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Nebeneinander Gehen - Über die Einsamkeit in der Großstadt

51m 9s

Nebeneinander Gehen - Über die Einsamkeit in der Großstadt

Das Hörspiel „Nebeneinander gehen“ porträtiert Martha, die eine eigenwillige Methode entwickelt hat, um der Einsamkeit zu entfliehen: Sie schließt sich auf der Straße willkürlich ausgewählten Fremden für genau drei Minuten an, ohne je das Gespräch zu suchen. In dieser kurzen Zeit beobachtet sie genau und nimmt schrittweise eine erfundene Identität an – etwa als bewundernde Freundin oder Kollegin –, wobei sie aus kleinen Hinweisen ganze Biografien spinnt. Dieses ritualisierte „Neben-einander-gehen“ gibt ihr ein Gefühl von Verbundenheit, während sie körperlich distanziert bleibt. Ihre strengen Regeln (kein Gespräch, Zeitlimit, keine Wiederholung) schützen sie vor echter Nähe. Doch ihre Ordnung gerät ins Wanken, als sie dem Mann begegnet, den sie später als ihren Nachbarn Thomas Hafer kennenlernt. Bei ihm gelingt es ihr erstmals nicht, eine Rolle anzunehmen; stattdessen erwacht echtes Interesse an seiner Person. Hafer durchbricht ihr System, indem er sie mit kleinen, präzise getakteten Einladungen zu alltäglichen Handlungen (wie Zähneputzen oder Warten in der Schlange) konfrontiert. Diese ungewöhnlichen, dreiminütigen Begegnungen führen zu einer vorsichtigen Annäherung. Marthas festgefügte Welt aus Regeln und Beobachtung beginnt zu bröckeln, als sie merkt, dass sie neben jemandem gehen möchte, anstatt nur nebeneinander her. Die Geschichte erkundet so die Grenze zwischen distanzierter Fantasie und dem Risiko echter Begegnung.

