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Musik: Warum wird ein Song zum Hit?

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Musik: Warum wird ein Song zum Hit?

Die Episode des Podcasts "Wissen Weekly" geht der Frage nach, ob es eine geheime Formel für erfolgreiche Popmusik gibt. Der Musikproduzent Nico Rebscher, Mitwirkender am Hit "No Roots" von Alice Merton, erklärt, dass aus seiner Praxis keine einfache Formel existiert. Stattdessen müssen zahlreiche Elemente wie ein sofort fesselndes Intro, einprägsame Melodien ("Hooks"), identifikationsstarke Texte und eine mitreißende Produktion perfekt zusammenspielen. Der Musikwissenschaftler Volkmar Kramarz hingegen analysiert erfolgreiche Songs und identifiziert wiederkehrende strukturelle Muster, wie bestimmte Akkordfolgen (z.B. C-Dur, A-Moll, F-Dur, G-Dur) und eine standardisierte Songarchitektur (Intro, Strophe, Refrain), die über Jahrzehnte konstant blieben. Neurowissenschaftliche Studien, wie die von Wiesen Chung, untermauern, dass das Gehirn eine Balance aus Vertrautheit (durch Wiederholung bekannter Muster) und leichter Überraschung benötigt, um Aufmerksamkeit zu binden. Die Schlussfolgerung ist, dass zwar keine Garantieformel für einen Hit existiert, bestimmte bewährte musikalische Grundmuster und psychologische Prinzipien die Erfolgschancen jedoch deutlich erhöhen.

