Offene Beziehung: Kann diese Beziehungsform funktionieren?
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Die Folge beleuchtet das Thema offene Beziehungen und deren mögliche Funktion. Es wird klargestellt, dass eine offene Beziehung im klassischen Sinn eine bestehende Beziehung zu einem festen Partner mit zusätzlichen sexuellen oder emotionalen Kontakten zu anderen Personen bezeichnet. Ein zentrales Problem ist die oft einseitige Motivation, wodurch Konflikte entstehen, da nicht alle Partner die gleichen Vorstellungen oder Bedürfnisse teilen. Der Wunsch nach Abenteuern oder Anerkennung wird häufig genannt, doch diese Bedürfnisse können sich im Laufe der Zeit verändern. Die Umsetzung ist kompliziert, da unerfüllte Absprachen, Gefühle und emotionale Verbindungen zu Eifersucht und Unstimmigkeiten führen. Ein entscheidendes Merkmal ist ein stabilisiertes Fundament aus gegenseitigem Respekt, Wertschätzung und Vertrauen, sonst führen kleine Ereignisse schnell zu emotionalen Reaktionen. Die Kommunikation muss regelmäßig stattfinden, um die Absprachen anzupassen und Konflikte zu vermeiden. Obwohl die Beziehungsform für einige Menschen möglich ist, ist sie für die überwiegende Mehrheit in westlichen Kulturen aufgrund tief verwurzelter monogamer Prägungen nicht nachhaltig. Die Folgen wie Eifersucht, Konflikte und Gedanken an die Trennung zeigen, dass eine offene Beziehung nur dann erfolgreich sein kann, wenn beide Partner ein tiefes, gemeinsames Verständnis und ein stabiles Fundament haben. Die Gefahr besteht darin, dass ein instabiles Fundament zu emotionalen Abhängigkeiten führt, die vorher nicht erkannt wurden. Coaching und Selbstreflexion sind daher hilfreich, um die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und die Beziehung auf eine ausgewogene, glückliche und harmonische Grundlage zu stützen.
Hallo und herzlich willkommen zu dieser neuen Folge bei den Lebens-Ear-Listen.
In dieser Folge geht es um das Thema offene Beziehung, kann diese Beziehungsform funktionieren?
Mein Name ist Florian.
Ich bin Ina.
Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise hinein in eine glückliche und harmonische Beziehung.
Das ist eine Folge, die als ein Wunsch an uns herangetragen worden ist vom Thema her und das wir natürlich sehr gerne aufnehmen.
Grundsätzlich kann man sagen beim Thema offene Beziehung, dass es immer mal wieder in Coachings bei uns auch vorkommt,
also dass bei manchen Paaren der Wunsch besteht, die Beziehung zu öffnen.
Sie wünschen sich zum Beispiel sexuelle Freiheit, also mehrere sexuelle Partner oder Partnerinnen.
Und wir zeigen euch, welche Folgen und Probleme damit zusammenhängen und wann eine offene Beziehung,
eine offene Beziehung funktionieren kann.
Ja, zuerst mal vielleicht dann, was meinen wir mit einer offenen Beziehung,
weil es ja doch schon so viele unterschiedliche Beziehungsformen da gibt.
Und wir meinen jetzt die offene Beziehung, glaube ich, eher so ganz klassisch.
Nicht keine polygame Liebesbeziehung mit verschiedenen Menschen,
sondern man hat schon seine Beziehung mit einem festen Partner und hat zusätzlich weitere Sexualpartner.
Das kann für einen gelten, dass nur einseitig die Beziehung geöffnet werden,
das kann für beide gelten.
Das kann im Rahmen von One-Night-Stands sein oder Affären sein, je nachdem, wie man das dann vereinbart.
Und da sehen wir auch schon die ersten Schwierigkeiten.
Es gibt einfach so viele verschiedene Möglichkeiten.
Und wir sehen ja in den Coachings, wie schwer es schon bei kleineren Themen manchmal fällt,
einen wirklich nachhaltig stimmigen Kompromiss zu finden,
sodass gerade dieses Thema natürlich sehr viel Konfliktpotenzial mit sich bringt.
Genau.
Und die Liebesbeziehung zwischen zwei Menschen hat ja schon eine gewisse Form von Komplexität.