Transcription

5567 Words, 34687 Characters

German
* Musik * Deutschlandfunk. Hallo, ich bin Anna Panknien. Herzlich willkommen zum Hörspielpodcast. Und zunebeneinander gehen. Einem Stück, das vom Allein seiner Zelt und von einer ebenso eigensinnigen, wie exakt getackteten Methode, der Einsamkeit zeitweise durch scheinbar Ziellose und zufällige Zweisamkeit zu unkommen. Wir begleiten Martha, die sich zur Gewohnheit gemacht hat, neben fremden Menschen herzugehen, die sie sich auf der Straße willkürlich aussucht. Es sind nie die gleichen Personen, an deren Fersen sie sich heftet. Das Ganze dauert nie länger als drei Minuten. Und in diesem streng geteimten Neben-Ein-Nan-Wer, das lautlos und unauffällig von Statten geht, nimmt Martha Schritt für Schritt eine andere Persönlichkeit an. Er findet sich neu mit jeder bewegten Begegnung, als Verwandte oder Bekante, eine fiktive Variante ihrer selbst. Sie spint aus kleinen Beobachtungen und Hinweisen, begeben halten und biografien, und sie nimmt in diesem Schwebezustand aus körperlichem Abstand und innere Anierung immer etwas mit nach Hause, auch wenn sie pünktlich nach 180 Sekunden den Kontakt abricht. Doch jede Regel sehen sich nach einer Ausnahme. Und wer wissen will, ob Martha im Neben-Ein-Nander auch ein Zueinander finden kann, der sollte sich nun mehr als drei Minuten Zeit nehmen und weiterhören. [Musik] Ich gehe neben allen hin. Ich mache keine Unterschiede. Wenn man die Menschen wirklich erkennen, muss man neben ihnen gehen. Neben ihnen schlafen geht auf. Das ist wiederum mit allerlei Umständen verbunden. Die selten das Vergnügen rechtfertigen. Deshalb gehe ich lieber. [Musik] Von ihrem Küchenfenster aus sieht sie auf die gegenüberliegende Häuserzeile. Es gibt eine Bank an der Ecke und einen griechischen In-Biss, einen Kiosk, ein Kleidungsgeschäft. Sie sitzt neben der Heizung am Fenster und zieht alle, die da Schländern mit ihren Tüten und ihren Handtaschen, ihren frohlen und Kindern und bekannten. Und schließlich muss ich runter. Wenn Martha neben den Menschen geht, verschwindet sie in einem schwarzen Mantel. Dazu trägt sie heute eine lockersitzende Taubengraue-Korthose und schwarze Halbschuhe. [Musik] Nebeneinander gehen. Hörspiel von Dunia-Anasus. [Musik] Auf der Straße angekommen, verweilt sie noch kurz an der Türeschwelle. Dabei tut sie so, als Schlöße sie die Tür auf, als käme sie gerade nach Hause und schließt und schließt, bis sich eine Menschengruppe nähert. [Musik] Mein Rücken kann das hören. Ich stecke den Schlüssel ein und geh mit. [Musik] Noch bin ich nichts, als Wasser ohne Ufer oder ein Licht, das sich nirgends bricht. Sie ist ein Gedanke, den niemand denkt. Dieser Moment ist sehr aufregend. Dann schwimmen wir los. Sie, die noch nicht wissen, dass wir ein Wir geworden sind, und ich. [Musik] Es gehört zu meinen Regeln niemals, das Gespräch zu suchen. Tatsächlich habe ich nichts mitzuteilen und weiß auch nichts zu antworten. Deshalb habe ich die Regel eingeführt. Diese Regel ist das Produkt meiner Unzulänglichkeit. Vielleicht gilt das für alle Regeln. [Musik] Diese schnelle Frau neben der ich jetzt gerade gehe, hat keine Zeit. Sie trägt Helbron in Lederschule. Sie schneidet die Kurven an. Ich meine fast, sie lehne sich auch in diese Kurven hinein. Um mit ihr Schritt halten zu können, geht Martha aus der Hüfte heraus, langbeinig, ohne jemals an die Füße oder die Erde zu denken. Die bewundande Freundin, die ewige Zweite. Deshalb sie mich als ihre Freundin ausgesucht hat, wo sie doch jede. Jeder hätte haben können, wird mich immer erstaunen. Ich hoffe, dass ein wenig von ihrem Glanz sich in meinen Augen widerspiegelt. Die Matpertisee unter dem Arm trägt, glimmt sie sich in ihre Schlankeseiter. Anwältin. Strafrecht. Wir besprechen nicht de lang ihren aktuellen Fall, den sie mit Lodern im Blick und spürtischen Ton vor Gericht zum Vortrag bringen wird. Martha sieht ihr nach, als sie sich zwischen den Allähen des anschließenden Wohn- und Büroviertels verliert. Martha hat sich die Hände in die Manteltaschen gestückt. Sie steht still auf dem Gehweg. Die Passanten ziehen an ihr vorbei. Man kann eigentlich nicht länger als sieben Sekunden auf einem Gehweg stehen, ohne gezielt zu warten. Die zweite Regel besagt, dass keine Begleitung länger als drei Minuten dauern darf. Die dritte Meine Regeln für das Nebenanlagehen besagt, dass sich meine Begleiter nicht unwohl fühlen sollen. Es wäre mir lieb, wenn sie das Gefühl hätten, einen Moment lang einen weiteren ergänzenden Ton zu den Akkorden ihrer eigenen Melodie gehört zu haben. Erst den Haken aufsetzen. Den Ballen, den rechten oder linken Fuß, rollen sie über die Seite ab. Und dann welchen Stellen berührte Fuß die Erde? Ihr Knie schiebt es sich über die Füße beim Gehen. Und die Hüfte. Neigen sie sie nach vorne, hinten, spannen sie den Bauch an, lehnen sie sich vor oder zurück, schwanken sie beim Gehen. Und wie fangen sie ihr Gewicht dann wieder ein? Nach wenigenigem Metern ist sie völlig erschöpft. Laut Regel 4 begleite ich jede Person nur ein einziges Mal. Zuhause angekommen mache ich mir sofort ein Salamibrot mit Salatblatt. Dieser ist anders. Schon seit einer Minute gehe ich neben ihm, ohne eine Gestalt angenommen zu haben. Ich kauf das Spaghetti und Tomaten und frischen Basilikum für mein Abendbrot zurück, als dieser Mann mich überholt. Es beginnt zu regnen, während sie neben ihm heerhasstet. Ich weiß Patunich zu sagen, ob die Frauen seiner Seite sich ihre Kaputze aufsetzt. Zieht sie die Schultern hoch, wenn ein Frühlingswind ihr trocken uns Gesicht fallen lässt? Wenn ich arm oder reich? Ich kann nicht mal sagen, ob er Bier dem Wein vorzieht. Frühstücken wir gern im Bett? Er trägt sein Harkort geschoben wegen der beginten Glatze wohl. Erkleidet sich modern. Größt niemanden. Sieht sich nichts an. Die Schaufinster ziehen wir ein langsam abgespielter Zeichen-Trickfilm an uns vorüber. Die zweite Minute läuft ab. Er tritt auf alle Striche. Er sieht mir auf den Boden. Noch immer hat sie keine Gestalt angenommen. Eine weich und geradefallende Hose mit schreckgeschnittenen Klappen Taschen in Meereskrau. Und eine passende Feinkordjacke. Dazu ein dunklerotes Hemd. Baumwoll, Jersey. Mit hell abgesetzten V-Ausschnitt. Das Meer an einem gewölkten Tag. Snicker wird hell neten. Sein Gang ändert sich bereits zum dritten Mal. Endlich läuft die dritte Minute neben dem Camillon ab. Spargetti werden nur deshalb so häufig Alldente gegessen. Weil es diese Formulierung gibt. Man kocht sie mit bis, weil es einem nicht in den Sinn kommt, sie ohne bis zu kochen. Also setze ich die Spargetti auf, bevor ich noch die erste Tomate angeschnitten habe. Und gehst sie erst ab, als die Tomatensoße bereits auf die Hälfte eingekocht ist. An dem Fensterkreuz hat sie eine lange Schnur befestigt, die fast bis sie nun auf den GW greicht. Daran hängt ein hellblauer Wäscheklammerkorp, den sie von ihrer Küche aus hochziehen kann oder auch wieder runterlassen. Er pendelt in 80 cm Höhe auf der Straße. Sie lässt ihn runter. Gestern habe ich die restlichen zwei Tomaten runtergelassen