Transcription

4377 Words, 26292 Characters

German
Ah, ich muss eigentlich liebe diesen Song so sehr, als wir da mal draußen gekommen sind. Aber ich war schon instantly so, "Wow, was für ein guter Song." Hatest du, als ihr diesen Song produziert habt, schon das Gefühl, ja, das wird ein Hit. Nein, nicht ganz klar, nein, nee überhaupt nicht. Das ist Nico Rebscher, ein Musikproduzent und Songschreiber aus Berlin. Und der Song, um den es hier geht, den habt ihr alle bestimmt schon mal gehört. "No Roots" von Alice Merton. Du ist an dem Song mitgearbeitet, nicht mal? Ja, ich hab tatsächlich von der Pika auf mitgearbeitet, ich hab geschrieben, gemischt und produziert. Aber dass das ein Hit wird, das hat Nico nicht geahnt. Ich hab keinen Schimmer davon, dass das so einschlagen wird. Ich hatte andere Songs dabei, die jetzt überhaupt nicht so gut gelaufen sind, die hätte ich jetzt als erste Szene eher gesehen. Um die heutige Frage beantworten zu können, haben wir all unsere Kontakte spielen lassen und uns so einige Musiker, wie eben Nico angeln können. Ist erfolgreiche Pop-Songs schreiben einfach nur Glück und Zufall? Oder kann man absichtlich einen Hit schreiben? Es ist so ein 6/7-Lotto, will ich sagen. Ich bin Lisa Sophie Scheurel und ihr hört Wissen Weekly. Der Podcast, in dem wir fragen, die ihr euch immer und immer wieder gestellt habt, endlich mal in aller Ausführlichkeit beantworten. Betilfe der Wissenschaft. Ich war zum Beispiel schon so oft in der Situation, dass mir ein Kumpel ein Song zeigt, von dem er oder sie mega begeistert ist. Ich hab dir jetzt Opel Adi, Opel Adi von Beatles vorgespielt, mit dem Song bin ich aufgewachsen und ich seh in deine Augen und sehe ein Fragezeichen und denken, hey, du spürst es nicht. Mich holt das Song aber so gar nicht ab. Oder andersrum. Krass, ich kannte dir nicht. Was? No way! Turns out to pass before you know that frozen. Aber dann gibt es ja wiederum doch Songs, die eine große Masse ansprechen. Die ohne Ende gestreamt werden und wochenlang in den Schatz oben sind. Wir wollen in dieser Folge wissen, ob es so etwas wie Grundzutaten gibt, die unseren Geschmack voll treffen. Bei denen wir gar nicht anders können, weil unser Gehirn da sagt, das magst du jetzt. Dahinter steckt eine spannende Frage, über die in letzter Zeit mit dem Aufkommen von künstlicher Intelligenz und Algorithmen viel diskutiert wird. Wie individuell ist unser Geschmack überhaupt? Oder sind wir alle so hobbits, die jedes Mal aufs Neue auf die gleichen Tricks reinfallen? Gibt es sogar so etwas wie eine geheime Pop-Formel? Ich erwarte jetzt von dir die Formel zum Reich werden, ehrlich gesagt. Kipp mir die Formel zum Reich werden, Michael. Ja, ne, es ist leider nicht so einfach. Das ist unser reporter Michael Badlapsky, der diese Folge recherchiert hat. Genau, wahrscheinlich ist der Tipp "mach keine Musik". Oh, okay, also eher eine andere Richtung. Wenn du Reich werden willst, "mach keine Musik". Okay, ich hab gedacht, du kommst jetzt an und sagst, ja, die Forschung hat hier die perfekte Formel rausgefunden, wie man so ein Chart, Topper sozusagen herstellt. Und ich hab gedacht, ich breche nächste Woche meinen Job ab. Scheiß auf Podcasts, du machst nur noch Musik. Schauen wir mal, ein bisschen was habe ich. Und wenn man dann rein geht, so in diese Forschung, dann ist es schon so, dass man merkt, okay, da geben sich echt viel Mühe, das rauszufinden. Aber irgendwie ist es auch sehr schwer, was zu sagen, was du wirklich anbennen kannst auf alles. Aber es gibt sie. Die Wissenschaftlerinnen, die einen akademischen und analytischen Zugang zu Popmusik gefunden haben. Sie versuchen meistens Popmusik zu Reverse-Inginieren. Das heißt, sie schauen, was war erfolgreich und warum. Sie schauen sich das Tempo, die Harmonie, die Lautnis, die Länge oder die Dance-Bility und noch viele andere Faktoren von Songs an. Immer mit einer großen Frage im Hinterkopf. Gibt es etwas, was erfolgreich Stücke gemeinsam haben? Bistimmte Schemeter, Abfolgen, Pattern, Formeln. Das ist Volkma Kramatz von der Uni Bonn. Er hat das Buch "Die Pop-Formel" geschrieben. Wenn du die beherrschst, dann beherrschst du plötzlich schon 80 Prozent des aktuellen Materials, das gerade auf dem Markt ist. Und siehe da, das hat sich auch gar nicht von Monat zu Monat verändert. Das läuft als großer Roter Faden durch die Popmusikgeschichte. Ich sage mal, wir heute nicht, aber wir sollten Ävthogido machen. Aha! Die Dreieckort-Formel. So einfach ist das für den Pop-Wissenschaftler. Dann geht