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Q&A Streit in der Beziehung - Die häufigsten Fragen übers Streiten

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Q&A Streit in der Beziehung - Die häufigsten Fragen übers Streiten

Streit in einer Beziehung ist normal und tritt häufig über Themen wie Haushalt, Finanzen, Zeitmanagement und Kindererziehung auf. Die Hauptursachen liegen in mangelnder Wertschätzung, Anerkennung und dem fehlenden Verständnis für emotionale Verletzungen. Systemgesetze wie Zugehörigkeit, Respekt und Ausgleich von Geben und Nehmen sind entscheidend für eine harmonische Beziehung. Bei heftigen Konflikten hilft es, sich zu beruhigen, z. B. durch Atmen oder Auszeit, und es ist wichtig, Emotionen nicht zu überschreiten. Schweigen nach Streit dient oft als Schutzmechanismus oder als Strafe, was Wertschätzung und Respekt verletzt. Streit eskaliert durch unverarbeitete Emotionen, Erziehungserfahrungen und mangelnde Konfliktkompetenz. Dafür gibt es Lösungsmöglichkeiten wie wertschätzende Kommunikation, Kompromisse auf 80-90%-Niveau und die Aufnahme von Wünschen statt Vorwürfen. Wichtig ist es, Verletzungen nicht als Schlüssel zur Lösung zu sehen, sondern gemeinsam zu verarbeiten und an der wertschätzenden Beziehung zu arbeiten, um Konflikte zu meistern und nicht zu eskalieren.

