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Nur noch Eltern, kein Paar mehr: So gelingt der Neustart für eure Partnerschaft! #283

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Nur noch Eltern, kein Paar mehr: So gelingt der Neustart für eure Partnerschaft! #283

Elternpaare neigen dazu, ihre romantische Beziehung im Alltag zu verlieren, da sich das Leben durch Kinder und Familienverantwortung auf den Hintergrund des Liebespaar-Alltags verlagert. Doch es ist möglich, diesen Verlust zu überwinden und das Liebespaar wieder zu finden. Dazu muss man zunächst reflektieren, wann und warum die Distanz entstanden ist, oft in den ersten Monaten nach der Geburt oder während der Elternzeit. Danach wird die emotionale Verletzung verarbeitet: Die betroffene Person beschreibt ihre Gefühle objektiv, und die verursachende Person nimmt Verantwortung für das entstandene Gefühl an, ohne sich für das eigene Verhalten zu beklagen. Ein entscheidender Schritt ist die gemeinsame Vision des idealen Lebens als Paar – mit einer Balance aus Sicherheit und Abenteuer. Kleinere Momente wie gemeinsame Spaziergänge oder spontane Abenteuer können bereits heute Wiederherstellung fördern. Unterstützt werden Paare durch enge Bindungspartner, Babysitter oder Freunde, die ihnen Freizeit ermöglichen. Wichtiger als große Ausflüge ist die tägliche Erarbeitung von „Tut-mir-gut-Liste“-Momente, die das Gefühl der Verbundenheit stärken. Die Erkenntnis, dass das Leben kurz ist und jederzeit verpasst werden kann, macht die Wiederherstellung von Liebe und Verbindung zu einem dringenden und wertvollen Lebensziel.