den schon mal an das Herz. Ja, das ist nicht schön. Aber sehen das auch Menschen so, die jeden Tag versuchen, Hitz zu schreiben? Würdest du sagen, es gibt so die eine Formel, um einen erfolgreichen Pop-Song zu machen. Die Formel. Also, eine Formel hat Nico, der Produzent und Songschreiber von No Roots, nicht parat. Sagen wir so, es ist kompliziert. Ich habe sie nicht gefunden für mich, aber es gibt wirklich tausende Anhaltspunkte, wo man sich dran entlang hangelt. Zum Beispiel, dass der Song zwei Minuten 50 bis drei Minuten zehn lang sein sollte überhaupt. Nico gibt uns das Interview in seinem Studio im Funkhaus Berlin. Ja, ich bin im Studio genau. Ich sehe schon die ganzen Schallplannen an der Wand. Ja, genau. Das sieht weinerung da aus. Er hat schon viele Hitz geschrieben oder produziert. Für Nico Santos, Macklemore, Sarah Connor oder Aurora. Und hat auch schon einige goldene Schallplannen. Die standen die ganze in der Ecke und dann habe ich irgendwann gedacht, ach, ich glaube, ich gebe den mal einen Platz, weil das ja schon immer so. Nee, ich darf nicht zeigen, was ich getan habe. Ich bin eher so eine Mentalität und dann irgendwann. Ach, komm, irgendwie ist es doch geil, jetzt mach mal. Ich wollte ganz sagen, da kann man doch stolz drauf sein. Klar, klar. Anstatt der einen Formel gibt es für ihn ganz viele unterschiedliche Regeln, die bei einem Song sofort funktionieren müssen. Zum Beispiel, wenn ich jetzt von Anfang denke, das Intro muss erkennbar sein ohne Ende, damit die Leute nicht gleich abschalten. Ja, also das muss direkt vermitteln, okay, das ist der Song. Jetzt Bei Alice ist dieser geil Bass, der da kommt, den jeder immer. Der Song ist so cool wegen dem Bass. Epischer Bass, ja, ist doch. Das ist auch mega. Ich hab mir auch irgendwie davor einen Bass gekauft, gerade. Und hab dann einfach. Ich glaub, das erste, was ich auf diesem Bass gespielt hab, war diese Leingefühl. Geil. Okay, Intro, check. Aber das reicht natürlich noch nicht. Es muss irgendwas haben, was ein Mitnehmen von Anfang an. Baustritt muss gestern halt gerade mit Künstlerin zu mir gesagt, ja, meine Mutter sagt immer, du musst zuhaken können, auf den Songs. Und es ist ja nichts wert. Und jetzt, Gesangen und Riffrau. Und dann natürlich Alice Stimme, ja, auf der Gesangstelle der Wahnsinn, so englisch klar und doch irgendwie kraftvoll. Natürlich die Huckleinen waren sie nicht wichtig. Kommt gepaart mit den Erlirics. Leisbordneld liest der Songtext. Für mich fast wichtigste, was sagen wir die Lirics? Was erzählen wir mir? So kann ich mich damit identifizieren. Merkt ihr was? Je länger ich mit Nico spreche, desto komplizierter klingt es für mich, wie man ein Hit landet. Denn im Endeffekt sagt er ja, alles an dem Song muss geil sein. Das klingt sehr, sehr schwierig. Ja, der Text muss gut sein, die Melodie muss gut sein, die Vorruktion muss gut sein. So, ja, okay, das ist halt, das ist nicht so leicht. Nee. Und wenn man sich weiter mit Nico unterhält, merkt man, dass jeder einzelne Part noch mal weiteren Regeln unterliegt. Bei der Hucklein, also dem einprägsamsten Melodiepart und den Lirics zum Beispiel. Ich hab die Erfahrung gemacht, wenn du in der Melodie singst, die total huckig ist. Wenn die Lirics nicht gut drauf klingen, dann kannst du vergessen, was du machst. Dabei dachte ich immer, so wichtig sind Lirics jetzt auch wieder nicht. Ja, aber ich meine es gab ja schon mal Songs, die sehr erfolgreich waren, wo ich mir denke, was sind das für Lirics? Do you ever feel like a plastic bag drifting through the wind zum Beispiel oder star-shipswoman to fly? Ja, aber moment, das gibt einem ja einfache, aber ganz klare Emotionen. Wenn du mir jetzt sagst, schreibt mir hinten, dann würde ich sagen, okay, die Lirics müssen auf einmal, wenn du es einmal durchschossen, du hast ganz klar verstanden haben, was sie da sass bedeutet und was du mir sagen willst damit. Wenn ich mir das Bild vorstellen, mit dem plastic bag, der irgendwie durch die Straße weht, dann kann ich mir darunter was vorstellen. Das ist ja ganz klarer Aussage. Und diese Aussagen, die ziehen sich eigentlich ziemlich durch die Songs durch. Als Nouruts hat eine sofortige Aussage, die du verstehen kannst. Okay, also selbst wenn es ein zentraler Satz ist, der irgendwie immer wiederholt wird oder es dann reicht, das oft schon. Oh, der Achibon, seh es in der Baby. Okay, okay. Klar, ich verstehe was du von mir wissen. Ich kann es irgendwie mehr wenigstens merken und es geht im Kopf und es muss ja nicht immer eine