Transcription

6191 Words, 38408 Characters

German
Hallo und herzlich willkommen zu dieser neuen Folge bei den Lebensidealisten. In dieser Folge geht es um das Thema Streit in der Beziehung, die häufigsten Fragen über das Streiten. Mein Name ist Florian. Ich bin Ina. Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise hinein in eine glückliche und harmonische Beziehung. Streit ist in einer Beziehung etwas ganz Normales. Manche Paare streiten häufiger, andere seltener. In diesem Q&A werden wir auf häufige Fragen zu dem Thema eingehen und euch unsere Antworten dazu verraten. Wollen wir direkt mit der ersten Frage loslegen. Die erste Frage ist, worüber streiten Paare am meisten, also welche Themen betreffen die Streitigkeiten? Grundsätzlich kann man eigentlich sagen, dass es meistens ein Streit aus der Situation heraus ist, wo halt dann einfach verschiedene Ansichten aufeinandertreffen. Man kennt es bestimmt so ein bisschen von einem selbst zu Hause, welche Themen das vielleicht sind. So eine Themen wie Haushalt, Ordnung, Sauberkeit. Also da die unterschiedlichen Ansprüche und Erwartungen, die Aufgabenverteilung. Dann einmal das Thema Finanzen, der Umgang mit Geld, Ausgaben, möchte man sparen. Dann einmal alles rund um das Thema Tagesgestaltung, also die Organisation vom Alltag. Man hat vielleicht das Gefühl, man hat zu wenig Paarzeit, man hat viel Belastung von der Arbeit. Und wenn man Kinder hat, das Thema Kindererziehung vielleicht. Also die verschiedenen Ansichten zur Kindererziehung. Die verschiedenen Werte zu der Kindererziehung. Also da gibt es auch ein großes Feld, worüber man streiten könnte. Und als letzten Punkt das Thema Zeitmanagement. Unpünktlichkeit, Trödeln, Stress. Wie viel Zeit hat man für sich selbst? Da wieder vielleicht auch nochmal die Paarzeit. Wie viel Zeit hat man für die Kinder? Also alles rund um das Thema Zeit. Beim Thema Finanzen kann man vielleicht noch den Job mit ergänzen. Oder allgemein das Thema Work-Life-Balance. Also dass einige aus dem Job gestresst nach Hause kommen oder unzufrieden mit dem Job sind und eine stetige Unzufriedenheit dafür sorgt, dass die Energie nicht so da ist und das eben die Paare sehr unzufrieden macht. Und natürlich auch, was man immer bedenken sollte, dieser Stress macht die Zündschnur kürzer und streitet also deutlich schneller und leichter, als wenn man eben mit Energie nach Hause kommt und sagt, das war ein runder Arbeitstag, hat Spaß gemacht, habe einige coole Projekte umgesetzt. War super, ne? Also wenn man auf unsere Systemgesetze schaut, kann man sagen, in den ersten drei Systemgesetzen, vielleicht noch Systemgesetz 9, da finden die meisten Probleme statt. Also Systemgesetz 1 heißt ja Zugehörigkeit, kein Ausschluss. Darüber streiten Paare häufig bei Entscheidungen. Ob das eine Entscheidung ist, die man alleine treffen durfte oder die man zu zweit treffen sollte oder dass jemand alleine entscheidet und der andere fühlt sich ausgeschlossen, weil er mitentscheiden wollte, da findet viel auf Systemgesetz-Ebene 1 statt. Das Systemgesetz 2 ist Anerkennung, Wertschätzung, Respekt oder auch sich geliebt fühlen, da ist das meiste dieser ganzen. Streitigkeiten letztendlich drin, also wenn ausreichend Anerkennung, Wertschätzung und Respekt innerhalb der Beziehung gezeigt wird, reduziert das die Streitigkeiten enorm, beziehungsweise wenn es dann Uneinigkeiten gibt, dann landen diese tendenziell nicht im Streit, sondern vielleicht in einer wertschätzenden Diskussion. Und der dritte Teil ist Ausgleich von Geben und Nehmen, das sind die Zeitkonten sozusagen oder allgemein alles, was man auf Konten packen könnte und aufrechnen könnte. Zugehörig und als Familie, als Paar fühlen, dann wollen wir ganz gerne, dass jeder etwas reingibt und das in gleicher Maßen auch irgendwie rausnimmt, also das heißt, dass dort die Energie gleichmäßig verteilt ist, was man so dafür tut, dass das Familien- oder Paarsystem gut funktioniert. Und Systemgesetz 9, das ist jetzt eigentlich nicht so richtig ein Streit, sondern eher genau andersrum gemeint, nämlich Systemgesetz 9 ist Aussprechen und Anerkennen, was ist. Zugehörig und als Familie, das ist jetzt eigentlich nicht so richtig ein Streit, nämlich Systemgesetz 9 ist Aussprechen und Anerkennen, was ist. Und ich glaube, das liegt auch so ein bisschen daran, dass man vielleicht auch von dem Gedanken wegkommen sollte, dass man gleich ist oder sich gleich machen möchte, sondern das wahrzunehmen, okay, wir sind an dem Punkt unterschiedlich und wir haben hier Streitigkeiten, die vielleicht klein sind, aber die uns trotzdem wütend oder traurig machen. Wie können wir das lösen? Die dritte Frage, sie lautet, wie kann ich bei einem Streit ruhig bleiben? Also das ist im Prinzip das, was wir mit wertschätzender Haltung bewahren, meinten. Genau, weil das Typische ist ja bei Streit, dass es meistens eskaliert oder häufig eskaliert, dass so Emotionen hochkochen, also man doll anfängt zu weinen oder wütendes Türen zuknallt, also dass richtig die Wut, die Emotionen halt überkocht. Und neben dem Auflösen von Verletzungen und der Strategie in der wertschätzenden Haltung zu blöden. Kann es auch eine Strategie sein, dass man selber ganz auf sich schaut und überlegt, welche Strategien wende ich am besten bei mir selber an, um ruhig zu bleiben? Und das ist halt sehr individuell. Manche sagen, okay, ich atme einmal durch, versuche einmal mich zu konzentrieren auf eine Sache und dann gehe ich wieder in den Gedanken, in das Gespräch und versuche wieder in eine wertschätzende Haltung zu kommen. Manche müssen einmal kurz den Raum verlassen und sagen, ich brauche mal kurz fünf Minuten, einmal kurz rausgehen. Und vielleicht vor die Haustür oder so, keine Ahnung, und durchzuatmen. Spazieren gehen. Genau, spazieren gehen, weil man einfach merkt, okay, ich bin so angetriggert, ich komme da so jetzt in dem Moment nicht innerhalb von ein paar Sekunden wieder zurück. Und da ist es wichtig, glaube ich, eine passende Strategie zu finden, damit man nicht sozusagen sich ausgeliefert fühlt von seinen Emotionen und sich nachher im Nachhinein ärgert, dass das immer weiter eskaliert ist und weiter eskaliert ist, weil man nicht ausgestiegen ist. Und manche Strategien benutzen. Benutzt man ganz automatisch, ohne dass einem das bewusst ist. Das ist zum Beispiel sowas, wie wir sagten, einmal eine Runde spazieren gehen, das sind die Menschen, die halt