Transcription

7258 Words, 43597 Characters

German
Das ist wirklich wichtig, um als Elternpaar auch mal auszubrechen und zu sagen, man kann wieder Liebespaar sein. Dann steht man eben da und fragt sich, Mensch, wie kann denn da so ein Neustart gelingen? Ist das noch möglich? Haben wir den Zug verpasst? Wir werden ganz häufig bei den 80-Jährigen erleben, dass sie sagen, ich hätte gerne mehr Zeit mit meinen Kindern verbracht oder ich hätte gerne mehr Zeit mit meiner Familie verbracht. Ich hätte gerne mehr Liebespaarzeit mit meiner Frau gehabt. Und Leben ist ja nun einfach kurz und man weiß nicht, wie lange man noch hat, das weiß keiner von uns. Und da ist es so wichtig, dass man das Leben führt, mit dem man glücklich ist. Letzte Folge haben wir darüber gesprochen, wie schnell Paare im Familienalltag ihre Verbindung verlieren und was es bedeutet, wenn man sich nur noch als Mama oder Papa erlebt, aber nicht mehr als Paar. Wir haben erklärt, welche Ursachen dahinter stecken können, warum Distanz entsteht und wollen heute darüber sprechen, wie ihr als Liebespaar wieder zueinander finden könnt und was es braucht, um nicht mehr nur in der Elternrolle, WG-Rolle, Zweckgemeinschaft zu stecken. Du bist im Podcast der Lebensidealisten. Mein Name ist Florian. Ich bin Ina. Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch, raus aus der Krise hinein in eine dauerhaft glückliche und harmonische Beziehung. Ein sehr spannendes, wiederkehrendes Thema, wo natürlich auch vielen Paaren wichtig ist, von jemandem begleitet zu werden. Der selbst Kinder hat und da direkt dann die Frage an dich. Wie war es denn für dich, nachdem wir Eltern geworden sind? Das war erstmal eine Herausforderung, fand ich. Also deswegen finde ich, ich liebe ja diesen Spruch, wenn ein Kind geboren wird, wird auch eine Mutter und ein Vater geboren, weil ich finde, das ist sehr zutreffend. Man kann sich vorher vieles immer vornehmen oder bereden. Und wenn dann ein kleiner Mensch in dieses System dazukommt, ist es dann doch meist ganz anders, wie man sich das vorstellt. Und das ist ja auch mal eine Frage, finde ich, die wir auch gerade letztens im Freundeskreis gestellt bekommen haben, von einem Paar, was noch keine Kinder hat, zu sagen: Wie war das denn für euch ganz am Anfang? Wie habt ihr diesen Umschwung so empfunden? Und ja, wir hatten ja auch eine große Herausforderung erst mal als Paar, weil wir nicht so einen leichten Start als Familie einfach hatten, weil die Gegebenheiten nach Geburt nicht so optimal waren. Einfach gesundheitlich erst mal bei mir und dann einfach mussten wir uns sehr viel eingrooven. Und ja, es hat ein bisschen gebraucht, bis sich unser neues System so ein bisschen gefunden hat. Wenn man zurückblickt, dann ist ja auch noch sehr spannend, dass wir zu dem Zeitpunkt noch keine Paartherapeuten waren. Wir haben noch was anderes zu dem Zeitpunkt gemacht. Wir hatten also das Wissen von heute nicht, sondern das war das Jahr, in dem mein erstes Unternehmen, was ich gegründet hatte, stärker gewachsen ist, immer mehr Konflikte im Team auftraten. Und wir dann das erste Mal einen Coach zur Konfliktlösung ins Team holten. Und dann so dieser Weg begann, dass das richtig viel Wirkung gemacht hat und wir dann später in die Ausbildung gegangen sind. Das heißt, da hatten wir das ganze Wissen von heute und die Erfahrung mit so vielen anderen Paaren und so weiter ja gar nicht. Haben aber, denke ich mal intuitiv, aber vielleicht auch aus deinem Wissen heraus als Erzieherin und da warst du ja so in den Endzügen des Pädagogikstudiums, haben wir schon viele Dinge ganz gut gemacht. Ganz gut gebaut, die man auch heute Paaren raten würde. Also wir haben ja recht schnell zwei weitere intensive Bindungspersonen mit hinzugenommen. Wir haben recht schnell ihn auch mal übernachten lassen bei deiner Schwester und haben uns dann die erste eigene Freizeit als Paar wieder rausgeholt und haben das früh versucht so zu etablieren, dass das für unseren Sohn auch sehr angenehm ist, dass er das gerne macht, dass er die beiden eben auch als weitere Bezugs- und Bindungspersonen erlebt und das eben für ihn dann auch gar nichts Schlimmes ist, sondern heute ja eher mit der Tante und der Oma ein Vorteil ist. Da darfst du dann ein paar Sachen, die du zu Hause nicht darfst und so. Der Erziehungsauftrag ist nicht da. Das ist cool und so weiter. Da kann man mal lange wach bleiben und solche Sachen und das natürlich immer für uns Gelegenheiten und Möglichkeiten sind, dafür zu sorgen, dass er Spaß hat und wir gleichzeitig unsere Zeit als Liebespaar haben können. Ja, das war ein. Großer Glücksfall, dass die beiden auch bereit waren, sehr früh sozusagen da einzusteigen und uns zu unterstützen. Und ich erinnere mich noch in der ersten Zeit an so ganz viele kleine Momente, die wir uns gesucht hatten, einfach weil die Herausforderung einfach auch war, es mal wieder zurück in den Alltag zu finden. Ich erinnere mich noch immer an unsere Freitagabende, wo wir essen gegangen sind und wir dann deine Mutter als Babysitterin hatten und das für uns wirklich ganz wichtig war, diese eineinhalb Stunden teilweise dann ja auch wirklich. Nur was essen gegangen, aber einmal raus, zu zweit mal abschalten und dann wieder zurück nach Hause. Ja, das habe ich so in Erinnerung gerade, dass das ein wichtiger Part war, der mir ehrlich gesagt auch so ein bisschen über die anstrengende Phase am Anfang sehr geholfen hat. Wobei man abschalten ja auch wieder in Anführungsstrichen setzen muss. Und wenn man jetzt rückblickend reflektiert, dann würde ich sagen, wenn wir anderthalb Stunden weg waren, waren erst in der ersten Zeit, haben wir anderthalb Stunden über uns und unseren Sohn gesprochen. Das sind alles Elternthemen und die sind im Laufe der Zeit nach und nach geringer geworden. Das ist natürlich immer noch so, dass man über das Elternsein und unseren Sohn spricht, aber nicht mehr so wie damals. Das blockt jetzt nicht den gesamten Raum, aber es ist natürlich trotzdem lustig, wenn man mal gemeinsam zu zweit shoppen geht und dann zurückkommt und hat dann drei Tüten in der Hand. Und alle drei Tüten sind eigentlich für unseren Sohn und merkt so, okay, irgendwie haben wir für uns heute nichts gefunden. Aber es ist dann lustig, ne? Ja. Das ist eine ganz andere Basis. Und dann würde ich sagen, ist es so zeitlich gesehen. Wir sind dann gewachsen, Stück für Stück, durch diese engen Bindungspartner, die ja wirklich auch Konstanz und Kontinuität erwiesen haben bis heute. Und dass es ein wirklicher Gewinn war, da so eine enge Bindung auch aufzubauen. Und ja, dass man dann auch als Paar Stück für Stück wieder zurückkommen konnte. Aber das war auch Arbeit. Also das ist nicht einfach so wieder zurückgekommen. Wir haben damals auch schon immer uns keine materiellen Dinge geschenkt, sondern auch immer Erlebnisse. Und das sind auch Sachen. Und die wir dann mit den Jahren immer mehr genießen konnten. Also dann waren wir auch mal eine Nacht weg. Dann sind wir auch mal ein Stückchen weiter weggefahren. Also der Kreis hat sich erweitert. Ja, das ist alles so dynamisch. Und man muss auch da sagen, es gab auch mal Rückschritte. Es gab auch Momente, wo mal wieder nichts geklappt hat. Also wo auch selbst die engsten Bindungspartner Schwierigkeiten hatten manchmal und gesagt haben, mal gucken, ob das heute Abend klappt. Und wir gesagt haben, okay, wir sind ja auch in der Nähe so. Also das gab es auch. Das hört sich sonst alles immer so perfekt an. Also es