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Psychische Gesundheit und Krankheit in Zeiten der Corona-Krise

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Psychische Gesundheit und Krankheit in Zeiten der Corona-Krise

Die Folge beleuchtet die psychischen Auswirkungen der Corona-Krise, insbesondere im Kontext der psychischen Gesundheit und der Behandlung von Patienten in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Es wird gezeigt, dass Angst, Unsicherheit und soziale Isolation, vor allem bei Menschen mit psychischen Erkrankungen, eine große Belastung darstellen. Besonders relevant ist die verstärkte Aktivität von Zwangssymptomen wie dem Waschzwang, da hygienerelevante Maßnahmen zu übermäßigen Verhaltensmustern führen. Auch Depressionen werden durch wirtschaftliche Schwierigkeiten, verlorene Tagesstrukturen und soziale Abschottung verstärkt. Der Podcast betont die Wichtigkeit von seriösen Informationsquellen, um Fehlinformationen und Panik zu vermeiden. Weitere Maßnahmen wie die Aufrechterhaltung von Tagesstrukturen, soziale Kontakte über Videotelefonie und Achtsamkeitsübungen werden empfohlen, um die psychische Balance zu bewahren. Auch der Betrieb von Notdiensten, Teletherapie und der Zugang zu psychischen Behandlungen bleibt unbeeinträchtigt. Es wird darauf hingewiesen, dass Angst, Zwänge und Depressionen nicht zu übersehen sind und dass selbst in Krisenzeit persönliche Achtsamkeit und Selbstfürsorge entscheidend sind. Der Fokus liegt darauf, die betroffenen Menschen zu unterstützen und ihnen zu zeigen, dass psychische Krankheiten ernst genommen und behandelt werden.

