Speaker 1Schon seit vielen Jahren höre ich regelmäßig vom Stangelwirt und habe mich eigentlich immer gefragt, was soll das eigentlich sein? Ein Restaurant, ein Hotel, ein Luxus-Resort? Das war mir aus der Ferne nicht so ganz klar. Mir ist aufgefallen, sehr viele prudente Menschen fahren dahin, aber auch ganz andere Menschen aus überraschenden Ecken, die ich kenne, haben mir davon ehrlicherweise häufig vorgeschwärmt. Und dann bin ich vor einigen Jahren im Auto gefahren von München nach Kitzbühel und habe auf einmal durch Zufall ein Schild gesehen, Stangelwirt. Und dachte, hä, das soll der Stangelwirt sein? Hier an einer Schnellstraße kurz vor Kitzbühel? Konnte ich mir gar nicht vorstellen. Und dann hat es noch mal eine Weile gedauert und dann war ich zum ersten Mal da und habe dann so langsam verstanden, okay, was passiert hier eigentlich? Hier hat eine Familie über Generationen hinweg versucht, aus einem Gasthof, einem Rastplatz mittlerweile ein Luxus-Resort zu bauen. Entgegen jeder Wahrscheinlichkeit, aber mit ganz viel Liebe und Leidenschaft und auch ein bisschen Liebhaberei und Kundenorientierung ist es wahrscheinlich eines der spannendsten wirtschaftlichen Projekte in den Alpen geworden. Mit Multi-Multi-Millionen-Umsatz, Sie werden gleich hören, wie viel genau, mit über 90% Auslastung. De facto ist das Ding also immer voll, Sommer wie Winter und das, obwohl der Stangelwirt auf keiner der gängigen Buchungsplattformen zu finden ist. Das ganze Haus hat seit Hunderten von Jahren nie mehr geschlossen gehabt. Die haben de facto also auch immer auf und werden mittlerweile in zwölfter Generation geführt von drei Geschwistern, von Elisabeth, von Maria und von Johannes Hauser. Und genau mit denen habe ich über ihr ganz besonderes Familienerbe und die Dynamiken und das Modell dahinter gesprochen.
Speaker 2Auf geht's! Herzlich Willkommen beim OMR-Podcast mit Philipp Westermeyer.
Speaker 3Hi zusammen. Servus, grüß dich.
Speaker 1Also ihr seid eigentlich eine Vierergruppe in der zwölften Generation, aber ihr seid die drei, die jetzt sozusagen das Haus hier leiten.
Speaker 3Kann man so sagen, oder? Das kann man so sagen.
Speaker 1Stell dir mal ganz kurz hier einmal alle selber vor, vielleicht mit Zuständigkeit.
Speaker 4Also grüß euch miteinander. Ich bin die Elisabeth Hauser-Benz. Ich bin eben Teil der Familie und bin für die ganze Verwaltung zuständig. Ich mache alles im Hintergrund. Alles, was so hinten herum dann herauskommt, kommt irgendwann bei mir an. Das Herz, mein Herz schlägt für die Mitarbeiter. Ich bin für die Mitarbeiter zuständig, für die Mitarbeiterentwicklung. Und nebenbei, das ist meine Leidenschaft auch, ist das Reiten. Also ich bin für die Lipizzaner zuständig. Ihr habt doch eine Lipizzaner-Zucht, muss man sagen.
Speaker 1Genau, genau. Das ist ein Riesenreitstall. Wer uns hier sieht, muss mal ein bisschen warten. Gleich gibt es wahrscheinlich eine Kameraeinstellung, wo dann draußen wirklich die weißen Pferde hier sozusagen vor den Bergen stehen. Es ist unglaublich, ja?
Speaker 4Genau. Also wir haben das Kaiserpferd zu uns nach Tirol geholt. Der Vater hat das Anfang der 80er, hat dem das so gut gefallen, die weißen Pferde, zu dem weißen Skisport und weißer Tennissport. Und hat gedacht, ja, Kaiserpferd aus Wien passt zum wilden Kaiser. Und dann hat er wirklich die verrückte Idee gehabt, als Tiroler Bauer. Eigentlich, wir sind ja Kühe hier gewohnt, hat er dann angefangen, die Lipizzaner zu züchten.
Speaker 1Und wie viele habt ihr jetzt mittlerweile?
Speaker 4Mittlerweile 24. Ein paar Ponys noch dabei für die Kleinsten. Und ja, das macht unglaublich viel Spaß. Also das sind alles unsere Familienmitglieder. Die sind bei uns geboren. Wir züchten die, wir bilden die aus. Und dann irgendwann können die Gäste das genießen. Und es gibt ja kaum Lipizzaner auf der Welt. Also es ist eine seltene Nutztierrasse. Es gibt ein paar tausend. Und ja. Und man kennt die aus der spanischen Hofreitschule, wo man die anschauen kann. Aber reiten kann man die nicht an vielen Plätzen der Welt. Aber hier? Aber hier beim Stangler, da kann man das machen. Ist sogar ein Weltkulturerbe, gell? Es ist ein UNESCO-Weltkulturerbe, also die spanische Hofreitschule. Und die Zucht des Lipizzaners hat der Kaiser extra gezüchtet. Kann man jetzt hier beim Stangler genießen.
Speaker 1Muss ich auch nicht. Okay, okay. Also okay. Und dann Maria.
Speaker 3Ja, ich bin die Maria Hauser. Ich bin Teil unseres Geschwister-Trios, was miteinander diesen wunderbaren, guten Betrieb fortführen darf. Ich bin zuständig für die ganze Unternehmenskommunikation, für die Großveranstaltungen. Einige davon kennst du vielleicht, wie unsere legendäre Weisursparty zum Beispiel. Und auch für Wellness und Spa und die Shop-Konzepte. Und gemeinsam im Familienverbund für die Unternehmensentwicklung.
Speaker 1Okay, okay. Und dann?
Speaker 5Lieber Philipp, grüß dich. Ich bin der Johannes Hauser. Bin bei uns zuständig für die Gastronomie. Also ich bin für alles, was es ist. Essen und Trinken zu tun hat. Und auch für Veranstaltungen, was wir rund ums Jahr haben. Mit unserem Team und auch für die Landwirtschaft zuständig.
Speaker 1Und alle quasi hier aufgewachsen von Anfang an wissen, also als kleine Kinder. Ich meine, das ist ja zwölfte Generation. Ich glaube, die erste Erwähnung habe ich zumindest gefunden, ist 1564 oder sowas. Da hat hier ein Urahne von euch an so einer Straße auf dem Weg nach Kitzbühel eine Schankwirtschaft gemacht. Weil hier so eine Art Goldrausch war. Da wollten alle hier irgendwie, weiß ich nicht, Kohle abbauen oder sowas in den Bergen. Und dann war das, das war der Ursprung, also wirklich vor fast 500 Jahren.
Speaker 3Genau, also der Ursprung unserer Familie war tatsächlich 1722. Aber schon viel früher hat es hier eine Bergknappentaverne gegeben. Es waren eben viele Bergknappen in der Region wegen Kupfer und Silberabbau, der damals hier sehr stark stattgefunden hat. Und einer dieser Bergknappen hat gesagt, nach der harten Arbeit, da müssen wir wo zusammenkommen und hat eine Taverne eröffnet. Und genau, unser erster Vorfahre hat 1722 dann übernommen. Das war ein Herr Hauser oder ein Herr Stangel? Stangel. Und der hat dann den heutigen Gasthof gebaut. Und deshalb, Gasthof steht ja eben immer für Wirtshaus und Stangel war sein Nachname, Johann Stangel. Und der hat dann genau das begründet mit dem heutigen Gasthof.
Speaker 1Aber es war für euch klar, als ihr hier aufgewachsen seid, also als Kinder, euer Vater hat das ja auch hier massiv entwickelt. Er wird morgen 80, muss man sagen. Soll ich nicht so sprechen. Ihr habt das ja von klein auf hier alles erlebt und auch das Wachstum erlebt und gewusst, eines Tages übernehmen wir hier?
Speaker 4Also haben wir eigentlich, also ich habe es nicht gewusst. Also wir sind immer, wir sind hier im Haus aufgewachsen. Wir sind hier, der Vater ist ja tatsächlich in seinem Büro sogar geboren. Also ist in dem Wirtshaus, das ist natürlich seit der Ursprung, an dem ist er auch aufgewachsen. Er hat das dann in 60 Jahren, Wirtsjubiläum hat er ja letztes Jahr. Das Jahr hat er dann aufgebaut und wir sind dann auch hier aufgewachsen und wir sind mit den Gästen aufgewachsen. Wir sind mit den Mitarbeitern aufgewachsen, wie man es auch aus vielen Familienbetrieben hier aus der Region kennt. Man wächst einfach dann unglaublich auch zusammen und bekommt das tagtäglich mit.
Speaker 1Aber du wusstest dann trotzdem nicht, dass du es selber übernehmen musstest?
Speaker 4Ich selber war sehr stark mit den Tieren verwurzelt. Also ich hatte die Tiere sehr gerne und habe mir dann kurzfristig auch gedacht, ich möchte Tierärztin werden und der Vater hat dann aber schon gesagt, das ist kein Problem, Elisabeth, wir haben hier so viele Tiere, du kannst hier deine Tierarztpraxis aufmachen. Also er hat auch immer wieder probiert, also nie uns irgendwie hinein zu zwingen, sondern immer, wir sind irgendwie wie ein Griesendorf. Also es gibt hier für alle was zu tun und das ist das, was wir auch bis heute ausstrahlen wollen. Also es gibt hier, es gibt den Stangelwirt, aber wir sind ja wie ein Griesendorf. Wir haben jetzt ein eigenes Kraftwerk, darauf kommen wir sicher noch zu sprechen. Also wir sind echt eine eigene Kommune und ja und deshalb irgendwann, dann habe ich dann für mich persönlich, war ich dann beim Tierarztpraktiker dabei und dann war das so traurig, ich muss so viele Tiere, ist ja auch ein anstrengender, trauriger Job und dann habe ich gesagt, nein, das ist nichts für mich. Ich habe dann meine Schule fertig gemacht und habe dann für mich entschieden, ja, das mit den Mitarbeitern gefällt mir gut. Ich bin immer sehr stark mit den Mitarbeitern gewesen und Betriebswirtschaft interessiert mich und so bin ich dann einfach natürlich auch in das hineingewachsen, auch in meine Aufgabe hier beim Stangelwirt.
Speaker 1Und war es bei euch ähnlich?
Speaker 3Ja, ähnlich und das ist ja das Schöne, dass unser Vater da wirklich unsere individuellen Talente auch erkannt und unterstützt hat, wie eben bei der Elisabeth die Leidenschaft auch für die Tiere. Bei mir war es immer schon das Kreative und er hat zum Beispiel, als wir den Kinderbauernhof gebaut haben, da war ich 13 Jahre, also gebaut ist ein bisschen weit gegriffen, es ist wirklich ein altes Bauernhaus, das stand schon da, das ist gleich hier am Areal, ein ganz uriges, kleines Bauernhaus und er hat gesagt, Maria, du bist ja eigentlich genau die Zielgruppe, möchtest du das mit mir gemeinsam gestalten? Und dann ist er mit mir in jeden Raum rein und hat gesagt, was würdest du da rein machen, was würdest du da rein machen? Also total eigentlich sehr, sehr schlau, dass man genau mit der Zielgruppe spricht, weil er hat immer, er hat immer geschaut, was wollen denn die Gäste, was will denn genau die Zielgruppe? Heute würde man sagen, was will der Markt nicht, was will ich? Und ein Erwachsener hat, er sieht doch, kann ja nicht entscheiden. was in einem Kinderbauernhof stattfinden soll. Und so hat er eigentlich die Kreativität auch schon sehr früh gefördert. Und ich habe auch immer schon gerne Veranstaltungen organisiert, also schon als kleines Mädchen schon immer meine Geburtstage und so, das war immer ein Highlight für mich, das zu organisieren und jetzt darf ich heute so große Veranstaltungen organisieren. Und ich bin ja dann ins Ausland, habe in Australien studiert, Tourism and Hospitality Industry und bin dann nach Amerika, war insgesamt fünf Jahre weg und habe in San Diego in Kalifornien, war ich Special Event Manager in einem Top Hotel in San Diego und habe dort große Veranstaltungen für bis zu 2000 Leute organisiert. Und ja, irgendwann kam dann der Anruf aus der Heimat, ob ich zurückkehren möchte und dann habe ich mir gedacht, ja, warum nicht? Und jetzt bin ich da, jetzt auch schon länger.
Speaker 1Was war bei dir?
Speaker 5Bei mir war es eigentlich immer klar. Also ich war schon mit sechs, sieben Jahren, habe ich gesagt, ich möchte da auf jeden Fall daheim sein. Es war für mich aber so richtig beeindruckend, wie unsere Eltern das gemacht haben. Weil wir sind ja nicht so die typischen Hoteliers. Wir sind keine Schlipsträger, wir sind bäuerlich. Und wir sind einfach Wirte. Deswegen heißt es ja Stanglwirt. Das hat mich einfach imponiert, wo die Eltern immer in der Stube gewesen sind, wo zusammen musiziert worden ist, wo aber auch eben dieser bäuerlicher Luxus schon gelebt wurde. Also immer Top-Produkte im Haus, Top-Essen. Immer zum Beispiel unsere Zimmer sind alle aus Zirbenholz. Das ist eins der wertvollsten Hölzer bei uns in den Alpen. Und ist auch wirklich, das ist beruhigend. Das ist nachgewiesen, wenn du in so einer Zirbe das riechst, dann ist das einfach für den ganzen Körper und für die Seele was Beruhigendes. Deswegen ist jedes Zimmer bei uns aus Zirbenholz. Das sind so Themen, die sind von unseren Eltern gelebt worden. Das ist für mich, wo ich mal hin will. Ich wohne natürlich auch im Ausland. Ich habe immer in gastronomischen Betrieben, aber auch in Hotels gearbeitet. Und genau, deswegen hat jeder von uns, das ist wirklich das Schöne, hat so seine eigenen Fähigkeiten einfach ausleben dürfen. Und jetzt lustigerweise sitzen wir alle drei da und können uns da so extrem gut ergänzen.