flüchten im Streit, die dann vor die Tür gehen oder mit dem Auto irgendwo kurz hinfahren, weil sie merken, okay, es fühlt sich für mich nicht gut an, in diesem Raum zu bleiben. Das Problem ist natürlich bloß bei diesem Flüchten, dass es die andere Person, die zu Hause bleibt oder die vor Ort bleibt, natürlich extrem anträgert und sauer macht meistens. Und dass der Konflikt dann natürlich auch nicht gelöst ist. Also es kann eine kurzzeitige Strategie sein, aber es ist nichts Nachhaltiges. Das heißt, wenn man meistens wieder zurückkommt, entweder wird der Streit dann gedeckelt. Das heißt, es wird so getan, als ob alles wieder in Ordnung wäre oder als ob nichts gewesen wäre. Man macht einfach irgendwie im Alltag weiter oder der Streit eskaliert dann weiter. Das heißt, man braucht schon in der Partnerschaft das Commitment für diese Strategien, dass man eben gemeinsam sagt. Wie möchte man sich in gewissen Situationen verhalten, sodass der andere damit auch entsprechend umgehen kann. Also die Herausforderung ist, am richtigen Punkt auszusteigen und nicht zu lange zu warten. Denn sobald es unstimmig wird und ich so erste ungute Gefühle merke, viele merken, dass so in der Bauchbrust ging, dass da irgendwas passiert oder dass sich irgendwie der Hals zusammenzieht. Oder viele haben da so erste Körpersignale, wenn sie merken, das ist geschmissen. Das Gespräch verläuft jetzt gerade so, dass das bei mir ein Gefühl auslöst, unstimmig ist. emotionale Verletzungen sogar macht und da dann auszusteigen und zu sagen, wir müssen mal kurz pausieren, lass uns mal zurückgehen an den Punkt, wann war es mal gut, das kann vor drei, vor fünf, vor zehn Minuten gewesen sein und lass uns da nochmal neu ansetzen, denn da ist bei mir ein Gefühl entstanden, man kann auch noch innerhalb des Gesprächs das Gefühl lösen, dass der andere sagt, Mensch, das wollte ich gar nicht, dass bei dir so ein Gefühl entsteht, das tut mir leid und dann kann man recht schnell wieder bei dem sachlichen Thema, um das es sich dreht, eben ansetzen. Was ich bei dem Punkt auf sich selbst achten auch natürlich nochmal gut finde, ist, wenn man auf andere Lebensbereiche schaut, also deswegen kann man auch nie völlig frei von Streit bleiben, weil wir immer Lebensphasen haben, wo unsere Zündschnur durch Umstände kürzer wird und wenn wir es schaffen, in anderen Lebensbereichen auch recht ausgeglichen und innerlich zufrieden zu sein, so gut wie möglich, erhöht das die Chance, dass wir in Konflikten eher Ruhe bewahren können, unsere Emotionen nicht so schnell überkochen, weil unsere Zündschnur dann deutlich länger ist. Kommen wir zur nächsten Frage. Warum schweigen Menschen nach einem Streit? Das ist eine Möglichkeit, dieses Schweigen nach dem Streit, das ist häufig ein Schutzmechanismus. So ein Schutz davor kann man sich das vorstellen, sich öffnen zu müssen, Stellung zu beziehen, sich verletzlich zu zeigen. Das haben viele Menschen. Die ja auch sehr stark den Wert der Harmonie haben, also die gar nicht so gerne in Streit reingehen, sondern sagen, ich möchte das eigentlich gar nicht, ich brauche die Harmonie zu Hause, ich schweige erstmal. Die zweite Möglichkeit ist, dass man Schweigen als Strafe einsetzt, also Ausdruck dafür, dass man das Verhalten nicht in Ordnung findet, das wäre ja auch so ein bisschen dieses Ignorieren. Ich ignoriere dich, ich gucke dich nicht an, ich rede halt nicht mit dir, dann sollst du mal sehen, was du darfst. Das empfinden viele Menschen auch als extrem unangenehm, also das wird häufig beschrieben als, dass die Ignoranz als einer der unangenehmsten Strategien ist in einem Streit, weil man das Gefühl hat, man kann den anderen gar nicht mehr greifen, was denkt der andere, da ist es mir lieber, wenn er schreit, wurde mir mal in einem Coaching gesagt, also wenn man das Gefühl hat, ich brauche lieber eine starke Emotion als gar keine Emotion. Und dann hat man wenigstens auch das Gefühl, dass man für die andere Person wichtig ist, weil dieses Ignorieren kann halt auch ein Signal sein, was ausgesendet wird für, ich interessiere mich nicht für dich, das ist mir doch alles egal, du bist mir nicht wichtig. Und das ist natürlich etwas, was Wertschätzung, Anerkennung, Respekt deutlich verletzt. Und was dann auch so ein ungutes Gefühl macht, dass der andere meist relativ schnell auch wieder in eine nicht wertschätzende Haltung läuft. Das kann ja wieder was anderes sein, das muss auch nicht das Schweigen sein, das kann entweder das gleiche Verhalten sein, der andere ignoriert dann auch oder dass er oder sie wütend wird, traurig wird und das dann ausspricht. Und dann wird es natürlich immer schwieriger. Das heißt, es ist wichtig, dass man in einem Streit, wenn es zu viel wird, also wenn man merkt, okay, wir kommen ja gar nicht mehr klar, lieber eine kurze Pause einlegt und sich beruhigt, dies aber natürlich ganz deutlich kommuniziert und sagt, hey, ich brauche mal ein paar Dinge, die mir nicht gut gehen, wie zum Beispiel das Schweigen greift. Ich habe letztens im Coaching auch den ersten Fall sozusagen gehabt, Schweigen als Schutzmechanismus, aber nicht um sich selbst sozusagen zu schützen, sondern eher um den anderen zu schützen, weil er sagte, ich habe so viel Wut in mir, wenn ich das rauslasse, das ist nachher unkontrolliert und ich muss da sozusagen mich selbst, aber vor allen Dingen meine Partnerin schützen. Das heißt, derjenige hatte so viel Wut in der Vergangenheit aufgestanden. Gar nicht nur aus der Partnerschaft, auch aus anderen Themenfeldern, aus vorherigen Beziehungen. Also insgesamt so viel Wut in sich, dass er sich zwingen musste, ins Schweigen zu gehen und dann einen großen Deckel wieder draufzupacken und den irgendwie zu halten, weil er das Gefühl hatte, er kann sich nicht mehr unter Kontrolle halten sonst. Da kommen wir ja eigentlich auch direkt zur nächsten Frage, die passend dazu ist. Warum eskaliert ein Streit? Also ich würde sagen, es ist ein Streit. Ich würde sagen, Streitigkeiten eskalieren vor allen Dingen durch fehlendes Wissen darüber, wie man emotionale Verletzungen und Konflikte löst und in der Folge dann deckelt und aufstaut. Das heißt, es sind emotionale Verletzungen vorhanden und die sind zum Beispiel noch gar nicht für einen selber so klar, dass sie noch alle da sind und dann entstehen Situationen und Gefühle, die zu einem Gefühlsausbruch führen können, wo man selber von sich überrascht ist, warum das passieren