Queere und Trans Geographien (mit Dr. habil. Jan Hutta)
39m 53s
Die Podcast-Folge führt in das Forschungsfeld der Queer- und Trans-Geographien ein. Gast Jan Hutter erläutert, dass diese Disziplin analysiert, wie heteronormative Machtverhältnisse Räume strukturieren und wie queere und trans Personen davon betroffen sind, aber auch alternative Raumpraktiken und politischen Aktivismus entwickeln. Die Begriffsgeschichte von "Queer" wird als angeeigneter, politischer Kampfbegriff mit unterschiedlichen Schreibweisen (z.B. CUIR, KVIR) dargestellt, die verschiedene globale und postkoloniale Kontexte widerspiegeln. Trans-Geographien werden als notwendige, eigenständige Perspektive hervorgehoben, um spezifische Diskriminierungserfahrungen sichtbar zu machen.
Das Verhältnis zu feministischen Geographien ist eng, da beide Heteronormativitätskritik und Intersektionalität teilen. Queer- und Trans-Geographien legen jedoch einen stärkeren Fokus auf Sexualität, Begehren und lustvolle Raumaneignung. Hutter stellt seine eigene Forschung in Brasilien vor, die strukturelle Gewalt (insbesondere gegen Schwarze, queere und trans Personen) mit der Untersuchung von Handlungsfähigkeit und affektiven Räumen der "Geborgenheit" verbindet. Er betont, dass positive Gefühle und Zugehörigkeit eine Grundlage für politische Mobilisierung sein können. Methodisch arbeitet er ethnografisch und reflektiert kontinuierlich seine eigene Positionalität als weißer, cis-männlicher Forscher aus dem globalen Norden.
Herzlich willkommen zum Femme Geoportcast, ein Podcast über feministische Geographien. Mein Name ist Marlou Gauss und mir ging übersitzt Elisabeth Millets. Hallo Marlou, schön dich zu sehen. Sag mal, gibt es eigentlich ein Thema, was du jetzt auch in meiner Vorlesung zur feministischen Geographien hier an der Universität Innsbruck vermisst hast oder was dir aufgefallen ist? Mir ist ein bisschen aufgefallen, dass in diesen feministischen Geographien teilweise so die Lebenserfahrung von Quieren und Transmenschen noch nicht so ganz im Tentrum steht und da bin ich über die feministische Geo-Rund-Mail auf ein Themenfeld gestoßen von 2020, das im Juli entschieden die Nummer 82, die geht eben genau um Trans- und Quere Geographien und das fand ich super spannend und auch sehr schockierend. Oh Gott, warum, was hast du da gelesen? Der Einatungstext ist von Jan Hutter und Leon Witzel und die Schrieben auf Seite 2, das ich zitiere, die sogenannten Konversationstherapien für schwule und Lesben in Deutschland erst im Mai dieses Jahres, also 2020, verboten worden sind und obwohl mir eigentlich schon das bewusstest, das schwule und Lesben noch nicht eben so viele Rechte haben wie Heteronormative Menschen, aber dennoch fand ich das so schockierend so was zu lesen und umso spannend da würde ich es schon finden, das eben auch noch mal aus den Forschenden perspektive zu erfahren. Ich finde das ein total guten Punkt, den du machst und ich kenne diese feministische Geo-Rund-Mail auch, vor allem weil ich auch Jan Hutter kenne und das finde ich einer der Experten in der deutschsprachigen Geografie für genau dieses Thema, Quere und Trans-Geografien, sie auch kein Wunder, dass er diese feministische Geo-Rund-Mail Nummer 82 zu dem Thema rausgebracht hat und ich will vorschlagen, wir rufen ihn einfach an und fragen ihn, vielleicht noch mal kurz für dich zur Einordnung. Jan war bislang akademischarat in der Kultur-Gegrofie an der Uni Beiroit, aber ab Januar 2026 wird er Professor für empirische Kulturwissenschaft an der Uni Hamburg sein. Schauen wir mal, was der uns erzählen kann zum Themenfeld der Quere und Trans-Geografien unter Geografien der Sexualität. Ja, ich freue mich, dass wir ihn anrufen. Hallo Jan, schön dich zu sehen, schön, dass du als Gast in unseren Podcast kommst. Hallo. Hallo, auch von Miriam. Ja, fangen wir gleich an, was können wir uns denn unter Quieren und Trans-Geografien vorstellen und wie würdest du auch so Quiere und Trans-Geografien von vielleicht den Gender-Stadis oder Queers-Stadis unterscheiden? Also grundlegend kann man denke ich sagen, dass sie sich damit beschäftigen, wie heteronormativität räumliche Prozesse prägt. Also die gesellschaftliche Priviligierung von heterosexuellen und zissgeschlechtlichen Lebensweisen orientiert an so einem westlichen weißen Mittelschichtsmodell der Kleinfamilie. Also so wie diese heteronormativität räumliche Prozesse auf ganz unterschiedlichen Ebenen prägt und damit verbunden auch wie unterschiedliche Communities von lesten, schwulen, bisexuellen, trans und nicht den Herrn und Queer person davon betroffen sind. Und aber auch wie diese Communities und Subjekte wollen wir für ihre Raumpraktiken quieren. Also welche Alternativen oder widerständigen Raumpraktiken sie entwickeln und auch welche Formen von politischen Aktivismus sie voranbringen und wie das dann auch wiederum Raumproduktion verändert. Also vielleicht noch ein bisschen was ihr habt jetzt diese Formulierung Quiere und Trans-Geografien verwendet. Also dazu kulieren auch so ein bisschen unterschiedliche Begrifflichkeiten. So Quiere Geografien ist da schon so ein bisschen ein älteres Schlagwort gewesen. Also etwas länger etabliert schon und auch Quiere ist aber ja ein Begriff der und unterschiedlichen Kontexten verschieden verwendet wird. Also der wurde stark in den anglofonen Bereich wiederum geprägt. Also die Quiere Statie sind ja so in den 90er Jahren aufgekommen und Quiere als so ein ehemal so abwertender Begriff der irgendwie was was schräg ist und aber auch was super wärs bezeichnet hat und was ganz viele Konnotationen auch das ist der Natur und so hatte, wurde neu angeeignet von sozialen Bewegungen und das hat dann auch im akademischen Bereich, wurde das angeeignet und da ging gab es wirklich auch soziale Kämpfe drum. Also man muss sich überlegen. In den 80er