Wenn jetzt natürlich noch weitere Personen dazukommen, sei es halt, wie du sagst, einseitig,
dass man der eine nur für sich sagt, ich möchte Beziehung öffnen und der andere sagt,
das ist für mich auch stimmig, aber ich möchte es nicht,
ist es halt einfach trotzdem da, dass eine große Anfälligkeit für Konflikte vorhanden ist.
Und diese Offenheit muss man halt klar definieren.
Dass gerade eben, dass jeder sexuelle, weitere sexuelle Partner hat.
Ich hatte es auch im Coaching schon, dass zum Beispiel die Definition eine andere war,
dass diejenigen gesagt haben, es geht darum, auch emotional sich mit anderen Menschen zu verbinden.
Also einfach auch tiefere Gespräche mit einem anderen Mann oder einer anderen Frau zu führen,
wo man sagt, oh, das geht über die Freundschaft hinaus.
Oder sich auch mal dann zu küssen oder auch miteinander zu kuscheln.
Also die hatten den Schwerpunkt zum Beispiel,
gar nicht auf den rein sexuellen Akt, sondern einfach auch diese emotionale Öffnung.
Was natürlich genauso eine Herausforderung ist, das in der Partnerschaft zu integrieren.
Würde ich von der Bewertung her jetzt schwieriger erachten,
weil das dann irgendwie gar nicht in zumindest das typische Bild der meisten passt.
Also ich glaube, das ist auch der klassische Fall, wie du sagst.
Eigentlich, aber es gibt es halt auch.
Ich glaube, für viele ist es eher vorstellbar, dann die Sexualität zu öffnen.
Und zu sagen, das ist aber getrennt von Emotionalität.
Und dass die Emotionalität dann mit der Partnerin, mit dem Partner stattfindet.
Und weitere sexuelle Bedürfnisse mit anderen ausgelebt werden.
Was ja auch durchaus sein kann, dass man eben verschiedene Bedürfnisse und Wünsche hat.
Manches mag der eine machen, der andere nicht.
Und dadurch kann es eben sein, dass man vielleicht sagt,
dann möchte ich das woanders stattfinden lassen und nicht darauf verzichten müssen.
Also man braucht. Man braucht diese Offenheit, mit wem man Dates hat, intim wird.
Man braucht eine andere Form vom Vertrauen in dem Sinne,
dass man das Vertrauen nochmal neu definiert, welche Regeln es gibt,
wie so ein Umgang aussieht.
Genau, bevor wir dazu kommen, welche Voraussetzungen nachher gebraucht werden,
damit das funktionieren kann,
haben wir mal so ein paar typische Probleme und Folgen skizziert.
Warum auch letztendlich Menschen, die eine offene Beziehung führen oder führen möchten,
bei uns ins Coaching kommen.
Das erste Thema, was natürlich sehr klar erstmal auf der Hand liegt,
ist, dass der Wunsch nach einer offenen Beziehung nur einseitig ist.
Also wenn nur einer diesen Wunsch hat, der andere nicht,
dann haben wir eben diesen Konflikt, wo man schauen muss,
wie kann man da einen Kompromiss finden?
Gibt es überhaupt einen Kompromiss?
Oder führt das Ganze im Zweifelsfall sogar in eine Trennung?
Das kann man sich dann eben näher ansehen.
Genau, das würde man im Coaching dann auch mal dahinter schauen.
Also was ist das?
Was ist das Bedürfnis?
Das hört sich hier manchmal einfach auch ein bisschen flach an,
zu sagen, vielleicht ich möchte die Beziehung öffnen.
Aber was ist das Bedürfnis?
Also was fehlt?
Warum ist der Gedanke da?
Manchmal sind Paare oder der jeweils andere Partner
auch ein bisschen geschockt über diesen Vorschlag.
Und dann wird gar nicht mehr da gefragt, okay, warum?
Was hat der andere sich dabei gedacht?
Und da würde man im Coaching dann halt,
wenn einer nur den Wunsch hat, auch nochmal näher drauf eingehen.
Es kann natürlich auch sowas sein,
wie Anerkennung, Suche nach Anerkennung, Bestätigung,
Abenteuer, was im Alltag fehlt.
Also manchmal ist es ja wirklich nicht das rein sexuelle Thema,
was man dann anziehend vielleicht an der offenen Beziehung findet,
sondern vielleicht fehlt einfach jemanden,
gerade zu den 30ern, 40ern,
die sind für viele Menschen sehr, sehr geprägt von Sicherheit,
das Abenteuer fehlt.