Speaker 1Aber das heißt, ihr habt auch noch ein paar Externe mit in der Geschäftsleitung. Macht ihr mit Leute, wirklich jetzt ihr drei plus euer Vater, das ist ja nach der Zeit. Der wird ja noch ein bisschen draufschauen.
Speaker 3Und zwei Direktionsmitglieder noch, genau.
Speaker 1Es ist ja schon noch mittlerweile, muss man sagen, als Unternehmen 350 Leute ungefähr, die hier arbeiten.
Speaker 4360. 360 Mitarbeiter, ja, ganzjährig.
Speaker 1Das ganze Haus hat, glaube ich, seit 200 Jahren auch nicht mehr geschlossen gehabt.
Speaker 5250. In über 250 Jahren haben wir keinen Ruhetag, nachweislich. Muss man sich vorstellen. Es ist ja dann auch, leider Gottes mal Covid, gekommen. Und da haben wirklich viele Hotels auch zugesperrt. Wir haben da wirklich mit Biegen und Brechen, haben wir gesagt, wir machen Takeaway. Wir haben auch für Businessreisen, da hat es nicht viele gegeben, aber da haben wir auch offen gehabt. Und natürlich das Schöne bei uns, die Landwirtschaft, eine Kuh oder ein Pferd, die haben kein Wochenende. Und deswegen, da ist immer einfach Arbeit. Und, was man dazu sagen muss, wir haben ja auch keine Reisebüros und so weiter, die uns quasi vermarkten, sondern wir haben alles im Haus. Wir haben eine eigene Reservierungsabteilung. Man kann uns nicht über Booking buchen. Deswegen waren immer natürlich die Gäste, die was angerufen haben und gesagt haben, du, wir sperrst ihn wieder auf. Wir waren ja eigentlich Frage-Antwort die ganze Zeit. Das waren wir immer. Elisabeth, sag du nochmal, während Corona, wie viel haben wir da gehabt, wie viele Mitarbeiter, trotzdem?
Speaker 4Also wir haben trotzdem, das war unser großes Glück, tatsächlich, während Corona, dass wir gesagt haben, wir halten die Belegschaft, egal was kommt, und haben da dank der Reserve, die was der Vater immer uns gelernt hat, man muss Reserven haben, wie ein Bauer immer heu im Lager haben muss, ja, im Winter. Und dementsprechend haben wir Reserven gehabt und haben uns dann entschieden, okay, egal was kommt, mit Hilfen und so weiter, wir haben die Belegschaft nicht sofort auf Schock gekündigt, sondern haben alle behalten und haben dann, da gab es ja Kurzarbeit und so weiter, und haben aber 30, über 30 Personen fix immer angestellt gehabt, die haben das Ganze, wir haben immer die Zeit genutzt, wir haben Grundputz gemacht, wir haben, also man braucht ja auch teilweise genügend Leute hier, um die Anlage überhaupt am Laufen zu halten, du kannst hier nicht einfach alles abstellen.
Speaker 1Wie viel Zimmer hat das der ganze Hof? 170. Und das ist auch der Maximalzustand, oder kommt da in den nächsten Jahren noch was dazu?
Speaker 5Nein, wollen wir eigentlich nicht. Also Zimmer vielleicht schon, aber wir wollen eigentlich von der Bettenanzahl, jetzt so genau richtig. Also wir haben ca. 380 Betten, das passt genau, dass es nicht überlaufen ist, und was man natürlich aber immer mehr machen muss, ist die Infrastruktur auszubauen, für alle Altersgruppen was zu haben, weil es ist ja so, viele sagen ja dann, der Stangl wird, jetzt ist da jetzt ein Kinderhotel, oder jetzt ist was, jetzt ist. Wir sind ein extremer Generalist, wir sind, weil durch die Fläche, was wir haben, können wir so viel anbieten. Wir haben eben, wir haben zum Beispiel eine Kinderwasserwelt, gebaut, und dann haben sie zum Papa gesagt, ihr seid jetzt ein Kinderhotel. Dann hat er aber gesagt, nein, eigentlich, wir haben die Kinderwasserwelt nur gebaut, damit die Erwachsene Ruhe haben. So sind eigentlich die Sachen entstanden, muss man sagen. Also. Ich
Speaker 3habe in Australien meine Abschlussarbeit dazu geschrieben, und habe dann eine nicht so gute Bewertung bekommen, eine der Abschlussarbeiten, die letzte hat dann schon gepasst. Und dann bin ich hingegangen und habe gesagt, warum? Und dann sagt er, ja, das kann nicht funktionieren, hat mein Dozent gesagt. Du musst dich für eine Zielgruppe entscheiden. Und ich habe mir gedacht, ja, das ist ja eigentlich eine gemähte Wiesnik, und ich kann das aufgrund unserem Best Practice Beispiel alles schreiben. Und dann habe ich ihm das erklärt, dass wir eben, wir haben, sind sowohl ein Tagungshotel, als auch ein Familienhotel. Wir sind sowohl ein Sporthotel, als auch ein Kulinarikhotel, wo man viel, ja,
Speaker 1genießt. Für die Leute, die das, also ich habe so ein bisschen vorstellen können, dass viele habt ihr auch einen großen Instagram-Account, also 250.000 Menschen haben euch abonniert, also man sieht euch, man kennt ja auch den Begriff, auch wenn die meisten noch nicht hier waren, Stangewitt ist ja schon so eine eigene Marke, würde ich fast sagen, so, gibt es ein paar Hospitality-Marken, die so ja, größer sind, von Sylt angefangen mit Sansibar oder Ibiza mit Pasha oder so ein paar Sachen, und ihr zählt ja auch irgendwie dazu, aber dennoch ist, glaube ich, diese Magie recht schwer zu greifen, wenn man nie hier war. Müsst ihr so ein bisschen, vielleicht nochmal eine Peer-Group sagen, wenn man euch vergleichen würde, oder wenn ihr sagt, okay, es gäbe so eine Art Vergleichs-Benchmark, welche Hotels fallen euch denn überhaupt ein? Also wer würde denn sagen, wo guckt ihr denn mal hin? Gibt es irgendwas in Deutschland oder in Italien oder irgendwo, was man so kennt, wo ihr sagt, okay, das schauen wir uns mal an, das ist so ein bisschen, hat einen ähnlichen Zuschnitt?
Speaker 3Ich glaube, dass das ganz wichtig ist, dass man eben seine eigene Identität hat und da hat der Vater auch immer drauf geachtet, dass man eben natürlich bewundert sich gegenseitig mit Kollegen und da haben wir auch einen wunderbaren Austausch mit vielen Kollegen, gerade die Familienbetriebe, die ja wirklich den Alpenraum ausmachen das gibt es ja weltweit kaum irgendwo so viele Familienbetriebe wie im Alpenraum, wenn man jetzt in Amerika schaut oder egal, weltweit da sind überall die Konzerne, wo dich halt dann ein General Manager begrüßt, aber bei uns in den Alpen sind die Familienbetriebe, aber unser Vater hat immer sehr auf die eigene Identität geachtet und so haben wir das auch gemacht. Ich zum Beispiel, was für die Markenführung ja im Familienverbund zuständig bin, habe als Privatperson Maria Hauser deshalb nie, bin nie auf Instagram eingestiegen, also mit dem Stangl wird schon und das sehr früh 2009 haben wir schon mit Social Media angefangen, aus dem Grund ich habe mir damals gedacht mit Facebook, das ist doch ideal, wir haben so viele Stammgäste, wir haben 80% Stammgäste, wir sollten Facebook nutzen für unsere Community, würde man heute sagen, wir haben es genannt Stammgastfamilie, also für mich war das immer ein Community-Tool und kein Werbetool und so haben wir sehr früh Social Media begonnen, ich weiß noch, wo ich zu unserem SEO Consultant gesagt habe, wir müssen Facebook machen, hat er gesagt, Maria, das sind nur die Studenten, das kannst du vergessen für Hotellerie, das wird sich nicht durchsetzen und wenn man sich überlegt, was dann daraus alles sich entwickelt hat, dann sehr früh Instagram etc. Also macht ihr gar kein anderes Marketing? Natürlich klassisches Marketing, das war ja damals schon, wie mein Vater oder unser Vater die Marke aufgebaut hat, bunte Gala und Co., die ganzen
Speaker 1Society-Medien. Aber nicht mit Anzeigen, sondern aufgrund von Redaktionellen? Nein, nein, alles organisch, alles
Speaker 3redaktionell. Also ihr
Speaker 1macht Paid-Marketing, macht ihr gar nicht? Nein, nein. Also ihr habt irgendwo Anzeige geschaltet? Nein. Ihr macht eher hier Events? Es ist ja auch ein Teil der Magie, wie wahnsinnig viele prominente Menschen schon hier waren und auch mit euch in Verbindung stehen. Also für mich, ich glaube, die erste Berührung hatte ich vor, weiß ich nicht, 20 Jahren, als die Klitschkos vor ihren Boxkämpfen immer hier im Trainingslager waren. Da war das in allen Medien, okay, da kommt der große Kamm, von vorher sind die bei euch. Wie ging das los?
Speaker 3Das ist ganz spannend, weil das ist durch wiederum einen anderen Gast entstanden, der damals bei Hugo Boss CEO war, Werner Baldessarini. Der ist jeden Freitag bei uns in einer netten Runde und damals waren die Klitschkos, eine Zeit lang kann man gar nicht mehr sich vorstellen, nicht so erfolgreich. Und dann hat er gesagt, ihr müsst mal raus aus eurem verstaubten Gym in der Großstadt, ihr müsst in die Berge, das gesunde Wasser, der gesunde Schlaf und so weiter. Und hat da die Klitschkos zu uns gebracht. Und dann waren sie zehn Jahre ununterbrochen da und haben nie einen Kampf verloren.
Speaker 1Aber es waren nicht die Ersten, die die ersten Prunenten, das ging ja schon früher los, ne?
Speaker 3Also in der Geschichte, wenn ich das noch bitte, bitte, ich höre gern zu. Ich auch. In der Geschichte hat das schon sehr früh begonnen, eigentlich bei unserer Großmutter. Das gehört irgendwie schon fast zur DNA. Da war ja nur eine Gaststätte, eine Gaststube im Gasthof. Und da hat sie schon Gäste wie, uns sagt das wahrscheinlich noch was, Clark Gable, Bing Crosby. Also großamerikanische
Speaker 1Filmstars. Genau, hat
Speaker 3sie schon willkommen geheißen in ihrer Gaststube. Aber wie hat sie
Speaker 1das gemacht? Wie kam das?
Speaker 3Durch die Musik. Sie hat für die Gäste gesungen. Sie war eine der Ersten mit ganztägig warmer Küche und diese ganz besondere, warmherzige Gastronomie. Und da sind die damals mit der Kutsche von Kitzbühel da hergefahren. Und wie gesagt, es gab nur eine Gaststube. Also die Marke stand wird begründet, kann man ganz weit gesprochen sogar sagen, ist unserer Oma zu verdanken, der Anna Hauser.
Speaker 1Und immer aber die Idee, auch prominente Menschen spielen schon auch eine Rolle für euch. Das heißt, ihr habt schon als Kinder wahrscheinlich dann irgendwie Menschen, die man aus dem Fernsehen kannte, waren einfach bei euch dann zu Gast.
Speaker 5Damals wurde es schon so, muss man echt sagen, dass auch mit dem natürlich geworben wurde. Das ist ja so. Da ist ein Foto gemacht worden. Früher, ja. Und dann früher war das so. Dann hat man da ja, da waren wir ja stolz drauf, dass der da war. Auch der berühmte oder die berühmte denn ich war ja das total gleich, dass die da in der Zeitung drinstehen und so weiter. Und jetzt ist es aber ganz anders. Jetzt ist es ja so, dass wir die Gäste extrem beschützen. Wir gehen nie nach draußen. Wenn sie selber das machen, das ist aber auch wieder die Krux, weil die machen dann selber Fotos und so weiter, stellen das auf Instagram, glauben viele dann, dass wir die einladen. Das tun wir aber nicht. Nein, wir laden gar keinen ein. Also auch von den ganzen Influencer machen wir auch
Speaker 3nicht. Die Collabs mit den Influencern ist auch damals schon 2013 hat dann das mit Instagram begonnen. Das waren dann zum Beispiel so Collabs mit Modemarken, die bei uns als Location waren und haben dann die Influencer mitgebracht, die bei uns das als Location genutzt haben. So hat das
Speaker 1begonnen. Wenn man einmal anfängt mit sowas, dann erkennen auch andere, aha, da ist irgendwas, da muss ich auch mal hin.
Speaker 3Die Magie des Platzes ist ja auch, unser Vater hat da einen Kraftplatz gebaut mit dieser Einzigartigkeit, mit den Materialien, hat ja der Johannes schon erzählt, auch mit den Felsen vom Wilden Kaiser, ganz besonders den Wellnessbereich gestaltet. Der ganze Stangelwirt ist eigentlich wie eine eigene Märchenwelt. Unser Vater hat da etwas geschaffen, eigentlich eine heile Welt. Und in der heutigen Zeit ist die Sehnsucht nach so einer heiligen Welt immer noch mehr da. Und gerade Menschen, die überall herumkommen, wo immer Vollstress ist, immer Druck, viele High Performer, die suchen genau solche Kraftplätze. Und angefangen hat das dann über solche, wo wir einfach als Location fungiert haben, dann sind diese Menschen alle hergekommen über diese Geschichten und haben sich dann verliebt. Und wir sind dann eigentlich zu Freunden gleich geworden. Wenn ich mir überlege, wenn wir jetzt über die Creator und Influencer reden, die Caro Dauer, Leonie Hanne, die hatten damals 100.000 Follower, wo sie das erste Mal da waren. Und kommen jetzt in ihrem Privaturlaub zu uns mit den Familien. Und das ist das Schönste.