tiefkündige Aussage sein. Songs sind für Nico eine Kommunikationsform. Wenn man dann noch mit singen kann, um so besser. Das ist bei 'no roots' zum Beispiel. Root, ergert. No roots, das ist das Ding. Das singt man gerne mit. Wir haben das sogar noch unterstützt, auch durch Kürre, die da mit drauf kommen, die wir selber drauf gerufen haben. No roots. Was passiert, wenn du mit singst, du connectes halt mit dem Song, fertig. Und dann bist du sozusagen, ja, du fielst den Song halt dann. Und das ist geil. Das ist das beste Kompliment. Kurzer Recap. Das Intro muss gleich kicken. Der Gesang und Delirics müssen dich sofort abholen. Du musst etwas damit verbinden, fast schon wie ein Slogan. Wenn das aber nicht zur Melodie passt, dann hast du ein Problem. Eine geheime Popformel, die kann ich hier definitiv nicht sehen. Sondern ganz viele einzelne Bausteine. Und furchtbar viel kreative Arbeit für Menschen, die versuchen, einen hinzuschreiben. Aber zumindest gibt es eine Sache, bei der es sich viele einig, wenn es um erfolgreiche Popsongs geht. Und da gehen wir jetzt schon fast ein bisschen in den Musiktheoretischen Bereich. Und dass der Song die Form Intro wärs referat, wärs referat, vielleicht ein C-Part und wieder referat hat. Das ist zum Beispiel eine Form, die kann man schon mal, wenn man Songs schreibt, dann muss man nicht immer draus ausbrechen, weil es gelernt, seit es Popsongs gibt. Ein Popsong besteht aus sehr vielen Wiederholungen, eine oft gleiche Abfolge von Klängen. Und das hat sogar wissenschaftliche Gründe. Ich habe z.B. von einem Experiment gehört. Da geht es nicht um Menschen, sondern um Mäuse. Was? Und es geht um Mäuse. Tatsächlich, und zwar hatten Musikforscher, den Mäusenden Ton vorgespielt. Und hat geschaut, wie sie drauf reagieren. Es war dann eine bestimmte Note. Michael spricht hier von einem Experiment des Musikforscher's David Huren von der Ohio State University. Das in dem Buch Hitmakers von Derek Thompson erzählt wird. Und das geht so. Spiel einer Maus, sagen wir mal den Ton "H" vor. Sie schaut erschreckt zur Seite. Was ist das? Dann nochmal. Wieder erschreckt sie. Aber umso öfter du das Maast, gewöhnt sich die Maus irgendwann daran. Sie erschreckt nicht mehr. Erst, wenn du nach dem "H" einen weiteren Ton hinzufügst, sagen wir ein "C". Schaut sie auf einmal wieder. Dann wieder zurück zum "H". Sie ist entspannt. Dadau aufhin aufbauen, hat der versucht, was ist eigentlich eine Kombination von Noten, bei denen die Mäuse, die ganze Zeit irgendwie interessiert auf einmal aufschrecken, aber sich nicht anfangen zu langweilen. Ach, das ist okay. Im Endeffekt war da so ein Ergebnis davon, dass du sagst, ja, es wiederholt sich sehr stark, aber du als Hörder oder du als Maus, keine Ahnung. Du als Maus darfst nie das Gefühl haben, dass es sich wiederholt. Du musst immer in diesem inneren Modus sein. Es könnte jetzt aber gleich noch mal was anderes kommen. Und was für Mäuse gilt, das gilt auch für uns. Klingt jetzt komisch, aber irgendwie stimmt das schon. Nimm zum Beispiel vier Akkorde und wiederholen sie. Die meisten Rapper machen drei Akkorde, einmal öfter geht reicht auch. Das ist Volk Marc-Kramerts. Ihr habt ihn am Anfang schon gehört. Es reicht, etwas vorzustellen, was fast immer Durkardenz mit einer Mold parallel ist, um das Musiktheoretisch zu sagen dort. Und was ich einmal vorstelle, und dann laufen das. Wichtig ist Don't Touch the Winning Cards. Also veränder sie nicht. Bring dich tausend Zwischenteile rein. Mach nicht tausend Innovationen in den Musiktheoretischen Bereich. Volk Marc-Kramerts ist überzeugt davon, dass es diese Strukturen und Formeln in Pop-Songs gibt, die uns sofort in den Band ziehen. Stell sie einmal vor und wenn du sie nur als Bastöne vorstellt. Es geht um die Magie von ganz einfachen Akkordverbindungen, die einmal vorzustellen und dann zu sagen, die wiederhol ich jetzt in einer quasi endlosen Schleife. Jep, ihr habt richtig gehört. Volk Marc-Kramerts hat für das Interview eine Gitarre mitgenommen. Eine Martin D-28 Baujahr 1968. Schon dreimal den Hals gebrochen. Muss an den Akkord liegen. Ihr könnt ihn euch ein bisschen wie ein Mert-Professor vorstellen. Er sitzt dann im Tonstudio mit Vollpulli und sehr langen, dunklen, lockig, strobligen Hahn. An der Uni Bonn hat er lange am Lehrstuhl für Musikwissenschaften Seminare zu Hitz gegeben. Und schaut sich der Sänger am Mikrofon. Kriegt auch schon die Ideen. Das ist mein Ding, das ist mein Ding. Er hat Versuchsperson ins MRT geschoben, um zu sehen, was im