Und dann kann das ein mögliches Abenteuer sein.
Manchmal könnten aber auch ganz andere Abenteuer
die entsprechenden Nervenkitzeln und Adrenalin produzieren,
dafür sorgen, dass man sich wieder lebendig fühlt.
Das ist halt die Frage,
ob man sich wieder lebendig fühlt.
Und sozusagen dadurch, dass etwas anderes dann erfüllt wird,
diesen Wunsch eigentlich auch schon gar nicht mehr braucht.
Ja, ein weiteres Problem, was immer mal wieder vorkommt,
ist, dass man startet und das ist vielleicht stimmig,
vielleicht lässt einen sich darauf ein,
weil er ansonsten die Beziehung gefährdet sieht
oder weil er dem anderen den Wunsch nicht verwehren will.
Also geht vielleicht dann doch, wenn er ehrlich ist,
einen unstimmigen Kompromiss ein.
Und das fällt einem später natürlich
auf die Füße.
Das heißt, nach einiger Zeit,
den ersten Dates, wann auch immer,
entsteht dieses stärkere, unstimmige Gefühl,
vielleicht auch ein Gefühl von Eifersucht.
Und dieses Thema,
die Beziehung zu öffnen,
wird für denjenigen, der es eigentlich
nicht so wirklich wollte,
nachher zu einer Fehlentscheidung.
Sodass entsprechende Konflikte und Themen
entstehen und
man immer wieder über dieses Thema spricht
und es eigentlich am liebsten wieder beenden
holen würde.
Genau, weil man
wahrscheinlich andere Vorstellungen davon hatte,
von sich selbst auch, wie würde ich reagieren
oder wie fühlt sich das für mich an.
Und das ist halt natürlich die Theorie.
Und wenn in der Praxis
dann die Person nach Hause kommt von einem Date,
fühlt sich das vielleicht schon anders an.
Und dann hat man das Problem.
Ja, und das Letzte, was wir noch haben,
was häufiger in Coachings bei uns
bereits vorgekommen ist, dass die Beziehung
geöffnet wird und es eine bestimmte
Absprache gibt, zum Beispiel
nur
One-Night-Stands und
Es darf nur einmal gedatet werden.
Zum Beispiel?
Also nur eine Person einmal.
Es darf keine Folge-Dates geben.
Und dann hat jemand jemanden, den er gerne häufiger treffen möchte.
Genau.
Oder es wird doch irgendwas nicht vollständig
erzählt, obwohl das so gesagt wurde.
Oder die beiden vereinbaren, man sagt
sich davon nichts, ist aber trotzdem okay.
Und einer von beiden muss es trotzdem
erzählen und sagt es dann.
Und so entstehen quasi
so werden diese ersten Absprachen
entweder nicht eingehalten
oder es wird
versucht, das Ganze zu erweitern,
wo es dann irgendwann in einen Bereich
hineingeht, wo es für den anderen unstimmig wird.
Da hatte ich mal
jemanden im Coaching, die hatten da
recht klare Regeln aufgestellt.
Unter anderem halt die Regel, nur einmal zu
daten, die gleiche Person.
Die Vorgabe
war natürlich, das Körperliche und die
Emotionalität voneinander zu trennen.
Das Problem war, dass
bei diesem einem Date
Gefühle entstanden sind schon.
Und dann natürlich diese Abmachung extrem
schwergefallen ist einzuhalten.
Die Person, muss man dazu sagen, hat sich dann nicht ein
zweites Mal mit der anderen Person getroffen, sondern
ist dann ins Gespräch mit der
Partner gegangen.
Aber es ist natürlich schon eine große Problematik,
wenn dann relativ schnell man
merkt, okay, ich habe da Gefühle entwickelt,
ich kann das doch nicht voneinander trennen.
Und eigentlich habe ich den Drang, auch die Person
wiederzusehen.
Was ist, wenn das jetzt mir dauerhaft passiert?
Oder wenn das bei mir einfach nicht voneinander
trennbar ist?
Ja, deswegen ist die Ursachenklärung, warum
hat jemand diesen Wunsch und dieses Bedürfnis,
die Beziehung zu öffnen, so relevant?