Jahren da gab es auch HIV/AIDS und da gab es wirklich sind Menschen gestorben und viele Gewalt auch rummung, frobe und transfrobe Gewalt und Quiere war eigentlich in diesen Kämpfen ein politischer Kampfbegriff. Und die Quiere Staties haben vor diesem Hintergrund auch neue Formen von Business Produktion geprägt, aber das war dann eben alles erst mal stark, auch so ja in den USA, Nordamerika, Kanada, da wurde das stark so etabliert in den Unis und andere in anderen Kontexten konzentren sich die Leute aber nicht so richtig mit dem Schlagwort Quiere identifizieren und inzwischen wird das auch teils anders geschrieben, also in Latinamerika wird das zum Beispiel teils C-U-I-R, also wie man das auf spanisch oder portugiesisch ausbrechen würde Quiere geschrieben und es wird dann gesagt, Quiere ist eben damit es irgendwie auch politisch progressiv ist, muss gleichzeitig die Kolonial gedacht werden. Also es muss kritisch sein gegenüber allen Formen von Kolonialen und imperialen Machtverhältnissen, auch der konkrete historische Kontext gerade in Regionen, die von Siedlungskolonialismus geträgt ist, dass in USA ja auch der Fall ist, muss reflektiert werden und interessanterweise auch im Mittel- und osteuropäischen Kontexten, also auch im Kontexten mit slawischen Sprachen, da wird das teils K-V-I-R Quiere geschrieben, um auch sozusagen zu signalisieren, es wird hier ein bisschen anders angeeignet, es wird auch ein bisschen anders verwende, das hat in anderen Kontexten, in anderen Hintergrund und das ist alles inzwischen auch Teil, also wenn wir es Quiere Geografien sagen, dann schreiben wir das zwar meistens Q-U-E-R, aber wir sollten uns eigentlich darüber im Klann sein, dass wir das auch Q-U-I-R oder K-V-I-R schreiben könnten und das jeweils sich anders verortet. Und Trans-Geografien waren auf unterschiedliche Weise auch von an Beginn so teil von diesen ganzen Diskussionen, also diese Kämpfe, die ich am Anfang erwähnt habe und wie das in die akademischen Bereich reingekommen sind, da haben auch immer Trans- und nichtbinäre Subjektivitäten eine starke Rolle gespielt, aber oft wurde primär auf die Erfahrungen von Lesen und Wohlen cis Personen fokussiert und das jetzt explizit auch Trans-Subjektivitäten und Politik in den Vordergrund kommen, also es gab da auch ja, also in den 2000er arbeiten zum Beispiel von Petra Dohn und dann gab es so ein programmatisches Paper in Genderplace im Kulturen herausgegeben von Cat Brown, Catherine Nash und Sally Heinz, die dem Begriff Trans-Geografie ist dann das erste Mal wirklich so als ein Begriff verwendet haben, der auch gemeint ist, also eine Unterdisziplin und ein eigenes Forschungsfeld und was auch Ressourcen und Veröffentlichungsorgane braucht, um einfach noch mal deutlich zu machen. Die Verordnung, die Betroffenheit von Diskriminierungen, der Zugang zu Ressourcen und auch überhaupt die Kämpfe, um dies geht, sind bei trans und nichtbinären Personen einfach noch mal ganz andere als bei vielen Lesen und Wohlen und daher, also wenn wir jetzt von Quieren und Trans-Geografien sprechen, dann ist das immer quasi gemeint in Sinne von, also ein extantiver Begriff von Queer, der denkt auch, oder wird auch mit Angetrieben vielleicht so rum von Trans-Positionalitäten, es macht aber auch Sinn, Trans-Geografien nochmals eigenständiges Feld aufzumakieren, weil viele Bereiche von Queer-Geografien trans auch manchmal nicht mitdenken, oder die Kämpfe eben auch nicht mit berücksichtigen, so genau. Und du hattest jetzt auch noch gefragt nach so dem Verhältnis von Queer und Gender Studies. Also zum einen sind die Bereiche ja total verflochten miteinander, weil diese ganze Debatte und Queer-Geografies ist eben auch vor dem Hintergrund von Queer Studies und Gender Studies entstanden und viele der Themen auch heteronormativitätskritik wurde eben in Queer- und Gender Studies geprägt. Und gerade so in der Queer-Anthropologie und der Queer- und Gender-Soziologie gibt es teilweise also Forschungsprojekte, die könnten genauso gut auch unter Queer- und Trans-Geografies laufen so. Gleichzeitig haben Queer und Gender Studies historisch ein bisschen eine stärkere geistetwissenschaftliche Prägung, also so in den 90ern waren gerade so debattend, um die Psychoanalyse und das Begehren, die dann stark in der Literaturwissenschaften diskutiert wurden, besonders stark und dann Disziplin, wie die Biografie, haben das eben viel stärker noch mal verreubendlich, empirisch in konkreten Kontexten sich angeschaut. Und ich würde sagen, dass da eben die Biografie eine der Disziplin ist, die eben stärker empirisch arbeitet und die Dinge verortet und noch mal schaut, vielleicht auch noch mal explizit in unterschiedliche Kontexte, auch so die Frage noch mal, wie sieht das? Jenseits das Nordatlantics aus, in welche Formen von Queer-Geografien gibt es das so, und welche Kämpfe werden an unterschiedlichen Orten geführt. Am Anfang hast du ja auch Geography of Sexualities angesprochen, also würdest du das jetzt so benennen? Diese Begriffe, also Geography of Sexualities, vielleicht dazu noch kurz, das war eigentlich so der Begriff, der sich in den 90ern bisschen früher etabliert hatte, was so auch eine Institutionalisierung betrifft. Also es gab so diesen Band "Mapping Desire" von David Bell und Jill Bellin Teil 1995 und der Untertitel war Geography of Sexualities. Und in der Folge war das dann eigentlich wie so eine Plattform innerhalb derer sich auch Arbeitsgruppen uns so gefunden haben. Insofern würde ich da sagen, dass ich da ist gar nicht so daran hängen, ob das heißt Geography of Sexualities oder Queer in 20 Geographies heißt, sondern eher, was machen die Leute, die sich in diesem Feld bewegen? Bevor wir vielleicht gleich noch mal mehr über deine eigene Forschung erfahren, ist es, glaube ich, wichtig für unsere Zuhörenden noch mal kurz, das Verhältnis