Paarzeit besser nutzen - Q&A mit Inspirationen für eure Beziehung
0m 0s
In dieser Podcast-Folge behandeln Paartherapeuten und Coaches das Thema Paarzeit in zunehmend belasteten Lebensphasen, insbesondere zwischen Mitte der 30er und Mitte der 50er. Die Herausforderung liegt darin, dass Familienleben, Arbeitsbelastung und digitale Abhängigkeit zu einem drastischen Zeitmangel führen. Viele Paare verlieren dabei die emotionale Verbindung und schließen sich in ein funktionierendes, aber abgestumpftes „Team-Modell“ ein. Die Autoren betonen, dass Paarzeit nicht nur Zeit für gemeinsame Aktivitäten, sondern auch für tiefere Gespräche und emotionale Nähe ist. Durch klare Kommunikation, regelmäßige Rituale, die Einführung von „Fokusmodi“ beim Handy und die Wiederherstellung von gemeinsamen Interessen kann das „Wir-Gefühl“ wieder aufgebaut werden. Ein zentraler Aspekt ist die Erkennung, dass die Erschöpfung durch mentale und körperliche Belastung die Grundlage für Stress und Entfremdung bildet. Der Rat: Paare sollen nicht nur mehr Zeit finden, sondern auch bewusst auf die Qualität ihrer Zeit achten. Die Wiederherstellung von Paarzeit erfordert Selbstreflexion, gemeinsame Zielsetzung und die Schaffung von Freiräumen – egal ob durch Babysitter, Spaziergänge oder gemeinsame Freizeitaktivitäten. Der Podcast schließt mit einem Angebot an, bei Unsicherheiten ein telefonisches Erstgespräch zu machen, um konkrete Unterstützung zu erhalten.
Hallo und herzlich willkommen zu dieser neuen Podcast-Folge bei den Lebensidealisten.
In dieser Folge geht es um das Thema Paarzeit besser nutzen.
Q&A mit Inspiration für eure Beziehung.
Mein Name ist Florian.
Ich bin Ina.
Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise hinein in eine glückliche und harmonische Beziehung.
Das Thema wenig Zeit zu haben, sei es für sich selbst als Paar oder auch für die Familie, ist ein Gefühl, was ganz, ganz viele Menschen haben.
Und was auch immer wieder in unseren Coachings ein Thema ist, wie man gemeinsame Paarzeit nutzen kann, wie man Zeit als Familie besser vereinbaren kann.
Und das Familienleben hat halt auch gewisse Einflüsse, so genau wie die Paarzeit auch gewisse Einflüsse hat.
Und auf diese wollen wir jetzt mal heute genauer schauen.
Also was kann man ändern, wenn man sich bewegt?
Wenn man sich bewegt, wenn man sich mit bestimmten Dingen bewusst ist und wie kann man aktiv daran arbeiten, mehr Zeit füreinander zu schaffen?
Ja, wir haben bei uns im Coaching ja besonders Paare bei uns so Mitte der 30er, aber auch dann Mitte 40 bis Ende 50.
Insgesamt kann man eigentlich sagen so Mitte 30 bis Mitte 50.
Anfang 30, ne?
Ja, manchmal genau. Aber so im Kern, wo sehr viele Paare bei uns sind.
Und das sind ja genau die Phasen, wo die Zeit wirklich knapp wird.
Ja.
Also in der ersten Phase ist das so, so Anfang, Mitte 30, dass die ersten ein oder zwei Kinder da sind und man merkt, okay, jetzt wird die Zeit mit Paarzeit, Familienzeit für die Kinder da sein, Arbeiten, Haushalt, Freunde.
Es wird langsam viel und es wird knapp.
Da kommen Paare dann zu uns und schauen mit uns gemeinsam, wie kriegen wir das hin, dass wir Elternpaar sind, dass wir irgendwie Team und WG sind, aber dass wir ein Liebespaar bleiben.
Mhm.
Und dass uns in der Zeit nicht verloren geht.
Wir merken, dass das nicht mehr so ist, dass das nicht mehr so richtig passt.
Und wir haben Angst, dass wir uns da verlieren.
Und wir haben auf der anderen Seite Paare dann eben typischerweise Mitte 40 bis Mitte 50, die dann sagen, oh Mensch, wir sind irgendwie Elternpaar und WG und Team.
Aber das Liebespaar, das haben wir lange, lange Zeit zurückgestellt und haben da nicht mehr so richtig drauf geachtet.
Wir wollen uns wiederfinden, schauen, was möchte ich?
Für mich alleine vom Leben, was wollen wir als Paar?
Wie finden wir jetzt wieder mehr zusammen?
Was macht uns eigentlich aus?
Ich finde rückblickend, so wenn ich auf mein eigenes Leben schaue, bin ich immer überrascht und denke so, boah, wie viel Zeit hatte ich noch vor der Geburt unseres Sohnes eigentlich?
Also ich finde, man hatte früher ja auch schon Stress im Studium oder bei der Arbeit und zeitlichen Druck, weil man ja auch Dinge erledigen musste.
Aber dieser Faktor Kind, als der mit dazu gekommen ist, finde ich, hat sich das ganze Rad nochmal deutlich schneller gedreht gefühlt.
Weil natürlich auch die Fremdbestimmung noch mit dazu gekommen ist und konnte noch weniger über seine eigene Zeit bestimmen.
Und das, glaube ich, ist auch der Punkt, der einfach auch eine bestimmte Gereiztheit dann auch ausmacht.
Dass man das Gefühl hat, man läuft dieser Zeit manchmal hinterher.
Man hat so einen Berg zu bewältigen, möchte aber auch Abenteuer im Leben, möchte auch Entspannung und das alles zu vereinbaren.
Das ist eine große Herausforderung.
Ja, und dann kann diese Gereiztheit natürlich auf die Partnerschaft und auf die Kinder überschlagen.
Dass man ungerecht wird, dass man handelt, wie man nicht handeln möchte, dass man sich als Mutter oder Vater so verhält, wie man sich eigentlich nie verhalten wollte.
Oder dass man eben auch als Mann oder Frau in der Partnerschaft nicht so sein möchte, wie man eigentlich sein wollte.
Das heißt, es gerät dann mehr in so einen funktionierenden Modus hinein, dass man mehr versucht, dieses Rad am Laufen,
zu halten und dass alles irgendwie funktioniert und bewältigt wird, was so an Aufgaben ansteht, die ja dann doch sehr intensiv sein können.
Man verwaltet sein Leben so ein bisschen.
Genau, man verwaltet sein Leben.