Das ist ja das Gleiche wie, wenn jemand
fremdgeht, sich fremdverliebt oder
eine Affäre hat, dann
ist auch die Ursachenforschung
so wichtig. Und hier ist es
eben genauso. Was ist die Ursache dafür?
Und ist das etwas, was man innerhalb
der Beziehung doch noch erfüllen kann?
Weil es innerhalb der Beziehung einen Konflikt,
einen Mangel und gute Gefühle gibt.
Weil das wäre natürlich etwas,
wo relativ schnell klar ist, wenn solche
Ursachen vorliegen, die in der Beziehung liegen,
dann kann das natürlich sehr schwer werden, wenn man
eben dann auf jemanden trifft,
der anders tickt, der einen dann
entsprechend anzieht, der diese Bedürfnisse erfüllt,
der diese Wertschätzung und Anerkennung
gibt, die einem vielleicht fehlt. Deswegen
ist da die Ursachenforschung
sehr wichtig. Ja, warum
ist das so wichtig? Weil wir
in unserer Kultur sehr
monogam geprägt sind und das auch schon
sehr lange. Das heißt, da steckt tief
in uns, dass wir
diesen Wunsch nach einer monogamen
Beziehung haben, zumindest bei den meisten Menschen.
Und das ist nachher auch
so vorgegriffen das Fazit, für die meisten
Menschen wird eine offene
Beziehung aufgrund dieser sehr starken
innerlichen Monogamprägung nicht funktionieren.
Für sehr wenige, die
schon ein ganz anderes Grundgefühl
zu einer Beziehung, zu einem Partner,
einer Partnerin, zu dem
Gefühl,
das eher so zu finden, als
man wäre in Gefangenschaft, ich gehöre
dem anderen nicht. Also wenn solche
Gedanken da sind, dann ist das
schon eher etwas, wo es wahrscheinlich
funktionieren kann und man muss dann
eben den richtigen Match finden, also jemanden,
der ganz genauso denkt.
Ja, die Folgen,
die Beziehung kriselt,
Eifersucht entstehen, Konflikte
häufen sich, Gedanken an die Trennung
können kommen und
dann landen eben manche Paare
bei uns im Coaching oder
bei anderen vielleicht in Coachings und
suchen sich entsprechend Unterstützung und
fragen sich, wie können wir das
Ganze für uns so
aufstellen, dass es sich für beide
gut anfühlt.
In unserem Blogbeitrag
dazu, offene Beziehung, kann sie
wirklich funktionieren, haben wir das Ganze nochmal
ausführlich für euch niedergeschrieben
und
ihr findet zu diesem Thema, wie
jetzt aktuell auch seit Anfang
Januar zu jedem unserer Themen, ein
Workbook mit zwei, drei
Seiten, Impulsen und kleinen
Aufgaben, die euch dabei unterstützen,
das Thema für euch zu reflektieren,
und könnt dies bei uns
im Mitgliederbereich, der kostenpflichtig
ist, downloaden.
Dort gibt es regelmäßige Workshops,
einen Videokurs und viele andere spannende
Inhalte von uns zusätzlich
zu den Podcast-Folgen,
sodass ihr im
Selbstcoaching an eurer Beziehung arbeiten könnt.
Kommen wir einmal
zu der Lösung oder
zu Impulsen, die zur Lösung führen können.
Wenn beide
Personen den Wunsch haben, eine offene
Beziehung zu führen,
wie du schon sagst, kann das klappen
unter ganz, ganz bestimmten Voraussetzungen.
Erstmal ist es natürlich
wichtig, dass beide damit absolut
einverstanden sind. So was sagt
man ja auch nicht einfach so, sondern da muss man
auch länger für sich vielleicht mal reflektieren
an, wir sagen
erstmal einen Öko-Check machen, also mal zu
checken, was sind die Vorteile
des Gute am Jetzt, aber was sind auch die
negativen Konsequenzen von meiner Entscheidung.
Und zu diesem System
Liebesbeziehung gehören ja nicht
nur zwei Menschen, also
zu Liebesbeziehung schon, aber zu dem System
Familie gehören mehrere Menschen. Und gar nicht
selten gibt es halt auch Kinder. Und auch da
sollte man diese in diesen Öko-Check mit
einbeziehen.
Also nicht, dass die mitdiskutieren, sondern
dass man überlegt, was für Konsequenzen
hat das für die Kinder. Genau, was sind die negativen Konsequenzen
für die Kinder. Genau.