von feministischen Geographien und Queer und trans Geographien, bzw. Geografienes Sexualitäten zu, na ja wenigstens anzuschneiden und zu diskutieren, weil der Podcast, ja, den Titel hat ein Podcast über feministische Geographien. Genau, also die heutige feministische Geografie, die ist ja auch total von heteronormativitätskritik informiert und es daher hat total viele Bezüge und hat auch gerade so diese Frage von Herformativität, also auch wie Raumproduktion durch das, durch Kreuzen von Normen in alltäglichen Praktiken stattfindet, also orientiert und hat stellt machtkretische Fragen, stellt Fragen nach intersectionalität, also wie unterschiedliche Machtverhältnisse und Ausgrenzungsformen zusammenwirken. Und da gibt es also ganz viele Queerbezüge sozusagen. Gleichzeitig sind Fragen von Sexualität und auch von LGBTQ ein bisschen Randständiger gewesen in der feministischen Geographie und zwar sowohl, was jetzt, also Sexualität betrifft und es betrifft schwere Sexualität, also Let's Be Spool B, aber auch so, z.B. Polimorose andere Formen von BDSM, nicht normative Sexualitäten, die Tauchenteils in den sogenannten Queer, in dem sexpositiven Feminismus auch auf, sind aber da in der feministischen Geographie auch ein bisschen Randständiger gewesen. Und das ist auch ein Bereich der in den Geographien der Sexualitäten stärker ist. Und dann würde ich sagen, dass auch so die Frage von Begehren und wie Raumproduktion auch verwoben ist, also mit so einer lustvollen Aneignung von Räumen, und das ist ein Punkt, ist ja auch stark von den Queers, der dies kommt und so und auch das ist so in diesen Queer- und trans Geographies würde ich sagen. Ja, es ist ein stärkerer Beitrag. Du hast vorhin schon kurz deine Forschung, deine eigene Forschung ein bisschen angetiesert, vielleicht kannst du noch mal ein bisschen konkrete erzählen, wozu arbeitest du, was interessiert dich, warum interessiert dich das auch, wie bist du zu deinem Thema gekommen, wo vorstu? Also Brasilien ist tatsächlich so ein langjähriger Forschungskontext von mir vor allem Rio de Janeiro und das Hinterland von Rio in Brasilien, aber auch so darüber hinaus beschäftige ich mich viel, einerseits mit Gewaltverhältnissen und den gesellschaftlichen und historischen Hintergründen von Gewalt und auch von tödlicher Gewalt. Aber andererseits auch mit der Frage, wie davon besonders betroffene Gruppen, also in Ersterlinie sozial benachteiligte Schwarz- und quere Menschen sich räume aneignen, wo sie sich warum wohlfühlen, wie sie sich kollektiv auch gegen Gewalt organisieren. Das heißt, ich habe in meiner Forschung eigentlich immer so eine Doppelperspektive und in der neueren Forschung wird sich mich da auch stark auf die Nikropolitik-Diskussion, also eine Politik, die bestimmte Gruppen systematisch so dem Tod anheim stellt und deren Leben nicht durch Infrastrukturen oder Rechte oder so weiter fördert und das ist auch eine stark intersektionale und postkroniale Perspektive und die interessiert mich so im Zusammenhang auch mit räumlichen Dynamiken von Terrifiarisierung und Unsichtbarmachungen und auf der anderen Seite so eine agency und widerstandsperspektive oder auch citizen-ship so Aneignungen von Rechten und wie auch in Bedingungen von Gewalt und Ausgrenzung soziale und politische Handlungsfähigkeit entsteht und da interessiert mich vor allem auch so, welche gefühlsmäßigen oder affektiven Bezüge zu räumen und eine Grundlage sein können für politische Handlungsfähigkeit. Ich habe jetzt zum Beispiel so mit dem Konzept von Geografien der Geborgenheit gearbeitet, also auch in welchem ganz unerwarteten Momenten und Kontexten sich Menschen geborgen fühlen und wie sie das auch zu politischen Handeln befähigt und wie ich da zu bekommen bin, also Brasilien schon vor 20 Jahren inzwischen bin ich nach meinem Diplomstudium ein paar Monate in Brasilien gewesen, das war dann die Zeit, dass der auch jetzt wieder Präsident Bühler das Silber von der Arbeiterpartei PT in seine ersten Amtszeit war und da war eine große Aufbruchstimmung und ich habe mich da mit der Frage beschäftigt, wie neue Politiken gegen Homofobie und Transphobie den Alzacquierer Menschen eigentlich verändern, also auch so in einem konkreten städtischen Kontext oder andersrum, wie inwiefern diese Politiken an den gelegten Raumbezügen von Menschen eigentlich vorbeigehen. Seitdem habe ich dann so verschiedene Forschungsstränge gehabt, also so alltägliche Graubraktiken, aber dann auch das Verhältnis von Queer- und Community zu sozialer Bewegung und zu Statigkeit und das habe ich mir dann angeschaut, auch zum Beispiel im Bezug auf LGBT-Paraden, aber auch so Performancegruppen. Nach meiner Promotion habe ich auch für zwei Jahre war eine NGO gearbeitet, bei Transgender Europe und dagegen ist dann auch ganz konkret umso eine Dokumentation von Transphobie gewalt, aber auch von der Situation von transrechten unterschiedlichen Teilen der Welt. Genau und das hat dann auch wieder um eine Forschung im akademischen Bereich weiter geprägt, also wie sich transaktivismus innerhalb von LGBT verortet und genau in letzter Zeit habe ich mich dann so ein bisschen stärker wiederum mit so den weiteren Bedingungen von Gewaltverhältnissen beschäftigt. Also die letzten paar Jahre habe ich viel in hinterland von Rio de Janeiro, der so genannten Beishadda Fdominancy oder Fdominancy-Tief-Ebene geforscht und da haben aktivistische Gruppen in den letzten Jahren immer wieder so darauf aufmerksam gemacht, dass eine Form von Gewalt, die sehr wenig eigentlich zu kendes genommen wird, so das Gewalt so mehr verschwinden lassen ist. Also man denkt also an die Militärtik der Tourzeit, aber das ist auch in der Gegenwart unglaubliche Ausmaße hat, dass ganz unterschiedliche Gruppen auch von Betroffen sind, also alle eigentlich sozial genarkteilekt, aber schwarze Jugendliche, Quere