Speaker 1Da ist noch ein anderer, noch größerer Name sogar jetzt hier. Ich glaube Schwarzenegger ist ja auch ein Freund eures Vaters. Also das ist ja schon in der Familie sehr tief drin. Also das ist so die Weltnamen. Es gibt hier sogar Fotos mit den Clintons oder sowas. Also das ist schon jetzt irgendwie wirklich Wahnsinn, was da für eine Strahlkraft oder Sogkraft ihr habt.
Speaker 3Und das ist, da sind wir im Familienverbund sehr stark, weil den Arnold Schwarzenegger habe ich wiederum in der Amerika als Governor kennengelernt. Und habe gesagt, es wird einmal vorbeikommen. Ach so, kann das besser sein. Beziehungsweise war er einmal zum Essen da und hat sich gedacht, das ist nur der Gasthof. Witzigerweise, wie du sagst, man kann das Ganze gar nicht auf Anhieb begreifen. Er hat gedacht, das ist nur der Gasthof. Und dann habe ich gesagt, das würde mich so freuen, wenn du mal wieder kommst. Und dann habe ich ihm alles gezeigt. Und als erstes habe ich ihm natürlich den Fitnessgarten gezeigt. Und dann hat er gesagt, das gefällt mir. Und jetzt möchte ich immer da her. Immer zum Hanne kamrennen.
Speaker 5Und hat auch eigene Geräte, die in unserem Fitnessraum nicht drin waren. Wir haben wirklich einen tollen Fitnessraum, würde ich sagen. Und auf einmal hat er dann eigene Geräte geschickt und uns quasi geschenkt. Das fehlt uns noch.
Speaker 3Das war in Budapest beim Herminator-Dreh. Da durfte ich ihn besuchen. Und dann hat er mir sein privates Gym dort gezeigt und hat gesagt, die Geräte, Maria, ihr habt einen mega Fitnessgarten, aber die drei braucht es noch. Und ich habe fleißig mitgeschrieben, wie die heißen, Dachausdrücke und so, Kav-Lift oder wie es alles heißt. Und dann wollte ich die eigentlich nachbestellen bei unserem Gerätehersteller. Und dann ist ein kleiner LKW aus Ungarn gekommen mit einem Brief von ihm. Du brauchst die nicht bestellen. Das sind die Geräte von mir als Geschenk. Und alle eure Gäste dürfen
Speaker 1da mittrainieren. Das heißt, die Freundschaft zu Schwarzeneggers ist über dich gelaufen, gar nicht über deinen Vater.
Speaker 3Damals, ja, durch Amerika hat sich das so ergeben. Die Österreicher in Amerika. Ja, und dann ist er wieder zurückgekommen. Und ja, so ist es dann. Gibt es noch andere
Speaker 1Namen? Also Klitschkos, Schwarzenegger, die Influencerinnen, die verschiedenen. Gibt es noch andere, die sehr prägend waren für euch?
Speaker 4Ich glaube, für uns ist auch sehr, sehr prägend das ganze Thema Sport. Also wir haben ganz, ganz viele Sportler immer schon da gehabt. Das hat eben auch der Vater hat auch damit angefangen, mit den Tennisplätzen. Wir sind ja hier in einem ganz unattraktiven Ort, als Hotel, als Ressort. Wir sind nicht, früher ist man immer im Ortszentrum gewesen. Man hat die Infrastruktur, man ist nahe irgendwo am Bahnhof oder, und jetzt, wenn man hier vorbeifährt, wir sind mitten neben der Bundesstraße. Also, das muss man mal
Speaker 1sagen, es ist eigentlich ein unlikely place. Genau. Wie heißt man, ja doch, für so einen sagen wir mal high luxury Ort, weil man eigentlich an einer Schnellstraße, man würde es nicht glauben.
Speaker 4Nein, man glaubt es auch nicht, wenn man vorbeifährt, nach wie vor nicht. Deshalb hört man das auch immer wieder, ah, die sind ja an der Bundesstraße. Das ist aber auch okay für uns. Für ein Gasthof ist es ganz gut. Genau, für ein Gasthof. Für ein Gasthof. Es ist ja ein Einkehrgasthof, also ideal. Man fliegt hier quasi rein. Und es ist auch die Visitenkarte dann für unser Hotel. Und wenn man aber hinten reinschaut, tut sich die Welt auf, Richtung Wilder Kaiser. Es ist ein ganz, ein besonderer Ort und die Gäste vom Gasthof haben den Vater ja darauf aufmerksam gemacht. Wir haben hier die Landwirtschaft gehabt und er hat dann das gar nicht, wenn du das immer vor der Nase hast, du sagst, wie wunderbar das ist. Aber der Gast hat dann zu ihm gesagt, es haben ein paar Gäste gesagt, du, das ist so wunderschön da, du musst da was machen mit den Zimmern. Und er hat dann eben angefangen, die Zimmer zu bauen. Und dementsprechend, was machst du da hier? Wir haben die Landwirtschaft und das ist jetzt unser großes Glück. Wir haben so viel Platz rundherum und können uns so erweitern mit der Infrastruktur. Und der Vater hat gesagt, okay, wie kann ich denn hier was aufbauen? Ich baue mit Infrastruktur quasi selber. Was war damals in den 70er Jahren Tennis? Das war das, was quasi Trendsportart war. Und er hat dann angefangen, damals mit der Firma Kneissl, schon gemeinsam auch mit einem Buchungsportal, sozusagen würde man heute sagen, Reisebüro, angefangen, Zimmer zu verkaufen, Tennisplätze. Du machst quasi die Tennisplätze, ich mache die Zimmer. Und das ist
Speaker 3dann durch das Tennis entstanden, weil man muss überlegen, die Camps von Kneissl damals Tennis-Geschläger-Hersteller und Ski-Hersteller sind da gewesen, bevor das Hotel, bevor die Zimmer da waren, sind die Gäste immer mit dem Bus gekommen zum Tennisspielen und mussten wieder heimfahren. Und die haben dann gesagt, warum kann man hier eigentlich nicht übernachten? Und dann hat mein Vater, ein Wirtschaftsexperte, mal gesagt, Balthasar, was du da geschaffen hast, ist eigentlich ein inverses ökonomisches Modell. Das heißt, die Nachfrage war da, bevor das Angebot da war. Also ideal. Und dann hat er die Zimmer gebaut und dann war es gleich voll. Weil das hat sich durchgezogen.
Speaker 4Der hat dann mit dem Sport, wir hatten die Fläche, wir haben dann immer, er hat dann Tennisplätze gebaut, Tennis lief immer wunderbar, hat dann die Zimmer eben angefangen zu bauen. Also wir haben immer, er sagt immer so schön, die Seele muss mitkommen. Also wir haben nie, die Seele muss mitleben. Also man kann nicht 120 Zimmer hinbauen. Zu der Zeit, er hat das halt einfach immer reifen lassen. Und dann kam das mit dem Tennis, dann kam das mit dem Reiten. Jetzt haben wir noch seit vielen, vielen Jahren auch eine Driving Range, Golf-Driving Range dabei, weil wir eben den Platz haben. Und das ist unser großes Glück. Deshalb sind wir auch eine Ganzjahresdestination. Innen, draußen, genau.
Speaker 1Wann ist denn Peak Season?
Speaker 3Das kann man inzwischen gar nicht mehr so wirklich sagen. Wir haben 93 Prozent Auslastung rund ums
Speaker 1Jahr. Oh wow, das ist, was ist für Hotels schon?
Speaker 3Und das, wie der Johannes auch schon erwähnt hat, ohne jegliche Buchungsplattformen, kein Booking, da kommen keine Reiseveranstalter rein, direkt Vermarktung.
Speaker 1Wann kostet denn das Zimmer am meisten?
Speaker 3Am meisten zwischen Weihnachten und Silvester ist natürlich die Nachfrage enorm. Und auch Hahnenkamm-Rennen und jetzt im August ist auch absolute. Was für Zimmerpreise muss man sich jetzt, wenn
Speaker 1jetzt hier jemand zuhört, okay, würde ich auch mal gerne hin, was hat man ungefähr so, wenn man ein Zimmer bucht?
Speaker 4Durchschnittlich 405, 470 Euro pro Zimmer. Pro Nacht, muss man sagen. Genau, die Average Rate. Inklusive Frühstück. Wir haben schon sehr lange keine klassische Halbpension mehr. Wir haben uns da sehr, vor einigen Jahren als junge Generation dagegen entschieden, dass wir, also beziehungsweise für die Kulinarik haben wir uns entschieden und haben dann komplett umgestellt, weil wir den Gasthof haben, also man kann als Hotelgast quasi den Gasthof nutzen. Man kann dann auch mal im Hotel speisen. Wir haben jetzt vier verschiedene Restaurants, da kann der Johannes dann, kannst du noch ein bisschen was sagen? Das kann man separat dann entscheiden, wo man dann am Abend
Speaker 3ist. Es ging halt um das transparente Pricing, dass man einfach ganz genau sieht, okay, das ist Zimmer mit Frühstück und dann kann man schauen, wo will man essen, in welchem Restaurant. Wir haben auch, weil in den alpinen Hotels war ja die Nachmittagsjause, Vitaljause, sehr lange inkludiert. Immer noch. Immer noch teilweise, ja.
Speaker 5Für uns war es, glaube ich, sehr wichtig, also gastronomisch, wenn man international unterwegs ist, Es ist ganz normal, dass du einfach Frühstück dabei hast und den Rest dir einfach auch zusammenstellst. Und es ist dann auch so, dass viele Fünf-Sterne-Hotels, auch in Österreich, da sind wir günstiger sogar, weil wir eben die Kulinarik den Gästen frei offen geben wollen und andere sind halt teurer, auch die haben halt dann ein Nachmittagsjause dabei, wo du aber vielleicht, wo es dem Gast auch gar nicht schmeckt.
Speaker 1Habt ihr eigentlich Sterne? Habt ihr Sterne offiziell? Ja, Fünf-Sterne-Hotels. Man nimmt euch ja gar nicht so als Sterne, weil es ist eher eine Marke. Also Stange wird es so stark, dass man sich gar nicht fragt, ist das jetzt irgendwie Sterne oder nicht? Sondern man hat das Gefühl, okay, so viele Namen, so viel, sagen wir mal, auch ein bisschen vielleicht Hype, das wird schon gut sein.
Speaker 5Aber international ist es natürlich schon so, die Leute googeln schon noch Fünf-Star-Hotels in der Alps oder wie auch immer.
Speaker 3Luxury-Hotels, also das ist schon, verschiebt sie mehr in Luxury als Fünf-Star. Aber habt ihr denn, sagen wir mal,
Speaker 1wie viel Prozent sind denn, sagen wir mal, nicht österreichisch-deutsch von den Gästen?
Speaker 3Also wir sind bei 75 Prozent deutsche Gäste, dann Platz zwei teilt sie so ungefähr gleich Österreich-Deutsch, Österreich-Schweiz, sorry. Und dann Platz drei sind inzwischen schon die US-Gäste und Platz vier UK. Okay, das heißt also
Speaker 110 Prozent Amerikaner oder sowas?
Speaker 3Circa, ja, genau.
Speaker 1Und die kommen dann aber wirklich über so Luxury-Suchen oder wie finde ich das?
Speaker 3Das ist rein redaktionelle PR. Ich habe auch, das war 2013, die erste Pressekonferenz, die Pressekonferenz in New York
Speaker 1gemacht. Einfach so für Schallwirt.
Speaker 3Das ist witzigerweise auch wieder dem Tennissport zu verdanken, weil da war eine ältere Dame bei uns im PBI-Tenniscamp. Wir haben seit 40 Jahren eine Kooperation mit einer internationalen Tennisschule. Und durch die sind auch schon immer ein paar internationale Gäste gekommen. Und die Dame ist zu mir gekommen und hat gesagt, ja, du machst ja da Marketing und PR im Stanglwirt. Hast du Lust, mit mir was in New York zu machen? Weil ihr müsst unbedingt in Amerika den Stanglwirt bekannt machen. Weil die Amerikaner lieben alles, so wie sie selbst auch, was ihr seid. Authentic, die ganze Organic Lifestyle, dann Family Run, Music, Traditional Music, History, das sind alles so wieder die Sehnsüchte, die eigentlich die Amerikaner wissen. Und dann habe ich dieser Dame, die war mir so sympathisch, dann habe ich der vertraut und habe zu meinem Vater gesagt, ich würde gerne eine Pressekonferenz in New York machen. Und dann hat er gesagt, das werde ich nie vergessen. Glaubst du, dass da wegen uns einer rumfliegt? Und dann habe ich gesagt, ich glaube das schon und ich würde es einfach gerne probieren. Und dann bin ich dann zu Joan Parker nach New York und die hat mit uns das gemacht.
Speaker 1Also eine Pressekonferenz heißt, ihr habt dann Fachjournalisten für Hotellerie eingeladen? Genau. Und man muss dazu sagen,
Speaker 3die Joan Parker war schon ein bisschen eine ältere Dame damals, um die 70. Und ich bin dann mit meiner Assistentin rüber und habe gesagt, Ramona, wir machen das jetzt auch, wenn drei ältere Damen mit ihrem Notizblock kommen, machen wir auch unsere Präsentation. Und dann war ich wirklich von die Socken, weil dann war es um, wir haben drei Präsentationen gehabt und bei jeder waren 15 Journalisten. Und dann sind wir noch ins, also das waren dann, also echt viele an die 50 oder noch mehr Journalisten. Und das hat richtig was gebracht. Du musst sagen, du musst so beim Dirndl gewandt natürlich. Genau. Richtig. Ganz wichtig. Ja, dann war ich mit dem Dirndl natürlich in New York, in Manhattan. Dann haben mich schon auf der Straße die Leute angesprochen. Und dann sind wir ins Hearst, in den Hearst Tower, wo der Verlag, Hearst Verlag. Und da sind wir dann im 70. Stock raufgefahren, wir zwei im Dirndl. Dann geht diese Tür auf und wir sind in diesem Großraumoffice, wie man es von den Filmen kennt, gestanden. Und da war damals eben Instagram ganz neu und wir stehen da und alle sind gekommen, haben aufgehört zu tippen in ihren Booths und haben gesagt, wie wenn irgendwie zwei Aliens gelandet wären. Und haben dann uns fotografiert und so. Und da haben wir dann eben Condé Nast Traveler, Town & Country, Travel & Leisure, W Magazine, Wall Street Journal, alle haben wir die Interviews noch an die Desks gehabt und bei der Pressekonferenz waren an die 50 bei den drei Terminen.