Gehirn bei bestimmten Klängen, Akkordfolgen etc. Passiert. Man könnte fast mein, er hat den goldenen Tipp. Nutzt eine einfache Akkordfolge. Wie "Armol F-Dur G-Dur". Und mit wie wir wieder bei der Akkordfolge sind, die ich vorhin schon kurz angesprochen hatte. "C-Dur, Armol, F-Dur, G-Dur." Und da gibt es es "Nah, na, na, na, na, na, na, na, na." "Giets van Erwöller, wie ein Komplikate." Und tausende Sachen gibt es da. Und wie gesagt, "When last Christmas is exactly the same akkordfolge." Kein Mensch stört es ganz im Gegenteil, alle sagen, was für ein schöner Song. Er ist nicht der erste, den das aufgefallen ist. Und wahrscheinlich auch nicht der letzte. Vielleicht habt ihr auch mal dieses Video der Comedians "The Access of Awesome" gesehen, indem sie unzählige Songs kawern, die alle auf den gleichen Akkorden beruhen. Es ist "Ire". "The Beatles" leidet Bob Marley, "No woman, no guy". "Ig aight, Cherries, safe tonight". "You two, with or without you". "Aha, take only". "Mgmt, kids, Toto, Africa". Also, irgendwas ist da dran. Und wenn dieses Songs was sagen, der weiß, die klingen alles andere als gleich. Aber es gibt wahrscheinlich tausendfach so viele Songs, die genau diese Akkordfolgen verwendet haben, die nicht zu Hitz wurden. Stimmt sagt Volkmer Krammerz. Aber wenn du sie nicht verwendest, dann hast du kaum eine Chance. Meint er. Wenn du mir sagst, du hast es geschafft, 500 Millionen Klicks oder Spotify oder YouTube, was auch immer, whatever, ne? Dann weiß ich, dass du mit 90 Prozent auf "Moll" Akkord angefangen hast, die anderen 10 Prozent in "Dua" Akkord, du hast mit Sicherheit nicht mit einer freien Frequenz angefangen. Du machst keine neue Musik. Du machst kein FreeJest. Und wenn du mit 10 "Dua" angefangen hast, dann weiß ich, dass als nächster Akkord "Armol" oder "Embol" kommt oder im besten "Vergido". Ich weiß jetzt schon, welche drei Akkorde kommen werden. Und wenn die nicht kommen werden, dann weiß ich, dass die Zahl nicht 500 Millionen Klicks sind. Es geht nicht anders. Wieso eigentlich? Weil wir Menschen da ganz körperlich gestrickt sind. Das ist eine sehr deutliche Aussage. Und wirft damit bei mir schon die Skeptiker-Alarmglocken an. Bei unserem Reporter auch. Sie sind sicher, äh, der Sache ja sehr sicher. Aber die meisten Leute, mit denen ich spreche, die sagen "Pop-Formel". Nein, gibt's nicht. Weil Pop sowieso ein Produkt seiner Zeit? Jeder, der ernsthaft über mal jetzt zahlen, 100 Millionen Klicks zu kommen, ist eine Million CDs verkauft. Der guckt nur mit Mühe und Augen. Der weiß ganz genau, die Leute nehmen nichts anderes. Und dann ist es so. Die denken ja, ich bedrüge sie, oder ich mache irgendwas. Wenn ich sage, ich mache genau das. Was er 70 Jahre und die erfolgreichen Produzenten machen, fühlen sich die meisten Hörer fast hintergangen oder irgendwas. Ganz komisch, darf man ihn ja gar nicht sagen. Ja, bitte, dann kriegt das auch nicht mehr. Unser Reporter Michael und ich waren an dem Punkt ziemlich verwirrt. Ist das echt so? Also, der übertreibt doch. Können Akkorde so einen großen Einfluss haben? Das wollten wir gegenchecken und haben die Aussage dem No Roots Produzent Nico Rebscher vorgespielt. Wenn wir die nicht kommen werden, dann weiß ich, dass die Zahl nicht 500 Millionen Klicks sind. Ja, also Christenteils der Songs, ja, hatte ja auch gesagt, 90 Prozent. Ich habe erwartet, dass Nico jetzt sagt, "Ja, nee, also so kann man das nicht sagen." Aber er dann so? Und das schreibe ich so. Für Christenteil der Songs. Wut? Ja, das ist leider richtig. Damit habe ich nicht gerechnet. Warte mal, ich wollte meine Gitarre. Nice. Eins Sekunde. Aber was ist es, was uns an diesen Akkorden so fesselt? Nicht so gut gestimmt, aber trotzdem, glaube ich, zu zeigen, reicht's. Also, wenn du jetzt machst. Das hört sich anders, als ob man es so gut kennt. Und das macht so ein Gefühl auf. Für mich. Für mich auch. Ja, doch total total. Warte den Song gehen, ich doch. Genau. Das ist die Grundstruktur, wo man sich. Ich brauche immer ein Stückchen Sprache, die ich verstehe, um den Song zu verstehen. Das ist bei der. bei der Hit Akkordfolge so schön, weil du machst. Hier bin ich zu Hause. Dann gehe ich Spannung. Und dann mache ich wieder Spannung. Das heißt. So, da ist der Song. Oh mein Gott, warte. Ich hab das noch nie so. Das ist sehr analytisch. Ich hab Binder noch nie an so einen Song so reingegangen. Aber es macht total Sinn. Ja, das heißt. Und dann musst du irgendwas erschaffen, was Stimmung macht. Und da hast du mit der Melodie mehr