Q&A Beziehung vs. Arbeit - Ist die Karriere wichtiger?
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Die Diskussion um Beziehung und Arbeit zeigt, dass eine gesunde Partnerschaft nicht nur durch finanzielle Stabilität, sondern durch klare Prioritäten und emotionale Verbindung gestärkt wird. Viele Paare leiden unter dem Gefühl, dass der Partner mit der Arbeit „verheiratet“ ist, was zu Zeitmangel, emotionaler Distanz und gegenseitiger Unzufriedenheit führt. Besonders bei Selbstständigen oder Berufen mit hohem Zeitaufwand entstehen strukturelle Belastungen, die sich in der Familienzeit und im Alltag widerspiegeln. Die Ursachen liegen oft in der Suche nach Sinn, Selbstbestätigung oder Flucht vor Konflikten – besonders bei Männern – und im fehlenden Verständnis für die Bedeutung von gemeinsamer Zeit. Wichtige Lösungsansätze sind offene, wertschätzende Kommunikation, die Nutzung von „Ich-Botschaften“ und die klare Aufstellung von Werten und Prioritäten. Ein starker Punkt ist die gemeinsame Reflexion über die persönlichen und familiären Auswirkungen von Arbeitszeiten, wie zum Beispiel durch einen „Öko-Check“. Dieser hilft, negative Konsequenzen zu erkennen und konkrete, nachhaltige Veränderungen vorzuschlagen. Die Beteiligung der Partner an der Entwicklung gemeinsamer Lebensziele – wie mehr gemeinsame Zeit, weniger Stress und ein ausgewogeneres Leben – ist entscheidend, um eine harmonische und glückliche Beziehung zu fördern.
Wir haben heute das spannende Thema Beziehung versus Arbeit und da ist ja bei manchen das Gefühl, dass der Partner oder die Partnerin eher mit der Arbeit als mit einem selbst verheiratet ist. Wie empfindest du denn das? Weil wir als Selbstständige sind natürlich prädestiniert dafür, zu viel zu arbeiten.
Ich habe schon das Gefühl, dass Arbeit für uns beide einen wichtigen Wert hat, aber dass wir miteinander verheiratet sind, also dass das wichtiger ist auf jeden Fall als unsere Arbeit und dass diese emotionale Verbundenheit an allererster Stelle steht.
Das ist glaube ich der relevante Punkt, dass man trotzdem, obwohl man viel arbeitet, das Prio-Gefühl hat, dass im Zweifelsfall die Beziehung immer höher steht.
Genau, es gibt natürlich aber auch Phasen und da sind wir ja auch ganz ehrlich, wo wir auch bei der Arbeit.
Sprints haben, wo es vielleicht auch mal in einen eher unstimmigen Bereich zeitweise rutscht, aber dass man das dann auch ausspricht.
Also dass man auch ganz klar sagt, Mensch, mir ist aufgefallen, dass es jetzt ganz schön viel ist, gerade so wenn man Umstellungen macht oder so, dass man sagt, puh, jetzt ist die Arbeitslast ganz schön hoch.
Es ist okay, dass man das jetzt mal so macht, aber das wäre kein Dauerzustand.
Dann wäre es dauerhaft unstimmig und man bewegt sich, sage ich mal, in so einer Grauzone mal, dass man sagt, na okay.
Das ziehen wir jetzt durch, ne?
Ja, dass man den Sprint eben auch beendet und nicht einen Marathon daraus macht, indem man sprintet, denn das ist natürlich auch der beste Weg in Richtung Depression und Burnout.
Absolut.
Ja, wir haben heute das Thema Beziehung versus Arbeit. Ist die Karriere wichtiger, beziehungsweise wie kann man das unter einen Hut bringen?
Du bist im Podcast der Lebensidealisten. Mein Name ist Florian.
Ich bin Ina.
Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise hinein.
In eine glückliche und harmonische Beziehung.
Ja, wenn einer oder beide in einer Beziehung viel arbeiten, kann das halt auch die Beziehung belasten.
Also ich denke gerade an sehr, sehr viele Paare, die bei mir schon im Coaching waren, die Belastungen aus dem Beruf mitgebracht haben, weil einer einfach stundenmäßig extrem viel arbeitet.
Oder in der Verantwortung sehr eingebunden ist, Schichtdienst hat, wie sagt man das, spontan arbeiten muss, also Berufe hat, wo es nach Auftrag geht, nach spontan eingreifen und das sind natürlich einfach auch Berufe, die die Beziehung sehr belasten können, weil ja die Beziehung dann zurückstecken muss.
Also oftmals einem Gefühl in der zweiten Reihe steht und wenn das dauerhaft so ist, wird es halt schwierig.
Ja, bei manchen, ich würde das noch differenzieren zwischen den Berufen, wo man das frei wählen kann, sein Pensum zum Beispiel und seine Arbeitszeit, ich meine damit vor allem natürlich Unternehmer und Selbstständige und den Berufen, wo man das eben gar nicht frei wählen kann, sondern es einfach vorgegeben ist, zwar belastend, aber vorgegeben.
Oder es sich so gehört, so zu arbeiten, weil man sonst diesen Beruf oder diese Position nicht auslöst.
Und weil man bestimmte Karriereziele auch nicht mehr erreichen kann, die einem vielleicht wichtig sind.
Genau, ich erinnere mich da immer gerne an die Paare, wo eine Arzt oder eine Ärztin da ist und wo ganz klar gesagt wird, ja, wenn ich jetzt die Stunden runterschrauben würde, das würde gehen, hätte aber so starke negative Konsequenzen, dass ich in meinem Fachbereich abgesägt werde. Das war's dann.
Das ist dann quasi der dritte Faktor, so auf der Arbeitssoziale Zwänge sozusagen, dem man unterliegt.
Damit man überhaupt Anerkennung findet, seine Führungsposition behalten kann.
Genau, das steht im Konflikt dann.
Das natürlich offiziell von der Firma, von der Arbeitsstelle gesagt wird, ja, bei uns kann man Elternzeit machen, bei uns kann man auch mal freitags früher gehen, bei uns kriegen wir das familienfreundlich hin und dann in der Umsetzung ist es wirklich schwierig, weil wenn die anderen Kollegen das nicht machen oder Kolleginnen, dann wäre man der Einzige, der das dann auch in Anspruch nimmt und schon hat das wieder eine Wirkung.
Und dann entsteht beim Partner oder bei der Partnerin das Gefühl, ja, was ist dir wichtiger? Ist dir wichtiger, jetzt bei der Arbeit zu sitzen?
Oder Operationen durchzuführen? Oder ist dir wichtiger, dass es uns auch noch als Paar gibt oder unsere Familie?
Beim Unternehmer oder Selbstständigen ist es ja so, der kann ja durchaus nivellieren und sagen, ich arbeite nicht 70 Stunden die Woche, ich komme auch mit dem Geld klar, was ich mit 40, 50 Stunden die Woche arbeite oder strukturiere mich anders oder was auch immer, aber typischerweise hat der Unternehmer dort ja, sagen wir mal, ab einem gewissen Punkt eine gewisse Wahlfreiheit.
Wir sprechen jetzt nicht gleich von einem Startup oder sowas, man ist im ersten Jahr, also sicherlich die ersten zwei, drei Jahre hat fast kein Selbstständiger oder Unternehmer dort so eine richtige Wahlfreiheit, da ist einfach ranklotzen gefragt, um das Ding aufzubauen und zu versuchen, dass das nicht wieder pleite geht, wie es bei den meisten passiert, dass man quasi seine Idee beenden muss, aber dann irgendwann ab einem gewissen Punkt kommt man ja in eine gewisse Freiheit auch hinein, was ja auch das Ziel vieler Selbstständiger und Unternehmer ist.