gab auch Momente, wo Tränen geflossen sind. Und dann gesagt, ich möchte das nicht. Und wo man sagt, die kennst du doch. Und warum? Das gab es genauso. Aber das ist ja immer bei Kindern so. Entwicklung ist ja nie linear, sondern wir hoffen zwar immer, dass es in eine Richtung geht. Aber es geht auch mal fünf Schritte zurück. Und dann nimmt man wieder Anlauf. Und dann ist es wieder irgendeine Entwicklungsphase. Und so ist es dann auch als Elternpaar. Man wächst mit seinen Aufgaben und man wächst mit der Situation. Ich glaube, das Wichtigste ist, dass wir beide daran festgehalten haben. Bemüht waren zu sagen, okay, wir möchten, dass beide, dass das wiederkommt. Und da ist, glaube ich, dann auch schon so der größte Game Changer für die meisten drin. Nämlich der Glaubenssatz, dass es auch gebraucht wird, dass wir möchten, dass es wiederkommt. Und wir dafür aktiv werden, dass das nicht von alleine passiert. Also es geht hier nicht um ein Abwarten. Und das kommt schon irgendwann. Sondern dann muss ich ein Stück weit das Liebespaar wieder zurückholen. Wir haben in der vorherigen Folge darüber gesprochen. Die 30er, die sehr geprägt sind von Sicherheit. Heiraten, Kinder bekommen, vielleicht ein Haus bauen, kaufen, Rentenpakete abschließen und so weiter. Sehr viel Sicherheit. Und es passieren aber auch sehr viele neue Dinge. Gerade wenn man jetzt Karriereschritte macht, dann ist auf einmal der Job sehr im Fokus, sehr stressig. Es ist viel Neues da und so weiter. Und irgendwann merkt man eben, dass man in der Beziehung recht funktional geworden ist. Und man hat diesen Zeitpunkt verpasst, sich das Liebespaar wieder zurückzuholen. Und dann steht man eben da und fragt sich, Mensch, wie kann denn da so ein Neustart gelingen? Und darüber wollen wir jetzt nochmal ein bisschen intensiver sprechen. Wie gelingt denn der Neustart? Weil das eine ist natürlich, wenn man jetzt hier zuhört und ist gerade Eltern geworden, dann ist das natürlich etwas, wo man präventiv sehr gut starten kann und einfach weiß, ah, okay. Ich muss mir das also selber zurückholen. Wir müssen aktiv werden. Und wir müssen uns jetzt, so unromantisch das auch erstmal klingen mag, wir müssen uns freie Zeit, Liebespaarzeit organisieren. Spontanität ist wahrscheinlich nicht möglich, beziehungsweise wird im Regelfall dafür sorgen, dass es nicht stattfindet. Weil immer spontan irgendwas dazwischen kommt. Kind ist krank, abends doch keine Energie mehr, Einschlafbegleitung dauert plötzlich statt einer halben Stunde mal zwei Stunden. Also es gibt immer irgendetwas. Es gibt immer etwas, was dazwischen kommt. Deswegen ist der Plan für Flexibilität, also man plant sich quasi eine freie Zeit, einen Raum, wo man einen Babysitter hat, wo jemand das Kind umsorgt. Und dann kann man innerhalb dieser Zeit ja durchaus flexibel sein und überlegen, worauf haben wir heute Lust? Aber wir hatten noch Zeiten, also natürlich hatten wir unsere Babysitter, aber ich erinnere mich auch an Zeiten, wo wir ganz versucht haben, uns zu Hause das schön zu machen. Ich habe irgendwie komischerweise da immer noch diesen Lieferdienst. Ja. immer eine Zeitlang auch uns bei einem Griechen immer was bestellt. Den gibt es ja leider nicht mehr, das haben wir sehr betrauert. damals, wir waren gute Kunden, uns lag es nicht. Also uns hat es nicht gelegen, absolut nicht. Genau, und da weiß ich noch, das war auch so die Phase, wo wir so versucht haben, okay, es ist, die Abende sind schwierig, das Einschlafen ist schwierig, dann lass uns wenigstens irgendwie um 9 Uhr total ungesund irgendwie nochmal was vom Griechen essen, damit wir so ein bisschen so ein Highlight am Wochenende haben, das gab es einfach auch. Also zu überlegen, wie können wir selbst in anstrengender Phase uns das nochmal zu Hause nett machen, in so einer Kleinigkeit. Also vielleicht so fürs Verständnis, unser Sohn hat nach anderthalb Jahren das erste Mal durchgeschlafen, wir hatten viele Nächte, wo er von 1 Uhr nachts bis 4 Uhr nachts durchgeschrien hat, wo man gehofft hat, okay, dann können wir aber trotzdem bis 9 schlafen, er ist dann um 5 Uhr 30 wach geworden und das war es dann. Also wir hatten da durchaus einige Herausforderungen und erheblichen Schlafmangel. Manchmal kleine Zombies, die durch die Weltgeschichte gelaufen sind. Wir können das sehr gut nachvollziehen, wenn Eltern so eine Phase haben und sagen, boah, das raubt uns hier gerade echt den letzten Nerv, ich versuche nur noch zu überleben und das war auch für uns, finde ich, die größte Herausforderung derzeit, dass man versucht, Team und Liebespaar zu bleiben, obwohl eigentlich jeder für sich so an seinem gefühlten Limit gerade dran ist. Das finde ich auch so spannend, als unser Kumpel letztens fragte, wie die erste Zeit für uns war, ob wir da viele Themen hatten, da habe ich gedacht so, keiner von uns hätte in dem Moment die Kraft gehabt, irgendwie den anderen auch noch fertig zu machen, weil man war selber einfach fertig. Also ich kann mich auch an wirklich gar keine Konflikte erinnern, weil jedem war klar, das Handtuch kommt gleich aus der Ecke geworfen, weil das war einfach, durch den Schlafentzug war das so krass. Da hat natürlich so dieses Teamgefühl sehr geholfen, weil dann dieser Abgleich da war und das ist auch was, was ich dann jetzt bei Paaren so ins Abendritual auch häufig mitgebe, sich auszutauschen, weil ja beide einen verschiedenen Tag hatten, wie ist denn bei beiden das Energielevel und dann zu gucken, okay, der, der mehr Energie hat, der, gleicht jetzt aus und kümmert sich zum Beispiel um Kinder oder andere Dinge, die gerade anstehen und der, der weniger Energie hat, der tut sich aktiv was Gutes. Ja. Wozu nicht zählt, durch TikTok zu scrollen oder sowas, das ist keine wirkliche Pause und Erholung, sondern Dinge zu tun, die echte Erholung bringen. Das muss jeder für sich wissen, was das ist, Spaziergänge, Powernap und so weiter. Schlafen, bei uns war es einfach nur Schlafen. Bei uns war es nur Schlafen. Wir haben auch Zeiten gehabt, wo der Babysitter da war und wir haben gesagt, was wollen wir unternehmen und wir haben uns angeguckt und gesagt, wollen wir schlafen? Ja, okay, einfach schlafen. Weißt du noch, wir waren einmal in einem Hotel hier in der Nähe, das war zwischen den Tagen und da wussten wir, wir haben eineinhalb Tage Zeit und wir sind angekommen in dem Hotel und wir waren so fertig, dass wir uns erstmal hingelegt haben und zwei, drei Stunden geschlafen haben. Das ist so ein mega geiler Hotel und du gehst erstmal pennen. Toller Wellnessbereich, aber ich dachte, nee, bevor ich das hier alles genießen kann, ich brauche erstmal Schlaf, damit ich überhaupt das wahrnehmen kann und das fand ich schon sehr lustig, aber zum Glück ging es uns beiden ja so, sodass es jetzt auch nicht komisch war und ich musste damals, also ich finde deswegen auch manchmal so schwierig, wenn man da so Tipps bekommt, deswegen halte ich mich manchmal auch so in so ein paar Sessions da ein bisschen zurück, weil jeder erlebt so eine Phase einfach auch anders. Ich weiß, dass damals unsere Hebamme, als ich von diesem starken Schlafentzug erzählt hatte, sagte, ja, aber irgendwann wird der Moment kommen, da werdet ihr ihn wecken und ich hab das damals, hab ich gedacht so, oh, dieser Spruch, also sie hat es liebevoll gemeint und gesagt, aber ich hab gedacht so, nee, niemals, diesen Menschen werde ich niemals wecken, der wird mein Leben lang mir den Schlaf rauben und jetzt ist es so, dass wir ihn aus dem Bett ziehen