Transcription

8079 Words, 51502 Characters

German
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Jung und Freudlos, eurem Podcast aus der Uniklinik Freiburg, genauer gesagt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Ja, wir sind hier wieder zusammengekommen in unserem kleinen Kämmerlein, ganz oben hinten, fast gegenüber von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Leider sind wir heute tatsächlich nur zu zweit. Da ist Sebastian, weltbester Assistenzarzt, zu meiner Gegenüberseite. Ja, hallo, danke. Und ich bin Moritz, ich bin, naja, der Student halt. Und Ismene kann heute leider nicht da sein, aber wir denken ganz fest an sie und versuchen, sie zu imitieren, so gut es geht. Ja, Mori, genau so machen wir es. So machen wir es. So machen wir das. Ja, wir sind heute zu einer kleinen Sonderfolge zusammengekommen tatsächlich. Ich denke, alle von euch werden es mitgekriegt haben. Es ist gerade Corona-Krise oder Pandemie und wir wollten über die Folgen dieser Krise sprechen, auf die mentale oder psychische Gesundheit und so ein bisschen das mitteilen, was du, Sebastian, oder ihr in der Klinik mitbekommen habt und welche Auswirkungen eben so eine globale Krise, muss man ja fast schon sagen, auf die psychische Gesundheit haben kann. Ganz genau. Habe ich was vergessen? Nee, das hast du super gesagt. Okay. Bevor wir inhaltlich einsteigen, Sebastian, wir haben eigentlich gesagt, wir machen es nicht, aber ich habe doch drei Oder-Fragen für dich. Okay, die sind ganz schnell und wir tun so, als gäbe es sie nicht. Das ist sozusagen jetzt eher Fragen zum Anti-Corona-Programm. Also, Sit-Ups, Liegestütz oder Lotus-Sitz? Bislang Lotus-Sitz. Wirklich? Ja, ich habe es noch nicht geschafft, zu Hause Sport zu machen. Scheiße, ich hätte mich eigentlich darauf eingestellt, zu sagen, ich hätte so gerne gesehen, wie du Lotus-Sitz machst und jetzt machst du das wirklich. Ich komme da überhaupt nicht rein. Ja, ich komme da natürlich auch nicht rein. Aber ich versuche. Du hälst dann immer so nach vorne um und bleibst mit der Stirn auf dem Boden. Also, um ehrlich zu sein, es ist ein Schneidersitz. Aber sag es niemandem weiter. Lotus-Sitz? Ich dachte, aber das ist das, wo das so oben drüber geknotet wird. Ach, das knotet man wo oben? Du musst das Bein über das eine Knie und das andere, den anderen Fuß, der muss hier drauf. Oh, Moritz, das sieht grotesk aus. Hör auf. Das kann nicht gesund sein. Gut, nächste Oder-Frage. Kartbahn, Kegelbahn oder Kugelbahn? Kartbahn finde ich, glaube ich, am lustigsten. Habe ich aber auch am seltensten gemacht davon. Darf man irgendwie so umweltfreundlich sein? Umwelttechnisch wahrscheinlich eigentlich auch nicht mehr. Eigentlich nicht, aber die fahren ja alle mit so. Hast du Kugelbahn gespielt als Kind? Nee, was ist denn das? Du kannst so Teile zusammenstecken, die sind wie so eine Rutsche im Schwimmbad und da rollt dann eine Kugel runter, eine Murmel. Ach so, als Kind? Ja. Ja, sehr wohl. Ja, du kannst es auch als Erwachsener machen, aber. Ja, stimmt. Aber es ist nicht so wahnsinnig überraschend, ne? Geht. Ja. Macht aber trotzdem Spaß. Ist cool. Das war nicht so anspruchsvoll. Okay, Dinge, die du vielleicht nie tust, abstauben, Fenster putzen oder Türleisten polieren. Türleisten polieren. Warum sollte man das überhaupt tun? Jetzt habe ich mir auch gefallen. Das war das Surrealste, was mir eingefallen ist. Die anderen beiden Dinge haben ja noch einen gewissen Bezug, aber Türleisten. Aber da, okay. Okay. Also wir beobachten dich, wie du im Lotus sitzt, Türleisten polierst. Genau. Vielleicht schwebe ich ja auch dabei. Schön. Jetzt haben wir diese Oder-Fragen-Session auch zu zweit überstanden. Ja. Das ist auch mal was Neues. Genau. Und auch Humor ist wichtig, nicht wahr? Ja, das stimmt. Ich glaube, also muss man an den richtigen Stellen auf ihn verzichten, aber man darf ihn auch nicht ganz außer Acht lassen. Ich glaube, sonst wird es echt tragisch. Ja. So, also unsere Sonderfolge zu psychischer Gesundheit in Zeiten der Corona-Krise. Sebastian, leg doch einfach mal los. Wir wollen vielleicht kurz was zum Virus und dieser Epidemie an sich sagen, bevor wir so ein bisschen mehr Richtung, was für Auswirkungen hat es eigentlich auf die Psyche oder was merkt ihr dann von der Psychiatrie, oder? Willst du einfach mal loslegen und ich fall dir dann ins Wort, wenn mir was einfällt? Ja klar, das kann ich gerne machen. Also einfach mal würde ich noch ein bisschen was über das Virus erzählen, weil einfach ein ganz, ganz wichtiger. Das ist ein sehr wichtiger Bestandteil und es ist auch essentiell für die psychische Gesundheit, dass man einfach Bescheid weiß, was gerade Sache ist. Psychoedukation. Ja. Ein bisschen anders. Genau, richtig. Wir reden jetzt aber halt eben nicht über eine psychische Erkrankung, sondern tatsächlich über eine Virusinfektion, die sich in Deutschland und auch in vielen, vielen anderen Ländern der Welt ausbreitet und wo es teilweise momentan drastische Maßnahmen gibt, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Das haben wahrscheinlich viele von euch schon in den Zeitungen gelesen. Ich denke, man wird momentan von News und Informationen dazu einfach regelmäßig, regelrecht überflutet. Mein Eindruck ist, es gibt eigentlich auch kein anderes Thema mehr, mit dem man sich aktuell beschäftigen kann. Außer dem Lotus-Sitz. Genau. Das stimmt. Und es beeinträchtigt auch unseren Lebensalltag wahrscheinlich so schwer wie kein Ereignis der vergangenen 50 Jahre, möchte ich jetzt einfach mal sagen. So lange lebe ich zwar noch nicht, aber das sagen immer die Leute, die schon ein bisschen länger auf der Welt sind. Genau. Mir ist wichtig, einfach mal, dass die Menschen wissen, dass das Virus bei den meisten Menschen gar keine große Symptomatik. Macht, sondern sich eher anfühlt wie ein Erkältungsvirus. Und das ist nur einen relativ kleinen Teil der Bevölkerung wirklich substanziell bedroht. Und das sind vor allem ältere Menschen und Menschen mit Nebenerkrankungen. Und für diese Menschen kann die Virusinfektion sehr gefährlich werden. Und diese Bevölkerungsgruppe kann zwar behandelt werden, aber es geht eben darum, die wenigen intensivmedizinischen Behandlungsplätze, die wir haben im Land zu nutzen, um diese Bevölkerungsgruppen langsam durch die Infektion zu bekommen. Das will heißen. Es ist ganz, ganz wichtig, dass das Virus sich nicht unkontrolliert und wahnsinnig schnell verbreitet, wie das manche Viren tun, wenn man sie nicht daran hindert, sondern dass es sehr, sehr langsam von sich geht. Das heißt, die ganzen Maßnahmen, die wir gerade erleben, dass die Schulen geschlossen haben, dass die Geschäfte mittlerweile auch zugemacht haben, dass vielleicht auch irgendwann mal der Ausgang der Menschen reglementiert wird, was zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht der Fall ist. Das dient alles der Verlangsamung der Ausbreitung und es ist sehr drastisch, aber es heißt nicht, dass die Menschen nicht mehr so schnell verbreitet werden. Es ist nicht, dass dieser Virus wahnsinnig gefährlich ist für uns. Das ist ganz, ganz wichtig zu wissen. Es ist kein Virus, der reihenweise die Menschen umbringt und tötet. Das liegt auch meistens selten in der Natur von erfolgreichen Viren, sondern erfolgreiche Viren sind solche, die sich auf viele Wirte übertragen können, die möglichst lange übertragen können und also die Erkrankung endet für die meisten Menschen mit Schnupfen-Symptomen. Mit dem, was man sowieso gerade geschneit haben kann. Das ist ein bisschen das Problem. Genau, die Selbstdiagnose, aber da darf man nicht vergessen, wesentlich häufiger sind einfach noch normale Grippeviren oder einfach Erkältungsviren, die es zu dieser Jahreszeit zuhauf gibt, die gerade kursieren. Es ist eine Erkältungsjahreszeit, das heißt das Auftreten von Schnupfen, Husten etc. Ihr kennt es wahrscheinlich aus den Medien, kann auch in einem anderen Virus liegen. Wir wollen jetzt aber explizit nicht exakt genau auf die Hygienevorschriften eingehen. Die könnt ihr überall nachlesen. Da werdet ihr einfach auf den Seiten des Gesundheitsministeriums. Oder des Robert-Koch-Instituts ausreichend zu informiert. Aber wichtig war mir einfach noch mal loszuwerden. Das Virus ist nicht so gefährlich, wie die Maßnahmen es vermuten lassen, sondern es geht darum, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten mit den betroffenen Menschen aus den Risikogruppen. Ja, genau. Da gibt es auch immer so, es kursiert immer so ein Diagramm mit diesen zwei Kurven sozusagen, wo es eben darum geht, dass ja das Ziel ist, diese Ausbreitung, die ja über kurz oder lang trotzdem kommen wird, einfach in die Breite zu ziehen sozusagen, dass man nicht so einen riesen Spitzenberg hat. Der alle überrennt und eben, wie du gerade gesagt hast, dass das Gesundheitssystem crasht, sondern dass man eben das nach und nach