Und das ist ja auch das, was viele dann, die zu uns kommen, in den 40ern, 50ern reflektieren und sagen, das ist irgendwie langweilig geworden.
Ja.
Wir haben jetzt ganz viel Sicherheit aufgebaut.
Wir haben ein kleineres bis größeres Vermögen aufgebaut.
Wir haben dort.
Wir haben eine gute Karriere vielleicht einer oder manchmal sogar beide aufgebaut.
Die Kinder sind einigermaßen groß, also auf jeden Fall so groß, dass sie jetzt überwiegend für sich selbst da sind und nicht mehr ständig Hilfe dabei brauchen, ihre eigenen Bedürfnisse zu erfüllen.
Und dann kommt man wieder zu sich und fragt sich dann, okay, wo sind denn jetzt unsere Abenteuer im Leben geblieben?
Was sind unsere Werte?
Was wollen wir eigentlich noch?
Ich glaube, das Problem bei den Paaren, die noch den Schritt vorher haben, ist auch ganz wichtig.
Ganz wie so die Kapazität, die Ressourcen, die Energie.
Also selbst wenn die Zeit da ist, ist das Problem häufig ja, dass man ja nicht mehr so den Fokus auf einzelne Dinge setzen kann, sondern dass man auch viel erschöpft ist.
Also viele berichten auch im Coaching, dass sie sagen so, boah, wenn die Kinder schlafen, dann ist Feierabend, dann geht nichts mehr.
Dann kann ich mich nur noch auf die Couch legen und mich berieseln lassen und da habe ich keine Motivation mehr, irgendwas zu machen und dann mich zu investieren oder für andere Menschen da zu sein.
Und das macht es natürlich so schwierig.
Also einmal natürlich das Problem der Faktorzeit, aber auch einfach die Energie.
Die muss ja auch dafür da sein.
Ja, die ist dann häufig aufgebraucht durch all das, was so passiert.
Ich habe da so einen Spruch gelesen, ob der nun wirklich stimmt oder nicht stimmt, keine Ahnung.
Also ich habe es jetzt nicht wissenschaftlich überprüft.
Aber ich finde es einfach so vom Grundgedanken her schon passend.
Also wir müssen an einem Tag so viel investieren.
Wir müssen Informationen verarbeiten wie unsere Großeltern in einer Woche.
Wiederum bewegen wir uns in einer Woche so viel wie unsere Großeltern an einem Tag.
Das heißt, dieser große Switch zwischen, dass wir jetzt ganz viel mental verarbeiten müssen an Informationsflut durch die Medien, durch Social Media, durch die digitalen Jobs und die Herausforderungen, die damit einhergehen.
Einfach eine Informationsflut, die unser Gehirn bewältigen muss und was natürlich das Gehirn erschöpft.
Auf der anderen Seite.
Auf der anderen Seite sind wir körperlich nicht mehr ausgelastet und bewegen uns deutlich weniger.
Und das ist so eine Kombination, die dann hier spürbar wird, wenn man guckt, Mensch, warum bin ich abends so K.O.?
Warum geht abends in den Kopf nichts mehr rein?
Warum kann ich vielleicht abends keine intensiven Gespräche mehr führen?
Dann liegt das vielleicht daran, dass man seine mentalen Kapazitäten eben an dem Tag deutlich erschöpft hat und eben gucken muss, wie kann ich das umbauen?
Die Folgen davon sind so ein Nebeneinander-Herleben, das Gefühl von Entfremdung, wenig emotionaler Verbundenheit, wie wir das mal nennen.
Weil man auch das Gefühl hat, ja, man ist vielleicht ein funktionelles Team, beide ziehen an einem Strang, aber es ist nicht so, wie man sich das wünscht, dass man in einem starken Wir-Gefühl ist, sondern beide sind so ein bisschen Einzelkämpfer, die einen Alltag verwalten.
Zusätzlich dazu kommen meistens automatisch auch, wenn erste Konflikte auftreten, eine mangelnde Intimität, also wenig Umarmung, allgemein körperliche Nähe.
Und da hat man natürlich noch mehr das Gefühl, vom Liebespaar weit entfernt zu sein.
Dann berichten auch viele Paare, die bei uns im Coaching sind, dass der Alltag zur Belastung wird, dass Stress und Überforderung den Tag durchzieht und es immer wieder Phasen gibt.
In denen man sich dann deutlich unwohl fühlt, wegen eben diesem eng getakteten Zeitplan, vielen Bedürfnissen, denen man gerecht werden möchte.
Und ja, das macht bei gar nicht wenig Menschen eben eine gewisse Überforderung.
Aber auch, dass man eben am Ende des Tages oder eigentlich bevor der Tag zu Ende ist, schon keine Kapazitäten mehr hat.
Und manche dann ja auch dadurch, dass der Akku dann wirklich am Limit ist, morgens schon ohne wirkliche Kapazitäten aufwachen.
Ja.
Weil dann der Schlaf vielleicht. Der Schlaf nicht so erholsam ist.
Man träumt.
Man vielleicht zu spät ins Bett gegangen ist.
Zu früh aufgestanden ist.
Vielleicht die Nacht unruhig war.
Es gibt ja viele Dinge, die haben Vorteile.
Ein Familienbett, total cool für die Bindung untereinander.
Aber für die Schlafqualität meistens nicht so gut.
Und da muss man sich dann entsprechend Strategien überlegen, wie man einen gesunden Schlaf hinbekommen kann und trotzdem vielleicht die Vorteile mitnimmt.
Und das macht dann bei der ganzen Familie meistens, also inklusive Kinder, eine gewisse Unzufriedenheit.
Naja, die Zündschnur ist halt wirklich kurz.
Und wenn wir dauerhaft unter so einer Anspannung stehen, merkt man das auch, finde ich, immer sehr stark in der Kommunikation.
Also die Kommunikation wird kürzer, wird eher wenig liebevoll.
Es gibt eher so eine Tür.
Es gibt auch so E-Mail-Gespräche, sodass die Tiefe auch gar nicht so durch die wir ja brauchen für diese emotionale Verbundenheit erreicht wird.
Viele berichten auch, dass sie das Gefühl haben müssen, wie Befehle, die erteilt werden.
Also kannst du das machen, ich mach das.
Also so ein bisschen, der eine sagte letzte Woche im Coaching zu mir, er hat das Gefühl, bei ihm und seiner Frau ist das so ein verlängerter Arm der Arbeit, nur für die privaten Dinge.
Ja.