und Trans-Personen, genau und wie sich da Communities dagegen organisieren und das hat mich dann auch dazu geführt, zum Beispiel mit Kollektiven von Müttern, der in der verschwunden gelassen wurden zu Forschen und Interviews zu machen. Und gleichzeitig habe ich weiterhin also Kontakt damit mit Queren-Communities, die auch da sich organisieren. Was ist eine ganz zentrale Erkenntnis deiner Vorschung über die alle Bescheidwissen sollten? Also einmal würde ich tatsächlich sagen, dass so dieses Affektive, also gefühlsmäßiger, nicht nur so eine Frage ist von, das wird in der humanistischen Geografie, manchmal so diskutiert als, ja, das ist das, was vielleicht einen Raum Bedeutung gibt und wo sich Menschen so einen positiven Raum bezukamen, aber das das eigentlich auch total politisch ist, also dass so die Frage, wo man sich wohlfühlt, offene Bedingung ist, dass man sich auch gesellschaftlich und politisch überhaupt einbringen kann in Prozesse. Also sich das wirklich voranzustellen, auch nochmal so einzuschauen, natürlich kann auch negative Effekte, also so Ausgrenzung kann auch total mobilisieren. So, wenn man südend ist, wenn man Angst hat, kann das einen auch anspornen, aber selbst da ist es dann oft nötig, um irgendwie voranzukommen, sich irgendwo auch wiederum positiv effektiv zu verorten. Also über andere Mitschreitende, über die Schaffung von widerstelligen Kontexten, andererseits kann eben auch, dass sich einfach nur geborgen fühlen, ja, auch dass, sozusagen, es scheint erstmal total unpolitisch, aber das kann total politisch sein. Also Leute, die vielleicht gar nicht das Ziel haben, jetzt sich im politischen Raum anzueignen, die aber irgendwo abhängen, sage ich mal. Und dadurch durch dieses Abhängen, auch sowas performatives entfalten und der Raum dadurch auch irgendwie eine Prägung erhält und dass das eine Basis sein kann, auch für politischen Aktivismus. Also so diese Verzahnung eigentlich mit so einer affectiven Ebene von Geborgenheit und Affektivität mit politischer Handlungsfähigkeit. Also das ist, würde ich sagen, so eine zentrales Thema. Wie sieht deine Forschung jetzt konkret aus? Also welche Forschungsmethoden wenn du es so an, was sind so Forschungspraktiken, die deine Forschung prägen? Wie vorst du zu all dem, was du uns gerade erzählt hast? Also grundlegend habe ich so einen ethnografischen Forschungsansatz, bei dem ja so die Relationalität, also die Bezogenheit zu den Menschen und auch zu den sozialen Kontexten, erst mal so die Grundlage ist und an der die Forschung anknüpft. Und ob ich jetzt mit Interviewsarbeiter oder mit anderen Methoden, also ich habe mit partizipativen Workshops gearbeitet oder mit Stattrundgängern oder auch mit kreativen Methoden, auch so bisschen mit partizipativen Video und Photos und so. Aber das ist sozusagen diese Beziehungshaftigkeit ist da eigentlich immer die Grundlage und letztlich arbeite ich dann eigentlich so, dass ich diese Forschung so führe, dass in dem Prozess, ich so ein, ja, so das Gefühl habe, hier geht es irgendwie voran und hier entsteht irgendwie was, was spannend ist, was mich selber interessiert, was vielleicht für die Forschung, für die an der Forschung beteiligten, auch irgendwie interessant ist und dabei reflektier ich dann auch was passiert hier eigentlich gerade. Und was ist meine eigene Positionalität darin, gerade in dem Kontext, die dann auch von so starken Differenzen und Chirachien geprägt ist, ich als so ein weisser, männlicher Forschung, da cis männlich verorteter Forschung da aus dem globalen Norden, der dann zum Beispiel in Brasilien auch in periodisierten Kontexten unterwegs ist, wie werde ich von den anderen Personen hier verortet, was haben die vielleicht davon mit mir zu reden oder wo wird es dann auch so, dass ich den Eindruck habe, das fühlt sich jetzt irgendwie nicht so, nicht so gut an, so Leute zu sehr zu Gewaltverhältnissen zu befragen oder so. Also das ist so eine laufende Interaktion und Reflexionen und dabei entstehen dann aber eigentlich immer so Momente, in denen irgendwie auch so, ja, was passiert, was ich dann versuche, wieder rum so analytisch einzufangen und mit den Leuten auch gemeinsam zu reflektieren und so zu schauen, wie sind Momente der Einsicht und der Erkenntnis, sind dann auf Momente, die in bestehenden wissenschaftlichen und auch politischen Diskursen oft irgendwie zu Kurzkomm oder ausgeblendet werden und wie kann ich das dann am besten irgendwie, wie kann ich da einen Beitrag zu leisten, dass das so ein kritischen, dass das die Debatte irgendwie kritisch voranbringt, so, das ist eigentlich so die grundlegende metodologie würde ich sagen. Was bereitet dir Freude bei deiner Forschung? Eigentlich freue ich mich jetzt zum Beispiel gerade darauf, im November, december wieder nach Rio zu gehen und mit Leuten, mit denen ich jetzt in der Zwischenzeit über soziale Medien in Kontakt bin, die wieder zu sehen, über eine längere Zeit auch mit denen in Kontakt zu sein und so eine Forschung, die ja, sich vielleicht irgendwie so akademischen Formaten wie Papers oder so was vergegenständlich hat ja auch immer ganz viele andere Dimensionen, also so soziale Dimensionen und Formen von Austausch und da irgendwie das Gefühl zu haben, mit Leuten auch was zusammenzuentwickeln. Also ich hatte zum Beispiel gemeinsam mit Miserio und so Brasilien bezogenen aktivistischen Gruppen in Deutschland eine Filmreihe organisiert im Winter, wo Aktivistinnen und Filmen schaffen wir aus Brasilien hier waren und in sechs Städten so eine Dokumentation zum Gewalt zusammen verschwinden lassen gezeigt haben. Das war sozusagen, für mich war das, sind diese Verbindungen durch meine Forschung eigentlich so zustande gekommen, haben dann aber hier in so einem Kontext stattgefunden, wo das eigentlich jetzt erst mal nicht um eine Forschung bingen und die Leute