abarbeiten kann und sich um die Leute kümmern kann, die, wie du es gerade gesagt hast, eben besonders schwer betroffen sein können und im Zweifelsfall intensiv medizinische Hilfe bedürfen. Das ist, glaube ich, ganz wichtig. Und dann, was du auch gesagt hast, was, glaube ich, genauso wichtig ist, ist, wo man sich seine Informationen sucht. Du hast gesagt, Sebastian, man wird überall überflutet und ich glaube, man muss so ein bisschen gucken, dass man da geschickt auswählt, dass man, was du gerade gesagt hast, das Robert-Koch-Institut oder das Bundesgesundheitsministerium, das sind wichtige Quellen, auf die man vertrauen kann. Da muss man dann bei allen anderen so ein bisschen abwägen: Ist das jetzt gerade Sensation oder geht es da wirklich um Inhalte? Ganz genau. Ja, also solche Situationen, wie wir sie jetzt haben, die sind natürlich einfach auch ein guter Nährboten für irgendwelche Fake News, für Panikmache und Ähnliches. Das haben bestimmt schon viele erlebt. Thema Toilettenpapier, das ist einfach ein klassischer Fall von Fehlinformationen der Bevölkerung. Dann kommt es zu Panikreaktionen, die total blöd sind. Und dann auch Probleme schaffen, die eigentlich nicht sein müssten. Und deswegen: Guckt, dass ihr seriöse Quellen heranzieht, misstraut irgendwelchen WhatsApp-Nachrichten, misstraut Facebook-Nachrichten grundsätzlich, sondern guckt nach der Quelle. Es ist wichtiger denn je, jetzt wieder auf die Qualitätsmedien zu vertrauen. Sehr gut. So viel zu unserem Input zum Thema Corona. Genau, richtig. Oder fehlt dir noch was? Und flatten the curve. Das ist der Hashtag unter Instagram. Ah, okay. Ja. Ja, genau. Also, ich glaube, du hast gesagt, dass das natürlich jetzt keine vollständige Informationsdarbietung war gerade. Und natürlich ersetzt dieser Podcast heute keinen Besuch bei einem Arzt. Wenn ihr da irgendwie Zweifel habt, müsst ihr das immer mit den Ärztinnen und Ärzten klären. Das können wir natürlich hier leider nicht leisten. Und wir können, glaube ich, auch schwer nur persönliche Fragen zum Coronavirus beantworten. Wir haben eben einfach so ein bisschen einen anderen Blick hier drauf. Genau. Und jetzt, würde ich sagen, widmen wir uns dem Thema, dem wir uns eigentlich auch immer widmen, nämlich der psychischen Gesundheit beziehungsweise der psychischen Krankheit. Genau. Also, du hast gesagt, diese Krise gerade hat Auswirkungen auf alles und jeden. Überall merkt man das eigentlich. Wir sind eingeschränkt im Alltag. Man kann sich nicht mehr überall hinbewegen. Es haben nicht alle Läden offen. Jetzt vielleicht die Frage, das ist so ein bisschen im kleineren Setting: Was spürt ihr denn davon in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie? Wie sind da die Auswirkungen von der Corona-Krise? Ja, also, man spürt tatsächlich viel, ohne dass wir tatsächlich Infekte hätten. Aber es ist einfach wahnsinnig viel Angst da. Bei vielen unserer Patienten. Es ist eine ganz, ganz große Sorge: Was passiert denn jetzt eigentlich? Ja, was passiert jetzt mit mir? Was passiert, wenn hier irgendwo Menschen mit einem Coronavirus sind? Wie kann ich verhindern, dass ich mich anstecke? Wie soll ich jetzt mich verhalten? Darf ich noch nach draußen gehen? Das ist eine große Verunsicherung zu spüren und die nehmen wir natürlich sehr ernst und versuchen es auch in Gesprächen gut aufzulösen. Es ist einfach auch sehr wichtig zu wissen, dass ein Corona-Infekt kein Todesurteil ist, sondern dass das halt irgendwann auch mal passieren darf. Es wird erwartet, dass 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung ein Coronavirus haben werden, den auch ausstehen und danach wahrscheinlich auch immun sind, so geht man davon aus. Das heißt einfach, ein Großteil von uns wird es erwischen. Es geht darum, den Ausbruch zu verlangsamen, aber es ist, wie gesagt, kein Weltuntergangsszenario, wenn wir erkranken sollten. Ich glaube, es ist ganz wichtig, mit diesem Mindset, also mit dieser Einstellung auch daran zu gehen, dass die Erkrankung jetzt auf gar keinen Fall passieren darf. So ist es nicht. Sie darf passieren, sie darf irgendwann passieren und es sollen halt nur nicht alle gleichzeitig krank werden. Das ist ganz wichtig und wir werden das als Klinik auch nicht verhindern können. Wir reagieren natürlich mit strukturellen Maßnahmen. Uns geht es auch genauso wie allen da draußen. Wir müssen natürlich jeden Tag neue Maßnahmen erfahren und es ändert sich unglaublich viel zurzeit. Das ist für viele völlig überfordernd und auch für Teile von uns total überfordernd. Wir geben unser Bestes, up to date zu bleiben, aber wir haben die Lage im Griff und blicken dem entgegen, jetzt mit wenig Begeisterung natürlich, aber warum sollte man sich dann davon noch weiter verrückt machen müssen? Du hast gesagt, ihr führt ganz viele Gespräche und versucht die Leute so gut als möglich zu informieren. Wie wurdet ihr denn als behandelnde Person selber informiert? Gab es da Briefings? Gab es da Briefingssitzungen oder geht es eher darum, dass man sich auch selber sozusagen seine Informationen anliest und die dann weitergibt? Wie läuft das? Also natürlich gibt es Klinikkonferenzen und Informationen werden ständig von der Klinikleitung herumgegeben. Das ist, denke ich, nochmal einfach eine ganz eigene Firmenstruktur, die wir da haben. Wir sind natürlich Gesundheitsberuf und sind natürlich sehr, sehr gut informiert. Das ist ganz zentral. Gehört auch dazu, ja. Ja genau, ich glaube auch bei uns Ärzten ist es einfach auch so, dass wir privat sehr, sehr viel noch dazu lesen, was es eben mittlerweile schon an. Wir wollen informiert sein, wir wollen das Wissen auch weitergeben können. Und ganz ehrlich ist das alles beherrschende Thema und es lohnt sich einfach auch gut informiert zu sein momentan. Ja genau. Okay und was ist deine Erfahrung nach, inwiefern sind denn Menschen mit einer psychischen Erkrankung jetzt vielleicht besonders betroffen von so einer Pandemie? Jetzt vielleicht nicht mehr, du hast vorhin gesagt, was die Risikogruppen sind, gesundheitlich und somatisch, also auf den Körper bezogen. Aber was macht es mit der Psyche? Was sind da vielleicht besondere Herausforderungen? Ja, es triggert natürlich eine ganze Menge. Es kommt immer so ein bisschen drauf an, auf welchen Boden es im jeweiligen Individuum trifft. Viele von unseren Patienten haben natürlich viel Angst. Es gibt viel, viel begründete Angst, die denke ich auch als normalpsychologisches Phänomen da sein darf momentan. Ich denke ein bisschen Angst ist gerechtfertigt. Das ist seltsam, das ist neu, das hat man noch nicht erlebt. Ich glaube ohne Angst darauf zu reagieren ist nicht realistisch. Wichtig ist denke ich, dass die Angst nicht überhand nimmt und gerade für Angstpatienten. Es ist natürlich enorm schwierig, die eh schon Schwierigkeiten haben rauszugehen. Da kommt jetzt nochmal eine zusätzliche Bedrohungslage da. Dazu kommt jetzt die Aussage, gehen Sie nicht mehr nach draußen. Das ist zum Teil widersprüchlich zu dem, was eben auch therapeutische Empfehlungen sind. Es ist für Zwangspatienten mit Waschzwängen, es ist ein Desaster. Momentan ständig zu hören, waschen Sie regelmäßig die Hände, machen Sie dabei ein Ritual 30 Sekunden lang. Das sind natürlich alles Dinge, von denen wir versuchen unsere Patienten wegzubringen. Und momentan wird natürlich auch eine verstärkte Händehygiene geantwortet. Das ist natürlich sehr sachbezogen, aber das ist für unsere Patienten wahnsinnig schwierig auseinanderzuhalten. Und ich denke bei uns in der Klinik, wir haben weitestgehend die Tagesstruktur aufrecht erhalten. Das ist ein relativ großer Lebensraum, in dem man sich bewegen kann. Ich glaube viel mehr betroffen sind die Menschen, die jetzt zu Hause sitzen, vielleicht Homeoffice machen müssen oder in Kurzarbeit gehen müssen oder teilweise auch gar keine Arbeit haben. Und da dann einfach auch ein bisschen den Verlust ihrer Tagesstruktur erleben und auch die Möglichkeit zum Beispiel, dass sie sich nicht mehr in der Klinik verhalten. Das ist eine sehr, sehr wertvolle Ressourcen für sie zu machen. Viele Menschen machen gerne Sport, gehen spazieren, treffen sich mit Freunden in sozialen Runden, haben diese und jene Tagesstrukturangebote, die sie nehmen, die jetzt teilweise einfach wegfallen. Und das ist natürlich ein Problem. Ja, Tagesstruktur hast du angesprochen. Wir hatten es glaube ich auch schon häufiger mal im Klinikalltag. Das spielt auch eine ziemliche Rolle, dass ihr gefestigte Tagesstrukturen habt. Es gibt Zeitpunkt für eine Visite, es gibt Gruppentherapien oder Einzeltherapien. Und jetzt kann man sich ja vorstellen, ich weiß nicht, also da in der Klinik, wo ich gerade bin, ändert sich gefühlt jeden Tag irgendwas an irgendeiner Strategie. Man muss wieder neu umdenken, man muss Sachen ändern, man muss Pläne ändern. Was merkst du da bei den Patientinnen und Patienten bei