Chancen. Mehr Chancen zu sagen, okay, hier mache ich mal was Besonderes. Zum Beispiel. *schreit* Was wir sich. Es ist einfach improvisiert gewesen. Aber das ist ein bisschen was im Kopf bleibt. Dann sind die Akkordischen fast egal. Hab ich's Gefühl. Okay. An dem Punkt war ich echt überzeugt. Akkorde helfen dabei, dass uns ein Song vertraut vorkommt. Und das ist nicht schlecht, wenn man einen Hit landen will. Aber es geht sogar noch weiter. Es geht nicht nur darum, ob die Melodie einprägsam ist und welche Akkorde man verwendet. Sondern da ist noch etwas großes Anderes. Denkt an die Mäuse, die sich bei einem neuen Ton auf einmal erschreckt haben. Wir müssen auch überrascht werden in einem Song, damit es nicht langweilig wird. Vielleicht ist das der Schlüssel für den Pop-Hit? Das ist der Neurowissenschaftler Winsen-Chung. Und ja, er sagt gleich zu Beginn. Sorry, die geheime Formel habe ich nicht. Eine Frage, die er in letzter Zeit häufiger gestellt bekommt. Denn er hat 2019 mit einer Studie am Max Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig für ziemlich viel Aufsehen gesorgt. Damals haben sie 80.000 Akkorde aus 745 Billboard-Hits aus den Jahren 1950 bis 1990 analysiert. Um herauszufinden, was da passiert in unserem Gehirn? Sie haben dafür die Testperson in ein MRT gesteckt. Die fahren also in diese Röhre rein. Und dann werden ihre Gehirnaktivitäten gemessen. Während ihnen dieses Songs vorgespielt werden, in sehr abgespeckter Version. Alles reduziert auf die Akkorde. Melodie, Rhythmus, Instrumente, alles weg. Das machen sie, damit die Ergebnisse vergleichbar sind und die Leute, die Songs nicht gleich erkennen. Okay, ich hör mir jetzt die Version noch mal an. Michael hat mich bei einem Song auch mal getestet. Wir haben noch so einen Beat runtergelegt, damit es nicht so langweilig ist. Der eine akkorde mich gerade ein bisschen überrascht. Ich dachte, das kommt ein anderer. Ist erkannt? Ja, ich beim ersten Mal hör ne mich auch nicht. Das sind die Akkorde von dem Beatles-Song Oblady Oblada. Oblady Oblada Na na na na na na na na na. Jürgen Jürgett, die Idee. Und ob wir einen Song gut finden, das hängt laute Studie von zwei Faktoren ab. Erstens. Also unsere Erwartungen, wie der Song weitergeht. Und zweitens. Und ob wir davon überrascht werden. Oder unsere Erwartungen erfüllt werden. Was die Forscher innen herausgefunden haben, beim Songhörn spielen vor allem drei Hinregionen eine Rolle. Der Auditory Cortex, der Hippocampus und die Amygdala. Das sind Regionen, die Gefühle, Gedächtnis, Klang und Lernen verarbeiten. Und Musik wird dann gemacht, wenn sie aus der richtigen Kombination aus Unsicherheit und Überraschung besteht. Kummisch eigentlich, dass das Gehirn so denkt, es könnte diesen Song antizipieren. Dass das Gehirn so ist, ja, ich weiß, ob es gleich kommt. So lustig ist, es könnte sich ganz schön für ein. Das heißt, idealerweise ist es so, dass deine Musik immer so wie Kliffhänger hat. Also die Erwartungshaltung, da dann, was passieren wird mit diesem Song. Und die Einlösung dieses Versprechens, sorgt für Freude. Es ist auch in deinem Gehirn sehen. Da gibt es Strukturen, die angesprochen werden. Und die dazu führen, dass du diesen Song dann magst. Tatsächlich krass, okay. Okay, kurz sacken lassen. Wir wissen, dass unser Gehirn sich über bekannte Klänge freut. Etwas, was wir kennen, was uns vertraut ist. Das können wir alles schneller verarbeiten. Der Trick ist jetzt, dass neue Songs genau die richtige Balance schaffen müssen, zwischen Originalität und etwas, was bisher schon da war, mit dem wir relateen können. Vertrautheit, plus Wow-Effekt. Es gibt ein Prinzip aus der Produkteentwicklung, das das ganz gut beschreibt. Es nennt sich Maya-Formel, Englisch für Most Advanced Yet Acceptable. Und ich würde das übersetzen mit maximal fortschrittlich, aber noch akzeptabel. Ein Prinzip, das nicht nur für Songs gilt, sondern auch für viele andere Produkte. Für Serien, Filme, Verpackungen, Menschen mögen Dinge, die so sind, wie Sachen, die sie schon kennen. Das alles gibt aber auch Raum für Innovation. Für den Songwriter Nico ist es so, dass er in seine Songs gerne etwas Überraschendes einbaut. Irgendwo was, was anders ist, muss auch sein. Also es muss ein Part geben, wo man so denkt, das habe ich noch nicht so gehört. Das ist irgendwie spannend. Das gilt für ihn besonders im Streaming-Zeitalter. Wo die Leute einfach skippen, wenn sie lege langweil sind. So muss die ganze Zeit unterhalten. Deswegen haben die Songs auch angefangen, Hucklein, ein