Dann sagen vielleicht die einen, ja, aber die würden das da gar nicht mitbekommen.
Da denke ich
immer so, Kinder werden grundsätzlich unterschätzt.
Die sind ja nicht doof.
Die sind nur klein.
Und die merken ja Schwingungen und die merken
auch, wenn einer zum Beispiel regelmäßig
weggeht und gerade, wenn die älter werden, also alles
ab vier, fünf, sechs aufwärts,
die verstehen ja
schon Systeme. Und die wissen ja auch,
wer zu welchen Systemen
gehört. Also was sind Freunde?
Wer gehört zur
Familie? Und was
natürlich auch sein könnte, ist, wenn man das jetzt auch
zum Beispiel tagsüber ausleben würde,
man wäre mit der anderen Person unterwegs,
das ist mal dober Zufall,
hatte ich auch schon mal im Coaching,
dass man dann am Einkaufszentrum
vielleicht auf den Rest der Familie trifft.
Und spätestens dann hat man
Probleme, jedenfalls was die Kinder angeht.
Dann ist ja
die letzte Frage aus dem Öko-Chat noch relevant,
eben was kann man tun, lernen, verändern, damit
die negativen Konsequenzen nicht eintreten.
Genau. Sodass man kreativ wird und schaut,
wie kann es funktionieren
für uns, ganz individuell,
die Beziehung zu öffnen. Und dann
findet man für einiges eine Lösung.
Anderes kann man vielleicht
tolerieren und andere Dinge bleiben übrig,
für die es keine Lösung gibt. Und dann ist eben die
Frage, reicht es aus, passt das,
oder sind da zu viele Punkte. Und das ist eben
so wichtig, bei dem beide sind
einverstanden, es muss halt wirklich
total stimmig sein. Also wenn sich da einer
auf so eine Notlösung
einlässt oder sagt, ja mach ich irgendwie
und das ist schwierig.
Ein wir gucken mal könnte ja auch gehen,
wenn das beide zum Beispiel fest vereinbaren.
Könnte man ja auch sagen,
ich kann mich da nicht hineinversetzen,
wenn ich es nicht probiert habe, ich weiß es nicht, wie
mein Gefühl entstehen wird, die Situation
ist zu neu.
Wir vereinbaren, jeder probiert einmal
und wir gucken dann, wie es sich
danach für uns anfühlt, wissentlich
wieder zu überlegen, welche negativen
Konsequenzen hat es, weil es ist eben
nicht zurückzunehmen, es ist dann eben geschehen.
Also es geht da, finde ich, bei diesem Thema,
was mir immer so sofort als Impuls hochkommt,
viel um Definition, wie ist das
gemeint und um so eine Art
Regelwerk, das hört sich jetzt so ein bisschen
nicht gerade leidenschaftlich an,
aber wie steckt man das ab,
wo ist der Anfang,
wo ist das Ende?
Ja, weil es eben in unserer
Kultur nicht natürlich ist, sozusagen,
nicht das ist, wo die meisten Menschen hinwollen,
das haben wir nicht geübt, wir wissen nicht genau,
wie das funktioniert und dass das für alle
klar ist, für uns ist eine monogame
Beziehung für alle klar, du kannst ja jemanden
treffen, daten und es ist relativ
klar eigentlich, dass man die gleiche
Vorstellung von einer Beziehung, monogam
hat und so weiter, aber sobald man
in Beziehungen öffnet,
Polygamie und was es alles da gibt,
geht, dann braucht das eben,
eben sehr, sehr viel Kommunikation,
man muss sehr, sehr viel drüber sprechen,
wie man sich das genau vorstellt
und
das ist auch so ein Punkt, der als Voraussetzung gebraucht
wird, wir brauchen eine wirklich
gut funktionierende Beziehung mit
einem sehr stabilen Fundament,
denn wenn Risse im Fundament sind, wenn
bereits Probleme bei Wertschätzung,
Anerkennung, Respekt da ist, wenn
Zugehörigkeitsprobleme da sind und so
weiter, also wenn da schon in der
Fundamentsebene Themen da sind,
dann wird das schieflaufen.
Genau, und wie du dann halt auch sagst, die ehrliche
und offene Kommunikation, die Äußerung,
wie die Bedürfnisse sind, wird gebraucht,
damit sowas funktionieren kann
und dass Absprachen natürlich eingehalten werden.