euch? Ist das eine besondere Herausforderung, dieses sich jeden Tag auf was Neues einlassen, irgendwie dauernd ändernde Zustände? Ja, total. Also das ist ja meistens von vielen Patienten mit psychischen Erkrankungen ohnehin so ein bisschen eine Grundproblematik, mit Ungewissheit leben zu können. Also gerade bei Angsterkrankungen. Also bei Angsterkrankungen, Zwangserkrankungen ist es fast zentral für die Therapie und auch bei Depressionen spielt es eine große Rolle. Und diese Ungewissheit, was passiert jetzt eigentlich in der Zukunft, die ist im normalen Leben schon ein großes Problem, was wir häufig therapeutisch angehen müssen. Und diese Ungewissheit, die verschärft sich natürlich gerade massiv, weil momentan gibt es keine belastbaren Aussagen dazu, wie lange sollen denn die Quarantänemaßnahmen jetzt eigentlich noch anhalten? Wie lange sollten jetzt eigentlich dieses reduzierte öffentliche Leben noch weitergehen? Was ist eigentlich genau da zu erwarten von dieser Pandemie? Was kommt auf uns zu? Das sind momentan Fragen, die man ehrlicherweise nicht beantworten kann. Und das ist eine Ungewissheit, die für, denke ich, viele gesunde Leute schon sehr, sehr schwierig ist und Probleme darstellt und für kranke Menschen erst recht. Ja, kann man sich vorstellen, ja. Jetzt hast du schon Angsterkrankungen, Zwangserkrankungen angesprochen. Vielleicht nehmen wir noch die Depression oder das depressive Syndrom dazu. Das sind ja so drei Krankheitsbilder, zu denen es auch schon Podcast-Folgen gibt, falls ihr euch nochmal grundlegend zu den Krankheitsbildern informieren wollt. Aber die vielleicht irgendwie im Bild. In besonderem Maße eben von dieser ganzen Thematik, die jetzt gerade so beherrschend ist, betroffen sind. Vielleicht kannst du das nochmal im Einzelnen so ein bisschen aufrollen, was genau da das Problem ist und wie man dem begegnen kann. Also fangen wir mal mit den Angsterkrankungen an. Das ist natürlich, die komplette Medienlandschaft ist natürlich ein einziger Trigger, ein einziger Auslöser für Angstgedanken. Dass Dinge eben sehr ungewiss sein könnten, wie ich es gerade schon gesagt habe, dass tatsächlich auch Dinge passieren könnten. Die vielleicht auch bedrohlich für den Einzelnen sind. Das ist ein Problem. Der Verlust des sozialen Umfelds unter Umständen oder der Tagesstruktur hilft natürlich auch oder trägt natürlich auch dazu bei, dass man sich sehr viel Gedanken machen kann, weil man einfach viel Zeit hat. Man hat viel Langeweile zum Teil. Und das ist sehr problematisch. Also eigentlich so diese ganze Latte von dem, was jetzt passiert, ist natürlich sehr, sehr ungünstig. Und man kann eigentlich ein bisschen bei Angstpatienten nur so dazu raten, doch auch eine gewisse Informationskarenz einzurichten. Und das ist natürlich auch ein Problem. Das ist natürlich auch ein Problem. Wo es ganz viel ja um Hygiene und Waschen geht, tatsächlich eine ganz besondere Herausforderung ist. Vielleicht kannst du einmal noch mal kurz sagen, was sind denn typische Probleme bei Menschen mit einem Waschzwang? Oder wie äußert sich der? Ja, also was natürlich ein wahnsinniges Problem für Menschen mit Zwangserkrankungen ist, gerade mit Waschzwang, ist, dass sich plötzlich die Leute so verhalten, wie man es eigentlich teilweise schon in der Therapie gelernt hat, so wie man es eigentlich gelernt hat, dass es krank ist. Also die Menschen verhalten sich plötzlich eigentlich alle krank aus der Sicht eines Zwänglers. Sie haben natürlich den Zwangsgedanken recht damit, die man hat. Weil man sieht ja, alle Menschen machen es jetzt so. Also muss es ja richtig sein. Und das ist natürlich eine Wahnsinnsgefahr für ein Wiederaufleben oder für ein Stärkerwerden von den Zwängen. Und diese ganzen Aufforderungen, die hygienisch ergehen momentan, sich regelmäßig zu Händewaschen, das ist ein Trigger für akut Erkrankte oder aber auch für Menschen, die einfach eigentlich sowas schon überwunden hatten und ein gesundes Maß an der Händewaschen wieder hergestellt haben, die drohen natürlich jetzt auch akut wieder zurückzufallen in alte Muster. Wie greift ihr das auf in der Klinik oder wie geht ihr damit um bei Patientinnen und Patienten, die jetzt vielleicht bei euch auf Station sind mit einem Waschzwang? Also da möchte ich ehrlich sagen, es ist momentan wahnsinnig schwierig daran zu arbeiten. Wir können momentan auch sinnvollerweise keine Exposition zum Beispiel machen, wo wir sagen, jetzt werden halt nicht die Hände gewaschen oder ähnliches. Das ist ja auch ein schwieriger Grad zwischen tatsächlich jetzt Hygienestandards einhalten und gegen den Zwang ankämpfen. Genau richtig, also Exposition kann man zwar grundsätzlich noch machen, aber es fehlt so ein klein wenig die Intensität, die man in der Exposition erreichen kann. Ich kann das ja vielleicht gleich nochmal erklären, aber es geht ja grundsätzlich bei Zwängen so ein bisschen darum, flexible Verhalten. Beziehungsweise an den Tag zu legen und sein Verhalten auch flexibel anzupassen auf die Erfordernisse der Umwelt. Das heißt, jemand mit einem Waschzwang wäscht sich ja regelmäßig am Tag zu unterschiedlichen Häufigkeiten in unterschiedlichen Längen die Hände, aber auf jeden Fall ist es deutlich übertrieben. Und das ist ganz rigide und das kann überhaupt nicht geändert werden und das kann eigentlich nur durch eine Therapie oder durch größte, größte Willensanstrengungen überhaupt geändert werden. Und tatsächlich ist es so, dass das gesellschaftliche Normalmaß, was es eigentlich gerade gut anhindert. Händewaschen wird natürlich hochgefahren, das ist objektiv betrachtet einfach so. Und die Kunst ist es jetzt auch, sich hier wieder flexibel zu verhalten von seinen eigenen Verhaltensweisen. Es ist jetzt wohl ein bisschen häufiger in Ordnung, sich die Hände zu waschen. Ganz wichtig ist, beim Händewaschen sollte man bedenken, man wäscht sich die Hände, weil es eine Viruspandemie gibt. Und aufgrund dieser Viruspandemie versucht man, seine Hände als Übertrager von irgendwelchen Viruspartikeln sozusagen regelmäßig zu waschen und die so ein bisschen aus dem Spiel zu nehmen. Es geht nicht darum, dass man sich nur nach dem Händewaschen gut fühlen kann. Hände, man spürt keine Viruspartikel auf den Händen. Viele Zwänge haben auch so ein bisschen Körperempfindungen in den Händen, wenn die ungewaschen sind oder ähnliches. Es geht nicht darum, dass man sich danach besser fühlen soll oder ähnliches. Es geht nur ums Händewaschen. Die große Kunst ist wirklich darauf zu fokussieren, bei der Sache zu bleiben. Es geht jetzt um diesen Moment, es geht jetzt um dieses Virus und das wird auch irgendwann wieder sein Ende haben und das wird auch wieder vorbei sein. Und dann sollte man auch wieder zu einer normalen Händehygiene zurückkehren. Mhm. Aber auch hier klingt wirklich herausfordernd, muss man leider sagen. Es ist bei den Arzterkrankungen einfach ganz schwierig, sich da abzugrenzen und irgendwie einen guten Weg zu finden. Es ist eine brutale Herausforderung, muss man ganz ehrlich sagen. Und ich kann auch nur so ein bisschen Gnade mit sich selbst aufrufen, wenn das halt nicht so gut funktioniert, wenn es nicht so gut klappt. Man sollte sich jetzt auch als Zwangspatientin oder Zwangspatient nicht fertig machen, wenn da eben wieder Rückschritte erzielt werden. Das sind einfach äußere Umstände, die ja jetzt auch, muss man sagen, nicht im Bereich des Normalen sind tatsächlich. Genau. So ein bisschen möchte ich gerne noch den Waschzwang so auf die allgemeinen Zwangserkrankungen übertragen. Es gibt ja auch noch ganz andere Zwänge, es gibt Kontrollzwänge und Zwangsgedanken und so weiter. Wir haben ja in der Zwangsfolge darüber gesprochen, das ist ja auch alles mit betroffen. Wir haben es jetzt ein bisschen exemplarisch am Waschzwang gemacht, weil der natürlich total im Vordergrund steht. Aber du meinst, es gilt auch bei ganz vielen anderen Zwangsinhalten letztendlich? Letztlich kann das ganz, ganz viele Menschen mit anderen Zwängen auch triggern, ja. Okay, wichtig, ja. Dann vielleicht als letztes Bild, die Depressivität. Ja. Ja. Die Depressionen oder das depressive Syndrom als sehr wichtige psychische Erkrankung, einfach weil sie auch sehr häufig vorkommt. Was sind denn da vielleicht besondere Problemstellungen oder Herausforderungen in Zeiten von der Corona-Krise? Ja, also ich denke, bei der Depression gibt es einfach wahnsinnig viele, viele, viele Probleme. Also ganz generell gesprochen ist die große Angst und Ungewissheit, die in der Bevölkerung kursiert. Ähnlich wie bei den Angsterkrankungen letztendlich, ne? Auch ein Problem und man muss ja auch sagen, es werden auch ganz objektive Probleme geschaffen. Ja, es gibt bei vielen Selbstständigen. Es gibt bei vielen Selbstständigen Auftragseinbrüche bei Firmen, die Gastronomie, die Eventbranche und viele andere Bereiche, da stehen jetzt einfach auch harte