und einmal eine Taschenland. Man kann eigentlich alles runterlassen und es wird irgendwann verschwinden. Es überrascht mich, dass es so lange gedauert hat, bis Schlüssel genommen werden. Ich lege jetzt auch keine Schlüssel mehr rein. Zwei Mal haben Frauen an Matastür geklingelt, um ihr zu sagen, dass sie auf ihre Schlüssel aufpassen sollte und sie hat gelacht, wie immer. Und pass sie jetzt auf meine Schlüssel auf. Der Camille um Mann geht jeden Tag unten lang. Morgens gegen 8-30. Es ist eine Art Lauernda raus geworden. Wenn sie versucht ihre Blick aus dem geschlossenen Fenster zu lenen, ob er kommt, vorbeigeht. In dem Übersetzungsperro, in dem sie arbeitet, lacht sie sich an jedem Gespräch vorbei. Es ist durchaus möglich nie zu sprechen, wenn man weiß, wie man lacht. Hier schreibtisch ist ein weißer, resopaltisch mit den ergonomisch empfohlenen Abständen. Groß genug für Mörder, um eine eigene Ordnung einzuführen. Die wichtigen Prepere oben links, daneben der Enthefter, bis sieges Tierchen. Gegenstände, von denen sie nicht weiß, wie sie zu ihr bekommen sind, am Fuß des Bildschaps. Als da wären, schwerer blauer Kugelschreiber, zwei Aufkleber mit zwei französischen Nationalfußballern der Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko, Haar Schneideschere, eine Seite kam, eine Klinge. Und der Haufen, der auch noch mal sortiert werden müsste, bei Gelegenheit. Kommt einmal ein Chef an seiner Angestellten vorbei? Er leidet an Neurodermites. Was ich da wieder aufgeschnappt habe, er. Rote und weiße Wolken ziehen über sein Gesicht und lassen dieses fruchtbare Land verdorn. Sie mögen noch Tierwitz, nicht? Er beginnt etwas zu suchen. Sein weißer Haar Bus schnellt nach oben, als ihm etwas wichtiges einfällt. Er steht? Mit einem schnellen Blick über den Rücken versichert er sich, dass an allen Patienten gearbeitet. Die Witze sind nämlich unser Privat vergnügen. Links und rechts an seinem Hinterkopf glühnen seine Ohren Feuerroh. Während die kurzen Finger, die aus seinen quadratischen Handflächen ragen, weiter den Stapel durchblättern, strahlt er sie zwischen den Augenfeldchen hervoran. Martin lacht gern über die Tierwitze. Am meisten freut sie sich darüber, wie der Chef sich freut, wenn sie sich freut, weil er sich so freut über ihre Freude und so weiter. Da steht ein Schwein vor einer Stektose. Sag das Schwein. Sag das Schwein? Na, Kumpel. Haben sie dich eingemaut? Versteht er, weil der Rüssel ja auch so aussieht, wie eine Stektose. Haben die das doch geschickt? Also nicht zübsches, für euch dich. Frau Westfahl, können Sie das in zwei Stunden fertig haben. Da der Chef, wir tänzeln seine Büro zustrebt, dort das Lampenkabel. Ich möchte wissen, worin der Unterschied zwischen ihm und den anderen besteht. Fast möchte ich ihn fragen, obwohl es ausgeschlossen ist. Ich stose in seinem Fall, bereits gegen die vierte Regel. Ich kann auch noch gegen Regel einverstoßen, weil dann. Ach, noch nie habe ich mich gefragt, wohin jemand eigentlich geht. Es hat mir immer gereicht, bislang dass jemand geht. Und gestern, als ich wieder an seiner Seite stehen bleb, nach zwei Minuten, sieben und fünfzig Sekunden und drei Sekunden zu bremsen, da wollte ich plötzlich wissen, wohin er ginge und was er da machen würde. Und ich hatte noch immer keine einzige Form angenommen, neben ihm. Und er hatte nichts zu mir gesagt, auch nichts gefragt, nach nichts geruchen und ich dachte, wohin gehst du eigentlich? Er hat seine Tasche etwas fester gegriffen als sie umdreht. Auf Wiedersehen. Natürlich hätte er wissen können, dass ich nur bis zu dem Kiosk mit der ausgebleichten Fahne mitkommen würde, an dem er an jedem Freitag seine Zeitung kauft. Und dass ich ihn nicht verabschiede, die begonien an dem Kiosk sind er frohren über Nacht. Das ist in jedem Jahr so. Sie erfrieren im Herbst und die Frau vom Kiosk wird im nächsten Jahr neue kaufen. Jedes Mal in Rosa. Ich gewünne mich lieber nicht an sie. Schon wenn ich sie im Frühjahr sehe, ist mir klar, dass der Herbst in einem halben Jahr kommt. Und weil heute Nacht die begonien erfroren sind, weiß ich, dass der Herbst da ist und ich meine blaue Filzjager aus dem Schrank nehmen werde. Heute Morgen hat sie den Korb mit drei gelben Übertöpfchen runtergelassen und sie sind schon weggetragen worden. Als sie den Korb hochzieht, findet sie in ihm einen handbeschriebenen Zitel. Bitte finden sie sich in drei Tagen um 10 Uhr 15 am Eschbacherplatz 5. 2. Stock ein. Es wird nicht lange dauern. Bitte. Bitte. Thomas Hafer. Thomas Hafer. Hafer. Drei Menschen in einer Wohnung im zweiten Stock eines Eckhauses am Eschbacherplatz. Drei Räume und ein großzügiger Flur. Dielen. Haferskurz rasierte Haare neben dem frisch gewaschenden Haarkrans des Marglass. Gemeinsam über den ausgebreiteten Grundres gebeugt, 5,8 m mal 9,4 m. Der goldenen Schnitt? Martha betritt einen kleinen Raum, Ofenloch in der Wand hinter der Tür. Was eine Wohnung braucht. Einen Baum, einen Weg, Himmel. Der Marglass spricht detailliert und wohl informiert über Verkehrsanbindungen und Südwest. Die Männer haben etwas gefunden, das beachtet und bedacht werden muss. Der Marglafalte seines Stirn und den Grundres zusammen. Über dem Eschbacherplatz hängt ein riesiger Himmel. So durchqueren sie vom Eingang aus, durch geöffnete Türen das Terrain. Vom Mittagswimt bewegt nachlässig die Blätter der Roskastanien. Die Formen am anderen Ende der Wohnung zum Halt. Die Isolierung der Außenwände. Keine Bedenken. Haar verdrängt darauf, dass man die gegenüberliegende Wohnung auf dem selben Stockwerk zügig besichtigeln. Meine Begleitung hat nicht viel Zeit. Das Spiegelbild der vorigen Wohnung. Die Tielen knachen zu meiner besseren Orientierung. Sie sind frisch abgezogen und geölt und waren mal ein Wald. Ihre Gedanken haben nach oben hin Platz zur Entfaltung. Hoh, decken mit feinen Linien zu denen ich in der Nacht aufschauen kann. Neu Länder und immer neue Gestalten erkennen. Die Holzramen fändster öffnen nach Außen. Das bedeutet, dass wir jeden Morgen gemeinsam unsere Flügel ausbreiten können. Eine offene und unpretenzielle Wohnung. Die mit nichts überraschen will, um ihre Qualitäten weiß und trotzdem nicht in Konkurrenz zu ihren Bewohnern treten wird. 3 Minuten um. Als Mater aufbricht, drückt der Markler ihr mit Klammenfinger noch schnell den Mietvertrag in die Hand. All meine Kleidung passt in einen Karton. Die Schuhe lege ich mit den Sollen zur Kartonwand. Er hat recht, wenn er meint, dass ich neben ihm gerne ginge. Das verstößt gegen Regelfir, denke ich, und fülle meine Papiere in eine große Plastiktyte. Die Wohnung sieht glass aus, ohne meine Blumen und die Mögel, die Schuhecke. Ich habe unterschrieben, abgeschickt. Die Begleitungen sind im Winter schwerer auszustatten, wegen der Asse Suas. Eine Wollmütze lässt kaum Verwandlungsmöglichkeiten zu. Man legt sich so sehr fest. Das selbe geschieht, wenn ich die Mütze weglasse. Schon bin ich eine Frau mit hell gefrorenen Ohren. Ich sollte vielleicht den Winter zur Begleitungsfreienzeit machen. Das wird doch wohl an der Kastagne und dem Himmel liegen, dass