Weil da wartet die nächste To-Do-Liste und da wird der nächste Befehl in Anführungsstrichen gesagt, wir teilen uns heute so auf, du machst das.
du machst Abendbrot essen, ich bringe das Kind ins
Und er sagt, das ist irgendwie für ihn ganz grausam, weil er denkt, der ganze Tag ist so. Und erst, wenn Ruhe einkehrt, also wenn die Kinder schlafen, der Haushalt gemacht ist, der Hund einmal draußen war, dann hört das auf. Aber das ist bei den beiden zum Beispiel 21 Uhr. Der geht um halb elf schlafen, hat dann noch anderthalb Stunden. Dass da nicht mehr viel geht, ist ja auch klar.
Habe ich auch gerade ein paar, er ist Unternehmer und entsprechend ein bisschen länger unterwegs bei der Arbeit.
Und wenn er nach Hause kommt, dann ist seine Frau mitten im Zu-Bett-Bringen-Ritual oder Vorbereitungsritual, um die Kinder ins Bett zu bringen.
Das funktioniert schwierig dann nochmal mit Übergaben, mit Ritualen, mit richtig Ankommen.
Das hat sich dann, wie das häufig so ist, einfach irgendwie zurechtgeruckelt, ohne dass darüber richtig kommuniziert wurde, das abgestimmt wurde, auch nicht geschaut wird.
Wie kann man das denn verändern, sodass sich das für uns beide stimmiger, runder anfühlt?
Dann muss man manche Kommunikationsregeln mal aufsetzen, zum Beispiel, dass über die Treppe hinweg nicht kommuniziert wird.
Also, dass nicht von oben nach unten, sondern von unten nach oben gerufen wird.
Weil das macht natürlich auch schnell einen Befehlston aus, wenn du von oben nach unten rufst.
Im Rufen klingt fast alles wie ein Befehl und nicht harmonisch, liebevoll.
Dass man eben solche Regeln einführt, diese Rituale verändert und eben regelmäßig schaut.
Was fühlt sich denn da für uns eigentlich unruhend, unstimmig an?
Wo geraten wir immer wieder in Stress, Konflikte?
Was fühlt sich gar nicht so richtig als Liebespaar an, sondern eben als Arbeitsehepaar, was sich Dinge übergibt?
Und diese dann sukzessive zu verändern.
Solltet ihr das Gefühl haben, dass das bei euch so ist und der Alltag euch stresst, ihr euch fragt, wie können wir das verändern?
Wie können wir dafür sorgen, dass wir wieder mehr Paarzeit miteinander haben, dass sich das wieder mehr als Liebespaar bei uns anfühlt?
Und ihr habt das Gefühl.
Ihr habt selber vielleicht schon diverse Dinge probiert, aber kommt da irgendwie nicht voran, dann meldet euch gerne bei uns fürs telefonische Erstgespräch.
Dann schauen wir gemeinsam, was bei euch das Thema ist, was die Ursache ist und wie wir euch dabei unterstützen können, dass ihr wieder mehr Paarzeit füreinander habt und entsprechend wieder zum Liebespaar zurückkehren könnt.
Kommen wir einmal zu den Q&A-Fragen und starten mit der ersten.
Die erste Frage ist, wie wichtig ist Paarzeit?
Ja, das weiß wahrscheinlich jeder, der hier zuhört, dass das sehr wichtig ist, deswegen hörst du auch hier zu.
Es ist natürlich besonders wichtig, sich bewusst füreinander Zeit zu nehmen, sich auszutauschen und gemeinsame Dinge zu unternehmen.
Das fördert ganz stark Nähe, Intimität.
Bei uns ja auch das Systemgesetz 1, die Zugehörigkeit zueinander, also die Verbundenheit.
Das ist eben ganz wichtig und sorgt auch dafür, dass man, wenn man denn eine gute, also qualitativ gute Zeit miteinander verbringt,
kleine oder auch große Lebensmomente miteinander teilt, dass eine entsprechende Stabilität im Fundament da ist.
Man sammelt gemeinsame Erfahrungen, Erinnerungen, wir nennen das auch gerne Lebensmomente,
die dafür sorgen, dass man sich in diesem Wir-Gefühl aufhält, was wir eben in der Partnerschaft gerade als Liebespaar gerne haben möchten.
Wir kommen also mehr weg von dem Ich-Du-Denken und wir nehmen uns dadurch auf,
automatisch mehr Zeit für den Partner, haben den Fokus mehr auf den Partner oder der Partnerin,
auch wenn es gleich darum geht, mal so kleine Aufmerksamkeiten mitzugeben.
Das heißt, beidseitig wird dann das Gefühl von Interesse, Wertschätzung, Anerkennung gestärkt.
Ich finde, diese Momente, die man zu zweit in einer Partnerschaft hat, wirken vielleicht immer für den einzelnen Moment vielleicht auch sehr klein.
Aber wenn man sich vorstellt, dass man eine lange Beziehungslinie hat,
wie wir das immer nennen, dann ist das doch so schön, wenn man später älter ist und man kann auf diese ganzen Momente so zurückschauen und sagen,
oh, es ist schön, dass wir in dieser Lebensphase, vielleicht mit einem anderen Schwerpunkt, aber da haben wir so und so versucht, gemeinsame Zeit zu finden.
Das ist ja auch irgendwie so das, was es ausmacht im Leben, diese Erinnerung, die man zusammenschafft,
dieses Gefühl von, wir sind so einen Lebensweg zusammengegangen in enger Verbundenheit.
Hier könnte man eigentlich auch sehr gut mit dem Zeitstrahl arbeiten.
Wir haben ja bisher immer geguckt, wann war es mal gut und wo tritten die ersten Verletzungen auf.
So könnte man hier mit dem Zeitstrahl so arbeiten, dass man sagt, wann hatten wir noch richtig viel Paarzeit.
Man könnte dann sich die Lebensmomente, Erinnerungen, schöne Momente alle aufschreiben.
Also möglichst chronologisch ist nicht wichtig, an welchem Tag oder wie auch immer, aber einfach so ein bisschen chronologisch, dass man eben guckt.
Und dann schaut man, wenn man bis heute durchgegangen ist, wo wird es denn weniger?
Was ja normal ist, aber muss man sagen.
Es gibt Phasen, wo es…
Wo es mal weniger wird und wo es mal mehr ist.
Aber wenn man jetzt gerade merkt, dass das an einem Punkt ist, wo das Wenigerwerden wirklich zu wenig geworden ist.
Also wo man sagt, wir sind jetzt echt weit auseinander.
Und dass man schaut, wo ist das passiert?
Also wann fängt das an, weniger zu werden?
Was machen wir dann noch?
Welche Dinge haben wir in aller aufgegeben?
Was sind mögliche Ursachen?