kann. Ein gutes Beispiel, ich habe gerade jemanden in einem akuten Coaching, der in einer Situation geraten ist, wo er danach im Auto dann saß und ganz viel geweint und geschrien hat und geweint und geschrien hat, bis er dann letztendlich an den Rand gefahren ist und erst mal anfangen musste, sich zu beruhigen und jetzt ins Coaching gekommen ist und gefragt hat, was ist da mit ihm passiert. Und das ist jemand, der ist. Ausgebildet darin, in Krisensituationen einen kühlen Kopf zu behalten, weil er beruflich eine Zeit lang in krasse Krisensituationen geraten ist oder gekommen ist und sagte, er ist auch körperliche Gefahr und alles durchaus gewohnt und ist völlig überrascht davon, wie das passieren kann. Und da ist im Prinzip genau das Gleiche. Also es ist eigentlich krisensicher. Aber was die Emotionen angeht, ist dann irgendwann so ein innerer Punkt angekommen, dass dieses Deckeln überhand genommen hat, zu viele Themen aufgestaut worden sind und jetzt sein Körper gesagt hat, nee, jetzt ist vorbei, zu viele aufgestaute Emotionen, jetzt lassen wir alles raus und ist danach dann auch in so eine Leere jetzt gefallen, wo jetzt einfach sein System sagt, jetzt musst du dich mal um dich kümmern, mal deine ganzen Themen klären, Entscheidungen treffen. Die für dich gut sind und dann geht es weiter. Also so eskaliert Streit. Aber es ist natürlich auch für, also das war jetzt eher jemand, der das alleine erlebt hat, aber wenn das natürlich vor dem Partner oder der Partnerin passiert, ist das für die andere Person natürlich auch eine Überforderungssituation. Also dass man sagt, okay, so habe ich denjenigen noch nicht gesehen. Wo kommt da die ganze Traurigkeit, wo kommt da die Wut her? Warum explodiert derjenige vielleicht auch häufiger bei einer Kleinigkeit? Was das fast so zum Überlaufen gebracht hat. Und da finde ich das immer ganz interessant, dass oftmals sich dann bei Paaren nochmal viel verändert und sie da nochmal in ganz andere Gespräche kommen, wenn sozusagen so eine Explosion von Gefühlen einmal durchlebt worden ist. Ja und dann gibt es ja nicht nur diese Explosion, sondern auch so fortwährende Streitigkeiten, die jetzt vielleicht auch eine gewisse Eskalationsstufe nicht überschreiten, aber trotzdem unangenehm sind. Und da würde ich sagen, ist der zweite Punkt, warum das so entsteht und man so ein Streitmuster hat, dass man das sehr wahrscheinlich von seinen Eltern so kennengelernt hat. Und seine Eltern hat vielleicht auf diese Art oder ähnliche Art und Weise streiten sehen und hat dort auch nicht gesehen, wie die letztendlich emotionale Verletzungen, Konflikte, diese Streits nachhaltig lösend und dann halt in diesem Streitmuster drin stecken. Denn das ist ja nun mal die erste Beziehung, die wir als Kinder kennenlernen. Darüber lernen wir letztendlich ja wie Liebe. Wie Konflikte lösen funktioniert, aber auch wie Konflikte lösen funktioniert. Und wenn die Eltern das nicht gut können und einem das so vorgelebt haben, dann hat man das selber eben auch so in sich drin. Und in der Folge entsteht eben häufig auch Frustration, aber auch dann nochmal vielleicht wenn in anderen Bereichen der Beziehung noch Themen sind, wie zum Beispiel, dass unerfüllte Bedürfnisse da sind. Man hat vielleicht auch eine Phase, in der man so selber innere Konflikte spürt und innere Konflikte aus der Kindheit nochmal angetriggert werden. Und wenn sich das alles anstaut, führt das eben zu dieser schnellen Reizbarkeit, dass man schneller explodieren kann. Und es hängt natürlich auch von den Erwartungen ab, wenn man hohe Erwartungen hat, kann das auch dazu führen, wenn diese unerfüllt bleiben oder auch unausgesprochene Erwartungen, dass das eben schnell in einen Streit mündet. Sechste Frage: Was soll ich bei einem heftigen Streit tun? Als erstes würde ich sagen: Durcheinander. Durchatmen, versuchen die Ruhe zu bewahren, also sich vielleicht einen Moment Zeit nehmen. Also das kann ja auch sein, der Moment, wenn der andere spricht, dass man sich so ein bisschen ausklingt mal, darüber nachzudenken, was man sagen möchte. Das kann aber auch nach dem Streit sein, dass man sagt: Ich brauche jetzt mal einen Augenblick. Ich muss mal über das, was gesagt worden ist, kurz nachdenken. Weil ja jedes Wort, was ich ausspreche, ist ein gesprochenes Wort. Ich kann meine Wörter nicht zurückholen. Das heißt, das, was ich sage, ist halt ausgesprochen. Und das kann ja auch sein, dass ich das nachher bereue, weil ich das gesagt habe in meiner verletzten Art und Weise, die ich in dem Moment hatte. Und ich sage: Okay, hätte ich da jetzt nochmal zwei Minuten drüber nachgedacht oder nochmal kurz tief Luft geholt, hätte ich das so nicht gesagt. Deswegen kann das dadurch schon vermieden werden. Dann der Schritt innerlich zu sagen: Wie kann ich versuchen? Die Meinung, also. anderen zu verstehen. Also bei uns heißt es ja auch so die Anerkennung vom Leid. Also einmal den eigenen Anteil zu sehen, aber auch den Anteil des anderen, um dann gemeinsam im Wir-Gefühl die Offenheit zu haben, gemeinsam halt an einer stimmigen Lösung zu arbeiten. Weil es gibt ja nie den Schuldigen oder die Schuldiger. Das heißt, jeder trägt ja Anteile an dem Streit. Der eine vielleicht ein bisschen mehr, der andere ein bisschen weniger. Aber zu sagen, okay, was ist dein Anteil? Was steckt vielleicht auch dahinter? Das ist ja auch immer ganz spannend. Was steckt hinter dem gesprochenen Wort von Wut und Trauer? Welches Bedürfnis? Um mal auf die Bedürfnisse zu schauen. Was ist das Bedürfnis des anderen? Warum sagt der oder diejenige das? Bei sich selbst zu schauen, was ist eigentlich mein eigenes Bedürfnis? Und dann im nächsten Schritt zu schauen, wie kann das matchen, dass wir beide zu einer stimmigen Lösung kommen? Denn jeder Mensch handelt ja in positiver Absicht. So sieht es die Methodik vor. Und so ist es auch. Nur kann die Absicht halt auch ganz egoistisch für sich selbst sein. Und da dann zu schauen, kann ich die positive Absicht des anderen überhaupt sehen? Oder habe ich gleich die Brille drauf, dass ich dem anderen was unterstelle, was Bösartiges? Dass man sagt, ja, die positive Absicht kann nur rein egoistisch sein. Oder das muss das und das sein. Sondern auch mal darüber ins Gespräch zu gehen. Warum machst du das? Warum sagst du das? Was ist deine Absicht dahinter? Also die ersten Punkte sind sozusagen Ruhe bewahren. Dafür ist nochmal so ein Tipp, an einen Punkt zu gehen