Genau, klar getroffen und auch
eingehalten werden, ja.
Und eben der regelmäßige Austausch
darüber, wie man sich gegenseitig fühlt,
also wie beide sich fühlen,
um auch gegebenenfalls die Absprachen
gemeinsam zu verändern und anzupassen,
wenn man eben merkt, dass das
unstimmig geworden ist oder wenn irgendetwas
unstimmig geworden ist. Also offene Beziehungen,
Beziehung als Beziehungsform,
sozusagen ein bisschen als Prozess zu betrachten,
indem es immer wieder darum geht,
miteinander offen in der
Kommunikation zu sein, auszuloten,
ist das noch stimmig, wann wird es unstimmig,
um keine
Verletzungen hervorzurufen.
Also eigentlich alles das, was in einer
glücklichen, harmonischen Beziehung
da sein sollte, dass man eben einen intensiven
Austausch hat, sich über Gefühle
austauscht, sich bei stimmig, unstimmig
abholt, guckt, ob Kompromisse noch in Ordnung sind,
nur dass es dann eben,
so würde ich es einschätzen,
bei einer offenen Beziehung noch
intensiver gebraucht wird, dass Fundament
wirklich sicher, stabil sein muss,
weil einfach zu schnell
das Gefühl da sein kann,
von einer anderen Person hat man
mehr Anerkennung bekommen, gibt einem irgendwas,
was man braucht. Also es sind ja die Fälle,
die wir eher so kennen, aus dem Fremdgehen
und aus den Affären und Fremdverlieben,
wo dann so Kleinigkeiten
manchmal reichen, wenn das Fundament nicht stabil ist
und es passiert zum Beispiel was.
Also nehmen wir mit,
mischen wir zwei Beispiele sozusagen,
dass ein Paar entscheidet sich für eine
offene Beziehung und
beide haben andere Sexualpartner,
das Fundament ist aber nicht ganz stabil.
Und jetzt haben wir ein anderes Beispiel,
wo jemand sich fremdverliebt hat,
die Frau kriegt vom Mann zum Geburtstag
kein Geschenk, der Chef auf der Arbeit
bringt ihr ein Geschenk mit und
liefert ihr die Anerkennung, die sie schon auch
vorher in anderen Bereichen zu Hause vermisst.
So, jetzt haben wir die Situation, wenn wir es
vermischen, man lässt sich auf die offene Beziehung
ein und da sind
schon Baustellen da,
dann hat die Frau zum Beispiel oder der Mann Geburtstag
und der Sexualpartner
hat es gewusst, mitbekommen oder
weil es dann doch
Affären erlaubt sind,
es ist etwas längerfristiges und der hat ein schönes
Geschenk dabei und auf einmal rutschen
Gefühle mit hinein und man hat das Gefühl
des Verliebtseins und das Ganze ist
instabil. Das heißt, es
hat sehr viel Potenzial,
wenn das Fundament
nicht stabil ist, dass da eben
Dinge passieren, auch auf Gefühlsebene,
die wir
vorher anders uns überlegt hatten und
abgesprochen hatten, aber die eben aufgrund des instabilen
Fundaments dann anders ablaufen, weil wir
uns vielleicht doch innerlich eigentlich viel
mehr nach Anerkennung, Zuneigung,
Geliebt und Gesehenwerden
sehnen, als vielleicht nach dem reinen
sexuellen Bedürfnis.
Ich glaube, das ist ein ganz großer Punkt
auch, dass die Emotionalität
und der körperliche
Akt
oftmals von Menschen so strikt
auseinander, also gerne auseinandergehalten
wird, was so das Thema angeht, was
aber, glaube ich, wie du schon sagst, wenn da verletzte
Gefühle vor sind, halt auch unbewusst
schnell gehen kann, weil es ja so ein
Grundbedürfnis von uns Menschen ist,
diese Anerkennung in Form von
Komplimenten in dem Fall.
Also es sind ja nicht so zwei Menschen, die irgendwie
körperlich aufeinandertreffen, sondern es ist
oftmals ja auch etwas, wo vielleicht
vorgeschrieben wird, wo etwas vereinbart wird
und der Rahmen
sich bildet und wo es natürlich auch dann
irgendwie um Worte geht, die ausgetauscht werden.
Ja.