Und wie können wir das verändern, dass wir dort wieder mehr Paarzeit gemeinsam in unsere Beziehung bringen?
Dafür gibt es…
Da sind wir auch bei der nächsten Frage.
Es gibt ja einfach Ursachen, die einem gemeinsame Zeit, ich sage mal in Anführungsstrichen, rauben.
Also wo einfach die früher mal intensiv verbrachte Paarzeit auf einmal hinfließt.
Weil wenn man jetzt wahrscheinlich vergleicht und sagt, man nimmt mal die ersten drei Monate der Beziehung und guckt, wie viel Paarzeit hatte man da.
Und jetzt heute, dann ist da wahrscheinlich eine große Differenz drin.
Außer wenn man jetzt vielleicht mit einer Fernmedizin gestartet ist und konnte sich damals nur…
Irgendwie am Wochenende alle zwei Wochen sehen und jetzt hat man einen gemeinsamen Haushalt, dann mag das jetzt vielleicht mehr erscheinen.
Aber wirklich zu gucken, wie viel qualitative Paarzeit hat man da miteinander verbracht, wie viel Gespräche, Lebensmomente hat man kreiert und wie viel heute.
Dass da eine Differenz drin ist, ist ja völlig normal.
Das ist klar.
Aber es gibt da durchaus einen großen Sprung.
Oder auch mal zu schauen, wie war es denn vor, je nachdem wie lang die Beziehung ist, vor drei Jahren, vor fünf Jahren, vor sieben Jahren.
Um das mal zu vergleichen.
Man vergisst das eben ganz häufig, was vor drei, fünf oder sieben Jahren war.
Ja.
Schauen wir mal auf die Faktoren.
Also welche Faktoren einen so die gemeinsame Zeit nehmen.
Den ersten Faktor, den wir aufgeschrieben haben, ist das Thema Arbeit.
Und das ist, glaube ich, die Herausforderung heutzutage umso mehr, so diese Trennung.
Privatleben, Arbeit, also dass viele Leute auch sagen, ich habe nicht so die feste Arbeitszeit mehr.
Das wird ja immer so nett umschrieben.
Das wird immer so nett umschrieben, finde ich, wie mit Vertrauenszeit.
Und man das Gefühl hat, aber da geht ganz viel Zeit hin.
Ganz viel Flexibilität vielleicht, die auch verlangt wird vom Arbeitgeber.
Und die ja einen großen Faktor einfach ausmacht für gemeinsame Zeit, Familienzeit, Zeit für sich alleine, die dann wegfällt.
Absolut.
Also Homeoffice, Vertrauensarbeitszeit, alles toll für Menschen, die sich selber gut strukturieren und disziplinieren können.
Und sich gut abgrenzen können, finde ich auch.
Ja, dass du eben feste Zeiten für dich etablierst, dass du auch sagst, wenn Pause ist, ist Pause.
Dass du deinen Computer auch wirklich zuklappst und sagst, für heute ist Schluss.
Dass man vielleicht auch ein Ritual für sich entwickelt, vom Homeoffice ins Familienleben einzutreten, dass das nicht einfach nur klack macht und ich bin dann auf einmal da.
Das funktioniert ja für viele nicht so gut, dann eben so schnell abzuschalten, sondern eben auch ein. Ein Ritual zu haben, wie man das Homeoffice, die Arbeit abschaltet und dann im Paarsein oder im Familiensein ankommt, solche Dinge für sich zu etablieren.
Ein weiterer Punkt bei der Arbeit ist natürlich für Selbstständige und Unternehmer, sich dort eben auch zu disziplinieren, seine Zeit einzugrenzen, klare Regeln für Termine und so weiter zu haben, dass man eben nicht 12, 13, 14 Stunden jeden Tag arbeitet und am Wochenende. Auch noch, sondern dass man eben schaut, dass man seine Arbeit so effektiv und effizient gestaltet, lernt zu delegieren, abzugeben, Dinge verantwortungsvoll vom Team machen zu lassen, dass Paarzeit, Familienzeit auch wirklich möglich ist.
Ich finde das auch mal spannend, welche Kompromisse manche Paare schließen.
Ich erinnere mich dabei an ein Paar aus unserem früheren Bekanntenkreis.
Wo die untereinander, als das erste Kind geboren worden ist, den Kompromiss geschlossen haben, die nächsten fünf Jahre darf er in seiner leitenden oder größeren Position richtig Gas geben im Unternehmen.
Und sie sagt sozusagen nichts. Also das wird alles so hingenommen.
Genau. Und sie eigentlich einen Kompromiss abgemacht haben, zu dem Zeitpunkt, wo der Sohn, ich glaube geplant war, ich weiß nicht, ob er schon auf der Welt war,
eigentlich noch gar nicht sagen kann, was einen erwartet. Und fünf Jahre für einen Sprint, das ist wahnsinnig lang.
Also da sind wir eigentlich ja nicht mehr im Sprint, da sind wir im Marathon.
Und die Frage ist natürlich, was passiert in den fünf Jahren mit der Beziehung, mit der Verbundenheit?
Und das erlebe ich auch immer wieder im Coaching, dass viele Paare nämlich, wenn sie etwas abmachen, gar nicht wirklich vorprüfen, ist das ökologisch?
Also kann ich das überhaupt als Kompromiss schließen? Oder fehlen mir Faktoren eigentlich, die ich erst erleben muss, um wirklich. Stimmigen Kompromiss zu schließen, weil ich das noch nicht sagen kann? Und kann ich diesen langen Zeitraum überhaupt halten?
halten.
Also die wenigsten Menschen können fünf Jahre
in die Zukunft überblicken und
da wirklich eine Entscheidung für treffen.
Und spannend ist ja auch, dass es bei denen,
soweit ich das weiß, nach den fünf Jahren ja
auch kein Ende hatte. Und das ist
ja auch wieder die Gefahr, ne? Du gerätst
dann vom Sprint zum Sprint zum Sprint und
irgendwann und bald und wumms sind die Kinder
groß und alle haben sich
so eingerufen, dass Papa ja
eh sehr viel unterwegs ist und erst
abends oder später abends nach Hause kommt.
Und so geht die
Lebenszeit dann dahin.
Also fassen wir zusammen beim Faktor Arbeit,
wir brauchen sehr
viel Selbstdisziplin, Strukturiertheit.
Wir müssen, wenn wir
selbstständig sind, lernen,
Aufgaben zu übergeben, zu delegieren,
Verantwortung auch mal abzugeben
im Sinne der eigenen Freizeit,
dass da noch was übrig bleibt.