innerlich, wann war es mal gut? Und das kann auch das Kennenlernen sein. Also sich innerlich in die Vorstellung einer Situation zu versetzen, wo es gut war, wo ein wertschätzendes Gefühl da war. Und das zweite ist, dass wir Gefühl immer bei sich haben. Immer das gemeinsame Ziel sehen und auch immer daran denken, jeder Mensch handelt in guter Absicht. Es kann eben dazu führen, dass es manchmal andere Menschen verletzt. Aber das ist eben nicht gewollt. Genau, man braucht halt, um eine stimmige Lösung zu finden, eine Offenheit für Kompromisse. Also das wird halt gebraucht, damit man diesen Prozess auch einsteigen kann, eine Lösung zu finden. Wenn man das immer ablockt und wenn man sagt, nee, aber du musst auch meine Seite sehen. Also immer die Frage sich rund ums Recht dreht. Das ist ja auch immer ein großes Thema. Dann ist es schwierig, weil dann ist die Gefahr, dass man faule Kompromisse eingeht. Und davon hat man auch nichts, wenn der andere das tut. Ziemlich groß. Mit faulen Kompromissen, vielleicht das nochmal ganz kurz, meinen wir, dass man etwas eingeht, also einen Kompromiss eingeht, der sich eigentlich nicht stimmig anfühlt. Dass man sagt, ja, okay, das machen wir so. Aber innerlich merkt man so, das fühlt sich nicht gut an. Das kann ich gar nicht durchhalten. Ich mache das dem anderen zuliebe, aber es ist nicht gut. Wie kommt man dann zu einem stimmigen Kompromiss? Da ist dann immer die Frage, was können wir beide tun, lernen, verändern, damit es für beide stimmig wird. Und schon hat man eben wieder dieses Wir-Gefühl drin, dass beide etwas tun können. Und dann muss man halt ein bisschen kreativ werden und schauen, wie kommt man da auf den richtigen Weg. Oftmals sind das auch nur Nuancen, die man verändern muss, damit es für beide stimmig wird. Also man merkt, finde ich, man hat einen faulen Kompromiss, auch wenn der sehr schnell geschlossen wird. Dann ist so einer, der meistens ein bisschen aufgibt und sagt, ja, okay, dann lass uns das so machen. Ich möchte das Thema jetzt auch weghaben, dann lass uns das so machen, wie du meinst. Dann sagt der andere vielleicht nochmal, ja, aber ist das wirklich okay für dich? Ja, ja, ist in Ordnung. Und daran merkt man schon so, komisch, wir diskutieren das zwei Stunden und jetzt geht das vor allem mal ganz schnell. Das ist wahrscheinlich ein fauler Kompromiss, wo der andere vielleicht die Energie nicht mehr hat, die Ressourcen nicht mehr hat, nochmal jetzt eine richtig stimmige Lösung. Um zu finden, wo man sagt, ich möchte das einfach jetzt gerade nicht mehr alles hier. Ich gehe jetzt in einen Kompromiss ein. Ich bin letztens gefragt worden im Coaching, was können wir denn tun, wenn wir alles Mögliche gemeinsam durchdenken und wir finden keinen Kompromiss, der für beide stimmig ist. Was machen wir denn dann? Und ich würde sagen, dann kann man sich auf den kleinstmöglichen unstimmigen Kompromiss einigen, wo beide vielleicht sagen, das ist anteilig unstimmig, ist für beide so eine 80-90%-Kompromisse. Das ist eine 80-90%-Lösung, nicht das Optimum, weil sie finden gerade nichts Besseres. Dann ist das aus dem Grund soweit in Ordnung, weil sich beide zusammen darauf einigen, dass sie einen unstimmigen Kompromiss eingehen, weil es nichts Besseres mit dem Wissen von heute gibt. Wenn das Ding dann schiefläuft, worauf sie sich einigen, wird keiner dem anderen die Verantwortung zuschieben können, sondern beide sagen wieder im Wir- Da haben wir uns schlecht entschieden. Das war ein doofer Kompromiss, den wir beide dort eingegangen sind. Zusammen. Das heißt, die Verantwortung teilt sich wieder voll. Von daher ist das in Ordnung. Im Zweifelsfall verschiebt man das Thema und sagt: Mit dem Wissen von heute finden wir keinen Kompromiss, der für beide stimmig ist. Vielleicht müssen wir nochmal was recherchieren. Andere Menschen fragen, die sich in diesem Themengebiet, worum es sich gerade dreht, auskennt. Wenn es sich um Finanzen dreht, einen Finanzberater fragen. Wenn es was rechtliches ist, ich frage mal einen Anwalt, einen Steuerberater, also irgendeinen Experten fragen. Wenn es was rechtliches ist, ich frage mal einen Steuerberater, einen Steuerberater fragen. Wenn es was rechtliches ist, ich frage mal einen Steuerberater fragen. Und im Hinterkopf immer zu haben, es darf sich ja weiter verändern. Also was verändert sich vielleicht einfach auch so im Außen, dass das stimmig werden könnte und dass man immer in der Kommunikation darüber bleibt. Bevor wir zur letzten Frage kommen, noch einmal ein kurzer Hinweis, dass wir in unserem Blogartikel richtig streiten. So führt man ein Streitgespräch nochmal alle Punkte schriftlich niedergelegt haben, sodass ihr euch das auch nochmal durchlesen könnt. Und dann schließt man einen stimmigen Kompromiss und sagt danach, super hat geklappt. Dann lernen die Kinder ja daraus, dass sie eben auch lernen stimmige Kompromisse zu finden, in der wertschätzenden Haltung zu bleiben und so weiter. Und im Zweifelsfall geht man aktiv auf die Kinder zu und erklärt denen danach nochmal. Wichtig ist es auch, dem Partner nicht andauernd ins Wort zu fallen, sondern erst zuhören und versuchen, den anderen zu verstehen. Also ausreden lassen, bevor man sie eigene Meinung äußert. Und weil jeder halt auch einfach das Bedürfnis hat, seine eigene Ansicht ohne Unterbrechung aussprechen zu können. Das kennt man ja selber auch, wenn man sonst so eine Gedankenschleife hat und immer wieder ansetzen muss, wo man sagt, meine Argumentation ist noch nicht zu Ende und dauernd werde ich unterbrochen. Weil das kann natürlich auch Wut machen. Ich hatte das mal in einem Coaching auch, dass sie dauernd von ihm unterbrochen worden ist und irgendwann den Faden verloren hat. Und das hat mir so eine Wut gemacht, weil sie gesagt hat, du kannst mich auch gar nicht verstehen oder gar nicht mein Leid anerkennen, weil ich komme ja gar nicht dazu, dir das zu sagen, wie es ist, weil du mich ja dauernd unterbrichst. Ich könnte dich nicht verstehen, wenn ich nur so kleine Gesprächsfetzen sozusagen habe und nie die Vorstellung habe, dass du mich unterbrochen hast. Ich könnte dich nicht verstehen, wenn ich nur so kleine Gesprächsfetzen sozusagen habe und nie die Vorstellung habe, weil ich dauernd von ihm unterbrochen bin und nie die Vorstellung habe, dass du mich unterbrochen hast. Das ist eine sehr unvolle Argumentationskette. Ja, das hatte ich auch schon häufiger im Coaching, dass