Und da,
da fängt es ja schon an, da ist man es vielleicht noch nicht
körperlich miteinander geworden, aber man denkt mal,
Mensch, der gibt sich ja Mühe oder
sie ist ja so freundlich und nachfragen,
ob es in Ordnung ist. Also so diese Nuancen
schwingen halt mit.
Abschließend zu dem Thema,
weil das auch die Frage war, wie unsere
Haltung zum Thema offene Beziehung ist,
können wir vielleicht noch
Folgendes mitgeben, dass
erstmal wir für Coachings
da nicht urteilen. Also wenn jemand
zu uns kommt, dann
schauen wir ja immer als erstes, was ist das
Ziel?
und wenn jemand dort eben andere Ansichten
Werte, Bedürfnisse, Beziehungsformen möchte,
als es eben unsere eigene ist,
dann ist das für uns völlig in Ordnung.
Wir begleiten eben bei dem Ziel
und helfen, mögliche Konflikte zu lösen
oder andere Themen, die eben dazwischenstehen,
zu schauen, woran liegt es.
Das heißt, fürs Coaching ist das völlig offen.
Rein privat und persönlich
empfinden wir das als sehr schwierig,
das Thema offene Beziehung.
Für die meisten Menschen
jetzt so aus der westlichen deutschen Welt,
die eben die monogame Beziehung
sehr stark geprägt und verinnerlicht haben,
sodass wahrscheinlich das eben nur,
wie wir auch schon mal sagten,
für sehr, sehr wenige Menschen
wirklich funktionieren kann.
Von daher. Jeder, wie er möchte,
solange man für nicht immer
anderen Menschen nicht schadet.
Also ich finde, das ist immer so ein Grundsatz.
Also jeder kann ja selber entscheiden,
wie er seine Beziehung,
mit dem Partner oder der Partner zusammenführen möchte,
solange dadurch kein Schaden entsteht.
Das heißt ja nicht, dass wir es so machen müssen
oder dass andere das so machen müssen.
Das darf ja jeder frei selbst entscheiden.
Deswegen, jede Beziehungsform ist okay,
wenn alle, die daran teilhaben,
gerade eben damit glücklich und zufrieden sind.
Absolut.
Dann kann eben auch die offene Beziehung,
die polygame Beziehung
und jede andere Beziehungsform,
die es noch gibt und noch entstehen wird,
die richtige für bestimmte Menschen sein.
Aktuell ist es aber, glaube ich, so,
dass eben der überwiegende,
der überwiegende Teil der Menschen bei uns
die monogame Beziehung
sehr stark verändert hat.
Und deswegen ist es schwer,
dort rauszurutschen und eben auch diese Probleme,
die wir skizziert haben,
dann bei diesem Versuch häufiger entstehen.
Da muss man eben ganz genau hinschauen.
Und diese Voraussetzung,
dieses stabile Fundament,
das ist eben so entscheidend, glaube ich.
Das muss man auf den Schirm haben.
Genau.
Ja, das zum Thema offene Beziehung.
Und die Probleme und möglichen Ansätze,
damit das gut funktionieren kann.
Wenn ihr dort auf dem Weg seid
oder es gerade ausprobiert
oder den Wunsch habt
oder merkt, dafür müssen wir irgendwie
am Fundament was stabilisieren,
damit das gehen kann,
da gibt es gewisse Hürden,
dann meldet euch gerne bei uns fürs Coaching.
Das sind Themen, die typischerweise
auch im Paarcoaching
und dann auch meistens im Einzelcoaching,
was dazu gehört,
dann von uns begleitet werden können.
Und ansonsten wünschen wir euch eine gute Zeit.
Bis bald.
Vielen Dank fürs Zuhören.
Vielen Dank.
Podcast Summary
Key Points:
Eine offene Beziehung bedeutet im klassischen Sinne eine Beziehung zu einem festen Partner mit zusätzlichen sexuellen oder emotionalen Kontakten zu anderen Personen.
Der Wunsch nach einer offenen Beziehung ist oft einseitig und führt zu Konflikten, da beide Partner unterschiedliche Vorstellungen und Bedürfnisse haben.
Viele Menschen suchen nach Abenteuern oder Anerkennung, die in der monogamen Beziehung fehlen, was die Motivation für eine offene Beziehung erklärt.
Die Umsetzung ist kompliziert, da unerfüllte Absprachen, Gefühle oder emotionale Bindungen zu Unstimmigkeiten und Eifersucht führen.