Speaker 1Also wahrscheinlich ein Termin, der euch dann Millionen am Ende gebracht hat.
Speaker 3Was dann lustig war, das ist immer die Folgewirkung. Dann war Condé Nast Traveler, ist dann durch das auf uns aufmerksam geworden, hat uns einen Mystery Check geschickt, und hat uns dann auf die Goldlist unter den 140 besten Hotels der Welt gesetzt. Auf dieser Goldlist hat uns zum Beispiel dann Sacha Baron Cohen entdeckt. Ach, der Schauspieler? Borat. Genau, Borat. Und ist dann auch mehrfach hierher gekommen, weil ich frage ja dann immer, wie die Leute uns gefunden haben. Und jetzt hat gerade kürzlich BBC Amazing Hotels, das ist ja eine Reihe Hoteldokumentationen, wo zwei Moderatoren in die Rollen der Mitarbeiter schlüpfen, und die haben drei Wochen bei uns gedreht, alles redaktionell, ein Riesenprodukt. Ich habe mich wirklich gefragt,
Speaker 1weil ich bin hier gerade angekommen, da stand vor mir an einer Rezeption jemand aus, Herr der Ringe war es, glaube ich, ne?
Speaker 3Na, Harry Potter.
Speaker 1Fast. Genau, genau, genau. Also, ich habe es wie die Kinder haben es erkannt, ich war so, okay. Genau. Also ihr habt dann, das ist normal, amerikanische oder englische Schauspieler gekommen, das ist nicht so.
Speaker 3Die haben das wiederum über Amazing Hotels und auch Benedikt Kamba-Badges gekommen, hat auf Amazing Hotels das gesehen und so geht das dann so, ja, entwickelt sich das organisch und das passt so gut zu unserer Philosophie, weil alles, was hier passiert, ist schon, seit wir auch die Geschichten von unseren Großeltern, Urgroßeltern erzählt kriegen, ist immer authentisch ehrlich gewachsen. Das ist nie, das war nie beabsichtigt.
Speaker 1Wie ist denn das, um das Business zu verstehen, ist denn das Business am Ende Gastronomie? Ist das der Kern oder ist es das Hotel? Also, wovon lebt ihr am meisten? Was ist das stärkste? Ist es eher der Bereich?
Speaker 5Also, die Hotellerie natürlich. Die Hotellerie-Zimmer ist natürlich der größte Brosten, ist aber auch natürlich die größte Investition auch. Weißt du, das Zimmer lebt ja davon, dass du eine gute Gastronomie hast, dass du eine gute Infrastruktur hast, dass du super Mitarbeiter hast. Das macht ja so das große Gesamte. Wir haben natürlich auch Bereiche im Haus, die jetzt nicht große Business Cases sind, zum Beispiel, so wie die Driving Range zum Beispiel. Lipizzane ist auch eine Sache. Aber, weißt du, der Driving Range, da brauchst du die ganzen Maschinen, das muss immer alles schön sein und das ist jetzt gerade nicht ein großes Business Case. Aber es ist wichtig wieder für uns, als Infrastruktur und als Zusatzangebot. Und auch für die Emotion.
Speaker 3Unser Vater hat damals eben auch die Lipizzane, das war eine Entscheidung für die Emotion der Marke. Und es gibt ja so ein legendären Spruch von unserem, war auch ein lieber Freund von meinem Vater, der Didi Mateschitz, hat gesagt, alles für die Marke. Also im Sinne von, der hat ja auch viele Welten herum die Dose, sag ich mal, ums Produkt geschaffen, was jetzt nicht wirklich ein Geld gebracht hat. Aber alles hat in die Marke und in die Emotionalisierung der Marke eingezahlt. Und intuitiv hat unser Vater das auch immer gemacht. Dass man einfach eine Emotion schafft, was dann eine
Speaker 1Sehnsucht weckt. Das kostet wahrscheinlich ein Heidengeld, hier so ein Gestüte zu unterhalten. Aber es ist am Ende der Sog, der dann darüber kommt. Und dann kann man dann bei der Gastro entsprechend die Kunden dann bitten, auch was zu bezahlen. Es geht um die Ruhe
Speaker 4und es geht um das, dass wenn man ankommt, dass man wirklich durchatmen kann, dass die Seele kann durchatmen. Und bei uns, wenn man hereinkommt beim Hotel, sieht man in die Reithalle hinein und sieht die Lipizzane. Und das ist das Schöne, die Ästhetik und auch die Nähe zu unserer Natur, die Nähe zum Tier ist bei uns überall präsent. Wir verstecken nichts. Wenn man bei uns beim Gasthof reingeht, sieht man die Kühe.
Speaker 1Da gab es dieses Foto, wo in der Gastronomie eine Scheibe war in den Kuhstall. Das ist seit
Speaker 3den 70er Jahren.
Speaker 5Man muss sich vorstellen, das war vorher einfach eine Wand, also eine Stube, da war eine Wand und dahinter sind die Kühe gestanden. Und dann ist das umgebaut, das hat unser Opa noch gemacht, da wurde diese Stube ein bisschen umgebaut und dann ist diese Wand geflogen und dann hat er gesagt, wir sollten da ein Fenster reinbauen und das war nur ein ganz kleines Fenster und unsere Oma hat gesagt, das kannst du nicht machen. Die Leute wollen da nicht zuschauen, wie die Kühe da drinstehen und ihr Geschäft machen und so weiter. Und das will keiner sehen. Dann sind aber die Leute wegen diesem Fenster hergebilgert. Also das war wirklich auch der Start von den Besonderheiten, was sich wer überlegt, aber was kein Marketing-Tool in dem Sinne ist, sondern das ist einfach unser, was wir machen. Wir machen auch, wir haben zum Beispiel auch keine Marketing Strategien oder sowas. Wir machen was, gell, und dann schauen wir, ob das gut ist oder schlecht ist und wenn es gut ist, dann machen wir mit dem Marketing.
Speaker 1Das ist ja wirklich inspirierend, dass einfach viele zuhören, okay, so einfach kann es sein. Fenster im Restaurant, in den Kuhstall und zack, hast du sozusagen Content geschaffen, der dich differenziert, der Leute anzieht.
Speaker 5Aber es muss aber auch zusammenpassen. Du kannst nicht einfach nur ein Fenster haben, sondern die Stube muss passen. Es muss alles und authentisch sein. Bei uns ist es ehrlich, es muss alles ehrlich sein. Alles, was wir machen, ist ehrlich und authentisch. Wir sagen auch zu unseren Mitarbeitern, ihr braucht keinen Arschkriechen, ihr müsst einfach eine ehrliche Freundlichkeit haben. Die Leute lieben es, wenn sie merken, der Mitarbeiter ist gerne da. Und auch nochmal zurück zum Reitstall, zu unserer Reitstelle. Reithalle, wenn man ins Hotel reinkommt, muss man sich vorstellen, die Reithalle war schon vorher da, bevor unser neuer Eingangsbereich da, der ist erst 2000, also im Jahr 2000 gekommen und da hat der Papa draußen, das war ein Parkplatz und da hat er sich so Europaletten hingestellt und hat gesagt, wie hoch müssen wir da sein, wie man dann reinschaut in die Reithalle und dann hat er sich so Paletten hingestellt und einen Tisch und einen Stuhl und irgendwann war die Höhe dann fixiert und dann ist das ganze Hotel um diese Paletten herumgebaut worden. Okay. Ja, das war wirklich spektakulär. Beim Misthaufen muss gleich viel kommen. Ich muss mal auch dazu sagen, unser Misthaufen ist das Zentrum unseres Hauses. Es ist alles um diesen, unser Crewstand.
Speaker 1Also es gibt so eine Stelle, da blickt man aus dem Hotelflur auf den Misthaufen und da hängt so ein Schild, da steht, bitte genießen Sie hier die gute Landluft, tief einatmen. Genau. Da habe ich schon beim Vorbeigehen gesagt, okay, das ist irgendwie Marketing, ein ganz großes Kino. Genau. Man guckt auf einen Misthaufen und jemand dreht den Misthaufen um und schreibt, bitte tief einatmen. Ja, genau.
Speaker 3Weil das habe ich mich mir einfallen lassen, weil die Leute immer so mit der Nase gerümpft haben und dann habe ich mir gedacht, die hängen da jetzt so ein Schild hin.
Speaker 1Das ist natürlich schon wirklich, wirklich, ganz, ganz, ganz, ganz, wann hängt der Schild
Speaker 3da? Ja, seit dieser Gang gebaut wurde, weil vorher musste man noch beim Gasthof rausgehen und dann ins Hotel und dann haben wir einen Übergang gebaut und der geht direkt am Misthaufen vorbei. Und dann haben die. Haben die Leute das jetzt erst nicht gewusst und gesagt, dann riecht es halt ein bisschen nach Landluft. Und dann haben wir gedacht, das ist auch wieder eine Stangelwirt-Philosophie, wir machen aus dem Minus ein Plus. Ja. Also wir drehen es um, das ist die gesunde Tiroler Landluft, bitte tief einatmen.
Speaker 1Also eigentlich das alte Prinzip von der Schnellstraße nach dem Motto, ihr seid in der B-Lage, würde man vielleicht sagen, und dreht das dann aber irgendwie um und entwickelt daraus dann alte Vorteile.
Speaker 3Und sieht, man kann es immer, es geht um das, auf was konzentriere ich mich, konzentriere ich mich auf die Straße oder auf den herrlichen. Auf den herrlichen Ausblick auf den Wilden Kaiser. Und der war ja auch immer da. Aber wie schon richtig gesagt wurde, den hat man vielleicht zuerst gar nicht mehr gesehen und die Gäste haben den aber gesehen und haben gesagt, da muss man die Zimmer rausbauen, auch die Balkone, eigentlich sagt man ja Balkon südseitig, das ist ja eigentlich die Nordseite. Und dann hat unser Vater als einer der Ersten angefangen, die Balkone Richtung Norden auszurichten auf dieses wunderschöne Panorama, die anderen haben alles südseitige Balkone gemacht. Und das ist immer, du musst schauen, auf was. Auf was richtest du deinen Fokus? Eben, und das war bei uns wo immer der Wilde Kaiser.
Speaker 1Aber euch ist ja in den letzten Jahren auch gelungen, also jetzt seid ihr das, macht gefühlt immer weiter zu wachsen, obwohl die Zimmerzahl, die hat es auch zugenommen, aber ich habe geguckt, also meine Größenordnung ist glaube ich so 55, 60 Millionen Euro Umsatz, macht das ganze Business so, derzeit ist es ungefähr. Genau. Und es ist in den letzten Jahren massiv gestiegen, also vor ein paar Jahren waren es erst irgendwie etwas über 40. Ist das alles über den Anbau oder ist das sozusagen, konnte man Preise erhöhen, konnte man mehr. Kann man mehr Gastro machen? Wie hat sich das entwickelt?
Speaker 4Also es war sicher beides. Also wir haben das, wir haben natürlich Preise erhöht und durch diese ganze Infrastruktur, die was man dann auch bietet, konnten wir gut unsere Preise durchsetzen, können wir nach wie vor, da sind wir sehr, sehr glücklich und dankbar. Und es ist natürlich auch das geschuldet dem ganzen Nebenumsetzen, also Nebenangeboten, was wir noch anbieten, der Kulinarik, also den ganzen Events, ja, das macht natürlich auch was aus. Ja, das ist, es ist halt wie bei allem bei uns, es ist ein Gesamtergebnis.
Speaker 1Aber das Wachstum kommt dann wirklich auch aus, sozusagen, mehr Zimmern und mehr Gastro,
Speaker 4nicht. Aus dem Umsatz des Gastes pro Zimmer, also es ist wirklich eine Gesamt, also die Gesamtausgaben, es ist nicht.
Speaker 1Ist das so der Kern-KPI, auf den ihr sozusagen guckt, ist das dann so Pro-Kopf-Umsatz?
Speaker 4Ja, genau, richtig. Es ist für uns ganz, ganz wichtig, dass der Gast sich hier im Haus auch aufhält, also es ist ja nicht, das ist ja ganz was anderes, ob ich jetzt ein Stadthotel oder ein Ferienhotel habe mit so einer Infrastruktur. Mit einer Infrastruktur ist uns ganz, ganz wichtig, dass der Gast sich maximal bei uns im Haus aufhält. Also natürlich der Haupt, das Hauptthema ist das Zimmer, das ist immer so, aber natürlich dann die Kulinarik und dann kommen natürlich Spa, Wellness, das ist ein großer Punkt.
Speaker 3Die Erlebniswelten, die dann drumherum entstanden sind, die Shops zum Beispiel.
Speaker 1Das ist eine eigene Beauty-Linie, habe ich gesehen. Ja, genau. Also ist das auch relevant mittlerweile schon oder ist das eher so.
Speaker 3Ja, ist auf jeden Fall, ist erst vor ein paar Jahren entstanden, drei, vier Jahre jetzt sind, aber es kommt sensationell an. Wir erzielen auch schon sehr, sehr gute Umsätze damit im Haus und ja, und auch über die Marke ist es wieder ein wunderbares Storytelling.
Speaker 1Aber gibt es die Beauty-Sachen auch schon anderswo zu kaufen oder nur bei euch?
Speaker 3Nur bei uns.
Speaker 1Okay, also es soll auch so bleiben?