Aber dann ist trotzdem das Gefühl, dass das nicht so genutzt wird, beziehungsweise die Prio mehr auf der Arbeit liegt, als dann eben im Familienleben.
Das merken wir auch immer wieder mal bei Kennenlerngesprächen, also wenn es um Terminvereinbarungen oder auch im Coaching bei Terminvereinbarungen geht, wenn dann der eine sagt, oh, das ist schlechter Tag, da kann ich nicht, nee, da muss ich bei der Arbeit sein, da, dass dann der andere Part sagt, also was hat denn jetzt gerade Priorität?
Das kann sein, dass wir hier in zwei Monaten gar nicht mehr zusammen in diesem Haus wohnen. Glaubst du nicht, dass du denn ins Gespräch gehen könntest für eine längere Mittagspause, die zwei Stunden beträgt und das abends an dem Tag wieder ranhängst? Also da merkt man auch schon so diesen Konflikt manchmal, dass der andere sagt, boah, macht ein Gefühl, ne?
Ich fand auch immer die Aussage spannend, oh nee, also da um 15 Uhr, da müsste ich ja einen halben Tag Urlaub für nehmen, wo ich immer so denke, ja Mensch, dann wäre das mal so.
Du kannst ja auch Überstunden machen und die abbummeln, aber ein halber Tag Urlaub dafür, vielleicht wenn es in Summe nachher sechs Termine sind, sieben, acht Termine und selbst wenn man dafür dann immer einen halben Tag Urlaub nehmen würde, was dann irgendwie vier Tage Urlaub wären, vier Tage Urlaub im Jahr dafür zu opfern, dass die Beziehung nicht kaputt geht und man sich nicht vielleicht scheiden lässt, also weiß nicht, dann kann das Leid gefühlt manchmal noch nicht so groß sein.
Ich finde aber, das hat sich sehr gewandelt.
Ich erlebe das so, dass jetzt sehr, sehr viele diese Termine auch möglich machen, natürlich immer noch viele gerne den Abend bevorzugen, weil es natürlich von der Org am einfachsten ist, kann ich verstehen, ich würde auch immer erst danach fragen, aber die sind natürlich sehr beliebt und deswegen schnell weg, aber ich erlebe es so, dass sehr, sehr viele das inzwischen dann auch möglich machen, irgendwann zwischen 9 und 17 Uhr Termine wahrzunehmen.
Gerade auch, wenn Kinder da sind und die in der Betreuung sind, bietet sich das natürlich auch nochmal an, ne?
Gerade Lukas, der bis 22 Uhr den letzten Termin macht, also wir haben eigentlich, wenn man so will, beginnt Stefanie um 7 Uhr morgens und wir enden mit Lukas um 22 Uhr, wir haben schon eine echt große Range von Montag bis Freitag und jetzt, wenn diese Podcast-Folge erscheint, wir haben ja einen kleinen Vorlauf in der Produktion, dann sind auch Nicola und Anne schon am Start oder fast am Start, die beide vielleicht sogar Sonntags anbieten, also wir sind da schon echt variabel in den Zeiten.
Aber gut, wir treffen uns.
Wir füften ab.
Genau.
Daran sieht man, wir arbeiten auch sehr viel und sehr gerne und haben da sehr viel Freude dran.
Wenn du unseren Podcast oder auch hier bei YouTube schon längere Zeit hörst, dann freuen wir uns sehr, wenn du an dieser Stelle die Gelegenheit kurz nutzt und eine Bewertung bei Spotify, Apple Podcast da lässt oder eben entsprechend bei YouTube uns abonnierst.
Das würde uns sehr freuen, das sind für uns immer sehr positive Signale und motiviert uns extrem, diesen Podcast für euch weiterzuverfolgen.
Genau.
Was sind denn so die Probleme, die auftreten, wenn man das Gefühl hat, mein Partner oder meine Partnerin ist mit der Arbeit verheiratet?
Das offensichtlichste und immer größte Problem, nicht nur, wenn der Partner gefühlt mit der Arbeit verheiratet ist, ist die Zeit.
Heute haben wir so viele Projekte parallel laufen, es gibt fast kein Paar, was bei uns ist, was nicht von einem Hamsterrad von Projekten, To-Dos, Organisation, Verwaltung spricht, sodass man manchmal das Gefühl hat, das Leben wird nur noch verwaltet anstatt gelebt.
Und natürlich, je mehr Familienarbeitszeit in Summe da ist, desto weniger gemeinsame Zeit hat man natürlich.
Wenn ich jetzt an meine Eltern denke, mein Vater hat 40 Stunden gearbeitet, meine Mutter irgendwie.
Einen Minijob meistens gehabt, damals Teilzeitjob und hat dann, wir hatten eine Familienarbeitszeit pro Woche vielleicht von so 44 Stunden, vielleicht so 46 Stunden, wovon eben 95 Prozent mein Vater gemacht hat.
So jetzt haben wir heute ganz häufig in Summe macht der Mann immer noch 40 Stunden, die Frau häufig.
eher Teilzeit aktuell, finde ich.
So 30 Stunden. Aber in Summe
sind wir bei 70.
Wenn jetzt vielleicht sogar noch einer von beiden
selbstständig ist. Ich habe jetzt
ein Paar gerade, sie ist selbstständig,
er ist festangestellt.
Ich weiß ihre Stundenzahl offengesagt
nicht, aber nehmen wir mal an, also er macht
auf jeden Fall 40 Stunden normalen Job.
Lass sie vielleicht 60 Stunden
machen.
Ich weiß nicht, ob es so ist, aber bei
vielen Selbstständigen ist es ja so, die haben noch keine Kinder.
Dann haben die eine Paar-Arbeitszeit
von 100 Stunden.
Das ist gar kein Problem.
Er macht vielleicht seine Hobbys und so und trifft sich mit Freunden.
Das ist alles gar kein Problem.
Ab dem Moment, wo Kinder dazukommen, wird
die Arbeitszeit von 100 Stunden als Familienzeit
eben kritisch.
Ich habe auch
einige Paare mit Kindern, wo beide Vollzeit
arbeiten und das bedarf
wirklich extrem krasser Organisation
und ist auch mal ein großer Struggle,
wenn Kinder krank werden.
Also der Druck, der auf Familien
lastet, aufgrund der
Arbeitszeit, ist einfach ja auch sehr groß.
Wenn wir an Ferienzeiten denken,
die länger sind als die Urlaubstage, die man
zur Verfügung hat, Kindkranktage.
Also man hat, glaube ich, schon
mehr das Gefühl, jetzt im
Gegensatz zu dem Konstrukt, was du von deinen Eltern
damals beschreibst, dass
jetzt ja auch mehr
Paare darauf angewiesen sind,
gegenseitig sich zu unterstützen,
weil halt nicht mehr die Frau vier, sechs
Stunden häufig nur arbeitet
und damit
auch flexibel ist, wenn
etwas passiert, wenn etwas ausfällt,
in den Ferienzeiten und so weiter, sondern
dass man jetzt noch mehr darauf schaut,
wie kriegen wir das hin?
Wo sind die Ressourcen? Wir müssen das
zusammen irgendwie gewuppt kriegen, weil
die eine Seite einfach auch so viele Arbeitsstunden
mitbringt.