müssen und sagen müssen so, wir müssen jetzt mal aufstehen, ne? Ja, so ist das Leben, man kann sich das nochmal nicht vorstellen, das sind alles Phasen im Leben, durch die man durchgeht und wichtig ist halt, dass man in einer Verbindung da durchgeht, nie, dass man perfekt das macht, auf keinen Fall, aber dass man nicht die Verbindung zueinander verliert. Schreibt gerne mal in die Kommentare, wie für euch so die erste Phase mit Kindern war, das würde uns sehr interessieren, ob ihr das ähnlich herausfordernd erlebt habt, ob das bei manchen von euch total easy von der Hand gelaufen ist und super entspannt war, also und sollte jemand von euch Infos brauchen, sich darüber interessieren, wie was zum Beispiel so nachts in Hotels passiert, so zwischen drei und sechs Uhr morgens, wo die meisten Hotelgäste schlafen, wir aber durchaus in Lobbys Zeit verbracht haben, damit der andere schlafen kann, dann sagt gerne Bescheid, wir können euch gerne sagen, was nachts so in Hotels passiert. Das ist eine tolle Lebenserfahrung, gewesen, ja. In dem Moment nicht, aber jetzt im Nachhinein ist es witzig. Ja, es war skurril, es war skurril, muss man einfach sagen, ich werde nie vergessen, ein wunderschön Hotel in Österreich, wo wir waren, um 4.15 Uhr, ich bin durch die Lobby gegangen mit dem Kind in der Trage und dann kam mir ein Vater entgegen, ich glaube, das habe ich in einer anderen Folge schon mal erzählt, da kam ein Vater entgegen und wir guckten uns an, er auch mit dem Kind in der Trage und dann sagte er nur, wir sind die Early Birds und ich habe gedacht so, wir beide, wir haben eine Connection und um halb sieben ging erst der Kaffeeautomat da an, ich meine, ich trinke keinen Kaffee für mich, war es egal, aber er hat gesagt, das kann er nicht verstehen, das wäre jetzt so ein Highlight für ihn, wenn er jetzt hier um halb fünf schon so ein Kaffeeautomat angeht, und das ist wieder der Punkt, ich kannte diesen Mann nicht, wir haben uns auch gar nicht kurz unterhalten, aber wir hatten eine Verbindung, das war irgendwie total skurril. Ja, Leid verbindet. Ja, Leid verbindet, genau. Ja, also letztendlich ist egal, in welcher Phase man sich gerade befindet, ich würde sagen, die ersten sechs bis neun Monate nach dem Elternwerden, die sind noch ein Tick schwieriger, aber ab dann, so nach sechs bis neun Monaten, da fängt das eigentlich gut an, dass man anfangen kann, sich Liebespaarmomente wirklich ganz gezielt wirklich zurück zu holen und auch nicht nur mal ganz gelegentlich, sondern auch wirklich gezielt und sich das vornehmen kann und gemeinsam reflektiert, wie machen wir das, also auch wirklich ein bisschen Reflexionsgespräche führt, plant für Babysitter und weitere Bezugspersonen sorgt, damit dann dies zurückkehren kann und das ist eben erst mal so ein wichtiger Step, manchmal verhindern das natürlich Dinge, wenn man schon entsprechende Konflikte hat, wenn man durch das Elternwerden merkt, oh, wir sind uns bei einigen Werten, die wir weitergeben wollen, gar nicht so einig, wir wissen gar nicht genau oder wir haben unterschiedliche Vorstellungen, wie gehen wir denn mit dem Kind um, wenn es weint, wenn es schreit, wenn das passiert, oh, das entzweit uns gerade auch ein bisschen, bisher waren wir uns eigentlich in allen Dingen im Leben einig, jetzt merken wir das erste Mal, das ist irgendwie doch anders, einige beschreiben auch, sie können sich jetzt nicht mehr so gut zurückziehen, früher war wenn es eine Uneinigkeit war, dass beide mal sagten, okay, dann ziehen wir es mal zurück, jeder macht mal so seins und dann war auch erst mal wieder gut, jetzt muss man Lösungen fürs Kind finden und das sind so Dinge, die in den ersten Monaten sehr relevant sind und dann kann man aber wirklich dafür sorgen, dass man das zusammenfindet. Man muss natürlich auch sagen, dieser Faktor, dass man Familie oder enge Freunde um sich herum hat, die einfach auch einen unterstützen, ist auch ganz entscheidend, um als Liebespaar wieder zurückzukommen, weil auch da muss man sagen, es gibt Kinder, die einfach auch eine Betreuung, auch sei es mal nur eine Stunde von anderen Personen, außer den Eltern, die ersten Jahre oder die ersten anderthalb, zwei Jahre schwer annehmen können, also eigentlich ablehnen und da geht es ja auch darum, wen habe ich an der Seite, wen kann ich vertrauen, auch den eigenen Anspruch runterzunehmen, zu sagen, wir können jetzt nicht einen halben Tag irgendwie unterwegs sein, sondern vielleicht nur eine Stunde oder anderthalb, aber statt zu sagen, das lohnt sich jetzt ja nicht, für eine Stunde alles, der ganze Aufwand zu sagen, ja doch, aber eine Stunde ist schon wenigstens eine Stunde und ein kleiner Anfang und das ist immer nochmal so die Herausforderung, die ich oftmals im Coaching sehe, dass viele sagen, ja, wir sind weggezogen und unsere Eltern wohnen irgendwie ein paar hundert Kilometer weg, die können keine Bindung zu den Kindern aufbauen und wir haben jetzt hier niemanden so vor Ort und für einen Babysitter, wenn die Kinder noch so klein sind, haben viele auch ein ungutes Gefühl, verständlicherweise, wenn man den anderen nicht kennt und die Kinder können auch nicht sprechen oder so, dass man sagt, so jemand ganz Fremdes fühlt sich komisch an und dann geht es darum, natürlich noch kreativer zu werden und zu überlegen, welche kleinen Momente gibt es denn zu Hause oder wo können wir uns so kleine Phasen schaffen, auch manchmal vielleicht mit dem Kind zusammen, Spaziergänge, ja, das ist recht individuell. Die Kreativität ist da dann sehr wichtig und das je nach Situation, man schaut, wie kann man sich da helfen. Ein guter Freund von uns, der ist ja selber sehr viel mit Au-pairs groß geworden, die haben jetzt als Paar auch eine Au-pair für ihr Kind, also kann man solche Optionen sonst vielleicht nutzen, Au-pair, Nanny und so weiter, je nachdem, was dann natürlich auch finanziell und von den räumlichen Gegebenheiten für einen möglich ist. Wir selber haben ja auch einen total abgespaceden Move, finde ich, gemacht, den ich noch nie gehört habe irgendwo. Wir haben ja meiner Mutter gesagt, kündige deinen Minijob, wir stellen dich ein und dann bist du dafür drei Vormittage die Woche bei uns und entlastest uns. Hast du da Bock drauf? Du kannst Zeit mit deinem Enkel verbringen, kannst die Bindung noch mehr verstärken und wir können uns erholen, können Zeit als Paar verbringen, aber auch natürlich wieder besondere Konstellationen. Es gab damals schon die Selbstständigkeit, es war eine andere Firma, aber es gab schon die Selbstständigkeit, das heißt freie Einteilung von Arbeitszeit hat natürlich sehr geholfen, gewisse Dinge nutzen zu können, also das waren dann wiederum die Vorteile, die uns gewisse Flexibilität brachten, aber natürlich auch das Prioritätensetzen, also Prioritätensetzen, man muss das Geld natürlich haben, das ist immer keine Frage, aber auch zu überlegen, wofür setzt man das ein und dann zu sagen, dann lieber dafür, dass die Oma ihren Job aufgeben kann und Zeit mit dem Enkel verbringt, da mehr Bindung aufbaut und wir Freizeit haben, als das Geld für irgendwelchen anderen materiellen Nonsens oder, keine Ahnung, Partys, Alkohol, Zigaretten auszugeben, dann lieber so. Das muss man halt immer für sich dann auch überlegen, priorisieren und schauen, was da einfach individuell möglich ist, aber ganz häufig ist die gute Basis, wenn man als Paar wertschätzend und offen miteinander kommunizieren kann, Und daraus kriegst Kreativität entwickeln zu können als