Speaker 4Ja, also haben wir noch nicht uns die Gedanken dazu gemacht. Also es ist halt immer so beim Stangl, wir haben halt, also es ist wie beim Käse, wir produzieren ja selber unsere Produkte, also wir haben ja die Kühe und produzieren unsere, also wir produzieren Milch und damit produzieren wir den Käse und ganz viele eigene Produkte und den gibt es auch nur beim Stangl wird zu kaufen. Das ist halt etwas Besonderes.
Speaker 5Für uns geht es auch darum, man könnte ja einen Kuhstall bauen mit 200 Kühen, weil wir könnten das sehr gut vermarkten und so weiter, aber wir haben immer so viele Kühe, also immer zwischen 21 und 25 Stück, dass wir genügend Milch für unsere Gäste haben. Also alles, was rund um die Milch ist, also Trinkmilch, dann machen wir eigenen Topfen, Joghurt. Also alles, was am Frühstücksbuffet steht. Trinkschnau-Eis. Eis machen wir auch selber, wir machen viele verschiedene Käsesorten und, aber wir produzieren so viel, wie wir einfach in unserem, in unserem kleinen Dorf. Und das soll so bleiben, also ich wollte jetzt nicht. Nein, das soll wirklich so bleiben. Also ihr seid jetzt nicht auf Wachstum richtig ausgelegt. Nein, es soll doch so sein, das muss ja auch was Besonderes sein, weil wenn man bei uns ist, kriegt man das, man kann es sich natürlich auch nach Hause schicken lassen, wir haben ja auch die große Ehre, dass wir auch bei euch im Büro einen Käse-Live stehen haben. Dank meines Kollegen Jasper hergenommen. Jasper, ja, schaut da dann Jasper ran, mein Freund. Und es ist ja wirklich toll, aber das machen wir eben nur mit, eben übers Hotel. Das Besondere ist, dass man dann,
Speaker 4Entschuldigung, dass man den Stangelwirt dann auch besucht, ja, weil ein Stück Stangelwirt erlebt, das Stangelwirt erlebt man hier vor Ort und ich glaube, das ist dann ganz was Tolles, wenn man dann halt das Produkt, das ist ein Erlebnis, was man dann auch ein Stück weit mit heimnimmt.
Speaker 1Ist es denn denkbar oder war es jemals eine Idee, einen zweiten Stangelwirt zu machen?
Speaker 5Auf keinen Fall. Wirklich nicht? Nein. Also das Stangelwirt, erstens einmal geht es ja auch um die Region, der Stangel, dieser Ortsteil heißt ja auch Stangel zum Beispiel, also das ist da so verwurzelt, wir machen uns natürlich schon Gedanken, gibt es andere Projekte, gibt es was anderes, was wir gut machen können, wir passen da sehr gut zusammen.
Speaker 3Die in der Markenwelt dazu passen. Aber ein Stangelwirt auf Mallorca?
Speaker 5Nein, auf keinen Fall.
Speaker 3Unser Vater hat mal erzählt, dass er die Angebote schon damals gekriegt hat. Das hat er auch zum Beispiel in Winterdestinationen in den USA zum Beispiel. Und dann hat er gesagt, das geht nicht, weil dann die Seele, da muss ein Familienmitglied dort sein, weil das ist ja die Seele des Hauses. Weil wenn man da eine Kette draus macht, dann wie bringst du dann genau diese familiäre Atmosphäre da rein? Und das war damals, hat er gesagt, für ihn dann auch keine Option. Aber er wurde dann als Berater bei ein paar Hotelprojekten dazu geholt, bei einem Hotel, ein Hotelprojekt zum Beispiel in Korea, da wurde ein Hotel Tirol gebaut. Und das wollte Michael Jackson dann kaufen. Auch eine spannende Geschichte, das hat der Mr. Lee, der von den Lee Jeans hat dieses Hotel in Korea in einem Skigebiet gebaut. Und dann ist unser Vater da als Berater dazu gekommen. Also der hat auch ganz spannende Geschichten zu erzählen.
Speaker 1Aber das heißt, er wollte nie, oder ihr sagt pauschal, eigentlich hast du ja gerade gerade gesagt, also dass man das so richtig weitertransportiert, das ist einfach nicht vorstellbar.
Speaker 5Also andere Themen schon. Wir passen so gut zusammen, dass wir uns vielleicht über andere Projekte unterhalten, aber der Stanglwirt fordert auch sehr viel von uns. Also wir geben unser ganzes Herz hier rein. Aber durch das, dass
Speaker 3wir mehr sind, weiß man nicht, ob man vielleicht in der Region, ob es hier noch was ergibt oder so.
Speaker 1Also das ist jetzt alle recht jung, also es wäre noch denkbar, dass man auch noch mal sagt, okay, einer geht vielleicht nochmal nach irgendwie fünf paar Jahren zumindest irgendwo hin. Da kommt ein schönes Sprichwort, kann ich
Speaker 3da dazu sagen, was unser Vater dazu immer sagt. Sag heute nicht, das will ich tun, sag morgen nur, das tat ich nun. Okay, okay. Also du wirst es dann sehen, was in ein paar Jahren, wenn du uns wieder besuchst, dann schauen wir mal.
Speaker 1Aber ich meine, am Ende ist es ja auch so, dass ihr scheinbar noch richtig Reserven habt und man überlegt, dass ihr de facto ausvermarktet seid. Also man muss ja Glück haben, ein Zimmer zu bekommen. Also ich. Ich weiß aus eigener Erfahrung, ich habe mir so gedacht, Mensch, komme ich zum Podcast vorbei, kann ich bestimmt auch noch schlafen. Ging nicht. Also es war voll. Jetzt muss ich euch jetzt auf Peak Time, aber es ist ja bei euch dauerhaft voll.
Speaker 3Wir haben auch zu Weißwurstparty, Hahnenkamm-Zeiten, haben wir auch schon Gäste in die Spa-Kabinen übernachtet. Und jetzt zur Weißwurstparty ist das allen egal, wo sie schlafen, hauptsache sie können
Speaker 4irgendwo schlafen. Oder auch nicht, weil sie machen eh durch.
Speaker 1Genau. Also da müssen wir leider mal über die Party sprechen. Aber lasst uns mal ein bisschen über dieses Buch, also ihr macht kein Booking, ihr macht keinerlei Portale, ihr macht keinerlei Reisebüros, also am Ende alles direkt. Und ist das ein sehr ausgeklügeltes CRM, also dass ihr die Leute regelmäßig anschreibt, dass ihr sehr individuell anschreibt oder wie läuft das CRM?
Speaker 3Da kommt ja das wieder zu tragen, was ich zuerst schon erwähnt habe, wie wir Social Media auch damals aufgebaut haben, nicht als Werbetool, sondern als Community-Tool. Also wir sind sehr stark vernetzt. Wir haben viel Interaktion mit unseren Stammgästen und die sind wiederum die besten Botschafter überhaupt. Also besser geht's nicht. nicht als Mundpropaganda und dann haben wir unser jährliches Stanglwirt-Magazin. Wir sind sehr, sehr eng, wie gesagt, das Ganze mit Newslettern. Unsere Newsletter funktionieren, weil viele sagen, ihr Newsletter könnt es vergessen. Unser Newsletter-Marketing funktioniert sensationell. Dann natürlich das Thema der Stunde KI-Optimierung, da sind wir sensationell unterwegs. Da arbeitet man sehr stark mit den Grounding-Pages. Das kann man sich ja vorstellen wie so ein Mini-Wikipedia, wo wir dann auch gezielt alles befüllen, den ganzen Content, damit unsere potenziellen zukünftigen Gäste uns genau deshalb finden.
Speaker 1Wie viele Stammgäste gibt es denn da? Gibt es wahrscheinlich ein paar tausend oder so
Speaker 3was? 75 Prozent Stammgäste.
Speaker 1Aber sind das dann so?
Speaker 3Die genauen Tausende und mehrere Tausende.
Speaker 4Wir haben über 120.000 Nächtigungen im Jahr. Da kommen schon ein paar Tausend Stammgäste zusammen. Natürlich kann man immer sagen, ab wann ist man Stammgast. Es sind schon mehrere Aufenthalte natürlich dann notwendig, dass man dann auch Stammgast wird.
Speaker 1Und dann kriegt man aber auch ein Vergünstigte-Zimmer oder so?
Speaker 3Wir haben Stammgäste-Treue-Wochen. Da gibt es dann, je nachdem wie viele Nächte man schon im Stangl wird, war Vergünstigungen zu diesen speziellen Wochen. Da schauen wir, dass wir pro Monat immer eine Woche für eine Stammgäste-Treue-Woche widmen. Außer eben nur im August können wir das nicht machen und Dezember. Und ja, es gibt sogar im Januar eine. Aber sonst haben wir eigentlich immer pro Monat eine Stammgäste.
Speaker 1Das ist ja auch eine große Kunst, auf der einen Seite sozusagen dieses Familiäre und dieses Community und Persönliche zu haben. Auf der anderen Seite trotzdem denkt ihr über Pro-Kopf-Optimierung nach. Muss man ja auch. Und man hat ja eine Verantwortung. Genau. Das ist ja auch ein Business.
Speaker 3Wir haben eine Verantwortung auch für 360 Mitarbeiter.
Speaker 1Also es ist ja der schmale Grat. Ihr müsst ja auch die Preise anheben. Manche Stammgäste brauchen Verzögerungen. Nach zehn Jahren habe ich das bezahlt, jetzt zahle ich das. Also da wird es ja welche geben, die fluchen und sagen, oh, das ist mir zu teuer geworden oder ich kann es mir gar nicht leisten. Also es ist ja schon so eine sehr enge Brücke zwischen wir sind eine sozusagen Community und gleichzeitig ist es auch ein Business.
Speaker 4Genau, richtig. Also du hast es ganz richtig gesagt, Philipp. Das ist jetzt die größte Herausforderung. Aber wir konzentrieren uns wirklich sehr, sehr stark neben natürlich dem Marketing, das wir auch immer trennt. Genau, genau, genau. Und das ist auch eine große Herausforderung. Und das ist eine große Herausforderung. Also alles, was auch Marketing betrifft, die Stammgäste sind für uns unglaublich wichtig. Also das ist das, von dem leben wir. Und das ist auch wie bei den Mitarbeitern. Wegen dem ist auch das Mitarbeitermanagement so wichtig, weil unsere Gäste sagen immer, unsere Mitarbeiter, das ist einfach ein Wahnsinn. Ja, die sind super. Wir haben Verbindung. Also die Stammgäste bauen ja auch Verbindung auf. Ja, das sind ja Personen, die jahrelang auch bei uns im Haus arbeiten. Und da kennt man sich, ob das jetzt der Bernd ist von der Bar oder der Küchenchef seit 20 Jahren oder natürlich allen voran die Trixi Moser mit über 36, also mittlerweile 36 Jahre bei uns im Haus. Das sind Familienmitglieder. Und das ist für uns unglaublich wichtig, dass wir das unseren Gästen, dass wir da immer ein heimisches Gefühl vermitteln. Und ja, natürlich immer ein Abwägen, was passt jetzt, wie kriegen wir es am besten hin, um auch die Gäste einfach immer zufriedenzustellen. Und jeder Johannes sagt, wir versuchen es auch immer. Wir sagen halt immer, manche Dinge muss man auch einfach mal versuchen. Und Dinge entwickeln sich auch. Es sind Sachen, wo wir alle drei unsere Ideen einbringen und sagen, okay, ich würde das jetzt gerne machen, ob es jetzt bei mir Dressurtage sind mit der Vierfache. Oder die Olympiasiegerin Jessica Bredow-Werndl. Oder die Maria mit dem Festival der Lebensfreude. Der Johannes mit dem Löffel und Glas. Also wir haben halt immer, das muss man ja auch alles unter den Hut kriegen.
Speaker 1Also verschiedene Events, die stattfinden.
Speaker 4Genau. Und das ist eigentlich das beste Beispiel für das, wie wir auch Marketing betreiben, weil das ist etwas, was uns gefällt. Also wir können unsere Mitarbeiter ins Boot holen, die finden das auch super. Die können sich auch damit identifizieren. Und gleichzeitig ist es was für die Stammgäste und es ist was Neues.
Speaker 5Ich finde, das Thema, wenn man teurer wird zum Beispiel. Also wenn die Stammgäste, die was auch dann, vielleicht sind ein paar dabei, die was sagen wirklich oder fluchen. Aber die meisten sagen auch, die sind ein Teil davon. Weil wir die sehen, dass wir ja alles investieren in den Betrieb. Keiner fährt von uns einen Ferrari. Wir sind, sag ich einmal, bescheidene Leute in dem Sinn. Und die sehen, die sind eigentlich wie Mitunternehmer. Unsere Stammgäste. Und das ist wirklich interessant. Und deswegen glaube ich, dass wenn du transparent fair zeigst, wo das Geld auch hingeht, was die bezahlen, dann funktioniert das. Also es beschweren sich die wenigsten.
Speaker 1Also man kann das auch alles nachgucken. Ich will euch da jetzt nicht mit quälen. So zahlen sie immer. Aber man kann es nachgucken. Fünf, sechs Millionen entstehen jedes Jahr, die man dann neu investieren kann. Und ihr macht das ja auch alles aus dem Cashflow, die ihr dann offensichtlich nehmt. Und dann sagt, okay, jetzt haben wir wieder ein Jahr gehabt. Also sind jetzt fünf, sechs Millionen dazugekommen, die wir jetzt nehmen. Und dann baut ihr eine neue Anlage oder sowas. So ist das scheinbar.