Hucklein, ein Hucklein zu reihen. Also das heißt, du musst die Leute immer wieder fittern. Ah ja, da kann ich mich erinnern. Ah ja, okay, das ist okay, cool, cool. Und dann bist du am Start, dann schalten sie nicht weg. Das ist echt unglaublich. Ein Hit am Flickcher zu entwerfen. Die Sängerin der Song mit den Akkorden und der Produktion. Ja, das kann klappen, aber darauf setzen würde ich nicht. Man muss ja auch immer den Zeitgeist beachten. Eine Forscher in Gruppe aus den USA, die sich durch 50 Jahre Billboard Schatz gewöhlt hat, kommt zu dem Schluss, dass ein erfolgreicher Song ähnlich klingen muss, wie die Songs, die sonst gerade in den Schatz sind, aber nicht zu ähnlich. Der Song muss optimal anders sein, also sich irgendwie abheben. Und natürlich hängt der Erfolg von Songs auch von den Images der Musiker innen ab, oder von der Marketingpower, von dem Superstar Status und so weiter. Aber all dieses Wissen, das hilft uns nicht unbedingt bei der Formel für Popmusik. Auch nicht, dass es diese vertrauten Akkord-Elemente gibt, die man anwenden kann. Denn, das heißt nicht, dass man gleich ein Hit landet, sagt Vincent Chung. Er vergleicht das mit einem Haus. Je nachdem, wie du das alles anordnest, also die Fenster, die Tapete, die Wandfarbe, wie du das unterschiedlich kombinierst, ist es dann ein schönes oder eben eher ein hässliches Haus. Und genau so ist das auch mit Musik. Die Bestandteile sind immer die gleichen, aber wie man sie kombiniert, das ist das Entscheidende. Lustigerweise hat der No Ruth Produzent fast das gleiche Beispiel gebracht. Das ist so ein bisschen vergleichbar mit das Haus, das ist nachher geil. Das ist ein cooles Fenster, das sieht auch super im Haus aus, aber wie viel Menschen wollen da jetzt eigentlich dann wohnen. Bis zum Haus kann ich dir irgendwie sagen, dass es immer irgendwie ganz cool wird, weil ich das ja in der Hand habe. Das ist dann der Song, der fertig gemacht wurde, strukturiert wurde. Und danach, wie es bei den Menschen ankommt, ist die Frage, vielleicht kauft das Haus, was so krass komisch aussieht, aber trotzdem cool auch keiner. Ich würde so sagen. Es gab Firmen, die schon vor knapp 20 Jahren mit Hilfe einer Machine Learning Software behauptet haben, den Erfolg von Songs vorher sagen zu können. Ziemlich erfolglos übrigens. Und ja, man kann das alles eintippen in Exeltabellen und sich dann eine Wahrscheinlichkeit ausspucken lassen. Und vielleicht kann künstliche Intelligenz auch irgendwann richtig funky Hit-Songs schreiben. Ja, das wird alles gehen, auf dem Papier. Aber ein Hit ist Nummer ein Hit, so einfach und so kompliziert zugleich. Es ist alles erichenbar und machbar und hat Formeln und so. Aber die Formel, was mit den Menschen resoniert, irgendwie ist da so eine Magic noch um die, da bin ich froh, dass es die gibt. Das war "Wissen Weekly", über "Music Kids", und die Frage, ob es eine Formel für erfolgreiche Popmusik gibt. Ich bin Lisa Sophie Scheurel und bedanke mich bei allen, die mit uns bei der Recherche gesprochen haben. Volkmal Kramat, Autor des Buches, die Pop Formel. Nicolas Rebscher, Songwriter und Musikproduzent. Vincent Chung vom Max Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig. Timothy Lash von den Kids. Und Stefan Kunze von Spotify. Und danke an Derek Thompson für sein tolles Buch "Hitmakers". "Wissen Weekly" ist eine Produktion von Spotify Studios, in Zusammenarbeit mit Kugel und Meere. Executive producers Daniel Nicolao und Michael Badlowski. Audioproduktion Helen Malich von Hammer und Ambos. Redaktion Christian Alt, Anna Bühler, Tatiana Tameros, Michael Badlowski und ich, Lisa Sophie Scheurel. Lein producer Saarul Krause Jensch. Ja, das ist gut, das ist geil, aber da muss ein Song machen, irgendwie.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Die Diskussion untersucht, ob es eine wissenschaftliche "Pop-Formel" für erfolgreiche Songs gibt, wobei Experten wie der Musikwissenschaftler Volkmar Kramarz bestimmte wiederkehrende Muster (z.B. Akkordfolgen, Songstruktur) identifizieren.
  2. Praktiker wie der Produzent Nico Rebscher betonen, dass Hits aus vielen einzelnen, perfekt abgestimmten Bausteinen bestehen (eingängiges Intro, mitreißende Melodie, identifikationsstarker Text), aber keine einfache Garantieformel existiert.
  3. Neurowissenschaftliche Forschungen (z.B. von Wiesen Chung) zeigen, dass unser Gehirn Vertrautheit (durch Wiederholung) und leichte Überraschungselemente in der Musik braucht, um Aufmerksamkeit zu halten und Langeweile zu vermeiden.