Das ist eben wichtig, dass man sich
da als Selbstständiger nicht schlechter
stellt am Ende als
als Arbeitnehmer, was ja
dann eben auch manchmal zeitlich
wie finanziell, wie von der Urlaub,
wie vom Kranksein dürfen. Manchmal ist man
da ja durchaus schlechter gestellt,
wenn man da nicht auf sich aufpasst.
Der nächste Faktor sind natürlich
Kinder. Kinder
bedürfen einfach viel
Aufmerksamkeit und viel Zeit, was man ja auch
sehr gerne macht, was ja auch
keine vergeudete Zeit
ist, sondern wirklich eine sehr schöne Zeit,
die man miteinander meistens hat.
Aber dennoch
sorgt es dafür, dass für die
Paarzeit eben eine weitere Verknackung
entsteht, aber auch der
Stress meistens ein wenig hochgeht.
Genau, es kommen neue Aufgaben
und Herausforderungen dazu, die man
vor dem ersten Kind
ja in der Form nicht hatte.
Und gerade bei Kleinkindern
ist ja einfach auch so das Problem, oder
sehr Kleinkindern, Babys, sag ich mal,
man kann sagen, alle unter fünf oder unter drei
auf jeden Fall,
die brauchen ja oftmals noch
die Zeit der Eltern. Also da gibt es ja
kaum Zeit ohne das Kind.
Je nachdem, wie man sein Modell
aufbaut, wie früh man andere
Bezugspersonen mit dazu holt.
Aber man ist ja schon
erstmal in einer krassen
Fremdbestimmung, finde ich, drinnen,
mit der man sich als einzelne Person,
aber auch als Paar ganz neu auseinandersetzen
muss. Und auch sehr kreativ werden
muss, finde ich, um da
Zeit für sich wieder zu gewinnen.
Und das für sich auch gut
reflektieren, denn man verbringt ja
doch recht viel Zeit als Familie
zusammen. Das ist aber eben nicht das
Gleiche wie Paarzeit als Liebespaar.
Zu zweit zu verbringen.
Das heißt, du hast es ja schon
angesprochen, das Netzwerk ist sehr relevant.
Frühzeitig dafür zu sorgen,
dass man weitere Bindungspersonen
für die Kinder hat, wo das Vertrauen
da ist, wo man vertrauensvoll
die Kinder hingeben kann.
Oma, Opa, Tante, Onkel,
jemanden im Freundes-, Familienkreis,
wo man sagt, da
kann ich regelmäßig für mich sorgen
oder für uns als Paar sorgen,
dass wir eben eine Auszeit bekommen,
wenn es auch nur mal ein paar Stunden
sind, dass man eben dann für sich was
unternehmen kann.
Oder man muss halt dann überlegen,
wie offen spreche ich
meinen Partner oder meine Partnerin an, wie
man kleine Momente im Alltag vielleicht neu gestalten
kann.
Der dritte Faktor, den wir uns notiert haben,
den wahrscheinlich
so gut wie jeden von euch betreffen werden,
sind die Medien.
Ein typisches
Konfliktthema
zwischen Eltern und Kindern.
Wie viele Medien darf man denn haben?
Und aber auch für
sich selber innerlich ist das glaube ich für
viele ein gewisser Konflikt, denn
das Internet bietet natürlich sehr
viel Ablenkung im Alltag.
Man hat das Gefühl, dass man
durch Social Media
entspannt, auch wenn es eigentlich
eher anders ist.
Und man greift dann natürlich
regelmäßig nach Feierabend
zum Handy, um entsprechend
sich entertainen zu lassen,
abzuschalten, aber auch
Langeweile zu produzieren, eigentlich eine
total wertvolle Zeit, mal Langeweile
zu haben. Ich finde das aber auch schwer auszuhalten.
Aber es ist halt die Zeit,
in der du kreativ
werden könntest, in der dir Dinge
einfallen, das ist eben sehr
sinnvoll, sich nicht dauerhaft
abzuschalten. Aber wenn ich jetzt beim Einkaufen in der Schlange
stehe zum Beispiel,
dann das finde ich schwer auszuhalten.
Oder ich finde das zum Beispiel
auch, wenn einer anfängt
mit Medien, also
wenn man nicht mehr das Gefühl hat, der Partner
gibt einem die ungeteilte Aufmerksamkeit,
soweit wie das möglich ist, mit Kindern
zum Beispiel, dann neigt man
auch schnell dazu, noch was im Handy
nachzugucken. Das sind die Spiegelneuronen.
Also man ist auch so dauerhaft
angetriggert durch das Verhalten des Anderen.
Und ich finde bei Medien, das ist immer
so schade, weil man kennt ja
vielleicht von seinen Eltern oder
Großeltern, die haben noch so andere
Rituale gehabt früher.
Wenn einer nach Hause kommt, da hat man eine Tasse Kaffee
oder ein Cappuccino zusammen getrunken,
ist ins Gespräch gekommen und
irgendwie habe ich immer das Gefühl,
dass das heutzutage immer weniger wird
und man ja auch sich viel mehr
durch Medien austauscht.
Also die haben sich halt tagsüber keine Nachrichten
geschrieben, wo man schon darüber
gesprochen hat oder so, sondern die haben das
dann in diesem Ritual
besprochen. Das machen aber viele
Paare auch nicht, dass sie sich tagsüber
Nachrichten schreiben und dann abends
nicht mehr austauschen deswegen, sondern
häufig ist es ja so, dass man sich tagsüber nicht
schreibt und abends sich auch gar nicht so viel
zu sagen hat. Ja, das ist natürlich der ganz
negative Fall. Aber manchmal ist es
ja auch so, dass ja auch
man halt die Nachrichten, also
diese Medien, Sprachnachrichten
vor allen Dingen, dass da ja auch schon
viel Austausch ist, mal zwischendurch
und man irgendwie deutlich mehr am Handy
ist, als man vielleicht selbst möchte.
Das heißt, eine Kombination aus drei Sachen.
Das eine ist ja, dieser Drang, nichts
verpassen zu wollen. Also wenn Nachrichten kommen,
wenn E-Mails kommen, immer so parat
stehen zu müssen. Das andere ist, dass
man nichts
der Welt verpassen will. Soziale
Medien, Nachrichten und Co.
Da passiert was in der Welt, das will man
nicht verpassen. Und das dritte ist dann ja
dieses schnelle Dopamin, was man
sich holt. Insbesondere durch
Formate wie bei den Reels oder
TikToks, wo man letztendlich
weiter swiped. Und bei
jedem Mal ist das wie, als würde man
im Casino an diesem Teil
sitzen, wo du so ziehst, weil du nicht weißt,
was kommt. Kommt jetzt was,
was richtig lustig ist? Kommt
jetzt was, was richtig spannend ist?