Paar und zu brainstormen, zu überlegen, was für Lösungen könnte es denn alles geben? Wir hatten das doch gerade vor zwei Wochen. Da hatten wir auch Momente, da hatten wir einen Babysitter organisiert und dann haben die Wetterverhältnisse, also deine Mutter sollte kommen, die Wetterverhältnisse haben es nicht zugelassen, dass sie kommen konnte. Und wir hatten aber schon, es war dein Weihnachtsgeschenk, ich hatte dir Karten für ein Comedy-Event hier in der Stadt in der Nähe geschenkt. Da haben wir lange überlegt, wie machen wir das hin und her? Lassen wir es ausfallen? Und dann haben wir nachher so zusammen überlegt und dann habe ich gesagt, ja oder du sagst, deine Idee war das, dann nehmen wir ihn mit. Ich habe gesagt, lass uns da anfragen. Gibt es dort eine Altersbegrenzung? Ist das von den Inhalten für sein Alter in Ordnung? Also können wir das guten Gewissens machen? Wie schätzen die das ein? Die haben gesagt, nö, also es gibt keine Altersbegrenzung, müsste gehen. Und dann haben wir mitgenommen. Und dann hat er auch Spaß, er hat sicherlich nicht jeden Witz verstanden, aber er hat auf jeden Fall mitgelacht, wenn alle gelacht haben und er hat auch einige Highlights gehabt, wo er sagte, das war richtig lustig. Es war natürlich nicht das Gleiche, als wenn wir jetzt den Abend zu zweit verbracht hätten, aber so ist das Geschenk nicht verfallen und ich finde so, es war nochmal so, wir waren beide bemüht, wie können wir die Situation denn jetzt anders regeln? Ja und dann dürft ihr euch vorstellen, nimmt man seinen Sohn da mit und was macht man natürlich, wenn man ein Kind mit dabei hat? Man setzt sich nicht in die letzte Reihe, wo man nicht viel sehen kann. Nun sind wir das Risiko eingegangen, uns in die erste Reihe zu setzen, dass wir alle gut gucken können und er auch. Und natürlich, weil auch vorher wir angefragt haben, kann er in dem Alter mit dabei sein und so weiter. Das war jetzt keine Risikorunde, sind wir gleich aufgefallen, da sitzt dann ein junger Mann in der ersten Reihe und Mensch, haben wir da nicht geschrieben und so? Ja, ja. Und dann geht es hin und her und irgendwann kommt dann die Frage, was macht ihr denn beruflich? Genau, es war so comedymäßig so offen. Und in dem Moment, wo ich sagte, ja, ich bin Paartherapeut war vorbei. Da war natürlich schon mal vorbei, ne? Riesen Steilvorlage und als er dann hörte, dass du das auch machst, da ging das rund. Also ich glaube, wir waren zwei Stunden, 15 Minuten dort und ich würde sagen, mindestens 30, 35 Minuten waren wir Teil des Ganzen. Mit verschiedenen Versuchen, Geschichten aus uns rauszukitzeln, das haben wir nun nicht gemacht, aber mit auf die Website gehen und hier guckt man die Website und ah, hier haha, gut bewertet und wie sieht das denn aus? Und das ist ja lustig und was bringt einen denn, dass da steht 20.000 Stunden Coaching-Erfahrung? Wer achtet denn auf sowas? Also war schon sehr lustig mit einigen eigenen Geschichten, die er dann hatte. Nächstes Mal die letzte Reihe und nicht mehr die erste Reihe, aber es war ein Erlebnis. Lass uns mal schauen, ich habe ja eben schon gesagt, eigentlich ist das egal, zu welchem Zeitpunkt man das macht, man muss aber aktiv werden und sich das Liebespaar zurückholen. Lass uns mal schauen, wie könnten denn die Schritte aussehen, um jetzt sich dem Ganzen wirklich anzunähern und mal loszulegen. Wir haben vier Schritte für euch zusammengestellt, wie ihr da ganz konkret vorgehen könnt. Der erste Schritt ist erstmal zu überlegen, gemeinsam im besten Fall, wann war es gut? Also ist es schon immer so ein Thema gewesen, dass ihr sagt, als Elternpaar sind wir so präsent und das Liebespaar ist nicht mehr zurückgekommen, also ist es wirklich seit der Geburt des Kindes oder kam das Liebespaar vielleicht mal kurzzeitig zurück? Aber dann gab es vielleicht eine Krise, viele Konflikte und deswegen seid ihr so ein bisschen ins Elternpaar wieder zurückgefallen. Das ist immer so der erste Punkt zu überlegen, wann sind erste Verletzungen entstanden, die das nochmal ausgemacht haben, dass man sich distanziert hat, dass man eher wieder in so einen funktionellen Team-Modus gerutscht ist und das Liebespaar gar nicht mehr so den Platz für Gefühle hatte und man, ja, oder wo beide sagen, so die Distanz haben wir wirklich gespürt. In den Kennenlerngesprächen habe ich meistens zwei genannte Konstellationen. Das eine ist entweder, dass jemand sagt, das war ziemlich gut, bis wir Eltern geworden sind, ab da haben wir uns verloren. Oder die anderen, die sagen, das war vorher schon schwierig, aber durch das Elternwerden hat sich das nochmal drastisch verändert und intensiviert. Und was ich auch manchmal erlebe, ist, wenn die Elternzeit vorbei ist, also wenn beide wieder in die Jobs zurückkehren, dass es dann einfach auch schwierig wird, dass man sagt, okay, davor war einer immer noch so komplett flexibel und konnte sich so ein bisschen anpassen und dann ist sozusagen der ganze Alltagsrhythmus losgegangen und dann, ja, gab es keine Liebespaarzeit mehr. Ich merke auch bei vielen Paaren, dass es gar nicht so einfach ist, zu reflektieren, wann ist denn die Konfliktspirale eigentlich losgegangen? Viele haben dann wirklich nur die Phase vor Augen, wo das Leid ganz klar ist, aber nicht die Phase davor, wo sich das dahin entwickelt hat, wo man typischerweise auch schon eine Reihe von emotionalen Verletzungen, Distanz, Zurückweisungen und einfach Themen erlebt hat, die da jetzt mehr hinführten, aber die sind gar nicht so auf dem Schirm, weil da konnte man das noch so ein bisschen beiseite schieben und hat das noch nicht als für so wichtig erachtet und hat natürlich auch nicht gewusst, wohin sich das später mal entwickeln wird. Und dann sind viele Paare überrascht, dass dann doch die ersten Dinge häufig in den ersten sechs Monaten der Beziehung schon zu finden sind, gerade wenn sich das später durchs Elternwerden verstärkt hat. Der zweite Schritt ist dann, die emotionalen Verletzungen zu verarbeiten, zu lösen. Und damit das gemeinsame Beziehungsfundament zu stabilisieren. Das machen wir bei uns mit der Systemempowering-Methodik und gehen so vor, dass wir das chronologisch machen, von dem Punkt, wann war es mal gut, arbeiten wir die Beziehungszeitlinie auf und innerhalb der Verletzung selber geht es darum, dass die verletzte Person ganz objektiv ihre Wahrnehmung ausspricht. Was würde eine Kamera sehen zum Beispiel? Wie würde man das im Film sehen? Und welche Basisgefühle sind entstanden? Also das ist ganz wichtig, dass man echte, wahrhaftige Gefühle beschreibt, also nicht, ich habe mich übergangen gefühlt, das ist eine Schlussfolgerung, sondern das hat mich traurig gemacht. Die verursachende Person, die übernimmt sprachlich richtig Verantwortung, das klären wir dann in den Terminen genauer, was sprachlich richtig heißt, aber so grundsätzlich ist der wichtigste Part darin eigentlich, dass man sich für das entstandene Gefühl entschuldigt und nicht für sein Verhalten. Wir haben uns immer in guter Absicht verhalten, haben aber trotzdem beim anderen ein schlechtes Gefühl ausgelöst und wir entschuldigen uns für das Gefühl, was entstanden ist. Und dann geht es darum, dass die verursachende Person sich selbstbestimmt überlegt, mit dem Wissen von heute, was das für ein Gefühl macht, wie hätte ich anders handeln können, damit diese Verletzung nicht entstanden wäre und das als Option vorschlägt, sodass die verletzte Person dann sagen kann, ah ja stimmt, das hätte mir geholfen. Und damit