ich jetzt hier einziehe. Martha starbe den Inhalt ihrer Begleitungskleidungskiste neben sich auf. Sie besitzt sechs Grauer und sieben Mögel. weiße Hemden, die sie dank baglatt streicht. Vier schwarze und zwei graue Hosen, davon eine in Winterstrumpfosenfähigerweite. Das verpflichtet mich zu nichts, dass wir jetzt im selben Haus wohnen. Socken in verschiedenen Schattierungen von schwarz. Es ist alles so wie immer. Als ich meine Aktenordner finde, lese ich nach, dass ich im letzten Jahr allein 1.134 Begleitungen unternommen habe. * Musik * Heute zieht auch Hafer ein. Als sie mit ihrem Einkaufsnetz die Treppe heraufkommt, bemerkt Martha so gleich den lachenden Mann mit dem kleingeräten Hemd, der ihm hilft. Ein Freund also. Sie lacht auch, weil sie gleich erkennen kann, dass er immer Händen dreht. Und weil er ein guter Mensch ist mit seinen breiten Händen und dem sauberen Maltiergeruch. Die Sofer-Ecke, die er festhält, klemmt ihn gegen die Wand. Deshalb kann sie unter den Sofer durchkriechen und ihre neue Wumme betreten, ohne stehen zu bleiben. Hallo. Und ohne ihm zu antworten. Hallo. Es ist nicht gut. Und nun sitzt sie in ihrer einzigen karrierten Bluse hinter ihrer Wohnungsstür und drückt das Orgengt. Das Orgengt. Heute esse ich nicht. Das ist genauso gut wie Essen. Man kann viel ausgebiger nicht essen als Essen. Man kann viel mehr nicht essen als Essen. Ich habe heute auch etwas zu feiern. Meine Gehaltserhöhung. In dem Übersetzungs-Beruh, in dem ich arbeite, riecht es allen Computern zum Trotz, immer nach Papier. Wunderbar ein bedrucktes Papier vor sich zu haben und aus lauten andere Laute zu machen, ohne den Sinn in ihrem Kern anzutasten. Noch lieber Dolmetsch, sie auf kleineren Geschäftsessen. Alle beugen sich über ihre Speisen und reden frisch durch einander hin und her. Martha Mohmelt fortwährend vor sich hin, mal dem einen, dann dem anderen ins Ohr. Während er die Achadschnecken aus dem Gehäusepool und dem Basilikum Zweik auf die Seite schiebt. Im Nachhinein kann ich mich nur selten an die Gesprächsgegenstände erinnern. So sehr bin ich mit dem Übersetzen beschäftigt. Ich freue mich daran, wie die Worte in meinem Kopf hin und herauschen. Das Simultanebesetz, macht mich nicht münd. Sondern verschafft mir ein angenehmes Gefühl der Lehren, das ich zu gern immer wieder erleben würde. Die elektrische Gedankenströme ohne Quelle in mir selbst, ein Fluss, der sich in der Landschaft nicht stört. Ist morgen, mal westweit. Ich ziehe heute Morgen, ist das Westfarm. Bei ihrer Rückunft steigt dann ihrer Wohnungstür ein Zettel, auf dem Hafer in schwarzer Tintenschrift an sie schreit. Liebe Mata, mir fällt vieles ein, dass man in drei Minuten zusammen tun kann. Mit ihrem Einverständnis würde ich Ihnen gerne einige Gestaltungsvorschläge für unsere gemeinsame Zeit machen. Hier der erste. Bitte sein Sie morgen früh um 27 Uhr zu Hause. Ich werde mir bei Ihnen die Zähne putzen. Er hat schon geduscht und geht mit seiner Zahnbürste direkt in mein Badezimmer. Die Zahnpasta balanciert er auf den Borsten vor sich her. Sein Hemd sieht gebügelt aus und er lacht mich im Vorübergehen an. Er muss sich rumtabeugen, um sein Kind in der Spiegelkachel auf Zahnpasta-Reste zu kontrollieren. Während ich in der Tür stehe und höre, wie er somt, tschüss und schäum. Bis morgen. Liebe Mata, um 22 Uhr 57, gibt es bei mir die Apokalyptika-Version von der Metallika-Stück Master of Puppets. Ab Minute drei und sechs Sekunden bis kurz vor das Finale nach Minute vier und acht und dreißig Sekunden zu hören. Bitte sein Sie pünktlich. Ich habe nicht viel Zeit. Hafer. Liebe Mata, ich werde um 18 Uhr 57 eine Zwiebel blanchieren. Würde mich freuen, wenn Sie Lust hätten dabei zu sein. Butter brauchen Sie nicht mitzubringen. Hafer. Ein Schaumlöffel und mehrere schwere Pfannen hängen von der Decke über der Kochstelle. Die grümellos und glänzend Einladen vor ihm liegt. Er hat bereits Gemüse geschnitten und Rindfleisch mariniert. Das Fett zischt in einer Pfanne. Butter. Heiß aber nicht braun. Ein Messerblock, aus dem er mit schnellem Schwung das passende Messer zieht. Sie setzt sich auf einen von vier ungepolsterten Küchenstühlen. Ihre Hände legt sie vor sich auf den Tisch. Wahrscheinlich ein Zwiebelmesser. Falls es so was gibt, hatte eines. Er legt die Zwiebel auf den Rücken und schneidet das Muster vor. Wagerechte Einschnitte, dazu rechtwinkelig noch einige Einschnitte. Und dann legt er die Zwiebel flott auf die Seite und die kleinen Würfel regnen will ich auf das Schneidbrett. Ohne zu weinen. Wird Zeit. Sie lässt die Nähten wacholder wären, den Tümmjahren, Korianderkörner, Lauberblätter und ihn zurück. In seinem Flurricht es nach Sauer braten. Sie schwebt über den Teppich an einer antiken Komode vorbei. Schlüsselbund auf blank-pulierten Eck. Liebe Mata. Da morgens 1 Tag ist, werde ich mir um 39 ein Frühstückseib rein kochen, wenn es passt. Es wäre optimal, wenn sie das Wasser schon zum Kochen gebracht hätten, wenn ich eintreffe. Und ich mir in ihrer Wohnung an diesem Tag nicht die Schuhe ausziehen müsste. Denn das dauert erwiesenermaßen 20 Sekunden. Nicht viel für Schuhe, aber viel für ein halbroes Ei. Hafer. Liebe Mata. Ich würde gern morgen um 17 Uhr 45 Uhr bei der Post drei Minuten lang mit ihnen in der Schlange stehen. Würde mich freuen, wenn sie es einrichten könnten. Hafer. Liebe Mata. Bitte finden Sie sich heute, samstag um 15 Uhr 27 Uhr bei der Autowaschanlage, ecke Selbstraße ein. Hafer. Die Handbremse muss man lösen. Und auch den Gang einlegen. Alles ist aus. Dann werden wir weiter transportiert für 10,59 Euro zieht uns die Kette voran. Blauer Schaum klickert auf die Windschutzscheibe. Ich glaube nicht, dass die Scheibe von Blaum Schaum saubere wird als von weißen. Ich mag die Seitenrollen am liebsten. Er lässt seine Hand auf dem Schalt knöbeligen. Seine Hand sieht leicht, warm und trocken aus. Der Schaum lässt uns in eine großstädtische Unterwasserwelt abtauchen. Jetzt zu einem Gott beten. Wie ausgesetzt man sein kann. Das ist ultraformatriall, damit er Luck nicht zu schaden kommt. Wir tauchen wieder auf. Die Trockenanlage fährt bis kurz vor die Windschutzscheibe herab und treibt die Tropfen auseinander. Die kann wohl abtasten, wie lang das Auto ist. Denn wenn sie das nicht kann, dann zerschlägt das blichende U-Wahl die Scheibe und die Ketten ziehen weiter uns in den Trockener. Und ich weiß nicht, wie sie dann ausweichen sollen. Man darf erst bei Grün wieder losfahren. Als ich aussteige, ist das pflaster Trocken unter Himmelblau. Ich knäfe die Augen zusammen. So hell ist es. Hallo, Martha. Haben Sie mal eben Zeit, sagen wir drei Minuten oder so? Das ist ja erstaunlich blau. Morgen ist ein Kurzfilmfestival. Würden Sie mich da begleiten? Ich wusste nicht, dass sie lachen. Seine dunklen Augen suchen sich einen Fixpunkt. Alle Filme sind auf Englisch. Den Pinsel der Tropfen, das ihrer Hand hängt. Ich dachte, die Farbe. Vielleicht zu freundlich sein, mit diesen Film von Trevor Pete White zu übersetzen. Du sie sprechen noch Englisch? Ich war froh, wenn du so viel zu translate das Film bei Trevor Pete White. Du bist Englisch, bist du? Schön. Bis dann. Na, Frau Westfahl större ich. Ich störe doch nicht. Er setzt sich auf meinen Tisch, auf die Fußballaufkleber. Warum gehen die Armeisen nicht in die Kirche? Ich möchte, dass mein Chef sich freut. Auch wenn seine Außenhaut verdurstet in einer Welt von Wassertrinker. Weil sie in Sekten sind. Sekten, verstehen Sie. Das ist da so doppeltäutig nicht. Weil Sekten ja auch diese Glaubensgemeinschaften sind. Thomas Hafer sitzt zu meiner Rechten. 