Kommt jetzt was total Ödes? Also ziehe
ich jetzt eine Niete? Also was
kommt als nächstes? Und das
ist ja das einzige Bestreben solcher Algorithmen,
dass du dauerhaft in
diesem Zustand bist, wie im Casino,
in diesem Glücks- und
Aufregungsmodus, damit du
möglichst lange dranbleibst und viel Werbung konsumierst.
Und ich glaube,
gerade diese Medien abends sind
halt auch so eine Sache, wo man dann kleben bleibt.
Also wenn dann einer die Kinder
ins Bett bringt oder dann wiederkommt,
dann der andere da mit dem Handy sitzt,
dass man sich dann daneben setzt und vielleicht noch
die Hoffnung hat, Mensch, jetzt könnten wir ja eigentlich
miteinander sprechen, aber beide denn so am Handy
kleben bleiben.
Ja, da könnte man auch wieder gewisse
Rituale vereinbaren, dass wenn
gerade wenn einer von beiden die Kinder
zu Bett bringt, sobald er wieder das
Wohnzimmer betritt, werden alle Medien ausgeschaltet,
weil letztendlich ist das ja ganz
häufig ein Trainingseffekt, ein
Gewohnheitseffekt, dass wenn man anfängt,
das regelmäßig zu tun,
diszipliniert, die Medien abschaltet,
erstmal ins Gespräch geht,
es spricht ja nichts dagegen, wenn man mal
20, 30, 40 Minuten mit
einer gesprochen hat und hat das Gefühl, Mensch,
das war stimmig und rund, lass uns
nochmal eine Serie zusammen gucken,
spricht ja alles nichts dagegen,
aber dass man nicht sofort
ins Serie gucken hineingeht,
dass man auch die wichtigen Themen bespricht,
dass man mitbekommt, was geht
im Leben des anderen vor,
nicht nur faktisch, sondern auch emotional.
Was passiert bei den Kindern faktisch
und emotional, dass man einfach
da mitgenommen ist, dass man gemeinsame
Entscheidungen trifft. Nächste Woche
steht bei unserem Sohn das und das an,
wollen wir das so oder so machen, dass man
die Verantwortung gemeinsam teilt und
an einem Strang zieht.
Kommen wir zur dritten
Frage, wie können wir neben
Eltern sein und Arbeit
Paarzeit haben?
Wir haben es eben schon ein paar Mal
gesagt eigentlich, feste gemeinsame Rituale
schaffen,
was viele Selbstständige
und Unternehmer im Unternehmen gut
können und ja auch Führungskräfte gut
können, nämlich dann Prozesse schaffen,
Rituale schaffen,
dafür sorgen, dass man die richtigen
Workflows hat, die immer wieder optimieren.
Das gilt natürlich
in gewisser Maßen für
die Zeit zu Hause auch,
also Dinge, die Zeit kosten
und eher wenig
angenehm sind, die
möglichst zu
systematisieren, zu schauen,
dass man nicht so viel Zeit
mit vielleicht, wenn man das nicht so mag,
einkaufen, kochen, Haushalt
verschwendet, weil man da unstrukturiert
ist, sondern dort klare,
gewohnheiten, klare Abläufe etablieren,
um möglichst viel Zeit in
anderen Bereichen, nämlich Familien
und Paarzeit rauszuholen.
Ich glaube, was auch mal so die Grundlage ist, dass
man klar darüber kommuniziert,
wie viel Zeit möchten wir
wie aufteilen? Also wie
viel Zeit möchten wir als Paar haben?
Was ist stimmig da? Das kann für
das eine Paar sein, alle
zwei Wochen einen Abend zu haben mit
Babysitter, anderes Paar sagt,
ein Abend in der Woche
wollen wir für uns haben zu Hause, also da gibt es
ja mehrere Varianten, nur dass man darüber
spricht, andere sagen, das brauchen wir so nicht, wir wollen
jeden Abend den Austausch haben, aber dass man
mal klar das anspricht und zu sagen, was
braucht jeder für sein Hobby oder für
seine Freizeit und wie viel Zeit
möchten wir als Familie verbringen?
Was ist uns wichtig? Also wollen wir das Ritual haben,
dass wir immer zusammen Abendbrot essen oder immer
zusammen frühstücken?
Wie wollen wir das gestalten?
Und dann natürlich Dates ausmachen,
Babysitter organisieren,
wer kann da aufpassen? Oma, Opa,
Geschwister, Tanten, Onkel,
Wer ist da in der Lage, auf die Kinder aufzupassen?
Wer mag das auch gerne tun, das bringt einerseits eine gewisse Entlastung mit sich, aber eben auch die Zeit für sich Lebensmomente zu genießen, mal einen Nachmittag, mal einen Abend, mal einen Tag frei zu haben.
Vielleicht gibt es auch eine Bindungsperson, wo man das Vertrauen so hat und auch das Kind das Vertrauen hat, dass man dort übernachtet, also das Kind dort übernachtet oder die Kinder, sodass man auch mal einen Abend und eine Nacht zusammen frei hat.
Das macht ja einen riesen Unterschied, ob nun die Kinder zu Hause sind oder nicht. Also sich da einfach mehr Freiräume als Paar schaffen, wie du schon hast, in einem Stimmingrahmen für alle.
Genau, das hängt ja auch ganz viel vom Alter des Kindes ab. Man selber hat ja auch nur eine schöne Zeit als Paar, wenn man ein gutes Gefühl hat, dass das Kind gut untergebracht ist und auch Spaß hat.
Und auch von den Phasen. Also dann war eine Phase da, da hat unser Sohn gerne bei der Tante zum Beispiel geschlafen, dann wollte er es nicht.
Genau, so zweieinhalb Jahre glaube ich sogar es war.
Und ich finde auch, wenn man jetzt sagt, wir haben kein soziales Umfeld, was uns unterstützen kann, weil wir irgendwo ganz anders wohnen, wo die Familie ist und das klappt alles nicht so mit der Unterstützung, dann kann man ja auch überlegen, wie schaffen wir kleine Momente im Alltag oder am Wochenende.
Ich weiß noch, dass ich das sehr entlastend fand, als das Thema Laufrad damals aufkam und man Spaziergänge machen konnte.
Wir haben uns unterhalten können und er ist mit dem Laufrad in Sichtweite vorgefahren. Das war schon wieder so deutlich angenehmer irgendwie, weil man konnte sich austauschen, ohne dass man so direkt einen Zuhörer hatte.