Dann sehe ich manchmal ein Missverständnis in den Zielen,
warum man auch so viel arbeitet
und dann nämlich
das als nächstes Problem,
als nächste Auswirkung,
dieser Blick auf, in Anführungsstrichen,
normale Paare,
die Zeit füreinander haben.
Ich habe zum Beispiel Paare,
eins, was ich jetzt gerade auch im Coaching habe,
aber habe schon mehrere gehabt,
in dem Fall ist
meistens der Mann, bei dem Paar hier auch, der Mann
viel am Arbeiten und jetzt hier
wirklich exorbitant viel,
wo dann auch natürlich immer
gesagt wird, naja, wir haben dafür ein sehr
luxuriöses,
privilegiertes Leben,
wir können uns alles mögliche leisten,
erlauben und auch du als meine Frau
hast dadurch sehr viel Freiheiten in deinem Leben.
Und wo häufig
die Frau dann aber schon sagt, in diesem Fall,
ich brauche das alles gar nicht,
ich brauche dieses
Maß an Luxus nicht, ich wäre mit viel weniger
zufrieden, ich könnte auch mit
etwas weniger Freiheit leben,
ich bin auch
gut ausgebildet und könnte
auch mehr arbeiten, das würde mir
auch Spaß machen, wenn du dafür
sozusagen Zeit runterfährst
und dann eben aussprechen,
ich sehe manchmal Paare,
die verbringen Zeit miteinander,
die gehen einfach mal spazieren,
manchmal streiten die auch,
manchmal nicht, ich hätte einfach
manchmal ganz gerne so ein ganz
normales Paar-Familien-Leben,
wo wir nicht ständig
arbeiten müssen, Zeitfenster rund um
die Arbeit finden, sondern wo man sich
einfach mal ganz normal begegnet
und zusammen in den Supermarkt
geht. Die wünschen sich so
ganz einfache Alltagssituationen
und sehen natürlich ständig
Paare, die das haben
und interpretieren, dass die wesentlich
glücklich sind.
Und glücklicher sind, weil die eben
ein ganz normales
Leben miteinander haben, mit Zeit
füreinander.
Ein Punkt ist ja auch, wir nennen das
ja mal Ausgleich von Geben und Nehmen.
Also alles, wo man mal ein Konto
führen könnte. Das ist ganz spannend,
wenn man den Gedanken so überlegt, man würde
ein Zeitkonto führen, wer arbeitet
wie lange, wer macht was im Haushalt, wer
kümmert sich um die Kinder. Aber
da vergisst man ja so ein bisschen
den Aspekt, warum tut
derjenige das? Also den
Aspekt der Priorisierung.
Ja, also nicht nur warum tut derjenige
das, sondern dass eben das
Gefühl ist, dass die Arbeit
vorrangig ist
zur Familie, zur Partnerschaft,
weil dem
eben mehr Zeit, mehr Aufmerksamkeit
gegeben wird und
Veränderungswünsche eher nicht
stattfinden. Und natürlich dann
auch immer wieder geschaut wird, dass
man das gesamte Familienleben
rund um die ganze Arbeit shiftet.
Das ist nun jedem bewusst bei 40 Stunden,
aber wenn es mehr wird,
ist es meistens schwierig.
Und dann ist auch noch so ein Punkt, finde ich, mit der
Verantwortung. Viele Frauen,
also wir sind natürlich hier, muss man
echt sagen, klar gibt es auch Frauen, die viel
arbeiten und Männer, die weniger arbeiten, aber
wenn man so, das Thema haben wir ja,
mit der Arbeit verheiratet sein, in sehr, sehr
vielen Fällen ist das ja einfach so,
leider kann man vielleicht auch sagen, noch so klischee-mäßig,
dass der Mann die Rolle einnimmt, der
sehr viel arbeitet und die Frau, die zu Hause ist.
Und das erleben wir ja auch im Coaching,
dass die Frauen dann häufig auch sagen,
Mensch, ich fühle mich auch in meiner Verantwortung
alleine. Also ich habe das Gefühl,
du bist in der Verantwortung bei der Arbeit
zu 100 Prozent, bist da auch zu 100
Prozent schnipps da, wenn
irgendein Notfall ist. Und ich bin hier
alleine zu 100 Prozent in der Verantwortung
den Kindern
gegenüber und das macht natürlich einfach
dann ein starkes, ungutes Gefühl,
weil man denkt, jo, deine
Priorisierung ist damit klar und ich muss
jetzt damit klarkommen, dass
das so ist.
Und wenn man jetzt mal schaut, wie viele,
wie viel Prozent aller Selbstständigen sind
Frauen und wie viele Männer? Was hattest du eben
geschätzt? Uh, das ist aber gefährlich
sowas. Ich hätte jetzt gedacht so,
dass vielleicht 60, na 70,
30, 70 Prozent Männer, 30
Prozent Frauen. Ja, das ist, als hättest
du vorher nachgeguckt. Ich habe wirklich nicht nachgeguckt.
Genau, laut
Mikrozensus im Jahr
2021 waren
33 Prozent aller
Selbstständigen Frauen. Ja, guck mal,
mein Soziologiestudium hat was
gebracht, meine Schätzung vielleicht.
Ja. Genau, zum Beispiel
wurde auch gesagt,
im Gründungsmonitor 2023
der KfW,
dass im Jahr
2022 eine besonders
hohe Anzahl
der Unternehmensgründungen durch Frauen
passierte. Da waren es nämlich 37
Prozent. Das heißt,
aber trotzdem noch, dass natürlich
mehr Männer selbstständig sind.
Naja, man muss ja auch sagen, mehr Männer
sind ja auch in Führungspositionen.
Weil häufig es ja immer noch so ist,
selbst wenn die Frauen die gleiche Ausbildung machen
oder das Studium machen, dann
kommen ja irgendwann Kinder
und dann geht die Frau im Mutterschutz,
geht ja auch zum größten Teil die Frau in Elternzeit
und dann klettert
der Mann ja auf der Karriereleiter einfach
an der Frau häufig vorbei.
Dann kommt vielleicht das zweite Kind noch dazu.
Dann arbeitet man nicht mehr voll,
Führungspositionen möchten vielleicht auch mit Vollzeit
bedeckt werden und so weiter.
Und ich glaube, dann ist so dieses Gefühl
bei der Frau auch,
wir haben dieses Projekt Kinder oder Haus
oder was auch immer, das ist unser Ding,
das ist irgendwie unser Fundament als Wert
und du priorisierst
das andere so stark und ich fühle mich
hier alleine und das fühlt sich nicht rund an.
Was ich auch total verstehen kann,
weil man ja das auch
gemeinsam als Lebensziel,
wo man sich dafür entschieden hat.
Ja und das
macht natürlich ein ungutes Gefühl,
denn das ist so auf
Systemgesetzebene schwierig,
denn an erster Stelle
sollte im Fundament
des Lebens normalerweise immer
die Partnerschaft, die Familie
kommen und darauf aufbauend
können dann, je nachdem
wie man möchte, Job, Freunde,
bekannte Hobbys kommen.
Aber für die meisten Menschen
fühlt sich das nur stimmig an,
wenn an allererster Stelle
die Partnerin und der Partner ist.
Jetzt haben wir häufig den Punkt,
dass gesagt wird, das ist aber so.
Meine Frau, mein Mann
ist an erster Stelle.
Die Priorität ist da,
aber dann haben beide ein unterschiedliches
Verständnis davon, wie sich das
im Verhalten zeigen sollte.
Und das muss man dann thematisieren und sagen,
was bedeutet das denn ganz konkret,
an erster Stelle zu sein.