etabliert man für die Zukunft eine neue Verhaltensweise. Das macht man dann, bis man im Heute angekommen ist und damit das Fundament wieder stabil ist. In der täglichen Paartherapie ist das für uns eines der wichtigsten Elemente, denn die Symptome im Heute, die Kommunikation im Heute, viele, viele Dinge, die heute passieren, sind eben geprägt von der Vergangenheit. Und wenn ich in der Vergangenheit zu einem Thema irgendwie fünfmal einen Streit hatte, zehnmal einen Streit hatte, dann habe ich natürlich die Brille auf, also diese Vorausschau und denke, oh nein, nicht dieses Thema wieder, das geht gleich richtig los. Und mit dieser Vorahnung bin ich natürlich auch schon in dieser körperlichen Anspannung, Haltung und die Zündschnur ist kurz und das Ding entfacht sich dann ganz schnell tatsächlich zum Streit. Und damit das nicht so passiert, die Zündschnur wieder länger wird, man wieder offen an Themen reingehen kann, ist es eben wichtig, das Fundament wieder zu stabilisieren, was wir inzwischen mit über 1200 Paaren gemacht haben. Der dritte Schritt ist das Wunschleben, wie man sich seine Wunschbeziehung vorstellt, einmal genauer zu definieren. Das ist nämlich ein Anteil natürlich auch einer wichtigen Reflexion, zu überlegen, wie möchte ich das denn eigentlich haben? Also das Verhältnis, und da haben wir ja schon in anderen Folgen auch drüber gesprochen, zwischen Abenteuer und Sicherheit, also Entspannung. Und ganz häufig ist es so, dass es bei vielen Menschen eher sicherheitslastig ist und wenig abenteuerlastig, nur durch die Kinder. Kinder brauchen viele Rituale, man hat feste Zeiten. Wann essen wir? Wann sollen die schlafen gehen? Wann werden Hausaufgaben gemacht? Und so weiter. Also der Tag ist wirklich getaktet und der ist natürlich nicht gerade voller Abenteuer, auch wenn das Leben mit Kindern eigentlich sehr abenteuerlich ist. Aber so der Alltag ist ja schon ziemlich gleich von der Taktung. Und wir brauchen auch einen gewissen Abenteueranteil und den brauchen wir im besten Fall auch in der Paarbeziehung. Das kann ein Konzert abends sein, das kann mal ein Restaurant sein, was man mal neu besucht, wo man noch nicht war. Aber wir brauchen einfach auch dieses Gefühl, dieses Gefühl von Lebendigkeit. Und da ist es wichtig, dass man da mal drüber zusammenspricht, wie jeder das empfindet und das mal zusammen zu definieren. Wie möchten wir das leben? Wie möchten wir leben, damit wir glücklich sind? Da finde ich auch so einen ganz automatischen Prozess ganz spannend. Ich habe das gerade mit unserem Sporttrainer im Termin besprochen. Da ging es darum, dass das draußen so irre glatt vor einigen Wochen war. Und wie das unser Sohn erlebt hat, wie ich das erlebt habe und wie das benachbarte Rentner erlebt haben. Und da war es dann so: Okay, unser Sohn, natürlich hier, die Beine fliegen alle Richtungen, mega Spaß und Schlittschuhe laufen über den Asphalt, supergeil. Ich habe dann so halb noch Spaß daran gehabt und so, schon so ein bisschen Bedenken. Und die Rentner, die gehen gar nicht mehr raus und sagen: "Nein, bei dem Wetter, bevor ich mir was breche, lieber nicht." Das heißt, wie unser Sohn: Abenteuer 100 Prozent, Sicherheit scheißegal. Ja, genau so. 50/50, Rentner 100 Prozent, Sicherheit, das ist überhaupt kein Abenteuerfeeling. gar keinen Spaß, dass das gerade ist. Und da haben wir drüber gesprochen, weil er dann sagte, er hat vor einigen Jahren, oder er bietet das auch immer noch an, Parcours, wo dann natürlich viele Jugendliche mit dabei sind. Also dieses Hochklettern an Gebäuden zum Beispiel oder Anspringen und so weiter. Dabei Drehungen machen und so weiter. Und er sagte ja auch, also er selbst hat ja keine Kinder, aber dadurch, dass er selbstständig ist und sein Körper funktionieren muss, damit er Geld verdient, steht er schon vor manchen Übungen immer wieder davor und sagt so, erst mal Sicherheit, mal rantasten, nicht zu viel Abenteuer-Modus rein, da könnte was schief gehen. Die Jugendlichen, Abenteuer, preschen vor, zack, läuft, dann stürzen die halt mal. Und das ist ja eben auch was, was sich dann ganz natürlich verändert. Jetzt versuche ich den Dreh wieder zu dem eigenen Thema zu bekommen. Wenn natürlich dann man ein Haus hat, um was man sich kümmern muss. Man hat zwei Kinder, für die man Verantwortung hat. Der eine hat den Hauptjob, der andere den Nebenjob und kümmert sich prima um die Kinder. Das heißt, man hat viel mehr zu verlieren. Wenn man dort sich zu sehr ins Abenteuer begibt, dann kann natürlich das ganze andere ins Wanken kommen. Und deswegen ist da natürlich auch dieses Verhältnis von Sicherheit, Abenteuer immer gut abzustecken und in meinem Gefühl überkompensieren dann eben viele und setzen auf zu viel Sicherheit und verlieren das Abenteuer eben ein Stück weit. Wir waren jetzt gerade vor einigen Wochen rodeln. Nächstes Beispiel, wo wir beim Abenteuer und Klette wieder sind. Wenn man dort mal sich den Berg anguckt, jetzt sind wir mit unserem Sohn nicht mehr gerodelt, weil er einfach schon zu groß und zu alt ist und das passt alles auf dem Schlitten nicht mehr. Das war vor drei Jahren anders. Da sind wir mit ihm zusammen den Berg runtergeballert und es hat irre viel Spaß gemacht. Ich habe nicht einen einzigen Vater oder eine einzige Mutter vor einigen Wochen mit dem Kind da runterfahren sehen. Und da waren auch sehr junge Kinder dabei. Warum nicht? Das macht doch irre viel Spaß. Und wenn man das auch so sieht und sagt, gerade als Mann ja auch, ich kann dann durch das Kind dafür sorgen, dass ich wieder Dinge machen kann, die mir auch immer noch so viel Spaß machen, den mit dem Schlitten den Berg runterballern, Playstation spielen, was auch immer, was ich aber alleine nicht machen würde oder ohne Kind und kann mir dadurch auch das Kind sein und das Abenteuer, das kindliche Abenteuer etwas zurückholen. Und das ist so daher Sicherheit und Abenteuer. Ich weiß, wir waren immer in einer Situation, manchmal ergeben sich die Abenteuer auch so ein bisschen spontan. Weißt du noch, das müsste zwei, drei Jahre her sein, als wir einmal in einem Parkhaus eingesperrt waren. Also eingesperrt dadurch, dass ein gigantischer Stau war. Ja, im Parkhaus. Und wir dann im Parkhaus auch nichts mehr weitergingen. Ja, genau. Und das fand ich auch ein krasses Abenteuer, weil wir hatten ja, also meine Schwester hat abends aufgepasst und wir mussten dann anrufen und haben gesagt, keine Ahnung, wann wir kommen. Es war nicht geplant, dass er da schläft. Wir haben ihn abstrus spät nachher abgeholt. Aber wir sind aus diesem Parkhaus nicht rausgekommen. Und am Anfang war dann so auch der Sicherheitsaspekt, wo man dachte so, oh scheiße, man hat ja auch eine Verbindlichkeit. Irgendwie abgemacht und er war komplett fein damit. Das war alles gut. Aber vor allem steckt man so im Abenteuer drin und denkt so, ich komme hier nicht weg. Und das fand ich schon irgendwie abgefahren. Da haben wir schon überlegt, rufen wir uns nochmal irgendwo Getränke. Dauert das jetzt eine Stunde? Dauert das zwei Stunden? Aber man hat sich trotzdem ja irgendwie so vor einmal lebendig und wieder so jung gefühlt. Ja, und das macht dann auch im Bereich Wunschleben, Wunschbeziehung total Sinn, wenn man es erst gemeinsam visualisiert und sich so eine Zukunftsvision entwickelt, dass man eben auch regelmäßige Abenteuer miteinander baut. Und das machen wir ja auch ganz oft. Letztes großes Abenteuer davor war Silvester. Ganz hoch oben, 23. Stock, über Berlin gucken und so weiter. Großes