Summary:

Die Episode des Podcasts "Wissen Weekly" geht der Frage nach, ob es eine geheime Formel für erfolgreiche Popmusik gibt. Der Musikproduzent Nico Rebscher, Mitwirkender am Hit "No Roots" von Alice Merton, erklärt, dass aus seiner Praxis keine einfache Formel existiert. Stattdessen müssen zahlreiche Elemente wie ein sofort fesselndes Intro, einprägsame Melodien ("Hooks"), identifikationsstarke Texte und eine mitreißende Produktion perfekt zusammenspielen.

B. C-Dur, A-Moll, F-Dur, G-Dur) und eine standardisierte Songarchitektur (Intro, Strophe, Refrain), die über Jahrzehnte konstant blieben. Neurowissenschaftliche Studien, wie die von Wiesen Chung, untermauern, dass das Gehirn eine Balance aus Vertrautheit (durch Wiederholung bekannter Muster) und leichter Überraschung benötigt, um Aufmerksamkeit zu binden.

Die Schlussfolgerung ist, dass zwar keine Garantieformel für einen Hit existiert, bestimmte bewährte musikalische Grundmuster und psychologische Prinzipien die Erfolgschancen jedoch deutlich erhöhen.

FAQs

Nein, es gibt keine einzelne geheime Formel, aber es gibt viele bewährte Bausteine wie einprägsame Intros, mitreißende Melodien und vertraute Akkordfolgen, die die Erfolgschancen erhöhen.

Bestimmte Akkordfolgen, wie z.B. C-Dur, A-Moll, F-Dur, G-Dur, sind in vielen Hits zu finden und schaffen ein vertrautes Gefühl, das Hörer anspricht, ohne dass sie sich langweilen.

Lyrics müssen emotional ansprechend und leicht verständlich sein, oft wie ein Slogan wirken und gut zur Melodie passen, um mitgesungen werden zu können und eine Verbindung zum Hörer herzustellen.

Es ist eine Mischung aus kreativer Arbeit, Handwerk und Glück; während es Regeln und Muster gibt, die helfen, bleibt der Erfolg oft unvorhersehbar, ähnlich wie bei einer Lotterie.

Ein erfolgreicher Song benötigt ein einprägsames Intro, eine mitreißende Melodie, ansprechende Lyrics, eine vertraute Struktur (wie Intro-Vers-Refrain) und Überraschungsmomente, um Langeweile zu vermeiden.

Unser Gehirn bevorzugt vertraute Muster und Akkorde, die Sicherheit vermitteln, aber auch Überraschungen, um Aufmerksamkeit zu halten; Studien zeigen, dass diese Kombination in Hits häufig vorkommt.

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