23. Reihe. Zwischen dem siebenden und dem 8. Sitz hat er seinen Arm dicht neben seinem Körper auf die halbe Linie gestützt. Er trägt einen dunkelblauen engmaschigen Pulover. Könnte auch dunkel grau sein. Schön, dass sie kommen können. Okay, so wenn du einen Plan hast, dann kannst du einen Schaff auf die Hühmer holen. Ich würde dir das auch machen. Ich würde mich auch nicht so gut machen. Naja. Falls sie Popcorn holen, sie greift in seine Tüte und nimmt sich zwei weiche Süße lauwarme Popcorn. Er sieht wieder auf die Lehre Leinwand und scheint schon mal angefangen, zu haben, über den Film nachzudenken. Alle Artmen in diesem dicht besetzten Kino-Saal und endlich flackert die Eingangszene des Films, der als The Crash-Maschine angekündigt wird. Ein Blick durch eine Glascheibe zwischen zwei Räumen. Hinter der Doppelglascheibe ein Gerät, dass man nicht näher identifizieren kann. Wie ein Blasebeid blätet sich auf. Räder bewegen sich, Metall streben, ziehen auseinander. Es scheint an Umfang und Größe stetig zuzunehmen. Mein langer Nachbarn zur linken erträgt die Stille nicht mehr. Die Maschine expandiert nun nicht weiter. Hafer hat seinen Ausdruck kaum verändert. Ich warte auf meinen Einsatz, als weit schließlich zu sprechen beginnt. Ich habe dieses Gehalten unternahm, weil ich eine Berufung von mir, eine vollständige und alles verpassen, die Stille auf der Welt zu gehen. Ich bin ein Urstöpselentwickler. Ich lehne mich vor. Mein Mund dicht an seinem Halt. Es gibt ein paar Sachen, die man von seinen Urstöpselen will. Also die Dinger sollen strecken. Man sieht nun weiz Gesicht im unteren Bildrand. Anspannung verzieht seine Züge, nach Aufnahme des Gerätes, zitternde Drähte, die nur noch eben die Spannung halten. Kurz davor. Die Stille schaut, braucht um notwendiger Weise des Lauts gegen das Zutiefel. Das ist ein sehr schlusses Schicht. Das ist ein Schicht, wenn das Schicht nicht mehr ist. Keine Ur-Une-Bewegung, keine Stille, ohne Lärm. So einfach ist das. Und jetzt passiert es. Martha schnellt von ihrem Sitzhoch. Dem Ausgang zusteift sie über die hochragenden Beine des langen Nachbarn. Martha, das waren erst zwei Minuten. Höchstens! Martha, Sie sind doch da. Wenn ich irgendwas tun kann, um mich zu entschuldigen, lassen Sie es mich bitte wissen. Ich kann ja auch nichts für den Film. Es war halt experimentell, oder? Es stimmt doch auch, oder? Ich meine, wenn sie neben mir hergehen, da wollen sie doch auch irgendwas. Oder? Vielleicht erricht mich ja auch. Da wollen sie immer schweigen. Ich habe Ihnen hier einen Mittagessen hingestellt. Wissen Sie, ich. Also es ist mit Pfefferling, falls sie Pilze mögen. mögen sie Pilze? Also das waren jetzt meine drei Minuten vor deiner gastlichen Tür. Bis dann, Martha. Und schön, dass wir schließlich auch zum Dugefunden haben. Wissen Sie, Martha? Das gefällt mir, wie Sie Ihren Arbeitsplatz eingerichtet haben. Dieses Muster, das Sie mit den Klebzetteln ausgebreitet haben, ist das ein Rombus, ein Parallelogramm. Manchmal gibt es ja vieles. Er hat heute einen schlimmen Tag. Sie diesen Witz sehr rot. Mit der Arme ganz vleckig. Die vor der Steckdose steht. Oder den mit dem Stache Schwein am Bahnhof, der Spatz am Café automatin ein. Ja. Frau Westweine. Vielleicht können wir uns ja auch dutzend. Wir kennen uns jetzt schon so lange, oder? Was meinst du? Martha? Achja. Sie gefallen mir heute gar nicht. Sie sehen nicht gut aus. Ich meine natürlich sehen Sie gut aus. Was ich sagen wollte, Sie sind so plass ja. Und still. Man kennt Sie ja gar nicht so still. Weißt du was, Kindchen? Ich gebe dir Urlaub. Und wenn Sie wiederkommen, dann sind Sie wieder vorhin daholt. Abgemacht? Hm. Es gibt diese Kartons, in denen ein unsichtbarer von einem unachtsamen Maler mit Farbe überschöttet wird. Und plötzlich können Ihnen alle sehen. Die Kioskverkäuferin zwingert mir zu. Das geht soweit. Es wird besser sein, die Begleitung einzustellen, bis die Farbe wieder von mir abgeblättert sein wird. Und? Was sollt sein? Die Begonie. Bitte. Ich würde gerne diese Rosa Begonie kaufen, die Sie da stehen haben. Wissen Sie was? Sie können gleich den ganzen Kiosn nehmen für ein paar Wochen. Ich mache jetzt nämlich Urlaub. Verstehe. Und was kostet das? Da, ja. Da kommt natürlich schon alle ein Zusammen. Dort laufende Sortiment, Miete, Abstand für ein Schämelhaftpflicht, Kassenbenutzungs- und Jeltsstrom und andere Nebenkosten. Beim Verhandeln muss man knall hart sein. Sonst wird man ja nur über den Tisch gezogen. Dann kriege ich die Begonie aber günstiger. Immer super schock bitte. Super schock bitte sehr 1,9 Euro. Nee, lieber Reilerkritz-Schnäcken. Kann ich nicht verkaufen. Nörschen nicht. La Kritt-Schnäcken muss man erst abrollen. Und dann die abgerollten Schnüren, die außan朗laufen lassen, bis nur noch die äußerst einen Enden zusammenhängen. Ja, weiß ich selber. Und dann braucht man zwei Leute, die beide die Enden der La Kritt-Schnüren in Mund nehmen und solange daran knallbern, bis die Schnüren weg sind und die Leute sich küssen. Wie geht? Lack ich doch. Ah, dann ein Lolli und zwei Souropromis. Harfarkauf, die Zeitung an jeden Freitag wegen der vier Tonbeilage. Das ist auch schon. Tasche im Anschlag, eilig. Ich hatte seit letzten Montagzeit die Beilagen aller Zeitungen auf dem Tresen auszubreiten, damit er nicht so lange suchen muss. Martha, Mensch, wie so stichst du in dieser Bude? Wie eine Erscheinung traucht der Vorgesetzte auf. Martha, also, dass ich dich nun hier wieder für 'nem Mädchen, Mädchen, Mädchen, Mädchen, Urlaub, ist das Urlaub Mensch. Das hatte ich mit Erholung da eigentlich nicht gemeint, aber du kommst auf Wiedersehen zurück. Verspricht es mir? Ich glaube nicht, wie unterhaltsamt diese junge Frau sein kann. Tatsächlich. Aber holler. Weil für jeden Schatz haben. Ah, ha. Also eine Frau mit Humor, um die Lunde sich zu kämpfen. Die Ohren. von Hafer auf meinem Gesicht. Pass mal auf. Die erfordt dir gefallen. Da sah mal der Fuchs einen Raben auf einem Baum sitzen. Ja, dann. Ich kenne die Parabel auch schon. Mit einem Käse im Schnabel. Also der Rabi jetzt? Hafer? Wie bitte? Ich hab dich jetzt nicht genau verstanden. So akustisch, meine ich. Hafer. Thomas. Vor dem Haus steht der Kleinglaster von Hafer's Freund. Kartonslagern auf dem Gehweg. Auf Dreihen von ihnen steht Küche, Hocker, die Flogenmode. Wo! Hallo! Das sagt er immer, der Freund von Thomas Hafer. Der jedes Mal, wenn sie ihm begegnet im Haus Floh, hinter dem Sofa klemmt, genau wie jetzt. Aber sie hat es eilig, weil sie ja in ihre Wohnung geht. Hast du eine Stehle nach malen, wenn man