erstmal so die Dinge, die sie auch also hier wichtig fanden bekannt zu machen, bekannt gemacht haben und das ist jetzt sozusagen, wenn ich jetzt in Brasilien bin, knüpfen wir daran irgendwie auch wieder an, also das läuft irgendwie dann so auf unterschiedlichen Ebenen und das ist irgendwie was, wo ich dann ein Gefühl habe, da freue ich mich dann auch daran beteiligt sein zu können, irgendwie diese Austauschprozesse irgendwie und das sind auch da teilweise Vernetzung und wo ich dann selber auch wieder in Hintergrund treten kann. Also die haben wir jetzt hier andere auch Brasilien, Brasilianisporische Leute in Deutschland kennengelernt, mit denen sie in Austausch sind und das dann was eigenes entstanden, und das finde ich dann irgendwie schön. Und was findest du eher schwierig an deiner Forschung? Genau, und die Kerseite davon ist natürlich auch, dass diese Prozesse, die dann man vielleicht selber so mit anstößt, manchmal auch vielleicht zur Erwartungshaltung schaffen können oder irgendwie so, den man dann selber das vielleicht nicht gerecht zu werden. Also so, ich bin dann mit Leuten im Austausch, ich spreche mit ihnen, sie erzählen mir was gerade für Herausforderungen, Probleme, auch vielleicht Gewalterfahrungen sind und ich kann dann vielleicht auch erst mal da nicht groß neue Ressourcente-Reitstellen oder sozusagen weiß ich nicht, die gerecht werden, was da vielleicht für eine Erwartung entsteht, das ist eigentlich, gerade wenn ich so in einem Kontext, der räumlich so eine weitere Entfernung hat, aber auch durch viele soziale und gesellschaftliche Hierarchien markiert es dann, sind immer diese Grenzen, die dann immer auch davon teil sind von diesen Forschungsprozesses, die sind natürlich werden da natürlich auch mal wieder präsent. Also das fängt dann damit an mit, okay, ich lade jetzt Leute ein nach Deutschland und wen lad ich alles nicht ein und wo für dich mich aber eigentlich verpflichtet, Leute, die mir auch die total viel mit mir geteilt haben, ihnen auch irgendwas zurückzugeben und dass dieses zurückgeben kann immer nur total sehr elektrisch stattfinden und dann habe ich natürlich immer wieder das Gefühl, dem auch nicht richtig gerecht zu werden so, also das ist auf jeden Fall so eine Sache, die ich schwierig finde und dann es sind natürlich auch ein Thema, ja welche Herausforderungen gibt es überhaupt in Deutschland so eine Art von Forschung zu machen, welche bei Jahren gibt es hier auf institutioneller Basis, wo versuche ich meine Forschung irgendwie so zu frame und dass sie irgendwie anschlussfähig an den bestimmten Dippbatten ist, was geht dabei verloren und so. Also das ist noch mal so eine ganz eigene Thematik würde ich sagen. Du hast es ja sowieso gerade schon ein bisschen angestoßen mit den Veränderungen, die du auch manchmal bewirksst und kannst du da nochmal explizit auf beispielsweise eingehen, wo du gemerkt hast, dass deine Forschung gesellschaftliche Veränderungen amstoßen kann. Ich glaube zum einen ist es so, dass in den Forschungsprozess selber das ist ja so ein komonikativer Prozess, also da bin ich als Forschendeperson immer in so einem übersetzen zu den Austauschprozess, also ich bringe irgendwie auch so Diskussionen aus der Literatur aus anderen Forschungskontexten in den lokalen Kontext ein und umgekehrt. Teilweise also z.B. in Bezug auf dieses Gewaltsamen verschwinden lassen, habe ich den Eindruck, dass des lokalen Aktivist*innen und Leuten auch hilft, die eigenen politischen Prozesse noch mal einzuordnen in breitere Prozesse, also dafür eine vielleicht eine Begrifflichkeit, noch mal eine andere Begrifflichkeit zu finden, sich zu vernetzen mit Akteuren in anderen Kontexten, noch mal so von außen so einen Außenblick darauf zu kriegen, okay, das für uns hier so alltäglich ist, ist vielleicht bemerkenswert oder ist vielleicht noch mal hängt noch mal, hat noch mal Bezug zu dieser und jener Thematik, die ich jetzt gar nicht so gesehen habe, weil ich irgendwie so in meinem Alltag-Aktivismus so drehen werden. Also z.B. ich forsche dann auch zu konjunial Zeit und was das verschwinden lassen da. Da, für Machtverhältnissen, für eine Rolle gespielt hat und dann können vielleicht dann Aktivist*innen da auch noch mal ihren eigenen Aktivismus in Verhältnis zu setzen, wobei die natürlich diese Verbindung teilweise auch selber herstellen, also so, das ist immer so viel schichtig. Und dann war das schon auch lange so, bevor wir diese Filmreihe in Deutschland gemacht haben, hatte ich so den Eindruck, okay, ich diese Texte, die ich jetzt gleich dazu schreibe, die kommen irgendwie auch in der breitere Debatte hier nicht an und das war dann auch eher so, da hat die Forschung eher so den Weg geöffnet. Und dann war es ja zu anderen Formaten, also so öffentlichen Räumen in unterschiedlichen Orten, an denen der Film gezeigt wurde, wo ein Austausch stattgefunden hat, der dann aber nicht primär akademisch war. Insofern würde ich sagen, das war so ein ganz kleiner Beitrag, vielleicht so Prozessen, die dann gar nicht mehr so in primärwissenschaftlichen Bereich stattfinden. Die Frage, wie das jetzt zu gesellschaftlichen Veränderungen beiträgt ist, ist halt so eine sehr schwer zu der Antworten die Frage, weil diese gesellschaftlichen Prozesse so große und widersprükliche Prozesse sind. Ich glaube, ich kann da nicht so richtig einen Anspruch haben, also so einen hier Anspruch da ist wirklich gesellschaftliche Veränderungen groß mitzuprägen, aber vielleicht vier und da so, da zu beizutragen. Ich habe eigentlich noch eine thematische Frage und zwar wie bringen denn so gesellschaftliche Norm von Geschlecht und Sexualitäten öffentliche und private Räume? Also ja, also wie kann man da eben diesen Raumbezug ganz konkret irgendwie nennen? Ja, also zuerst finde ich es wichtig noch mal zu sagen, dass sich so diese Normen auch eigentlich