Die traditionsreiche deutsche Kunstmesse Art Cologne expandiert mit einer neuen Veranstaltung, der Art Cologne Palma, nach Mallorca. Die Messe findet im Palau de Congressos in Palma statt und setzt bewusst auf kleinere, intimere und bezahlbare Präsentationsformen im Gegensatz zu großen Mammut-Messen. Initiiert von der balearischen Regierung und lokalen Galeristen, folgten 88 Galerien aus verschiedenen Ländern der Einladung. Ein zentraler Grund für den Standort ist der Wandel der Insel, die heute Heimat für eine internationale Gemeinschaft kunstinteressierter Residenten, Ferienhausbesitzer und Sammler ist, insbesondere seit direkter Flugverbindungen aus den USA. Galeristen wie Justus Kewenig und Gert Harry Lübke betonen den strategischen Vorteil, dorthin zu gehen, wo die zahlungskräftige Klientel lebt oder ihre Freizeit verbringt. Parallel dazu nutzen auch lokale Galerien und Künstler, wie in der Sonderausstellung "Fokusbaläer" gezeigt, die Messe für mehr Präsenz. Trotz des Erfolgs und bereits getätigter Verkäufe wird das Projekt in einem lokalen Medienkommentar kritisch als "Kolonialistas" bezeichnet, was auf Spannungen hindeutet.
* Musik * Deutschlandfunk Kultur - Fazit. Erfolgreiche Kunstmessen - expandieren an weit entfernte Orte. Die Art Basel zum Beispiel, nach Miami oder nach Hongkong. Also hat sich Deutschlands wichtigste und traditionsrechte Kunstmisse. Die Art Colón gedacht. Mal mir auch und gehen auf die vermutlich deutschste Allermittel mehr Inseln nämlich nach Mallorca. Die Art Colón in Palma in Mallorca. Die kleine Ölse war für uns da. Der Palau de Congressos wirkt wie ein UFO am Rand der Altstadt von Palma. Kante ich monumental fast ein wenig dystopisch mit seinen tiefliegenden, verschatteten Fenster. Normalerweise finden hier Congressestadt. Jetzt schieben sich am gut besuchten Eröffnungstag, deutsches kandidavische und britische Sammlerinnen und Sammler durch Flure und Konferenzräume. Mit Blick über eine sechsspurige Straße direkt aufs Mittelmeer. Daniel Huck, Direktor der Art Colón Palma. Ich fand die Architektur einfach super. Ich glaube, wir sind die einzige Messegesellschaft, die das erkannt hat, dass eine Kronsmesse hier auf der Insel senmacht. 88 Galerien aus Mallorca, Deutschland, Skandinavien, aber auch aus den USA sind seine Einladung gefolgt. Stadtrisiger, teurer Stände setzt man auf kleinere und damit auch bezahlbare Messekohen. Die Initiative für die Kunstmesse auf Mallorca kam von der baleharrischen Regierung und dem lokalen Galerienverband. Der erste Versuch hier eine Kunstmesse zu starten, 2007 ist gescheitert. Zu wenig Publikum, kaum Umsätze. Justus Kewinich, Galerist aus Palma und Berlin glaubt, heute leben so viele Kunstinteressierter auf der Insel, dass sich der neue Versuch lohnen wird. An seinem Stand verkauft er großformatige Werke von Anselm, Kiefer, Janis, Konelles oder auch Polar, sie war ding. Es hat sich einfach die Insel auch sehr verändert, so dass ich glaube, die jetzt offen ist für eine Zeitgrünnisse Kunstmesse. Und es ist im 12. genaue richtige Moment ist. Viele besitzen hier ein Ferienhaus, nicht nur Europäer*innen. Wir haben damit aber der Außermerika, die hier leben, weil die seit letztem Jahr eben direkt fliegen können und relativ schnell zugeschlagen haben, was Häuser betrifft. Die Balliaren dank billig flügen Teil des globalen Kunstsystems. Die Schweizer Galeriehauser und Wirt betreibt auf Menorker sogar eine eigene Kunstinsel. Bleibt der Mallorca-Messe aber erst mal Fern. Andere, wie Gert Harry Lübke von der Galerie Eigen- und Art aus Leipzig und Berlin haben sofort zugesagt. Es ist besser als Miami-Feeling, würde ich sagen, weil Miami da gibt's zu viele Parallelenmessen. Hier gibt's eine Sache, ansonsten gibt's eine schöne Stadt. Aber nicht viel mehr von selbst mit jeher. Also kommt die Leute her, kommt auch mehrmals wahrscheinlich und sehen die Sachen. Und man hat eine größere Prägung für denjenigen, da kommt's. Lübke zeigt zum Beispiel extra für Mallorca-gefährtigte mediterranwirkende Glas- und Keramix-Guttuchen von Kai Schiemens. Dazu Papierarbeiten und ein Gemälde, dass eine mysteriöse Willa in dunklen Brauntönen zeigt von Neo-Rauch. Einiges ist schon verkauft, anderes reserviert. Auch für Lübke steht fest. Der Kunstmarkt hat sich verändert. Der Berg müsse sich zum Profiten bewegen, nicht mehr umgekehrt. Heute Tage muss man dort hingehen, wo die Sammler wohnen. Weil, dass man früher, ist man ja so als Gruppe, den Messen hinterher gezogen. Das gibt's nicht mehr. Auch Daniela Steinfeld von der Galerie von Horn in Düsseldorf hat sofort zugesagt, als sie die Einladung nach Mallorca bekamen. Ein Blick fang an ihrem Stand