Ich habe das in einem Coaching gehabt,
da sagte er auch immer wieder,
ich fühle mich bei dir nicht an erster Stelle.
Immer wieder.
Es ging jetzt nicht um den Job, sondern mehr um eine Affäre
und die Affäre ist beim Job.
Ich fühle mich nicht an erster Stelle.
Ich fühle mich nicht auf Priorität 1.
Und da habe ich auch gesagt,
was bedeutet das denn für dich ganz genau?
Welche Signale,
welches Verhalten zeigen dir denn,
ob du auf Priorität 1 bist oder nicht?
Und dann sagte er
wieder irgendwie sowas und dann, ja,
dadurch bin ich auf Priorität 1.
Dann sage ich, Entschuldigung, nochmal,
welches Verhalten, und das ist eben der Punkt,
da muss man ganz genau sein, weil das ist sonst
so schwammig, weil
beide sagen Priorität 1
und der eine sagt, nee, fühle ich nicht.
Und der andere sagt, ist aber so.
Und dann kommt man nicht weiter.
Wir müssen jetzt schauen, welches Verhalten,
welche Signale ganz genau zeigen einem,
ob man da steht oder nicht.
Und daran kann man das nur festmachen.
Das hatte ich mal im Coaching, da hat die Frau,
das fand ich sehr bemerkenswert, das mal
für ein Coaching vorbereitet von sich aus.
Das ging um das Thema
Wunschbeziehung dann, wie
sie sich das vorstellt, wie Prioritäten
gesetzt werden.
Und hatte dann ganz klar gesagt, im Themenbereich
Familie stelle ich mir die Priorität
bei uns so vor, wenn du
an einem Nachmittag die Kinder
schaffst, die Kinder schaffst, die Kinder schaffst,
von der Kita abzuholen
und das versuchst so und so und so zu regeln.
Bei der Partnerschaft,
wenn wir abends sprechen, erwarte ich von dir,
dass du mir zuhörst, dass es eine wertschätzende
Umgang gibt, dass du in den Gedanken bei mir bist.
Also sie konnte das richtig gut
beschreiben im Verhalten, wie du
sagst, damit er auch weiß, was
konkret von ihm verlangt wird.
Ja, was sind die Erwartungen eigentlich?
Und das ist ja gerade, wenn es
um Werte und Prioritäten auch geht,
dass man das häufig nur oberflächlich
macht. Naja, der Mann, der Mann,
noch kurz abschließend, hat dann gesagt,
dass ihr seid meine Priorität immer.
Ich arbeite ja so viel, damit wir uns das hier alles leisten können.
Also ich tue das ja für euch, weil ihr meine höchste Priorität seid.
Und das meine ich mit diesem typischen Missverständnis,
dass der Mann dann, wie du schon sagst, aus den Prioritätensätzen heraus
für die Familie viel arbeitet und die Familie sagt,
wenn wir auf Prio 1 wären, würdest du weniger arbeiten.
Wir verzichten auf ein bisschen Lebensstandard,
aber dafür haben wir mehr Zeit zusammen.
Und das muss man sich eben gemeinsam ansehen,
was dort eben dann der stimmige Kompromiss ist.
Und da sind ja ganz klar auch Kommunikationsprobleme,
Missverständnisse, wo die Kommunikation nicht so klar war,
dass der eine das so meinte, der andere hat das so aufgefasst.
Und vor allen Dingen muss dann natürlich auch der Mann ehrlich in sich hineinschauen,
wenn es jetzt der Mann in dem Fall ist oder ansonsten die Frau.
Mache ich jetzt dieses Pensum wirklich, weil die Familie diesen Luxus möchte?
Oder ist das nur meine Vorstellung davon, ich will für meine Familie diesen Luxus?
Oder wo meine Familie den gar nicht will?
Weil dann arbeite ich eigentlich ja doch im Kern wieder für mich,
weil dieser Luxus die Familie ja gar nicht glücklich macht.
Oder weil dieses Ausmaß an Luxus nicht gebraucht wird,
sondern die Familie eigentlich mit mehr Zeit und Aufmerksamkeit glücklicher wäre.
Und ich glaube, das ist so der Unterschied auch zu damals.
Also damals haben ja die Frauen auch weniger arbeiten müssen,
weil der Mann ja häufig mit seinem Gehalt schon das ganz gut abdecken konnte.
Das ist ja heutzutage.
Das ist ja in vielen Bereichen einfach auch nicht so.
Die Frau möchte ja nicht immer so viele Stunden arbeiten,
aber es wird ja meistens schon gebraucht.
Aber auch, dass viele Paare sich einfach einen gewissen Lebensstandard aufgebaut haben,
der auch immer wieder nachgezogen werden muss.
Also das geht ja auch schnell und ich finde das auch verständlich,
dass wenn man einen gewissen Lebensstandard hat,
dass man da den nicht verlieren möchte
und dass man vielleicht dann weitere Träume und Wünsche hat.
Aber auch zu überlegen, immer wieder zusammen auch,
was sind unsere Prioritäten?
Wie wollen wir leben?
Wie wollen wir unsere Kinder erleben auch?
Man muss ja einfach sagen, so klein, wie sie dann häufig sind,
so klein werden sie nie wieder.
Ja, ich glaube, das ist schon ein Anteil.
Man sagt immer, heute braucht man so und so viel Gehälter, um zu überleben.
Aber ich glaube, man braucht natürlich schon mehr,
aber man meint eigentlich nicht, um zu überleben.
Weil eigentlich meinen viele, man braucht schon zwei Gehälter,
um sich einen ordentlichen Lebensstandard leisten zu können.
In vielen Fällen nicht immer,
aber in vielen Fällen.
Manche sprechen das natürlich auch wirklich so aus,
weil die Gehälter so sind, dass sie wirklich zwei Gehälter brauchen.
Aber es gibt durchaus Paare, bei denen ist es ein Satz,
aber eigentlich geht es nicht ums Überleben,
sondern darum, können wir jetzt einen zweiten, dritten Urlaub machen dieses Jahr oder nicht.
Und da muss man natürlich fair draufschauen.
Aber natürlich gibt es auch Phänomene jetzt, wie eine hohe Inflation.
Alles wird drastisch teurer.
Und man merkt auf einmal, oh Mann,
ich hatte eigentlich einen guten Urlaub,
ich hatte ein gutes Pensum, das passte alles,
wir können es aber immer weniger leisten, was tun wir?
Dann sagst du vielleicht noch,
Mensch, lieber Arbeitgeber,
ich brauche mehr Geld.
Er sagt, naja, schwierig, auch für uns ist die Situation gerade nicht so toll.
Und schon denkst du da und sagst,
warte mal, ich habe jetzt bisher 32 Stunden gemacht,
meine Frau hat auch 32 gemacht,
einer von uns muss auf 40 hoch.
Ansonsten müssen wir wirklich sagen,
wir können nur noch alle zwei Jahre
oder alle drei Jahre in Urlaub fahren.
Das möchte ich nicht.
Ich finde, das ist so eine schöne Zeit,
und dann geht einer hoch mit der Arbeitszeit vielleicht.
Absolut.
Ich war gestern Abend auf dem Stadtfest,
da bin ich an einem Stand vorbeigegangen,
da wurden diese Schokoerdbeeren verkauft am Spieß.
Und ich habe lange überlegt,
weil die Preise, wie du schon sagst,
sind echt heftig geworden,
gerade so bei Stadtfesten auch.
Das ist schon was anderes wie vor ein paar Jahren.