wirtschaftliche Zeiten an, da werden Menschen in Kurzarbeit geschickt, es gibt Entlassungen, es gibt Selbstständige, die komplette Gehaltseinbußen haben und viele geraten dadurch in wirtschaftliche Nöte und das sind natürlich objektive Probleme, die natürlich Depressionen massiv begünstigen können. Dazu kommt natürlich nochmal, dass es jetzt eine vermehrte soziale Isolation gibt. Durch die ganzen Social Distancing Maßnahmen, die jetzt gerade greifen, auch das Homeoffice ist vielleicht für viele gar nicht so das Richtige und generell ist es einfach, wenn man dann weniger soziale Kontakte durch diese ganzen Maßnahmen hat, das begünstigt generell schon mal das Entstehen von Depressionen und dann haben viele tatsächlich plötzlich auch gar nichts mehr zu tun und stehen vor der Frage, wie, was mache ich jetzt eigentlich mit meinem Tag, da ist plötzlich keine Tagesstruktur mehr vorhanden und das kann schon massive Probleme machen. Also auch da irgendwie weitreichende Auswirkungen, also mal auch unabhängig davon, du hast es eigentlich gerade schon gesagt, davon, ob man vielleicht schon von einer Depression betroffen ist oder ob sie sozusagen nicht da ist, aber es kann sie begünstigen sozusagen. Also es gibt eigentlich zwei Seiten, inwiefern so eine Krise auf die Psyche oder die psychische Gesundheit einwirken kann und das muss man glaube ich auch einfach so ein bisschen im Blick haben, dass man da so ein bisschen achtsam mit ist, dass man einen Blick drauf hat und auch so gut auf sich selber achtet, wenn man das Gefühl hat, man rutscht da irgendwie in eine Krise. Ja, ganz genau. Okay, dann vielleicht so viel zu diesen drei Krankheitsbildern im speziellen Blick auf die Corona-Krise. Kann man denn so allgemein sagen, welche Auswirkungen so globale einschränkende Riesenkrisen wie jetzt gerade auf die Psyche haben? Also da gibt es jetzt noch nicht so wahnsinnig viele Studien zu, also es gibt viele Studien jetzt zum Beispiel speziell ebenso zu Katastrophen oder ähnliches, wo dann natürlich, wie man das auch erwarten kann, schon psychische Erkrankungen so als Traumafolge häufiger auftreten. Es gibt auch jetzt gerade viele, viele Studienbemühungen so ein bisschen das herauszukramen, was es da eigentlich schon zu Quarantänestudien gibt und die zeigen auch, die Quarantäne ist eben abhängig von der Dauer durchaus psychisch belastend. Also die ganzen Faktoren, die mit so einer Quarantäne einhergehen und das sind einfach die Angst vor Ansteckungen oder Frustration, Langeweile, teilweise auch mangelnde Versorgungsqualität. Was wir in Deutschland zum Glück nicht beklagen müssen, eine ungenügende oder Falschinformation, eben finanzielle Schwierigkeiten, die dadurch auftreten oder halt auch bei Betroffenen, die häufig stigmatisiert werden, wenn sie eben schon am Coronavirus erkrankt sein sollten. Ja stimmt, das darf man auch nicht vergessen, gerade dieses Stigma, wir reden häufig vom Stigma von psychischen Erkrankungen, aber auch in so Zeiten ist natürlich jemand, der tatsächlich dann erkrankt in irgendeiner Weise besonders stigmatisiert. Ja genau, richtig. Auch ein wichtiger Punkt. Die Autoren haben dann eben auch dieses. Es sind Studien herausgefunden, dass es einfach sehr, sehr wichtig ist, dass die Leute informiert bleiben und ich glaube, da bemüht sich tatsächlich die Bundesregierung auch gerade beispielhaft darum, dass wirklich eine gute, also dass die Versorgung mit Informationen sichergestellt ist, dass auch irgendwelchen Falschnachrichten konsequent entgegengetreten wird, dass es genug Seiten gibt, wo man sich informieren kann. Das ist auch dezentral organisiert, also viele Unikliniken haben einfach auch mittlerweile eigene Seiten für Corona und haben Angebote für Menschen. Das stimmt, das ist auch ein wichtiger Punkt, das habe ich gerade gedacht, als du es so erwähnt hast, das ist eigentlich auch was, man ist ja häufig so fatalistisch in den Zeiten, aber irgendwie muss man vielleicht auch sehen, dass bei uns viele Dinge auch trotzdem ganz gut funktionieren, dass sich jede und jeder direkt darum bemüht, Informationen zu geben, dass alle irgendwie individuell auf Sachen oder Probleme und Fragestellen eingehen und ich glaube, man merkt es auch, also so wie jetzt bei uns im klinischen Alltag, habe ich das auch gemerkt, die Bereitschaft irgendwo zu helfen, wo es geht, ist auch doch relativ hoch in der Breitmasse, das finde ich schon auch beeindruckend, muss man sagen. Ja. Muss man sagen, ne, also wir hatten es vorhin in unserer Vorbesprechung hier kurz davon von so Nachbarschaftsdiensten, dass man anderen Leuten beim Einkaufen hilft und da ist ja wirklich fast ein Überangebot da, weil die Leute doch auch bereit sind, halt irgendwie was füreinander zu tun, das ist ja auch echt super wichtig und so bemühen sich eben auch die offiziellen Stellen sehr schnell und valide Informationen weiterzugeben. Genau, richtig. Muss man ja auch mal dran denken, ist nicht alles ganz so schwierig. Ja, muss man auch mal loben, wo man sonst immer viel kritisiert. Ja, genau, finde ich auch tatsächlich, insofern braucht man das ab und zu. Jetzt haben wir viel drüber gesprochen, welche vielleicht auch eher negativ sind. Was sind denn vielleicht Tipps, sowohl für, wenn man nicht in Quarantäne ist, aber auch wenn man in Quarantäne ist, um vielleicht so eine Krisenphase besonders gut zu überstehen? Mhm, also ganz generell. Nochmal kurz, du hast es ja gerade schon erwähnt, es gibt einen Unterschied zwischen Quarantäne und eben nicht Quarantäne, unter Quarantäne stehen eben die Risikogruppen oder eben Erkrankte und nicht Quarantäne. Das ähnelt sich jetzt aber zusehends, weil die Leute ja trotzdem aufgefordert werden, zu Hause zu bleiben und eigentlich nur noch systemrelevante Berufsgruppen arbeiten gehen sollen. Also die Probleme finden mittlerweile so ein bisschen eine gemeinsame Basis bei beiden Gruppen. Also was kann man machen? Ich denke, ganz, ganz wichtig ist, dass man trotzdem soziale Kontakte aufbaut. Aufrecht erhält und dafür stehen uns ja mittlerweile, Gott sei Dank, einfach wahnsinnig viele Kommunikationskanäle zur Verfügung. Wir können Faxe schreiben, wir können Briefe schreiben, wir können aber einfach auch telefonieren, wir können über. Faxe schreiben, geil. Ja. Das habe ich zuletzt in meiner Jugend vor ungefähr, weiß ich nicht wie vielen Jahren gemacht. Ja, das war eine schöne Idee. Das ist auch mal lustig. Wenn man noch ein Faxgerät zu Hause hat. Genau, richtig. Aus den Kliniken kann man faxen. Genau, ich glaube, das haben wahrscheinlich auch nur noch die Kliniken und Arztpraxen geführt. Und trotzdem cool, die können ja auch faxen. Genau, richtig. Naja, das hatte ich jetzt auch eher so ein bisschen als humoristische Einlage dazu hinzugefügt. Ist dir gut gelungen. Danke schön. Trotzdem schön. Genau. Danke schön. Aber man denke eben nur an das Smartphone, allein was man da irgendwie für Kommunikationskanäle hat. Man kann auch versuchen, irgendwie über Videotelefonie so ein bisschen, wenn man davon profitiert, Gesichter vor sich zu haben. Es lohnt sich einfach auch, sich tatsächlich mal wieder bei seinen Großeltern zu melden oder bei Menschen, die man kennt, die sich in Risikogruppen befinden. Die sind momentan von der sozialen Isolation am stärksten betroffen und die freuen sich ganz gewiss über Anrufe und man selber tut was Gutes für sich dabei. Und hilft auch den Menschen so ein bisschen durchzuhalten in der sozialen Isolation, die einfach gerade für diese Gruppen besonders wichtig ist und teilweise eben auch lebensrettend sein kann. Ganz wichtig, also sozusagen das Social Distancing, was du vorhin erwähnt hast, physisch schon durchzuführen, dass man sich tatsächlich vielleicht jetzt nicht gegenüber sitzt, aber eben nicht innerlich sozusagen, dass man versucht, das, was man sonst vielleicht in einem Kaffee oder so machen würde, einfach tatsächlich medial online zu machen. Auch ganz süß hat meine Cousine mir vorhin erzählt, die Geburtstag hat. Dass sie sich jetzt mit einem Freund zum Skype-Kaffee verabredet hat. Ach, das ist ja nett. Als Ersatz, weil die sich ja auch nicht treffen konnten tatsächlich. Und das fand ich eigentlich keine schlechte Idee. Natürlich ist es kein 100-prozentiger Ersatz, aber es ist einfach eine Möglichkeit, glaube ich, um so ein bisschen dieses Gefühl von dem Miteinander und so eine Schnackstimmung, wie man es halt beim Kaffee trinken zum Beispiel hat, aufrechtzuerhalten. Und ich glaube, das ist gar nicht schlecht. Ja, genau, richtig. Gut, wir haben, glaube ich, einen ganzen Haufen Tipps. Ich mache einfach mal weiter. Ja, mach das. Ich glaube, wichtig ist auch, dass man so im Alltag. Wenn man dann zu Hause ist, wenn man Homeoffice hat, dass man zunächst mal anfängt damit, dass man sich eine Tagesstruktur erhält. Das fängt an beim Wecker. Man sollte sich einen Wecker stellen, egal ob man was