eines Keptuhe von Heinz Akkamanz. Die Menschengroße Figur Rao und Erdich hat etwas Archaisches. Die Oberfläche aus Wachs und Fett zeigt die Spuren des Machenz. Akkamanz, der früher selbst ein Sammler war, lebt inzwischen als Künstler auf Mallorca. Ich glaube, dass die Leute Lust darauf haben, auf kleinere, spezifischere Intimere messen. Also nicht diese großen Mammuts, die irgendwie so alles immer gleich bieten. Sondern ich glaube im Moment ist das alles etwas persönlicher. Dass die Insel nicht mehr ist als bloße Kulisse, sondern Teil der europäischen moderne, soll die Sonderausstellung Fokusbaläer zeigen. Zusehen sind zwei Künstler derbaläarischen Informellenmalerei, Juli Rames und Raffael Tuchkoster. Und auch die lokalen Galerien wollen sichtbarer werden. So gut wie alle in deutscher Hand. Die gebürtige Dortmunderin Anna Maria Wolf betreibt eine Galerie in Santa Nye. Unter anderem zeigt sie eines Kultur von Markus Ronkal ein Betonstaples aus Volli-Bellen. Ronkal lebt auf Mallorca. Wir haben auf Mallorca eine sehr große Kultur und sehr große Kunstsehen. Viele arbeiten greifen das Inselleben auf, im Material, in den Farben, in den Motiven. Die Idee Kunst, dort zu zeigen, wo sie am Ende landet, haben andere globale Messen bereits vorgemacht. Auf Mallorca sind es Werke für die Finkers der internationalen Sammler*innen. Nicht alle Freuters, ein Artikel in der Lokalpresse über die Messe wurde kommentiert mit einem Wort "Kolonialistas".
Podcast Summary
Key Points:
Die Art Cologne expandiert nach Mallorca als Art Cologne Palma, um neue Sammlerkreise zu erreichen.
Die Messe setzt auf kleinere, bezahlbare Stände und eine intimere Atmosphäre im Gegensatz zu großen Messen.
Der Standort profitiert von einer wachsenden internationalen Gemeinschaft kunstinteressierter Residenten und Ferienhausbesitzer.
Der globale Kunstmarkt wandelt sich
Lokale balearische Künstler und Galerien nutzen die Messe für mehr Sichtbarkeit, doch es gibt auch Kritik an kulturellem Kolonialismus.
Summary:
Die traditionsreiche deutsche Kunstmesse Art Cologne expandiert mit einer neuen Veranstaltung, der Art Cologne Palma, nach Mallorca. Die Messe findet im Palau de Congressos in Palma statt und setzt bewusst auf kleinere, intimere und bezahlbare Präsentationsformen im Gegensatz zu großen Mammut-Messen. Initiiert von der balearischen Regierung und lokalen Galeristen, folgten 88 Galerien aus verschiedenen Ländern der Einladung.
Ein zentraler Grund für den Standort ist der Wandel der Insel, die heute Heimat für eine internationale Gemeinschaft kunstinteressierter Residenten, Ferienhausbesitzer und Sammler ist, insbesondere seit direkter Flugverbindungen aus den USA. Galeristen wie Justus Kewenig und Gert Harry Lübke betonen den strategischen Vorteil, dorthin zu gehen, wo die zahlungskräftige Klientel lebt oder ihre Freizeit verbringt. Parallel dazu nutzen auch lokale Galerien und Künstler, wie in der Sonderausstellung "Fokusbaläer" gezeigt, die Messe für mehr Präsenz.
Trotz des Erfolgs und bereits getätigter Verkäufe wird das Projekt in einem lokalen Medienkommentar kritisch als "Kolonialistas" bezeichnet, was auf Spannungen hindeutet.
FAQs
Die Art Colón Palma ist eine Kunstmesse, die im Palau de Congressos am Rand der Altstadt von Palma auf Mallorca stattfindet. Sie zielt darauf ab, eine kleinere und bezahlbare Alternative zu großen Messen zu bieten.
Die Initiative kam von der balearischen Regierung und dem lokalen Galerienverband. Ein früherer Versuch im Jahr 2007 scheiterte, aber der neue Anlauf wird durch die gestiegene Kunstinteressenten-Community auf der Insel unterstützt.
Es nehmen 88 Galerien aus Mallorca, Deutschland, Skandinavien und den USA teil. Gezeigt werden Werke von Künstlern wie Anselm Kiefer, Neo Rauch und Heinz Ackermanns, wobei einige Stücke speziell für den mediterranen Kontext geschaffen wurden.
Mallorca hat sich durch billige Flüge und eine wachsende internationale Gemeinschaft, einschließlich Sammler aus Europa und den USA, zu einem Teil des globalen Kunstsystems entwickelt. Die Insel bietet eine intime und persönliche Atmosphäre im Vergleich zu überfüllten Messen wie Miami.
Der Kunstmarkt hat sich gewandelt, sodass Messen nun dorthin gehen müssen, wo die Sammler leben, anstatt dass Sammler den Messen folgen. Es gibt eine Tendenz zu kleineren, spezifischeren und intimeren Veranstaltungen statt großer Mammut-Messen.
Die Sonderausstellung 'Fokusbaläer' präsentiert balearische Künstler wie Juli Rames und Raffael Tuchkoster, um die regionale moderne Kunst zu zeigen. Lokale Galerien betonen Themen wie Inselleben in Material, Farben und Motiven.
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