bei diesem Unterbrechen, dann der andere auch sagt, hey, du hast jetzt gerade nur die Hälfte von dem, was ich sagen wollte, gehört. Im zweiten Teil kommt noch das und das. Dann bekommt mein Satz, mein Start einen ganz anderen Kontext. Und man steigt dann zu früh ein. Ja, der nächste Punkt, den wir haben, ist Selbstreflexion. Das würde ich alltäglich sozusagen trainieren, damit das Indizium, in welchen Streitsituationen, Konfliktsituationen einfach zur Verfügung steht, sodass man innerhalb des Streits sich selbst trotzdem noch im Blick hat und auf sich achten kann. Man hat dann die Möglichkeit, vielleicht eigene Fehler zu erkennen. Man hat die Möglichkeit zu erkennen, weil man selbst aus der wertschätzenden Haltung rausgeraten ist. Man hat die Möglichkeit, seine eigene Art und Weise, seine Kommunikation zu reflektieren. Aber letztendlich hat man auch die Möglichkeit zu reflektieren, muss ich den anderen von meiner Meinung, von meiner Wahrheit überhaupt überzeugen? Oder kann ich es auch einfach stehen lassen? Vielleicht dürfen ja beide Wahrheiten, beide Meinungen parallel existieren. Ganz häufiges Thema, worum sich Menschen streiten, Fakten aus der Vergangenheit, die man gar nicht mehr übereinbringen kann, weil unser Gehirn das nachts und beim jeden Mal erzählen sowieso leicht verändert hat. Und wenn beide das unterschiedlich erinnern, dann ist das doch nicht schlimm. Wenn deine Erinnerung bei mir kein ungutes Gefühl macht und meine Erinnerung bei dir nicht und es uns beiden mit unserer Erinnerung an die Vergangenheit gut geht, ist doch alles in Ordnung. Und genauso ist es mit Meinungen. Also wenn du eine andere politische Meinung vertrittst als ich oder auch ein Politiker, nehmen wir mal an, den findest du sympathisch und ich überhaupt nicht, ist doch nicht schlimm. Solange das jetzt nicht vielleicht von den politischen Ausrichtungen her völlig auseinander driftet und ich da einen kompletten Weg mache. Wenn ich einen Wertekonflikt habe, weil dein Politiker Meinung vertritt, den du gut findest, wo ich sage, boah, das passt doch überhaupt nicht in unser Leben rein und zu dem, wofür wir sonst so stehen. Aber wenn es um solche Sympathiefragen geht, haben wir auch jemanden in der Familie, der immer sehr draufhaut und wenn er jemanden unsympathisch findet, ist das das Erste. Man denkt immer, derjenige hat einen persönlichen Konflikt mit der Person, die kennt sich gar nicht. Und er wollte ihm persönlich was Böses und dabei ist das doch gar nicht relevant. Das ist so spannend sozusagen, das einfach stehen zu lassen und auch in der Selbstreflexion auf sich zu achten. Muss ich da jetzt überhaupt meine Meinung verteidigen? Muss ich da jetzt überhaupt missionieren und meine Partnerin, meinen Partner unbedingt von meiner Meinung überzeugen? Oder können die beiden Meinungen oder Wahrheiten auch einfach ganz harmonisch parallel laufen? Das ist ja meistens schwierig, weil ich fühle mich ja im Recht und möchte den anderen gerne mit meinem Recht überzeugen. Weil ich denke ja, meine Meinung ist die richtige. Und ich glaube, dann wird es halt schwierig, dass ich, da ist es auch wieder ein Thema mit Wertschätzung, Anerkennung, Respekt. Also, dass ich mir Wertschätzung wünsche für meine Meinung. Und wenn der andere dann sagt, habe ich eine andere Meinung, dass ich das deshalb auf dieser persönlichen Ebene so stark fühle. Ja, und das ist ein Thema der Glaubenssätze. Da zu sagen, es gibt nicht nur eine Meinung, die richtig ist, sondern es gibt eine Range. Und es gibt einen Meinungskorridor, der sich fügt. Der sich für mich gut anfühlt. Und wenn ich mich in dem bewege, dann ist doch alles in Ordnung. Also, es ist immer so die Challenge, wenn man ein Unternehmen aufbaut, dass man selber seinen Weg hat, wo man sagt, eine Aufgabe löse ich so. Und dann kommt der erste Mitarbeiter dazu und er löst die Aufgabe völlig anders und geht einen ganz anderen Weg. Und dann guckt man drauf und sagt, hätte ich anders gemacht, aber er ist auch am Ziel angekommen. Und manchmal sogar schneller, als man selber angekommen wäre, weil sein Weg effizienter war. Also, das heißt, einfach innerlich zu akzeptieren. Es gibt mehrere Wege. Es gibt mehrere Meinungen. Und solange das sich einfach in meiner Range befindet, wo ich sage, ist irgendwie so im grünen Balken drin, ist okay. Wenn es in die graue Zone kommt, kann man anfangen zu diskutieren. Und erst wenn es in den roten Bereich hineingeht, dann müsste man jetzt wirklich genauer hinschauen und sagen, das kann nicht mehr parallel existieren. Ein weiterer Punkt ist auch keine Vorwürfe. Also, keine Beleidigungen wie, du hast das und das gemacht. Du bist so und so ein Mensch. Also, direkte Angriffe, das sollte man vermeiden. Weil dann wird es schwierig, eine gute Diskussion aufzubauen, wenn ich gleich auf Identitätsebene gehe. Dann wird der andere in den Verteidigungsmodus kommen und der Streit eskaliert. Das ist wichtig, dass man das vielleicht nochmal intensiver erklärt, weil das geht bei vielen wirklich schief. Also, du hast und du bist sind halt Sätze, die beim anderen nicht auf Verhaltensebene wirken, die sehr weit oben angesiedelt ist, sondern auf einer tiefliegenden Ebene. Auf einer Identitätsebene, bei der wir uns persönlich angegriffen fühlen und automatisch der Verteidigungsmodus aktiviert wird. Da kann man sich fast gar nicht gegen wehren, dass das passiert. Genau. Da wäre es natürlich schöner, wenn man die eigene Wahrnehmung äußert, also bei sich bleibt. Diese typischen Ich-Botschaften dann verwendet, wie ich habe mich da nicht wertgeschätzt gefühlt. Wie man sich selber gefühlt hat, das ist ja das eigene Gefühl, das kann der andere sozusagen nicht bestreiten, weil das habe ich ja so gefühlt. Aber es ist ja so, dass man sich selber gefühlt hat, das ist ja das eigene Gefühl, das kann der andere sozusagen nicht bestreiten, weil das habe ich ja so gefühlt. Aber es ist schwierig, wenn ich über den anderen urteile. Wenn ich das Verhalten des anderen, was zu dem Gefühl bei mir gefühlt hat, beschreiben möchte, dann mache ich das objektiv. Man kann sich dafür immer gut innerlich vorstellen, wie würde das jemand Unbefangenes Drittes sehen? Oder wenn eine Kamera im Raum wäre, die keine Emotionen einfängt und keine Vorerfahrung hat, wie würde die das beschreiben danach? Dann würde die vielleicht nicht sagen, du hast. Du hast vergessen, den Müll rauszubringen. Weil vergessen weiß man gar