Und das fand ich schon so eine Kleinigkeit, fand ich schon eine Entlastung. Oder wenn man auf Spielplätzen war, wo es was mit Wasser gab, dann zu sagen, oh cool, da ist so eine Wasserstation, wir nehmen einen Eimer mit und sonst eine Schaufel und da wissen wir, da ist er erstmal wie in Trance beschäftigt.
Man setzt sich irgendwie auf so einen Stein, meistens sind dann irgendwie Steine daneben und holt sich ein nettes Getränk und nutzt dann diese 20 Minuten, die man hat, auch mal um zu reden.
Und nicht fürs Handy, ne?
Ja, und man nimmt einfach das auch an und sagt, das ist jetzt eine Phase, aber wir zusammen, wir versuchen nach diesen kleinen, kleinen Momenten, die wir vielleicht haben. Es wird immer mehr werden, je älter das Kind wird, aber auch sich nicht darauf auszuholen zu sagen, mein Kind mag das nicht oder bei uns geht das nicht. Ja, es geht in dem Moment vielleicht noch nicht.
Aber irgendwann geht das auch wieder.
Man muss halt Dinge etablieren, ausprobieren, schauen, ist das stimmig, funktioniert das? Wenn das nicht geht, dann kann es für den Moment nicht gehen, vielleicht später nochmal neu probieren.
Und da sind wir auch eigentlich schon bei der vierten Frage, wie können wir unsere Zeit als Paar besser nutzen? Weil natürlich können wir uns gemeinsam auf diesen großen Stein beim Spielplatz setzen und sprechen.
Ganz unruhig.
Co berieseln lassen. Das ist eben jedes Mal eine Entscheidung, die man als Paar trifft. Möchte ich jetzt gerade sprechen? Wollen wir uns austauschen? Wollen wir die Zeit für uns nutzen? Oder lassen wir uns dann ablenken durch etwas anderes?
Und vor allen Dingen, wie kann ich auch mal Fragen stellen, um in die Tiefe zu kommen? Also auch mal Fragen zu stellen wie, Mensch, wie fühlst du dich heute gerade? Guck mal, das ist doch ein schöner Tag. Erzähl doch mal, was beschäftigt dich?
Also das ist natürlich immer situationsbedingt, aber auch mal ganz bewusst diese emotionale Verbundenheit wieder aufzubauen durch ein tieferes Gespräch.
Dafür macht es Sinn, regelmäßig Zeit zu zweit einzuplanen. Also wir nutzen dafür ja diese Planungs- und Organisationsgespräche, um eine Woche möglichst effektiv zu gestalten bei den Dingen, die eben sein müssen, um sich maximal viel Freizeit, Familienzeit, Paarzeit rauszuholen, damit man dann eben auch diese festen Zeiten etabliert.
Und bei gemeinsamen Aktivitäten, die man sich dann raussucht, also man weiß dann ja manchmal auch, welche Zeiten denn entstehen, wenn man sich ein Babysitter holt, zu überlegen, was haben wir vielleicht früher auch gerne gemeinsam gemacht? Was können wir jetzt mal wieder aufleben lassen?
Also ich weiß, bevor unser Sohn auf der Welt war, sind wir immer super gerne mal irgendwo gucken gegangen in Möbelhäusern oder Klamotten gucken gegangen, unterwegs gewesen, gern essen gewesen.
Zeitlang war das einfach gar nicht so mein Bedürfnis, weil ich dachte so, naja, jetzt unter so vielen Menschen, da fand ich das Essen gehen eher cooler, anstatt es gucken. Aber denn jetzt so ein paar Jahre später, dann mal wieder zu sagen, er war jetzt letztens ja am Nachmittag und eine Nacht weg, da sind wir spontan zum Möbelhaus gefahren, das fand ich auch total schön, mal wieder in Ruhe was zu schauen. Und das war so ein bisschen das Gefühl, wie man das auch früher hatte.
Dafür ist dann wieder der Zeitstrahl, wie vorhin erwähnt, ganz gut.
Was haben wir denn früher als Paar gemacht? Was hat uns verbunden? Sind das immer noch unsere Interessen? Was wären denn mögliche neue Interessen, die wir gemeinsam haben, die uns verbinden, auf die wir beide Lust haben, sodass man dann auch eben Dinge hat, auf die man sich freut, dass man eben auch Anreize hat, wofür man ein Paarzeit schafft, wo man sagt, Mensch, da sind Dinge, auf die habe ich richtig Lust, das mit dir gemeinsam zu machen, dann lass uns auch gemeinsam schauen, wie kriegen wir Paarzeit dafür rausgeholt, wenn man sich da natürlich verliert und hat gar nicht so vor Augen, was die Dinge sind.
Die einen verbinden, auf die man gemeinsam Lust hat, dann hat man natürlich auch wenig Motivation und Anreiz dafür, freie Zeit zu schaffen.
Handys zwar dabei, aber wir machen ab, dass man jetzt nicht unnötig am Handy ist, keine Mails von der Arbeit mehr checkt oder so, dass man wirklich nur das Handy nutzt für eine Notfallkommunikation.
Wenn einem das schwerfällt, haben diese Handys ja so einen wunderbaren Fokusmodus, dann stellt man ein, dass einem die wichtigen, nahenstehenden Verwandten erreichen dürfen plus Babysitter, dass alle durchkommen, wo jetzt gerade irgendwas Wichtiges sein könnte, wo man sagt, da könnte was Dringendes wirken.
Da muss ich erreichbar bleiben und alles andere hat man dann weggefiltert. Dann gibt es keine Nachrichten aus einem Messenger von irgendwem, dann gibt es keine Nachrichten von Facebook, keine Nachrichten per E-Mail und so weiter, dann wird das alles weggefiltert. Wenn einem das schwerfällt, dann hilft das sehr gut.
Oder was man auch machen kann, für Personen einen anderen Klingelton einstellen.
Ja, dann ist wichtig, sich Zeit für die Kommunikation zu nehmen, dass man auch in Austausch kommt.
Also nicht unbedingt ins Kino gehen, meinst du?
Kann man auch machen, wenn das sehr viel Spaß macht und wenn man danach sich sehr intensiv über den Kinofilm austauscht, weil einen das verbindet und man sagt, Mensch, wir gucken einfach gerne Filme, philosophieren danach darüber und das ist so ein Anstoß und danach gehen wir nochmal irgendwie essen oder davor.
Eben auch schaut, was haben wir denn als Paar für Ziele gemeinsam, was können wir tun, lernen, verändern, um diese zu erreichen, denn das ist ja auch immer etwas, was sehr viel Verbundenheit macht, wenn man ein gemeinsames Ziel hat, was einen verbindet, wo man darauf hinarbeiten kann.