immer, also die kann ich nicht verstehen, unabhängig von einem konkreten Kontext. Und damit sind die auch immer verbunden mit so Macht und Herrschaftsverhältnissen. Also wir merken das ja jetzt aktuell und dafür an dich vorher vielleicht noch nicht so viel dazu gesagt, aber wir haben ja so diesen Aufstieg der rechten und verschistischen Bewegungen. Und damit beschäftige ich auch in der Forschung in letzter Zeit in diesem Zusammenhang. Also werden auch dann diese Normen noch mal ganz anders von politischen Akteuren und dann auch von breiteren gesellschaftlichen Akteuren in den Medien in all täglichen Kontexten mobilisiert. Und auf einmal sind auch Menschen, also ich sag mal weiße letzten und Spule, die vielleicht vor ein paar Jahren noch so in Berlin oder sowas so dachten ja, wir haben hier irgendwie relativ viel schon erkämpft und es geht relativ gut oder so. Werden vermehrt Ziele von von Diskriminierung, beleidigungen, Angriffen, anschlägen so. Transmenschen noch viel mehr und Menschen in periferisierten Kontexten noch viel mehr. Und deshalb, also würde ich sagen, dass wenn wir von diesen Normen sprechen, wie immer so schauen müssen, was ist der konkrete Kontext, was ist der politische Kontext, in denen die so wirksam werden. Ja, ich meine es gibt eben in so westlichen Kolonial geprägten Gesellschaften und ich meine letztlich global in vom Kolonialismus geprägten und von auf dem Kapitalismus geprägten Gesellschaften. Diese Normen von zwei Geschlechlichkeit von patriarchalischen gesellschaftlichen Verhältnissen, die immer wieder aufgerufen werden können. Die auf die so viele Institutionen aufgebaut haben, und es also reicht dann davon, wie Orte architektronisch gestaltet sind, also von den privaten Räumen bis in die öffentlichen Räume für wen ist, welcher Raum gedacht. Also das können wir auch aus dem feministischen Geografien natürlich ganz stark mit der Trennung öffentlich privat, aber dann auch heteronormativität. Welche Räume sind jetzt eigentlich für die Kleinfamilie organisiert, welche denken auch unterschiedliche Quere subjektivitäten mit welche Normen rund um Sexualität, was ist gute Sexualität, was ist schlechte Sexualität. Das ist in so viele gesellschaftliche Kontexte eingeschrieben, das kann dann immer wieder hervorgekehrt werden, um unterschiedliche Interessen zu bedienen. Also es kann auch oft auf widersprüchliche Weise, also ich meine mal sieht es jetzt zum Beispiel wie diese digitalen Tech-Konzerne mit Zeit langen, so Quere-Communities auch fast zu umgaren haben. Also das ist vielleicht Elisabeth, du kennst dich dafür besser mit aus in diesem digitalen Bereich, aber da waren dann glaube ich auch so Quere-Themen oft so, also so Themen, die dann auch mit kommerziellen Prozessen durchaus hand in Hand gehen konnten. Dass da so Quere-Subjektivitäten teilboren, auch von von wirtschaftlichen Wertschöpfungsprozessen und inzwischen also in USA vor dem Hintergrund von Trumpismus wird sich da auch immer wieder ganz stark abgegrenzt. Und auf einmal wird dann wieder so appelliert an so die Normen der bürgerlichen weißen Familie so. Wir kommen langsam zum Ende von unserem Gespräch. Du hast schon die ganze Zeit ganz viele Referenzen gemacht, vor allem zu wissenschaftlicher Fachliteratur mit so zentralen Publikationen auch in den Bereich der Queeren und Transgeografien und der Geografien des Sexualitäten, die wir auch alle in den Sendungsnotizen verlinken werden. Gibt es denn jetzt vielleicht noch irgendwas, was du empfehlen kannst, was vielleicht auch ein bisschen niedrigschwelliger ist für Menschen, die sich auch vielleicht ein bisschen schwer tun mit so wissenschaftlicher Fachliteratur sich mit diesem Themenfeld auseinanderzusetzen. Fällt dir irgendwie ein Podcast, ein Film oder eine Belle tristig oder irgendwas ein. Ja, also da gibt es natürlich super viel aber so ein Projekt, was ich total spannend finde, ist Queering the Map. Die Website heißt auch einfach so, also Queering the Map.com zusammen, also Queering the Map zusammengeschrieben.com. Und das ist so eine Community geschaffene Counter-Mapping-Plattform, also insofern gerade für so kritische Geografie total spannend. Die wurde von Lucas La Rochelle aus Montreal 2017 ins Leben gerufen und wird seitdem also eine lebendige Plattform auf einer globalen Ebene immer weitergeführt. Also inzwischen finden sich da so, ich glaube, das müssen bald so eine Million von Stories sein von Queeren und Trans Menschen oder Erfahrungen. Ich glaube auf der Website, das letzte Mal geschaut war, das sind 28 Sprachen inzwischen schon. Und da können Menschen einfach so ja Schlagworte oder Stories oder Erfahrungen, die sie an unterschiedlichen Orten gemacht haben festhalten. Und das ist total spannend. Also ich glaube, bevor wir jetzt irgendwie, ja, ich weiß nicht regaleweise die Charature durchwälsen, diese Karte uns genau anzuschauen, welche Erfahrungen machen Leute und in bestimmten Orten und das wird gleichzeitig moderiert. Also das ist jetzt auch nicht so, dass wir da auf irgendwelche Transfeindlichen rassistischen oder sowas Kommentare stoßen, sondern das wird moderiert. Und das ist aber gleichzeitig einfach trotzdem sehr heterogen, was da für einer Erfahrung geteilt wird. Und ich glaube, das bietet einen super Einstieg und auch die Website darum herum, wieder das überhaupt aufgebaut wurde und so genau. Also auf diesen Bereichen von so Mapping und da gibt es einige Sachen auch im Schnittstfeld von Aktivismus und Queer. Also Jack Jen Hiseking hat z.B. in New York diese Queer New York Website gestaltet, die auch total spannend ist und eben so ein bisschen quantitativer auch noch mal so vorgeht. Es gibt im europäischen Kontext auch viele so Kontexte. Wir hatten so von paar Jahren mit Nina Schuster und dann schaut die Systeme in die Stadt von Superbahn. Das sind dann auch so