Abenteuer für uns und auch großer Punkt so auf der persönlichen Wunschliste. Oder mit den E-Bikes durch die Alpen fahren. Mit den E-Bikes durch die Alpen fahren und zu versuchen, nicht zu sterben dabei. Genau. Also all solche Sachen, die man sich dann gezielt baut. Und auch da, das haben wir mit unserem Sohn gemeinsam gemacht, aber auch zu zweit. Und dann waren wir ja schon beim Schritt Nummer 4, nämlich Unterstützung suchen. Und das kann sein, dass es die Familie ist, also Eltern, Tante, Onkel, wer auch immer. Das können aber auch Freunde sein. Hängt natürlich einfach stark ab, auch vom Alter des Kindes und der Persönlichkeit. Aber wichtig ist, dass man ein Bewusstsein dafür entwickelt, wenn man das möchte, dass man das fokussiert und dass man dem genauso Priorität gibt wie anderen Sachen, die sich immer gerne vordringen. Und sagen, ja, wir kümmern uns nochmal um Babysitter. Ja, natürlich ist das nervig. Man muss anfragen. Wir haben das auch häufig, dass man sagt, ja, wir können euch noch nicht zusagen. Wir gehen jetzt auf die Suche nach einem Babysitter. Denn passt es da, passt es da. Aber das zu etablieren, zu sagen, wir möchten das und das ist wichtig, dass es uns auch alleine noch gibt, so wie es wichtig ist, dass es jeden Einzelnen von uns auch noch gibt. Und die Alltagssituation auch bewusst als Paar zu erleben. Und das kann auch erstmal anstrengend sein, wenn man da eben vielleicht niemanden hat und erstmal Babysitter engagieren muss. So eine kleine Recruiting-Phase quasi hat, wo auch vielleicht viele Menschen dabei sind und denken, oh nee, das kann ich mir gar nicht vorstellen. Wir hatten auch mal Babysitter, wo es nicht geklappt hat. Wo es nicht harmoniert. Aber dann eben hinten raus zu sehen, was daraus eben entstehen kann für eine Freiheit. Auch häufiges Thema. Es geht ja nicht nur um den Babysitter, sich Freiheit vielleicht rauszuholen. Ich habe immer wieder Paare bei mir im Coaching sitzen, die wirklich gut und viel Geld verdienen, weil sie auch wirklich viel arbeiten oder verantwortungsvolle Jobs haben. Selbstständige Unternehmer, Führungskräfte. Wo man sagen muss, die machen immer noch den Haushalt. Und die hatten mal jemanden, der zu Hause ausgeholfen hat. Aber warum sorgt man da nicht dafür, dass man sich im Haushalt auch Unterstützung holt und sich dadurch Freizeit für die Familie oder die Paarzeit erkauft, wenn man so möchte. Und sich diesen Stress nimmt, im Haushalt auch noch alles leisten zu müssen. Sondern dann wirklich sich diese Freizeit holt. Und das ist bei den Paaren, die ich jetzt meine, kein finanzielles Thema. Also die haben das Geld, das zu tun. Häufig ist das einfach ein Thema, das verläuft im Sande, das ist lästig, jemanden zu finden und so weiter. Und da muss man einfach mal wirklich in so eine Recruiting Phase gehen und muss dann jemanden suchen, um sich diese Zeit zu holen, weil das einfach so wertvoll ist. Also ich werde, glaube ich, niemals erleben, dass man jemanden mit 80 befragt und sagt, was vermisst du denn in deinem Leben? Und er sagt, ja, wir hatten da immer eine Haushälterin und die hat uns bei der Reinigung geholfen und ich hätte irgendwie lieber das häufiger selbst gemacht. Aber wir werden bestimmt bei ganz vielen Menschen, insbesondere natürlich bei unserer Elterngeneration, die meistens Vollzeit arbeiten, Männer und so weiter, wir werden ganz häufig bei den 80-Jährigen erleben, dass sie sagen, ich hätte gerne mehr Zeit, mit meinen Kindern verbracht. Oder ich hätte gerne mehr Zeit mit meiner Familie verbracht. Ich hätte gerne mehr Liebespaar-Zeit mit meiner Frau gehabt. Deswegen auch da kreativ werden und immer durch so eine Visualisierung dessen, was man sich eigentlich wünscht, sich auch motivieren, das zu erreichen und dann in so eine Recruiting-Phase einzusteigen. Da muss ich immer an unseren Nachbarn denken. Der ist ja schon ausgezogen, ist ein älterer Mann, der immer mit seinem Büro sozusagen aus dem Blickwinkel auf den Hinterhof gucken konnte und immer beobachtet hat, wie unser Sohn draußen mit Kreide gespielt hat, Fahrrad fahren gelernt hat, was auch immer. Und irgendwann zu dir sagte, dass er das so schön findet, weil er das bei seinen Kindern aufgrund seines Jobs gar nicht so erlebt hat. Das fand ich ganz gruselig. Also irgendwie fand ich das sehr, sehr traurig auch. Ja, er selber auch. Ja, das stelle ich mir ganz schade vor, wenn man da sitzt und sagt, okay, auch sehr wohlhabend, muss man sagen. Also auch da ist das Geld nicht irgendwie ein Thema, aber trotzdem zu sagen, da wird mir nochmal bewusst, was ich eigentlich verpasst habe. Und das Leben ist ja nun einfach kurz. Und man weiß nicht, wie lange man noch hat, das weiß keiner von uns. Und bis man das erreicht und auch dann vielleicht Babysitter, sein Netzwerk und so weiter aufgebaut hat und auch darüber hinaus, kann man eben wunderbar Kleinigkeiten auch in den Alltag einbauen. Das müssen nicht immer zwei, drei Stunden gleich Freizeit sein. Das müssen nicht immer die großen Dinge sein, sondern mit unserer Tut-mir-gut-Liste, die man sich erarbeiten kann, Link zu dem kostenlosen Videokurs ist in den Shownotes, kann man eben täglich dafür sorgen, zwei, drei kleine Dinge für sich selbst zu tun, für sich als Liebespaar zu tun, was einem gut tut, was einem zeigt, dass man sich geliebt fühlt, gerade in Kombination mit den Sprachen der Liebe, die ja auch in dem Kurs mit drin sind und man erarbeiten kann, kann man dafür sorgen, dass man im Alltag seinen Akku auflädt, im Alltag sich verbunden fühlt, und so weiter, um dann noch diese ganzen anderen Punkte, die wir gerade aufgeführt haben, zusätzlich zu unternehmen. Wir freuen uns sehr, dass ihr bei dieser Folge dabei wart und hoffen, dass ihr spannende Impulse mitgenommen habt. Schreibt gerne in die Kommentare, wenn ihr Fragen habt, sehr gerne beantworten wir euch diese. Wenn ihr das Gefühl habt, dass diese Folge wie auf euch zugeschnitten war und wir über euch gesprochen haben und ihr ganz gerne auf diesem Weg Unterstützung von uns wünscht, dann meldet euch doch sehr gerne bei uns für das telefonische Erstgespräch Dann schauen wir, ob das thematisch gut passt, ob wir euch wirklich gut weiterhelfen können, erarbeiten gemeinsam den Fahrplan und dann können wir in gemeinsame Paartherapiesitzungen einsteigen. Danke fürs Zuhören. Bis bald.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Elternpaare riskieren, ihre Liebesbeziehung durch den Alltag zu verlieren, und müssen aktiv daran arbeiten, eine wiederzufinden.
  2. Der Neustart erfordert eine klare Selbstreflexion über die Zeitpunkte, an denen Distanz entstanden ist und emotionale Verletzungen entstanden sind.
  3. Die Verarbeitung von Verletzungen erfolgt durch eine objektive Wahrnehmung der Gefühle und die Entschuldigung für entstandene schlechte Empfindungen.
  4. Ein klares Bild des gewünschten Lebens als Paar – mit Abenteuer und Sicherheit – hilft, gemeinsam eine zukunftsgerechte Beziehung zu gestalten.
  5. Unterstützung durch Familie, Freunde oder Babysitter ist entscheidend, um Freizeit als Paar zu schaffen und das Vertrauen in gemeinsame Ziele zu stärken.
  6. Kleine, tägliche Momente wie Spaziergänge oder gemeinsame Abenteuer sind ebenso wertvoll wie längere Freizeiten und stärken die emotionale Bindung.
  7. Die Entwicklung ist nicht linear – es gibt Rückschritte, Tränen und Schwierigkeiten, aber der Glaube an eine Wiederherstellung ist der größte Erfolgsfaktor.
  8. Es ist wichtig, die eigene Priorität zu setzen