zu tun hat oder nicht. Man sollte jeden Morgen gleichzeitig aufstehen. Man sollte sich feste Aufgaben setzen für den Tag. Irgendwo eine Struktur halten. Und es geht im Endeffekt darum, dass man so eine gewisse Mischung hinbekommt aus einer festen Tagesstruktur, also eine Routine, die sich immer wieder wiederholt, wie zum Beispiel zur Arbeit gehen oder ähnliches. Den Mahlzeiten und auch eine gezielte Abwechslung am Tag. Und auch zu Hause kann man viel abwechselnde Sachen machen. Momentan darf man noch rausgehen. Und das ist auch empfohlen, dass man Spaziergänge an der frischen Luft macht. Man sollte den Sicherheitsabstand zu anderen Menschen einhalten. Und dann droht auch draußen keine Gefahr. Der Virus überträgt sich an der frischen Luft quasi gar nicht, wenn man die Sicherheitsabstände einhält. Also es ist ungefährlich. Momentan haben wir schönes Wetter, milde Temperaturen. Es ist ganz wichtig, dass man die Bewegungen hat, dass man die Frischheit hat. Dass man die frische Luft hat, dass man die Sonne hat. Das stärkt das Immunsystem und es stärkt auch die psychische Gesundheit. Wir empfehlen auch, dass man aktiv bleibt zu Hause. Dass man zum Beispiel auch zu Hause Fitness treibt. Man kann sich ja auch diverse Fitnessvideos angucken. Man kann zu Hause Yoga machen. Man kann zu Hause irgendwelche Rhythmustänze machen. Ach, das glaube ich, ist die Fantasie unbegrenzt. Es gibt ganz vieles, was man machen kann. Es gibt auch Apps auf dem Handy, Fitness-Apps, die man sich runterladen kann. Man kann sich ganz, ganz viele Aufgaben suchen, wenn man keine hat. Man kann zum Beispiel mal aufräumen. Man kann sich mal vornehmen, seinen Kleiderschrank neu zu sortieren. Die Türleisten polieren. Man kann die Türleisten polieren. Habt ihr schon mal schöne, glänzende Türleisten gesehen? Eben. Wie gut das aussieht. Fange ich mich auch. Und das macht dann auch wieder Eindruck auf die Gäste im Juli. Ja, so sieht es nämlich auch. Die glänzen dann nämlich immer noch. Ja, genau. Ja, was du gesagt hast, ist, glaube ich, auch relevant, auch sich neue Sachen suchen. Ich meine, es gibt jetzt ganz unterschiedliche Umstände, unter denen man vielleicht dann zu Hause ist. Aber man kann ja auch. Man kann sich überlegen, sich einer Sprache zu widmen oder mal ein Buch lesen, was man schon immer lesen will. Einfach so Sachen, die man aufgeschoben hat oder die man schon ewig vor sich her schiebt und jetzt mal angehen. Das kann man ja. Es gibt ja doch mehr, als man denkt, was man von zu Hause aus erledigen kann. Glaube ich, gar nicht so schlecht. Was jetzt noch wichtig fände, ist. Du hast vorhin gesagt, Sebastian, dass so eine Krise auch eine Depression zum Beispiel begünstigen kann. Der Simon, unser Technikermann, hat vorhin schon darauf hingewiesen, dass auch gerade bei Leuten, die im Gesundheitssystem arbeiten, die jetzt vielleicht. in Quarantäne müssen, weil sie Kontakt hatten zu jemandem, der infiziert ist oder aus anderen Gründen, dass da auch diese Burnout-Symptomatik, über die wir auch schon mal in der Folge gesprochen haben, einfach eine große Rolle spielt aus dieser Sorge heraus. Ich kann nicht arbeiten, ich müsste aber, das System braucht mich, ich darf jetzt nicht krank sein, ich darf nicht ausfallen. Was ist denn bei Leuten, die jetzt so eine Art psychische Krisensituation zu Hause zum Beispiel erleben? Wie können die vorgehen? Was kann man da dann machen? Also was natürlich bei solchen Situationen. Das Problem, wie wir sie jetzt erleben, was wir auch schon beobachten können und häufiger vorkommt, ist das Auftreten von Panikattacken. Es gibt momentan viele, viele Gedanken, die einem natürlich Angst machen können. Und diese Angst kann einen auch überfluten und zu einer Panikattacke führen. Und so ein bisschen aus dem psychotherapeutischen Kontext, aus dem ich herkomme, wo auch die Sura in unserer Achtsamkeitsfolge schon berichtet hat, gibt es auch so ein bisschen so ein Schema, wie man eigentlich mit furchteinflößenden Gedanken, die einem auch ganz schnell zu viel werden können, weil sie nicht mehr aus dem Kopf gehen, versuchen kann, umzugehen. Also ich empfehle folgendes Vorgehen. Und zwar ist es ganz, ganz wichtig. Der erste Bestandteil ist, dass man erkennt, dass man einen Gedanken bekommt, der einem Angst macht. Es geht erst mal nur um das Erkennen. Es geht gar nicht ums Reagieren, sondern erst mal diesen Gedanken annehmen. So, dieser Gedanke ist da. Er ist in meinem Kopf. Ich könnte zum Beispiel eine Infektion mit dem Coronavirus haben oder ich könnte meine Oma infiziert haben. Was weiß ich? Ich glaube, die Variationen sind zahlreich. Es geht darum, diesen Gedanken zu erkennen und dann erst mal nicht zu reagieren, sondern Pause machen. Erst mal atmen. Erst mal sagen, okay, der Gedanke ist da. Ich mache erst mal gar nichts. Ich muss nichts tun. Dann geht es ein bisschen darum, einen ganz, ganz kleinen wenig Abstand zu diesem Gedanken zu finden, sodass man sagen kann, oh, diesen Gedanken, der ist nicht so ohne, der ist nicht hilfreich. Weil Gedanken sind keine Tatsachen. Es sind nur Gedanken. Und dieser Gedanke, ich könnte meine Oma infiziert haben oder ich könnte Coronavirus haben, der hilft mir momentan nicht weiter. Er ist nicht hilfreich. Wenn man das geschafft hat, ist schon ganz, ganz viel getan. Und dann kann man versuchen, diesen nicht hilfreichen Gedanken eben kurz da sein zu lassen und ihm aber auch dabei zuzuschauen, wie er wieder weggeht. Weil jeder Gedanke verschwindet auch wieder aus dem Kopf. Man kann sich das auch so ein bisschen so vorstellen, dass man sich den Gedanken beispielsweise dann auf einer gedanklichen Ebene in so eine Seifenblase packt. Und der, die fliegt dann so langsam weg. Und das sind natürlich auch ganz viele. Andere Gedanken noch. Und das ist so in unserem Kopf. Man kann versuchen, diesen Gedanken so ein bisschen ziehen zu lassen. Und ganz wichtig ist auch die Erkenntnis, man muss auch nicht auf jeden Gedanken reagieren. Es gibt auch ganz viele Gedanken, die kommen einfach und die dürfen auch wieder gehen, ohne dass wir irgendwas mit diesen Gedanken machen müssten. Und wir können versuchen, wenn wir so ein ganz klein wenig diesen Gedanken schon wieder von uns entfernt zu sein, dann sehr, sehr, sehr achtsam ins Jetzt zurückzukommen. Das können wir machen, indem wir zum Beispiel gucken, wie atmen wir gerade? Wie fühlt sich die Atmung? Wie fühlt sich die Atmung an meinem Körper an? Wie fühlen sich meine Füße an, die gerade auf dem Boden stehen? Was höre ich eigentlich gerade für Geräusche um mich in meiner Umgebung? Wie fühlt sich gerade mein Körper an, zum Beispiel in meinen Fingerspitzen? Was berühre ich für ein Gegenstand? Wie fühlt sie sich genau an? Man achtet so ein bisschen auf die Dinge um sich herum. Man versucht so ein klein wenig aus dieser Gedankenwelt wieder herauszukommen und ein bisschen zu sich zu kommen. Also hören, fühlen und schmecken. Und dann kann man ganz versuchen, ganz, ganz achtsam, und langsam wieder zu der Tätigkeit zurückkehren, die man zum Beispiel gerade gemacht hat, bevor der Gedanke gekommen ist. Oder man kann auch versuchen, irgendwas anderes zu machen, was einem gut tut. Ganz, ganz wichtig ist dabei, dass man sehr, sehr, sehr im Jetzt bleibt und wirklich nur diese Tätigkeit macht, wenn man sich auf seine Gefühle, seine Eindrücke bei dieser Tätigkeit konzentriert. Das ist so ein bisschen ein Vorgehen. Es muss auch ein kleines Stückchen weit eingeübt werden. Das ist nicht so leicht, das einfach so zu befolgen, aber ich kann nur anregen, zu versuchen, so einen Umgang mit den Gedanken zu finden, weil es tatsächlich sehr wirksam ist gegen so diese Anfangssymptome von der Panikattacke. Wenn man den Gedanken zu viel Raum gibt oder wenn man den Eindruck hat, der Gedanke, der darf jetzt nicht da sein, dann macht man den nur wahnsinnig groß, sondern dieses Gedanken erkennen, gar nicht so stark auf den Gedanken einsteigen, nicht darauf reagieren müssen. Man muss nichts damit machen und sagen, der ist nicht hilfreich. Ich will den nicht haben. Ich lasse den ziehen und danach mache ich was anderes. Und ich mache das ganz achtsam. Sehr schön. Jetzt muss ich mich leider wieder darauf konzentrieren, einen Podcast zu machen. Jetzt habe ich mich so schön auf das konzentriert, was du gesagt hast, aber es hat schon mal funktioniert. Ich kann ja noch ein bisschen weitermachen, weil deine Fragestellung war ja so ein bisschen zweigeteilt. Ich muss gar nichts mehr machen eigentlich. Hat sich erledigt. Ja, gerne. Moritz. Leg los, Sebastian. Ich sage einfach ab und zu mhm oder piep oder so und dann läuft es. Genau. Wir haben ja auch noch ein bisschen über den Burnout gesprochen. Ich denke, es ist auch wichtig. Wir haben ja auch viele Leute im Gesundheitswesen, im Gesundheitssystem jetzt gerade unter unseren Hörern und viele von diesen Menschen im Gesundheitssystem