken, da geht das nicht so einfach, da musste er tatsächlich nochmal operiert werden, eben um diese riesige Schwellung zu beseitigen. Aber jetzt, heutzutage, ist alles wieder in Ordnung. Also er kann wieder alles sehen. Auch diese kleinen Figuren beim Tabletopspielen kann er wieder gut händeln und auf der Platte setzen, also alles okay. Die Hand ist muttoreisch leicht eingeschränkt. Also nicht so, dass das jetzt so sehr stört im Alltag. Aber ich kriege den Faustschluss nicht 100% in den Komplett. Und das Handgelenk ist auch nicht ganz so groß in der Bewegung. Wie links, aber alles gut. All das Auto hat auch eine Schramme insofern. Das finde ich ein sehr sympathischer Vergleich. Äh, letzte Frage. Gibt es denn das Aquarium im Hause Sander noch? Und wie macht Markus das mittlerweile mit der Reinigung? Also, das Aquarium haben die Sander sofort abgeschafft, als die Diagnose da war. Sie haben sich dafür entschieden, statt dessen Klavier ins Wohnzimmer zu stellen. Und kam damit bei den Kindern, glaube ich, wirklich besser an als Mitte in Fischen. Kann ich auch verstehen, so ein Klavier muss auch seltener Sauber gemacht werden, da reicht alle paar Wochen mal abstauben. Ja, riecht auch nicht so doll. Völker, vielen Dank für diesen spannenden Fall. Wir können festhalten so ein Aquarium. Das kann gefährlicher sein als gedacht. Und wenn ihr eins habt und plötzlich merkwürdige Entzündung unter der Haut entwickelt, dann wisst ihr jetzt Bescheid. Und wenn ihr wissen wollt, was noch so alles in so einem Becken lauern kann, dann empfehle ich euch unsere Podcastfolge verhängnisvolles Hobby. Kann ich mich noch gut daran erinnern? Also da kommt der Übeltäter aus einer ganz anderen Richtung, so viel verratig schon mal. Das war eine unserer ersten Folgen. Wenn ihr zu unserer heutigen Folge noch Fragen, Lob oder Kritik habt, dann kommentiert gerne oder schickt uns eine Mail an Abenteuer, Unterstrich, Diagnose@ndrde. Und wenn ihr es noch nicht getan habt, dann folgt uns gerne, dann verpasst ihr keine neue Folge. Und jetzt bitte noch nicht abschalten. Ich hab nämlich noch einen Tipp für euch. Habt ihr schon mal davon gehört, dass man ernsthaft vorhatte, mit Atombompen Straßen im Gebirge zu bauen. Das war wirklich so. Nach Hiroshima haben Ingenieure in den USA und in der Sowjetunion an die zivilen Nutzung von Atombompen geglaubt. Ob sie es tatsächlich probiert haben, könnt ihr im Podcast von "alles Geschichte" hören. Dort findet ihr solche echt skurrilen Geschichten, aber natürlich auch Folgen zu ereignissen, die die Welt bis heute geprägt haben. Ich höre alles Geschichte, fast jedes Wochenende beim Kochen und findst immer mega spannend und super erzählt. Von mir also alle Daumen hoch, hört doch gerne selber mal rein. Alles Geschichte der History Podcast, den findet ihr bei ARD-Sounds und überall wo es sonst Podcast gibt. [Musik]

Podcast Summary

Key Points:

  1. Markus Sandler entwickelt nach einer anfänglichen Fingerverletzung eine hartnäckige Entzündung an der Hand, die sich trotz Behandlung mit Ruhigstellung und Cortison ausbreitet.
  2. Es bilden sich zusätzlich knotige Veränderungen unter der Haut am Arm, was zunächst den Verdacht auf eine rheumatoide Arthritis nahelegt.
  3. Die rheumatologische Behandlung schlägt nicht an, und die Ursache bleibt monatelang rätselhaft, was zu erheblicher beruflicher und psychischer Belastung führt.

Summary:

Markus Sandler, ein 48-jähriger Bauingenieur, bemerkt Anfang 2022 nach einem kleinen Haushaltsunfall eine schmerzhafte Schwellung an seinem rechten Ringfinger. Statt zu heilen, breitet sich die Entzündung auf weitere Finger und das Handgelenk aus. Sein Hausarzt diagnostiziert zunächst eine Sehnenscheidenentzündung und behandelt mit Ruhigstellung und Cortison, doch der Zustand verschlechtert sich.

Ein MRT zeigt eine große entzündliche Masse auf dem Handrücken. Als sich auch knotige, unter der Haut liegende Veränderungen am Unterarm bilden, kommt der Verdacht auf rheumatoide Arthritis auf. Ein Rheumatologe beginnt eine entsprechende Therapie mit Immunsuppressiva, doch auch diese schlägt nicht an.

Über Monate hinweg kann Markus seine rechte Hand nicht benutzen, was seine Arbeit als selbstständiger Bauzeichner massiv einschränkt und ihn sowie seine Familie zunehmend verzweifeln lässt. Die eigentliche Ursache seiner mysteriösen Symptome bleibt vorerst ungeklärt.

FAQs

Typische Symptome sind Schmerzen, Schwellungen, Rötungen und Druckschmerz an den Gelenken, oft durch Überlastung verursacht. Die Sehnenscheiden entzünden sich, wodurch die Sehnen bei Bewegung nicht mehr gut gleiten können.

Die Behandlung umfasst Ruhigstellung der betroffenen Hand oder des Fingers sowie die Einnahme entzündungshemmender Medikamente wie Cortison. In einigen Fällen kann auch eine Schiene verwendet werden, um Bewegungen zu verhindern.

Rheumatische Knötchen sind feste, meist schmerzlose Knötchen unter der Haut, die bei 20-30% der Patienten mit rheumatoider Arthritis auftreten. Sie bilden sich oft im Binde- oder Fettgewebe, beispielsweise an den Unterarmen.

Ja, es gibt seronegative rheumatoide Arthritis, bei der keine erhöhten Rheuma-Marker im Blut nachweisbar sind. Patienten können dennoch typische Beschwerden wie Schmerzen und Schwellungen in den Gelenken haben.

Cortison ist ein starkes entzündungshemmendes Medikament, das bei verschiedenen Entzündungen eingesetzt wird, einschließlich rheumatoider Arthritis. Es unterdrückt die Immunreaktion und kann Symptome lindern, aber nicht immer die Ursache beheben.

MTX (Methotrexat) ist ein Medikament, das das Immunsystem moduliert und zur Basistherapie bei rheumatoider Arthritis gehört. Es wird eingesetzt, um Autoimmunreaktionen zu unterdrücken und Entzündungen zu kontrollieren.

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