Speaker 5Jetzt musst du dir vorstellen, zum Beispiel energietechnisch. Also was wir jetzt investiert haben, um uns zu versorgen, das ist irre. Wenn ich das kurz vorstelle. Kurz erzählen darf. Also ein normales Hotel in der Größenordnung würde wahrscheinlich mit Gas sich heizen und den Strom einkaufen. Für uns war das Thema oder für den Vater auch schon in den 70er Jahren, der wollte das nicht. Mit Öl und so weiter. Der wollte regional schauen, wie können wir die Energie herkriegen. Und dann hat er schon ein Hackschnitzelwerk gebaut. Also mit Rinden, die aus der Sägeindustrie rauskommen. Da hat er das Haus beheizt. Die ist aber jetzt nach 40 Jahren einfach fertig gewesen. Jetzt haben wir gesagt, sollen wir das wieder machen? Das wäre jetzt das Einfachste gewesen. Aber das Thema ist ja das CO2. Die Erderwärmung ist da. Und wenn du Holz verbrennst, geht natürlich CO2 in die Atmosphäre. Das ist so. Natürlich ist das CO2 neutral dann, weil der Baum hat schon mal im Leben dieses CO2 gespeichert. Jetzt ist es aber so, wir wollten dieses Werk schon bauen. Wir waren schon wirklich dabei, also Endplanung und so weiter. Dann ist aber dann ein Nachbar von uns zu uns gekommen und hat gesagt, ihr werdet doch nicht eine Technologie einbauen, die was 50 Jahre alt ist. Dann haben wir gesagt, ja, wüsstest du was Besseres? Dann sagt er, ja, ich arbeite da bei einer Firma, die heißt Zündkraft. Und die schafft es, das CO2 im Holz zu belassen. Also man nimmt schon Holz her. Wir haben extrem viel Holz bei uns in der Region. In Österreich werden nur vier Vierzig Prozent des Holzes geerntet, was geerntet werden sollte, damit wir gesunde Wälder haben. Und deswegen haben wir gesagt, okay, wir machen das jetzt mit Holz und wir gehen her und bauen dieses Zündkraftwerk. Und das Endprodukt, also wenn du Holz verbrennst, hast du Asche. Aber in diesem Zündkraftverfahren hast du als Endprodukt gebundenes CO2 in Pflanzenkohle. Und das ist jetzt für uns wieder als Landwirtschaft gewaltig. Wir nehmen das dann als Düngemittel her auf unseren Feldern. Wir verkaufen das nach außen. Also es ist wirklich, es ist wirklich, es ist wirklich ein sehr guter Weg. Es ist wirklich eine geniale Geschichte.
Speaker 1Und der typische Stange, der Pate für dieses neue Kraftwerk ist, glaube ich, Joko Winterscheidt. Genau, es ist eine super lustige Geschichte.
Speaker 5Ich habe Joko angerufen und gesagt, wir sind auch sehr gute Freunde. Ich habe gesagt, Joko, da wäre jetzt was für dich. Er hat ja die super Show, The World's Most Dangerous Show auf Amazon gemacht, wo es ja um das Thema geht, wie können wir CO2 einsparen, beziehungsweise zurück in die Erde bringen. Und dann habe ich ihn angerufen und habe gesagt, du Joko, da wäre jetzt was. Und ich finde es ja genial, wie er das macht. Und er hat gesagt, er wird für das, hinter dem er steht. Und dann hat er zu mir gesagt, Janis, ich glaube dir das, aber ich muss das so, das muss man prüfen lassen, ob das so ist, dass wir das erste Hotel auf der Welt sind, das was klimapositiv Strom und Wärme erzeugt. Und dann hat er mir da einen Ökonomen empfohlen, der heißt sogar, ist unser Namensvetter, aber nicht verwandt, also nicht voreingenommen, Philipp Hauser. Und der hat, der prüft dieses Sachen für den Joko, ob das wirklich so ist. Und dann ein paar Tage vor der Eröffnung, ich habe gar nicht mehr damit gerechnet, hat der Joko mich angerufen und gesagt, du Janis, es ist ja noch viel besser, als du gesagt hast. Und ich habe gesagt, ja, das ist jetzt einmal super, habe ich auch selber nicht gewusst. Und dann haben wir eben so richtig toll gesehen, wie viel wir dazu beitragen, um eben das CO2 wieder zurück in die Erde zu bringen, was wirklich eine tolle Geschichte ist. Was ich ihm damit aber sagen wollte, ist eigentlich das. Bei uns geht die Hauptfrage, die wir uns immer wieder fragen, ist, wie viel CO2 ist. Und die Antwort, Gasleitung von Tirol, geht genau bei uns vorbei. Also wir hätten einfach nur da anschließen müssen und hätten dafür, schätze ich mal, weiß ich nicht, ein Million Euro vielleicht, da ein neues Gaswerk gehabt und hätten gesagt, perfekt, bei uns ist es warm. Und wir haben aber für 12 Millionen Euro dieses Werk gebaut, wo wir uns auch intern, wo wir uns auch wirklich lange überlegt haben, machen wir das oder großen Entscheidungen ist wichtig, dass wir alle drei dahinterstehen. Damit wir uns danach auch in die Augen schauen können und sagen, du, das wäre wirklich schlimm, wenn einer von uns sagen würde, ich will das nicht, dann machen wir das auch nicht.
Speaker 1Seid ihr alle gleichzeitig hier mehr oder weniger reingerutscht? Du warst wahrscheinlich als Erster da, ne? Genau. Wie im
Speaker 3Leben, die Reihenfolge ist genauso krumpelig. Ich bin die Älteste von uns drei, dann war ich als Erste, dann die Elisabeth, dann der Johannes.
Speaker 1Aber ihr seid alle jetzt, auch alle stimmen gleich, sozusagen, alle dürfen jetzt gleichermaßen mitreden?
Speaker 5Das Gute ist ja das, wenn du zu dritt bist, ist es wirklich ideal. Wenn man zu zweit wäre und sich uneinig ist, dann ist es ja schwierig, dass du auf eine Lösung kommst. Und so wie wir das jetzt haben, manchmal ist es so, dass zwei mehr einer Meinung sind und bis zu einem gewissen Grad an, sage ich mal, auch finanziellen Themen, kann man das auch zu zweit entscheiden, auch alleine. Aber wenn es um große Themen geht, wo es wirklich um ein paar Millionen Euro ist, wo es auch wirtschaftlich… Wo es wirtschaftlich so wichtig ist, dass wir das auch wieder reinholen danach. Das wäre eine Katastrophe, wenn da einer nicht dafür wäre und man kann da nicht dieses Ergebnis liefern, dann würde ich ja der immer sagen, ich habe es euch ja gesagt. Und deswegen sagen wir, da machen wir lieber was nicht. Das ist auch so, machen wir lieber was nicht, was einer eine Idee hat.
Speaker 4Und das große Glück ist auch, dass wir ja, wir sind ja in ganz unterschiedlichen Bereichen. Ich glaube, das ist das größte Glück. Wenn man sich jetzt ein kleineres Hotel vorstellt… Wenn man sich jetzt ein kleineres Hotel vorstellt und dann müsste die Maria und ich, wir würden uns ja dann irgendwann auf die Füße steigen, dass man dann sagt, okay, du machst das Marketing, du musst aber auch, das wird ja gar nicht Platz haben. Der Betrieb ist Gott sei Dank, das hat der Vater wirklich wunderbar so aufgebaut. Wir hätten wirklich noch Platz für viele, viele oder haben noch Platz für viele, viele Familienmitglieder. Aber unsere Interessen, unser Fokus, wie wir eingangs ja beschrieben haben, ist ja ganz unterschiedlich und das ist wirklich göttliche Fügung, dass wir jeder andere Vor…
Speaker 3Was da aber uns alle vereint, wir haben unterschiedliche Schwerpunkte, unterschiedliche Talente, unterschiedliche Interessen, aber uns vereint alle das gleiche Ziel und zwar, dass wir es gesund in die nächste Generation tragen. Das ist ja keine Gewinnmaximierung kurzfristig, was man da überlegt, wie es oft bei Business Cases halt der Fall ist, sondern unser Denken ist sehr langfristig und ich glaube, das sieht man bei der Stange wie Bioenergie am besten als Beweis, dass man langfristig denkt in Generationen.
Speaker 1Und aber, ich sage mal kurz, eure Mutter, weil die jetzt noch gar nicht erwähnt wurde, die ist aber auch all die Jahre dabei gewesen, hat auch hier mitgearbeitet und ist auch sozusagen Teil des Projekts, wenn man so will.
Speaker 2Die Mama ist unglaublich wichtig.
Speaker 5Die Mama ist ein Bauern-Mädchen aus Reiting-Winkel, also wir sind ja halbe Bayern, deswegen hängt auch bei uns draußen die bayerische Flagge. Ich glaube, das kann man jetzt auch kurz sagen, das war jetzt gerade mal der Ministerpräsident Söder bei uns im Haus kurz und hat dann auch gesagt… Hier ist Bayern. Hier ist Bayern. Die war nicht aufgehängt, hat für uns und mir gesagt, nein, nein, die ist nicht für dich.
Speaker 3Die war schon für unsere Mutter aufgehängt.
Speaker 5Genau, und sie ist eben ein Bauern-Dirndl, ist selber auch sehr musikalisch, sie singt sehr schön, ist auch durch das Sängertreffen, wir haben einmal im Jahr ein Sänger- und Musikantentreffen, wo sich die besten Musikanten aus dem alpinen Raum, wirklich Volksmusikanten, nicht volkstümlich, sondern ganz echte Musik treffen sich da bei uns. Also ohne Strom. Ohne Strom. Genau. Anplagt. Und das anplagt Musiker. Und das aber schon seit mittlerweile über 70 Jahre.
Speaker 3Das haben unsere Großeltern schon gegründet.
Speaker 5Genau, und das ist ein ganz besonderer Tag auch für uns, das ist immer im November, da kommen eben die Musikanten zusammen. Ich sage immer, an diesem Tag beseelen wir unsere Wände. Und da wird überall Musik gespült und einfach die Musik, die uns auch so gefällt. Und durch dieses Fest ist meine Mutter hergekommen. Sie war selber auch eine Musikantin. Ihre Onkel wohnte da bei uns Sänger. Und so ist sie hergekommen und da hat sich der Papa in sie verschaut. Und hat dann, ja genau, und so ist das dann persönlich gekommen.
Speaker 1Das ist ja bei euch eine unfassbar so stimmige Geschichte, wie auch ein traumhaftes Leben zu haben, jetzt hier so einen Hof zu betreiben. Klingt jetzt auch natürlich wahrscheinlich entspannter, als es am Ende ist, weil es ist ja schon sehr viel Arbeit, aber zu dritt und mit dem ganzen Team. Aber gab es denn größere Herausforderungen jetzt neben Corona, wo ihr sagt, okay, das ist schon, ich meine, ich höre eigentlich von Gaströhren, ganz vielen Stellen, wie hart es geworden ist, wie schwierig es geworden ist, Wettbewerb ist überall da. Bei euch ja wahrscheinlich auch, oder ist.
Speaker 5Wir nehmen Herausforderungen aber täglich an. Wir lassen sie nicht so auf uns, wir lassen sie nicht auf, also, dass das immer größer werden muss. Wir gehen täglich und schauen, was ist heute die Herausforderung. Die Maria hat es
Speaker 4zuerst vorher super gesagt. Es ist immer die Frage, wo du dir den Fokus drauf richtest. Mitarbeiter zu finden, ist eine Riesenherausforderung. Gäste dauerhaft glücklich zu machen, ist eine Riesenherausforderung. Es ist aber, ich sage eben, ich denke mir immer, wie setze ich meinen Fokus. Ich liebe es, mit den Mitarbeitern zu arbeiten und mache das so, so gerne. Und dann macht das auch ganz anders Spaß und die Maria macht es gern, dass sie Gäste für uns begeistert. Und es ist wirklich so, wie man den Fokus drauf legt, weil Herausforderungen, das wird uns unser ganzes Leben begleiten. Da gibt es immer, natürlich. Es ist natürlich, wir könnten sicher einige sagen, das ist jetzt einfach zu sprechen, wenn man halt hier über 90 Prozent Auslastung hat. Und wenn das alles so super läuft, wie du richtig sagst, mit einem super Team, das ist täglich harte Arbeit. Und täglich muss man ganz, ganz viele Entscheidungen treffen.
Speaker 1Also arbeitet ihr auch alle drei, wirklich so sechs, sieben Tage die Woche? Ich muss mich so vorstellen.
Speaker 4Ja, wir sind in der Operative voll mit dabei. Und das heißt auch, täglich irgendwie hat man halt irgendwas zu tun.
Speaker 1Also täglich heißt das schon sieben Tage die Woche?
Speaker 3Auf jeden Fall, ja. Ja, mittlerweile ist man. Ja, über unser liebes Handy, ständig erreichbar, WhatsApp, E-Mail. Auch die Gäste schreiben teilweise persönlich WhatsApp, E-Mail. Und wenn sie hier sind, was man für sie organisiert.
Speaker 1Schreiben Gäste dir persönlich und sagen, Mensch hier.
Speaker 3Ja, kannst du mir da mit der Buchung helfen? Oder wenn sie da sind, kannst du mir das und das arrangieren. Das machen wir gerne. Ich habe jetzt vor 14 Wochen mein drittes Kind bekommen. Und bin trotzdem im Krankenhaus mit dem Kind. Und habe halt dann die WhatsApp gemacht, wenn es gerade angestanden hat. Und das macht man gerne. Das ist so, sind wir aufgewachsen. Es ist ja auch unser Daheim. Genau. Und unsere Eltern sind ja tagtäglich da.
Speaker 1Wohnen die alle hier so in der unmittelbaren Nähe? Also alle so Laufdistanz?
Speaker 5Ja, wir sind im Haus aufgewachsen. Wir sind, wir haben da genau, beim Gasthof unten haben wir eine Wohnung. Da wohnen die Eltern noch immer. Wir sind da. Wir sind da aufgewachsen. Wir haben uns zu dritt ein Zimmer geteilt auch. Und es war eine wunderschöne Zeit hier aufzuwachsen. Also als Kinder, das war ja fantastisch. Die Gästekinder. Und deine Kinder machen es auch genauso.
Speaker 1Die laufen auch herum.