haben jetzt natürlich auch ein bisschen eine erhöhte Belastung vor sich und sind natürlich wie jeder andere Mensch auf diesem Planeten natürlich auch davon betroffen, dass sie unter Umständen erkranken könnten oder dass sie auch ins Homeoffice müssen oder in eine Quarantäne oder ähnliches. Die sind als Risikogruppe ein bisschen besonders gefährdet, weil natürlich werden sie gerade gebraucht und dann soll man plötzlich in Quarantäne. Das macht so ein bisschen doppelten Stress. Und da wird natürlich auch wahnsinnig anstrengend. Und da können wir einfach auch nur so ein bisschen dazu raten, auch auf Burnout-Symptome bei sich selbst zu achten. Wir haben eine Folge dazu gemacht. Ich wiederhole es trotzdem kurz nochmal. Es ist Erschöpfung, es ist Lustlosigkeit, Gereiztheit, Angst, den Anforderungen, die da eingestellt werden, nicht mehr genügen zu können und auch ein mangelndes Interesse an der beruflichen Tätigkeit, was auftreten kann. Einfach, dass man das so ein bisschen hinter Kopf hat. Ein kleines Warnsignal, wenn das alles auftaucht, dass man auch versucht, ein bisschen auf sich selbst zu achten. Das ist auch wichtig, dass das Gesundheitssystem als Person gesund bleibt. Ja, das ist, glaube ich, ganz wichtig, der Tipp. Genau, weil sonst funktioniert es auch nicht. Also sich nur dafür aufreiben hilft letztendlich dann vermutlich auch niemandem, sondern es muss irgendwie in einem gesunden Maße stehen, auf jeden Fall. Sehr wichtig. Was ich gerne jetzt am Schluss nochmal sagen würde, wenn jetzt jemand auch in Zeiten der Corona-Krise eine akute psychische Krise hat, im Sinne von zum Beispiel einer akuten Suizidalität, also akuten Selbstmordgedanken, wie ist dann vorzugehen? Das ist vielleicht wichtig, dass wir das hier einfach nochmal erwähnen. Ja, das ist ganz, ganz wichtig, dass wir das erwähnen, weil wir arbeiten weiter. Die Psychiatrie gibt es weiterhin und es ist wahnsinnig wichtig, dass psychiatrische Erkrankungen weiterhin behandelt werden und das wird auch gewährleistet. Das heißt, unsere Notdienste sind nach wie vor da. Wenn ihr Suizidalität habt, das Gesundheitssystem funktioniert zum jetzigen Zeitpunkt hervorragend und es gibt keinerlei Beschränkungen für psychiatrische Krisen, genauso wie bisher den Notruf in Anspruch zu nehmen oder eben psychiatrische Notdienststellen. Zu erreichen. So ganz grundsätzlich, auch wenn man eine ambulante Anbindung hat. Die Arztpraxen bleiben auch geöffnet. Viele Arztpraxen bieten mittlerweile auch eine Videosprechstunde an. Ihr könnt euch gerne mal erkundigen auf den Websites der jeweiligen Arztpraxis. Es gibt auch von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung eine Informationsseite, erreichbar unter kbv.de. Es wurden jetzt auch die Beschränkungen für diese Videotherapie wurden jetzt gelockert vom Bundesgesundheitsministerium. Man darf jetzt auch unbeschränkt Videotherapie machen. Das ist sinnvoll und Psychotherapie soll weitergehen. Es soll auch die normale psychiatrische Therapie weitergehen und es ist auch ganz wichtig, psychiatrische Erkrankungen sind absolut ernst zu nehmen. Erkrankungen, die genauso behandlungsbedürftig sind wie jede Lungenentzündung und dementsprechend funktioniert das System auch weiter. Genau, ganz wichtig. Also keine Krise wird hier untergehen. Deswegen, also das ist glaube ich bei uns sehr wertvoll, muss man sagen, dass das weiterhin so gut funktioniert, aber da wird ja auch eben alles für getan. Auch jetzt haben es wahrscheinlich viele mitgekommen, so mit der Kinderbetreuung, da geht es eben darum, dass gerade Menschen, die in solchen Berufsfeldern arbeiten, also dem Gesundheitswesen, aber auch bei der Polizei, bei der Feuerwehr oder im Rettungsdienst, dass eben das gewährleistet ist, dass die Tag und Nacht da sind und das heißt, wenn man da irgendwie Anzeichen für eine Krise hat, dann auf keinen Fall in irgendeiner Form scheuen, sich da Hilfe zu suchen, weil die ist so da, wie sie sonst auch da ist und das ist auch ganz wichtig. Ja, ich hatte noch so Tipps noch für die Zeit zu Hause notiert, die ich jetzt gar nicht. Boah, Sebi, ey, dann leg noch los. Das war so ein riesenlanger Monolog, ist vielleicht ja auch gar nicht doof, wenn wir das noch in zwei teilen, oder? Gönnt ihr, ja, jetzt habe ich ja drei Sätze gesagt, jetzt kannst du wieder. Ja, also ich sage, das eine sage ich jetzt gleich nochmal, was mir so wichtig ist, konsumiert ruhig mal ein bisschen weniger News. Diese ganzen Horror-Stories tun einem nicht gut, es ist okay, die ganze Sache entwickelt sich so oder so und wir müssen nicht die ganze Zeit am Ball bleiben. Es ist auch okay, an andere Sachen zu denken, wenn ihr zu Hause arbeiten solltet, oder? Wenn ihr euch Mühe gebt, zu Hause zu arbeiten, kann ich nur so ein bisschen den Tipps geben, trennt euren Arbeitsplatz von eurem übrigen anderen Bereichen, vor allem dem Schlafbereich. Also das ist auch einfach nochmal wichtig, esst nicht im Bett, bitte arbeitet nicht im Bett oder auch auf dem Sofa, sondern versucht einfach so ein bisschen so eine Normalität zu Hause zu simulieren. Es gibt einen Arbeitsplatz und es gibt einen privaten Platz. Das hilft einfach auch nochmal ein bisschen, das zu trennen. Was auch häufig auftritt, sind Schlafprobleme. Ich darf da gerne nochmal in unsere Folge Schlafstörungen. Mit Professor Riemann erinnern, der auch nochmal ausführlich Tipps dazu gibt, einfach nochmal in der Kurzform, wenn man nicht schlafen kann, aufstehen gehen, irgendwas ruhiges in der Dunkelheit machen, bis man sich wieder richtig müde fühlt, dann wieder schlafen gehen. Nicht tagsüber schlafen, die Verlockung momentan ist sehr groß, aber das führt einfach zuverlässig zu Schlafstörungen. Bleibt wach, geht nur nachts ins Bett und geht nicht irgendwie unglaublich früh ins Bett, weil euch langweilig ist, sondern versucht so ein bisschen euren Rhythmus zu halten, den der Körper auch hat. Auch gerne nochmal in unsere Achtsamkeitsfolge rein. Die Sora hat ganz viele tolle Sachen gemacht. Es gibt auch rote Ampeln in der Wohnung. Ihr könnt euch andere Momente der Achtsamkeit schaffen. Genießt euren Morgenkaffee oder schafft euch einfach auch Momente, die ihr genießt. Zelebriert auch mal was, kocht irgendwie euer Lieblingsessen. Es ist auch in Ordnung, man darf genießen und das soll auch ein Teil des Lebens bleiben. Und fangt mit den Sachen gleich an und ich esse in zwei Wochen. Legt sofort los. Jetzt. Jetzt. Sebi sagt nicht, du bist jetzt am Ende. Ich bin jetzt am Ende. Boah, jetzt bin ich auch am Ende. Ich hab mein Papier weggelegt daran. Das hättet ihr gerade sehen müssen. Pathetische Geste. Sebastian, das war der Paper Drop. Wir sind am Ende, vielleicht hört man es. Aber ich glaube, wir haben ja erst ein bisschen diskutiert, ob wir diese Folge machen, einfach weil es ein Thema ist, was sehr medienwirksam ist, sehr medienbehaftet, aber irgendwie war es dir vor allem, muss man sagen, doch so wichtig und ich glaube, es hat sich gelohnt. Ja, ich fand es cool, dass wir das so hingekriegt haben. Schade, dass es mir noch nicht dabei war, aber das nächste Mal ist sie das wieder. Auf jeden Fall. Und schön, dass ihr zugehört habt. Macht's gut da draußen, bleibt gesund. Ihr habt gerade gehört, was ihr alles für euch tun könnt und versucht es umzusetzen und dann hören wir uns ansonsten ganz gewohnt in zwei Wochen wieder auf den gleichen Kanälen wie immer. Bis dann. Bis dahin, macht's gut. Ciao. Tschüss. Tschüss.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Die Corona-Krise hat erhebliche psychische Auswirkungen, insbesondere durch Angst, Unsicherheit und soziale Isolation, die sich besonders bei Menschen mit psychischen Erkrankungen verstärken.
  2. Händewaschzwänge und andere Zwangssymptome werden durch hygienerelevante Maßnahmen ausgelöst oder verstärkt, was eine besondere Herausforderung für Patienten darstellt.
  3. Depressionen werden durch wirtschaftliche Nöte, verlorene Tagesstrukturen und soziale Abschottung verstärkt, was die psychische Belastung erheblich erhöht.
  4. Die öffentliche Informationslandschaft ist überwältigend, weshalb seriöse Quellen wie das Robert-Koch-Institut oder das Bundesgesundheitsministerium entscheidend sind, um Fehlinformationen oder Panik zu vermeiden.
  5. Tagesstrukturen, soziale Kontakte und bewusste Achtsamkeit sind entscheidend, um die psychische Gesundheit in der Quarantäne zu erhalten.
  6. Patienten und Arztteams in der Psychiatrie arbeiten eng zusammen, um Angst, Zwänge und Depressionen mit Behandlungsansätzen wie Achtsamkeit und Exposition zu unterstützen.
  7. Das Gesundheitssystem bleibt aktiv und bietet auch während der Krise Notdienste, Telemedizin und Therapien an, ohne dass psychiatrische Krisen unterdrückt werden.
  8. Es ist wichtig, sich selbst zu achten, Burnout-Symptome zu erkennen und auf die eigenen Bedürfnisse zu achten, auch in Zeiten des Drucks.