Ein stabiles Fundament aus Wertschätzung, Respekt und gegenseitigem Vertrauen ist entscheidend, um eine funktionierende offene Beziehung aufrechtzuerhalten.
Die emotionalen und körperlichen Bedürfnisse werden oft strikt getrennt, doch verletzte Gefühle können schnell auftreten, wenn das Fundament instabil ist.
Die Beziehung muss regelmäßig reflektiert und kommuniziert werden, um Konflikte zu erkennen und Absprachen zu anpassen.
Für die meisten Menschen ist eine offene Beziehung aufgrund tief verwurzelter monogamen Prägungen nicht nachhaltig möglich.
Summary:
Die Folge beleuchtet das Thema offene Beziehungen und deren mögliche Funktion. Es wird klargestellt, dass eine offene Beziehung im klassischen Sinn eine bestehende Beziehung zu einem festen Partner mit zusätzlichen sexuellen oder emotionalen Kontakten zu anderen Personen bezeichnet. Ein zentrales Problem ist die oft einseitige Motivation, wodurch Konflikte entstehen, da nicht alle Partner die gleichen Vorstellungen oder Bedürfnisse teilen.
Der Wunsch nach Abenteuern oder Anerkennung wird häufig genannt, doch diese Bedürfnisse können sich im Laufe der Zeit verändern. Die Umsetzung ist kompliziert, da unerfüllte Absprachen, Gefühle und emotionale Verbindungen zu Eifersucht und Unstimmigkeiten führen. Ein entscheidendes Merkmal ist ein stabilisiertes Fundament aus gegenseitigem Respekt, Wertschätzung und Vertrauen, sonst führen kleine Ereignisse schnell zu emotionalen Reaktionen.
Die Kommunikation muss regelmäßig stattfinden, um die Absprachen anzupassen und Konflikte zu vermeiden. Obwohl die Beziehungsform für einige Menschen möglich ist, ist sie für die überwiegende Mehrheit in westlichen Kulturen aufgrund tief verwurzelter monogamer Prägungen nicht nachhaltig. Die Folgen wie Eifersucht, Konflikte und Gedanken an die Trennung zeigen, dass eine offene Beziehung nur dann erfolgreich sein kann, wenn beide Partner ein tiefes, gemeinsames Verständnis und ein stabiles Fundament haben.
Die Gefahr besteht darin, dass ein instabiles Fundament zu emotionalen Abhängigkeiten führt, die vorher nicht erkannt wurden. Coaching und Selbstreflexion sind daher hilfreich, um die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und die Beziehung auf eine ausgewogene, glückliche und harmonische Grundlage zu stützen.
FAQs
Eine offene Beziehung bedeutet, dass ein Paar eine monogame Beziehung mit einem festen Partner beibehält, aber zusätzlich zu sexuellen oder emotionalen Kontakten mit anderen Menschen führt. Es kann einseitig oder gemeinsam sein und kann sich auf sexuelle oder emotionale Aspekte beziehen.
Da die Beziehung zu komplex wird, entstehen Spannungen, wenn die Partner unterschiedliche Vorstellungen haben. Besonders wenn der Wunsch einseitig ist, entstehen Unstimmigkeiten, die zu Eifersucht, Verletzungen und mangelndem Vertrauen führen können.
Beide Partner müssen einverstanden sein, das Fundament der Beziehung (wie Wertschätzung, Respekt und Anerkennung) muss stabil sein, und es wird eine klare Kommunikation sowie Regeln und Grenzen benötigt, um Konflikte zu vermeiden.
Ohne eine Ursachenforschung kann das Verlangen nach einer offenen Beziehung auf eine tiefe innere Bedürfnis wie Anerkennung, Abenteuer oder Sicherheit zurückgeführt werden, was im späteren Verlauf zu Unzufriedenheit führen kann.
Ja, Kinder können Schwingungen wahrnehmen, insbesondere wenn ein Partner regelmäßig mit anderen Menschen verbindet. Das kann zu Unsicherheiten, Konflikten und einer Verwirrung über Familienstrukturen führen.
Durch klare Regeln, regelmäßige Gespräche über Gefühle und Wünsche, die Anerkennung der jeweiligen Bedürfnisse und die Bereitschaft, gemeinsam Kompromisse zu finden und abzustimmen, kann eine offene Beziehung stabil werden.
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