kennengelernt, oder was? Nee. Schau, ich weiß nicht, so mal vor kann. Da kommt uns schlimmer ab. Klar, Martha Westfall. Geht ja gerne ins Kino und sie mag wahrscheinlich Pilze. Und jetzt war drei Popcorn. Sie ist Anglophil und Richt nach Holz. Sie lächelt über Auto-Waschanlagen und ist die einzige Frau, die niemals Schalt und Handschuhe trägt. Hey, so ist sie gerne. Da gibt's auch nichts zu wissen, was man nicht in drei Minuten erzählen könnte. Komm und nun pack ansonsten. Geht das ja nie weiter. Jetzt ist nicht verboschen. Wir heben erst die Schränke rein und das Sofa zuletzt. Sie wollte mit mir allein sein und ich wollte mit ihr zusammen sein. Schwer, ist ja auch ein Ausklapp, Bett drin. Aus Metall. Ich liege auf dem Boden und möchte ein Teppich sein, dass mir das nie aufgefallen ist. Ich wohne ohne Teppich. Franz, Spreßen aus mir und Muster weben sich in vielen Farben von kleinen Händen geknüpft in mein Gewebe. Mathe, ich war jetzt los. Gleich. Mach's gut. Sie steht neben dem Herd. Eine Minute, 22 Sekunden. Sie lässt Wasser in einen Topf fließen. Genieses. Alles beginnt immer damit, dass jemand das Wasser fließen lässt. In Gedanken geht sie das Inventar des Kühlschranksturch. Eier gab es schon. 2 Min. 11 Sekunden. Ich komme auf ein Stück Parmesan. Das kann man aber gar nicht kochen. Diese Pfiff verlängert. Die sind schon ganz verschimmelt. Ich glaube, das stört die Pilze nicht weiter, wenn sie verschimmeln. Das muss für sie doch eine Art Familien treffen sein. 2 Min. 36 Sekunden. Köchinen sollten am besten soomen. Das waren jetzt drei Minuten. Der Freund von Thomas Hafer stimmt sich gegen das Sofa und beginnt zu schieben. Dabei dreht er sich mit dem Rücken an die Lähne und all seine Kraft konzentriert sich in seinen pulsierenden Oberschänkeln. Das Fenster sieht nirgendwo hin und wieder drei Minuten. 480 Mal vergehen pro Tag drei Minuten. Zu viel. Eine Lasse Thomas, deine Brügel. Hey! Hilfe! Was? Die Lasse. Martha, wo du feste hin? Das gibt's doch nicht. Hey! Martha, Hilfe! Hey, halt! Sie wingt ihnen durch den Seitenspiel zu. Nach 45 Sekunden sind sie zwei bewegliche dunkle Punkte geworden, die sich schnell im Grau der Straße verlieren. Ich stelle ja keine Kleinlaster. Ich gebe sie gleich wieder zurück und sogar noch besser als vorher. Martha park den Laster leicht schräg, eine Seite auf dem G-Wig, eine auf der Straße und schaltet das Appländlicht ein. Alles völlig durcheinander hinten. So kann man doch nicht wohnen wollen. Das Appländlicht scheint, in dem dunklen Abendlicht heller zu werden. Duna, Duden. Alle Bücher sortiert sie alphabetisch nach Autornamen wieder ein. Gottfried, Haruki, Heinrich, Hilde, Hubert, Ilse, Ingeborg, Jean-Paul, Johann Wolfgang. Die Schaumlauf hänge ich an einem Fischeleiner und etwas richtig wohnliches Filter noch. Eine Zimmerpflanze. Sie zieht den Zündschlüssel und schließt alle Türen ab. Die Fahrrad-Tür wirft sie mit mehr Schwung zu, als eigentlich nötig war. Glücklicherweise habe ich ja noch die Begonie, die ich einfach so verschenken kann. Sie haben die Telefonnummer der Auskunft gewählt. Leider sind Augenblicklich alle Plätze besetzt. Bitte haben sie einen Moment geduld. Sie werden an den nächsten Freien Mitarbeiter weitergeleitet. Diese Ansage kostet nichts. Platz 27. Nun aber, Moment. Ich bin's. Moment, Moment, noch. Komm schon. Noch ein Quattrat und die Scheibe. Soll ich später wieder am Ruf machen. Oh Gott, ich brauche ein rotes E-Put. Kennst du die Titel? Leider nicht. Da muss man nämlich immer diese Formen erpassen, die von oben her abbrießen. Und wenn unten alle genau nie beinanderpassen, verschwindet die ganze Ebene. Um dann kriegt Punkte. Um dann kommt immer die gleichen Formen. Das ist zum Wahnsinn. Wenn dann ewig die Ebene nicht gelerst werden, paht dann oben die Formen immer schneller drauf regnen. Und wenn die unter den Ebene Löcher haben, ist zum Schluss alles voll Metall und Löcher. Oh je. Die Fangen kannst du gleich aufgeben. Neul Spiel. Verstehe. Kennen Sie die Nummer von dem Freund von Thomas Hafer? Der blonde Thomas Hafer mit einem zugewachsenen Urloch. Der Gernes Motorrad, dem Lierlauf von der Tank gestehen lässt. Wenn er im Wochenende Katze vor der Kaupel. Er nicht. Der mit den sehr kurzen Haaren. So dass man gar nicht genau sagen kann, welche Farbe sie haben. Der sehr schnell Zwiebeln schneidet. Im Kino immer nur nach vorne sieht. Und in der Post mit den Schuhen den Dreck aus den Fliesenrellen schiebt. Und niemals Passanten an Rämpelt. Und der Freund ist der mit den karrierten Händen. Genau. Wieso wollen Sie denn da an der Rufen? Damit die unteren Ebenen endlich gelost werden glaubt. Sie müssen mal wieder Ihnen angesagt. Hallo. Ich will mit Hafer sprechen. Thomas, will ich? Hafer, hallo. Hallo. Kenn ich Sie? Ich hab deine Wohnung. Ach so. Allerdings. Wieso telefonierst du? 54 Minuten 13, 18 Sekunden nördlicher länger. 6 Grad 57 Minuten 39 und 58 Sekunden östlicher Breite. Setzt sich doch. Danke. Kann ich dir was anbieten? Die Vorreite sind in dem Karton neben der Stehlampe. Gibt mir mal ein Zünnschlüssel bitte. Latt rippt Schnecke dazu? Später. Wir müssen los, Martha. Und jetzt? Links. Wir sind bereits dreimal hintereinander links abgewogen. Was beweist das? Andere würden behaupten wir vor allem kreis. Die Reibewegung, denn ich das. Ja auch wieder links. Ich bitte darum. Ich finde die Frau vor den Gemüseladen sieht schon viel älter aus. Also noch vor einer Stunde. Siehst du? Wenn wir aufkommen. Kann man sehen, wie sie großmutter wird. Irgendwann flammt sie ihre Urengelkinderweise blohen auf ihr Grab. Du hast den Abzweig verpassen. Martha, die Begonie fällt runter, wenn ich nur ein einziges Mal links war. Ach so. Neben einander gehen. Hörspiel von Dunia Anassos. [Musik] Martha, Karina Plaretka. Hafer, Alexander Krug. Erzählerin Tina Engel. In weiteren Rollen, Jürgen Holz, Carmen Maya Antoni, Irm Hermann, Boris Ayinovic, Graham F. Valentine und Julia Hummer. Schnitt und Ton Petra Pellott, Andreas Meinesberger und Karl-Heinstevens. Musikgerpessler, Regie Christine Nagel. Produktion Deutschlandfunk 2006, Redaktion Elisabeth Panknien. Das war nebeneinander gehen von Donia Annasus. Und wie ihm diese leisen Begegnungen auf Zeit gefallen haben, dem sei ein weiteres Stück der Autoren empfohlen, dass den Balanceakt aus Nähe und Distanz zwischen Fremden erkundet. Erzählt von einer jungen Trapezartistin, von Luftiger Leichtigkeit, emotionaler Schwerkraft und dem Leben ohne Sicherungsnetz. Hier im Feed und in der Deutschlandfunk ab.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Martha entwickelt eine ritualisierte Praxis, bei der sie sich für maximal drei Minuten fremden Menschen auf der Straße anschließt und dabei fiktive Identitäten annimmt.
  2. Durch präzise Selbstbeobachtung und strikte Regeln schafft sie distanzierte, aber intensive Momentaufnahmen des Zusammenseins, die sie innerlich bereichern.
  3. Die Begegnung mit ihrem Nachbarn Thomas Hafer durchbricht ihre Routine, führt zu persönlichem Kontakt und lässt sie ihre gewohnten Grenzen und Schutzmechanismen infrage stellen.