Summary:

Die Folge beleuchtet die psychischen Auswirkungen der Corona-Krise, insbesondere im Kontext der psychischen Gesundheit und der Behandlung von Patienten in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Es wird gezeigt, dass Angst, Unsicherheit und soziale Isolation, vor allem bei Menschen mit psychischen Erkrankungen, eine große Belastung darstellen. Besonders relevant ist die verstärkte Aktivität von Zwangssymptomen wie dem Waschzwang, da hygienerelevante Maßnahmen zu übermäßigen Verhaltensmustern führen.

Auch Depressionen werden durch wirtschaftliche Schwierigkeiten, verlorene Tagesstrukturen und soziale Abschottung verstärkt. Der Podcast betont die Wichtigkeit von seriösen Informationsquellen, um Fehlinformationen und Panik zu vermeiden. Weitere Maßnahmen wie die Aufrechterhaltung von Tagesstrukturen, soziale Kontakte über Videotelefonie und Achtsamkeitsübungen werden empfohlen, um die psychische Balance zu bewahren.

Auch der Betrieb von Notdiensten, Teletherapie und der Zugang zu psychischen Behandlungen bleibt unbeeinträchtigt. Es wird darauf hingewiesen, dass Angst, Zwänge und Depressionen nicht zu übersehen sind und dass selbst in Krisenzeit persönliche Achtsamkeit und Selbstfürsorge entscheidend sind. Der Fokus liegt darauf, die betroffenen Menschen zu unterstützen und ihnen zu zeigen, dass psychische Krankheiten ernst genommen und behandelt werden.

FAQs

Die Krise führt zu Angst, Ungewissheit und sozialer Isolation, was besonders Menschen mit psychischen Erkrankungen belastet. Viele zeigen erhöhte Angst, Depressionen oder Zwangsstörungen, insbesondere durch veränderte Alltagssituationen und fehlende Tagesstruktur.

Sie sind bereits anfällig für Angst und Ungewissheit. Zusätzlich verlieren sie oft soziale Kontakte und Tagesstruktur, was ihre bestehenden Symptome verschärft. Besonders schwierig ist dies bei Zwangsstörungen, da hygienische Maßnahmen die Symptome auslösen können.

Die allgemeine Händehygiene wird als gesellschaftliches Normalmaß erhöht, was zu einem Rückfall in alte, übertriebene Waschverhaltensmuster führt. Dies kann zu einem verstärkten Zwang oder einem Wiederaufleben der Erkrankung führen.

Es ist wichtig, eine Tagesstruktur zu erhalten, soziale Kontakte aufzubauen und sich auf die Gegenwart zu konzentrieren. Auch finanzielle Schwierigkeiten und soziale Isolation verstärken Depressionen, daher ist Unterstützung entscheidend.

Durch Achtsamkeitsübungen kann man Gedanken erkennen und nicht reagieren, sondern sich auf die Atmung, den Körper und die Umgebung konzentrieren. Dies hilft, die Angst zu reduzieren und sich im Moment zu fokussieren.

Ja, psychiatrische Notdienste und Arztpraxen sind weiterhin erreichbar. Auch Videosprechstunden und Videotherapie sind verfügbar und werden weiterhin unterstützt, um psychische Erkrankungen zu behandeln.

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