Magazinbeiträge, die auch in Berlin zum Beispiel Schalottenburg oder so viele Einblicke geben. Genau, das sind vielleicht so diese Queer Mapping-Sachen, da kann sich auch jeder und jeder noch mal auf die Suche machen. Da gibt es total viele spannende Sachen. Ja, danke für den spannenden Tipp. Wir sind jetzt schon am Ende, wir haben ja schon sehr lustige viele Themen angeschnit angesprochen und erklärt. Und wenn wir vieles gesprochen gibt es noch irgendwas, was du wichtig findest noch zu sagen, was wir jetzt noch gar nicht thematisiert haben. Also, ich meine vielleicht jetzt noch mal so Leute, die es lust haben in den Bereich irgendwie auch sich zu vernetzen oder so. Also diese Europäische Geographie, Sexualityskonferenz, Reihe, EGSC, die lebt weiter. Die hat es jetzt mal in Brighten stattgefunden und ist, glaube ich, für ein nächstes, über nächstes Jahr in Frankreich geplant. Das ist immer ein Kontext, der wo auch viele probieren. Da machen wir auch Leute, Masterarbeiten vorstellen, die ja immer so ein Schritt stellt von Aktivismus auch ist und irgendwie niedrigstädig, irgendwie auch es auch möglich mitzudiskutieren und sich zu vernetzen. Und in den Bereich Transbiografien, also das ist ein sehr dynamisches Feld. Dann würde ich den Leuten wirklich empfehlen, auch nochmal selbstständig so zu recherchieren. Da entsteht super viel und es gibt wieder so neuer Veröffentlichungen auch unter dem Schlagwort. Und da das auch so ein Feld ist, wo ich meine im deutschen Kontext gab es das Selbstbestimmungsgesetz, wo es ganz viele Kontroversen darum gibt. Also wo auch aktivistische Gruppen ganz viel zu machen. Da würde ich, glaube ich, auch dann Leute nochmal ja wirklich animieren sich in dem Bereich einfach nochmal so ein bisschen zu vernetzen, sich irgendwie zu informieren, was passiert da gerade, was passiert auch vor Ort vielleicht, weil es einfach ein total wichtiger Kampf gerade ist, der auch vielleicht Leute die selber sich nicht als Teil der LGBTQ Community fühlen, wo auch viele Mitarbeiter und Solidarität gerade gefordert ist. Vielen, vielen Dank Jan. Danke für das Gespräch, hoffentlich bis bald. Ja, danke auch von mir aus. Vielen Dank. Wow, ich fand es nochmal ein richtig spannendes Interview gerade mit ihren Hütte. Ja, ich fand das auch total spannend. Und er hat ja auch total viele Themen angesprochen und diskutiert, die relevant werden in diesem Themenfeld. Und das immer auch zeitlich und historisch kontextualisiert. Und über seine Forschung, seine Forschungswerpunkte gesprochen und auch den ethnokrabischen, relanzionalen Forschungsansatz. Also ich fand das auch sehr spannend und hat mir auch noch mal viele neue Impulse und Denkrichtungen, Denkansstöße gegeben. Gibt es irgendwas, was die besonders hängen geblieben ist? Ich fand es sehr gut, wie er das Rüber gebracht hat, dass eben, dass diese gesellschaftlichen Normen sich einfach die ganze Zeit verändern auch und auch sehr kontextabhängig sind. Und da habe ich auch daran gedacht an ein Text nochmal aus dieser Geo-Rund-Mail von 2020, die ich schon angesprochen hatte, wo auch Jan Hutter und Jenny Künkel ein Text drin geschrieben hat. Aber eben auch ein Text gegenüber "The He's Queen Spaces", der ist von Esto-Mata und Esto hat da eben auch beschrieben, dass diese "Queen Spaces" das eben kein fertiges Produkt ist, sondern einfach ein fortlaufender Prozess oder Raumproduktion ist. Und das eben durch verschiedene Praktiken, die so Räume produziert werden und sich eben aufgrund des Kontexts immer wieder verändern und das fand ich nochmal so eine zentrale Aussage und Erkenntnis. Ich fand es auch gut, dass er nochmal das Verhältnis zwischen feministischen Geografien und Queer- und Trans-Geografien bzw. Geografien der Sexualitäten angesprochen hat. Und da ist mir auch noch eine Ressource eingefallen, die jetzt zwar auch wieder nicht auf Deutsch ist, sondern aus dem Anglomerikanischen Raum. Aber es gibt das Queering-Feminist Geografie-Kollektiv. Das ist ein Kollektiv von Queer- und Trans-Feministinnen, die sich als Allies sehen, die eben in der Geografie arbeiten oder im Kontext von geografischer Forschung. Und die haben vier Artikel geschrieben, die in der Zeutruf deiner Placenkaltschaft veröffentlicht wurden, 2025 bzw. ich weiß nicht, ob sogar schon alle veröffentlicht sind, also vielleicht wird auch der eine oder andere Beitrag erst 26 veröffentlicht. Und die machen finde ich auch nochmal so ganz konkrete Vorschläge, wie sich auch die feministischen Geografien, also weniger diese Perspektiven und Stimmen- und Forschungssystemen von Queer- und Trans-Forschenden. Aber auch Erfahrungen oder Sexualität oder auch Systema-Begieren, was ja auch Jan schon angesprochen hat, das nochmal mehr zu zentrieren oder warum das eigentlich auch wirklich zentraler Forschungsgegenstand in feministischen Geografien sein sollte. Und das finde ich es auch nochmal eine gute Ressource, vielleicht zur Ergänzung zu den ganzen anderen Referenzen, die Jan auch zitiert hatte, um dieses Themenfeld, um sich da einzuarbeiten. Ja, das finde ich, fast ist alles nochmal sehr gut zusammen. Ich habe mich wieder sehr gefreut, hier sein zu döschen und diese Schreuge aufzunehmen. Ich bin mich auch malu und ich freue mich auswesend mal. Ich mich auch. Ciao, bis dann. Das war der FMG-Podcast, ein Podcast über feministische Geografien. Die Idee und das Konzept stammen von Elisabeth Militz und Malogoris. Musik ist von Christina Pichler, das Logo und der Schnitt stammen von Malogoris. Wir bedanken uns bei Jan Hutter für die Zeit und die inhaltliche Expertise und unser Dankelt auch Felix Bergmann und Andi Priego für die Technische Unterstützung und der Universität Innsbruck für die finanzielle Unterstützung im Rahmen der Förderung für digitale Medienprojekte. Alle zitierten Materialien und Quellen sind in den Sendungssortizen verlinkt.