Summary:

Elternpaare neigen dazu, ihre romantische Beziehung im Alltag zu verlieren, da sich das Leben durch Kinder und Familienverantwortung auf den Hintergrund des Liebespaar-Alltags verlagert. Doch es ist möglich, diesen Verlust zu überwinden und das Liebespaar wieder zu finden. Dazu muss man zunächst reflektieren, wann und warum die Distanz entstanden ist, oft in den ersten Monaten nach der Geburt oder während der Elternzeit.

Danach wird die emotionale Verletzung verarbeitet: Die betroffene Person beschreibt ihre Gefühle objektiv, und die verursachende Person nimmt Verantwortung für das entstandene Gefühl an, ohne sich für das eigene Verhalten zu beklagen. Ein entscheidender Schritt ist die gemeinsame Vision des idealen Lebens als Paar – mit einer Balance aus Sicherheit und Abenteuer. Kleinere Momente wie gemeinsame Spaziergänge oder spontane Abenteuer können bereits heute Wiederherstellung fördern.

Unterstützt werden Paare durch enge Bindungspartner, Babysitter oder Freunde, die ihnen Freizeit ermöglichen. Wichtiger als große Ausflüge ist die tägliche Erarbeitung von „Tut-mir-gut-Liste“-Momente, die das Gefühl der Verbundenheit stärken. Die Erkenntnis, dass das Leben kurz ist und jederzeit verpasst werden kann, macht die Wiederherstellung von Liebe und Verbindung zu einem dringenden und wertvollen Lebensziel.

FAQs

Durch aktive Planung von Freizeit, Unterstützung durch engere Bindungspersonen und gemeinsame Reflexion der Beziehungsgeschichte.

Weil sie das Fundament für eine glückliche, wertschätzende Beziehung schafft und emotionalen Abstand verhindert.

Zum Beispiel durch mangelnde Kommunikation, Überforderung oder die Verlust von persönlichen Zeitraum im Alltag.

Durch die gemeinsame Visualisierung von Abenteuern, Entspannung und Tagesroutinen, die für beide Sinn machen.

Damit Eltern Zeit für sich als Paar haben und die Bindung nicht durch Alltagssorgen verlieren.

Durch die Umsetzung einer „Tut-mir-gut-Liste“, bei der beide regelmäßig kleine, persönliche Freizeitaktivitäten ausführen.

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