Klar, das hat auch anteilig seine Berechtigung,
weil die haben ja auch ihre Miete und so weiter zu zahlen.
Aber wenn man dann überlegt,
man wäre jetzt noch unterwegs mit Kindern
und die würden das dann auch noch haben wollen,
und man kann ja an jeder Ecke immer Geld ausgeben und Geld ausgeben,
da merkt man schon natürlich einen gewissen Druck,
dass man denkt, das muss auch wieder reinkommen.
Deswegen rutschen manchmal solche Events für mich in die Unstimmigkeit.
Weil ich finde, so ein Stadtfest, das ist so etwas,
das macht man so nebenbei.
Finde ich irgendwie so wie Jahrmarkt auch.
Da geht man mal so rüber, macht zwei, drei Sachen,
und das macht man so nebenbei,
weil man gerade merkt, oh, ist langweilig, was gibt's denn?
Vielleicht für so ein großes Stadtfest gibt es auch einige,
die das schon immer machen.
Für mich ist das etwas, da geht man mal so rüber
und verbringt da so ein bisschen Zeit.
Und wenn ich dann da durch die Gegend gucke und denke,
okay, bei den Preisen, die wir jetzt haben,
ist aber dieses einmal über Stadtfest laufen
schon eher so ein Luxusding,
weil du halt für alles so viel Geld dann bezahlst.
Ich meine, wenn wir jetzt mal gucken,
diese Schoko-Erdbeeren kosten zwischen 5,50 Euro und 7 Euro.
Wahnsinn, ne?
Die habe ich richtig genossen.
Dann sagst du schon, okay,
wenn unser Sohn da würde nicht gern teilen,
dann würde er nicht teilen wollen mit uns.
Der würde einen so einen Teil nehmen, sind 5,50.
Es sind ja nur fünf Stück drauf.
Wir würden dann schon sagen, okay, damit wir es nicht übertreiben,
wir wollen jetzt nicht 20 Euro
für Schoko-Erdbeeren zu dritt ausgeben,
dann würden wir uns zu zweit das holen.
Dann wären wir aber mindestens bei 11 Euro,
wenn man nicht noch Special Toppings will,
mit Kinderschokolade und so weiter.
So, dann kommst du beim nächsten Stand vorbei und. Bratwurst 5 Euro,
Pommes, nur Pommes mit Ketchup 5 Euro.
Ja.
Ja.
Und schon gehst du noch. Du musst zweimal Karussell fahren.
Genau, Karussell fahren war ja auch. Du schiebst ja schon das Kind vorbei.
Nee, nee, lass mal das mit dem Enten angeln.
Das ist echt Quatsch und macht dir gar keinen Spaß.
Du bist viel zu groß, weil dann wollen sie für irgendwie
dreimal angeln 5 Euro und dann kriegst du so ein
kleines Plastikding, was du eh nicht gerne hast.
Und du sagst, Mensch, so was hätte aus Ökologiegründen
gar nicht produziert werden dürfen.
Ja.
Naja, aber das ist ein anderes Thema.
Thema Preise, Stadtfeste und so weiter.
Aber ja, das sind natürlich alles Themen,
die dazu sorgen, dass man mehr arbeitet.
Und irgendwie versucht, diese Dinge noch herzustellen
und nicht zu allem immer Nein sagen zu müssen.
Das ist ja auch etwas, was ja auch in vielen von uns steckt.
Dass unsere Eltern hatten nicht so viel Arbeitszeit,
haben das meistens reduzierter gehalten.
Aber dafür haben wir meistens ja erlebt,
dass wir häufiger mal ein Nein gehört haben.
Oder Sachen wurden mitgenommen mehr.
Also in Dänemark, wo wir letztes Jahr im Dänemark waren,
fand ich das krass, dass man überall Menschen gesehen hat,
die ihre Tupperdose ausgepackt haben.
Ja, genau.
Ja, ganz viel Picknicken.
Ich meine, Getränke zum Beispiel jetzt gerade mit Kindern,
das nehme ich eigentlich immer mit.
Ich habe immer Wasser dabei.
Aber trotzdem ist es ja so, dass man sich das überlegt.
Aber worauf ich hinaus wollte, ist,
dass wenn man ständig in der Kindheit zu so Dingen Nein gehört hat,
dann hat man ja häufig für sich selber den Wunsch entwickelt,
man möchte das irgendwann anders haben.
Ja, an deinen Eastpack-Rucksack.
Ja, der dann Bestway geworden ist.
Und das macht was als Kind,
wenn alle um dich herum dann,
diesen Rucksack haben.
Ich hätte Eastpack.
Und du willst dann so gerne auch so einen haben
und bekommst dann eben den deutlich günstigeren.
Und dann guckst du natürlich als Erwachsener drauf und sagst,
das wäre schon echt cool,
wenn mein Sohn, wenn meine Kinder
häufiger bei sowas ein Ja hören könnten
und genau das kriegen, was sie sich wünschen.
Und das kann natürlich ein Antrieb sein,
deutlich mehr zu arbeiten.
Ja.
Und die Folge oder die Folgen davon
sind natürlich einmal emotionale Distanz.
Dass es immer mehr weiter auseinander geht,
dass man immer mehr das Gefühl hat,
die Bindung zwischen uns wird schwächer.
Emotionale Verbundenheit ist schwierig da.
Wir haben kein Wir-Gefühl.
Ja, ich, du, ne?
Genau.
Also du machst dann irgendwie die Kinder
und den Haushalt.
Ich mache die Arbeit.
Dann ist wieder da so,
Verantwortung wird auch getrennt.
Genau.
Nicht nur die Aufgabe,
sondern auch die Verantwortung.
Ja, weil die Zeit ja auch nicht so da ist,
die man zusammen verbringt in der Verantwortung.
Jetzt könnte man sagen,
das ist ja gar kein Problem,
haben ja unsere Eltern auch so gemacht.
Ja.
Aber das Problem ist meistens,
dass der,
dass der Anspruch anders ist.
Dass man diese Trennung zwar hat,
aber das eigentlich gar nicht will.
Dass der Vater viel präsenter sein möchte,
dass er aber nicht geht.
Dass die Mutter gar nicht so viel
Haushalt und Care-Arbeit macht möchte,
aber das auf einmal eben nicht anders geht.
Und dadurch so eine Unzufriedenheit da ist.
Ich glaube,
wir müssten meine Eltern ja mal fragen,
aber ich glaube,
dass das früher diese Unzufriedenheit
nicht gemacht hat.
Weil das war, glaube ich, okay,
dass die Mutter die Hauptarbeit
mit den Kindern,
die Hausarbeit gemacht hat.
Und dass der Vater den Hauptjob gemacht hat.
Ja, aber,
jetzt muss ich noch einschränken,
aber wenn man jetzt natürlich mal
deine Eltern,
die ja so ein Standardfall sind,
sehen muss,
im Alter ist das für die Frau
echt eine miese Nummer.
Das meine ich jetzt nicht.
Also trotzdem.
Wir wollen das hier nicht auf. Nee, aber wenn du jetzt sagst,
dann müsstest du sie fragen.
Nee, es geht mir nur ums Gefühl,
ob man währenddessen,
man das so aufgeteilt hat,
damit gestruggelt hat
und zum Beispiel der Mann
eher das Gefühl hatte,
ich muss hier 40 Stunden plus arbeiten,
ich wäre viel lieber,
viel öfter mit meinen Kindern zusammen.
Und die Frau dachte,
mein Mann könnte viel mehr
im Haushalt machen,
mich unterstützen
und viel mehr mit den Kindern machen.