Speaker 3Das ist so schön, weil jetzt so spielen die Kinder von denen, mit denen wir gespielt haben, als Kinder wieder mit unseren Kindern. Also es geht auch bei den Gästen wieder weiter mit den nächsten Generationen. Das ist wirklich wunderbar.
Speaker 4Wir sind ein Mehrgenerationenhaus, als Familie, als die, was es führt, als auch für unsere
Speaker 1Gäste. Und sag mal, die Mitarbeiter, das ist auch kein Problem, da bewerben sich genügend Leute. Ich meine, 300 Leute in der Gastro zu finden, die dann auch die Qualität haben, die Lust haben. Das ist ja schon ein harter Job.
Speaker 4Also die, für mich ist immer am wichtigsten, dass wir alle oder für uns alle ist die Mitarbeiterbindung extrem wichtig. Und das ist wie beim Gast. Der, der selber da war, der macht die beste Werbung und das ist für uns auch unglaublich wichtig, dass wir ein guter Arbeitgeber sind, der was halt einfach auch gut über uns spricht und sagt, da musst du arbeiten kommen. Es ist natürlich phasenabhängig. Nach Corona war es sehr, sehr schwierig für die ganze Branche. Also das war teilweise echt herausfordernd, da auch für uns natürlich, wir sind dem auch nicht gefeiert. Das ist für uns auch oft schwierig, wenn man so…
Speaker 1Macht das alles deutschsprachige Leute? Die müssen ja Deutsch können?
Speaker 4Nein, nein. Das ist bei uns nicht so, dass es gibt sehr viele, wo jetzt nur noch Englisch sind. Aber im Vordergrund natürlich am Gast ist Deutsch sehr, sehr wichtig. Aber das hat sich auch verändert. In der Küche ist es oft englischsprachig und da sind wir schon auch sehr, es kommt immer auf den Menschen drauf an. Aber es ist eben, ja, wie es halt entsteht, es ist halt für uns wichtig, dass wir ein guter Arbeitgeber sind und dass wir für die Leute immer gute Arbeitsbedingungen, einen guten Arbeitsort haben, aber auch für uns und das ist halt auch etwas, was man sicher bei den Gästen oft auch sagt, wie du vorher richtig gesagt hast, man ist voll, man bekommt kein Zimmer. Das ist für uns auch eine Herausforderung und die Herausforderung ist auch, wenn man denkt oder meint, aber im Stanglwirt, da brauche ich mich gar nicht bewerben, das ist, da komme ich gar nicht rein, da brauche ich gar nicht. Ist das so? Ja, da haben ja einige schon gesagt, dass ihre Familien sie überredet haben, die Bewerbung abzuschicken und das ist auch nicht so, also das ist ganz, ganz wichtig zu sagen, wir sind einfach eine, wir wollen wirklich gute Gastgeber haben, wir können nicht jeden Tag bei jedem Gast sein. Für uns ist es unglaublich wichtig, ein tolles Team zu haben und wenn man das gerne macht und gerne einfach beim Gast ist und das einfach einem das Herz berührt, weil das einfach eine der schönsten Branchen der Welt ist, weil wir sind immer in den tollsten Zeiten bei den Gästen. Wenn man euch zuhört, dann
Speaker 1möchte man direkt ein Restaurant oder ein Hotel eröffnen, aber bei den Menschen ist das ja nicht so einfach, glaube ich. Genau, aber du musst halt selber
Speaker 4sagen, man muss halt auch, wir haben, was wir seit Jahren machen, ist, dass wir die Mitarbeiter nicht nur nach ihren Qualifikationen, nach ihren sondern nach der Persönlichkeit und ob sie auch zum Hotel passen, zu unserer Philosophie passen. Und der Rest, man kann ganz viel beibringen. Aber wie machst du denn die Schulung? Gibt es eine Academy? Genau, wir bilden ganz, ganz viele Mitarbeiter aus. Wir haben ganz, ganz viele Quereinsteiger. Also wir haben ganz viele, die plötzlich in den Abteilungen wechseln, die kommen als Bademeister und sagen, ich bin eigentlich super Masseur. Ja, passt super, mach sofort, geht, starte, los, haben wir jetzt wieder aktuell. Oder wir hatten einen Melcher im Kuhstall, der wollte aber unbedingt dann, der hat gesagt, ich möchte Koch werden. Ja super, wir bilden dich aus, mach die Küche. Also es ist einfach, wir bilden Menschen, wir bilden Persönlichkeiten aus und wir sind da ganz, ganz stolz drauf, dass wir so viele Menschen ausbilden dürfen in eben unserer Talenteschmiede und auch ganz, ganz viele Auszubildende. Also wir haben knapp 40 Auszubildende. Das ist mir ein ganz großes Herzensprojekt, junge Menschen zu begleiten in ihrer Ausbildung. Wenn man bei uns durch das Haus läuft, wird man bemerken, wie viele extrem gute junge Menschen hier unterwegs sind. Also ich muss hier echt der Lanze brechen für junge Menschen, die sich echt bewusst für die Gastro entscheiden und das so super machen und so toll.
Speaker 1Also ich würde den Leuten generell empfehlen, ein Hotel nochmal aufzumachen. Also ihr habt es jetzt ja sozusagen übernommen, aber wenn jetzt jemand kommt und sagt, ich habe das jetzt gehört und das würde mir auch Spaß machen. Unbedingt. Ja, wenn du ein USB
Speaker 5hast, wenn du irgendwas hast, wo du sagst, okay, das ist was so Besonderes, und ich stehe voll hinter dem, das ist wichtig, weil du kannst nicht, wenn du eine gute Idee hast, und das aber sagst, ja gut, aber ich will ja selber gar nicht da sein oder wie auch immer, dann bringt es nichts. Aber so wie wir das machen, du hast ein USB und du schaust einfach, dass du für jeden, für einen Gast, für Mitarbeiter, auch für einen selbst, immer das Beste rausholst. Genau. Wir haben, Elisabeth, vielleicht noch dazu sagen, wir haben auch eine Mitarbeiterresidenz gebaut. Das wollte ich auch schon sagen. Wir haben, gleich neben dem Stanglwirt, haben wir ein großes Gebäude, ein Gebäude gebaut mit über 150 Wohnungen, wo wirklich alle gedacht haben, die bauen da jetzt nochmal ein Hotel. Es schaut auch von außen aus wie ein Hotel. Alle Zimmer Richtung Kaiser, also natürlich nicht alle, aber wirklich wunderschönste Zimmer.
Speaker 4Alle mit Garten oder Terrasse.
Speaker 5Eigenes Gym. Belkon, eigenes Gym. Genau, also jede Wohnung hat wirklich eine eigene Küche drin, einen begehbaren Kleiderschrank, ein großes Doppelbett. Für die Mitarbeiter. Für die Mitarbeiter.
Speaker 1Das heißt, am Ende lernt man von euch auch so ein bisschen, nicht zu maximieren, sondern ihr seid sehr stark in dem Optimierungs-Game. Genau. Also nicht im Maximierungs-Game. Absolut. Genau. Also das muss man, also auch Wachstum, ihr gebt euch keine Wachstumsziele, habt jetzt nicht irgendwie einen Businessplan, wo steht, im nächsten Jahr müssten das im Umsatz fünf Prozent mehr sein oder sowas?
Speaker 3Es gibt ein schönes Sprichwort von unserem Vater, was alles zusammenfasst. Das Optimum ist früher erreicht als das Maximum.
Speaker 1Okay. Okay. Und das möchte er ja.
Speaker 4Das
Speaker 3Optimum, also das ist, es ist natürlich
Speaker 4schon so, immer wir sind alle ehrgeizig, ehrgeizig und man sagt schon, okay, das wäre jetzt noch cool, wenn wir das noch optimieren würden. Wie du richtig sagst, das ist immer, wir haben immer so Ideen, dass man sagt, okay, das soll ja auch was bringen, weil du willst ja auch gute Mitarbeiter halten, die kosten Geld, du willst Top-Qualität. Also ein bisschen Wachstum ist schon das Ziel.
Speaker 1Das muss sein. Das ist natürlich, weil du bist ja auch. Wachstum, Wachstum kann man schaffen im Jahr?
Speaker 4Ja, fünf bis sieben Prozent ist schon immer gut, weil es ist halt, wir sind ja sehr, also die Hotellerie ist extrem anlagen- und kostenintensiv. Ja. Wir haben eine extrem stark große Anlage, ja, das kostet sehr viel Geld. Wir haben Mitarbeiter, die ständig Mitarbeiterkosten steigen, laufen. Die letzten Jahre waren extreme Herausforderungen, was die Kosten für die Mitarbeiter betrifft. Also wir sind davon abhängig, die Preise auch dementsprechend durchzusetzen, um die Qualität zu halten. Das ist, wir wollen niemals bei der Qualität einsparen. Das heißt, wir wollen laufend investieren in die Zimmer. Wir wollen laufend investieren in Restaurants, in eben und in die Ausführungen. Ausbildung der Mitarbeiter bis hin zum Kleinsten überlegen wir uns. Die Investitionen, die Mitarbeiterresidenz waren 20 Millionen.
Speaker 3Genau. Ja, heutzutage wird es das. Okay, und das habt ihr vor ein paar Jahren gebaut?
Speaker 1Ja. 2020. Das würden andere drei Hotels bauen.
Speaker 3Direkt vor Corona. Und das war dann unser großes Glück, weil wir sind genau fertig geworden vor dem ersten Lockdown und dann sind die Mitarbeiter alle da geblieben. Und das war natürlich, da konnten wir in der ersten Minute, nicht am ersten Tag, sondern in der ersten Minute nach dem Lockdown wieder eröffnen. Warum? In der ersten Minute, wir haben einen Mondschein-Check-In dann gemacht und haben um 0:01 wieder eröffnet. Und dann, weil wir gesagt haben, in unserer Geschichte gab es seit 250 Jahren keinen freiwilligen Ruhetag. Und das war ja eine erzwungene Ruhephase. Und dann haben wir um 0:01 wieder eröffnet und das war so, also ich werde das nie vergessen, da sind dann die Autos vorgefahren wie bei einem Red Carpet Event, ein Auto nach dem anderen um 0:01. Und dann haben wir schon gewartet draußen, es war bitter kalt und die haben draußen gewartet. Genau. Und wir dachten, da
Speaker 5kommen nicht viele, da werden ja nur ein paar kommen wahrscheinlich. Wir sind voll gewesen. Da sind aber alle gekommen.
Speaker 3Familien haben eingecheckt und mit der Nacht mit Babys auf dem Arm. Und die Grenzbeamten in Kiefersfelden, wo man ja von München zum Stangelwirt fährt, haben gesagt schon zu den Leuten, fahrt ihr auch zum Stangelwirt, weil alle, die um die Zeit über die Grenze gefahren sind, sind zum Stangelwirt gefahren. Und da sind wir wieder bei der Philosophie aus dem Minus ein Plus zu machen.
Speaker 1Ja. Was habt ihr noch auf eurer Bucketlist, was ist denn noch sozusagen geplant in den nächsten Monaten oder Träume? Was ist denn noch?
Speaker 5Schaut, das Schöne ist, dass wir machen ja jedes Jahr so ein bisschen, wir Geschwister, so ein Meeting, wo wir über das reden, was wir jetzt die nächsten fünf Jahre machen. Wir schauen, was war gut die letzten Jahre, was machen wir in den nächsten fünf Jahren. Und man muss echt sagen, es kommen so viele Sachen auch, wie das zum Beispiel das Kraftwerk, was wir jetzt gebaut haben und so weiter, das kommt irgendwie auch so immer dazwischen. Also wir haben so eine riesige Bucketlist. Sagen wir mal ein, zwei. Nein, ganz wichtig, was jetzt zum Beispiel jetzt ansteht, ist auch das Thema Jugendliche. Weil das hat sich ein bisschen verschoben. Schaut, der Kinderbauernhof, das war früher so, dass da die Kinder bis zwölf, dreizehn oben waren. Das hat sich verändert. Ein zwölf-, dreizehnjähriger heutzutage ist schon viel zu cool für einen Kinderbauernhof, zum Beispiel. Und der braucht jetzt ganz was anderes. Der braucht Action, der braucht Parkour, der braucht Kletterwand, der braucht auch so Themen mit Community. Genau.
Speaker 3Und das bedient man natürlich sehr stark über die ganzen Sportanlagen, mit Tennis, Reiten, Golf, etc. Aber jetzt werden wir eben, aber wie gesagt, wir verraten ja nie zu viel. Erst hinterher. Erst hinterher. Aber da werden wir einiges dann angehen. Und was uns aber wahnsinnig freut, wenn wir von den nächsten Generationen reden, dass ganz viele Familien sagen: Unsere Teenies, die wollen nirgends mit uns in Urlaub fahren, aber zum Stanglwirt wollen sie alle mit. Weil das ist cool. Das ist hip. Da kommt dann wieder das Ganze, natürlich, Social Media auch zu tragen, große Leuchtturm-Events, die Begehrlichkeit wecken, wo die Leute sagen: War cool, der war da, jetzt war er gerade. Adasaci war da beim World Changer Event und da, das inspiriert dann die Jugendlichen: Ich möchte da auch mal hin. Und dann entscheiden auch die Jugendlichen, dass sie gerne daherkommen wollen und entscheiden das für die Familie. Auch zum Beispiel die Tochter von Jessica Alba, die ist jetzt mit ihren Freundinnen, die haben die Highschool fertig und ist mit sieben Freundinnen, hat sie einen Europatrip gemacht, bevor die alle ins College gehen und die waren dann in Amsterdam, irgendwo in Kroatien und Stanglwirt.
Speaker 1Woher kanntet ihr euch?
Speaker 3Weil sie mit Jessica Alba schon miteinander als Familie hier war. Jessica Alba war jetzt auch schon dreimal in drei Jahren bei uns.
Speaker 1Aber auch die kam einfach so durchs.