Podcast Summary
Key Points:
Queer- und Trans-Geographien untersuchen, wie Heteronormativität räumliche Prozesse prägt und wie LSBTQIA+-Communities widerständige Raumpraktiken entwickeln.
Die Begriffe "Queer" und "Trans" in der Geographie haben unterschiedliche historische und regionale Konnotationen, die koloniale Machtverhältnisse und lokale Kontexte reflektieren.
Feministische Geographien und Queer-/Trans-Geographien überschneiden sich stark, letztere fokussieren jedoch stärker auf Sexualität, Begehren und spezifische Diskriminierungserfahrungen.
Die Forschung von Jan Hutter in Brasilien verbindet eine Kritik an struktureller Gewalt (Nekropolitik) mit der Untersuchung von Handlungsfähigkeit, Affekt und "Geographien der Geborgenheit" in marginalisierten Communities.
Ein ethnografischer, reflexiver Forschungsansatz, der Beziehungen und die eigene Positionalität betont, ist zentral für dieses Feld.
Summary:
Die Podcast-Folge führt in das Forschungsfeld der Queer- und Trans-Geographien ein. Gast Jan Hutter erläutert, dass diese Disziplin analysiert, wie heteronormative Machtverhältnisse Räume strukturieren und wie queere und trans Personen davon betroffen sind, aber auch alternative Raumpraktiken und politischen Aktivismus entwickeln. Die Begriffsgeschichte von "Queer" wird als angeeigneter, politischer Kampfbegriff mit unterschiedlichen Schreibweisen (z.B. CUIR, KVIR) dargestellt, die verschiedene globale und postkoloniale Kontexte widerspiegeln. Trans-Geographien werden als notwendige, eigenständige Perspektive hervorgehoben, um spezifische Diskriminierungserfahrungen sichtbar zu machen.
Das Verhältnis zu feministischen Geographien ist eng, da beide Heteronormativitätskritik und Intersektionalität teilen. Queer- und Trans-Geographien legen jedoch einen stärkeren Fokus auf Sexualität, Begehren und lustvolle Raumaneignung. Hutter stellt seine eigene Forschung in Brasilien vor, die strukturelle Gewalt (insbesondere gegen Schwarze, queere und trans Personen) mit der Untersuchung von Handlungsfähigkeit und affektiven Räumen der "Geborgenheit" verbindet. Er betont, dass positive Gefühle und Zugehörigkeit eine Grundlage für politische Mobilisierung sein können. Methodisch arbeitet er ethnografisch und reflektiert kontinuierlich seine eigene Positionalität als weißer, cis-männlicher Forscher aus dem globalen Norden.
FAQs
Queere und Trans-Geographien beschäftigen sich damit, wie Heteronormativität räumliche Prozesse prägt und wie LGBTQIA+-Communities davon betroffen sind. Sie erforschen auch widerständige Raumpraktiken und politischen Aktivismus, der Raumproduktion verändert.
Queere und Gender Studies sind eng verflochten, aber die Geographie legt einen stärkeren Fokus auf empirische Forschung in konkreten räumlichen Kontexten. Während Gender Studies oft geisteswissenschaftlich geprägt sind, untersucht die Geographie, wie Normen in alltäglichen Praktiken und unterschiedlichen globalen Kontexten wirken.
Feministische Geographien sind stark von Heteronormativitätskritik beeinflusst und stellen machtkritische sowie intersektionale Fragen. Queere und Trans-Geographien erweitern dies, indem sie Sexualität, nicht-normative Lebensweisen und lustvolle Raumaneignungen stärker in den Vordergrund rücken.
Jan Hutter forscht zu Gewaltverhältnissen und der räumlichen Aneignung durch marginalisierte Gruppen, insbesondere in Brasilien. Er untersucht, wie soziale Benachteiligung, tödliche Gewalt und politische Handlungsfähigkeit mit affektiven Raumbezügen wie 'Geographien der Geborgenheit' zusammenhängen.
Trans-Geographien heben spezifische Diskriminierungen, Ressourcenzugänge und Kämpfe von trans und nicht-binären Personen hervor, die sich von denen lesbischer und schwuler cis-Personen unterscheiden. Dieses Feld sorgt für Sichtbarkeit und adäquate wissenschaftliche Aufmerksamkeit.
Affektive Raumbezüge wie Geborgenheit oder Wohlbefinden sind politisch relevant, da sie Grundlagen für gesellschaftliche Teilhabe und Aktivismus bilden. Selbst scheinbar unpolitische Räume können durch emotionale Aneignung widerständiges Potenzial entfalten.
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