Ich habe das in Coachings ganz häufig, dass gerade wenn jemand sagt, er möchte die Beziehung nicht mehr aus verschiedensten Gründen, wir dann die Beziehungslinie durchgehen, die Menschen sehr überrascht sind, wie früh.
Das Wir-Gefühl weg ist bei einer Person häufig, also wie früh das Gefühl auftritt schon von ersten Trennungsgedanken oder Verbundenheit, dass die fehlte und der andere davon gar nichts so geahnt hat.
Und da sieht man auch immer, dass es zwar schön ist, sich ein Ziel zu stecken, aber dass dieser Austausch dazwischen eigentlich noch wichtiger ist, also noch wichtiger mal abzuchecken, bist du glücklich, was brauchst du, sind alle Bedürfnisse.
So weit erfüllt, wollen wir irgendwo nochmal nachjustieren, eine Veränderung machen, weil sonst läuft man irgendwie nebeneinander her und am Ende knallt es und man wundert sich, wieso eigentlich für mich, häufig sagt das eine Person, für mich war bis jetzt nicht alles gut, aber eigentlich dachte ich, wir haben das gleiche Ziel, es ist alles super, aber dann rauskommt, dass schon vor Jahren bei der anderen Person zum Beispiel durch zu wenig Paarzeit, zu wenig emotionelle Verbundenheit schon innerlich, ja,
das Wir-Gefühl beendet.
Wenn das bei euch auch ein Thema ist, dann meldet euch sehr gerne bei uns fürs telefonische Erstgespräch, dann schauen wir gemeinsam, wie wir euch am besten unterstützen können.
Ansonsten freuen wir uns sehr, dass ihr diese Folge bis hierhin gehört habt und auch wenn ihr die nächste Folge hört, uns eine nette Bewertung schreibt, sind wir immer sehr froh darüber.
Danke fürs Zuhören.
Bis bald.
Untertitelung des ZDF für funk, 2017
I'll see you next time.
Podcast Summary
Key Points:
Paarzeit ist entscheidend für die Entwicklung von Nähe, Intimität und einem stärkeren „Wir-Gefühl“ in der Beziehung.
Zeitmangel und Erschöpfung durch Arbeit, Kinder und Medien führen zu einer Abnahme der emotionalen Verbundenheit und zu einer „Arbeitsehepaar“-Einstellung.
Faktoren wie flexible Arbeitszeiten, Kinder und Medien verursachen eine zunehmende Spaltung zwischen privater und familiärer Lebenszeit.
Regelmäßige Rituale, klare Kommunikation und gemeinsame Planung helfen, Paarzeit effizient und bewusst zu gestalten.
Die Wiederherstellung von gemeinsamen Interessen und Zielen stärkt die emotionale Verbindung und motiviert für mehr gemeinsame Zeit.
Digitale Abhängigkeit und das Vermeiden von tieferem Austausch erschweren authentische Begegnungen und führen zu Entfremdung.
Paare werden oft durch langfristige Kompromisse, wie z. B. einem "Sprint" im Familienleben, aus der emotionalen Verbundenheit herausgezogen.
Die Wiederherstellung von Paarzeit erfordert bewusste Reflexion, gemeinsame Rituale und die Schaffung von Freiräumen für persönliche und emotionale Momente.
Summary:
In dieser Podcast-Folge behandeln Paartherapeuten und Coaches das Thema Paarzeit in zunehmend belasteten Lebensphasen, insbesondere zwischen Mitte der 30er und Mitte der 50er. Die Herausforderung liegt darin, dass Familienleben, Arbeitsbelastung und digitale Abhängigkeit zu einem drastischen Zeitmangel führen. Viele Paare verlieren dabei die emotionale Verbindung und schließen sich in ein funktionierendes, aber abgestumpftes „Team-Modell“ ein.
Die Autoren betonen, dass Paarzeit nicht nur Zeit für gemeinsame Aktivitäten, sondern auch für tiefere Gespräche und emotionale Nähe ist. Durch klare Kommunikation, regelmäßige Rituale, die Einführung von „Fokusmodi“ beim Handy und die Wiederherstellung von gemeinsamen Interessen kann das „Wir-Gefühl“ wieder aufgebaut werden. Ein zentraler Aspekt ist die Erkennung, dass die Erschöpfung durch mentale und körperliche Belastung die Grundlage für Stress und Entfremdung bildet.
Der Rat: Paare sollen nicht nur mehr Zeit finden, sondern auch bewusst auf die Qualität ihrer Zeit achten. Die Wiederherstellung von Paarzeit erfordert Selbstreflexion, gemeinsame Zielsetzung und die Schaffung von Freiräumen – egal ob durch Babysitter, Spaziergänge oder gemeinsame Freizeitaktivitäten. Der Podcast schließt mit einem Angebot an, bei Unsicherheiten ein telefonisches Erstgespräch zu machen, um konkrete Unterstützung zu erhalten.
FAQs
Paarzeit ist sehr wichtig, da sie die Nähe, Intimität und das Gefühl der Zugehörigkeit stärkt. Gemeinsame Erfahrungen schaffen ein stabiles Fundament für die Beziehung und fördern ein starkes "Wir-Gefühl".
Die Anforderungen der Arbeitszeit, der Kindererziehung und der Haushaltsarbeit führen dazu, dass Paare weniger Zeit für sich selbst und für gemeinsame Aktivitäten haben. Dies führt zu einer Abnahme der qualitativen Paarzeit.
Durch die Etablierung klarer Rituale, wie gemeinsames Abendbrot oder Spaziergänge, und durch die Aufteilung der Aufgaben wie Babysitter oder Unterstützung durch Familie können Paare Zeit für sich schaffen.
Medien wie Soziale Netzwerke oder Handynutzung können den Austausch zwischen Partnern erschweren und das Gefühl der Abwesenheit oder Abwesenheit der Aufmerksamkeit verursachen, was die Intimität beeinträchtigt.
Durch regelmäßige Planung, klare Kommunikation über Wünsche und Bedürfnisse sowie durch die Erarbeitung gemeinsamer Aktivitäten und Rituale kann man Paarzeit qualitativ und nachhaltig nutzen.
Das Gefühl, als Team zu agieren, entsteht, wenn die Aufgaben durchgetaktet und übergeben werden, ohne dass der emotionale Austausch oder die persönliche Verbundenheit berücksichtigt wird. Dies führt zu Entfremdung und Mangel an Intimität.
Chat with AI
Loading...
Pro features
Go deeper with this episode
Unlock creator-grade tools that turn any transcript into show notes and subtitle files.