Speaker 3Das war eine total nette Geschichte, weil ihre Make-up-Artist ist eigentlich eine gebürtige Tirolerin und die lebt aber schon ewig in L.A. und hat auch damals schon bei uns geheiratet und so. Und das ist eine Freundin von mir und die hat gesagt, die Jessica Alba wird so gut zum Stangl passen, die wird sich da so wohlfühlen und der muss ich das unbedingt mal empfehlen und dann ist sie hergekommen und dann hat sie eine persönliche Freundschaft entwickelt und so ist das dann über die Jahre entstanden. Und jetzt ist die Tochter und das finde ich einfach super, wenn die einen Girls-Trip planen und dann sagen: "Hey, wir kommen mit sieben Mädels in der Runde zum Stangl."
Speaker 1Aber diese ganzen Freundschaften, das ist jetzt nicht bei euch Strategie. Ich meine, du bist mit Joko befreundet oder du rufst sie mal eben an, du rufst mal eben bei Jessica Alba an. Das ist ja auch schon. Das ist jetzt nicht so, dass man sich das überlegt, sondern es ergibt sich.
Speaker 3Es ergibt sich. Das kannst du dir nicht überlegen. Also sowas. Das entsteht. Schwierig. Freundschaften zu erzwingen ist ganz schwierig.
Speaker 1Ja, aber Kontakt. Ich meine, viele Leute wollen ja Netzwerken, die wollen ja. Scheiße. Hört sich. Na, ich glaube.
Speaker 3Das machen wir auch, genau. Nein, wenn du. Wenn du dir das so überlegst mit der Intention zu netzwerken, dann geht es nicht. Weil diese Menschen haben ganz ein feines Gespür. Du musst dir mal überlegen, wie die ganze Welt will was von denen. Und irgendwann willst du einfach nur noch den Rückzug und beschützt werden und deine selige Ruhe. Und wenn die bei uns anreisen, dann lassen wir die einfach in Ruhe und dann entsteht das in zwischenmenschlichen Gesprächen, oft ist man in derselben Lebensphase gerade, und was auch ganz spannend ist. Das hat mir auch ein Mitarbeiter erzählt, der inzwischen in einem anderen Hotel, der hat ein Managementangebot gekriegt und war bei uns aber zuerst Langrezeptionist und der kommt aber immer noch als Gast. Und der hat gesagt: "Maria, ich bin in einem Hotel, da kommen teilweise ähnliche Gäste wie beim Stanglwirt, aber die sind da ganz anders und eher so zurückhaltend und beim Stanglwirt, da öffnen sie sich irgendwie." Und das ist, glaube ich, die. das hat mir mal jemand gesagt, da gibt es einen lateinischen Begriff, Eugenius Loki heißt er, der Geist des Ortes. Und dieser Ort da hat so eine besondere öffnende Art, dass man sich da auf menschlicher Ebene begegnet.
Speaker 1Aber kriegt ihr das überhaupt nicht mehr mit? Also wenn solche Menschen, Prominente hierher kommen, ist dann sofort, wenn die Buchung reinkommt, sagen die, hey, hier. Ich glaube, dass das auch
Speaker 3ein Erfolgsrezept ist, dass wir die Leute nämlich nicht googeln. Da war zum Beispiel mal der Manager, also der Chef von Harrods London, der ist über eine gemeinsame Freundin das erste Mal hier angereist. Und ich habe mich halt dann gekümmert, weil ich ja gewusst habe, der kommt über die gemeinsame Freundin, habe ihn begrüßt und so weiter. Und dann hat er gesagt, ja, ich habe ja vom Stangelwirt gehört über meinen Boss. Dann denken wir ja, das Harrods London, das gehört durch den Scheich von Katar. Dann sage ich ja, war der bei uns? Sagt er, ja. Das haben wir gar nicht mitgekriegt. Und das ist wirklich total. Ich glaube, dass das auch wichtig ist, dass man diesen Gläser.
Speaker 1Melden euch, sagen wir mal, dass irgendwelche Prominenten über Instagram schreiben, sagen, hey, hier, ich würde gerne bei euch reservieren oder sowas.
Speaker 5Das schon, das sicher, ja. Aber wir behandeln jeden, wir sagen bei uns immer, Bauer trifft Beckenbauer. Das ist für uns so wichtig. Jeder sollte einfach komplett gleich sein. Und es ist auch, dass beim Sascha Baron Cohen zum Beispiel, da war es wirklich witzig, weil der war unten im Restaurant, der war unter einem falschen Namen eingebucht. Und den hat irgendwie keiner so erkennt, dass du den nicht kennst, so nicht. Er ist ja nicht als Orat gekommen. Genau. Und dann bin ich aber hingegangen, hab ein bisschen zugehört am Tisch, so ja, jetzt ist es englischsprachig und dann die Frau damals, die Isla Fischer. Irgendwann bin ich dann hingegangen und hab gesagt, ja, I think I know who you are. Irgendwie sowas. Dann haben wir uns da sehr gut verstanden und waren auch total locker. Und dann hat er gesagt, schau, er kann sich, weil der kriegt extrem viel auch so Hass. Ist logisch, wenn er so, er kritisiert so viele Leute. Er muss sich immer so verstecken. Und das hat er sich dann, bei uns hat er sich voll geöffnet. Er ist mehrmals gekommen, ist immer, geht mit uns auf die Alm, hat seine Kinder, der liebt's da. Und hat mir das dann auch so gesagt, dass das sowas Besonderes ist, dass er kann bei uns jetzt mit seinem echten Namen quasi einchecken.
Speaker 3Ja, das ist auch ganz spannend, wenn man so beobachtet, wie viele dann zuerst noch mit Sonnenbrille, weil sie es so gewohnt sind in Hotels. Deshalb gehen ja viele eher in private Häuser oder auf Yachten und so, um ihre Privatsphäre zu haben. Und wenn sie im Hotel sind, sind sie dann oft einmal zuerst. Und dann merkst du über die Tage, wo sie da sind, wird das immer, kein Hoodie mehr, kein Käppi mehr, keine Sonnenbrille. Und da möchte ich echt einen riesen Dank aussprechen, auch an das ganze Team und auch an die ganzen Gäste, die das so respektieren und den Leuten auch ihre Ruhe wirklich gönnen.
Speaker 1Gab es denn für euch Leute bislang, wo ihr selber gesagt habt, krass, dass diese Person jetzt hierher kommt, obwohl ihr selber überrascht wart, wo dann okay, war es dann eher so, als Kinder die Klitschko hier zu haben? Oder gibt es noch heute, wo ihr selber denkt, okay, das wird ja schon mal, da bin ich doch noch ein bisschen nervös.
Speaker 4Ich hatte ein Erlebnis, das war, ich habe am 17. Jänner Geburtstag und am gleichen Tag hat Muhammad Ali Geburtstag. Und er war bei uns im Haus und wir haben tatsächlich gemeinsam Geburtstag gefeiert. Und da habe ich mir dann schon kurz gedacht, okay, das ist jetzt irgendwie voll, das ist so surreal, du bist ja da mitten in der Situation drin. Und ich habe das gar nicht realisiert. Und jetzt so im Nachhinein denke ich mir, unglaublich eigentlich, das ist, weil ja, sowas passiert ja natürlich auch nicht oft. Und das ist auch etwas, was für uns ganz besonders ist. Aber für uns, wie gesagt, wir sind sehr, sehr stolz, dass wir so viele prominente Gäste haben. Aber wir sind auch unglaublich stolz, dass einfach, wir haben Gäste-Ehrungen, wir haben immer jede Woche am Donnerstag Gästebegrüßung und haben da auch oft Gäste-Ehrungen. Also die, die so häufig kommen. Genau, genau. Also es gibt Gäste, die sind seit 45 Jahren bei uns im Haus, dass die uns begleiten. Und das ist schon eine riesen, riesen Ehre und das macht uns auch wirklich demütig, weil, wie du gesagt hast, du musst dich ja auch mitentwickeln. Und dass das beides geht, unter einem Dach, das ist
Speaker 3schon unfassbar. Und du hast ein ganz wichtiges Wort gesagt, die Demut. Die Demut ist das Allerwichtigste. In dem Moment, wo du anfängst abzuheben oder das als selbstverständlich zu erachten, dann ist schon da beginnt dann schon der Abstieg. Und das kann man auch oft beobachten. Man muss jeden Tag dankbar und demütig sein, dass das so ist, wie es ist. Und dass nichts selbstverständlich ist.
Speaker 1Also ich bin jedenfalls dankbar, dass ihr mir sozusagen hier die Zeit gegönnt habt. In der absoluten Peak-Phase. Ein Geburtstag war gestern von Johannes. Ein Geburtstag kommt morgen. Also von eurem jetzt häufig zitierten Vater, der wird morgen, glaube ich, 80. Und um dann so ein bisschen zu zeigen, glaube ich, wie das hier so bei euch funktioniert, ist morgen auch eine große Veranstaltung geplant. Wie viele Leute kommen da morgen?
Speaker 3200. Was Lustiges. Aber er macht das ganz mit den engsten Musikern. Es wäre kein Promi-Event oder irgendwas, was man vielleicht vermuten möchte. Es ist wirklich seine Singer- und Musikantenfreunde von der echten traditionellen Volksmusik. Es kommen seine Bauarbeiter, die mit ihm das Ganze, diese wunderbare Welt hier aufgebaut haben. Und ich habe mir das überlegt.
Speaker 1Es gibt noch eine Premiere, die noch fehlt im Podcast. Es wurde noch nicht hier musiziert. Aber ihr habt sozusagen, so ein bisschen um die Tradition hier einmal durchscheinen zu lassen, auch im Podcast, dürfen wir jetzt hier noch eine kleine, wie sagt man, eine Generalprobe erleben.
Speaker 3Da wollten wir eigentlich für die die Überraschung.
Speaker 1Nein, für die Hörer. Für die Hörer. Dass ihr jetzt uns einmal kurz daran teilhaben lasst.
Speaker 3Du hast jetzt die Überraschung vorweggenommen.
Speaker 1Ich weiß ja schon ein bisschen, was kommt.
Speaker 3Wir haben die Instrumente
Speaker 5dabei. Du hast es schon vermutet.
Speaker 3Wir hätten sie nur verstecken sollen. Wir hätten sie nur verstecken sollen, weil wir wollten gerne dein Gesicht sehen. Wenn das erste Mal, ich weiß ja nicht, hat schon mal wer musiziert. Also wir hatten schon noch größere
Speaker 1Musiker im Podcast über die Jahre.
Speaker 3Haben die gesungen für dich?
Speaker 1Nein, nein, nein. Aber es ist auch standesgemäß, weil euer Vater so oft hier erwähnt wurde. Ihr spielt dann morgen für ihn. Genau, wir singen.
Speaker 3Genau, aber die Geschwister begleiten. Ich spiele eigentlich das Hackbrett. Das ist jetzt beim Gesang ein bisschen kompliziert. Das ist ein lustiger Name, ich weiß, aber das hat man auf dem Schoß und das ist so groß mit 140 Seiten. Beim nächsten Mal lerne ich Zittern oder Gitarre. Da habe ich weniger Seiten zu stimmen. Und das spielt man mit so Hämmerchen. Und das ist mehr dann musikalisch. Aber jetzt haben wir ein Lied vorbereitet, weil wir für unseren Vater natürlich das proben. Und wir haben uns gedacht, dann können wir bei dir ja die Generalprobe machen.
Speaker 1Gerne, gerne, gerne. Jetzt bin ich gespannt. Auf geht's. So probieren wir es.
Speaker 3für unsere Runde auch im Unternehmen. weil wir singen dreistimmig, drei verschiedene Stimmen und die harmonieren miteinander. Und weil jeder seine Stimme stark und authentisch singt. Und das ergibt diese gesamte Harmonie.
Speaker 1Okay, also, was für einen Abschluss. Ich glaube, es hat es noch nie gegeben, es wird schwer zu toppen sein. Bevor wir jetzt Schluss machen, gibt es noch irgendeine Anekdote zum Abschluss? Irgendetwas, was wir jetzt vergessen haben, bevor die Musik uns alle wegspielt?
Speaker 5Ich glaube, wir könnten jetzt echt nur wirklich lang weiterreden. Wir haben nur wirklich so viele Sachen. Wir produzieren unser ganzes Hohesel. Wir haben eine eigene Quelle, eigenes Wasser, das über 300 Jahre unterwegs ist, bis man das trinkt. Und wir haben so viele Themen, wir haben noch Fischerei. Also, ich glaube, du müsstest wirklich nochmal kommen, dann machen wir noch eine Folge und dann kannst du auch bei uns schlafen.
Speaker 1Alles klar. Also, vielen Dank für die Gastfreundschaft. Auch so, ihr habt mir geholfen, dass ich in der Nähe was gefunden habe, dass wir uns hier aufhalten dürfen. Und ich weiß von vielen gemeinsamen Freunden und Bekannten, dass man hier dringend mal herkommen muss. Also, ich. Ich werde es jetzt auch mal gleich ausprobieren, in der Kürze der Zeit. Vielen, vielen Dank.
Speaker 3Danke. Danke dir. Danke. Alles klar.
Speaker 1Ciao, ciao. Pfiat di. So, wem diese Folge bis hierhin gefallen hat, dem gefällt vielleicht auch eine andere Folge, die mich daran erinnert hat, obwohl der Frederik Braun was ganz anderes gebaut hat. Nämlich das Miniatur Wunderland in Hamburg. Aber ähnlich viel Liebhaberei, Spielerei führt zu einem ganz, ganz besonderen Business. Also, deswegen Folgeempfehlung. Hört nochmal rein ins Gespräch mit Frederik Braun vom Miniatur Wunderland. Lernt extrem viel über auch Tourismus, Hospitality und all die Themen, die hier auch drin vorkommen. Und wer ein bisschen mehr Hotelbusiness möchte, ich habe vor einiger Zeit gesprochen mit dem Thomas Althoff und dem Frank Marenbach. Die führen eine Luxhotel-Kollektion, die Althoff Hotels. Und deswegen auch hier der Hinweis, einfach googeln, Thomas Althoff oder Frank Marenbach und OMR Podcast und ihr werdet es finden.