nicht, sondern du hast den Müll bis zwölf Uhr nicht rausgebracht. Das ist objektiv richtig, das ist nicht passiert. Oder man kann sagen, der Müll ist noch da. Das heißt, es gibt verschiedene Varianten. Aber wenn man sagt, du hast den Müll vergessen rauszubringen, dann ist natürlich vergessen schon interpretiert. Kann ein Gefühl machen, wenn der andere es nicht vergessen hat, sondern bewusst aufgrund von anderen Themen erstmal verschoben hat. Und kann natürlich auch. Auch wenn dann noch ein nie bringst du den Müll zuverlässig raus oder sowas auf Identitätsebene schnell wieder wirken. Nächster Punkt ist, dass man Wünsche formuliert. Und da muss man jetzt unterscheiden zwischen emotionale Verletzungen lösen oder Feedback geben. Also wenn ich nicht verletzt bin und ich möchte ein Feedback geben, dann darf ich am Ende einen Wunsch äußern. Also ich gebe dir ein Feedback und sage, du hast irgendwas so und so gemacht. Einen Anteil davon fand ich nicht so gut, aber er hat mich nicht emotional verletzt. Dann kann ich sagen, ich würde mir wünschen, dass du beim nächsten Mal das so und so machst. Da würde ich mich besser mit fühlen und das wäre gut. Dann kann ich einen Wunsch äußern. Wenn jetzt eine emotionale Verletzung passiert ist, dann hilft ein Wunsch äußern durch die verletzte Person nicht. Sondern dann bleibt innerlich so dieses Gefühl zurück. Bei dem, der den Wunsch dann äußert, das macht der andere ja nur, weil ich es mir gewünscht habe. Und nicht, weil er sozusagen verstanden hat, was für ein Gefühl das bei mir macht. Und dass eine Verhaltensänderung wichtig ist. Und derjenige, der das dann mitgeteilt bekommt, gerade in so einer verletzten Situation heraus, der hat manchmal das Gefühl, bevormundet zu werden. Der will nicht fremdgesteuert werden. Das heißt, es ist besser, dass derjenige, der den anderen verletzt hat, sagt, wie er mit dem Wissen von heute und dem Wissen darüber, dass das den anderen verletzt, anders gehandelt hätte. Dann überlegt derjenige selber, wie er sich anders verhalten hätte können. Auch in einem Rahmen, der für ihn leistbar ist und den er gehen würde. Und dann kann der andere sagen, das hätte mir geholfen. Wenn du dich so verhalten hättest, dann wäre es gut gewesen. Und das impliziert dann eben eine Verhaltensänderung für die Zukunft, sich zukünftig so zu verhalten. Dann hat derjenige selbstbestimmt eine Lösung gesucht. Der andere weiß jetzt, wie derjenige sich verhalten wird. Und dann passt das auch wieder. Man kann ja auch grundsätzlich sagen, dass man mit Wünschen oftmals viel mehr anfangen kann, als mit Vorwürfen, Unterstellungen oder Beleidigungen. Also dann weiß ich ja auch, was der andere sich wie vorstellt. Also da auch zu überlegen, was für eine Energie hat der Wunsch, anstatt die Beleidigung oder die Unterstellung. Und der Punkt, das richtige Verständnis. Das ist oftmals ein großer Punkt im Coaching, dass beide denken, sie haben die Sache soweit verstanden, aber dann merken, dass ein großer Anteil des Verständnisses Interpretation ist. Und das kann man vermeiden, indem man das wiederholt, was der andere gesagt hat, nachfragt, zusammenfasst, einfach sicher geht, dass man den anderen richtig verstanden hat. Weil die Interpretation ist immer schwierig, wenn ich das Verhalten des anderen interpretiere und denke, ja, ja, das meinte derjenige so. Das weiß ich ja gar nicht. Das kann ja auch komplett anders sein. Und dann handel ich in meiner Interpretation und der andere hatte ganz andere Erwartungen, ist dann enttäuscht und sagt, okay, warum macht derjenige das? Kann auch eine Grenzüberschreitung sein. Boah, das geht gar nicht, was derjenige macht. Und die Person, die dann handelt, handelt ja an positiver Absicht und sagt, ja, das war für mich der nächste logische Schritt, weil du hast das ja so und so gemeint. Und der andere sagt, nee, das habe ich gar nicht so ausgesprochen, das war überhaupt nicht so gemeint. Das ist ein Missverständnis. Das ist aufgetreten. Und das passiert sehr, sehr häufig in der Kommunikation. Also ein vollständiges Verstehen ist ja immer fast gar nicht möglich. Unser Ausbilder sagt in der Ausbildung ja auch immer, Verstehen gibt es nicht, nur eine Annäherung. Dafür gibt es einfach so viele Möglichkeiten, sich misszuverstehen. Was eine gute Möglichkeit ist, sich da nochmal deutlich anzunähern und wirklich einen Sprung nach vorne zu machen, ist, sich mit dem Metaprogramm zu befassen. Im Metaprogramm ist so ein bisschen festgelegt, wie jeder von uns filtert. Worauf legt er besonderen Wert? Worauf achtet er? Also was machen unsere Filter, wenn wir eine Situation objektiv wahrnehmen? Und daraus folgt dann die Interpretation. Die wenigsten Menschen wissen von sich selber, wie die Metaprogramme laufen. Und dann natürlich auch nicht wie beim Partner die Metaprogramme laufen. Und wenn beide sich das mal näher anschauen, wie das mit dem Metaprogramm funktioniert bei einem selbst, dann kann man dort einen Abgleich stattfinden lassen und schauen, wie kann man das in die Alltagssituation einbauen. Da ist der Tipp, einfach mal auf die Website zu gehen, nlp.at. Also das ist eine österreichische Seite, aber auf Deutsch natürlich. Und dort gibt es ein Metaprogrammetest, den kann man wunderbar durchlaufen und da gibt es auch Beschreibungen dazu. Und dann kann man für sich selber mal rausfinden, wie ist man da aufgestellt, wie filtere ich eigentlich und wie filtert mein Partner und kann das zu einem Abgleich bringen. Und dort, wo man größere Differenzen hat, da kann man natürlich mal genauer draufschauen und mal überlegen, in welchen Situationen haben diese Unterschiede bisher für Streitigkeiten gesorgt oder für Missverständnisse und wie können wir das zukünftig ändern. Ja, heute mal eine etwas längere Podcast-Folge. Sieben Fragen hatten wir und ich glaube, das waren für viele auch sehr relevante Fragen. Wir hoffen, ihr könnt damit gut arbeiten und eure Streitkultur vielleicht verändern, sodass ihr weniger eskalativ streitet, mehr wertschätzend miteinander diskutiert. Denn Meinungsverschiedenheiten werden wir nicht aus der Beziehung hinausbekommen, aber wir können an der Art und Weise arbeiten, wie ihr damit umgeht, sodass Streit eben oder Meinungsverschiedenheiten keine unguten Gefühle mehr auslösen und wenn doch, ihr sie sofort lösen könnt. Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal. Bis bald. Ciao. Musik Untertitelung des ZDF für funk, 2017