Ich finde das total schade,
dass ich nicht mehr arbeiten gehen kann.
Ich habe ja schließlich auch studiert.
Ich glaube, das ist etwas,
was jetzt heute eine Rolle spielt.
Ja, aber damals haben auch
weniger Frauen studiert.
Deswegen habt ihr es ja genauso gesagt.
Ja, genau.
Ja, das glaube ich schon.
Also das heißt,
damals war das aufgeteilt.
Ja.
Weil ich glaube,
mit viel weniger Struggle als heute.
Ja.
Heute ist es häufig noch aufgeteilt,
aber man will das eigentlich gar nicht mehr.
Ja, aber man sieht das doch
jetzt nochmal ganz kurz.
Wir sind ja heute
so eine persönliche Folge.
Wenn du mit unserem Sohn
zum Arzt gehst
oder irgendwo anders bist,
du wirst ja immer noch gefeiert
als Vater,
dass du präsent bist dann.
Ja, oder es wird gefragt,
wo denn die Mutter ist.
Ja, genau.
Also das ist ja irgendwie
immer noch so in uns drinnen,
dass die bei unserem Einkaufsladen hier,
wo wir immer einkaufen gehen
und das ist nicht klein,
dass die auch sagen,
Mensch, heute bist du mal
mit Mama unterwegs?
Mix.
Ja, das ist ja damals zum Beispiel gar nicht vorstellbar so gewesen.
Ich kenne von Freunden auch nur die Mütter.
Und das bei unserer Arbeit gefährlich, mit dem Wissen.
Ist nicht wirklich gefährlich, aber trotzdem ist es halt spannend,
weil man lernt eben, wenn du jetzt zum Sport gehst am Nachmittag.
80 Prozent Mütter, locker.
Judo, ein Vater. 17 Uhr muss man sagen ist das.
Und das ja sogar beim Kampfsport.
Und beim Kampfsport, wo 80 Prozent oder 90 Prozent Jungs sind.
Wo auch dann natürlich vielleicht der Vater mit einem anderen Ansporn hat
oder mehr Berührungspunkte hatte schon in seiner Kindheit als die Mütter.
Ja, und das macht sich natürlich auch alles dann entsprechend in diesem Familienleben bemerkbar
und trägt diesem Gefühl bei, dass die Karriere wichtiger sein kann als eben die Beziehung
und führt dann eben. eben zu genau diesen Unzufriedenheiten.
Konflikte werden mehr, weil die Unzufriedenheit da ist.
Und dann irgendwann stellt sich wie immer bei sehr vielen Themen die Frage,
möchte ich das so beibehalten, dass ich das Gefühl habe,
in der Priorität unter der Arbeit zu stehen, als Partnerin, als Partner.
Und dann die Frage, gehen oder bleiben.
Wenn ihr euch davon angesprochen fühlt und merkt,
Mensch, die sprechen da gerade über uns und unsere Beziehung,
denn bei euch ist das so.
Bei euch ist das so, dass die Priorität Schwierigkeiten macht,
ein ungutes Gefühl macht, dass einer oder beide von euch sehr viel arbeiten
und Zeit ein echtes Problem bei euch geworden ist.
Aber ihr dort keinen stimmigen Kompromiss findet,
ihr immer mehr Konflikte aufbaut, Distanz aufbaut,
dann meldet euch sehr gerne bei uns fürs telefonische Erstgespräch.
Und wir schauen gemeinsam, wie wir euch da unterstützen können,
eure Konflikte lösen, stimmige Kompromisse herstellen
und einen Weg finden, wie ihr Beziehung und Arbeit,
harmonisch miteinander in Einklang bringen könnt.
Gut, wir haben heute eine Q&A-Folge.
Das heißt, wir gehen jetzt nicht so detailliert sozusagen auf Lösungsansätze ein,
sondern wir haben vier Fragen mitgebracht,
die häufig gestellt werden und wollen mal starten mit den Q&As.
Erste Frage, warum arbeitet mein Partner so viel oder meine Partnerin?
Das kann man sich natürlich immer gerne stellen,
wenn man schon oft gesagt hat, Mensch, du könntest doch auch weniger arbeiten
und sich nicht mehr so viel arbeiten.
Wenn man sich wundert, warum ändert sich nichts?
Naja, häufig, weil man natürlich in der Karriere, im Job,
erstmal eine Erfüllung, eine Sinngebung sieht
und vielleicht auch eine gewisse Selbstbestätigung, Anerkennung findet.
Also, das stellt ja vieles her.
Insbesondere immer noch für den Mann,
der da immer noch sehr viel Wert drauf legt.
Wo das eben ein wesentlicher Bestandteil ist,
für Frauen auch immer mehr.
Natürlich, weil sie ja den gleichen Weg häufig jetzt gehen wie Männer.
Nämlich auch studieren, sich was aufbauen,
und entsprechend auch gerne da drin ihre Bestätigung suchen.
Aber eben auch, das wandelt sich ja immer mehr,
dass auch die Frauen darin ihre Sinngebung mitsehen
und auch für die Männer sich die Sinngebung ja immer mehr verteilt.
Also in Richtung Beziehung, Vater sein.
Und das wird immer verteilter,
während früher ja das doch recht mehr getrennt war.
Und auch die Frau das immer mehr aufteilt und sagt,
zu meiner Sinngebung brauche ich jetzt viele Bausteine,
um glücklich zu sein.
Nur Kinder reicht nicht.
Ich finde das ganz spannend bei dem Punkt,
auch die Sprachen der Liebe.
Es gibt ja die eine Sprache der Liebe,
die der Produktivität oder des Lobes,
das ist ja eher eine rationale Sprache der Liebe.
Und das erlebe ich schon im Coaching,
dass gerade Männer diese Sprache der Liebe häufiger fühlen.
Und das passt vielleicht auch zur Frage,
wenn man bei der Arbeit vielleicht,
toll, wie du das Projekt geleitet hast,
toll, wie du das gemacht hast,
wie du mit den Kunden gesprochen hast,
toll, dass du einen Auftrag angezogen hast.
Ja, da werde ich natürlich auch immer
meiner Sprache der Liebe angezogen,
weil ich auf meine Produktivität angesprochen werde,
auf das, was ich geleistet habe.
Was natürlich auch vielen Männern entgegenkommt,
muss man klar sagen,
ist die Sachlichkeit bei der Arbeit.
Dass es eben nicht so viel um Emotionalität,
emotionale Unterstützung geht,
sondern eher um Zahlen, Daten, Fakten.
Und das ist natürlich auch etwas,
was für viele einfacher zu handeln ist.
Und dann wiederum die Punkte finanzielle Notwendigkeit,
es gibt nun mal viele Menschen,
für die ist ein gewisses Arbeitspensum
eben finanziell wirklich notwendig.
Die können das aktuell gar nicht anders handeln.
Wenn das möglich wäre, Stunden zu reduzieren,
dann geht es häufig eher so um dieses Verantwortungsbewusstsein
oder auch der Familie etwas bieten wollen.
Das ist ja etwas, was dann auch eine Rolle spielt.
Und dann natürlich beim Verantwortungsgefühl
immer noch bei vielen Männern dieser Glaubenssatz da drin ist,
dass sie für das Einkommen der Familie sorgen,
dass sie für das Einkommen der Familie sorgen,
dass sie eben der Versorger sind für die Familie,
der eben das Geld erwirtschaftet.
Und ein Punkt ist vielleicht auch bei manchen Familien,
also bei manchen Männern oder Frauen, die viel arbeiten,
dass man durch die Arbeit auch vor Konflikten weglaufen kann.