Summary:

Das Hörspiel „Nebeneinander gehen“ porträtiert Martha, die eine eigenwillige Methode entwickelt hat, um der Einsamkeit zu entfliehen: Sie schließt sich auf der Straße willkürlich ausgewählten Fremden für genau drei Minuten an, ohne je das Gespräch zu suchen. In dieser kurzen Zeit beobachtet sie genau und nimmt schrittweise eine erfundene Identität an – etwa als bewundernde Freundin oder Kollegin –, wobei sie aus kleinen Hinweisen ganze Biografien spinnt. Dieses ritualisierte „Neben-einander-gehen“ gibt ihr ein Gefühl von Verbundenheit, während sie körperlich distanziert bleibt. Ihre strengen Regeln (kein Gespräch, Zeitlimit, keine Wiederholung) schützen sie vor echter Nähe.

Doch ihre Ordnung gerät ins Wanken, als sie dem Mann begegnet, den sie später als ihren Nachbarn Thomas Hafer kennenlernt. Bei ihm gelingt es ihr erstmals nicht, eine Rolle anzunehmen; stattdessen erwacht echtes Interesse an seiner Person. Hafer durchbricht ihr System, indem er sie mit kleinen, präzise getakteten Einladungen zu alltäglichen Handlungen (wie Zähneputzen oder Warten in der Schlange) konfrontiert. Diese ungewöhnlichen, dreiminütigen Begegnungen führen zu einer vorsichtigen Annäherung. Marthas festgefügte Welt aus Regeln und Beobachtung beginnt zu bröckeln, als sie merkt, dass sie neben jemandem gehen möchte, anstatt nur nebeneinander her. Die Geschichte erkundet so die Grenze zwischen distanzierter Fantasie und dem Risiko echter Begegnung.