Podcast Summary

Key Points:

  1. Paare streiten häufig über Themen wie Haushalt, Finanzen, Tagesgestaltung und Kindererziehung, wobei Unterschiede in Werten und Zeitverteilung zentral sind.
  2. Die häufigsten Streitursachen liegen im Bereich der emotionalen Verletzungen und fehlender wertschätzender Kommunikation, besonders bei mangelndem Anerkennung und Respekt.
  3. Systemgesetze wie Zugehörigkeit, Anerkennung und Ausgleich von Geben und Nehmen formen die Grundlage für harmonische Beziehungen und beeinflussen den Konfliktschub.
  4. Bei heftigen Streiten hilft es, sich zu beruhigen, durch Atmen, Pause oder Spaziergang, um die Emotionen zu regulieren und nicht auszubrechen.
  5. Schweigen nach Streit ist oft ein Schutzmechanismus oder eine Strafe, der Wertschätzung und Respekt untergräbt und die Beziehung belastet.
  6. Streit eskaliert durch fehlende Fähigkeiten zur emotionalen Verarbeitung, Erbschluss von Eltern und unerfüllte Bedürfnisse, die zu Reizbarkeit führen.
  7. Kompromisse sollten auf stimmige, gemeinsame Lösungen abgestimmt sein und es ist möglich, auf 80-90%-Kompromisse zu vertrauen, wenn keine vollständige Einigung möglich ist.
  8. Es ist entscheidend, Wünsche statt Vorwürfe zu formulieren, um Verletzungen zu vermeiden und eine aufeinander aufbauende, wertschätzende Kommunikation zu fördern.

Summary:

Streit in einer Beziehung ist normal und tritt häufig über Themen wie Haushalt, Finanzen, Zeitmanagement und Kindererziehung auf. Die Hauptursachen liegen in mangelnder Wertschätzung, Anerkennung und dem fehlenden Verständnis für emotionale Verletzungen. Systemgesetze wie Zugehörigkeit, Respekt und Ausgleich von Geben und Nehmen sind entscheidend für eine harmonische Beziehung.

Bei heftigen Konflikten hilft es, sich zu beruhigen, z. B. durch Atmen oder Auszeit, und es ist wichtig, Emotionen nicht zu überschreiten.

Schweigen nach Streit dient oft als Schutzmechanismus oder als Strafe, was Wertschätzung und Respekt verletzt. Streit eskaliert durch unverarbeitete Emotionen, Erziehungserfahrungen und mangelnde Konfliktkompetenz. Dafür gibt es Lösungsmöglichkeiten wie wertschätzende Kommunikation, Kompromisse auf 80-90%-Niveau und die Aufnahme von Wünschen statt Vorwürfen.

Wichtig ist es, Verletzungen nicht als Schlüssel zur Lösung zu sehen, sondern gemeinsam zu verarbeiten und an der wertschätzenden Beziehung zu arbeiten, um Konflikte zu meistern und nicht zu eskalieren.

FAQs

Paare streiten häufig über Themen wie Haushalt, Finanzen, Tagesgestaltung, Kindererziehung und Zeitmanagement. Auch Unterschiede in Werten und der Work-Life-Balance können zu Konflikten führen.

Man kann durch Atemübungen, kurze Pause oder Spaziergänge die Emotionen regulieren. Es ist wichtig, frühzeitig auszusteigen, wenn sich unangenehme Gefühle aufbauen, um nicht eskalieren zu lassen.

Schweigen kann ein Schutzmechanismus sein, um verletzlich zu sein, oder als Strafe, um den anderen zu unterdrücken. Beide Wege verletzen Wertschätzung und Respekt und führen oft zu weiteren Konflikten.

Streit eskaliert oft, weil emotionale Verletzungen nicht verarbeitet werden und ausgelöst werden. Auch ein Muster aus der Kindheit oder hohe Erwartungen führen zu schneller Reizbarkeit und Wutausbrüchen.

Zuerst ruhig bleiben, durchatmen und nachdenken. Dann versuchen, den eigenen und den anderen Anteil zu verstehen und gemeinsam einen wertschätzenden Kompromiss zu finden.

Durch Selbstreflexion, Anerkennung der eigenen und des anderen Bestrebungen und die Frage nach gemeinsamen Zielen. Es geht darum, Verantwortung zu teilen und nicht an der Schuld zu suchen.

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