Man hat eine lange Arbeitszeit.
Wenn es zu Hause viele Konflikte gibt,
ist man ja eine große Anzahl von Stunden nicht in diesem Konflikt,
weil man dann bei der Arbeit ist.
Und man hat auch ein gutes Argument,
dass man bei der Arbeit vielleicht nicht gestört wird,
nicht mit dem Konflikt belastet wird.
Und sich dann sagt, okay, dann arbeite ich lieber ein bisschen länger.
Manche sprechen das auch ganz klar aus im Coaching.
Sagen, ich arbeite ein bisschen länger.
Ich warte ab, bis die Kinder im Bett sind.
Das ist so stressig abends.
Oder ich warte ab, bis meine Frau schon eingeschlafen ist
an zwei Tagen die Woche.
Oder dann habe ich meine Ruhe.
Weil man sagt, dann habe ich diesen Konflikt nicht.
Ich habe auch schon erlebt, dass manche sagen,
die sich ausbuchen bei der Arbeit,
bleiben aber im Büro
und chillen noch ein bisschen mit dem Handy oder Tablet,
um dann eben zu arbeiten.
Und zu sagen, ich gehe den Konflikten aus dem Weg.
Das heißt, die arbeiten nicht mehr,
sondern die bleiben einfach nur dem Zuhause fern.
Ja, und das ist ein Punkt,
wo ganz viele Frauen häufig im Coaching bei mir sagen,
ich habe gedacht, er hat eine Affäre.
Ja.
Weil, warum einmal vor einmal so viele Überstunden?
Oder warum ist der Arbeitsweg so lang?
Dann kann die nie abbummeln.
Ja, genau.
Oder warum ist der Arbeitsweg auch so lang?
Ja.
Warum steht er immer im Stau?
Es ist gar kein Stau angezeigt.
Ja.
Ja.
Ja.
Ja.
Ja.
Ja.
Und viele natürlich erst mal so auf diesen Schreck gedanken,
oh Gott, ist da eine andere Person mit im Spiel, ne?
Das hatte ich nämlich letzte Woche im Coaching.
Die haben ein kleines Kind
und das kleine Kind ist in einer sehr herausfordernden Phase gerade abends,
was so das Einschlafen angeht.
Und da hat der Mann irgendwann für sich beschlossen,
ich möchte diesen Tagesabschluss nicht haben
und hat dann jeden Tag anderthalb Stunden länger gearbeitet,
hat zu ihr gesagt, weil er sich so sehr dafür geschämt hat,
dass er länger arbeiten muss.
Aber dann war genau die Problematik,
die du gesagt hast.
Dann hat sie irgendwann gesagt,
Mensch, dann mach doch mal einen Freitag frei.
Du hast doch so viele Überstunden.
Aber die hatte er ja gar nicht.
Weil er hat nicht länger gearbeitet,
sondern er hat sich ins Auto gesetzt,
zwei Straßen, wo er zu Hause war
und hat dann entspannt ins Handy geguckt oder so
und ist dann nach Hause gekommen,
als sie ihm geschrieben hat,
sei bitte leise, wenn du reinkommst.
Er schläft jetzt.
Genau.
Ja, also auch das ist ein Thema fürs Coaching,
Eltern- und Familiencoaching bei uns zu schauen,
wie kann man dann mit Herausforderungen,
mit anderen Kindern so umgehen,
dass das als Familie handelbar wird
und man eben nicht in solche Situationen hineingerät.
Weil das ist natürlich sehr schade,
wenn man gemeinsam Kinder bekommt
und dann das Gefühl da ist,
man mag gar nicht zu Hause sein,
weil das so anstrengend ist.
Ja, und natürlich ihr Blickwinkel auf die Arbeit
hat sich natürlich mit der Zeit auch verändert,
dass sie natürlich das Gefühl hatte,
okay, die Priorität liegt jetzt immer
eineinhalb Stunden jeden Tag noch mehr
und hat schon nicht wenig gearbeitet.
Auf der Arbeit, wechsel doch mal den Job,
das kann doch nicht sein,
die beuten dich da aus,
wir kriegen noch nicht mehr Kohle
und das sind ja alles so Nebeneffekte,
die entstehen.
Ja, und wie wir schon als Folge besprochen haben,
macht das Unzufriedenheit
und das mündet in unsere zweite Frage.
Wenn mein Partner so viel arbeitet
und mich das unzufrieden macht,
ist diese Unzufriedenheit denn gerechtfertigt?
Immer wenn ein ungutes Gefühl bei einem entsteht,
ist die Unzufriedenheit natürlich gerechtfertigt.
Also wenn ich ein ungutes Gefühl habe,
wenn andere mich verdächtigen,
verletzt hat,
dann darf das sein.
Wichtig ist ja aber,
dass man diese Unzufriedenheit
nicht einfach so hinnimmt,
sondern dass man das anspricht
und zusammen einen stimmigen Kompromiss findet,
eine gute Lösung findet.
Also ein Gefühl, was da ist,
das wird sozusagen nicht infrage gestellt,
ob das da sein darf oder nicht darf,
sondern wenn es da ist,
hat es eben seinen Grund,
dass es da ist
und man schaut gemeinsam nach der Ursache,
übernimmt Verantwortung
und wie man das lösen kann.
Aber fragt eigentlich,
darf ich solche Gefühle überhaupt haben?
Was mache ich denn,
wenn mein Partner oder meine Partnerin
so viel arbeitet,
dass das bei mir Unzufriedenheit macht?
Wie kann ich das denn rüberbringen,
dass er oder sie auch meine Unzufriedenheit sehen kann
und dafür Verständnis hat?
Zunächst mal geht es darum,
offen das Gespräch zu suchen
und den richtigen Rahmen zu schaffen.
Der richtige Rahmen heißt,
man hat ausreichend Zeit,
ist in einer guten Stimmung dafür,
macht es sich vielleicht gemütlich,
sorgt dafür,
dass es eben auch so ist,
dass eben auch Bereitschaft da ist,
das heißt,
man vielleicht nicht noch gerade wütend
oder verärgert über andere Themen ist,
dass das Gespräch auch im Guten stattfinden kann
und dass man dann im Rahmen
einer gewaltfreien Kommunikation
in Ich-Botschaften
dann seine Wahrnehmung schildert.
Was hat man wahrgenommen,
dass nämlich mehr gearbeitet wird?
Welches Gefühl macht das?
Wie fühlt man sich dabei,
dass mehr gearbeitet wird
oder dass der Arbeit
mehr Priorität eingeräumt wird?
Das ist dann nämlich schon interpretiert.
Da müsste man eben sagen,
ein Gefühl ist, dass deine Arbeit mehr Priorität bekommen hat,
das nehme ich dadurch wahr, dass, und das Verhalten dann beschreiben,
dass du jeden Tag jetzt eineinhalb Stunden mehr weg bist als zuvor.
Vorher warst du 40 Stunden die Woche weg, plus fünf Stunden Fahrzeit, 45 Stunden.
Jetzt bist du aber jede Woche 55 Stunden weg.
Das sind zehn Stunden mehr als zuvor.
Das macht mich traurig, ich fühle mich einsam.
Ich merke, dass ich abends hier sitze und habe Bauchschmerzen
und ein Gefühl, dich zu vermissen.
Und dann kann man da ins Gespräch gehen und dann kann der andere auch aussprechen,
was ist die sachliche Ursache, wenn es eine gibt,
weil irgendwas bei der Arbeit sich verändert hat,
oder eben, was ist dann ansonsten die eigentliche emotionale Ursache,
wann war es mal gut, wann war es mit der Arbeit noch normal
und natürlich dann auch Verantwortung übernehmen fürs Gefühl.