FAQs

Es handelt von Martha, die sich angewöhnt hat, drei Minuten lang neben zufällig ausgewählten Fremden herzugehen, um dabei in verschiedene fiktive Identitäten zu schlüpfen und Einsamkeit zu überwinden.

Sie sucht nie das Gespräch, jede Begleitung dauert maximal drei Minuten, sie soll die Begleiter nicht stören, und jede Person wird nur einmal begleitet.

Sie nimmt Schritt für Schritt eine andere Persönlichkeit an, erfindet Geschichten basierend auf Beobachtungen und nimmt stets etwas von diesen Begegnungen mit nach Hause.

Sie bricht ihre eigenen Regeln, indem sie ihn mehrmals begleitet und schließlich in seine Wohnung am Eschbacherplatz eingeladen wird, was zu einer ungewöhnlichen Nachbarschaft führt.

Hafer hinterlässt Martha handgeschriebene Zettel mit präzisen Einladungen zu kurzen, alltäglichen Aktivitäten wie Zähneputzen oder Warteschlangenstehen, die jeweils genau drei Minuten dauern.

Sie arbeitet in einem Übersetzungsbüro, wo sie Texte übersetzt und gelegentlich als Dolmetscherin auf Geschäftsessen fungiert, was ihr ein Gefühl der Leere und gleichzeitig der Erfüllung gibt.

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