Also nochmal ganz kurz und knapp, wenn mein Partner,
wenn meine Partnerin zu viel arbeitet, was kann denn jetzt eine Lösung sein?
Wie kommen wir dann aus dieser Unzufriedenheit raus?
Schritt eins, auf die Ursachensuche gehen.
Wann war es mal gut? Was hat sich verändert?
Wenn entsprechende Systemgesetzverletzungen vorliegen,
also man sich emotional verletzt fühlt, es Konflikte gibt,
man deswegen zum Beispiel zu viel bei der Arbeit bleibt,
dann kann man natürlich diese Verletzung lösen
und damit dafür sorgen, dass das nicht mehr gebraucht wird,
dass man dem Zuhause quasi durch Mehrarbeit entflieht.
Wenn das natürlich andere Themen sind, wie Karriere vorantreiben, Unternehmen, Priorität,
dann muss man natürlich schauen, dass man am besten einen Öko-Check macht
und schaut, was macht das mit der Familie, welche negativen Konsequenzen hat das?
Diese Priorität auf der Arbeit, diese Belastung durch die Stunden,
welche negativen Konsequenzen, Risiken, Nachteile hat das
und was können wir tun, lernen, verändern,
damit diese nicht mehr da sind und sich dem mal konkret annähern.
Und dann schauen, was sind die klaren Ansätze,
wie man diese Nachteile, Risiken, negative Auswirkungen verändern kann
und dann eben einen Plan machen.
To-Do-Liste, Veränderungsprozesse einleiten und loslegen.
Du sagtest gerade etwas über Öko-Check.
Da vielleicht nochmal so kurz die Notiz,
wenn man Lust hat, darüber mehr zu erfahren, was der Öko-Check ist,
wie der aufgebaut ist, welche Fragen man sich stellt,
das findet man jetzt ja bei uns im Harmonie-Guide auf der Website.
Ein kostenloser kleiner Online-Kurs.
Ja und ansonsten, wenn ihr merkt, dass das Thema euch intensiver beschäftigt,
dann meldet euch natürlich gerne bei uns für das telefonische Erstgespräch
und dann schauen wir gemeinsam, ob das thematisch passt
und wie wir euch unterstützen können.
Ansonsten freuen wir uns sehr, dass ihr auch in dieser Folge wieder dabei wart
und zugehört habt und dann sicherlich auch in der nächsten Folge
wieder dabei sein werdet.
Bis bald.
Bis dann.
Podcast Summary
Key Points:
Die Balance zwischen Arbeit und Beziehung ist entscheidend, wobei emotionale Verbundenheit und gegenseitige Priorität an erster Stelle stehen.
Überragende Arbeitszeiten, besonders bei Selbstständigen oder mit starken Arbeitszwängen, führen zu Zeitmangel, emotionaler Distanz und Unzufriedenheit im Privatleben.
Der Mann arbeitet oft als „Versorger“ und sieht in der Arbeit Sinn, Selbstbestätigung und Flucht vor Konflikten, während Frauen sich zunehmend für Balance und emotionale Bindung einsetzen.
Phasen von Überstunden oder Arbeitsstunden sind nicht auszuschließen, aber dauerhafte Entfremdung zwischen Partner und Familie muss kritisch betrachtet und kommuniziert werden.
Klare Kommunikation über Gefühle, Verhaltensweisen und Prioritäten – z. B. durch „Ich-Botschaften“ – ist entscheidend, um Missverständnisse zu vermeiden und stimmige Kompromisse zu finden.
Die Arbeitszeit ist nicht nur finanziell, sondern auch emotional und emotional verantwortlich, wobei der Effekt auf die Familie und die Beziehung erheblich sein kann.
Systemische Herausforderungen wie Familie, Kinder, Inflation und Arbeitsplatzbedingungen verstärken den Druck und machen eine faire Verteilung von Pflichten schwieriger.
Ein gemeinsamer Öko-Check hilft, negative Auswirkungen der Arbeit auf die Beziehung zu erkennen und konkrete, nachhaltige Veränderungen vorzuschlagen.
Summary:
Die Diskussion um Beziehung und Arbeit zeigt, dass eine gesunde Partnerschaft nicht nur durch finanzielle Stabilität, sondern durch klare Prioritäten und emotionale Verbindung gestärkt wird. Viele Paare leiden unter dem Gefühl, dass der Partner mit der Arbeit „verheiratet“ ist, was zu Zeitmangel, emotionaler Distanz und gegenseitiger Unzufriedenheit führt. Besonders bei Selbstständigen oder Berufen mit hohem Zeitaufwand entstehen strukturelle Belastungen, die sich in der Familienzeit und im Alltag widerspiegeln.
Die Ursachen liegen oft in der Suche nach Sinn, Selbstbestätigung oder Flucht vor Konflikten – besonders bei Männern – und im fehlenden Verständnis für die Bedeutung von gemeinsamer Zeit. Wichtige Lösungsansätze sind offene, wertschätzende Kommunikation, die Nutzung von „Ich-Botschaften“ und die klare Aufstellung von Werten und Prioritäten. Ein starker Punkt ist die gemeinsame Reflexion über die persönlichen und familiären Auswirkungen von Arbeitszeiten, wie zum Beispiel durch einen „Öko-Check“.
Dieser hilft, negative Konsequenzen zu erkennen und konkrete, nachhaltige Veränderungen vorzuschlagen. Die Beteiligung der Partner an der Entwicklung gemeinsamer Lebensziele – wie mehr gemeinsame Zeit, weniger Stress und ein ausgewogeneres Leben – ist entscheidend, um eine harmonische und glückliche Beziehung zu fördern.
FAQs
Mehrere Gründe können dahinter stehen: Der Mensch sucht oft Sinn und Anerkennung in der Arbeit, besonders wenn er sich in der Karriere verifiziert fühlt. Auch finanzielle Notwendigkeiten oder eine Abwehrmechanik vor Konflikten können dazu führen, dass man länger am Arbeitsplatz ist.
Ja, das Gefühl ist gerechtfertigt. Wenn ein Partner viel arbeitet und dadurch die Beziehung beeinträchtigt wird, ist das ein legitimes und wertvolles Gefühl. Wichtig ist, es offen zu kommunizieren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Durch das Geben von 'Ich'-Botschaften, zum Beispiel: 'Ich fühle mich einsam, wenn du lange arbeitest'. So wird die Wahrnehmung beschrieben, ohne den Partner zu beschuldigen, und ein offenes Gespräch ermöglicht.
Ein Öko-Check hilft, die Auswirkungen von Arbeitsbelastungen auf die Familie abzuschätzen. Man überprüft, welche negativen Konsequenzen es hat und welche Veränderungen nötig sind, um ein gesundes Gleichgewicht zwischen Arbeit und Familie herzustellen.
Durch klare Kommunikation über Werte und Bedürfnisse, wie zum Beispiel: 'Ich wünsche mir mehr gemeinsame Zeit' oder 'Ich brauche mehr Aufmerksamkeit zu Hause'. So wird klar, was für beide Partner wichtig ist und wird ein gemeinsamer Kompromiss gefunden.
Weil traditionell die Familie auf der Frau basiert und die Haushaltsarbeit oft von ihr erwartet wird. Wenn der Partner viel arbeitet, fühlt sich die Frau oft allein in der Verantwortung für die Familie und die emotionale Bindung.
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